Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

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Luftikus
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Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

Beitrag von Luftikus » 8. Februar 2016 06:43

Hallo Anderswelt,

ich habe Geschichten gehört, dass man keine Arbeitsunfähigkeitsversicherung mehr kriegt, wenn man mal MPH genommen hat.  Oder auch, dass man einen gesonderten Test bei der Verkehrsbehörde (gegen hohe Gebühren versteht sich) machen muss, wenn man den Führerschein machen will....

Wisst ihr da genaueres?
Habt ihr sowas erlebt?
Gibt's noch mehr derartiges?

Viele Grüße
Luftikus
Elchi
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Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

Beitrag von Elchi » 8. Februar 2016 13:38

Also, ich weiß, dass es schwierig bis unmöglich ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Da muss man ja Vorerkrankungen angeben und wenn die bei den Ärzten nachfragen, finden die heraus, wenn man Mph genommen hat. Da reicht aber wohl schon die Diagnose AD(H)S, auch ohne Mph.

Beim Führerschein gibt es keine Probleme. Mein Sohn hat ihn mit Mph gemacht, da hat niemand nachgefragt.

LG
Elchi
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Luftikus
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Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

Beitrag von Luftikus » 8. Februar 2016 13:42

Danke... finde ich interessant zu wissen.
Falschparker
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Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

Beitrag von Falschparker » 8. Februar 2016 14:23

Fragst du denn für dich oder dein Kind?

In Bezug auf dein Kind könnt ihr ja nichts mehr ändern. Wenn er im Erwachsenenalter kein MPH mehr nimmt und auch sonst nicht psychatrisch behandelt wird, wirkt sich das je nach Versicherung nach 5 Jahren nicht mehr aus. Als Kriterium, ob man seine Behandlung fortsetzt, taugt das natürlich nicht.

In Bezug auf dich: Vorsicht Falle. Schnell noch eine BU-Versicherung abschließen und danach Termin beim Arzt ausmachen bringt auch nichts. Es muss schon ein deutlicher Abstand bestehen, so dass die Frage nicht aufkommt dass man damit kalkuliert hat.

Ich habe das auch verpasst und habe nun keine BU-Versicherung. Zahle aber auch keine Beiträge. Und es gibt zwar ein realistisches Risiko von 20 % oder so, berufsunfähig zu werden, das bedeutet aber auch dass ich es zu 80 % nicht werde. Nicht dass man sich darauf verlassen sollte, aber wenn ich sowieso keine Versicherung kriege tröste ich mich eben damit.
<><
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Luftikus
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Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

Beitrag von Luftikus » 8. Februar 2016 14:45

Ich hatte keinen so direkten Hintergedanken. Das mit der Versicherung hat mir eine Bekannte mal erzählt und das mit dem Führerschein bilde ich mir ein als Erlebnisbericht irgendwo gelesen zu haben. Ich hab mich einfach gefragt, ob es noch mehr gibt.

Das Kind ist eh schon "in den Brunnen gefallen", sowohl was Nachwuchs, als auch was mich betrifft. Ich nehme zwar kein MPH, aber es gab schon vor einiger Zeit Diagnosetermine...
Wasabi
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Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

Beitrag von Wasabi » 11. Juli 2016 00:41

Elchi hat geschrieben: Beim Führerschein gibt es keine Probleme. Mein Sohn hat ihn mit Mph gemacht, da hat niemand nachgefragt.

LG
Elchi
VORSICHT!

Da gibt es Unterschiede. Bei einem Dorf wird kräht kein Hahn danach, in einem anderen musst du erstmal zur MPU und nachweisen, dass das MPH dich weder physisch noch psychisch beeinträchtigt.


Wie immer gilt:

IMMER, einfach IMMER den Mund halten und NICHTS sagen, NICHTS zeigen, ALLES (hüpfttest, pinkeltest ...) verweigern!
Tut man das, dann gibt es auch keine Probleme. Ist man ehrlich, darf man mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmal seine Eignung zum Führen von KFZ nachweisen...
Elchi
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Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH

Beitrag von Elchi » 11. Juli 2016 10:03

Eben, es hat keiner gefragt und er hat nichts gesagt, warum auch, wenn niemand fragt. Es fragt ja auch keiner, ob jemand Schilddrüsentabletten nimmt ;)
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micha
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Führerschein (Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH)

Beitrag von micha » 11. Juli 2016 15:50

www.anwalt.de hat geschrieben: = https://www.anwalt.de/rechtstipps/fuehr ... 32293.html
Bei der Einnahme von Medikamenten, die dem BtMG unterliegen, reicht es im Allgemeinen aus, ein ärztliches Attest
vorzulegen, aus dem sich ergibt, dass das Medikament zur Behandlung der Krankheit verschrieben und erforderlich ist.

ADHS ist nicht als Krankheit aufgeführt = http://www.verkehrsportal.de/fev/anl_04.php
Wenn keine sonstigen Tatsachen vorliegen, (....) können Zweifel nicht begründet werden.
Die Fahrerlaubnisbehörde muss hier weitere konkrete tatsächliche Anhaltspunkte feststellen.
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Wasabi
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Re: Führerschein (Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH)

Beitrag von Wasabi » 11. Juli 2016 17:10

micha hat geschrieben:
www.anwalt.de hat geschrieben: = https://www.anwalt.de/rechtstipps/fuehr ... 32293.html
Bei der Einnahme von Medikamenten, die dem BtMG unterliegen, reicht es im Allgemeinen aus, ein ärztliches Attest
vorzulegen, aus dem sich ergibt, dass das Medikament zur Behandlung der Krankheit verschrieben und erforderlich ist.

ADHS ist nicht als Krankheit aufgeführt = http://www.verkehrsportal.de/fev/anl_04.php
Wenn keine sonstigen Tatsachen vorliegen, (....) können Zweifel nicht begründet werden.
Die Fahrerlaubnisbehörde muss hier weitere konkrete tatsächliche Anhaltspunkte feststellen.

Erklärs mal dem Polizisten, der dir den Lappen wegnimmt. Und ADHS ist als psychische Krankheit aufgeführt, wenn du das offiziell der Behörde vorlegst, kann das ebenfalls zu unerwünschtem Ergebnis führen... Und raus kommen tut man nur mit viel Geld und gutem Anwalt. Diese Naivität erstaunt mich immer wieder :)

Und in Sachen Fahrerlaubnis brauchen die keine konkreten Punkte. Die Gesetze sind so schwammig formuliert, dass die einfach
schreiben können "Es ist allgemein bekanntes und ärztlich anerkanntes ... blabla" und das wars für dich erstmal mit dem Fahren.
Wie gesagt, da hilft nur ein Anwalt und Klappe halten.
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micha
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Re: Führerschein (Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH)

Beitrag von micha » 13. Juli 2016 12:51

Wasabi hat geschrieben:Erklärs mal dem Polizisten, der dir den Lappen wegnimmt.
Warum sollte der das tun ?
Weil ich zu schnell gefahren bin - dann hat er ggf. das Recht dazu .
Weil ich im Straßenverkehr mich aggressiv verhalten habe und damit andere gefährdet - dann (siehe oben)
http://www.adhs.org/rechtlich/ hat geschrieben: ADHS im Straßenverkehr
  • ADHS steht noch nicht in den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung als eine der diese ausschließende Erkrankung
  • Eine strafrechtlich Verurteilung bei Fahrten unter Btm setzt den Nachweis relativer Fahruntüchtigkeit voraus
  • Verkehrsrechtliche Konsequenzen sind bei Nachweis der Rechtmäßigkeit der Einnahme von Methylphenidat
    (durch Vorlage eines Rezeptes oder einer ärztlichen Bescheinigung) nicht zu befürchten
Solange mir niemand den Beweis bringt , das man wg. AD(H)S seinen Führerschein verliert , glaub ich´s nicht .
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Wasabi
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Re: Führerschein (Re: Wirtschaftliche Nebenwirkungen von MPH)

Beitrag von Wasabi » 20. Juli 2016 13:08

micha hat geschrieben:
Wasabi hat geschrieben:Erklärs mal dem Polizisten, der dir den Lappen wegnimmt.
1.Warum sollte der das tun ?
2.Weil ich zu schnell gefahren bin - dann hat er ggf. das Recht dazu .
3.Weil ich im Straßenverkehr mich aggressiv verhalten habe und damit andere gefährdet - dann (siehe oben)
1. Es gibt in dem Verkehrsrecht keine richtigen Gesetze, alles ist schwammig gehalten und die Staatsanwälte können sich auf Sätze stützen "es ist allgemeines ärztliches Wissen, dass blabla". Oder meine Lieblingsstelle "Aufgrund fehlende charakterlicher Eignung..." Eine psychische Krankheit hat Einfluß auf den Charakter... Welchen Einfluß und in welchem Masse... Das darf der Polizist vor Ort schnell mal abwegen und die richtige Abwägung hast du dann im schlimmsten Fall bei der MPU
Und wenn der Polizist DENKT, du KÖNNTEST eine Gefahr darstellen, durch Krankheit oder Medikamente, dann DARF er dir vorübergehend die Fahrerlaubnis entziehen, bis du das Gegenteil bewiesen hast.
2. Klar, davon war nicht die Rede.
3. Natürlich, davon reden wir garnicht, sondern über ordnungsgemäße Teilnahme und Wegnahme der FA mit Beweisumkehr. Sprich du musst dann ohne Lappen erstmal beweisen, dass du im Stande bist zu fahren.
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