Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

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EveArt
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Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von EveArt » 4. Januar 2016 13:45

Hallo :)
ich würde gerne wissen ob es möglich ist, die ADHS Präparate( Medikinet/ Ritalin "Adult" ) in Tabletten Form zu erhalten.
Da ich sonst immer nur Kapseln einnehme.
Dürfte ich z.B. die Tabletten Von der Firma Hexal  oder von Methylpheni TAD haben ?
Ich bin nämlich immer noch ein wenig verwirrt wegen dem ganzen Methylphenidat und Ritalin usw.
Dann dieses retardiert und retard oder unretardiert usw.
Also der Wirkstoff ist immer MPH. Dann gibt es logischer Weise unterschiedliche Hersteller.
Also wenn ich das Methylpenidat brauche dann könnte ich statt Ritalin Adult auch Methylphenidat von Hexal nehmen?
Oder gibt es da Probleme weil nicht Adult drauf steht?
 
Eule
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von Eule » 4. Januar 2016 13:58

Da müßte dir dein Arzt schon ausdrücklich unretardierte Medikinet (oder anderer Hersteller) Tabletten verschreiben.

Da denen aber die Zulassung für Erwachsene fehlt, würde er das wenn überhaupt dann wahrscheinlich nur auf Privatrezept tun.

Grundsätzlich ist es noch nicht mal möglich mit einem Rezept für Medikinet adult stattdessen Ritalin adult zu bekommen, weil der Freisetzungsmechanismus für den retardierten Anteil unterschiedlich ist und es daher nicht einfach ausgetauscht werden kann.

Dieses austauschen eines verschriebenen (möglicherweise teuren) Original-Medikaments gegen ein (preiswerteres) Generikum, das beispielsweise bei Antibiotika, etlichen Antidepressiva oder auch bei vielen Schmerzmitteln gängige Praxis ist, ist auch bei gleichen Wirkstoff nur dann für die Apotheke erlaubt, wenn das Präparat die gleiche sogenannte Pharmakokinetik hat - und das ist weder bei einem Rezept für retardierte Kapseln und der Absicht gegen unretardierte Tabletten zu tauschen, noch bei Medikinet adult und Ritalin adult untereinander gegeben.

Wenn du unretardierte Tabletten willst, müsstest du also zuallererst mit deinem Arzt reden, ob er dir die verschreibt.

P.S.

Sorry, mein Rechner wollte grad nicht so wie ich, hab daher den Beitrag erst mal halb fertig abgeschickt und dann editiert
Zuletzt geändert von Eule am 4. Januar 2016 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Farah
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von Farah » 4. Januar 2016 21:47

Erstmal ist wichtig der Unterschied zwischen MPH-Tabletten - die sind unretardiert
und MPH-Kapseln - die sind retardiert, das heißt, sie haben gegenüber Tabletten eine verlängerte Wirkdauer.

Dann ist zu beachten, dass für Erwachsene - soweit ich weiß - nur zwei Präparate - nämlich Ritalin retard und Medikinet adult - auf Kassenrezept verschrieben werden dürfen - beides nur Retard-Präparate mit verlängerter Wirkdauer.

Du kannst  Dir zwar  unretardierte Tabletten von Hexal oder TAD oder auch Medikinet (ohne adult oder retard) verschreiben lassen, aber nur auf Privatrezept. Also zum selber bezahlen.

Manche kommen mit den unretardierten Tabletten gut zurecht. Man muss dafür allerdings die Gelegenheit haben (und daran denken), rechtzeitig nachzunehmen.

Was nimmst Du denn zur Zeit, und wie zufrieden bist Du damit?

Farah  :winken:
:biene: 2
laetitia
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von laetitia » 4. Januar 2016 23:23

Also ich habe mit einem Generika von Concerta angefangen. Damit kam ich aber nicht klar, wegen den Nebenwirkungen, deshalb habe ich mit dem Psychiater gesprochen und ein Rezept für Ritalin bekommen (unretardiert, also Tabletten). In der Klinik, wo ich die Diagnose bekam hiess es, dass das Ritalin selber bezahlt werden müsse. Ich habe aber die Rezepte trotzdem der Krankenkasse geschickt und die haben bezahlt. Allerdings wohne ich in der Schweiz...

Ich habe 10mg-Tabletten und nehme seit zweieinhalb Wochen eine halbe pro Tag, um den Körper daran zu gewöhnen. Im Urlaub habe ich einmal eine der retardierten Kapseln genommen, einfach weil es mich wunder nahm (da ich die ja noch habe) und dabei war mir dann den ganzen Tag leicht übel. Daher ist für mich der Weg mit den unretardierten Tabletten zur Zeit besser. Vielleicht werde ich dann später wechseln, wenn ich die optimale Dosierung habe. die 5mg die ich nehme reichen dann halt nur für ein paar Stunden und es ist eine sehr kleine Dosis.

Einfach so kannst du aber nicht ein anderes Präparat bekommen, das musst du mit deinem Arzt besprechen. Der kann dir auch sagen, was es gibt und was er dir verschreiben kann und wer was bezahlt, also was du selber bezahlen musst und was die Kasse übernimmt. Wenn ich dich wäre, würde ich mir mal die Fragen aufschreiben, die du hast und dann zum Arztgespräch mitbringen. Wenn du Schwierigkeiten hast mit dem Präparat, das du bekommen hast, würde ich das auch erwähnen.

Und ja, der Wirkstoff ist derselbe.
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von Eule » 5. Januar 2016 00:12

@laetitia

in Deutschland sind derzeit nur die zwei schon mehrfach genannten retardierten Präparate medikinet adult und Ritalin adult für Erwachsene zugelassen. ein unreatrdiertes Präparat mit Erwachsenen-Zulassung gibt es nicht. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Alles andere auf dem Markt, egal ob retardiert oder unretardiert, ist nur für Kinder und Jugendliche zugelassen.

Ausnahmsweise kann man trotzdem auch als Erwachsener ein MPH-Präparat für Kinder und Jugendliche bekommen, wenn der Arzt da "mitspielt".

Voraussetzung: Entweder eine Verschreibung von etwas das es nicht sowohl als Kinder- als auch als Erwachsenen-Version gibt schon vor der Volljährigkeit, die über den 18.Geburtstag hinaus fortgesetzt wird weil sie gut funktioniert und ohne vernünftige Medi-Wirkung Probleme in Schule/Ausbildung/Studium zu befürchten sind. Wer vorher Ritalin LA hatte kriegt dann eben Ritalin adult, bei Medikinet retard wird auf Medikinet adult gewechselt. Chancen auf eine Fortsetzung der Vor-18-Medis haben allenfalls Leute die Concerta oder Equasym bekommen haben, weil die eine deutlich andere Freisetzung als Ritalin adult bzw Medikinet adult habben.  Aber auch da muß der Arzt dazu bereit sein. Wenn er etwas verschreibt das er eigentlich mangels Zulassung nicht verschreiben dürfte, muss er das nämlich ggf seinem Berufsverband und sonstigen Aufsichtsbehörden erklären, warum er das für medizinisch angebracht hält. In diesem Fall zahlt das wohl bis zum Ausbildungsabschluss sogar die Krankenkasse (die dann natürlich auch die Begründung einfordert), denn die hat ja ein Interesse daran dass sie möglichst bald einen Kunden hat, der aus einem guten Einkommen (und nicht nur die "billigen" studi-Beiträge bzw Beiträge aus seiner kleinen Ausbildungsvergütung) Beiträge einzahlt, aber dank seines jungen Alters erst mal wenig "kostet".

Die andere Variante: Verschreibung von etwas nicht für Erwachsene zugelassenem auf Privatrezept, und ohne Vorgeschichte als jugendlicher MPH-Patient. In diesem Fall will der Arzt natürlich erst recht Gründe haben, auch zu seiner eigenen Absicherung. Denn dadurch dass MPH unters Betäubungsmittelgesetz fällt, gibt es da auch bei "zahlt der Patient selber, da kommt keine Kasse für auf", immer noch, und völlig unabhängig von Kostenbetrachtungen für eine Krankenkasse oder "die Allgemeinheit" Kontrollbehörden, die ggf interessiert sind, wer da was warum in welchen Mengen verschreibt.

Aufgrund dieser Situation sind insbesondere Ärzte die in der medikamentösen ADHS-Behandlung Erwachsener noch nicht sooo lange drin sind, äußerst zurückhaltend mit Medikamentenverschreibungen außerhalb dessen was offiziell zugelassen ist. Aber auch die, die schon länger mit ADHS-Erwachsenen zu tun haben, schon zu Zeiten als es überhaupt keine "offiziellen" Erwachsenen-Medis gab, so dass sie es "gewohnt" sind die Medis für Kinder und Jugendliche auf Privatrezept auch Erwachsenen zu verschreiben, versuchen natürlich als erstes, diese Patienten auf die zugelassenen Medis umzustellen. Nicht nur weil das für die Patienten preiswerter ist, sondern auch, weil damit sie selber nicht mehr so im Fokus des Interesses wegen Verschreibung von eigentlich nicht für ihre Patienten gedachten Medis in großem Maßstab stehen. Irgendwie ja auch verständlich.

Wenn also jemand etwas haben will, das nicht für Erwachsene zugelassen ist, ist es nur allzu verständlich, dass ein Arzt der darum gebeten wird zuallererst mal gute Gründe dafür hören will, wie z.B. die von dir angedeuteten Probleme wie Nebenwirkungen, schlechte Wirkung oder kurze Wirkdauer und entsprechend sehr hohe Tagesdosis mit x-fach nachnehmen. Und sicher wird dann auch erst mal probehalber eine recht kleine Menge aufgeschrieben, sowie Rückmeldungen über die Wirkung verlangt, bevor der Arzt das dauerhaft mitmacht.
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caithlin
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von caithlin » 7. Oktober 2016 18:39

Ich hatte das Problem nur retardiert verschrieben bekommen zu haben. Da bei mir das Medikament Adult zu lange gewirkt hat (und Mittags wenn die 2. Portion anfing eine Überdosierung hatte, bzw Morgens eine Unterdosierung) habe ich um umretardiertes gefragt- Fehlanzeige.
Dabei hatte ich schon mal ausprobiert, klappte wunderbar, von 7 bis ca. 17 Uhr Wirkung.

Momentan nehme ich Johanniskraut, das macht zwar entspannter, aber auch sehr müde und ich bin trotzdem unkonzentriert. Trinke Unmengen an Kaffee...
Ich frag mich wo ich noch hingehen könnte :?: da ich ja in der ADHS für Erwachsene-Ambulanz war. Meine Hausärztin möchte gar nichts verschreiben. Selber zahlen wäre für mich kein Problem, da ich nicht viel brauche...

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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von Eule » 7. Oktober 2016 19:21

@Caithlin

Hast du in der Ambulanz mal nach Ritalin adult gefragt? Das ist ja immerhin inzwischen für Erwachsene zugelassen. Vielleicht funktioniert das ja für dich besser als das Medikinet adult. Bei mir ist das definitiv so - siehe oben. Es lohnt sich beide auszuprobieren, da der Freisetzungsmechanismus bei den beiden unterschiedlich ist, und auch die Trägerstoffe verschieden sind. Das einzig gleiche ist der Wirkstoff. Die einen kommen besser mit Medikinet adult klar, die anderen eben eher mit Ritalin adult, und laut Cordula Neuhaus profitiert besonders der vorwiegend unaufmerksame Subtyp vom Ritalin adult sehr viel besser als vom Medikinet adult, das scheint sich auch durchzuziehen, sie hatte diese Beobachtung auch schon bei den entsprechenden Präparaten für Kinder/Jugendliche gemacht.

Versuch macht kluch, und ein für Erwachsene zugelassenes Medikament wird man dir sicher in der Ambulanz verschreiben, auch die werden inzwischen wissen, dass es lohnen kann wenn das eine nicht so gut hilft das andere zu versuchen, und dass es trotz gleichem Wirkstoff Unterschiede gibt.
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von caithlin » 7. Oktober 2016 19:51

@Eule

Danke für den Tipp. Das hatte ich nicht so auf dem Schirm. Werde nachfragen!
Ich habe in den Beiträge jetzt nicht genau gefunden, ob es dann auch weniger lang wirkt, bzw man mit einer geringere Dosis auskommt. Meine umretardierte Dosis die am besten funktioniert hat (Medikinet Tablette und Generikum Tablette) lag bei etwa 7,5 mg am Tag. Vielleicht wird das aber mehr, sollte ich es länger ausprobieren können.

Da auch meine Tochter der eher unaufmerksamer Typ ist, werde ich die Ärztin mal fragen ob sie evtl das Ritalin LA versuchen darf. Sie hat jetzt Medikinet ret.

LG, Caithlin
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von Eule » 7. Oktober 2016 21:31

Ich fand die Wirkung beim Ritalin adult gleichmäßiger und zuverlässiger, beim Medikinet adult machte es für mich immer den Eindruck einer Achterbahn, anfangs und zum Ende unterdosiert, in der Mitte teilweise sogar leicht überdosiert, ganz ähnlich wie du es schilderst mit den scheinbar parallel laufenden beiden Freisetzungen.

Es wirkt bei mir länger als das Medikinet adult. und ich habe rückblickend den Eindruck dass dieses erlebnis der schwankenden Wirkung des Medikinet adult es mir selbst nach dem Herausfinden dass 15mg unretardiert für mich passend war schwer gemacht hat beim Medikinet adult die richtige Dosis zu finden - ich habe lange gebraucht bis ich es gewagt habe es mit einer 30er Ritalin adult zu versuchen weil es mit der 30er Medikinet adult so unangenehm schiefgegangen war dass ich nach 2 Tagen ohne mit dem Doc zu sprechen erst mal wieder auf die vorherige 20er Dosis reduziert habe. Und selbst die 20er Medikinet adult fühlte sich schon manchmal (weil bei mir auch im Zyklusverlauf die Dosis schwankt) für etwa 2 Stunden in der Mitte der Wirkdauer überdosiert an Ich denke wenn du es mit dem Ritalin probierst, fang mal mit der 10er Dosis an, das ist zwar etwas weniger als die geschilderten 7,5mg unretardiert, und dann schau halt mit dem Arzt zusammen ob du es mit der 20er probieren magst.

Was ich verblüffend finde ist die lange Wirkdauer die du bei den unretardierten Medis hattest. Kann es sein, dass gerade die Zeit von 7 bis maximal 12 Uhr für dich die stressigste und herausfordernste überhaupt ist (Halbtagsjob?), und du durch die Mediwirkung in genau dieser Zeit es geschafft hast dass die Energie die du "ganz ohne" morgens zum kompensieren verballern musstest eben "eingespart" war, und dann gereicht hat, um bis weit in den nachmittag rein gut zurechtzukommen, während du vorher ohne das Gefühl hattest schon mittags platt zu sein? War vielleicht diese Wirkung auch am Nachmittag einfach sowas wie eine Nachwirkung weil du eben durch die Mediwirkung am Morgen erst mal deine eigenen Kräfte etwas schonen konntest? Ich hatte gerade anfangs beim Eindosieren mit noch nicht ganztägiger Mediwirkung manchmal den Eindruck dass es so eine Art "Nachwirkzeit" zu geben schien. Und auch heute mit meist zwischen 18 und 20 Uhr auslaufender ganztägiger Mediwirkung vom Frühstück an klappt danach zuhause ohne Menschengewusel durchaus noch einiges, das ich ohne Medis noch nicht mal nachmittags gut machbar fand, wenn ich am Vormittag schon irgendwas für mich anspruchsvolles/schwieriges hatte machen müssen.
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caithlin
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von caithlin » 9. Oktober 2016 22:24

@Eule
Ich konnte die Wirkzeit u.A. recht gut festmachen an Hunger/bzw. kein Hungergefühl. Und habe den Rebound auch recht deutlich und unbequem gespürt. Hab endlich meine Kinder besser verstanden...
Ansonsten war mein Kaffeedurst tagsüber schlagartig verschwunden und ich war in der Wirkungszeit wach aber trotzdem entspannt (bis zum Rebound). Alles hat aber so viel schneller geklappt, zu Hause und bei der Arbeit- teilweise musste ich mir da selber bremsen (ob das auch schon überdosiert war?).

Ich arbeite ganztags, aber nicht alle Tage. Morgens dauert es mindestens eine (bis mehrere) Stunden bist ich endlich richtig anfange-dafür dann aber richtig und auch schnell. Nachmittags habe ich meist ein Fenster wo ich (auch ohne Medis) sehr konzentriert arbeiten kann, aber es gibt auch Stunden wo ich nur am rumgammeln bin. Komischerweise findet mein Chef dass ich immer sehr schnell und gut arbeite. :oops:
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Re: Welche Firmen dürfen Methylphenidat an Erwachsene Adhsler vertreiben?

Beitrag von Eule » 11. Oktober 2016 13:39

Ich glaube nicht dass "sich bremsen müssen" ein Indiz für eine Überdosierung ist.

Ich halte das im Gegenteil für ein Indiz guter Wirkung. Man kann endlich erfolgreich und zügig Dinge schaffen, die Sachen gehen gut von der Hand - und besonders wenn es zuvor bei den gleichen Aufgaben eine Katastrophe aus halb erledigt, nicht dranbleiben können, sich ewig verzetteln, und unbefriedigenden Arbeitsergebnissen gab, ist man natürlich begeistert, weil es endlich klappt.

Bei meiner Medi-Einstellung hat mein Doc irgendwann ziemlich zu Anfang warnend dazugesagt, ich sollte bitte gut darauf achten dass ich es nicht "übertreibe" wenn ich eine gute Mediwirkung habe - er wusste ja durch die ebenfalls bei ihm laufende Verhaltenstherapie dass ich eine reichliche Anzahl "Altlasten" und "Aufgeschobenes" in allen möglichen Lebensbereichen hatte, von der unaufgeräumten Wohnung über nicht erledigten Papierkram, Bau- und Bastelprojekte rund um Haus und Garten etc. Er meinte dass gerade Leute mit einer solchen Situation unbedingt von diesem Problem wissen sollten, da es in einer Mischung aus Motivation durch die endlich vorhandenen wahrnehmbaren Erfolge an Stellen wo man zuvor immer wieder gescheitert ist und dem Zweifel wie lange das wohl klappen mag bevor es wieder "knallt" zu einem "sich selbst verheizen" bis hin zu Burnout kommen könnte - und der einzige Weg zum Gegensteuern sei eben seiner Meinung nach das Wissen dass das passieren könnte, sowie Rückmeldungen aus dem Umfeld, in denen die Leistung des ADHSlers von einem anderen Menschen eingeschätzt wird, weil man als ADHSler zum Perfektionismus neigt, und oft gar nicht merkt dass die eigene Leistung schon gut bis sehr gut ist. Insofern ist das was du von deinem Chef berichtest eine wichtige Information für dich, um deine eigene Leistung besser einzuordnen.

Mal ganz nebenbei: Kein Arbeitnehmer ist in der Lage für 8 Stunden durchgehend Spitzenleistungen abzuliefern. Vielleicht für 4 bis 5 Stunden - aber länger klappt nur selten. Jeder eiert mal zwischendurch ein bisschen weil er grad aus dem Tritt ist, und wer es dann schafft, die Zeiten wo er das Gefühl hat nicht richtig da und in Form zu sein für etwas zu nutzen das man auch mit "halber Kraft" noch gut hinkriegt, und die "Herausforderungen" dann anzugehen wenn man das Gefühl hat "OK, Betriebssystem läuft, jetzt mach ich das", wird am Ende des Tages den Eindruck hinterlassen dass die Leistung insgesamt klasse war.
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