Intuniv (Guanfacin)

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Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Mysafe_space » 11. November 2018 14:31

Hey und Moin,

Hat hier jemand Erfahrung mit diesem Medikament und kann etwas dazu sagen? In der Behandlung von ADS im Erwachsenenalter (alleine oder als Kombinationsth.) und vor allen Dingen, zahlt die GK das? Kann man das irgendwie gut begründen? Hätte ich da überhaupt eine Chance? (Bin bei der Audi..)
Natürlich werde ich noch klären wie weit meine Ärztin da mit geht aber die Idee ist nunmal nicht vollkommen off..

Grund dieser Frage ist, dass ich von meinem Ritalin runter muss. Gehe demnächst in eine Tagesklinik für eine Weile und Methylphenidat genau wie Amphetamine sind da ein Ausschlusskriterium, ohne Ausnahmen. Strattera klingt einfach nur abartig das würde ich als 3. Wahl Medikament stehen lassen..

Der Wirkstoff im Intuniv ist Guanfacin. Es ist seit Januar 2016 in Deutschland bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren zugelassen.
In den USA seit 2009 und sogar bei Erwachsenen.
Es soll ziemlich gut wirksam sein, wirkt eher leicht beruhigend und hat blutdrucksenkende Eigenschaften, welche mir sehr zugute kommen könnten da ich als AD Elontril bekomme welches den Blutdruck erhöht.
Elontril wird dazu ja auch off-label bei ADHS verschrieben und man könnte das ja als Kombinationsbehandlung sehen - mit vielversprechenden Aussichten. :D

Dazu habe ich soziale Ängste weshalb es ebenfalls indiziert wäre. Außerdem bin ich erst 20 Jahre jung..
Ein Problem ist jedoch der Preis mit bis zu 2700€ pro Jahr.. :/


Jut das glaube ich waren alle wichtigen Details!
Ich schätze jede äußere Meinung.
Danke schonmal im Voraus und alleine das Lesen bis hierher.^^

Greetings ~~
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Mysafe_space » 11. November 2018 20:42

Oh ich sehe eben dass ich das im (womöglich) falschen Unterforum gepostet habe, wo ich bisher auch größtenteils unterwegs war.

Falls das ein Mod sieht bitte verschieben wie ihr es fùr richtig haltet!
Achja und falls es dazu bereits eine Frage bzw nähere Informationen gibt bitte gerne verlinken.
Über diverse "Informationsportale" bzw Websites ließ sich nur wenig rauskriegen, zum Teil absolut gar nix.
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von ULBRE » 12. November 2018 02:07

Mysafe_space hat geschrieben:
11. November 2018 14:31
Grund dieser Frage ist, dass ich von meinem Ritalin runter muss. Gehe demnächst in eine Tagesklinik für eine Weile und Methylphenidat genau wie Amphetamine sind da ein Ausschlusskriterium, ohne Ausnahmen. Strattera klingt einfach nur abartig das würde ich als 3. Wahl Medikament stehen lassen..
Moinmoin,

MPH und AmphetaminMEDIKAMENTE sind ein Ausschlusskriterium für eine Tagesklinik ???????
Bittewasbitte ?

Ähm...
...räusper...
...bist Du Dir sicher, dass die wissen, wovon sie reden ?

Sorry, wenn eine Klinik den Unterschied zwischen Droge und Medikament nicht kennt, wirkt das auf mich eher wie ne religiöse Veranstaltung als ne medizinisch-wissenschaftliche...

Zu Guanfacin hab ich das hier:
https://www.adxs.org/guanfacin-bei-adhs/

Beste Grüsse

UlBre
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Falschparker » 13. November 2018 21:14

Hallo Mysafespace und herzlich willkommen,

nichts gegen Intuniv, aber wenn du mit Methylphenidat zzt. gut zurecht kommst, wäre es unsinnig das zu wechseln. Ich sehe es wie Ulbre, wechsel lieber die Klinik als das Medikament.

Ich weiß ja nicht, was in dieser Klinik therapiert werden soll und welchen Grund es dort gibt Methylphenidat auszuschließen. Wenn die Ärzte dort der Meinung sind, dass du mit Methylphenidat nicht verantwortungslos umgehst, also beispielsweise eigeninitiativ große oder wechselnde Dosen nimmst und das vielleicht noch mit Suchtstoffen kombinierst, dann ist es vielleicht sogar richtig, es dir zu untersagen. Aber natürlich nur dir und nicht jedem/r Patienten/in dieser Klinik! (Wobei natürlich andererseits so eine Klinik ein Rahmen ist, wo man die Dosis gut überwachen könnte.)

Du kannst auch notfalls dort dein anderes Problem behandeln und dir nach dem Tagesklinikaufenthalt wieder Methylphenidat verschreiben lassen. Dann bist du eben so lange unausgeglichen und verpeilt, aber arbeiten musst du ja sicher nicht, und hinterher nimmst du es wieder.
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Mysafe_space » 14. November 2018 15:07

Danke schonmal für eure Antworten.

Ich finde es selbst etwas daneben, dass bei dieser Medikation nicht aufgenommen wird, vorallem da MPH kein Amphetamin ist, mein Bupropion (AD) hingegen ja schon.. Aber das soll aufjedendall Ok sein.
Aber selbst wenn die wie eine Sekte rüberkommen ist es eine gute Klinik und Alternativen gibt es keine guten.

Während des Aufenthalts - der 4 Monate geht - sollte ich schon etwas aufnahmefähig sein und ganz ohne ist meine Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit tatsächlich recht mau.

Den Link von adxs.org kenne ich schon und da steht auch gut was drin.
Ich wäre froh von jemanden zu hören, der das bekommt und wie das bei ihm lief.
Oder einfach eure Meinung wie die Chancen da für mich stehen.. :S
Habe selbst leider keine Infos gefunden wo Schwarz auf Weiß steht was die Kasse zahlt, bei off-label Behandlungen allgemein oder ADS-spezifisch.
Also keine die verlässlich wirken.

Bevor ich Strattera versuche lieber erst Clonidin..^^
(Das müssen die zahlen ist spottbillig xD)
Naja ich warte erstmal was der behandelnde Arzt sagt oder sein 'Team'. x)
Falls die mir das verschreiben und ich es einlöse, wird sich die Kasse sicher recht fix melden nehme ich an?
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von ULBRE » 14. November 2018 15:23

Hallo,

Clonidin wirkt geringfügig schlechter als Guanfacin, hat aber ein höheres Nebenwirkungsprofil.

Viel Erfolg

UlBre
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Stefan SRO » 15. November 2018 08:52

Ggf. mach einfach ein weiteres Thema auf. "Wer hat Erfahrung mit ..." (welches weitere Medikament Dich interessiert)
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
-
Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
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-Was man nicht all´s ertragen muß.-
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Mysafe_space » 23. November 2018 16:07

Ich werd's mir überlegen. Werde davor aber erstmal durchstöbern ob es bereits Threads zu gibt.

Ich kann aufjedenfall schonmal sagen dass ich das Intuniv inzwischen bekomme. :)
Der Arzt hat sich mit einem Kollegen auseinandergesetzt der mehr Erfahrung in dem Bereich hat.
Dieser setzt es wohl auch gelegentlich ein, meint aber dass es viele Nebenwirkungen hat.
Wobei die NW von Strattera sind ja auch recht heftig und nichtmal selten dazu.

Naja ich werd mir ein Bild machen und schauen wie das bei mir wirkt. Falls welche Interessiert sind kann ich die auf dem Laufenden halten.. :winy: Scheint ja nicht viel Material hierzu zu geben.

Dazu auch erstmal schauen ob die Kasse dat mitmacht oder ob die sich demnächst mal melden deswegen^^ x)
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von ULBRE » 23. November 2018 21:44

Hallo Mysafe,

da bin ich äusserst gespannt, wie es hilft. Berichte doch bitte bald :-)

Beste Grüsse

UlBre
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Falschparker » 24. November 2018 00:00

Mysafe_space hat geschrieben:
23. November 2018 16:07
Naja ich werd mir ein Bild machen und schauen wie das bei mir wirkt. Falls welche Interessiert sind kann ich die auf dem Laufenden halten.. :winy: Scheint ja nicht viel Material hierzu zu geben.

Dazu auch erstmal schauen ob die Kasse dat mitmacht oder ob die sich demnächst mal melden deswegen^^ x)
Warum sollte die Kasse sich melden? Der Arzt hat es dir verschrieben, ob er Ärger kriegt und die Kosten erstatten muss ist seine Sorge, nicht deine.

Und wenn die Kasse Ärger machen sollte, dann müsste deren erste Frage sein, ob denn Ritalin nicht wirkt, und dann kommt die seltsame Ritalinverweigerung dieser Tagesklinik auf den Prüfstand, wäre ja auch ein Erfolg. :lol:

Aber das setzt voraus dass bei der Kasse vernünftig denkende Menschen sitzen. Bisschen viel verlangt. :oops:
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Mysafe_space » 9. Juni 2019 14:05

ULBRE hat geschrieben:
23. November 2018 21:44
Hallo Mysafe,

da bin ich äusserst gespannt, wie es hilft. Berichte doch bitte bald :-)

Beste Grüsse

UlBre
Hi, tut mir leid für die verspätete Antwort.
Ich melde mich trotzdem kurz zu Wort, falls es irgendjemanden noch interessieren könnte.

Ich werde gerade wieder auf Ritalin eingestellt, da ich die Therapie hinter mir habe, das Intuniv wurde wieder ausgeschlichen.
Ich war zuletzt auf 8mg und irgendwie blieb der erhoffte Erfolg aus.
Eventuell war ich etwas gelassener aber v. A. die Konzentration war weiterhin schlecht.
Bei Ritalin wurde das besser, meine ich, zumindest etwas.

Nebenwirkungen hatte ich kaum, bei den letzten Dosis Steigerungen hatte ich mal Schwindel beim Aufstehen und schwarz vor Augen.
Das war's dann aber auch.

Ich kann von dem Medikament nur abraten, v.a. wg der unpraktischen Verfügbarkeit, gibt nur Packungsgröße N1 und maximal mit 4mg.
Brauchte also 2 am Tag und damit 2 Packungen für 1 Monat :lol:

VGrüße!
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von zefir » 10. Juni 2019 01:57

Bereits 1986 veröffentlichte das International „Journal of the Addictions“ eine Studie über sämtliche wissenschaftliche Publikationen, die sich mit den Nebenwirkungen von Ritalin auseinandersetzten. Es sind dabei über hundert unerwünschte Nebenwirkungen bekannt. Dazu gehören unter anderem: Paranoide Psychosen und Wahnvorstellungen, Halluzinationen, extreme Abkapselung, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Suchtgefahr, psychische und physische Abhängigkeit, Nervenzuckungen und Verkrampfungen, Aggressivität. Wegen der Gefährlichkeit der Nebenwirkungen zählt die Behörde Ritalin sogar an dritter Stelle gleich hinter Heroin und Kokain auf und weist darauf hin, dass sie wegen ihrer stimulierenden Wirkung zu einer Abhängigkeit führt.

Setzt man Ritalin ab, führt das zu gedrückten bis depressiven Stimmungen, da die Rezeptoren so überreizt sind, das sie eine normale Neurotransmitterausschüttung, wie sie durch reale Erlebnisse zustande kommt, nicht mehr genügend stimulieren kann. Ritalin macht also, ähnlich wie Kokain, psychisch abhängig. Nach Absetzen von Ritalin kann es außerdem sein, dass die ADHS-Symptome massiver auftreten als vor Beginn der Medikation.

Ritalin verursacht gravierende Fehlfunktionen im kindlichen Gehirn. Es gibt in der Forschung Beweise durch einige wissenschaftliche Studien, dass Ritalin ein Schrumpfen des Gehirns oder andere permanente Schädigungen im Gehirn verursachen kann. Auch das Wachstum von Kindern kann durch Ritalin verzögert werden, indem es die Zyklen der Wachstumshormone stört, die von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet werden.
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Bastelfreak » 10. Juni 2019 07:40

Hast du dafür Quellen und Belege? Finde online nichts dazu, außer wenn man Ritalin missbräuchlich benutzt.

Was wäre denn deine Alternative als Medikament?
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Elwirra » 10. Juni 2019 08:20

@Mysafe_space

Sag wie war den deine Therapie ? Konntest du Bezügl ADHS dort neues erlernen ?
Wie waren die gegenüber ADHS eingestellt? Weil klang ja eher so unwissend.

@zefir
Bezieht sich diese Studie rein nur auf Ritalin ?
die Studie ist von 1986, ist die mittlerweile aktualisiert ?
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von ULBRE » 10. Juni 2019 11:29

zefir hat geschrieben:
10. Juni 2019 01:57
Bereits 1986 veröffentlichte das International „Journal of the Addictions“ eine Studie über sämtliche wissenschaftliche Publikationen, die sich mit den Nebenwirkungen von Ritalin auseinandersetzten. Es sind dabei über hundert unerwünschte Nebenwirkungen bekannt. Dazu gehören unter anderem: Paranoide Psychosen und Wahnvorstellungen, Halluzinationen, extreme Abkapselung, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Suchtgefahr, psychische und physische Abhängigkeit, Nervenzuckungen und Verkrampfungen, Aggressivität. Wegen der Gefährlichkeit der Nebenwirkungen zählt die Behörde Ritalin sogar an dritter Stelle gleich hinter Heroin und Kokain auf und weist darauf hin, dass sie wegen ihrer stimulierenden Wirkung zu einer Abhängigkeit führt.

Setzt man Ritalin ab, führt das zu gedrückten bis depressiven Stimmungen, da die Rezeptoren so überreizt sind, das sie eine normale Neurotransmitterausschüttung, wie sie durch reale Erlebnisse zustande kommt, nicht mehr genügend stimulieren kann. Ritalin macht also, ähnlich wie Kokain, psychisch abhängig. Nach Absetzen von Ritalin kann es außerdem sein, dass die ADHS-Symptome massiver auftreten als vor Beginn der Medikation.

Ritalin verursacht gravierende Fehlfunktionen im kindlichen Gehirn. Es gibt in der Forschung Beweise durch einige wissenschaftliche Studien, dass Ritalin ein Schrumpfen des Gehirns oder andere permanente Schädigungen im Gehirn verursachen kann. Auch das Wachstum von Kindern kann durch Ritalin verzögert werden, indem es die Zyklen der Wachstumshormone stört, die von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet werden.
Hallo,

mir liegt der Artikel vor.
Er beginnt mit
"Ritalin (Methylphenidat) wurde mit großem Erfolg bei Aufmerksamkeitsstörungen von Kindern eingesetzt. Es hat sich auch als wirksam bei der Narkolepsie erwiesen, die eine Schlafattacke ist. Die Literatur zeigt auch eine sehr begrenzte mögliche Wirksamkeit für Ritalin bei sehr leichter Depression, senilem zurückgezogenem Verhalten und Apathie.
Obwohl der Autor der Meinung ist, dass Ritalin bei Aufmerksamkeitsstörungen von Kindern wirksam ist, hat er extreme Bedenken hinsichtlich der Verwendung dieses Stimulans unter allen anderen Bedingungen. Die ärztliche Referenz listet nicht alle spezifischen Nebenwirkungen des Medikaments auf, insbesondere diejenigen, die bei psychiatrischen Patienten beobachtet wurden. Weil Ritalin ein DEA Schedule I1 Medikament mit hohem Missbrauchspotenzial ist, kann es große rechtliche Auswirkungen für Ärzte haben, die Ritalin beiläufig verschreiben."


Der Artikel zielt also nicht auf Nebenwirkungen in Bezug auf die Behandlung von AD(H)S ab, sondern in Bezug auf die Behandlung anderer Störungen. Der Artikel macht nichts anderes, als alle Nebenwirkungen aufzulisten, die jemals in irgend einer Studie beschreiben wurden - ohne jegliche Wertung der Häufigkeit, Wahrscheinlichkeit und der Umstände.
Worauf der Autor zurecht hinweist, dass Methylphenidat kein Bonbon ist und eine Gabe ohne Nutzen Unfug ist. Überdosierungen und Missbrauch erhöhen die Risiken drastisch.

Jeder Stoff hat Nebenwirkungsrisiken.
Wasser trinken führt bei 3 Litern am Stück und 5 Litern am Tag ziemlich zuverlässig zum Tode.
Daraus zu schlussfolgern, dass Wasser tödlich ist, wäre in etwa die selbe logische Kausalität wie das, was Du aus dem Artikel schlussfolgerst.
Es gibt Menschen, die reagieren auf Nüsse allergisch und ihnen droht ein schwerer Schockzustand.
Daraus zu schlussfolgern, dass Nüsse giftig sind, ist falsch.


Zu Deinen Schlussfolgerungen im Einzelnen:

1. Suchtgefahr
Eine Suchtgefahr bei Missbrauch bedeutet nicht, dass es Entzugssymptome gibt beim absetzen als normal dosiertes (nicht missbrauchtes) Medikament.
Es gibt eine einzige mir bekannte Studie, die das Suchtpotential von Methylphenidat (MPH) untersucht hat. Dort wurde ehemals Amphetaminsüchtigen (!) MPH gespritzt (!) um zu untersuchen, ob das suchttypische Craving wieder auftritt. Tat es bei einigen, was nicht verwundert. Das sagt aber nichts darüber aus, dass es bei oraler Einnahme in medikamentenüblicher Dosis Sucht auslösen würde. Das tut es nämlich nicht, wie etliche hundert weitere wissenschaftliche Studien über MPH belegt haben.
Mit der selben Logik könnte man sonst auch aus dem Gefängnis entlassenen Gewaltverbrechern einen Hammer in die Hand drücken und sie intensiv ärgern und reizen, um zu schauen, ob sie zuschlagen. Werden sie. Das ist dann richtigerweise eine Aussage über Impulsivität, aber keine über Hämmer. Deshalb gibt es in keinem Baumarkt einen Risikohinweis "Hämmer können tödlich wirken".

2. Schrumpfen des Gehirns
Methylphenidat bewirkt kein Schrumpfen des Gehirns. Richtig ist, dass bei AD(H)S das Gehirnvolumen kleiner ist, und dass MPH dem entgegenwirkt.

3.
Schädigungen des Gehirns
Mir sind keine Studien bekannt, wonach Methylphenidat Schädigungen des Gehirns bewirken würde.
MPH ist eines der bestuntersuchten Medikamente weltweit.
Kannst Du mir die Studie(n) bitte nennen ?

4.
Wachstumsverzögerungen
Richtig ist, dass eine Behandlung mit MPH ein verzögertes Längenwachstum bewirkt. Dies ist vielfach untersucht worden und es wurde ebenso vielfach festgestellt, dass es sich nur um eine zeitliche Verzögerung handelt, dass das Längenwachstum also nur etwas später eintritt.


Man sollte MPH nicht als Bonbon oder nettes Nahrungsergänzungsmittel betrachten.
Es ist ein Medikament, das Nebenwirkungen haben kann (wenn auch kaum diejenigen, die Du aufführst).

Man sollte das aber ins Verhältnis setzen zu den Ergebnissen aus den großen Longitudinalstudien (insbesondere auf Kanada und den skandinavischen Ländern, wo das dank der staatlich gesammelten Gesundheitsakten möglich ist) über die Langzeitfolgen von unbehandelter AD(H)S:

2- bis 3-faches Risiko einer Substanzabhängigkeit (Sucht)
3-faches Risiko einer erhöhten vorzeitigen Sterblichkeit
3-faches Risiko von Angststörungen
4-faches Risiko von Depressionen
7-faches Risiko, aufgrund von Kriminalität im Gefängnis zu landen
9-faches Risiko, zu rauchen

Es ist zig mal durchgeforscht worden, dass MPH das Suchtrisiko verringert und nicht erhöht.

Falls Du noch mehr wissen magst, oder interessante Untersuchungen zu den Themen hast, melde Dich gerne.
Du kannst meine Wissenssammlung auf offen nachlesen unter www.adxs.org. Dort sind alle relevanten Fakten zu AD(H)S mit tausenden von direkt aufrufbaren Quellen belegt.

Viele Grüße

UlBre
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Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
Schwermut86
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Schwermut86 » 10. Juni 2019 12:34

ULBRE hat geschrieben:
10. Juni 2019 11:29


1. Suchtgefahr
Eine Suchtgefahr bei Missbrauch bedeutet nicht, dass es Entzugssymptome gibt beim absetzen als normal dosiertes (nicht missbrauchtes) Medikament.
Es gibt eine einzige mir bekannte Studie, die das Suchtpotential von Methylphenidat (MPH) untersucht hat. Dort wurde ehemals Amphetaminsüchtigen (!) MPH gespritzt (!) um zu untersuchen, ob das suchttypische Craving wieder auftritt. Tat es bei einigen, was nicht verwundert. Das sagt aber nichts darüber aus, dass es bei oraler Einnahme in medikamentenüblicher Dosis Sucht auslösen würde. Das tut es nämlich nicht, wie etliche hundert weitere wissenschaftliche Studien über MPH belegt haben.
Mit der selben Logik könnte man sonst auch aus dem Gefängnis entlassenen Gewaltverbrechern einen Hammer in die Hand drücken und sie intensiv ärgern und reizen, um zu schauen, ob sie zuschlagen. Werden sie. Das ist dann richtigerweise eine Aussage über Impulsivität, aber keine über Hämmer. Deshalb gibt es in keinem Baumarkt einen Risikohinweis "Hämmer können tödlich wirken".
die suchtforschung ist eh der letzte müll. vor allem die experimente an ratten, deren hirn direkt mit elektroden angezapft wurde und die mit morphiumhaltigen wasser in verkoteten käfigen gehalten wurden. unter diesen bedingungen kann man nur süchtig werden. :!:

manche wissenschaftler gehen sogar so weit zu behaupten, dass keine droge (auch nicht heroin) dieser welt immanent suchterzeugend ist, sondern lebewesen unter günstigen (dh lebenswert und bedürfnisbefriedigend) lebensbedingungen drogen zwar ausprobieren, aber auch freiwillig wieder ablehnen.

dh mit drogen versuchen menschen defizite ihrer als subjektiv schlecht empfundenen lebensbedingungen auszugleichen bzw ertragbar zu machen.
und da bin ich noch anderer meinung als du, ulbre: denn eine gewisse subjektive sucht (genauso wie nach einem menschen oder nach videospielen) kann durchaus auch mit mph der fall sein (psychische abhängigkeit - insbesondere wenn man mit der überzeugung aufwächst, kognitiv durch eine adhs-veranlagung, beeinträchtigt zu sein).

körperlich macht mph allerdings nicht abhängig, anders wie opiate. aber die forschung hat noch zu wenig ahnung von sucht, und ich glaube schon dass es auch mph-süchtige gibt, aber nicht im klassischen sinne süchtig, sondern sich diese leute psychisch und emotional abhängig von diesem stoff fühlen. und sich dadurch selber in ihren eigenen möglichkeiten immer wieder selbst begrenzen und unreflektiertes suchtverhalten zeigen.

ist ein unterschied
Schwermut86
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Schwermut86 » 10. Juni 2019 12:51

Mysafe_space hat geschrieben:
9. Juni 2019 14:05
ULBRE hat geschrieben:
23. November 2018 21:44
Hallo Mysafe,

da bin ich äusserst gespannt, wie es hilft. Berichte doch bitte bald :-)

Beste Grüsse

UlBre
Hi, tut mir leid für die verspätete Antwort.
Ich melde mich trotzdem kurz zu Wort, falls es irgendjemanden noch interessieren könnte.

Ich werde gerade wieder auf Ritalin eingestellt, da ich die Therapie hinter mir habe, das Intuniv wurde wieder ausgeschlichen.
Ich war zuletzt auf 8mg und irgendwie blieb der erhoffte Erfolg aus.
Eventuell war ich etwas gelassener aber v. A. die Konzentration war weiterhin schlecht.
Bei Ritalin wurde das besser, meine ich, zumindest etwas.

Nebenwirkungen hatte ich kaum, bei den letzten Dosis Steigerungen hatte ich mal Schwindel beim Aufstehen und schwarz vor Augen.
Das war's dann aber auch.

Ich kann von dem Medikament nur abraten, v.a. wg der unpraktischen Verfügbarkeit, gibt nur Packungsgröße N1 und maximal mit 4mg.
Brauchte also 2 am Tag und damit 2 Packungen für 1 Monat :lol:

VGrüße!
wow endlich mal ein erfahrungsbericht von intuniv.

habe mich damit auch schon mal beschäftigt. aber die wirkweise kam mir wenig vielversprechend als mono-therapie vor. um impulsives verhalten zu redizieren ja, aber um die konzentrations und aufmerksamkeitsfähigkeit zu normalieren, eher weniger. außer man ist so stark impulsiv, dass man quasi im dauerstress ist und sich gar nicht mehr entspannen kann (was nötig zum lernen ist).

aber als ergänzung zu amphetaminen/ methylphenidat fände ich es sehr vielversprechend, gerade auch weil das nebenwirkungsprofil recht erträglich erscheint (und einige nebenwirkungen von mph/amp entgegenwirken könnte). bei adhs mit starker impulsivität vllt einen versuch als unterstützende maßnahme wert.
zefir
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von zefir » 15. Juni 2019 02:19

Bastelfreak hat geschrieben:
10. Juni 2019 07:40
Hast du dafür Quellen und Belege? Finde online nichts dazu, außer wenn man Ritalin missbräuchlich benutzt.
Z.b;
https://breggin.com/talking-back-to-ritalin-revised/
Bastelfreak hat geschrieben:
10. Juni 2019 07:40
Was wäre denn deine Alternative als Medikament?
Psychodynamische interventionsmethoden

Sehr interessant:
http://www.adhs-schweiz.ch/ADHS_3c.htm
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von Elwirra » 15. Juni 2019 09:57

zefir hat geschrieben:
15. Juni 2019 02:19
Psychodynamische interventionsmethoden

Sehr interessant:
http://www.adhs-schweiz.ch/ADHS_3c.htm
Solche Links helfen uns hier nicht wirklich !

Vor Jahren wäre dies auch noch zu meiner Lieblingsseite mutiert
und ich hätte anti ADHS und anti „Ritalin“ mit propagiert,
diese Meinung ich aber aufgrund meiner eigenen Diagnose nun für mich revidiert.

Ich finde es immer wieder kritisch wenn wie auf der Webseite nur der Handelsname „Ritalin“ für solche Studien und Aussagen für den Wirkstoff Methylphenidat missbraucht wird. Wer sich damit nicht auseinderstetzt könnte ja gar meinen das Medikinet dann ok wäre.

Nirgendwo ist zu lesen wer genau hinter dieser Seite steckt und ich finde kein IMpressum, sowas macht mich immer stutzig.

Was wir grundlegend brauchen ist der Mittelweg zwischen Pro und Contra ADHS.

Einfach den Mittelweg der sicherstellt das eine Diagnose vernünftig gestellt wird und eine willkürliche Verordnung von ADHS Medikamenten ausschließt.
Einfach den Mittelweg der sicherstellt das eine Diagnose vernünftig gestellt wird und alle Maßnahmen die bei einer ADHS-Diagnose oder einer Diagnose die es ausschließt den Eltern/Erwachsenen hilfreiche Mittel und Wege zur Verfügung gestellt werden eine Besserung zu erlangen.

Alle Maßnahmen bevor mit Medikation begonnen wird sollten vorrangig sein, doch wenn nichts davon greift sollte nie durch eine „ADHS ist eine Lüge -Propaganda“ einem Menschen ein hilfreiches Medikament untersagt werden.
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Re: Intuniv (Guanfacin)

Beitrag von flori1994 » 15. Juni 2019 11:52

zefir hat geschrieben:
10. Juni 2019 01:57
Bereits 1986 veröffentlichte das International „Journal of the Addictions“ eine Studie über sämtliche wissenschaftliche Publikationen, die sich mit den Nebenwirkungen von Ritalin auseinandersetzten.
Na die ist ja top aktuell...
zefir hat geschrieben:
10. Juni 2019 01:57
Es sind dabei über hundert unerwünschte Nebenwirkungen bekannt.
Ja und? Asperin hat auch Nebenwirkungen...
zefir hat geschrieben:
10. Juni 2019 01:57
[...]und weist darauf hin, dass sie wegen ihrer stimulierenden Wirkung zu einer Abhängigkeit führt.
na dann bin ich wohl die Ausnahme von der "Regel", den mich musste man immer daran erinnern das Zeuch zu nehmen.
zefir hat geschrieben:
10. Juni 2019 01:57
Setzt man Ritalin ab, führt das zu gedrückten bis depressiven Stimmungen, da die Rezeptoren so überreizt sind, das sie eine normale Neurotransmitterausschüttung, wie sie durch reale Erlebnisse zustande kommt, nicht mehr genügend stimulieren kann. Ritalin macht also, ähnlich wie Kokain, psychisch abhängig. Nach Absetzen von Ritalin kann es außerdem sein, dass die ADHS-Symptome massiver auftreten als vor Beginn der Medikation.
Mumpitz... Die gedrückte Stimmung kommt aus der Tatsache dass plötzlich nichts mehr so richtig klappt und einem das so richtig bewusst wird.
zefir hat geschrieben:
10. Juni 2019 01:57
[...]Auch das Wachstum von Kindern kann durch Ritalin verzögert werden, indem es die Zyklen der Wachstumshormone stört, die von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet werden.
Ja das stimmt. Nach dem Absetzen des Ritalins am Ende der Realschule war ich plötzlich einer der größten der Klasse obwohl ich vorher der kleinste war.
Furcht ist der Gegner, der einzige Gegner.

Sunzi (um 500 v. Chr.), »Die Kunst des Krieges«

ADHS Diagnose irgendwann 2000 bis 2002
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