Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

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vieadhs
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Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von vieadhs » 26. Februar 2019 21:45

Ich habe vor etwa 8 Wochen Strattera verschrieben bekommen, nachdem ich für etwas über ein Jahr MPH (Ritalin, Medikinet, Concerta) genommen habe und es positiv wie negativ war. Einerseits konnte ich auf MPH viele positive Veränderungen wahrnehmen, wie deutlich mehr Fokus, gesteigerten Antrieb, Planungsfähigkeit. Andererseits wurde ich immer häufiger tagsüber müde und nach 6-9 Monaten waren zuviele Nebenwirkungen vorhanden, wie fehlende soziale Interaktion, sexuelle Lustlosigkeit und keine Motivation mehr, großartig etwas zu unternehmen.

Nun habe ich also Strattera erhalten und war schon am ersten Tag über die Maßen begeistert. Sämtliche Symptome waren zu 100 % weg! Ich war sehr geplant, angenehm kommunikativ mit anderen, motiviert anderen zuzuhören, antriebsstark in der Arbeit, sexuell sehr aktiv, allgemein glücklich, sportlich und konnte besser schlafen.
Die einzige Nebenwirkung war ein leichte Appetitlosigkeit, die sich aber nach einigen Tagen gelegt hat.
Kurzum: Strattera schien wie für mich gemacht zu sein!

Nach etwa 4 Wochen war diese schöne Phase, in der ich zum ersten Mal ein wirklich normales Leben haben durfte, aber wieder vorbei. Alle oben genannten Symptome sind nun partiell wieder präsent und ich bin eigentlich nur einigermaßen fokussiert.
Meine Psychiaterin hat mir am Anfang gesagt, dass Strattera ein Level-Medikament ist, dass es also einen Spiegel aufbaut, ab dem es dann "richtig" wirkt und dies sollte nach 4-6 Wochen der Fall sein.
Nun stellt sich für mich die Frage, ob dieses Level für mich eben genau nicht richtig ist und dass es für mich besser wäre, wenn es nur leicht wirken würde, ohne einen Spiegel aufzubauen.

Kurz zu meiner Dosierung: Ich nehme Strattera 18 mg zweimal täglich, einmal um 8 Uhr und einmal um 16 Uhr, weil es für mich nur für etwa 8-8,5 Stunden wirkt und dann die Wirkung abflaut.
Meine Fragen an euch:
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und was habt ihr dagegen unternommen?
Gibt es ein Medikament, das dem Wirkmechanismus von Strattera entspricht, das aber kein Level aufbaut, sondern dass immer nur temporär wirkt?

Ich bin für jeden Vorschlag, jeden Tipp und jede Nachricht sehr sehr dankbar.
Stefan SRO
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Stefan SRO » 27. Februar 2019 10:20

"noch" keine Erfahrung, lese aber interessiert mit.
Rita ad 20-10-10 ist für mich nur "eine erträgliche Krücke" aber eben wie von Dir beschrieben fehlt da noch einiges.
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Skuzy » 27. Februar 2019 14:01

Fang auch gerade mit Strattera an. Wie hast du den eindosiere ? Vielleicht erstmal eine höhere Dosierung als einmal gabe testen ? Gelesen hab ich von 1mg pro Körpergewicht. Meine Psy meinte auch das das bei Stratteta schon öfter zutrifft, sie behandelt einige Erwachsene damit.

Ich bin an Tag 3 von:


7tage 10mg
7tage 18mg
7tage 24mg

So geht's erst mal bis zum nächsten Termin.

Ach ja ich Schleich nebenbei mein mph (unret. 5mg , mehrmals täglich) aus .

Diesen Plan hab ich von meiner Psy bekommen.

Gruß
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 27. Februar 2019 14:58

vieadhs hat geschrieben:
26. Februar 2019 21:45

Gibt es ein Medikament, das dem Wirkmechanismus von Strattera entspricht, das aber kein Level aufbaut, sondern dass immer nur temporär wirkt?
Ja, gibt es, aber nicht ohne serotonin-komponente. unretardiertes venlafaxin in höherer Dosierung. soll auch erfolge bei adhs gezeigt haben...

dennoch würde ich eher dem retadierten venlafaxin als dritten Versuch ne chance geben, vllt brauchst du wirklich nur ein wenig noradrenalin und etwas für die stimmung oder gegen impulsivität.
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von vieadhs » 12. März 2019 18:59

Ich habe zwischenzeitlich auch herausgefunden, dass mich Dopamin scheinbar sehr müde macht, weswegen das Ritalin nie richtig bei mir funktioniert hat.
Habe nämlich zwischendurch Modafinil genommen, was eigentlich fast nur dopaminerg wirkt und es war für mich fast wie eine Schlaftablette, obwohl es eigentlich genau den gegenteiligen Effekt haben sollte.
Könnte also durchaus sein, dass ein SNRI vielleicht funktioniert.
Habe davor nur etwas Angst, weil ich mal Citalopram und Sertralin genommen habe, die ja reine SSRIs sind und das hat mich komplett lahm gestellt und ich hatte auch starke Erektionsprobleme.
Wie sieht das bei den SNRIs aus? Gibt es da welche, die sehr viel weniger stark wirken und sich auch nicht negativ auf die Sexualität auswirken?
Hat jemand eigentlich schon Erfahrungen mit Cannabis als Therapeutikum gegen ADHS gemacht?
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von ULBRE » 12. März 2019 21:09

Schwermut86 hat geschrieben:
27. Februar 2019 14:58
vieadhs hat geschrieben:
26. Februar 2019 21:45

Gibt es ein Medikament, das dem Wirkmechanismus von Strattera entspricht, das aber kein Level aufbaut, sondern dass immer nur temporär wirkt?
Ja, gibt es, aber nicht ohne serotonin-komponente. unretardiertes venlafaxin in höherer Dosierung. soll auch erfolge bei adhs gezeigt haben...
Hi Schwermut, ich kenne keine Berichte, wonach SSRI bei AD(H)S jemals was gebracht haben.
Könntest Du mir helfen, das zu finden ?

Danke,

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Chaosqueen1286 » 12. März 2019 22:38

Ich habe einige ssri durch wovon keine wirklich geholfen haben.
Fluoxitin soll evtl helfen kann ich aber aus meiner erfahrung nicht bestätigen da nie probiert.
Bupropion wäre evtl auch noch ne option

Zu Cannabis kann ich sagen es hat bei mir fast die gleiche wirkung wie mph
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Skuzy » 13. März 2019 21:33

:panik: Off-Topic
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 14. März 2019 08:20

ULBRE hat geschrieben:
12. März 2019 21:09
Schwermut86 hat geschrieben:
27. Februar 2019 14:58
vieadhs hat geschrieben:
26. Februar 2019 21:45

Gibt es ein Medikament, das dem Wirkmechanismus von Strattera entspricht, das aber kein Level aufbaut, sondern dass immer nur temporär wirkt?
Ja, gibt es, aber nicht ohne serotonin-komponente. unretardiertes venlafaxin in höherer Dosierung. soll auch erfolge bei adhs gezeigt haben...
Hi Schwermut, ich kenne keine Berichte, wonach SSRI bei AD(H)S jemals was gebracht haben.
Könntest Du mir helfen, das zu finden ?

Danke,

UlBre

ja gerne

http://www.adhs.org/therapie/

venlafaxin ist aber kein ssri, sondern wird als ssnri klassifiziert. die serotonerge komponente ist aber sehr stark. aber es ist chemisch mit mph nahe verwandt. venlafaxin (trotz reichhaltiger antidepressiva-erfahrung) habe ich noch nie genommen, aber diese option hab ich immer im hinterkopf. warum? weil gerade erwachsene mit ad(h)s aufgrund der vielen dysfunktionelen schutzstrategien, die solche menschen aufbauen müssen um zurechtzukommen, immer auch am rande einer depression stehen. ads soll zudem ad(h)s mit einer störung im serotoninstoffwechsel sein.

freue mich schon auf deine recherche.

der tipp auf der seite venlafaxin mit einer brise mph zu kombinieren halte ich für interessant. kenne auch zumindest einen artikel der belegt dass escitalopram + methylphenidat bei geriatrischen patienten besser wirkt als die stoffe einzeln. auch wenn es keine adhs patienten waren, mir zeigt es dass polypharmazie noch mal eine ganz eigene disziplin in der behandlung psychischer störungen ist, was sich mit meinen erfahrungen deckt. alle psychopharmaka haben wechselwirkungen, mal im negativen und mal im überraschend positiven sinne (wie esc + MPH zb).
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 14. März 2019 08:42

interessant finde ich auch immer wieder berichte von unabhängig voneinander berichtenden patienten, die venlafaxin eingenommen haben. ich glaube weder in büchern noch im internet wirst du dazu viel finden. sie berichteten mir, dass venlafaxin als unretardierte und teilweise als retardierte variante bei ihnen die stimmung, den antrieb und die kognitive leistungsfähigkeit sofort nach einnahme anhob (sowohl 75mg also auch 225mg). und wie wir wissen, kann das nicht primär durch die serotonin-wiederaufnahme sein....

es wirkt stimulierend und es erscheint mir nahe, dass auch venlafaxin eigenschaften einer stimulanz hat
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 14. März 2019 08:54

und noch was: über fluoxetin (ein altes ssri) ist bekannt dass es in hohen dosen stimulierende eigenschaften hat, und sogar mdma (was total untypisch für ein ssri ist) und amphetamine in der wirkung verstärken.

ssri ist nicht gleich ssri

und die alten trizyklischen antidepressiva, da gibt es auch einige unter ihnen, die auch bei adhs hilfreich sein könnten. da sind so einige bei, die derart stimulierend wirken, dass selbst junkies auf den geschmack gekommen sind. das thema ist sehr komplex...

über mirtazapin kann ich sagen, dass es tatsächlich über indirekte wege die noradrenalin und dopaminfreisetzung erhöht, was etwas hilfreich gegen mein ads ist (zudem beruhigt es mich), aber dosisabhängig auch leicht zu mph überdosierungen führen kann.
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von ULBRE » 14. März 2019 21:32

Schwermut86 hat geschrieben:
14. März 2019 08:20
ULBRE hat geschrieben:
12. März 2019 21:09
Schwermut86 hat geschrieben:
27. Februar 2019 14:58


Ja, gibt es, aber nicht ohne serotonin-komponente. unretardiertes venlafaxin in höherer Dosierung. soll auch erfolge bei adhs gezeigt haben...
Hi Schwermut, ich kenne keine Berichte, wonach SSRI bei AD(H)S jemals was gebracht haben.
Könntest Du mir helfen, das zu finden ?

Danke,

UlBre

ja gerne

http://www.adhs.org/therapie/

Hi,

Danke schön !

Ich komm heute wahrscheinlich nicht weiter dazu.
Hab nur kurz dort nachgelesen:

"Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer

Ohne direkten positiven Effekt auf Symptome eines ADHS!
Cave: Citalopram scheint Aktivität der DAT sogar zu verstärken"


Das sagt dann ja genau das, was ich meine.
SNRI können dagegen manchmal bei AD(H)S helfen, da dürfte vor allem die noradrenerge Komponente was bringen...

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 14. März 2019 23:02

hi ulbre, dann lies bitte auch den abschnitt explizit zu venlafaxin. da sind auch quellen angegeben. und ich sagte ja, venlafaxin ist kein ssri sondern ein ssnri. (und es ging hier doch ursprünglich um venlafaxin oder? ;) )
Zuletzt geändert von Schwermut86 am 14. März 2019 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 14. März 2019 23:09

ULBRE hat geschrieben:
14. März 2019 21:32
da dürfte vor allem die noradrenerge Komponente was bringen...
da bin ich im zwiespalt. venlafaxin hat in hoher dosis auch einen einfluss auf die dopaminwiederaufnahme, jedenfalls mehr als bupropion. bupropion ist furchtbares zeug, fast nur noradrenalin und ein noradrenalinüberschuss im hirn bringt schnell puren stress statt entspannung.

venlafaxin ist mdma etwas näher wegen der ausgeprägen serotoninkomponente. mdma wirkt auch gegen adhs. sie wirken im zns stimulierend. würde das nicht allein am serotonin, dopamin oder noradrenalin festmachen.

strattera wirkt gegen adhs auch nicht nur wegen des noradrenalins.

milnacipran (starke noradrenalinkomponente) wirkt null gegen ads. reboxetin wird manchmal off label versucht, aber ist wohl nicht der knaller.

venlafaxin + mph ist übrigens die standardbehandlung meines psychiaters bei ads mit komorbiden depressionen, zwängen oder - was am häufigsten vorkommt - ängsten. auf meine nachfrage hin in überraschend niedriger dosierung (in büchern steht sonst immer in hoher dosierung, was sich aber auf mono bezieht).
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 14. März 2019 23:24

mit niedriger dosierung meine ich venlafaxin und mph in niedriger dosierung. mph kann durch die gabe von venlafaxin oft reduziert werden. sonst schießt man wohl schnell durch die decke mit stimmung und antrieb. wie du so gern sagt, stimulanzien addieren sich gerne, oder wie hier wohl ergänzen sich prima (vllt ja ähnlich wie es mdma und amphetamin tun)

das habe ich bei esc erst auch gedacht, dass ich mph erniedrigen könnte. hat sich aber nicht bestätigt. aber auch nicht mehr, trotz der belege, dass escitalopram die dopamintransporteraktivität zusätzlich erhöht. bin wie immer bei 20mg. :)

bei 15mg escitalopram mono aber habe ich festgestellt, dass es mein ads verschlimmert, erheblich und im alltag belastend sogar (extreme prokrastination, konnte mich mal 3std lang nicht motivieren vom sofa aufzustehen obwohl ich wollte und musste und immer wieder dasselbe am schreibtisch). 5-7,5mg sind wohl besser für mich. mitte april überlege ich wie es damit weitergeht, ein bluttest ist aktuell im labor. jedenfalls die prokratinations- und konzentrationsstörungssymptome unter esc sind für mich ein weiterer beweis, dass ich ads habe. auch nach 20 jahren nach der diagnose bin ich immer noch ein rest skeptisch was das betrifft und gebe die hoffnung nicht auf, dass doch alles ein irrtum ist. :D
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Skuzy » 15. März 2019 17:34

:quasimodo: .
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Stefan SRO » 15. März 2019 20:52

Quasimodo?
"...Er zog es vor, unter den stummen Gestalten zu leben, die seine Kirche als Statuen von Heiligen, Königen, Bischöfen und Rittern schmückten. Keine von denselben lachte ihm höhnisch ins Gesicht, alle schienen sie ein stilles, wohlmeinendes Mitgefühl mit ihm zu haben. Auch die Bilder der Teufel und der Dämonen schreckten ihn nicht. Im Gegenteil, durch ihre Ähnlichkeit mit ihm selbst schienen sie ihm Mitgeschöpfe, Feinde der Welt, ihm gleich, bestimmt, seine Freunde und Beschützer zu sein. Stundenlang konnte er ihnen in stummer Betrachtung sein Herz ergiessen, und wenn er hierbei unversehens überrascht wurde, entfloh er mit der Scheu eines Liebhabers, der bei einer Zusammenkunft mit seinem Liebchen ertappt worden ist. Am meisten aber liebte er seine Glocken. Er koste sie, sprach mit ihnen, verstand ihr Geläut, das er nicht hören, aber an den Schwingungen erraten konnte. Sie sangen für seine Seele..."
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von ULBRE » 16. März 2019 14:47

Schwermut86 hat geschrieben:
14. März 2019 23:09
ULBRE hat geschrieben:
14. März 2019 21:32
da dürfte vor allem die noradrenerge Komponente was bringen...
da bin ich im zwiespalt. venlafaxin hat in hoher dosis auch einen einfluss auf die dopaminwiederaufnahme, jedenfalls mehr als bupropion. bupropion ist furchtbares zeug, fast nur noradrenalin und ein noradrenalinüberschuss im hirn bringt schnell puren stress statt entspannung.
...
So wie ich das im Moment verstehe, ist bei AD(H)S vor allem die phasische (kurzfristige) Noradrenalinfreisetzung oder -aufnahme beeinträchtigt. Tonisches Noradrenalin scheint nicht so sehr das Problem zu sein.
Irgendwo habe ich dazu ne Untersuchung gefunden, die meinen Verdacht in die Richtung stützte.
Der Verdacht stammt aus vielen Beobachtungen, dass noradrenerge Medis ein paar Tage lang wie ein kleines Wunder wirken (indem sie den grünen Bereich, in dem man sich funktional bewegen kann, verbreitern) auf Dauer aber nichts bringen und langfristig sogar in die Depression führen.
Das waren aber alles Medis, die nicht rein selektiv noradrenerg wirkten...
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Re: Strattera (erst perfekt, nach 4 Wochen nicht mehr)

Beitrag von Schwermut86 » 16. März 2019 16:49

interessante info. den eindruck kann ich zumindest bei milnacipran bestätigen. 2 wochen lief es super und danach sukzessive bergab
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