Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

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Green.NRG
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Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von Green.NRG » 24. Juni 2018 13:29

Hallo,

ich lese hier schon seit längerer Zeit mit und habe hier aus dem Forum auch die ersten Informationen über den Zusammenhang von ADHS und Ernährung.

Da ich dieses Semester meine Masterarbeit schreibe und Zuhause arbeite war das der perfekte Zeitraum für einen Selbstversuch in Sachen Ernährung.

Zu mir:
Offizielle ADHS-Diagnose ( ICD-10 F90.1 ) seit 3 Jahren. Alter: Mitte 20 . Masterstudent Ingenierwesen. Medikamente: Medikinet seit ca. 1 Jahr täglich und vor 3 Jahren für einige Wochen Ritalin LA die ich aber nicht gut vertragen habe.

Grund des Selbstversuches:
Mir ist schon vor ca. 2 Jahren aufgefallen, dass verschiedene ADHS Symptome ohne ersichtlichen Grund innerhalb weniger Stunden und Tagen zu und abnehmen.

Als erstes stellte ich vor einem Jahr zu Beginn der Medikinet Medikamentation den Kosum von Koffein und Thein ein (Kaffee, Grüner Tee,usw.).
Grund: Einschlafprobleme und Unruhe gegen Abend.
Entzugssymtome: Kopfschmerzen, Gereiztheit.
Dauer d. Entzuges: ca. 3-5 Tage.
Verbesserung: Ja, ruhiger, besserer Schlaf.

Vor 3 Monaten stieß ich dann auf einen Bericht über Weizen und Käse bei ADHS welcher Probleme verursacht. Grund dafür sollen sogenannte Exorphine sein die im Körper nicht abgebaut werden wenn das Enzym "Dipeptidylpeptidase-4" (DPP-4) nicht stark genug aktiv ist. Diese Exorphine binden dann im ZNS (Gehirn) an Opiat-Rezeptoren und sorgen für eine dämpfende Wirkung auf Körper und Geist. Wenn die Wirkung nachlässt entstehen Entzugssymptome (Unruhe, Konzentrationsprobleme, usw.).

Ich war neugierig und startete einen Versuch ohne Milchprodukte und Weizenprodukte. An Tag 2 fühlte ich mich gut aber an Tag 3 wurden die Entzugssymtome (Verlangen nach diesen Lebensmitteln), Unruhe, extrem schlechte Laune sehr stark. Ich brach den Versuch ab und bestellte mir eine Pizza mit viel Käse.

Tage später, ein neuer Anlauf diesmal nur auf Milchprodukte zu verzichten. Die Entzugssymtome kamen wieder ließen sich aber durch viel Weizen etwas mildern. Nach 4-5 Tagen war es überstanden und ich began den Weizenverzicht. Das selbe Spiel gegann. Die ADHS Symptome verbesserten sich zwar insgesammt etwas aber gemessen an dem Aufwand war das Ergebnis unbefriedigend. Immer noch traten pro Woche nur 1-2 Tage auf wo ich mich klar fühlte und den Rest der Woche im Nebel von ADHS.
Ich stieß auf eine wissenschaftliche Arbeit mit einer Liste von Lebensmitteln die eine Exorphinaktivität aufweisen. Da ich schon so weit gegangen bin und 3 der Lebensmittel eh schon auf meiner Blacklist standen entschied ich mich für diesen letzten Anlauf
um endlich eine befriedigende Antwort auf die Ernährungsfrage zu bekommen. Laut Liste waren weitere Lebensmittel betroffen die ich von da an nicht mehr aß: Alle Getreidesorten (Hafer,Gerste,Dinkel,usw.),Kaffee (!) Spinat, Kakao, Mais (!), Soja und Reis (!).

Wieder traten Entzugssymptome auf die ich aber mitlerweile als Erfolgsprognose begrüßte. Nach weiteren Tagen wurde es endlich besser. Das klare Gefühl im Kopf was sonst nur selten mal für einen Tag anhielt wurde stärker und blieb. Dafür kam ein neues Problem auf. Das Medikinet was ich bis dahin immer zur selben Zeit mit viel Nahrung zu mir nahm wirkte auf einmal zu stark. Ich dosierte von 40 mg/Tag auf 25 mg/Tag um das Problem zu lösen.
Ein weiteres Problem war ein Gewichtsverlust und ständiger Hunger vor allem Abends.
Ich kaufte mir eine kleine Friteuse und machte mir oft Pommes. Das Problem war schlagartig gelöst.

Ich ernähre mich nun seit mehreren Wochen so kann klar sagen, dass meine ADHS Symptome stark zurück gegangen sind.

Einmalige Ernährungsfehler zeigen sich immer mit dem selben Muster:
1. Sehr gute Laune, wohliges warmes Körpergefühl im liegen. 2. nach ca. 8 -12 Stunden lässt dieses Gefühl nach und es stellt sich eine sehr introvertierte lustlose Phase ein. Soziale Kontakte sind anstengend. Ein starker Drang nach Aktion und Aufregung mit gleichzeitiger totaler Antriebslosigkeit. Dieser Zustand hält dann für einen Tag an. Abends kommen unruhige Beine und Schlafstörungen dazu. Am 3. Tag normalisiert sich der Zustand wieder. Das ganze ist reproduzierbar.

Nun zu meinen Fragen:

1.Gibt es hier Mitglieder die ganz speziell im Bezug auf die Lebensmittel die ich oben genannt habe ähnliche Symptome bei Verzicht erlebt haben?

2.Wer hat schon einmal einen strickten Exorphinverzicht versucht und mit welchem Ergebnis?


Bitte schreibt nur wenn ihr wirklich speziell Erfahrungen mit dem Verzicht auf diese Nahrungsmittel habt. Ich weiß, dass viele Leute irgendwelche Diäten versucht haben ohne Zucker oder Phosphat usw. aber das soll bitte nicht hier erneut besprochen werden.

Weiterhin weiß ich, dass Viele gerne ihre persönliche Meinung posten wie z.B. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lebensmittel ADHS beeinflussen können." und diese Meinung kann man auch haben aber hier soll es wirklich nur um sachliche eigene Erfahrungen mit diesen Lebensmitteln gehen.

Danke fürs Lesen. Ich freue mich auf Leute mit ähnlichen Erfahrungen :)
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von ULBRE » 24. Juni 2018 19:36

Hallo Green,

das interessiert mich sehr, was Du da erzählst.
Könntest Du mir bitte die Quellen dazu geben ?

Ich habe keine konkreten Erfahrungen mit Exorphinen, aber ich habe mich sehr intensiv mit Ernährung bei AD(H)S beschäftigt.
Als Quintessenz komme ich zu dem Ergebnis, dass es keine allgemeine Lösung gibt, also dass nicht ein bestimmter Stoff oder ein ganz bestimmtes Nahrungsmittel AD(H)S auslösen kann, sondern dass - eine Dimension zurück, dann stimmt die Aussage plötzlich - Nahrungsmittelunverträglichkeiten AD(H)S (oder zumindest AD(H)S-Symptome) auslösen können.
Bei Dir könnten das Exorphine sein. Bei anderen können es Glutamat, Milcheiweisse, Zucker, Farbstoffe oder sonst was sein (nur Phosphate sind es nicht, das ist zwischenzeitlich gesichert).

Das deckt sich mit meiner Theorie, dass AD(H)S Stresssymptome sind. Nahrungsmittelunverträglichkeit ist körperlicher Stress.
Nur wird bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ein dauerhafter akuter Stressor gesetzt. Ist der Stressor weg, hören die Symptome auf. AD(H)S definiere ich demgegenüber als eine Überreagibilität der Stresssysteme. Aber das ist für denjenigen, der seine Probleme damit in den GrIff kriegt, ja mal so was von wurscht...


In der Praxis kann man das durch eine Eliminationsdiät herausbekommen. Das ist aber extrem aufwändig. Und selbst wenn sich dann eine Lebensmittelunverträglichkeit ergibt, ist die Diät sehr schwer einzuhalten und (insbesondere für Kinde) kaum sozialverträglich
lebbar. Die von Dir beschriebenen Wirkungen eines Diätfehlers decken sich ziemlich genau mit meinen Beobachtungen, dass bei einem Diätverstoss die Symptome 3 Tage vollständig wieder da sind, und dann abklingen (wenn kein neuer Diätverstoss dazukommt).

Meine Sammlung zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei AD(H)S findest Du hier:
https://www.adxs.org/adhs-behandlungsmo ... -bei-adhs/
Dort findet sich auch eine Liste der Nahrungsmittel, die am häufigsten in Betracht kommen. Leider ist die Probandenzahl ziemlich klein.

Viele Grüsse

UlBre
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von Stefan SRO » 25. Juni 2018 11:31

Ein interessantes Thema, das "hoch geschoben" gehört.

Ich weiß aus meiner Kindheit von Problemen mit Weizenprodukten und Milch. Seither habe ich die nicht weiter beachtet.

Aktuell esse ich was mir in den Sinn kommt. Doch unter dem aktuellen Eindruck der späten Diagnose (vor drei Wochen) werde ich das Thema noch mal angehen.

Wäre für Tipps und Links sehr dankbar.

VG
Stefan
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von Green.NRG » 28. Juni 2018 17:53

Hallo,
freut mich, dass Interesse an diesem Thema besteht.

Also zu den Quellen:

1.Grundlegende Informationen zu Exorphinen verständlich erklärt:
https://www.grin.com/document/306751


3. Verbindung ADHS Symptome und Zöliakie.
http://journals.sagepub.com/doi/abs/10. ... 4706292109

4.Tierversuch: Auswirkung von Opiaten (Exorphinen) auf emotionale Steuerung, Motivation, Dopamin und Serotonin.
Muss nicht auf den Menschen übertragbar sein aber trotzdem ein interessanter Artikel.
https://www.deutsche-digitale-bibliothe ... full/1.pdf

Man kann diese Informationen auch sehr leicht selber finden in dem man bei "Google Scholar" nach Begriffen wie ADHD, Exorphin, GFCF usw. sucht. Die besten Ergebnisse sind fast immer auf Englisch aber manche Browser bieten auch eine direkte Übersetzung von Seiten an. Grundlegend empfehle ich eh seine Informationen immer selber zu suchen.

Zu der Aussage, dass ADHS durch jeden möglichen Stoff ausgelöst werden könnte würde ich jetzt mal als "Immunsystem-Hypothese" bezeichnen. Eine Art Allergen reizt das Immunsystem und löst dadurch die Symptome aus. Das wäre dann individuell bei jedem Betroffenen so zu sagen.

Ohne die Antwort zu wissen stört mich an dieser Theorie aber folgende Beobachtungen. Beim Verzicht auf betroffene Lebensmittel durchlebe ich Entzugssymptome wie von Drogen. Wie beim Raucherentzug den ich selbst schon zwei mal durchgemacht habe.

Da ich aber auch Allergiker bin und beim Wegfall vom Allergen nicht die selben Symptome spüre vermute ich einen anderen Mechanismus.

Eine Erklärung wäre natürlich auch, dass diese Entzugssymptome auch bei nicht ADHS Personen auftreten und somit gelöst von der Thematik betrachtet werden müssen und die Symptome besser werden weil die Immunsystem-Hypothese richtig liegt.

Welche Nahrungsmittel sind bei dir betroffen @Ulbre ?
Stefan SRO berichtet auch von Symptomen von Nahrungsmittel die Exorphine enthalten was auf jeden Fall ein interessanter Ansatz für eine genau Beobachtung der Symptome nach dem Essen solcher Nahrungsmittel sein könnte.

Auf der Seite von dem Link von Ulbre, Unterpunkt:"1.2.1. Zucker im EEG"

Wird auf einen Zusammenhang von Zucker und ADHS Symptomen hingewiesen bei genauem lesen dieses Artikels wird aber deutlich, dass als Testsubstanz nicht reiner Industriezucker verwendet wurde sondern Schokoriegel. Ein Schokoriegel besteht meines Wissens aus Schokolade (Molke,Kakao) und Keks (Weizen). Damit hat man eigentlich eine ziemliche Exorphinbombe. Der Zusammenhang mit Zucker kann also fälschlicherweise zustande gekommen sein in diesem einen Fall.

Generell stelle ich mir grade dadurch die Frage ob Zucker als ADHS Verstärker in Frage kommt wenn betroffene die auf Zucker anschlagen ähnliche Selbstversuche unternommen haben. Sehr viele Süßigkeiten haben extrem viel Zucker. Sehr viele Süßigkeiten haben extrem viele Exorphinbestandteile. Wer von Exorphinen nichts weis und nur nach dem Zucker schaut wird dadurch also zur Erkenntnis kommen, dass Zucker das Problem sein muss ohne dabei die anderen Bestandteile zu betrachten. Ein Selbstversuch mit reinem Zucker wäre dann Lösung.

Bei "1.5 Peptidaseeinnahme zu den Mahlzeiten" habe ich eine neue Möglichkeit gefunden meine Theorie zu überprüfen. Ich bestelle mir mal eins von denen und schaue ob dadurch die Symptome ausbleiben. Das wäre für mich auf jeden Fall wie Weihnachten :)


Wenn es wirklich ein Enzymmangel sein sollte der bei vielen Leuten ADHS auslöst stellt sich mir die Frage warum dieser Enzymmangel besteht. Da könnte vielleicht die Brücke zu der Immunsystem-Hypothese liegen! Wenn die Exorphine schuld sind und die abbauenden Enzyme nicht mehr da sind könnte das Immunsystem vielleicht diese Enzyme (DPP4 /CD26) "ausversehen" angreifen so ähnlich wie das Immunsystem bei Zöliakie den Darm angreift.
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von Stefan SRO » 29. Juni 2018 11:09

Ich schaue mal (wird dauern) ob ich noch einen Kontakt ins UKJ bekomme. Habe dort früher mal die Drittmittelbuchhaltung (Forschungsgelder) gemacht.

Da ich aber "Neuling" bin beschäftig ich mich erst mal mit dem Aufbau von Wissen und erst in zweiter Linie mit einem Lösungsansatz.

Typisch "Wir" bin ich aber gerade sehr versucht "die Abkürzung" zu nehmen.

VG
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von Green.NRG » 29. Juni 2018 20:24

Ich habe mal geschaut welche deutschen Forschungseinrichtungen sich mit dem Thema Ernährung und AD(H)S beschäftigen und bin dabei auf das Universitätsklinikum Freiburg gestoßen. Diese haben 2014 etwas zu dem Thema veröffentlicht.

Folgender Link:
https://www.uniklinik-freiburg.de/filea ... 11-27g.pdf

In diesem Bericht werden auch die häufigsten Lebensmittel aufgelistet die als AD(H)S-Auslöser oder Verstärker bei den Versuchspersonen identifiziert werden konnten (Seite 7). Versuchspersonen waren 76 Betroffene. Die meisten reagierten auf 2-7 Lebensmittel.
Zitat (Quelle, siehe Link):

"Farb-und Zusatzstoffe 79%
Kuhmilch 64%
Schokolade 59%
Trauben 50%
Weizen 49%
Zitrusfrucht 45%
Ei 39%"

Dort wird als Quelle eine Studie aus dem Jahr 1983 aufgeführt.

Link der Originalquelle (Studie)
https://www.sciencedirect.com/science/a ... 3685912061

Für die Einsicht muss man den Bericht kaufen oder Zugang über eine Institution haben.
Ich habe ihn mir runtergeladen.

Dort steht auch, dass Farb- und Zusatzstoffe zwar bei 79% der Betroffenen anschlagen ABER nur in Kombination mit anderen Lebensmittel!

Eine Möglichkeit wäre, dass diese Zusatzstoffe den Abbau von Exorphinen verhindern oder dessen Wirkung verstärken. Das würde erklären warum sie alleine keine Wirkung auf ADHS zeigen sehr wohl aber in Kombination mit anderen Lebensmitteln. Deswegen wäre es interessant zu wissen ob Zusatzstoffe mit allen Lebensmittels ADHS-Symptome auslösen oder nur mit bestimmten.

Kuhmilch,Weizen und Schokolade sind klar Lebensmittel von der Exorphinliste.

Weintrauben stehen nicht auf der Exorphinliste sind aber mit 50% an 4. Stelle diese Tatsache hat mich an der Exorphin-Theorie zweifeln lassen und ich machte mich auf die Suche nach den Inhaltsstoffen von Weintrauben.

Ich fand einen Artikel über die Auswirkung von Obst auf Diabetes und erinnerte mich an die neuen Diabetes-Medikamente "DPP 4-Hemmer" oder sachlicher ausgedrückt (Dipeptidylpeptidase IV - Inhibitoren). Ich erinnre noch einmal kurz daran DPP4 ist das Enzym welches Exorphine aus der Nahrung bei gesunden Menschen aufspaltet und somit verhindert, dass diese Stoffe ins Gehirn gelangen.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... aber-nicht

Auf dieser Seite steht, dass Weintrauben einen sehr hohen "Resveratrol" - Gehalt haben und.... ich merke gerade wie ich abschweife.
Also auf das wesentliche reduziert:

Resveratol (Weintraube) ist ein sehr starker Hemmer der DPP4 . Verstärkt also die Exorphinwirkung bzw. Verhindert den Abbau.
Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24069048

Das gleiche Gilt für Zitrusfrüchte wie Grapefruit, Orangen, Zitronen. Auch hier ist ein spezieller Stoff enthalten, der die DPP4 blockiert.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/29698678/

Bei Hühnereiern steht der Stoff "Ovalbumin" im Verdacht exorphine Eigenschaften zu haben. Bei Google Scholar wurden Eier in der Kurzbeschreibung von Studien über Exorphine zwar erwähnt aber ich konnte diese Studien nicht einsehen weil sie kostenpflichtig sind.

Das ganze ist natürlich kein Beweis aber es ist meiner Meinung nach zuviel um es zu ignorieren.

@Stefan SRO, Abkürzung klingt gut :)
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von Stefan SRO » 30. Juni 2018 08:15

"Abkürzung" ist oft der Weg auf dem man sein Umfeld vergisst, auf das Ziel zu rennt und sich dort wundert, warum hinter einem alles in Scherben liegt. Typisch für ADHS. Ein Hyperfokus, den sonst keiner versteht, den Nachtschlaf verhindert und alle anderen (tatsächlich) wichtigen Dinge verdrängt.


Ich werde etwas Zeit brauchen, Deine Quellen zu lesen und evtl. etwas daraus abzuleiten. Übrigens waren die Zitrusfrüchte als Kind bei mir Auslöser von Juckreiz. Das war aber immer nur bei größerer Menge so und hat sich jetzt fast völlig verloren (minimale Reaktion)

Bei mir geht es nun noch 14 Tage auf Arbeit rund, bevor ich in den Urlaub an der Ostsee verschwinde und mit dem neuen Schuljahr wieder da bin.

VG
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von ULBRE » 1. Juli 2018 12:41

Green.NRG hat geschrieben: Als erstes stellte ich vor einem Jahr zu Beginn der Medikinet Medikamentation den Kosum von Koffein und Thein ein (Kaffee, Grüner Tee,usw.).
Grund: Einschlafprobleme und Unruhe gegen Abend.
Entzugssymtome: Kopfschmerzen, Gereiztheit.
Dauer d. Entzuges: ca. 3-5 Tage.
Verbesserung: Ja, ruhiger, besserer Schlaf.
Hallo Green,

Koffein, Teein (und auch Bestandtteike in Kakao) sind Stimulantien - ebenso wie Methylphenidat.
Wenn mann MPH nimmt, führen zusätzliche Stimulantien leicht zur Überdosierung oder werden anderweitig zuviel. Den Effekt, dass bei MPH oder AMP-Einnahme Kaffee oder Schwarztee hibbelig machen, kennen viele.

Green.NRG hat geschrieben: Vor 3 Monaten stieß ich dann auf einen Bericht über Weizen und Käse bei ADHS welcher Probleme verursacht. Grund dafür sollen sogenannte Exorphine sein die im Körper nicht abgebaut werden wenn das Enzym "Dipeptidylpeptidase-4" (DPP-4) nicht stark genug aktiv ist. Diese Exorphine binden dann im ZNS (Gehirn) an Opiat-Rezeptoren und sorgen für eine dämpfende Wirkung auf Körper und Geist. Wenn die Wirkung nachlässt entstehen Entzugssymptome (Unruhe, Konzentrationsprobleme, usw.).
Könntest Du den Bericht bitte nochmal verlinken ? Die Verknüpfung zwischen Exorphinen und AD(H)S habe ich noch nicht gefunden.

Viele Grüsse

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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von Green.NRG » 5. Juli 2018 02:43

Könntest Du den Bericht bitte nochmal verlinken ? Die Verknüpfung zwischen Exorphinen und AD(H)S habe ich noch nicht gefunden.
Hallo Ulbre, hatte ich vergessen,sorry.

https://www.researchgate.net/profile/Ka ... 2d54ac.pdf

Quelle: 1. Link
Erhöhte Werte bioaktiver Peptide im Urin wurden bei Schizophrenie (23-25), Depressionen (26), Autismus (25, 27-29) und ADHS (30) gefunden. Einige davon sind Exorphine gebildet aus Glutenin, Gliadin und Kasein (23, 25, 29) und es ist logisch, dass diese Krankheitsbilder aus diesem Grunde durch eine gluten- und kaseinfreie Diät, welche die Verfügbarkeit der Vorläuferstoffe minimieren würde, behandelbar sind. Eine Reihe von Arbeiten bestätigen den Effekt der gluten- und/oder kaseinfreien Diät bei Autismus (25, 27, 31-37), ADS/ADHS (38-43) und Schizophrenie (25, 44-46), obwohl es auch negative Berichte über Schizophrenie gibt (47).

Hier noch ein sehr interessanter Artikel über DPP4
https://jhpn.biomedcentral.com/articles ... 032-y#Sec5


Ulbre, auf welche Nahrungsmittel reagierst du?
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Re: Exorphinfreie-Ernährung ein Selbstversuch

Beitrag von ULBRE » 5. Juli 2018 13:36

Hallo Green,

ach, der Reichelt, ja. Den zitiere ich auch.
Ich hatte ihn vor einem Jahr oder so einmal angeschrieben, ob er neue Erkenntnisse hat, denn seine Arbeit wurde ja in recht dubioser Weise von Brudnak "verwendet", der durch eigene Unteruschungen sein eigenes Produkt (Peptide als Nachrungsergänzungsmittel) lanciert hat.
Leider hat er nicht geantwortet. Wäre ja spannend, ob sich der Ansatz bestätigt hat.

Viele Grüsse

UlBre
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