Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

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lausmaus3
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Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon lausmaus3 » 10. September 2014 19:48

HALLO,

Aus gegebenem Anlass meine Frage, haben wir als Eltern ein Recht darauf, ärztliche Befunde, Arztbriefe von unserem Kind zu lesen?

Konkret geht es darum, das unser Sohn in der Klinik ist, und leider alles nicht so läuft wie gewünscht.

Und der Stationsarzt behauptet nun plötzlich, das der Aufenthalt unseres Sohnes in der Kinderpsychiatrie nur zu diagnostischen Zwecken wäre, nicht zu therapeutischen Zwecken und er sagt, das hätte auch der einweisende Arzt so geschrieben. Dieser einweisende Arzt verweigert ein Gespräch, so lange unser Sohn stationär ist, den Brief dürfen wir nicht lesen, sagt der Stationsarzt.

Wir hatten ja zahlreiche Gespräche mit der Klinik, auch schon vorstationär, und da wurden auch therapeutische Ziele schriftlich formuliert und nun wird alles verdreht und wir wissen nicht, was wir tun sollen.

Lg lausmaus3
Zuletzt geändert von lausmaus3 am 10. September 2014 19:49, insgesamt 1-mal geändert.
Mausemama
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Re: Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon Mausemama » 10. September 2014 21:14

mal eine bescheidene frage...
wurde euer sohn zwangseingewiesen? wie alt ist er?
ihr habt doch die fürsorgepflicht und das sorgerecht? dann steht euch doch auch das lesen der arztbriefe zu.
nur....den brief des einweisenden arztes darf euch soviel ich weis der klinikarzt tatsächlich veweigern.

aber der einweisende arzte muss euch den brief kopieren,

ihr dürft aber mit dem stationsarzt gemeinsam einsicht in die befunde der klinik eures sohnes nehmen....

wenn die sich allerdings verweigern, finde ich das schon ein wenig sehr merkwürdig muss ich sagen,
denn eigentlich sollten doch die eltern mit eingebunden werden.
und ihr müsst doch wissen, was bei den untersuchungen rausgekommen ist....

und das der einweisende arzt ein gespräch verweigert finde ich ebenso merkwürdig, den würde ich als 1. wechseln, denn ein arzt sollte auch partner sein und nicht der mensch der den zeigefinger hochhält und sagt " ich bin der mediziner und was ich sage/mache ist gesetz"

lg mausemama
lausmaus3
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Re: Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon lausmaus3 » 12. September 2014 23:59

Hallo,

nein unser Sohn wurde nicht zwangseingewiesen. Er ist 8 Jahre.

Den Brief des einweisenden Arztes dürften wir lesen, soviel weiß ich aus inzwischen aus sicherer rechtlicher Quelle, nur wird das halt verweigert und wir müßten nun einen Anwalt einschalten, um das einzufordern, was wir aber nicht wollen, solange unser Sohn da drin ist.

Mir wurde gesagt, wenn ich den Brief lesen würde, wäre das Vertrauensverhältnis zu unserem ambulanten Kinderpsychiater gestört, was für die Zukunft schlecht wäre. Allerdings ist es so, wenn er nicht bereit ist, mal mit mir und dann auch mit dem Klinikarzt zu sprechen wegen meiner Bedenken, dann ist das Verhältnis eh dahin und wir müssen uns einen neuen Arzt suchen.

Es ist alles total verworren und undurchsichtig.

LG lausmaus3
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Re: Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon Ilayda » 13. September 2014 12:09

Das Vertrauensverhältnis ist doch auch gestört, wenn ein Gespräch verweigert und die Einsicht in die Unterlagen auch verweigert wird...  :grübel:

Mit dieser Argumentation würde ich ja schon davon ausgehen, dass der einweisende Arzt "Negatives" über Euch als Eltern geschrieben hat (z.B. Erziehungsprobleme als Ursache für die Verhaltensproblematik), denn was sonst könnte beim Lesen der Einweisung das Vertrauensverhältnis zerstören?

Wie lange soll denn Euer Sohn da bleiben? Zur Therapie wäre es ggf. sinnvoll, erst nach dem Klinikaufenthalt eine Kur/Reha zu beantragen, da kann nach meinem Dafürhalten auch therapeutisch viel mehr gemacht werden. Eine reguläre Kinder- und Jugendpsychiatrie ist schon eher für die Diagnostik da und für die Einstellung von Medikamenten und dann dafür, Empfehlungen für den weiteren Therapieverlauf zu geben.

Auch hierfür ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus nicht nur sinnvoll, sondern auch dringend erforderlich, da ja die Eltern nachher die weiteren Schritte unternehmen müssen und nicht der Klinikarzt...
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Re: Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon Ilayda » 13. September 2014 12:11

Nachtrag:
Ich habe bei den Klinikaufenthalten immer sobald sie geschrieben waren die Arztbriefe zugesandt bekommen, genauso wie der behandelnde niedergelassene Arzt...
Einmal musste ich mich auch gegen einen Inhalt wehren, und das wurde dann auch geändert.

Ich kenne das nicht anders und ich würde mich verar...... fühlen, immerhin bin ich ein mündiger Patient bzw. Angehöriger...
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Re: Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon lausmaus3 » 15. September 2014 22:33

Hallo Ilayda ,

klar gehe ich auch davon aus, das in dem Einweisungsbrief irgendwas steht, was negativ für uns ist.

Aber wenn dem so ist,, muß doch auch darüber geredet werden, oder sehe ich das falsch?

Und bisher hat unser Kinderpsychiater nie was in der Richtung gesagt und auch der Klinikarzt nicht- im Gegenteil. Der Klinikarzt meinte, es sei toll, das in unserem Fall keine häuslichen Probleme da wären, die die Therapie erschweren. Viele Kinder kommen ja aus schwierigen sozialen Verhältnissen und da ist ein langfristiger Erfolg der Therapie ungleich schwerer erreichbar, wenn das Elternhaus nicht mitzieht.

Und ja, das Vertrauensverhältnis zu allen Ärzten ist jetzt nach dem Verhalten gestört. Nur ein Abbruch des Klinikaufenthaltes ist halt nicht so einfach, wenn man sieht, das wir unseren Sohn so wie er grade drauf ist, nicht in die Schule schicken könnten. Und die Medikation ist ja bisher nicht richtig eingestellt.

lg claudia
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Re: Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon archi » 16. September 2014 15:24

Hallo Claudia,

wieso geht Ihr nicht in die Richtung des einweisenden Arztes und bittet (bzw. später fordert) Einsicht in den Einweisungsbrief. Damit wird keine Behandlung in der Klinik beeinflusst. Evtl. verweigert er es ja gar nicht und falls doch, ist Euer Verhältnis nach der Klinik eh nicht mehr tragbar. Das sollte man natürlich nur machen, wenn man Alternativen für die Zeit nach der Klinik hat. Aber evtl. ist die Untersuchung ja objektiv gesehen vielleicht wirklich in Eurem Sinne. Ärzte haben manchmal ein Talent, ungeschickt zu gackern, aber das Ei dann nicht zu legen... Und man selbst baut eine Kulisse auf, die gar nicht mit den Fakten übereinstimmt.

Lg, Archi
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Re: Rechte von Eltern bei Arztbriefen etc. Einsichtnahme

Beitragvon lausmaus3 » 16. September 2014 19:24

Hallo archi,

ich stimme Dir zu, vielleicht sehen wir in Unkenntnis manches falsch. Das ist auch der Grund, warum ich jetzt unbrdingt die Einweisung lesen will, bzw. den Arbeitsauftrag an die Klinik. Das der einweisende Arzt ein kurzes Telefonat mit uns verweigert, hat jedoch ohnehin einen negativen Beigeschmack und führt dazu, das unser Vetrauen in ihn irgendwie gestört ist.

Leider haben noch keine geeignete Alternative, wo wir hinterher hingehen könnten. Viele Praxen sind megavoll, nehmen teilweise gar keine neuen Patienten auf und die Erreichbarkeit ist halt auch wichtig, da wir chronischen Zeitmangel haben....

Nachdem ich mit Anwalt gedroht habe, bekomme ich jetzt wohl die Einweisung in Kopie zugeschickt...

lg lausmaus3

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