Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

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Trixi1974
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Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

Beitragvon Trixi1974 » 28. September 2013 17:02

Meine Tochter wird im November 10 Jahre alt.

Ihre aktuelle Diagnose lautet ADHS, emotionale und soziale Störungen, Dyskakulie, abnormes EEG, IQ 85, Enuresis nocturna

Ihre alltäglichen Aufgaben erledigt sie größtenteils allein, dennoch aber nicht ohne Anwesenheit eines Erwachsenen, z.B. beim umziehen, waschen, Zähne putzen, essen, aufräumen, Hausaufgaben machen.

Z.Z. sind wir zur Kur, im Anschluss beginnen wir therapeutische Heilpädagogik. Zuvor hatte wir über einen längeren Zeitraum Ergotherapie, psychologische Therapie und Sozialkompetenztraining gemacht, alles nur mit wenig Erfolg.

Ich würde gern auf Arbeit stundenweise etwas runter gehen, um mehr für meine Tochter da sein zu können, z.B. für die Therapien und den Mehraufwand bei den Hausaufgaben/ üben.
Bisher habe ich es wegen dem Lohnverlust noch nicht gemacht. Nun habe ich schon des öfteren gelesen, dass Eltern für ihre Kinder Pflegegeld oder aber zumindest eine Geldleistung für einen erhöhten Betreuungsaufwand von der Krankenkasse erhalten. Damit könnte ich beispielsweise meinen Lohnwegfall ausgleichen.

Nun meine Fragen. Welche Chance besteht in unserem speziellen Fall? Wenn Pflegegeld oder ähnliches gestattet wird, muss dass Geld dann für einen bestimmten Zweck oder kann es frei verwendet werden? Wie muss ich den Antrag stellen und was für Nachweise erbracht werden? Vllt könnt ihr mit auch einige Tipps geben, was z.B. nicht oder unbedingt angegeben werden sollte.

Ich danke euch schon mal im Voraus für eure Unterstützung.

LG Trixi
Zuletzt geändert von Trixi1974 am 28. September 2013 17:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Weil
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Re: Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

Beitragvon Weil » 28. September 2013 18:44

Pflegegeld bekommst du zur freien Verfügung, keine Nachweise erforderlich.
Für den Antrag ist nur der Zeitaufwand relevant. ZB Hilfestellung oder Anleitung (dauert länger!) beim Zähneputzen xMinuten, Hilfestellung beim Toilettengang xmal tägl. xxMinuten, nächtlicher Windelwechsel+Teilwäsche,usw, das summiert sich dann zu einem täglichen zeitlichen Aufwand. Bei 1x wöchentlichen Sachen wie zB Arztbesuch,  Therapiebegleitung oder Wannenbad  wird anteilig pro Tag umgerechnet. Welche Krankheit zugrunde liegt, ist eigentlich nicht ausschlaggebend. Mehrere Krankheiten zählen auch nicht mehr, nur der Zeitaufwand.

Normaler Aufwand, den ein Kind braucht, kann nicht berechnet werden, Kinder brauchen Aufsicht und Betreuung und Anleitung, je jünger sie sind, umso mehr. Je älter ein Kind also ist, desto weniger Aufwand braucht es normalerweise. Auch anstrengende Kinder sind normal. Nur der zusätzliche Aufwand zählt.

Kommst du mit deinen aufschreibbaren Zeiten über ein bestimmtes Limit, bekommst du Pflegegeld. Der MDK überprüft die Angaben auf Plausibilität und dann wird in regelmäßigen Abständen von einem dazu Berechtigten deiner Wahl (zB Caritas usw) überprüft, ob die Pflege gewährleistet ist. Das ist völlig unproblematisch und wenn gut gewählt, dann kann das auch hilfreich sein.

Im Netz gibt es Checklisten, welche Verrichtungen anrechenbar sind, auch das Gesetz und die Durchführungsbestimmungen solltest du nachlesen.

Bei der MDK- Prüfung nützt es nichts, groß rumzujammern oder deine psychischen Belastungen anzuführen oder dass du auch noch dieses oder jenes belastende hast, es geht nur um das Kind und  nur nach Formular. Übertreibungen helfen nicht, die Leute wissen schon, was realistisch ist und sind eher sauer, wenn sie bedrängt werden. Einen kleinen Spielraum gibt es ja immer. Freundlichkeit und Ehrlichkeit zahlen sich aus. :ja1:

Das beste ist, wenn du für mindestens zwei Wochen ein Tagebuch führst, wo du jeden anrechenbaren Handgriff nach Häufigkeit und nach tatsächlichen Minuten aufschreibst. Das zählt durchaus als Beleg und hilft bei der Beurteilung, ob das alles plausibel ist.

Also, erst mal Checklisten holen, wenn du Chancen siehst, dann gleich bei der KK anrufen und Antrag anfordern. Im Fall dass das Pflegegeld gezahlt wird, geht das ab dem Antrag, nicht erst nach der sich vielleicht hinziehenden MDK-Prüfung.
Die melden sich dann an und kommen ins Haus. Arztbefunde, Diagnosen, Beurteilungen von allen Stellen bereithalten.
Anschließend bekommst du einen Bescheid mit Pflegestufe I, II, oder III.
Bei Ablehnung nach einem halben Jahr einen neuen Antrag stellen.

So, das ist das was ich weiß, meine Erfahrungen beruhen auf Demenzerkrankung, die Besonderheiten der Kinderpflegestufen habe ich nur am Rande mitgekriegt.

Mach dich also bitte auch anderweitig schlau!
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Trixi1974
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Re: Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

Beitragvon Trixi1974 » 28. September 2013 19:17

Vielen Dank für die Info.
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Zweifachmama
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Re: Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

Beitragvon Zweifachmama » 29. September 2013 21:13

Schau mal bei rehakids.de vorbei. Dort tummeln sich viele, die sich auch wg. Pflegegeldanträgen für ihre Kinder mit dem MDK plagen. Evtl. bekommst Du dort ja noch hilfreiche Tipps.
Textairlans
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Re: Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

Beitragvon Textairlans » 14. Oktober 2014 06:38

Ich werde die Daumen für Sie.
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Marvin
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Re: Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

Beitragvon Marvin » 14. Oktober 2014 09:12

Vieles ist!  :grübel:
Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern gut gemeint
eva1105
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Re: Pflegegeld oder erhöhter Betreuungsbedarf ???

Beitragvon eva1105 » 8. November 2014 15:46

Meine Tochter ist 9 Jahre alt und hat auch adhs... bei uns kommt am Dienstag der medizinische Dienst.  Wir haben nun Antrag  auf pflegegeld gestellt. Ich bin schon sehr gespannt. 

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