Finanzielle Unterstützung für Wohnung??

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Asgard
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Finanzielle Unterstützung für Wohnung??

Beitragvon Asgard » 9. September 2013 12:49

Hallo, ich bin 26, und leben noch bei meinen Eltern.Leider ist das ein eher ungesundes Umfeld für mich (sehr dominante Mutter), das mich in meiner Entwicklung stark beeinträchtigt... leider...
Nun kann ich mir aber keine Wohnung leisten, da ich psychisch schwer erkrankt bin und nicht normal arbeiten kann. Jetzt wollte ich wissen ob es vom Staat irgendeine Hilfe gibt?
In Hartz IV falle ich nicht, da meine Familie nicht in den Kreis der Betroffenen fällt, ich aber wie gesagt leider nicht unterstützt werde... Arbeitslosengeld bekomme ich nicht da ich gerade über dem Mindestlohn bin...
Hat vielleicht jemand Erfahrung mit dieser Situation oder weiß was ich machen könnte?
Lieben Dank und mit freundlichen Grüßen
Asgard
huschwusch

Re: Finanzielle Unterstützung für Wohnung??

Beitragvon huschwusch » 9. September 2013 13:22

Grundsätzlich kann man sich in dem Alter sich eine eigene Wohnung suchen. Und wenn das Arbeitseinkommen nicht reicht, dann wird man entweder Aufstocker oder kann Wohngeld beantragen.

Sobald man seine eigene Bedarfsgemeinschaft (das wird man, wenn man alleine wohnt) ist, stehen einem die entsprechenden Sozialleistungen auch zu, egal ob die Familie darunter fällt oder nicht.

Was man beachten sollte ist, dass die zu suchende Wohnung kostenmäßig im ALG-2-Bereich blieben sollte.
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Binchen
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Re: Finanzielle Unterstützung für Wohnung??

Beitragvon Binchen » 9. September 2013 15:50

Hallo Asgard,

wie ich aus deinem Beitrag lesen konnte, hast du ein kleines Erwerbseinkommen (" ...Arbeitslosengeld bekomme ich nicht da ich gerade über dem Mindestlohn bin...").

Je nachdem wieviel du im Monat verdienst hast du 2 Möglichkeiten finanzielle Unterstützung für eine eigene Wohnung zu bekommen:

1. du könntest Wohngeld beantragen.
....Dies geschieht beim zuständigen Wohngeldamt eurer Stadt (oder Gemeinde) die für dich dann zuständig wäre.

2. wenn du keinen Anspruch auf Wohngeld haben solltest, dann könntest du eine Aufstockung deines Lohnes durch das SGB-II beim zuständigen
....JC beantragen. In den Leistungen nach SGB-II werden auch die angemessenen Wohnkosten vom jeweiligen JC übernommen. Diese
....Angemessenheit (auch KdU genannt) ist von Ort zu Ort jedoch unterschiedlich hoch und zudem gibt es bestimmte Vorgaben was die
....Wohnungsgröße je nach Personenzahl der Wohnungsnutzer betrifft.

Wieviel deine Wohnung dann kosten darf lt. der zuständigen Angemessenheitsrichtlinie des jeweiligen zuständigen JC kann man u.a. auch hier evtl. herausbekommen:

http://www.harald-thome.de/oertliche-richtlinien.html

Dort wurden einige KdU-Richtlinien veröffentlicht. Aber bitte aufpassen, einige der dort genannten Richtlinien könnten sich mittlerweile auch bereits schon wieder verändert haben. Daher sollte man diese Angaben viel mehr als hilfreiche Angaben ansehen und letztendlich sich beim jeweils für einen zuständigen JC die aktuellen Richtwerte erfragen.

Sowieso sollte man VOR der Unterschreibung eines Mietvertrages bei jeweils zuständigen JC die Kostenübernahmezusage für diese Wohnung sich geben lassen (und zwar immer am besten schriftlich, damit man selber was in den Händen hält und das JC im nachhinein nicht behaupten kann, dass man diese Wohnung einem als angemessen zugestanden hätte) und dann, wenn dies erfolgt ist, kann man auch getrost den Mietvertrag unterschreiben.

Dazu wird oftmals eine sogenannte Mietbescheinigung benötigt, die der Vermieter vor Vertragsunterzeichnung einem ausfüllen sollte und man damit dann beim JC diese Wohnung auf deren Angemessenheit (lt. KdU-Richtlinie) überprüfen läßt.


Weder bei Beantragung auf Wohngeld für eine eigene Wohnung noch bei Antragstellung auf aufstockende ALG-2-Leistungen ist das Einkommen der Eltern relevant, vor allem bei letzterem dann nicht, wenn man eine eigene Wohnung bezieht und somit keine BG mit den Eltern bildet. Lediglich wenn du Leistungen nach dem SGB-XII (Grundsicherung für nicht mehr oder vorübergehend nicht mehr erwerbsfähige Personen) beantragen möchtest, spielt auch die finanzielle Leistungsfähigkeit deiner Eltern eine Rolle.

Beim SGB-II ist es gesetzlich so geregelt, dass junge Erwachsene die unter 25 Jahre alt sind generell im Haushalt der Eltern wohnen bleiben müssen. Es sei denn, sie können ihren gesamten notwendigen Lebensbedarf alleine durch eigenes Einkommen und Wohngeld-Zuschuss sicherstellen. Dann dürfen auch jüngere junge Erwachsene von zuhause ausziehen und eine eigene Wohnung beziehen.

Und da du, so aus deinem Beitrag entnehmbar, bereits 26 Jahre jung ist, kann dir kein JC der Welt eine eigene Wohnung verweigern.

Zustehen tut dir aber lt. SGB-II lediglich eine Wohnfläche bis zu 50 qm, egal ob die Wohnung sich dann lediglich auf einen Wohnraum bezieht oder aus 2 seperaten Wohnräumen besteht. Es darf halt auf keinen Fall diese obligatorische 50 qm zulässige Wohnfläche überschritten werden.

Hier findest du einiges Wissenswerte zum Thema SGB-II (ALG-2 oder auch Hartz-IV, auch zur Aufstockung) genannt:
http://www.harald-thome.de/media/files/ ... 8.2013.pdf

Das wäre es erstmals von mir zu diesem Thema.

glg
Binchen
Selber:     ADHS (06.2008),
Benjamin: ADHS (05.2008), Legasthenie (12.2010 - Therapie seit 08.2012), auditive Wahrnehmungsstörung (2004), logop. Behandlung (2004 - 10.2011), Asthma (seit Geburt), Frühförderung (v. 2006 - 2008)
Michel: pubertäre Probs

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