sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

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nickiii
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sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon nickiii » 26. Februar 2013 10:30

Hallo liebe Foris,

ich muss hier heute mal meinen Kummer los werden, wohl auch mit der Hoffnung, dass jemand von euch einen Tip hat oder auch von seinen eigenen Erfahrungen schreiben kann, die mir vielleicht noch einen anderen Weg aufzeigen.

Es geht um meinen 10 jährigen Sohn, der derzeit die 4. Klasse der hiesigen Grundschule besucht.

Folgende Diagnosen hat mein Sohn

- sensomotorische Integrationsstörung mit AD(H)S
- Wahrnehmunggstörung (Filterschwäche, visuell, auditiv)
- Grob- und Feinmotorikstörungl
- zentrale Koordinationsstörung

zu alledem hat sich durch die seit 2 Jahren anhaltenden Schwierigkeiten mit der Schule nun auch noch eine Angststörung hinzugesellt und mein Kind reagiert mit somatoformen Symptomen wie Übelkeit, starkes Nasenbluten, Bauch- und Kopfschmerzen, Durchfall . Er macht die Nacht zum Tag (Schlafstörung), schläft oft um 4 Uhr morgens noch nicht.

Ihm ist die Klasse zu unruhig , zu laut. Er macht so gern Sport , wird aber dadurch, dass er stets schlechte Noten im Werfen etc. bekommt, wieder seelisch aus der Bahn geworfen. Mein Sohn nimmt sich alles so sehr zu Herzen und ist eher zurückhaltend.

In seinem Hausaufgabenheft stehen ständig Vermerke, dass irgendwelche Materialien fehlen, die allerdings in seinem Fach oder unter der Bank in der Schule sind und er sie oftmals nicht findet.

Allein die Durchsetzung des Nachteilsausgleiches war eine Qual. Die Schule hat sich total gesperrt.

Durch unsere Ärztin und Psychotherapeutin wurde mir nahe gelegt den sonderpäd. Förderbedarf auf den Gebieten soziale/emotionale Entwicklung und Motorik zu stellen. Dies habe ich nunmehr zwei Mal getan und beide Male wurde alles abgelehnt. Begründung, allein ein ADS erfordert keinerlei sonderpäd. Förderbedarf. Die Nebeneinschränkungen wurden nicht mit einbezogen, obwohl sie in sehr deutlicher Form in der Diagnostik veranschaulicht werden.

Durch Zufall wurde mir von einem gemeinnützigen Verein gesagt, dass ich die Gutachten hätte einsehen müssen, die im Zuge der Beantragung erstellt worden sind. Diese habe ich nie gesehen. Der Mitarbeiter des MSDD war bei mir zu Hause und meinte nur, dass wir keinen Anspruch hätten, da ein ADS allein dies nicht begründen würde. PUNKT.

Nun habe ich versucht diese Gutachten zu bekommen, da sie mir ja zustehen. Ob vom Landesschulamt, dem MSDD , der Schule oder den Gutachtern selbst (von denen ich nicht einmal die Namen genannt bekam und selbst alles herausfinden musste) bekomme ich keine Aussage, keine Antwort. Es ist kein Gutachten zu finden.

Laut Aussage des MSDD und des Landesschulamtes müssen in einem solchen Prozess keine Gutachten erstellt werden. Das lese ich im Gesetzestext allerdings anders.

Gestern war die dritte Fachkommissionssitzung im Landesschulamt und man blieb bei der Aussage, dass eine Gewährung nicht notwendig sei, obwohl die Ärzte es anders sehen und dringend darauf hinweisen, dass die Notwendigkeit besteht.
Sie sehen es aus pädagogischer Sicht anders und ausserdem hätte mein Kind sehr gute bis gute Noten. Ich stelle aber doch den Antrag nicht auf Grund des Lernens, sondern auf Grund der emotionalen Entwicklung und der Motorik.

Eine Förderschullehrerin meinte, ich würde meinem Kind ein STIGMA aufdrücken und ihn in eine Schublade schieben.

Bei uns steht die Frage der weiterführenden Schule im Raum. Wir haben im Einzugsgebiet eine Sekundarschule, dort geht alles drunter und drüber und ein Gymnasium. Das war es dann auch.
Ich soll für mein Kind ein Lernumfeld mit ruhigem Umfeld  und kleiner Klassenstärke sowie individueller Förderung suchen. Dies wäre hier nur in einer freien Trägerschaft möglich. Dagegen stellt sich das Landesschulamt mit aller Macht.

Mein Sohn hat im letzten halben Jahr 22 Fehltage, im letzten Jahr über 50 , das Jahr davor noch mehr. Ich habe gefragt, wie sie sich das erklären würden. Man meinte, dass dies auch andere Ursachen haben würde. Ich habe dann gesagt, dass dies alles gesundheitlich abgeklärt wäre und mein Kind mittlerweile eine Angst vor der Schule oder vor bestimmten Situationen innerhalb der Schule entwickelt hat.

Es wurden von Leuten Gutachten erstellt, die Lehrer sind und im Sportunterricht (Ballspiel über 30 Minuten) die Feinmotorik begutachten wollten, aber nichts feststellen konnten. Wie auch, in einem Ballspiel ist die Grobmotorik vorstellig. Dies wollten aber alle Beteiligten nicht hören. Und es wurde sofort umgeschwenkt.

In der letzten Woche hatte ich meinen Sohn in einem freien Träger zur Probebeschulung und er fühlte sich dort sichtlich wohler, hatte Spass an der Schule und wollte dort gar nicht weg. Aber hierfür hat das Landesschulamt kein Gehör.

Ich bin auf Grund einer eigenen gesundheitlichen Erkrankung und der Erkrankung meines älteren Sohnes aus dem Arbeitsleben ausgeschieden und kann aus dem Grund die finanziellen Mittel für die  Beförderung und Beschulung nicht aufbringen.
Wie es weitergehen soll, weiss ich nicht. Im Landesschulamt "hackt eine Krähe der Anderen kein Auge aus" Das ist wie eine eingeschworene Gemeinschaft, wo man nicht gegen ankommt. Meine Ärzte sagen ich soll dafür sorgen, dass mein Kind in einem ruhigeren Umfeld lernen kann und ich versuche und versuche und schaffe es nicht diese Instanzen zu nehmen, weil das Landesschulamt zu keiner Hilfe bereit ist. Sie setzen sich über all unsere Diagnosen hinweg.

Meine Nerven liegen blank, ich weiss nicht mehr wie es weitergehen soll.

Vielleicht habt ihr ja einen Rat.  :baw:
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon Elchi » 26. Februar 2013 10:47

Hast Du mal bei der freien Schule nachgefragt, welche Möglichkeiten der Finanzierung es gibt? So weit ich weiß, dürfen diese Schulen Kinde nicht nur aus finanziellen Gründen ablehnen. Eventuell gibt es die Möglichkeit eines Stipendiums oder ähnliches, wenn er doch so gute Noten hat.

Ich kenne mich mit den genauen Vorschriften nicht aus, aber vielleicht lohnt es sich, in dieser Richtung mal nach zu forschen?

LG
Elchi
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon Martin Winkler » 26. Februar 2013 10:51

Ich würde mir jede einzelne Aussage der Schulbehörde bzw. des Sozialamtes schriftlich geben lassen.
Gespräche am Telefon sind sinnlos, da nicht belegbar. Wenn Du zu Gesprächen ins Amt zitiert wirst, nimm eine Zeugin mit.

Du hast ein Anrecht darauf, das Gutachten einzusehen. Es muss sogar im Rahmen des Beantragungsprozesses natürlich ausführlich mit den Eltern besprochen werden.

Tatsächlich ist es so, dass ADHS allein nicht "reicht". Es spielt eine Rolle, dass eine deutliche Entwicklungs- und Wahrnehmungsproblematik vorliegt. Hier kann es sinnvoll sein, sich mit den entsprechenden Selbsthilfeverbänden zu beratschlagen.

Wir hatten bei unserem Sohn keine Probleme mit dem Antrag und der Genehmigung. Er hat allserdings eben auch eine Dyspraxie bzw. Umschriebene Störung der Motorik und eine schwere Sprachentwicklungsproblematik.
http://adhsspektrum.wordpress.com
ADHS-Spektrum Dr. Martin Winkler bloggt ...

Ab 1.8.2013 Saale Klinik 1 Psychosomatik in Bad Kösen mit ADHS-Bereich
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nickiii
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon nickiii » 26. Februar 2013 11:37

@ MartinLieben Dank für deine Antwort. Ich habe schriftlichen Kontakt mit den Behörden gehabt und Reihe rum geschrieben und um Übergabe der Gutachten gebeten..diese waren verschwunden. Schlichtweg verschwunden. Keines in der Schülerakte...das Landesschulamt und der MSDD meinten " wo würden wir denn hinkommen,wenn wir alles von jedem Kind aufheben würden? Wir haben hier nichts mehr". Einer hat es auf den Anderen geschoben.

Mein Sohn hat ja nicht nur ADS..er hat mehrere Begleitdiagnosen , wie Wahrnehmungsstörung (auditiv und visuell)
sowie Motorikstörung (Grob- und Feinmotorik), Zentrale Koordinationsstörung.

Ich hatte gestern im Amt meine Rechtsanwältin mit, die sich die ganze Zeit Notizen gemacht hat und danach meinte, dass da definitv etwas nicht stimmen würde. Sie hat ebenso schriftlich um Herausgabe der gesamten Akte (des Verlaufes) gebeten. Daraufhin wurde ihr mitgeteilt, dass die Akte nicht ausgehändigt wird. PUNKT. Sie geht nun dagegen vor. Ich durfte nicht einmal gestern einen Blick hinein werfen.

Die Gutachten wurden mit mir nie besprochen. Wie gesagt, ich wusste bis zu dem Gespräch in dem gemeinnützigen Verein nicht einmal, dass das Amt dazu verpflichtet ist.
Hinzu kommt, dass der Bescheid im Mai 2012 erging (Ablehnung), Begutachtet wurde er das erste Mal im Juni von der Schulpsychologin, danach folgte das motorische Gutachten innerhalb 30 Minuten einer Sportstunde ( es wurde nur Völkerball gespielt).

Mein Sohn befindet sich in seit Jahren in der Ergotherapie, die eine Apraxie beschrieben hat und alle sichtbaren Defizite sehr deutlich aufgeführt hat. Von alledem ist nicht einmal die Rede gewesen. Man schiebt es einfach bei Seite. Man hat mir jetzt gesagt, dass nach der großen Fachkommission gestern nun eine Abschlussbescheid ergeht, danach dürfte ich in die Akte sehen.

Ich war und bin einfach nur völlig geschockt.

@ Elchi

ja, ich hatte ja oben schon geschrieben, dass ich meinen Sohn letzte Woche in einer freien Trägerschaft hatte. Ihm hat es dort sehr gut gefallen. Er wollte gar nicht weg. Die Übernahme des Schulgeldes oder die Erlassung könnte man beantragen, allerdings bleiben mir die Fahrtkosten täglich. Das kann ich allein nicht stemmen. Wir wohnen auf dem Land und ich müsste täglich 4 x fahren, über 100 km insgesamt. Mit meinem derzeitigen Einkommen kann ich das nicht bezahlen. Darum hatte ich das Landesschulamt angesprochen, ob sie da nicht unterstützen könnten. Sie können meinem Sohn hier im Einzugsgebiet keine adäquate Schule nennen. Es gibt keine Schule hier , die alledem gerecht werden könnte. Sie wissen das, aber tun nichts. Es ist so ärgerlich zu erfahren, dass eine Behörde, der das Wohl des Kindes eigentlich am Herzen liegen sollte, sich tot stellt und so tut, als würde sie diese Sache gar nichts angehen.
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Sheherazade
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon Sheherazade » 26. Februar 2013 12:02

[quote="nickiii"]
Die Übernahme des Schulgeldes oder die Erlassung könnte man beantragen, allerdings bleiben mir die Fahrtkosten täglich.[/quote]

Ich habe es zwar schon in einem anderen Thread geschrieben ....

Bei uns übernimmt die Schule in privater Trägerschaft die Beförderungskosten, eben weil die Kinder aus dem ganzen Landkreis (und auch den benachbarten) kommen. Hast du in der Schule schon mal nachgefragt?
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon Elchi » 26. Februar 2013 12:03

Ja, das mit den Fahrtkosten ist schwierig, aber warum 4x fahren? Gibt es dort Nachmittagsunterricht, ohne Mittagsaufsicht?

Möglicherweise gibt es aber jemand, der weiß, bei wem man nach dem Fahrtkosten-Zuschuß noch fragen kann, mit diesen Behördendingen kenne ich mich (zum Glück  :zwink: ) nicht aus.

Die Schule selbst kann da auch keineTipps geben?

Dass Dein Sohn den Probetag gemacht hat, heißt ja nicht, dass die Finanzierung schon geregelt ist  :ja1:
Es wäre aber ja wirklich ein Hammer, wenn eine passende Schule nur am Fahrgeld scheitert. (Ich dachte, es geht um das Schulgeld allgemein)
Ist da das Jugendamt ein möglicher Anpsrechpartner? Wenn dort jemand kapiert, dass bei einer Regelschule in der Nähe die Gefahr des Scheiterns viel größer ist (und damit die Kosten, die auf sie zukommen  :811: ), hilft Dir dort vielleicht jemand?

LG
Elchi

(Hat sich jetzt mit Sheherazades Beitrag überschnitten, ich schicke es aber trotzdem ab  :zwink:
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon nickiii » 26. Februar 2013 12:39

[quote="Elchi"]
Ja, das mit den Fahrtkosten ist schwierig, aber warum 4x fahren? Gibt es dort Nachmittagsunterricht, ohne Mittagsaufsicht?

Möglicherweise gibt es aber jemand, der weiß, bei wem man nach dem Fahrtkosten-Zuschuß noch fragen kann, mit diesen Behördendingen kenne ich mich (zum Glück  :zwink: ) nicht aus.

Die Schule selbst kann da auch keineTipps geben?

Dass Dein Sohn den Probetag gemacht hat, heißt ja nicht, dass die Finanzierung schon geregelt ist  :ja1:
Es wäre aber ja wirklich ein Hammer, wenn eine passende Schule nur am Fahrgeld scheitert. (Ich dachte, es geht um das Schulgeld allgemein)
Ist da das Jugendamt ein möglicher Anpsrechpartner? Wenn dort jemand kapiert, dass bei einer Regelschule in der Nähe die Gefahr des Scheiterns viel größer ist (und damit die Kosten, die auf sie zukommen  :811: ), hilft Dir dort vielleicht jemand?

LG
Elchi

(Hat sich jetzt mit Sheherazades Beitrag überschnitten, ich schicke es aber trotzdem ab  :zwink:
[/quote]


Ich wohne im Saalekreis, die Schule selbst wäre in Halle , das sind ca 28 km bis zur Schule. Also würde ich ihn hin fahren müssen, dann wieder heim, nachmittags um halb drei wieder nach Halle und wieder zurück. Darum 4x (2x hin und 2 zurück)  :zwink: Der Unterricht geht da bis halb drei oder länger. Die Schule selbst hat keinen Rat.
Ja, natürlich weiss ich, dass ein Probetag die Finanzierung des Schulgeldes nicht regelt. Klaro... ich meinte ja nur, dass er schon dort gewesen ist und es ihm gut gefallen hat. Er also mit dieser Schulform besser klar zu kommen scheint, da die Lehrer sich individueller auf ihn eingestellt haben und auch wissen, worum es geht. Das Jugendamt ist nächste Woche an der Reihe. Ich habe mir vorhin einen Termin geben lassen und werde auch auf Kostenübernahme bei Beantragung von § 35 a hinweisen.
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon Elchi » 26. Februar 2013 12:50

Ah, ja, jetzt habe ich es verstanden  :kk:

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du beim Jugendamt mehr Glück hast.

LG
Elchi
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon nickiii » 26. Februar 2013 12:59

[quote="Elchi"]
Ah, ja, jetzt habe ich es verstanden  :kk:

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du beim Jugendamt mehr Glück hast.

LG
Elchi
[/quote]


:breitgrinse1: DANKE DIR  :winken:
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon Sheherazade » 26. Februar 2013 13:23

[quote="nickiii"]
Ich wohne im Saalekreis, die Schule selbst wäre in Halle , das sind ca 28 km bis zur Schule. Also würde ich ihn hin fahren müssen, dann wieder heim, nachmittags um halb drei wieder nach Halle und wieder zurück.[/quote]

Was ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Mein Sohn fährt auch mit dem Bus zu seiner 25 km entfernten Schule, inklusive einmal Umsteigen. Mit ein wenig Übung klappt das meistens.

Ich frage mich aber ernsthaft ob dein Kind der einzige Schüler aus deiner Gegend sein sollte oder warum kann dir die Schule da keinen Rat geben?
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon nickiii » 26. Februar 2013 13:33

Mein Sohn hat eine Angststörung entwickelt und darf aus ärztlicher Sicht nicht allein los...jedenfalls nicht so. Hier wäre es auch nicht einmal umsteigen. Er müsste mit dem Bus hier in aller Herrgottsfrühe los..der Bus fährt schon über eine Stunde nach Halle bis Hauptbahnhof. Dann mit zwei oder drei Straßenbahnen kreuz und quer durch die Stadt. Heisst , er müsste fast 3 Stunden früher los. Wenn die Schule um 8 anfängt, dann um 5. Also..da schick ich mein Kind nicht allein durch die Gegend.. bei ner Wahrnehmungsstörung ist das auch verständlich. :-)

Hier fährt nicht alle halbe Stunde ein Bus. Hier fährt aller paar Stunden ein Bus.  :ja1: Wir sind ein ganz anderer Landkreis, also gehen die Kinder von hier normalerweise in unsere eine Sekundarschule oder ins Gymnasium. Da gibt es hier keine Alternative. Als wir in der Schule zum Elternabend waren, hab ich kein bekanntes Gesicht gesehen. aber ich kann natürlich nachfragen, ob noch andere Kinder aus unserem Ort dort sind.
Zuletzt geändert von nickiii am 26. Februar 2013 13:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon Elchi » 26. Februar 2013 13:41

Vielleicht gibt es ja auch jemand aus einem Nachbarort, mit dem Du Dich dann bei der Fahrerei abwechseln kannst. Dann wäre es schon nur noch das halbe Fahrgeld und Zeitersparnis hättest Du auch noch.
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon angeleyes » 6. März 2013 10:43

Ich bekomme nicht in den Kopf warum das Schulamt sich so sperrt.(Kostenfrage)

Du hast zwar nicht das Recht die Akte mitzunehmen ,aber du hast definitiv das Recht sie einzusehen.
Ich gehe davon aus das du alle anderen Unterlagen (Bericht von Arzt ,Ergo u.s.w) hast.

Alles nehmen und ab zu JA weil meiner Meinung nach liegt hier ein Fall von "Kindeswohlgefährdung" durch die Behörden vor.

Ich meine du kannst ja belegen was für Probleme deine Maus hat.

Vielleicht ist auch der  § 35a SGB VIII interesant.
So könntest du durch diesen z.b. eine Schulbegleitung beantragen,wenn es absolut nicht umsetzbar ist die Schule zu wechseln.

Ich drücke euch ganz ,ganz doll die Daumen.
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Re: sonderpäd. Förderbedarf , § 35 a.... völlige Ablehnung vom Landesschulamt

Beitragvon nickiii » 6. März 2013 11:08

[quote="angeleyes"]
Ich bekomme nicht in den Kopf warum das Schulamt sich so sperrt.(Kostenfrage)

Du hast zwar nicht das Recht die Akte mitzunehmen ,aber du hast definitiv das Recht sie einzusehen.
Ich gehe davon aus das du alle anderen Unterlagen (Bericht von Arzt ,Ergo u.s.w) hast.

Alles nehmen und ab zu JA weil meiner Meinung nach liegt hier ein Fall von "Kindeswohlgefährdung" durch die Behörden vor.

Ich meine du kannst ja belegen was für Probleme deine Maus hat.

Vielleicht ist auch der  § 35a SGB VIII interesant.
So könntest du durch diesen z.b. eine Schulbegleitung beantragen,wenn es absolut nicht umsetzbar ist die Schule zu wechseln.

Ich drücke euch ganz ,ganz doll die Daumen.

[/quote]

lieben Dank für deine Zeilen. Nachdem nun in der letzten Fachkommission wiederum vom Landesschulamt Halle keine Einsicht kam, scheint das Thema für unser zuständiges Landesschulamt vom Tisch zu sein. Wie oben beschrieben sehen die Damen und Herren trotz zweier ausführlicher Diagnostiken über Jahre hinweg,der zusätzlichen Verlaufsberichte der Ergo - und Psychotherapie etc. pp. keinerlei Handlungsbedarf. Sie meinen, anhand seiner guten Zensuren hätte er sogar das Zeug zum Gymnasium. Dem widersprechen die Ärzte und Therapeuten massiv. Natürlich hat er guten Zensuren, aber ich habe den Förderbedarf ja nicht auf Grund der Lernproblematik gestellt, sondern auf Grund der motorischen und emotionalen Defizite bzw. wegen der Wahrnehmungsproblematik. Das will im Amt gar keiner wissen. Es wird einfach übergangen.
Meine Anwältin war ja , Gott sei Dank, anwesend und wird nunmehr eine Klage vorbereiten. Sie hat nur mit dem Kopf geschüttelt und gemeint, dass dies unfassbar wäre, was da ablaufen würde. Das Jugendamt wurde prompt von ihr informiert und wird sich nun einschalten. § 35 a ist nun in Beantragung und laut der Bearbeiterin, die die Befunde von meiner Anwältin bekommen hat, sollte die Genehmigung auch kein Problem darstellen (hoffen wir , dass es auch so ist)

Ja, mir liegt nicht nur die Diagnostik vor, sondern auch Zuarbeiten der Ergotherapie und Psychotherapie. Alle beteiligten Personen, die mein Kind betreuen, sind einfach nur geschockt über soviel Ignoranz des Amtes.

Laut Jugendamt gibt es vermehrt (auf sämtlichen Gebieten) Ärger mit dem Landesschulamt hier im Gebiet.

Meiner Meinung nach geht es hier nur ums Geld. Alles so gering wie möglich halten und das , wenn es sein muss, auch auf Kosten des Kindes. " Wunderbar", wenn man bedenkt, dass ein Schulamt eigentlich  FÜR das Kind arbeiten sollte, nicht dagegen.

Das Schlimme ist, das ich keiner Schule in freier Trägerschaft eine Aussage zum Förderbedarf machen kann, weil das Landesschulamt sich sperrt und die Bearbeitung seit letztes Jahr bis zum heutigen Tag wohlwissentlich hinausgezögert hat und somit alle weiteren Wege , die zu gehen wären, sperrt.
Mich macht das wütend wenn ich allein drüber nachdenke. Die Sachbearbeiter und Referenten wissen seit letztes Jahr, dass ich gar keine Zeit habe und eine schnelle Entscheidung zu Gunsten des Kindes hätte fallen müssen, aber da wird eben nicht bearbeitet, weil der ein oder andere fehlt, weil irgendwelche Zuarbeiten, die schon vorliegen, angeblich noch mal gemacht werden müssten. Ist wer krank, fühlt sich niemand anderer zuständig, obwohl schon mehrere Personen mit eingebunden waren. Diagnosen werden nicht gelesen bzw. nicht verstanden. Keine Ahnung...es ist einfach nur schlimm und macht einen sprachlos und wütend.

Vom Landesschulamt wurde alles als völlig positiv hingestellt. Die Betreuung dieser Kinder wäre in all unseren Schulen gewährleistet . Bisher haben wir nur Ärger.... ständig sind Lehrer krank. Es werden statt Unterrichtsstunden Angebotsstunden eingeschoben, in denen sich die Kinder mit sinnlosen Dingen allein beschäftigen müssen. Lehrermangel ohne Ende. Gestern war es so, dass die 3. Klassen mit den 4. zusammengelegt worden sind, weil wieder ein Lehrer ausfiel. Das Theater kann man sich vorstellen, wenn die Lehrer nicht mal mit der normalen Klasse fertig werden.

Pädagogische Mitarbeiter, die die Kinder mit Einschränkungen unterstützen sollten, fehlen... somit sind diese Kinder auf sich gestellt und wir sitzen dann hier über 3 Stunden an Hausaufgaben, weil Sohnemann nicht weiss, was und wie er es machen soll. Der Unterrichtsstoff, der in der Schule nicht geschafft wird,wird als Hausaufgabe ins HA-Heft "gedonnert". Und , und, und....

Aber das Landesschulamt meint diese Kinder würden hier definitiv gut betreut und abgefangen werden. Na, wenn das mal nichts ist !!! :kk:

Wir waren in der letzten Wochen in einer kirchlichen Schule in freier Trägerschaft. Auch diese weiss nicht, ob sie mein Kind aufnehmen kann, weil sie ihm ja gerecht werden wollen und dazu aber einen sonderpäd. Förderbedarf brauchen. Wie lange, das sei dahingestellt, aber sie brauchen ihn erstmal. Und ohne positiven Bescheid des Landesschulamtes, wird das für uns nicht gut ausgehen.

Normalerweise wäre dieser ganze "Affentanz" eine Sache für die Medien und ich halte mich nur noch zurück, weil meine Anwältin die Klage vorbereitet.

Ich frage mich ernsthaft wofür diese Bearbeiter ihr Geld bekommen??? Für nichts tun.... das Geld für solche unfähigen Leute auf solchen wichtigen Positionen, wo die Zukunft der Kinder von abhängt, könnte man sinnvoller einsetzen.

Pffff...... tief ausatmen.. ...sorryyyy... das musste mal raus.

Wenn der Termin beim Jugendamt war, werde ich berichten. LG Nicki

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