Klage gegen Jugendamt

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lausmaus3
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Klage gegen Jugendamt

Beitragvon lausmaus3 » 24. Januar 2013 00:13

Hallo Zusammen,

hat schon mal jemand von Euch gegen das Jugendamt geklagt?

Hintergrund meiner Frage: Mein Sohn kommt im Herbst in die Schule, und es ist absehbar,das die Hausaufgaben sein größtes Problem sein werden.

Jeder (auch unser Kinderarzt, Hausarzt, Kinderpsychiater, seine Ergotherapeutin, sein Heilpädagogin, der Kindergarten etc...) ist dieser Meinung und legt uns nahe, auf jeden Fall zu versuchen, irgendeine Form der Hausaufgabenbetreuung zu bekommen. Und das eben am besten vom Schulstart an.

Nachdem das Thema heilpädagogischer Hort nach der Schule vom Tisch ist, (das wollte der Kinderpsychiater erst, aber die Nachteile des Horts waren uns zu schwerwiegend), bleibt hier am Ort nur eine sogenannter heilpädagogische Hausaufgabenbetreuung. Die wäre super, liegt auf dem Schulweg, und wir kennen die Einrichtung gut, weil wir da momentan auch Heilpädagogik machen, die aber mit Schulstart aufhört.

Unser Jugendamt ist das einzige im weiteren Umkreis, was alles ablehnt. Nur ein Hort würden die bewilligen, sonst nichts. Dabei gibt es bereits 5 km weiter, im nächsten Jugendamt ganz andere Bewilligungen.
Leider sind unsere finanziellen Mittel begrenzt, und diese Hausaufgabenbetreuung aus eigener Tasche bezahlen, ist nicht drin (kostet ca. 300 Euro pro Monat).

Nun ist doch auch immer die Rede von Inklusion etc. und man kann doch auch nicht jedes normal begabte ADHS- Kind in Sonderschulen und Spezialhorte stecken, da würden die Plätze eh nicht reichen. Welche Rechte hat man denn so als Betroffene?

Freue mich schon auf Eure Antworten, Ideen, eigene Erfahrungen...

LG Claudia
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Sheherazade
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon Sheherazade » 24. Januar 2013 05:49

[quote="lausmaus3"]
Hintergrund meiner Frage: Mein Sohn kommt im Herbst in die Schule, und es ist absehbar,das die Hausaufgaben sein größtes Problem sein werden.
[/quote]

Warum?

Welche Rechte hat man denn so als Betroffene?


Habt ihr denn schon einen schriftlichen Antrag gestellt? Wenn ja, mit welcher Begründung wurde abgelehnt?

Der Weg vor einer Klage ist normalerweise: Antragstellung - Ablehnung - Widerspruch - Ablehnung - Klage.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
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lausmaus3
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon lausmaus3 » 25. Januar 2013 13:42

Hallo,

das die Hausaufgaben ein Problem werden ist absehbar- weil bereits jetzt alle Hausaufgaben der Therapeuten ein Problem sind, ebenso die Vorschulaufgaben, die wir sonst so machen- alles ein Krampf, viel Stress, Ärger, etc.

Und wir schon jetzt festgestellt haben, das es deutlich besser läuft, wenn Sohnemann mit jemand anders diese Sachen macht. Wenn meine Freundin was mit ihm macht, geht es besser, auch bei den Therapeuten läuft es gut nur eben nicht bei uns als Eltern...

Und wir wollen uns halt vorher informieren, was geht, da der Kinderpsychiater ja auch schon andeutete, das wir auf jeden Fall was machen sollten.

Und falls wir jetzt z.B. unsere Rechtschutzpolice erweitern müßten, gibt es ja auch da dann vermutlich erst mal eine Sperrfrist. Ich plane lieber alles im vorraus, was möglich ist.



LG Claudia
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon kikilinchen » 25. Januar 2013 14:12

Bei welchem Kind mit ADHS laufen denn die Hausaufgaben völlig problemfrei und ohne Stress ????
Wenn diese Kinder alle eine Hausaufgabenbetreuung bezahlt bekommen würden........
Da sind dann meiner Meinung nach die Eltern gefragt.......

Gruß
Kikilinchen
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Sheherazade
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon Sheherazade » 25. Januar 2013 14:20

[quote="lausmaus3"]
Und wir schon jetzt festgestellt haben, das es deutlich besser läuft, wenn Sohnemann mit jemand anders diese Sachen macht. Wenn meine Freundin was mit ihm macht, geht es besser, auch bei den Therapeuten läuft es gut nur eben nicht bei uns als Eltern...
[/quote]

Hm, das ist an sich bei jedem Kind so. Dann liegt es an den Eltern, sich als Hausaufgabenbetreuung zu qualifizieren.

Und wir wollen uns halt vorher informieren, was geht, da der Kinderpsychiater ja auch schon andeutete, das wir auf jeden Fall was machen sollten.


Habt ihr schon mal an ein Elterntraining ("Stepping Stone Triple P" oder "Starke Eltern - starke Kinder") gedacht?
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon No User » 25. Januar 2013 15:20

Wie Sheherazade schon schrieb, müsste dem Rechtsweg erst mal ein abgelehnter Antrag und ein abgelehnter Widerspruch vorausgehen. Bis dahin bleibt unklar, gegen welche Verwaltungsentscheidung ihr klagen könntet.

Ehrlich gesagt tue ich mich bei allem Verständnis für erwartete Hausaufgaben-Nöte deines Sohnes mit diesem Anspruchsdenken sehr schwer. Also Sohnemann ist noch nicht mal in der Schule, da wollt ihr für ihn schon eine Hausaufgabenbetreuung, aber bitteschön auf Kosten des Steuerzahlers? Warum? Wenn's am Geld fehlt, dann wird's wohl nicht beruflich bedingt an der Zeit fehlen, oder?

Zwar weiß ich aus eigener Erfahrung, um wie viel schwerer es aufgrund der emotionalen Nähe sein kann, die eigenen Kinder durch schwierige Hausaufgabensituationen zu begleiten als fremde. Auf der anderen Seite sind es aber nun mal die eigenen Kinder und für die tut man sich auch so manche extreme Mühe an. Und man kann das lernen. Selbst wenn ihr zusätzliche Hilfen bekommt, hängt der Schulerfolg eines Kindes immer ganz stark davon ab, wie sehr seine Eltern den unterstützen können und wollen.

Normalerweise sehe ich Hausaufgabenbetreuung nicht in der Verantwortlichkeit des Jugendamtes. Es ist ja kaum darstellbar, dass ausgerechnet durch fehlende Hausaufgabenbetreuung ein Kind von seelischer Behinderung bedroht sein sollte bzw. dass dies eine Kindeswohlgefährdung sein soll. Gleichwohl kann es mit regionalen Unterschieden durchaus auch mal sein, dass ein Jugendamt ein Kind in einer Hausaufgabenbetreuung besser untergebracht sieht als bei seinen Eltern. Das sind aber sehr spezielle Fälle.

Die Hausaufgabenbetreuung ist auch keine Frage der Inklusion, denn die Inklusion in eine Regelschulklasse findet am Schulvormittag statt und kaum einer dieser Mitschüler wird die heilpädagogische Hausaufgabenbetreuung besuchen. Insofern bist du es, die ihr normal begabtes ADHS-Kind in eine Art Spezial-Betreuung stecken will.

Mit dem Finger auf Nachbar- Jugendämter zu zeigen, ist Kindergarten und bringt euch nicht weiter. Gerüchte von dort sind Hörensagen, ob wirklich positiv entschiedene Fälle dort mit eurem vergleichbar waren, könnt ihr nicht wissen und am Ende kommt es sowieso nur auf das eine für euch zuständige Jugendamt an. Und auf dessen Budget und dessen Personal.

Das schießt noch längst nicht aus, dass euer Antrag auch Erfolg haben könnte. Ordentlich mit Stellungnahmen von Fachleuten (Ärzte, Psychiater, TherapeutInnen, Heilpädagogin und Erzieher) begründet und mit der notwendigen Hartnäckigkeit vorgetragen (also inklusive Widerspruch), kann da schon eine Hilfe rausspringen. Nur: Wer zahlt, bestimmt auch die Musik. Und da weiß ich jetzt noch nicht, wie ihr nachweisen wollt, dass nur eine Hausaufgabenbetreuung, aber kein Hort die geeignete Förderung sein könnte.

Dann würde ich nicht mit rechtlicher Auseinandersetzung starten, sondern parallel mit dem Amtsweg (schriftlicher Antrag mit Eingangsnachweis) und mit Kooperationsbereitschaft. Der Rechtsweg kann nämlich verdammt lang sein. Da können Fristen ausgeschöpft werden, da gibt es jede Menge Verzögerungstaktiken usw. Anwälte wollen in erster Linie Geld verdienen. Rechtschutzversicherungen aber auch, die sind dann bei der Gestaltung ihrer Verträge daher auch nicht blöd. So wäre eine Klausel typisch, dass sie die Kostenübernahme verweigern können, wenn die Erfolgsaussichten zu gering sind, was hier gegeben sein könnte.

LG
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon Sonnenfänger » 28. Januar 2013 13:31

Eigentlich wollte ich gerade etwas dazu sagen, aber ich habe gelernt meine Impulsivität etwas in den Griff zu bekommen.  :upsi:

Ich kann nur sagen, bittet mache das JA nicht für alles verantwortlich. Der Ruf der ADHSler ist eh schon nicht so toll und meines Erachtens nach, sind HA-Probs kein Fall für das JA und die Bezahlung durch Steuergelder. Mal davon abgesehen, dass die ja noch garnicht existieren.

Frage beim Kinderschutzbund nach, die bieten auch Hilfen an. Für Eltern und Kinder, genauso wie Erziehungskurse sowie kompetente Beratung und persönliche Hilfe. Diese Hilfen sind kostenlos bzw. es bedarf einer kleinen Spende.

Sorry...... :upsi:

liebe Grüße Sonnenfänger
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon lausmaus3 » 28. Januar 2013 22:34

Hallo Zusammen,

danke für die Statements hier im Ordner, die sich auf meine Frage bezogen haben.

Ansonsten bin ich echt sprachlos, was sonst so geschrieben wird, wie ich angegriffen werde, und Vermutungen in den Raum geworfen werden.

Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt Stellung beziehen soll, aber es läßt mir keine Ruhe.

1) Ich brauche keine Elterntrainings mehr.
Weil....
Ich habe drei normale anerkannte Erziehungskurse gemacht (übrigens auf eigene Kosten), da wir ja die ersten Jahre nichts von ADHS wussten.
Danach haben wir zwei spezielle ADHS- Trainings gemacht, mein Mann hat dafür sogar extra Urlaub genommen!
Ich war unzählige Male in der Erziehungsberatung (seit mein Sohn 1 ½ Jahre ist!). Wir waren beim Kinderpsychologen. Wir hatten Einzelcoaching in der Praxis des Kinderpsychiaters.
Ich war auf Mutter- Kind Kur, dort wurde ein weiteres Erziehungskonzept geschult und mit Videofilmen praktisch erprobt.
Ich habe ständig Gespräche mit seiner Heilpädagogin und der Sonderpädagogin in seinem Kindergarten.


2) Ich habe die letzen 1 ½ Jahre mit meinem Sohn eine regelmäßige Hausaufgabensituation zu hause, die durchaus mit den Schulhausaufgaben vergleichbar ist. Er braucht für Aufgaben, die 15 min dauern sollen, zwei Stunden und wir reiben uns beide dabei auf. Es ist ein Alptraum, u.a. auch für seine kleine Schwester, die das Drama oft genug miterleben muß und deshalb oft nicht aus dem Kindergarten heim will und nur gleich zu Ihren Freunden.

3) Ich weiß 100%ig, das die Nachbarjugendämter diese heilpädagogische Hausaufgabenbetreuung bezahlen, das sind keine Gerüchte, sondern Fakten. Ich kenne auch Familien persönlich, die das bekommen haben.

4) Eine heilpädagogische Hausaufgabenbetreuung kostet aktuell 290 Euro, ein Nachmittag in einem heilpädagogischen Hort 100 Euro, zumindest hier bei uns. Das sind alles Fakten, keine Gerüchte. Ein Monat im Hort kostet also locker 2000 Euro + Fahrtkosten, da es den nicht bei uns am Wohnort gibt. Da stellt sich schon die Frage, was fürs JA billiger wäre.

5) „Wenn's am Geld fehlt, dann wird's wohl nicht beruflich bedingt an der Zeit fehlen, oder?“
Dieser Satz von Steffchen ist der Oberhammer.
Ich arbeite sehr wohl, aber ich habe einen Mini- Job (was anderes bekomme ich nicht, wegen der vielen Termine meines Sohnes am Vormittag- obwohl ich vier Berufsabschlüsse habe!) und bei dem Job gibt es keine Lohnfortzahlung bei Krankheit, oder Urlaub.
Das heißt, wenn die Kinder oder ich krank sind, ich Termine mit meinem Sohn habe, die zwei Kindergärten (meine Kinder sind in verschiedenen Einrichtungen mit verschiedenen Schließzeiten) geschlossen haben, etc. dann kann ich nicht arbeiten und muß die restliche Zeit diese Zeiten nacharbeiten. Praktisch heißt das, das ich teilweise in jeder Minute, wo die Kinder fremdbetreut sind, arbeiten gehe. Meinen Haushalt mache ich inzwischen abends/nachts, weil ich die Nachmittage ja für die Kinder frei haben will und deren Bedürfnisse. Und eine Oma, die uns mal entlasten würde, gibt es auch nicht mehr.
Und trotz arbeiten ist bei uns das Geld knapp, wir wohnen im Ballungsgebiet eines der teuersten Städte Deutschlands und mein Mann ist nur normaler Angestellter.
Urlaub ist auch seit Jahren nicht mehr drin, meine Kinder tragen Second Hand Kleidung, da ist die Frage, ob wir 290 Euro für die Hausaufgabenbetreuung monatlich bezahlen können, einfach illusorisch.

6) Die Idee mit der Klage gegen das Jugendamt kam übrigens zunächst nicht von mir, sondern von dem Kinderpsychiater, der die dringende Notwendigkeit sieht und eben auch schon Patienten hatte, die das bewilligt bekamen.....

7) Unser Sohn gilt schon in manchen Bereichen als Härtefall. So lässt er sich bisher nicht medikamentös vernünftig einstellen, weil er auf fast alle Medikamente, die er bisher bekam, irgendwann schlimme nicht aktzeptable Nebenwirkungen bekam, und wieder was neues ausprobiert werden musste. Und das einzige, was bisher gut war, war nicht alltagstauglich. Der Arzt meinte ja bereits, es gibt Kinder, die kann man nicht medikamentös einstellen, und es könnte durchaus sein, das er dazu gehört. Und sein oppositionelles Verhalten ist eben auch extrem. Und er will nicht in die Schule, und will auch keine Hausaufgaben, das sagt er jeden Tag.

So genug geschrieben.

Lausmaus3
Zuletzt geändert von lausmaus3 am 28. Januar 2013 22:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon No User » 29. Januar 2013 00:05

Du hättest diese Unklarheiten auch unaufgeregter beseitigen können. Wir sind hier keine Hellseher und müssen uns auch mal auf das beschränken dürfen, was du in diesem Fred schreibst.

Deine Gereiztheit, dein schnelles Sich-angegriffen-Fühlen, deine Sprachlosigkeit sind nun auch nicht besonders ermutigend. Vor allem wundert mich dein nicht erkennbares Interesse daran, wie man nun so einen Antrag ERFOLGREICH stellt.

Mini-Jobs kosten Mini-Zeit, ABER ich bin trotzdem in der Lage, deine Situation nachzuvollziehen (nachdem du sie beschrieben hast), schließlich war ich schon in ähnlicher Lage. Doch wenn du schreibst, die Nachmittage für die Kinder frei zu haben, dann ist das Hausaufgabenproblem eben etwas anderes als ein Zeit-Problem. Nur gibt es auch noch genug andere Probleme.

Ich bleibe dabei: Die Nachbarjugendämter können und werden dir nicht weiterhelfen. Es sei denn, ihr zieht um.

Die Entscheidungen von Jugendämtern folgen gesetzlichen Spielregeln, werden aber auch von Rahmenbedingungen beeinflusst. Das liebe Geld vor allem. Trotzdem entscheiden Ämter mehr beamtig als wirtschaftlich bzw. sind nicht alle wirtschaftlichen Interessen zwingend mit denen der Steuerzahler identisch.

Ob nicht auch euer JA helfen wird, weißt du erst, nachdem du einen formalen Antrag durchgekämpft hast. Irgendwelche mündlichen Absagen sind so bedeutungslos wie mündliche Zusagen es auch wären, von einem abgelehnten formalen Antrag hast du noch immer nichts geschrieben.

Dein Sohn braucht selbstverständlich nicht irgendeine Hausaufgabenbetreuung, weil normale Hausaufgabenbetreuungen auch nicht zaubern können. Dort ist eher mehr Lärm und Ablenkung als zuhause. Zudem befürchte ich, dass ab Schulbeginn neben den Hausaufgaben ganz andere Probleme in den Vordergrund treten könnten. Es wäre möglich, dass das JA diese abzuwarten und bis dahin alles auf die lange Bank zu schieben geneigt sein könnte.

Die Stellungnahmen von Fachleuten werden in den Jugendämtern viel ernster genommen als Elternmeinungen. Sicherlich haben da eurer Psychiater und die sonstigen Ärzte, Therapeuten und Pädagogen zusammen überzeugendere Argumente als du sie hier aufgeführt hast. Vielleicht sogar ausdrücklich für die heilpädagogische Hausaufgabenbetreuung und gegen den Hort. Aber erst im Rahmen eines entsprechenden Antrags können diese überhaupt richtig zur Kenntnis genommen werden.

Du hast nichts davon, wenn wir dir hier Honig um den Mund schmieren. Es hilft schon eher, auf Gegenargumente vorbereitet zu sein.

Die Option des Klagewegs bleibt euch natürlich, aber vielleicht bleibt sie euch sogar erspart. Vielleicht hat noch irgendjemand damit eine andere Erfahrung, ich aber halte es für illusorisch, jetzt mal schnell für wenig Geld eine Rechtschutzversicherung abzuschließen, die sofort die Kosten eines (momentan anscheinend überflüssigen) Anwalts übernehmen würde, der für euch den Antrag durchzieht. Das muss auch ohne gehen und es geht auch ohne. Notfalls am Ende mit Prozesskostenhilfe, aber so weit ist es noch längst nicht.

Ich wünsche dir für deinen Sohn ganz ehrlich Geduld, Durchhaltekraft und auch das nötige Glück, damit ihr effektive Hilfe findet.

LG
Steffchen
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon No User » 29. Januar 2013 01:02

Falls du über die "seelische Behinderung" gestolpert bist: Es geht darum, dass Ansprüche auf Kostenübernahme von Maßnahmen wie heilpädagogischer Hausaufgabenbetreuung als Eingliederungshilfe auf §35a SGB 8 beruhen und entsprechend beantragt werden müssen. Vielerorts unterstützen auch die Einrichtungen, die solche Hilfen anbieten, bei der Antragstellung. Hier der Link zum Gesetzestext

Dann bitte ich noch um Verständnis für die Irritation, weil Probleme mit den Hausis hier zwar gang und gäbe sind, aber selten das zentrale Problem, erst recht nicht, bevor die Schule überhaupt losgeht. Aber das hast du ja inzwischen erklärt.

LG
Steffchen

PS: Inzwischen habe ich deine älteren Beiträge auch gelesen. Das kann ich mir nämlich leider nicht allzu lange merken. (Selbst betroffen) Menno, es könnte ruhig mal deutlicher aufwärts gehen für euch. Wir hatten wenigstens das Glück, dass die Medikation funktionierte, dann konnte alles andere, was ihr auch so an Therapie und Förderung macht, Psychomotorik, Elterntraining, Sport, Kur usw. auch richtig Wirkung zeigen.

Hatte sich an der ganzen Vorgeschichte noch nie das JA beteiligt? 
Zuletzt geändert von No User am 29. Januar 2013 01:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon Sonnenfänger » 29. Januar 2013 12:45

Hallo

leider war die Problematik nicht aus Deinem ersten Fred ersichtlich bzw. das ihr schon so viel hinter Euch habt.
Ich habe es eigentlich nur mit meinem Beitrag gut gemeint was den Kinderschutzbund angeht  :upsi:

Ich gebe zu, ich habe Deine anderen Beiträge nicht gelesen, sorry, daher habe ich nur auf diesen Fred reagiert und danach stehe ich auch zu meiner Aussage, auch wenn diese unter den jetztigen Hintergründen natürlich anders aussieht.

Was rechtliches: Die Rechtschutzversicherung muss die Klagekosten nicht übernehmen!!! Es wird aufgrund des Sachverhaltes durch den Anwalt nach Deckungszusage bei der Rechtsschutzversicherung nachgefragt. Meistens übernimmt diese dann zwar die Kosten für ein Beratungsgespräch, aber nicht zwingend die Kosten eines Verfahrens, wenn dieses nicht erfolgversprechend aussieht.
Außerdem solltest Du ganz genau auf das Kleingedruckte vor Abschluss einer RS-Vers. achten. Da ist mehr ausgeschlossen und als glaubst!!!!! Also unbedingt auch bei dem Sachbearbeiter genau nachfragen.

Könntet ihr denn nicht auch eine HA-Hilfe nach § 26 Hilfe zur Erziehung versuchen? Dann seid ihr zwar Antragsteller für Euer Kind, bekommt aber eventuell dadurch eher Hilfer als nach § 35a.

LG

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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon Sonnenfänger » 29. Januar 2013 12:52

Achso, was den Kinderpsych. angeht und seiner Meinung zum Klagen da kann ich nur sagen "Schuster bleib bei deinen Leisten".
Er sollte besser mit Dir durchgehen, was für einen Antrag beim JA wichtig ist um ihn eventuell ohne Klage durchzusetzen.
Es mag durchaus sein, dass er Fälle kennt, die eine Klage durchbekommen haben, er wird die Hintergründe mitnichten wissen. Sorry, das ist Sache eines Anwalts. Da steckt viel mehr hinter.

LG
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon lausmaus3 » 29. Januar 2013 20:51

Hallo Zusammen,

da bin ich wohl übers Ziel hinausgeschossen. Ich bin wirklich jedem dankbar, der versucht mit zu helfen. Und klar, objektiv kann man nur sein, wenn man Infos hat.

Aber meine Nerven sind grade nicht die besten, wenn man täglich hört, wie "doof" es sicher in der Schule wird und das man sich sogar mit der Polizei abholen lassen will, wenn tatsächlich Schulpflicht besteht (Worte meines Sohnes...).

Und bisher war das Jugendamt nicht beteiligt. Ich habe lediglich mal mit denen telefoniert, als es um den Hortplatz ging, insofern bin ich da jetzt namentlich registiert, aber sonst hatten wir mit denen nichts zu tun. Warum auch.
Sämtliche Therapien, die mein Sohn macht, habe ich selbst in die Wege geleitet, da mein erster und auch der zweite Kinderarzt lange Zeit eigendlich dachten, ich sei eine überaktive Mutter, die übertriebene Ansprüche an Ihr Kind hat. Mein zweiter Kinderarzt hat mir die Therapien beantragt, weil ich ihm in der Praxis zu lästig und zeitintensiv wurde und er mich dadurch "ruhigstellen" wollte. Er wollte auch keine Testung auf ADHS und lehnte auch den Besuch beim Kinderpsychiater als überflüsssig ab.
Die Diagnose wurde erst gestellt, als ich beim dritten Kinderarzt war...Und da war er schon mehrere Jahre in Therapie. Wobei wir z.B. auch die Psychomotorik seit Jahren selbst bezahlen, also nix mit "Auf Kosten der Steuerzahler oder Krankenkasse".

Liebe Grüße und Sorry, wenn mein Posting zu heftig ausgefallen ist.

lausmaus3
Zuletzt geändert von lausmaus3 am 29. Januar 2013 20:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Klage gegen Jugendamt

Beitragvon Sonnenfänger » 30. Januar 2013 13:10

Hallo Lausmaus

Kein Problem von meiner Seite aus. Einer der schönsten Seiten des ADHSlers ist, dass er nicht nachtragend ist  :zwink:
Und das mit der Impulsivität und den blanken Nerven..... Du hast mein vollstes Verständnis  :winken:

Wir haben übrigens auch fast alle Therapien selbst bezahlt. Die Wartezeiten sind dann nicht so lang. Ich bin dafür nachts arbeiten
gegangen.

Du musst natürlich erstmal einen Antrag stellen. Hast Du ein Gutachten, welches eine "seelische Behinderung nach § 35a SGB"
bescheinigt? Ohne dieses wirst Du nicht weiter kommen. Außer Du versuchst es unter Hilfe zur Erziehung. Eventuell bekommt Du dadurch einen Familienhelfer für die Hausaufgaben. Mach Dich einfach mal schlau im I-Net und hier unter den verschiedenen Links.

Allerdings hege ich meine Bedenken, dass Ihr Hilfe erhalten werdet, wenn der Fall der Hilfe quasi noch nicht eingetreten ist. Will heißen, sicherlich können Dir alle bescheinigen das es Probleme geben wird, aber rein theoretisch müssen sie ja nicht eintreten.

Also als erstes mal die Anträge beim JA holen.  :zwink:

Liebe Grüße

Sonnenfänger

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