Fremdunterbringung

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Mirsarda
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 10. April 2012 19:12

sie ist 11 jahre und der Auslöser war vor 9 Jahren der gewalttätige Vater.
Das Jugendamt weiss das und gewährt dem Vater trotz Borderline,diszsozialer Persönlichkeitsstörung etc. unbegleiteten Umgang ,auch aus Kostengründen.
Eine Familienhilfe wurde abgelehnt,weil sie meinte es bestünde kein sozialpädagogischer Bedarf,da es eine Krankheit ist.

Ich bin für das Jugendamt unbequem,weil ich schon oft auf Hilfe gedrängt habe,auch wegen des Vaters.
Aus heutiger Sicht ,kann ich nur jedem davon abraten.
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sassa
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon sassa » 10. April 2012 20:32

gewährt dem Vater trotz Borderline,diszsozialer Persönlichkeitsstörung etc. unbegleiteten Umgang ,


also adhs.......borderline.........dissoziale persönlichkeitsstörung ............diese kombi habe ich hier tag täglich der vater meiner enkeltochter.

hier schreibt noch eine mutter .....in einem anderen thread........so langsam wird mir mehr als angst und bange. denn meine tochter verschließt davor komplett die augen.........!!! 

bevor ein gedanke vom jugendamt daran verschwendet wird das deine tochter in fremdunterbringung sollte sollten sie lieber den umgang mit dem vater begleiten.

ich kann das alles gar nicht fassen...........

lg sassa
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon clajue » 8. Mai 2012 13:14

Hallo,

bitte lasse dir von dem Jugendamt keine Angst machen und bestehe weiterhin auf ambulante Hilfen. Das Jugendamt muss sowohl für die ambulanten als auch für die stationären Therapien zahlen und es eigentlich auch unerheblich, wenn die Einrichtung woanders ist, die Zuständigkeit bleibt bei dem Jugendamt in dessen Bereich die sorgeberechtigte Mutter lebt. Die ambulanten Hilfen machen nur vor Ort mehr Arbeit ...

Ich wünsche Dir viel Kraft, clajue
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 9. Mai 2012 07:23

gestern war das Abschlussgespräch mit den Therapeuten vom Jugendamt.
Obwohl wir nun alle in Therapie sind ,ausser mein Ex-Mann,der das Trauma bei meiner Tochter verursacht hat,bestehen die auf eine zeitweise Fremdunterbringung.
Das Jugendamt nimmt immer noch die Begündung dafür,das mein Sohn emotional zu kurz kommt und Gefährdungen durch meine Tochter nicht ausgeschlossen sind.Sie werden sich an das Familiengericht wenden.
Der Stationsarzt der Kinderpsychiatrie hat mir bescheinigt,das von meiner Tochter keine Eigen und Fremdgefährdung ausgeht.

Das schlimmste ist der Vertrauensbruch.Ich habe gedacht,man kann den Familientherapeuten vom Jugendamt vertrauen und nun werden sie einen Bericht schreiben,der auch als Grundlage für das Gericht sein soll.
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Hannah Olga
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Hannah Olga » 9. Mai 2012 09:06

Liebe Mirsarda,

jetzt braucht Ihr einen Anwalt. Denn die Ankündigung sich an das Familiengericht zu wenden steht ja im Raum. - Ich kann mir vorstellen, daß das Beharren des Jugendamtes auf eine zeitweilige Fremdunterbringung für Euch nicht gerade hilfreich ist, um mit dem Jugendamt vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. - Auf jeden Fall ist es gut, wenn der Stationsarzt eine Stellungnahme für das Verfahren abgibt, zumal er über eine größere Fachkompetenz verfügt, was die Frage einer Unterbringung anbelangt.

Aber noch bleibt unklar, was für einen Antrag das Jugendamt beim Familiengericht stellen will. Ein Antrag auf Unterbringung scheint ja nicht besonders aussichtsreich, wenn -laut Stationsarzt- keine Fremd- oder Eigengefährdung vorliegt und eine ambulante Behandlung stattfindet.

Denkbar ist auch, daß das Jugendamt einen Antrag auf Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes und der Gesundheitssorge nach § 1666 BGB stellt, mit der Begründung, daß eine Kindeswohlgefährdung (wenn ich Dich richtig verstehe beim Bruder (?)) vorliegt. In einem solchen Verfahren hat das Jugendamt dann -was die Beurteilung einer Kindeswohlgefährdung anbelangt- wiederum eine höhere Fachkompetenz. - Obwohl es mir rechtlich etwas gewagt erscheint, einen teilweisen Entzug des elterlichen Sorgerechts für die Tochter mit einer Kindeswohlgefährdung für den Sohn begründen zu wollen. Jedenfalls erscheint diese Argumentation auf den ersten Blick etwas abenteuerlich, zumal Ihr als Eltern ja auch das Wohl Eurer Tochter zu berücksichtigen habt.

Weißt Du welchen Antrag das Jugendamt beim Familiengericht stellen will?

Gruß
H.O.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 9. Mai 2012 11:47

Welcher Antrag konkret gestellt wird noch nicht.Es soll aber auf die Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrecht hinauslaufen,für eine Unterbringung meiner Tochter.
Es ist für mich auch alles abenteuerlich,wie das Jugendamt die Sache sieht.Die argumentieren damit,das meine Tochter aufgrund der seelischen Behinderung eine stärkere Strukturierung braucht und das die Kinder sich erfahrungsgemäß bald  in der anderen Umgebung zurechtfinden.

Sie würde hier aus der Schule und ihrem Freundeskreis herausgerissen werden .
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Hannah Olga
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Hannah Olga » 9. Mai 2012 12:14

Ok, dann will das Jugendamt tatsächlich an das Sorgerecht ran. Da sind aber recht hohe rechtliche Anforderungen zu erfüllen ein Kind gegen den Willen von den Eltern zu trennen; insbesondere sind die Anforderungen, die das Bundesverfassungsgericht an die Sachaufklärung der Gerichte stellt, recht umfassend. Da sind in den letzten Jahren einige Entscheidungen zu ergangen (Kannst Du auf Bundesverfassungsgericht.de nachlesen).

Vermutlich wird das Gericht ein Gutachten einholen und Deiner Tochter einen Verfahrensbeistand bestellen. Ihr solltet Euch als Eltern anwaltlich vertreten lassen. Im übrigen erscheint die Argumentation des Stationsarztes plausibel. Wieso es einem traumatisierten 11-Jährigen Kind nützen soll, es durch Herausnahme aus der Familie weiter zu traumatisieren, erschließt sich nicht.

LG
H.O.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 9. Mai 2012 12:27

ich habe mich bereits bei einer Anwältin beraten lassen.Sie findet es ungeheuerlich und sagt,das das Jugendamt schlechte Chancen hat vor Gericht.
Trotzdem ist es für mich sehr schlimm.
Als wenn ich nicht schon genug Probleme habe.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Hannah Olga » 9. Mai 2012 13:19

So ist es. Aber es nützt ja nichts. Es bleibt einem nichts übrig, als nach vorne zu schauen.
Ich drück Euch die Daumen, daß sich die Angelegenheit schnell klärt.

L.G.
H.O.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Shadow » 9. Mai 2012 16:58

Hi Mirsarda,

ich denke, wenn deine Anwältin mal direkt mit dem JA spricht würde das vllt. Eindruck machen.
Ein Versuch wäre es zumindest, denn ist erst mal die Katze aus dem Sack, dann kämpft das JA auch ums Recht haben und das Kindeswohl geht dabei unter.
Welcher Gutachter in den Augen des Gerichts nun mehr Fachkompetenz hat ist Glückssache. Hängt oft von der Persönlichkeit ab, wie er das rüber bringt.

Ich halte euch mal die Daumen

L.G. S.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Majana » 9. Mai 2012 20:50

Hallo Mirsada,

ich finde die Idee gut, dass sich deine Anwältin mal an das Jugendamt wendet und um Infos bittet. Dann weißt du, was für eine Gefährdung bei welchem Kind gesehen wird und was du dafür tun musst, um die Gefährdung abzuwenden.  Eine Fremdunterbringung sollte immer das letzte Mittel sein, um eine Gefährdung abzuwenden, umso mehr als dass in allen Komunen gespart werden muss. Wenn Eltern nicht in der Lage sind, ihr Kind ausreichend vor seinem Geschwisterkind zu schützen, ist auch das eine Kindeswohlgefährdung. Habt ihr denn schon Aufträge oder Auflagen erhalten? In eurem Fall könnten diese zu Beispiel lauten, dass ihr ab sofort und auf Dauer die körperliche Unversehrtheit eures Sohnes sicherstellen müsst oder, dass ihr alles dafür tut, dass eure Tochter sich altersgemäß emotional entwickeln kann.

Liebe Grüße, Majana
„Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“

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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 10. Mai 2012 07:24

Die Anwältin meinte,ich solle zum Gespräch gehen,wenn das Jugendamt mich auffordert,aber alles nur zur Kenntnis nehmen und dann abwarten,was das Jugendamt zum Gericht schreibt.Sie sagte auch,das Jugendämter es nicht mögen,wenn man schon vor der Gerichtsverhandlung einen Anwalt beauftragt.

Was die Gefährdung betrifft,kann ich nur sagen ,das es seit Herbst letzten Jahres keine Übergriffe mehr gab .Ausserdem konnte ich immer eingreifen und es ist nichts passiert.
Das Jugendamt sieht nie die Entwicklung,durch die Therapien,sondern reitet immer auf den Dingen rum,die letztes Jahr passiert sind.

Auflagen haben wir keine erhalten.Nur Empfehlungen,therapeutische Hilfe anzunehmen,was wir getan haben.
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Sandiris
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Sandiris » 19. Mai 2012 10:15

Hallo Mirsada,

einiges ist mir noch unklar: Wie sahen die Übergriffe deiner Tochter auf deinen Sohn aus? Kam es zu Gewalt, die nicht mehr im erträglichen Bereich lag? Was sagt dein Sohn dazu, was deine Tochter?
Zu sagen, der Sohn provoziert schließlich auch, finde ich haarig. Ich möchte mal an die Täter häuslicher Gewalt erinnern: Ich habe meine Frau geschlagen, weil sie mich provoziert hat.  :up_to_something:

Bezüglich einer Familienhilfe: Eine Familienhilfe nach §31 SGB VIII ist eine Hilfe zur Erziehung.
Eine Familienhilfe oder Einzelfallhilfe zur Entlastung für mich oder einfach mal um ein Kind einzeln zu beschäftigen wurde abgelehnt,mit der Begründung,das das Jugendamt keinen Babysitter zahlt.

Die Aussage des JA ist dahingehend also erst einmal richtig. Die Familienhilfe arbeitet immer mit den Eltern und kommt nicht, um Kinder zu beschäftigen oder die Eltern zu entlasten. Sie ist eine qualifizierte Fachkraft und kein Babysitter, da stimme ich dem JA zu. Ihr Ansatz ist immer bei den Eltern, die Arbeit ist immer mit den Eltern. Klar kann es da auch mal Einzeltermine mit den Kids geben, diese dienen jedoch der Diagnostik und nicht der Entalstung der Eltern. Sie kann aber unterstützen, Entlastung zu installieren.

Dann schreibst du
sie ist 11 jahre und der Auslöser war vor 9 Jahren der gewalttätige Vater.
Das Jugendamt weiss das und gewährt dem Vater trotz Borderline,diszsozialer Persönlichkeitsstörung etc. unbegleiteten Umgang ,auch aus Kostengründen.
Eine Familienhilfe wurde abgelehnt,weil sie meinte es bestünde kein sozialpädagogischer Bedarf,da es eine Krankheit ist.


Das mit der Krankheit verstehe ich nicht. Wessen Krankheit?

Und wieso gewährt das JA dem Vater Umgang. Wenn ich, als Mutter, der Meinung bin, dass der Vater meiner Kinder massiv schadet, dann gebe ich ihm die Kinder nicht. Dann muss er den Umgang einklagen und dann entscheidet ein Gericht. Da müssen die Kinder geschützt werden und dafür sind in erster Linie wir Eltern da. Wenn wir das aus welchen Gründen auch immer nicht schaffen, tritt das JA und ggf. das FamG auf den Plan.

Zu den Kosten einer Fremdunterbringung: Eltern müssen sich ihren Möglichkeiten entsprechend natürlich an den Kosten beteiligen!  Kindergeld, ALGII, Wohngeld, Unterhalt usw. sind dann natürlich abzugeben bzw. werden nicht mehr geleistet. Verdient jemand gut, so muss zusätzlich etwas beigesteuert werden, was mit Blick auf die Gesellschaft auch korrekt ist.

Die Aussage des Docs aus der Klinik ist viel zu schwammig. Das ist keine Diagnsoe, kein Gutachten, das ist gar nichts. Einfach nur eine dahingeworfene unfachliche Aussage. Er hat das Kind in seiner Einrichtung und sagt dann, dass eine Fremdunterbringung das Mädchen zusätzlich traumatisieren wird. Damit kann kein Gericht der Welt etwas anfangen.
Die AFT, die in der Familie installiert ist, hat eine ganz andere Sichtweise. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass die AFT viel näher dran ist. Und die sagt, dass das Mädchen anders betreut werden muss bzw. dein Sohn geschützt werden muss.
Zu sagen, naja, dass sie ihn mit einem Messer angegriffen hat, ist doch schon ein paar Monate her, wird deinem Sohn nicht gerecht. Nun weiß das JA davon und nun muss es auch handeln. Was meinst du, was los ist, wenn deine Tochter deinem Sohn nochmals massiv an die Kehle geht und etwas passiert- und das JA wusste, dass deine Tochter zu impulsiver, massiver Gewalt neigt und hat nicht gehandelt?! Dann tönen die Stimmen "Boaaaah, die wussten das und haben nix gemacht!"

Wenn das JA in Erwägung zieht, die Personensorge zu entziehen, muss es doch Gründe geben, und zwar schwerwiegende Gründe, wie hier schon geschrieben wurde. Die ergeben sich mir bislang nicht. AFT kostet dem JA eine Stange Geld, da muss doch mehr sein, als Töchterchen hatte einen Ausraster. Dass deine Tochter deinen Sohn mit einem Messer bedroht hat, ist wirklich heftig. Ich möchte den Blick auch mal auf ihn richten. Und in seiner Haut möchte ich nicht stecken! Geschwister provozieren sich nunmal, aber wenn er schön den Ball flach halten soll, damit die Schwester bloß nicht austickt, dann ist das eine ordentliche Schieflage.

Und deiner Tochter tut das ebenso wenig gut!!
Was die Gefährdung betrifft,kann ich nur sagen ,das es seit Herbst letzten Jahres keine Übergriffe mehr gab .Ausserdem konnte ich immer eingreifen und es ist nichts passiert.


Doch, es ist etwas passiert: dein Sohn wurde mit einem Messer bedroht.

Es geht um den Schutz der Kinder, und den sehe ich nicht sicher gestellt. Der Kindesvater hat lustig Kontakt, obwohl du ihn für absolut unfähig, gestört und gewalttätig hältst. Wieso lässt du es zu, dass er die Kinder sieht? Es wäre deine Aufgabe, das zu verhindern und erst dann Aufgabe des JA (Wächteramt), wenn du es nicht schaffst.

Ich will damit keineswegs sagen, dass eine Fremdunterbringung deiner Tochter der richtige Weg ist. Ich will damit sagen, dass ich viel zu wenig Infos habe, um mir darüber auch nur ansatzweise eine Meinung bilden zu können.
Was mir jedoch nicht gefällt, ist der fehlende Blick auf den Sohn, der geduldete Umgang mit dem Vater, das Herunterspielen der Messerattacke und das Negieren der Sicht der AFT.

Ein Anwalt ist sicher der richtige Weg und mach dir keinen Kopf: An das Sorgerecht gehen die wenigsten Gerichte. Wenn es sich wirklich nur um einen Ausraster deiner Tochter und Geschwisterstreitereien handelt, passiert da nichts.


Das Jugendamt nimmt immer noch die Begündung dafür,das mein Sohn emotional zu kurz kommt und Gefährdungen durch meine Tochter nicht ausgeschlossen sind.Sie werden sich an das Familiengericht wenden.
Der Stationsarzt der Kinderpsychiatrie hat mir bescheinigt,das von meiner Tochter keine Eigen und Fremdgefährdung ausgeht.


Ich sehe eine Gefährdung deines Sohnes durch seine Schwester auch nicht ausgeschlossen. Der Stationsarzt kann nach den paar Tagen unmöglich garantieren, dass deine Tochter deinem Sohn nicht wieder an den Hals geht. Dadurch, dass er eine Fremdgefährdung durch deine Tochter ausschließt, obwohl sie zu einem Messer gegriffen hat, führt er seine Fachlichkeit selbst ad absurdum. Er kann auch nicht bescheinigen, dass dein Sohn emotional nicht zu kurz kommt.

Das schlimmste ist der Vertrauensbruch.Ich habe gedacht,man kann den Familientherapeuten vom Jugendamt vertrauen und nun werden sie einen Bericht schreiben,der auch als Grundlage für das Gericht sein soll.


Ich sehe da keinen Vetrauensbruch, sondern ein Ergebnis, was du dir anders vorgestellt hast. Es geht um den Schutz, um das Wohl der Kinder. Natürlich muss die AFT einen Bericht schreiben. Es waäre doch fatal, wenn die Meinung der AFT unter den Tisch fallen würde. Würde sie sich für einen Verbleib der Tochter bei dir aussprechen, würdest du doch auch wollen, dass es einen Bericht an das Gericht gibt. Die AFT ist dann von der Schweigepflicht entbunden, wenn eine Kindeswohlgefährdung gesehen wird. Dies kann eine akute sein (Papa drückt dem Kind jeden Abend ein Kissen auf´s Gesicht) oder eine latente, die eine gesunde Entwicklung des Kindes verhindert.

Harte Worte, ich weiß. Es tut mir auch leid, so zuschreiben, aber es wichtig, dass dir die Sicht der Institutionen klar ist, damit du weißt, was auf dich zukommt, wie argumentiert wird, welche Stricke und Fallen es gibt. Es ist nicht gegen dich gerichtet, sondern ich möchte dir damit Klarheit verschaffen, wie "die andere Seite" euch möglicherweise sieht.  :wu:
Zuletzt geändert von Sandiris am 19. Mai 2012 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 19. Mai 2012 13:00

Danke,für Deine ausführliche Antwort.Vieles ist für mich nachvollziehbar.
Ich würde aber auch einer Familienhilfe oder einer Tagesgruppe zustimmen.

Den Umgang mit dem Vater habe ich jahrelang versucht begleitet stattfinden zu lassen Obwohl sogar während des Ungangs Straftaten stattgefunden haben und verbale Drohungen ,hat das Familiengericht einen Umgangspfleger eingesetzt,der nun nach knapp eineinhalb Jahren unbegleiteten Umgang zulässt,obwohl der Vater sich nicht hat therapieren lassen,wie es in einem richterlichen Gutachten gefordert wurde.
Das Jugendamt finanziert einfach keinen begleiteten Umgang mehr.
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Sandiris
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Sandiris » 19. Mai 2012 21:23

Hallo,

ja, ich stimme dir zu, dass Umgangspfleger leider nicht immer die Entscheidungen treffen, die dem Wohl des Kindes dienen. Ich habe da teils haarsträubende Geschichten erleben müssen.  :up_to_something: Was sagt der Umgangspfleger zu dir?

Eltern, die Straftaten begehen, werden natürlich nicht gleich die Kinder vorenthalten. Da wird differenziert, und das ist auch gut so. Man müsste also schauen, in welchem Ausmaß die Kinder tatsächlich von den Straftaten betroffen und beeinträchtigt sind. Ein z.B. als Betrüger agierender Mann kann dennoch ein sich kümmernder Vater sein. Kinder haben ein Umgangsrecht mit beiden Elternteilen. Dieses Recht widr vom Staat geschützt (was auch Sinn macht).

Ganz wichtig also: Was sagen die Kinder? Möchten diese ihren Vater sehen oder nicht? Sind sie zerrissen, aufgrund eines schwerwiegenden Loyalitätskonfliktes?

Besucht deine Tochter einen Heilpädagogischen Hort? Wie wird sie beschult?

Es ist und bleibt schwierig. Ich möchte dir die Angst nehmen, dass das FamG dir das Sorgerecht entzieht, ich sehe da kaum Chancen. Die Gerichte entscheiden längst nicht immer so, wie die JA sich das wünschen. Manches mal ist das gut, und manches mal auch nicht. Das ist immer sehr individuell.

Sehr gut ist deine Bereitschaft, ambulante Hilfen anzunehmen. Und genau da würde ich am Ball bleiben. Denn:
Wennn es um Kindeswohlgefährdung geht, sind 2 Faktoren ausschlaggebend.
1. Problemeinsicht der Eltern (Erziehungsberechtigten)
2. Kooperationswille

Das heißt, wenn du dem JA und dem Gericht deutlich verklickerst, dass du die Problematik siehst, erkennst und wahrnimmst (überspitzt "zugibst") UND Bereitschaft zeigst, Hilfen anzunehmen und an Zielen, die das Wohkl deiner Kinder sicher stellen, aktiv mit zu arbeiten, ist das mehr als die "halbe Miete"!

Diese o.g. zwei Faktoren sind ausschlaggebend!! Wenn du also sagst, meine Tochter ist jetzt fit und es wird Zuhause keine Eskalationen geben, unter denen wir/ihr Bruder/sie selbst leiden/leidet, dann wird das als fehlende Problemeinsicht gewertet. Keine Problemeinsicht = kein Veränderungswille. Du stellst dir dann sozusagen selbst ein Bein. Denn dass die Situation nicht stabil sein kann, ergibt sich aus dem, was du beschrieben hast.

Mein Rat: Sehen, dass weiterhin Schwierigkeiten bestehen, die (da muss ich jetzt etwas raten, daher nur beispielhaft) in dem Verhalten deiner Tochter liegen. Und dazu die Bereitschaft, alles dafür zu tun, dass (auch) dein Sohn nicht zu kurz kommt, deine Tochter angemessene Hilfe bekommt usw.

Im Hinterkopf haben: DU bist die Expertin für deine Kinder. Nicht das JA, nicht das Gericht, nicht der KiPsy. DU bist die Expertin.

Zur Aufsuchenden Familientherapie (AFT): Sind die noch aktiv? Falls ja: Sprich an, dass das Vertrauen erschüttert ist! Sei transparent, sei offen. Das bringt dir eindeutig Pluspunkte. Falls die AFT beendet ist: Gab es ein Abschlussgespräch? Was war das Ergebnis? Wie wird begründet, dass deine Tochter fremduntergebracht wird?


Ich würde mich freuen, wenn du meine Fragen aus beiden Beiträgen beantwortest, sonst bleibt alles, was ich dir raten und empfehlen kann, sehr ungenau und wird euch vermutlich nicht gerecht.
Zuletzt geändert von Sandiris am 19. Mai 2012 21:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 20. Mai 2012 11:00

meine Tochter wird in einer normalen Grundschule beschult,auch der Hort ist ein ganz normaler Hort,In der Schule kommt sie verhaltensmäßig gut zurecht,durch Förderunterricht.
Der Vater tut meinen Kindern nicht gut.Er bevorzugt aus kulturellen Gründen seinen Sohn.Die Kinder haben viel Gewalt miterlebt.Er ist Intensivstraftäter wegen Körperverletzung ,unter anderem gegen mich und Diebstähle.Einiges weiss ich auch nicht,da der Umgangspfleger nicht bereit ist die Strafakte anzufordern.
Ich kann mich noch so bemühen,zuhause und auch in der Therapie.Durch die Eskapaden vom Vater,die vom Umgangspfleger nur mit einer Ermahnung sanktioniert wird,werden wir immer wieder zurückgeworfen.Es ist gutachterlich erwiesen,das der Vater eine Mehrfache Persönlichkeits ohne Krankheitseinsicht hat.Der Umgangspfleger ist Jurist und hat weder psychologisch noch pädagogische Erfahruneng.
Das letzte Mal stand mein Sohn ohne Vorankündigung beim Umganstermin alleine da.

Meine Tochter lernt in der Therapie Verhaltensweisen um den Provokationen aus dem Weg zu gehen und nicht auszurasten.

Ich bin vom Rechtsstaat in diesem Land nicht mehr überzeugt,sondern mittlerweile sehr verbittert und enttäuscht.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 29. Mai 2012 07:58

die Fremdunterbringung ist nun bei uns kein Thema mehr.Aber leider erst nachdem ich dem Jugendamt gesagt habe ,das ich rechtliche Schritte einleiten werde.
Es hat sich herausgestellt,das sie nie eine rechtliche Handhabe hatten,sondern mich nur unter druck gesetzt haben.

Beim letzten Gespräch sagten die Therapeuten,das sie gar keine Möglichkeiten gehabt haben,meine Tochter gegen meinen Willen aus der Familie zu nehmen,sie wollten nur meine Mitarbeit fördern.
Ich kann nur sagen,das es eine Schweinerei vom Jugendamt war,mich so unter Druck zu setzen und versucht haben zu bluffen,das sie die Rechte hätten.

Im gleichen Gespräch sagten sie auch,das sie uns vor dem Vater nicht schützen können ,da das Gericht mehr Rechte habe als sie und man hoffen soll,das alles gut geht beim Umgang.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Hannah Olga » 29. Mai 2012 13:24

Das ist eine verblüffende Auflösung. Eine solche Androhung, um jemanden zur Mitarbeit zu bewegen, finde ich recht unpassend, zumal natürlich das Vertrauensverhältnis leidet. - Ich finde, daß Du das auch thematisieren solltest. Obwohl ich das eine mehr als unglückliche Umgangsweise finde, würde ich Dir raten zukünftig mitzuarbeiten. - Was den Umgang mit dem Vater bzw. den Umgangspfleger anbelangt, mag ich mir von außen kein Urteil erlauben, gebe Dir aber zu bedenken, daß so direkte Schuldzuweisungen -unabhängig davon, ob sie zutreffend sind oder nicht- häufig so aufgefaßt werden, daß man die eigene Verantwortlichkeit nicht erkennt.

Jedenfalls aber freut es mich, daß sich die Frage geklärt hat.

LG.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Mirsarda » 29. Mai 2012 19:12

Leider sind die Schuldzuweisungen zutreffend.
Wir haben viel Gewalt durch den Vater erlebt.
Nun kommt bei der Therapie pö apö raus,das auch meine Tochter leider nicht nur einmal Gewalt durch den Vater erlebt hat.
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Re: Fremdunterbringung

Beitragvon Sandiris » 4. Juni 2012 11:27

[quote="Mirsarda"]
Leider sind die Schuldzuweisungen zutreffend.
Wir haben viel Gewalt durch den Vater erlebt.
Nun kommt bei der Therapie pö apö raus,das auch meine Tochter leider nicht nur einmal Gewalt durch den Vater erlebt hat.

[/quote]

Au Backe. Du schreibst von "Kultur, die den Jungen bevorzugt" usw. und ich denke, ich habe jetzt auf dem Schirm, um was für einen Menschen es sich bei dem Kindesvater handelt.
Da bin ich ganz konform mit dir: Der Umgang ist für die Kinder schädlich. Dass der Umgangspfleger ein Jurist ist, zieht mir die Schuhe aus!  :eusa_doh:

Da nun bekannt geworden ist, dass er auch deiner Tochter Gewalt angetan hat: Auf zum Anwalt, Umgangsverbot einklagen!! Ihm die Kinder nicht mehr geben.
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