ich weiß nicht was ich davon halten soll

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pietzklo
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ich weiß nicht was ich davon halten soll

Beitragvon pietzklo » 19. März 2012 21:20

Am Donnerstag war das erste Mal die Familienhelferin bei uns. Es war ein nettes Gespräch, an dem nur mein Mann, die Helferin und ich teilnahmen. Meine Kinder sagten freundlich guten Tag, gingen anschließend ohne größere Hinweise in ihre Zimmer und spielten dort ruhig jeder für sich. Hääääää, wann haben sie das das letzte Mal getan ohne nach 5 Minuten zu rufen, den anderen zu ärgern...
Nachdem wir von unseren Problemen berichteten (typische Situationen wir aufstehen, Hausaufgaben, Bettgehzeit) und wie wir mit diesen Situationen umgehen, sagte die gute Frau, wir würden zu viel regeln und zu wenig einfach mal laufen lassen. Ich musste mich schon ziemlich zusammenreißen, denn ein ADHS Kind mal einfach machen lassen, das hat zumindest bei uns noch nie geklappt. Sie stellte mir dann die Frage, ob es mir nicht zu stressig wäre, wenn ich immer neben meinen Kindern stehen und sie antreiben muß. Doch, das ist Stress, aber ansonsten kommen sie zu spät in die Schule, machen nicht alle Hausaufgaben o.ä. Sie meinte dann nur, dass sie dann halt mal zu spät kommen würden, daraus aber dann auch lernen würden. :108: Aha, eine Familienhilfe, die sich anscheinend super mit ADHS auskennt. Natürlich werde ich mir das eine Weile anschauen, beim nächsten Gespräch aber mal abklären, wieviel Erfahrung sie denn mit ADHS Kindern hat.

Am Freitag hatten wir außerden das Abschlußgespräch im SPZ. Bei meinem Sohn konnte kein ADHS gesehen werden, von Medis bei meiner Tochter war gar nicht die Rede. Große Sorge bereitet ihm aber die Konzentrationsschwäche bei dem Kleinen. Auf die Frage, was es denn für Therapiemöglichkeiten gäbe, meinte er, da gäbe es leider nichts, man müsste selbst herausfinden, was ihm helfen könnte  :eusa_doh: Da beide ja auch große soziale Probleme haben, sollen wir jetzt evtl. an einem Kletterkurs teilnehmen, damit die Kinder lernen, sich in einer Gruppe zu integrieren.
Ich werde mir das ganze ne Weile anschauen und dann für mich entscheiden, ob es das wirklich ist. Mir geht es nicht darum, dass ich unbedingt die Diagnose ADHS haben will, aber ich möchte konkrete Hilfe und nicht wischiwaschi.

Erwarte ich zu viel? Der Kleine brüllt hier regelmäßig rum, ist vergesslich ohne Ende, hat keine Freunde usw. Die Große sitzt weinend vor mir, da 21  von 28 Kindern aus der Klasse zusammen spielen, sie aber mal wieder nicht mitspielen darf. Freunde weit und breit nicht (mehr) in Sicht. Zappelt den ganzen Tag, quatscht einem das Ohr ab u.ä. Beide aber haben in der Schule vom Stoff her wenig Probleme, außer das nach spätestens 20 Min. die Konzentration völlig weg ist. Was kann ich denn noch für die Beiden tun  :confused:
Liebe Grüße
Michaela
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Re: ich weiß nicht was ich davon halten soll

Beitragvon Mirsarda » 20. März 2012 08:23

Mit welchem Auftrag ist die Familienhilfe bei Euch und welche Ziele wurden vereinbart?

Du kannst bei einer Familienhilfe nicht unbedingt damit rechnen,das sie auf ADHS spezialisiert ist.
Eine Familienhilfe wird ja meist eingesetzt ,wenn die Eltern Erziehungsprobleme aufgrund eigener Defizite haben,die ich bei Adhs so nicht sehe,da es ein Verhalten aufgrund der Störung ist.
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Re: ich weiß nicht was ich davon halten soll

Beitragvon pietzklo » 20. März 2012 09:27

Die Familienhilfe ist da, um zu sehen, woran es liegt, dass es hier jeden Tag kracht. Sie sehen ein Problem in meiner Krebserkrankung aus dem letzten Jahr (Verlustängste bei den Kindern). Außerdem wollen sie uns helfen, diese Situationen zu entschärfen. Da ja bei meinem Sohn kein ADHS vorliegen soll, muss es ja einen anderen Grund geben, warum er bei jeder Kleinigkeit so austickt.
Da bei meiner Tochter die Diagnose vorliegt  und die dem Jugendamt bekannt ist, kann ich dann nicht eine Familienhilfe erwarten, die sich mit diesem Thame auskennt? Was nützt es mir, wenn sie uns Erziehungstipps gibt, die für solche Kinder gar nicht umsetzbar sind?
Liebe Grüße
Michaela
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schluffi03
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Re: ich weiß nicht was ich davon halten soll

Beitragvon schluffi03 » 20. März 2012 13:31

Huhu,

an deiner stelle würde ich schleunigst das spz wechseln oder eine geeignete Kinderpsychologin zu rate ziehen (auch wenn du wahrscheinlich monate warten musst). Fakt ist, irgendwétwas stimmt nicht und ich finde es wirklich schlimm, dass nicht einmal geschulte Menschen (spz) eine Familie ernst nehmen. Ist mir auch passiert, habe gewechselt...alles war super!
Zu der Familienhilfe kann ich nicht viel sagen, weil ich da noch keine Erfahrung gemacht hat...ist sie studierte Pädagogin oder Psychologin?

Alles Liebe

Schluffi
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Re: ich weiß nicht was ich davon halten soll

Beitragvon Mirsarda » 20. März 2012 14:24

Familienhilfen sind meist Sozialpädagogen oder auch Erzieherinnen.
Du hast doch einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung gestellt.
So wie Du schreibst,sieht es nach einem Clearing aus,das heisst,die Hilfe soll erst mal klären was bei Euch los ist.

Eine Familienhelferin kann Euch nicht spezifisch bei einer ADHS Problematik helfen.Sie kann Euch natürlich unterstützen wenn ihr Probleme mit der Grenzsetzung habt,die natürlich bei adhs sehr wichtig ist,aber auch bei anderen Kindern.
Weiter würde ich sagen,das es ihre Aufgabe wäre,(falls ihr selbst nicht dazu in der Lage seid) Anlaufstellen oder geeignete Ärzte und Kliniken zu finden und Euch dort anzubinden.
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Re: ich weiß nicht was ich davon halten soll

Beitragvon pietzklo » 20. März 2012 15:08

Ich habe die Diagnose bei meiner Tochter durch eine Kinderpsychologin erstellen lassen, dachte mir aber zum SPZ ist es näher, ich bekomme eher einen Termin und wir haben die behandelnde Neurologin auch vor Ort. War wohl nicht so eine gute Idee.
Ich denke nicht, dass wir ein Problem mit der Grenzsetzung haben (klare Strukturen, feste Regeln usw.). Sie sieht ja eher das Problem, dass wir zu viele Regeln aufstellen und die Kinder gar nicht selbst machen lassen. Daher glaube ich, dass sie, wenn sie keine Ahnung von ADHS hat, sie uns auch nicht helfen kann. Man kann uns doch nur Erziehungstipps geben, die dann auch für ADHS Kinder passen. Was nützt mir, wenn sie mir erzählt, wie man z.B einen kerngesunden 15 jährigen durch das Leben dirigiert?
Liebe Grüße
Michaela

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