Internatsunterbringung?! Erfahrungen HEBO - Antrag beim Jugendamt

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AvaMya
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Internatsunterbringung?! Erfahrungen HEBO - Antrag beim Jugendamt

Beitragvon AvaMya » 8. Februar 2012 15:50

Liebes Forum,

ich bin mir sicher, dass dieses Thema schon zur Genüge hier vorgekommen ist...
Im Moment bin ich einfach total fertig und weiß nicht weiter!

Es geht um unseren Sohn Joshua - er ist jetzt 9 Jahre alt und in der dritten Klasse.
Ich versuche mich kurz zu fassen, möchte euch aber mitteilen, was wir bisher alles hinter uns haben:

* Schon als kleines Baby war Joshua sehr auffällig, konnte sehr schnell extrem wütend werden
* Im Kindergarten wurden uns die ersten Rückmeldungen zu seinem Verhalten gemacht - schnell zeigte sich, dass er im Umgang mit anderen
Kindern enorme Probleme hat, er sehr schnell austickt, wütend und aggressiv wird und sich dann nicht nur verbal äußert.
Ab dem Zeitpunkt besuchte ich dann eine Kinder-und jugendpsychiaterin. Die Zusammenarbeit mit ihr lief von dort an - bis heute!
Letztendlich die Diagnose stellte diese kurz vor seinem 6 Geburtstag. Bis dahin war er schon im zweiten Kindergarten und sollte nun auch
den dritten verlassen, weil er untragbar sei (das war er wirklich - manchmal wollte ich einfach nur sterben! wusste mir keinen Ausweg mehr)
* Es folgte eine Unterbringung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Marburg für 5 Monate - eine Wahl hatten wir nicht wirklich, weil es uns auch vom Jugendamt "nahegelegt" wurde
*Hier die erstmalige Einstellung auf Concerta und Strattera - er veränderte sich zu einem völlig normalen Kind, im neuen Kindergarten war er gar nicht auffällig und ich lernte mein Kind zum ersten Mal richtig kennen
* Leider merkten wir, dass er eine wahnsinnig schnelle Verstoffwechslung hat! Es folgten Medikamentenumstellungen, weil er
leider zur Einschulung derart auffällig war, dass sich das Jugendamt wieder einschaltete - hier wurde uns im Rahmen der Familienhilfe die Tagesgruppe PETRA genehmigt und er bekam Medikinet, das Strattera wurde abgesetzt
* Phasenweise lief es gut bis hin zu gar nicht! er ist teilweise so unendlich aggressiv uns gegenüber, hat unseren Hund so sehr verletzt, dass dieser sich einen Fuß gebrochen hat, manipuliert andere Kinder und bedroht diese. Er spielt uns gegen die Pädagogen von PETRA aus und ist so unendlich clever, dass diese ihm so ziemlich alles abkaufen. zuhause und auch außerhalb lügt er von vorne bis hinten, klaut und macht absichtlich Dinge kaputt - die Kurzfassung
* Es folgte diesen Spätsommer eine erneute Einweisung in die Psychiatrie, weil weder wir noch die Schule wusste, wie man weiterhin verfahren soll. Leider haben wir hier extrem schlimme Erfahrungen gemacht und mussten die Therapie abbrechen. Dort hatte man zunächst erst alle medikamente abgesetzt, wollt eihm aber (trotz extremen Verhalten) erstmal keine Medikamente mehr geben...wir wurden nie über die Erfolge informiert bzw. wurde uns auch nach Nachfragen nie mitgeteilt, wo genau er sich gerade in Therapie befand - in Marburg gab es das nie! Da klärte man alles mit uns und wir wussten zu jeder zeit, wie es unserem Kind geht.
* Die Mediumstellung musste also Zuhause ( in Zusammenarbeit mit seiner Psych) erfolgen - dies auf Ritalin und Strattera - anfangs lief das serh gut

Jetzt geht alles drunter und drüber - hatten heute Gespräch mit der Lehrerin, was für mich sehr schlimm war!

Seit Längerem überlegen wir, Joshua in einem Internat unterzubringen. Wir wünschen uns Personen mit Erfahrung im Umgang mit ADHS und ein erfolgreiches und wertvolles Schul- und Nachmittagsprogramm um ihn zu unterstützen. Joshua ist sehr intelligent und hat wahnsinnig viele Fähig- und Fertigkeiten und wir möchten ihn fördern und unterstützen, wo es nur geht.
Hier bei uns - laut Jugendamt - gibt es außer PETRA (begrenzt auf max. 1,5 Jahre) keine andere Möglichkeit ihn zu unterstützen und uns zu helfen - wir sollen über eine heimunterbringung nachdenken...
Schade, dass man uns nicht wirklich helfen will und eher dazu animiert, ein Kind von seiner Familie zu trennen...

Die Frage an euch nun - könnt ihr mir sagen, wie ein solcher Antrag beim Jugendamt zu stellen ist, was dafür benötigt wird und wie hoch Chancen sind, dass ein internat gewährt wird?!
Bitte schickt mir gerne auch einfach nur Links zu bereits vorhandenen Bäumen hier im Forum - im Moment bin ich zu doof das selbst zu finden.

Wir sind Mitglied im ADHS Deutschland e.V und haben auch ein tolles Buch erhalten über ADHS und Recht. Soweit konnte ich diesem entnehmen, dass ein Internat mit Schule in etwa einer Heimunterbringung nahekommt, was ja auch im Rahmen der familienhilfe gezahlt wird...gibt es denn jmd hier, der sein kind auf einem solchen internat oder der HEBO hat und kann mir berichten, welche Erfahrungen er damit gemacht hat?!

Bitte verzeiht mir, wenn mein Text so lang und unübersichtlich ist und ich mich so dämlich anstelle...

Ich habe selbst die Diagnose Bipolare Störung, ADS, Sozialphobie und und und  -  und mir hat das gespräch mit der Lehrerin mal wieder jeglichen Halt unter den Füßen weggezogen,
sodass ich heute wohl keinen klaren gedanken mehr fassen kann.

Lieben Dank

Ava
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Re: Internatsunterbringung?! Erfahrungen HEBO - Antrag beim Jugendamt

Beitragvon Ilayda » 8. Februar 2012 18:08

HEBO geht erst ab Klasse 5. Deiner ist in der 3. Such mal im Internet, es gibt auf jeden Fall Jugendhilfeeinrichtungen, die auch im Grundschulalter schon einsetzen. Aber... sprich das zuerst mit dem Jugendamt ab, es muss ja für das Jugendamt auch nachvollziehbar sein, warum eine ambulante Maßnahme nicht mehr ausreichend ist (also macht z.B. eine chronologische Auflistung, was Ihr schon alles an Therapien, Maßnahmen, Schulungen, etc. hinter Euch habt).
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AvaMya
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Re: Internatsunterbringung?! Erfahrungen HEBO - Antrag beim Jugendamt

Beitragvon AvaMya » 8. Februar 2012 18:40

Hallöchen,

ich weiß doch das die HEBO erst ab der 5. Klasse ist - aber man muss sich ja jetzt so langsam mal darum kümmern, was nach der Vierten passiert!

Genau deswegen frage ich doch hier nach - das Jugendamt sagte uns das es nur PETRA oder heimunterbringung gibt...iwie teilen die uns nicht wirklich mit, was wir für Möglichkeiten haben.
Das Jugendamt weiß um seinen Fall und hat ja auch von beiden Psychiatrien die Befunde bekommen...

das mit der chronologischen Auflistung finde ich sehr gut - werde ich am WE mal machen.

Lieben Dank

Ava
hraftina
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Re: Internatsunterbringung?! Erfahrungen HEBO - Antrag beim Jugendamt

Beitragvon hraftina » 30. August 2013 09:14

Liebe Ava, ich kann alles sehr gut nachvollziehen. Wir haben ähnliches hinter uns. Auch unser Sohn besucht die 3. Klasse. Wir haben Glück und seine Lehrerin ist derart engagiert, dass wir kaum Probleme in der Schule haben. Dennoch macht mir die Tatsache wie es ab der 4. weitergeht Angst. Auch ich habe mir im WWW Hebo angeschaut und finde das ganz toll.
Dennoch bin ich zwiegespalten. Ich habe Angst, dass sich mein Sohn abgeschoben fühlen würden. Aber ich denke für seine persönliche Laufbahn (Hochbegabung kommt bei ihm hinzu) würde es das beste sein in einer Shcule unterrichtet zu werden, die auch auf ihn eingehen. Auf den Regelgyms wird das bei 30 Kids in der Klasse kaum möglich sein......der Gedanke da eine Entscheidung treffen zu müssen macht mich wahnsinnig.


Ich würde an Deiner Stelle mit dem Jugendamt nochmals Kontakt aufnehmen und fragen wie dort die Aussichten zur Unterbringen mit Kostenbeteiligung sind !!

Wir haben Freitag ein Gespräch beim Jugendamt und bekommen  wieder eine Familienhelferin.
2 Kinder:  Sohn 8 1/2 ADHS, Tochter 4 1/2
Ich selbst:nur  überfordert-kein adhs

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