enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

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pietzklo
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enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von pietzklo » 7. Dezember 2011 17:18

Ich war heute bei einer Familien- und Erziehungsberatungsstelle der AWO. Nachdem es hier gestern völlig eskaliert ist, wollte ich die Reisleine ziehen und mir Hilfe holen. Um 09:00 Uhr hatte ich den Termin, aber schon beim 1. Anblick des Therapeuten hatte ich ein schlechtes Gefühl. Ich kann nicht mal sagen warum, aber eigentlich war in diesem Moment mein Optimismus schon wieder weg. Ich sollte nun von der Familie und den aktuellen Problemen erzählen. Nachdem ich von der ADHS Diagnose meiner Tochter berichtete, hatte ich schon bei seiner Fragerei das Gefühl, dass er auch einer von der "Sorte": man muss sein Kind nur erziehen, ADHS ist Quatsch, ist. Ich sagte dann, dass ich mittlerweile viele Dinge bei meinem Sohn beobachte, die auch auf AD(H)S hinweisen könnten und ich es in Erwägung ziehe, in testen zu lassen. Er wurde dann leicht genervt, was mir das bringen sollte. Ich sagte, dass ich dann glaube, meinen Sohn besser verstehen zu können. Er äußerte sich dazu nicht weiter, meinte aber im Gesamtbild nur eine Schuld bei uns Eltern zu sehen. Er hat meinen Sohn bzw unsere Familie noch nie gesehen und kommt nach einer 1/2 Stunde zu diesem Ergebnis  :icon_eek: Ich habe dann nochmal das Thema Testung bei meinem Sohn angesprochen, worauf er gratzig sagte: ich scheine diese Diagnose ja haben zu wollen, dann werde ich sicherlich an irgendeiner Ecke einen Arzt finden, der diese Diagnose stellt.... Anschließend guckte er auf die Uhr und meinte: wir müssen jetzt aufhören.
Ich kann nur sagen, da fühlte ich mich so ganz und gar nicht gut aufgehoben
Liebe Grüße
Michaela
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BlackLady
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von BlackLady » 7. Dezember 2011 17:34

Bevor mein Sohn die Diagnose hatte, (da war er 4 und schon seeehr auffällig), wurde ich vom Kinderarzt auch zuerst zur Erziehungsberatung der Carritas geschickt.

Ich bekam schon am Telefon, als ich unsere Situation schilderte gesagt, das ADHS, nur die wenigsten der diagnostizierten Kinder hätten, und wir uns deswegen auf die Erzieherische Sache konzentrieren werden.

Da egal ob Diagnose oder nicht, wir Probleme hatten, habe ich trotzem einen Termin vereinbart.
Der Termin war nur mit mir, ohne die Kids.
Im Gespräch dann, wurde mir auch nach kurzer Zeit gesagt, das sein Verhalten nicht ADHS-bedingt ist, sondern an einer frühkindlichen Bindungsstörung zu mir liegt.
Das fand ich schon sehr unverschämt, da ich nichtmal ne halbe Stunde drin war, das Kind garnicht dabei war, und ich denke, ohne uns zusammen zu sehen, und unseren Umgang miteinander kann man nicht zu so einer Aussage kommen.

Nach weiteren 4 Terminen, wo ich in meinen Augen keinerlei Hilfestellung bekommen hab, habe ich keine weiteren Termine vereinbart.
Ich habe ein Motivationsproblem - solange bis ich ein Zeitproblem hab....


Wer mich für KOMPLIZIERT hält,
hat nur keine Lust
sich mit meiner EINZIGARTIGKEIT
auseinander zu setzen
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Angie
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von Angie » 7. Dezember 2011 17:37

Kreisch, bei mir war es vor 8 Jahren umgekehrt.
Die Dame damals von der Familienhilfe sagte zu mir:"Was wollen sie mit ihren Kind hier? Ich habe schlimmere Fälle als ihr Kind. Gehen sie mit dem zum Kinderjugendpsychiater."
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
Mirsarda
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von Mirsarda » 19. Februar 2012 18:12

Ich kann nur jedem abraten,beim Jugendamt Hilfe zu suchen.
Man ist aktenkundig,Datenschutz ist oft ein Fremdwort.
Wenn die Hilfe dann versagt,hat man noch das Risiko,sein Kind loszuwerden.

Ich weiss ,das klingt hart,aber das sind meine Erfahrungen und die von anderen Menschen aus meinen Umfeld.
Sicher gibt es auch gute Familienhilfen,aber die sind rar.
Die Awo ist sowieso ein fragwürdiger Verein.
Aber du kannst natürlich auch noch ausprobieren.Du hast das Recht auch eigene Helfer vorzuschlagen.Das sehen die Jugendämter nur nicht so gerne,da sie meist Vereinbarungen mit den Trägern haben,welche auch immer.
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gutefrage
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von gutefrage » 19. Februar 2012 18:29

Lass den Kopf nicht hängen ;)

Das ist ganz einfach diese Familienhilfe ist beratend nur für normale Familien die Erziehungsfehler begehen geeignet, nicht für Familien in denen Pädagogisch Vorsichtig rangegangen werden muss.
Ich habe diese auch 2 mal besucht und beide male die Ohnmacht des Berater erlebt.

Ich erhalte viel Hilfe vom Jugendamt und das seid vielen Jahren natürlich haben diese Mitarbeiter auch Grenzen das darf man nicht vergessen. Du hast auch Auflagen ganz klar aber auch Vorteile. Wir haben eine Flexkraft, der grosse geht zur Tagesgruppe, die Arge lässt uns in Ruhe durch JA uvm. Zeitweise wurden meine Kids mit Taxi zur Kita gebracht gesponsert durch JA. Ich hatte nur mit einem Mitarbeiter stress seiddem darf mir der nicht mehr zu nahe treten.

LG.

Ps: wenn er dich mit der Aussage beleidigt hat reiche eine Beschwerde ein ;)
Ich: ADHS
1. Sohn ADHS 10J, motorische Wahrnehmungsstörung
2. Sohn 7J schwer ausgebildete ADHS
3. Sohn 4 J. verdacht auf ADHS, Neurodermitis,Verdacht auf ASS, muskuläre Hypertonie, Wahrnehmungsstörung, Sprachverzögert
4. Tochter 2j. Epilepsie, Sprach
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von pietzklo » 19. Februar 2012 19:38

Ich war jetzt noch beim JA und wir haben einen Antrag auf Familienhilfe gestellt, die zu uns nach Hause kommen soll. Ich denke, wir werden es auf jeden Fall testen. Habe darauf hingewiesen, dass wir zumindest 1 ADHS Kind haben. Sollte ich natürlich merken, dass die Hilfe mit ADHS überfordert ist bzw keine Ahnung davon hat, werde ich das Projekt stoppen. Nebenbei sind wir ja noch beim SPZ in der Testung und da erhoffe ich mir Hilfe durch Therapien (Erziehungstipps, aber auch Tips für die Kids).
Wie die Hilfe bei der AWO aussah, habe ich dem JA erzählt. Wird zwar nichts bringen, aber es musste beim letzten Gespräch wenigstens raus.
Liebe Grüße
Michaela
lucylove
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von lucylove » 20. Februar 2012 08:10

Hallo,

ich habe einen 6 Jährigen ADHS´ler der oft sehr aggressiv ist. Das ganze Familienleben steht Kopf wenn er mal wieder austickt. Wir sind seit 2 Jahren beim Kinderpsychologen, und er ist mit Ritalin LA 20mg morgens, und 10mg LA nachmittags eingestellt.Ohne Medis würde es garnicht gehen.

Ich fühle mich oft überfordert, und weiß auch oft nicht wie ich reagieren soll, wenn er seinen Willen malwieder nicht bekommt, Ausflippt und auf mich losgeht.

Beim letztenmal hat ein Messer aus dem Messerblock gezogen, und sagte: ich bringe dich gleich um. Oder er kneift mich und droht mir. Dann greift er noch seine Geschwister ganz massiv an.

Nach ca 10 Minuten ist dann alles vergessen, und er entschuldigt sich bei mir. Dann muss ich mich mit Ihm vertragen, sonst fängt das ganze von vorne an.

Dann gibt es wieder Tage, wo er einfach Zuckersüß ist, und ich mir wünschte, es könnte immer so sein.

Ich habe schon kontakt zum JA, da meine Tochter 11 Jahre wegen Ihrer Dyskalkulie und Schulproblemen eine heilpädagogische Förderung  bekommt.

Bei dem letzten Gespräch mit der Sachbearbeiterin habe ich Ihr erzählt, daß ich große Probleme mit meinem jüngsten habe. Sie sagte, sie könnte einen Antrag nach § 27 Erziehungshilfe für mich beantragen, und dann bekäme ich z.B. eine Flexhilfe.

Aber was soll das bedeuten? Ich habe schon ein bisschen im Internet geschaut, und ein bisschen Angst bekommen. Soll ich dem Antrag überhaupt zustimmen?  Was ist eine Flexhilfe?

Ich weiß nicht  mehr weiter  :baw:


Gruß

Lucy
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Binchen
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von Binchen » 20. Februar 2012 11:10

Hi Lucylove,

habe mal nach diesem § 27 KJHG gegoogelt und folgenden Leitfaden/Beschreibung dazu gefunden. Vielleicht hilft es dir ein wenig weiter was damit eigentlich gemeint sein könnte:


Art der Leistung - § 27 KJHG
Der öffentliche Träger gewährleistet diese Leistung - nach den §§ 30, 31, 32, 34, 35, 35a, 41 KJHG und im Einzelfall nach den §§ 72, 39/100 BSHG.

Der Ansatz der integrierten individuelle Hilfen  zeichnet sich  insbesondere dadurch aus, dass er bemüht ist, keine vordefinierten Hilfeformen vorzuhalten, an
die sich der individuelle Hilfebedarf des Einzelfalles  anzupassen hat. 

Die Hilfen sollen sich vielmehr den sich  fortschreibenden Entwicklungen der  Betreutenund der anderen Beteiligten anpassen (§ 27 KJHG).

Der Schwerpunkt der integrierten individuellen Hilfen liegt in der Lebenswelt der Betreuten. Bereits existierende Ressourcen,  wie  Kontakte zu Freunden,  Verwandten, Ämtern, Schulen, Ärzten, Therapeuten, Sportvereinen, u.v.a.m.  werden mit in die  pädagogische  Arbeit  einbezogen und  sollen nach und nach die
fachliche Hilfe ersetzen  und zu einer  Hilfe zur Selbsthilfe  führen. Diese  sozialraumbezogene Arbeit hat darüber hinaus das  Ziel, im Sinne des § 1 ( ) KJHG
präventiv auf die Lebensbedingungen von jungen Menschen und  ihrer Familien so einzuwirken, dass Hilfebedarfe frühzeitig erkannt und intensive Formen der
Intervention reduziert werden.

Die Nutzung bestehender und die Schaffung neuer  sozialer Netzwerke schließt jedoch nicht aus, dass es für manche Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sinnvoll ist,  vorübergehend oder  für  immer  ihre  Herkunftsumgebung zu verlassen. Das ist immer dann der  Fall, wenn kaum noch förderliche Ressourcen im alten Lebensumfeld vorhanden sind oder/und der Einfluss  negativer Faktoren so groß wurde, dass neue  Lernerfahrungen dort nicht  (mehr) möglich.

Ein weiteres  Kennzeichen  der integrativen individuellen Hilfen ist der  Aufbau und die Aufrechterhaltung einer  Betreuungskonstanz über den gesamten  Zeitraum der Betreuung. Auch wenn durch  Ortswechsel oder durch die  Einbeziehung anderer -  auch nichtprofessioneller Kräfte aus dem Lebensumfeld - der
direkte Kontakt durch andere Menschen wahrgenommen  wird, bleibt die  Kontinuität der Begleitung durch einen Bezugsbetreuer erhalten. Ein System professioneller Maßnahmen unterstützt hierbei die Betreuer, die jungen  Menschen  und ihre Familien auf der Basis einer humanistischen  Grundhaltung in ihren individuellen Stärken und Fähigkeiten zu respektieren und zu fördern.


Beispiel:

Es kann z.B. gemeinsam  mit einem jugendlichen Trebegänger auf der  Straße sukzessiv ein  Lebenskonzept  entwickelt werden, das auf seine  Bedürfnisse
und Ängste Rücksicht  nimmt, das es ihm aber  auch ermöglicht, wieder  erstes Vertrauen zu Erwachsenen aufzubauen. Sein weiterer Lebensweg ist dann von
dieser Beziehung zu dem Betreuer unserer Einrichtung mitgeprägt, der  mit ihm gemeinsam Wege und Ziele entwickeln, auf die er sich einlassen kann.  Wohin
dieser Weg geht, in welchen Phasen er gerade verläuft und wo es Umwege bedarf, wird u.a. von der Tragfähigkeit dieser Beziehung beeinflusst.

Die Dichte der Begleitung kann enger oder weiter sein. Sie kann darauf  ausgerichtet sein, den Jugendlichen selbst zu stützen oder den Sozialraum zu  beeinflussen, der ihn umgibt.

Er kann sich mit Unterstützung seines Betreuers und unter Einbeziehung der Fachkräfte des Jugendamtes dafür entscheiden, nach Hause  zurückzukehren,
oder eine andere Lebensform wählen. Das kann auch  bedeuten,  dass er  sein soziales Herkunftsfeld verlässt. Dies kann nur  vorübergehend  sein oder  kann
den Aufbau einer neuen andersartigen Lebenswelt beinhalten.

Wenn es sinnvoll erscheint, kann seine  Familie  beraten, begleitet und unterstützt werden. Die Unterstützung kann auch in einer intensiven Elternarbeit  liegen, wobei eine zweite  pädagogische Fachkraft  die Arbeiten  mit  den Eltern bzw. einer  anderen  für das  Kind/den Jugendlichen sehr wichtige Person  übernimmt. Beide Fachkräfte kooperieren miteinander und haben die gleiche Fachbegleitung..

Auch eine Integration in eine andere  Familie oder  betreute Wohnmöglichkeit kann als sinnvoll  angesehene  werden.  Hier kommen  dann Elemente des § 34
KJHG zum Tragen. Zur  Gewährung der  Beziehungskonstanz und  zur Unterstützung der Eigenverantwortlichkeit des jungen Menschen, die  Gestaltung
seines Lebens  aktiv mitzugestalten, darf auch an dieser Stelle kein  formeller Bruch entstehen. Auch innerhalb dieses Rahmens muss die  Betreuungsintensität und -dichte variabel bleiben.

Alle pädagogischen Überlegungen orientieren sich nicht an  vorhandenen  Hilfeformen sondern am momentan notwendigen Bedarf.  Die integrierten individuellen Hilfen ermöglichen ihm in allen  Phasen seiner Entwicklung das  Setting, das für die Umsetzung der in der Hilfeplanung gemeinsam erarbeiteten Ziele
am effektivsten angesehen wurde, ohne den Erziehungsprozess durch  Einrichtungs- und Beziehungswechsel einzuschränken. Das gleiche gilt für die  Intensität der Betreuung. In Krisen ist es nicht nur möglich, dem Jugendlichen die  richtige fachliche Begleitung bzw. das richtige Lernumfeld bereitzustellen - auch die
Betreuungsdichte kann variabel gestaltet werden.

Wie sich die Betreuung auch gestaltet, wichtiges  Ziel ist eine sukzessive  Reduzierung der direkten fachlichen Begleitung. Im Vordergrund steht  immer die
Einbeziehung von förderlichen gemeinwesenorientierten Ressourcen, die  d a n n - wenn notwendig - fachlich begleitet werden können. Das kann die Lehrkraft in
der Schule, der Ausbilder, der Jugendwart im Sportverein ebenso sein,  wie engagierte Menschen, die ehrenamtlich tätig sind.

Die  Hilfesuchenden arbeiten aktiv an der Hilfegestaltung  mit  und sind somit Subjekte des Geschehens. Dies gilt auch für den Umfang der Hilfen, über den
sie gemeinsam  mit den beteiligten Fachkräften (bei Kindern und  Jugendlichen unter Einbeziehung  ihrer  Personensorgeberechtigten) im Rahmen  ihrer  Entwicklung immer wieder neu mitentscheiden.


2.4 Inhalt der Leistung
2.4.1 Pädagogische Regelleistungen

Da das  Betreuungsangebot in  den „Integrierten individuellen Hilfen“ so  vielschichtig ist wie die  Individualitäten der Betreuten,  ist eine  umfassende Beschreibung von pädagogischen Regelleistungen kaum möglich.

Grundlage ist eine tragfähige Beziehung zu dem  Kind/Jugendlichen  aufzubauen. Des weiteren sollen die Eltern und  Personensorgeberechtigten  bei der
Wahrnehmung und Stärkung ihrer Erziehungskompetenz beraten und  begleitet werden.

Kinder, Jugendliche und junge Volljährige sollen unterstützt, beraten und begleitet werden bei
• der Stärkung ihres Ichs, insbesondere bei
• der Stärkung des Glaubens an die eigenen Fähigkeiten,
• der Stärkung ihres Selbsthilfepotentials,
• der Wertschätzung sich und anderen gegenüber,
• dem Aufbau eines realistischen Selbstbildes,
• der Bewältigung traumatischer Lebenssituationen.

• der Erfahrung von Vertrauen und Beziehung.

• der Bewältigung von Krisen.

• der Entwicklung selbstgestalteter eigener Lebensformen, insbesondere bei
• der Suche nach einer passenden Lebensform,
• dem Kennen lernen von alternativen Lebensformen und fremden Lebensmodellen,
• der Schaffung neuer Erfahrungs- und Erlebnisfelder,
• der Steigerung  ihrer individuellen Handlungs-  und Entscheidungskompetenz,
• der Umsetzung individueller Lebensentwürfe,
• der Sicherung des Verbleibs der Kinder und Jugendlichen in  ihrer Familie oder einer Ablösung vom Elternhaus,
• dem Auffinden geeigneter  „Nischen“ für eine  Integration in die Gesellschaft,
• der Vertretung eigener Interessen,

• der Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenz, insbesondere bei
• dem sozialverantwortlichen Umgang mit Konflikten und Rechtsnormen,
• einem Leben in Legalität,
• dem Aufbau eines eigenen Bekannten- und Freundeskreises  sowie bei
der Gestaltung partnerschaftlicher Beziehungen,
• dem Erlernen und Anerkennen von Grenzen, Vorgaben und Strukturen.

• der Gesundheitsvorsorge.

• finanziellen Fragen und der Sicherstellung sozialrechtlicher Ansprüche.

• der Gestaltung des Lebensalltags, insbesondere bei
• der Versorgung und Gestaltung im hauswirtschaftlichen Bereich,
• der Gestaltung der familiären oder persönlichen Wohnsituation,
• der Planung und Realisierung von schulischer und/oder beruflicher  Integration,
• der aktiven Freizeitgestaltung,
• beim Umgang mit behördlichen und sozialen Angelegenheiten,
• der Nutzung örtlicher Hilfs- und Beratungsangebote,
• der Entwicklung neuer Formen der Freizeitgestaltung,
• der Anbindung an förderliche Ressourcen im sozialen Umfeld,
• der Arbeitsbeschaffung,
• der Entwicklung von neuen Lern- und Entwicklungschancen,
• der Loslösung von fachlicher Hilfe und dem Annehmen von  sozialraumbezogenen niederschwelligeren Angeboten,
• etc.

Des weiteren sollen Familien unterstützt, beraten und begleitet werden bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages.


2.4.2 Gliederung der integrierten individuellen Hilfen

Integrierte individuelle Hilfen orientieren sich, wie vom  Gesetzgeber in § 27 KJHG gefordert, am erzieherischen Bedarf des Einzelfalls.  Zur  Schaffung grö-
ßerer Transparenz dem öffentlichen Träger  gegenüber,  der sich häufig an den beispielhaften Vorgaben des  KJHG orientiert, stellen  wir im  Folgenden  verschiedene Grundformen unserer Hilfen dar (kein ausschließlicher Katalog), die im Einzelfall je nach Bedarf gleichzeitig, abwechselnd oder einzeln  zum  Zuge
kommen können.:

2.4.2.1 ambulante Betreuung von Jugendlichen und jungen Volljährigen
• aufsuchende Straßensozialarbeit
• Betreuung im eigenen Wohnraum
• Betreuung im familiären Wohnraum
• Begleitung während Haftzeit, Psychiatrie, Entzug etc.

2.4.2.2 Beratung und Betreuung von Familien
• sozialpädagogische Familienhilfe
• Betreuung von Kindern und Jugendlichen in  der Familie,  Erziehungsbeistandschaft
• Begleitung von Eltern und/oder Sorgeberechtigten

Alles und weiteres  hierzu kann man hier nachlesen: http://www.erziehungsbuero.de/pdf-downl ... Hilfen.pdf


Oder dieses hier könnte dir vielleicht auch diesen § 27 KJHG und Flexible Hilfe erklären:


Hilfe zur Erziehung - die Grundaussagen des § 27 KJHG

Wer hat wann Anspruch auf Hilfe zur Erziehung? Welche Hilfeformen gibt es? Was heißt erzieherischer Bedarf? Dieser Artikel gibt in Kurzform Antworten auf diese Fragen.

Die Erziehungshilfen stellen einen zentralen Bestandteil der öffentlichen Jugendhilfe dar. Unter Hilfen zur Erziehung sind all jene Hilfen zu verstehen die Eltern, Kinder und Jugendliche befähigen selbständig und eigenverantwortlich eine dem Wohl des Kindes/ des Jugendlichen entsprechende Erziehung zu gewährleisten und zu genießen. Darüber hinaus besteht eine wichtige Aufgabe der Jugendhilfe überhaupt darin, familiäre Bedingungen durch Begleitung, Beratung und Unterstützung so zu verändern, dass mögliche Benachteiligungen sozialer Art vermieden oder abgebaut werden und die individuelle soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefördert wird.

Der individuelle Bedarf
Ist nun eine dem Wohl des Kindes oder Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet, so hat ein Personensorgeberechtigter darauf Anspruch Hilfe zur Erziehung beim zuständigen Jugendamt zu beantragen.

Wie eine solche Hilfe nun aussieht und gestaltet wird hängt vom individuellen Bedarf ab. Dazu ist es zunächst notwendig, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes (zu meist des Allgemeinen Sozialen Dienstes) sich ein Bild über den „Fall“ machen. Sie sind angehalten durch beraterische und diagnostische Schritte den erzieherischen Bedarf im individuellen „Fall“ zu ermitteln. Diese Ermittlung erfolgt in der Zusammenarbeit mit der Familie. Die Betroffenen sind also von beginn an in die Planung der Hilfe zur Erziehung einzubeziehen.

Das Wohl des Kindes/ des Jugendlichen
Das Feld auf dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter bewegen ist schwierig. Dies liegt zum einen darin immer im Einzelfall entsprechende Schritte zu planen und zu koordinieren und an der rechtlichen Unbestimmtheit des Begriffes Wohl des Kindes. Es muss nämlich entschieden werden ob, aufgrund des Vorliegens von bestimmten Mängeln, bestimmte Schädigungsfolgen wahrscheinlich eintreten werden. Eine eher pädagogisch formulierte Erklärung dieses Begriffes besagt:

„Das Wohl des Minderjährigen ist hiernach dann nicht gewährleistet, wenn die konkrete Lebenssituation durch Mangel oder soziale Benachteiligung gekennzeichnet ist: Mangel an Anregung, an Kommunikation, an pädagogischer Unterstützung, aber auch Mangel an Ausbildungsmöglichkeiten besteht, wenn Mangel an geeignetem Wohnraum oder wenn die Möglichkeit zur Freiheitsentfaltung im öffentlichen und politischem Raum eingeschränkt sind, wenn Benachteiligung im Bildungsbereich exsistiert usw. Für den Rechtsanspruch (auf Erziehungshilfe) muss hinzukommen, dass das Sozialisationsfeld des Minderjährigen nicht in der Lage ist, aus eigenen Kräften dies Mängel- und Defizitsituationen abzubauen, dass erzieherische Hilfsbedürftigkeit besteht.“ (Münder u.a.: Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG, Münster 1993, S. 236f.)

Beteiligung und Hilfeplan
Unter Einbeziehung der Beteiligten und Beachtung des sozialen Umfeldes ist über die genauer Art und den Umfang der Erziehungshilfe gemeinsam zu beraten. Um gewisse Verbindlichkeit, erzieherische Wirkung und Akzeptanz von erarbeiteten Erziehungszielen zu erreichen ist ein Hilfeplan aufzustellen, der die Mitwirkung der Betroffenen sichert und gewährleistet. Bei der Suche nach einer geeigneten Hilfeform oder eines passenden Angebotes sind die Wünsche der Betroffenen zu berücksichtigen (§ 5 KJHG). Außerdem sind bestimmte Grundrichtungen der bisherigen und gewünschten Erziehung durch die leiblichen Eltern zu berücksichtigen (§ 9 KJHG). Und ganz wesentlich: Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihres Alters und des Entwicklungsstandes an den Entscheidungen die Erziehungshilfe betreffend zu beteiligen (§ 8 KJHG).

Hilfeformen
Der § 27 KJHG ist die Ausgangsbestimmung für die Aufzählung verschiedenster ambulanter, teilstationärer und stationärer Erziehungshilfen im Gesetz. Er besagt darüber hinaus, dass diese Aufzählung nicht vollständig ist. Damit ist der Kreativität der Jugendhilfe in der Entwicklung bedarfsorientierter Angebote, auch im Einzelfall, Spielraum gelassen. Folgende Hilfeformen werden aufgezählt:

- Erziehungsberatung (§ 28 KJHG)
- Soziale Gruppenarbeit (§ 29 KJHG)
- Erziehungsbeistandschaft, Betreuungshelfer (§ 30 KJHG)
- Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31 KJHG)
- Erziehung in einer Tagesgruppe (§ 32 KJHG)
- Vollzeitpflege (§ 33 KJHG)
- Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform (§ 34 KJHG)
- Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (§ 35 KJHG)

Die Aufzählung enthält keine Wertigkeit der Hilfeformen. Sie stehen gleichberechtigt nebeneinander und unterscheiden sich vor allem in ihrer pädagogischen Ausprägung. In der Praxis lässt sich jedoch feststellen, dass in vielen Fällen, sicherlich auch meist zurecht, zunächst Hilfen gewährt werden, die in das familiäre Leben eingreifen ohne Kinder andernorts, z.B. in einer Pflegefamilie, unterzubringen. Hier liegt der Gedanke zugrunde, die familiären Ressourcen mit einem Mindestmaß an Eingriff so zu aktivieren, dass die Mangelsituation (vgl. Wohl des Kindes/ des Jugendlichen) zu einem nahen Zeitpunkt weitestgehend behoben werden kann. Ein anderer Grund kann sicherlich in den niedrigeren Kosten ambulanter Hilfen liegen. Ein Indiz dafür zeigt sich darin, dass, auch in Sachsen-Anhalt, zunehmend ältere Kinder in Pflegefamilien vermittelt werden.

Sicherlich gibt es auch immer wieder familiäre Bedingungen, die Kinder sofort woanders unterbringen, um ihr Wohl nicht weiter zu gefährden. Dies sind dann meist Fälle von massiver Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und gewalttätiger Misshandlung von Kindern. Oft werden sie zunächst in Bereitschaftspflegefamilien oder Not- und Kriseneinrichtungen untergebracht.

Anspruch auf Erziehungshilfe
Anspruch auf Hilfe zur Erziehung haben, und dies ist ein von vielen erhobener Vorwurf an den Gesetzgeber, nur die Personensorgeberechtigten und nicht die betroffenen Kinder. Dies heißt, dass in den meisten Fällen Erziehungshilfe nur geleistet wird, wenn die leiblichen Eltern der Hilfe zustimmen und ihrem Können entsprechend mitwirken. Der Widerspruch wird vor allem dann sichtbar, wenn lediglich Maßnahmen für die betroffenen Kinder ergriffen werden und dabei nicht gleichzeitig auf Bedingungen in der Herkunftsfamilie eingewirkt wird. Rückführungen von „geheilten“ Kindern aus Pflegefamilien in ein unverändertes familiäres Umfeld haben für die weitere Entwicklung der Kinder fatale Folgen. Bei der Hilfeplanung und der Klärung der Perspektive des Kindes ist unbedingt auf mögliche Veränderungen im Herkunftsmilieu hinzuweisen. Hier liegt die Verantwortung eindeutig bei den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ASD.

Verlauf: vom Antrag zur Hilfe
- Antragstellung durch einen Personensorgeberechtigten
- Prüfung des Antrages und des erzieherischen Bedarfs
- Festlegung von Art und Umfang der Hilfe durch das Hilfeplanverfahren, auch Suche nach einer geeigneten Einrichtung, einem geeignetem Angebot
- Bescheid an den Personensorgeberechtigten
- Vertrag mit einer Einrichtung/ einer Pflegefamilie
- Aufnahme und Entwicklung des Fallverlaufs
- Regelmäßige Überprüfung der Notwendigkeit der Hilfe
- Abschluss der Erziehungshilfe

Quelle: http://www.fzpsa.de/paedpsych/Fachartik ... iehunginet


Vermutlich wird man euch, solltest du diesen Antrag beim JA stellen, eine Familienhilfe (auch sozialpadagogische Familienhilfe - kurz SPFH genannt) an die Seite geben. Diese kommt dann in Absprache mit euch ein (oder auch bei Bedarf mehrmals) in der Woche zu euch nach Hause bzw. zu dem betroffenen Kind.
Vorrangig ist jedoch die Arbeit für die SPFH-Fachkraft die Arbeit mit der gesamten Familie und die gemeinsame Suche nach Lösungswege bei familiären Problemen. Diese Fachkraft führt dann überwiegend Gespräche mit den Eltern und dem Kind, manches mal getrennt voneinander, aber sehr oft auch gemeinsam mit beiden Parteien.

Möglich wäre aber hier wohl auch dir einen Erziehungsbeistand für dein Kind zu genehmigen. Diese Fachkraft ist ausschließlich für die Belange des Kindes da, führt jedoch auch regelmäßig Elterngespräche (teilweise auch mit Eltern und Kind gemeinsam). Es unternimmt vieles mit dem Kind zusammen, versucht ihm bei der Bewältigung seiner Probleme zu helfen, auch kann er oftmals (wie auch die SPFH-Kraft) das Kind und/oder die Eltern in der Schule begleitend unterstützen und bei sonstigen Ämtern und Behörden genauso (wenn es so im Hilfeplan, der vor bzw. nach den ersten Besuchen - "Schnupper- bzw. Kennenlerntermine" - dann zwischen JA, SPFH-Kraft oder Erziehungsbeistand und der Familie - Eltern und betroffene/s Kind/Kinder - schriftlich festgehalten und unterschrieben wurde).

Leider, diese Erfahrung musste ich in beiden Arten der Hilfe machen, gibt es nur wenige Fachkräfte die diese Arbeit ausüben und sich gleichzeitig wirklich sehr gut mit der gesamten Problematik von einem ADHS-betroffenen Kind (oder auch Erwachsenen, wenn ein oder beide Elternteile ebenfalls davon betroffen sind) auskennen.

Das JA sucht in dem Pool ihrer eigenen SPFH- oder Erziehungsbeistandskräfte nach freien Kapazitäten und weist einen dieser dann der Familie zu. Sind die eigenen Mitarbeiter aber alle ausgelastet zur Zeit, greift das JA auf andere Träger (wie AWO, Caritas, Kinderschutzbund) sowie freie Mitarbeiter (die selbstständig und auf eigene Rechnung in diesem Bereich arbeiten) zurück. Daher kann es gut vorkommen, so wie bei mir, das meine beiden damaligen SPFHler von der AWO kamen (vom JA beauftragt) oder wie unsere letzte Hilfe - ein Erziehungsbeistand für meinen Ältesten - der als selbstständige sozialpädagogische Fachkraft arbeitet und vom JA diesen Auftrag zur Begleitung und Betreuung meines Sohnes übernommen hatte und vom JA dann bezahlt worden ist (sobald er mit denen seine Besuche quartalsmäßig abgerechnet hatte - hat er mir mal so erklärt wie das bei ihm abläuft mit Auftragsvergabe und Bezahlung durch´s JA).

Daher ist es also durchaus möglich, dass man dies Hilfe zwar beim JA beantragt und genehmigt bekommt, der dann für einen zuständige Mitarbeiter auch von der AWO oder einem sonstigen Träger oder sogar als freiberuflicher Mitarbeiter kommen kann.


Hoffe dir damit ein wenig dir den Begriff "Flexible Hilfe" erläutert haben zu können.


Auf jeden Fall ist es eine gute Anlaufstelle um Hilfe in der Erziehung und bei Problemen mit dem Kind zu erhalten. Und diese negative Erfahrungen die ich leider im Bezug von diesen beiden Hilfsformen und dem ADHS bei meinem Kind (und mir ja auch) machen musste, müssen ja nicht unweigerlich auch bei anderen dann zutreffen. Es gibt garantiert auch viele dieser familien- bzw. kinderunterstützenden Helfer die sich sehr gut mit der Problematik von ADHS und dessen weitere Probleme die daraus resultieren können, auskennen. Nur sind die wahrscheinlich durchweg immer fast alles ausgelastet und betreuen bereits Familien und Kinder mit dieser Problematik dann und daher wird man wohl nur mit viel Glück an solch eine Fachkraft dann gelangen. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall wenn solche Fachkräfte auch besonders ihm Umgang und mit der Problematik von ADHS-betroffenen Personen sich weiterbilden würden/müssten bzw. in der Ausbildung derer bereits ausgiebig sich mit dem Thema ADHS befassen müssten um wenigstens ansatzweise davon betroffenen und von ihnen später betreuten Personen noch besser unterstützend helfen zu können. Viele kommen das erste Mal in ihrer beruflichen Tätigkeit mit der Problematik von ADHS in Berührung und haben keinerlei Ahnung was es tatsächlich heißt (heißen kann) von ADHS betroffen zu sein. Da kann es schon mal so weit gehen, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Helfenden und dem zu helfenden Personen dann leider beendet werden muss, da hier keine einvernehmliche Zusammenarbeit mehr möglich ist. (War einmal bei mir so gewesen - mit unserem ersten SPFHler).

So, oh je - schon wieder mal ein Roman geworden -  :iamsorry:

Mache jetzt mal Schluss mit dem texten.

lg
Binchen
Selber:     ADHS (06.2008),
Benjamin: ADHS (05.2008), Legasthenie (12.2010 - Therapie seit 08.2012), auditive Wahrnehmungsstörung (2004), logop. Behandlung (2004 - 10.2011), Asthma (seit Geburt), Frühförderung (v. 2006 - 2008)
Michel: pubertäre Probs
lucylove
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von lucylove » 20. Februar 2012 16:06

Hallo Binchen,

vielen Dank für deinen Roman!
Aber irgentwie bin ich jetzt nochmehr verunsichert!  :icon_rolleyes:
Ich glaube, ich werde diesen Antrag nicht stellen. Wenn ich mir vorstelle, daß 1-2 mal pro Woche jemand zu uns nachhause käme. Nee!
Meine Kinder verunsichert alles was nicht so läuft wie sonst.

Und das würde ja schon ziemlich viel Unruhe reinbringen. Und dann ist alles womöglich noch schlimmer. Mit allen Kindern.

So wie es im Moment ist, kann es aber irgentwie auch nicht weiter gehen. Unsere Heilpädagogin hatte gesagt, sie könnte diese Erziehungshilfe auch in Ihrer Praxis durchführen. Das wäre mir dann schon lieber!

Aber wenn der Antrag erstmal gestellt wurde, werde ich wohl kein Mitspracherecht mehr haben.

liebe Grüße

Lucy
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von Binchen » 20. Februar 2012 19:12

Hi Lucy,

es muss ja nicht so sein wie bei uns, wo einmal die Woche jemand gekommen ist. Man kann auch im sogenannten Hilfeplan dass auch individuell vereinbaren. So war es bei uns auch zum Schluß mit der SPFH-Helferin so, dass sie nur noch alle 14 Tage bei uns zu hause vorbei gekommen ist.

Es kommt im Grunde genommen darauf an, was das eigentliche Grundproblem ist für das man eine solche Unterstützung haben möchte. Und wie oft dann der häusliche Besuch des Helfers sinnvoll wäre. Aber letztendlich entscheidet dies dann gemeinsam die Familie und der Helfer, das JA muss diese Stundenzahl im Monat dann nur noch vertraglich absegnen.

Was deine Heilpädagogin wohl dir in ihrer Praxis anbieten kann, ist eine reine Erziehungsberatung. Und diese Erziehungsberatung bieten auch viele caritative und kirchliche Verbände in ihren Räumlichkeiten ebenso an.

Die Familienhilfe oder der Erziehungsbeistand lernt aber durch seine regelmäßigen Besuche bei euch zuhause dein Kind und euch sehr gut kennen und kann dann hier auch sehr schnell erkennen worin die eigentliche Probleme bei euch liegen, da er euch ja sozusagen "live" im eigenen Umfeld erleben kann. Dies kann man jedoch mit reinen Erziehungsberatungen in einer Praxis nicht so gut dann anbieten bzw. umsetzen.

So kam der Erziehungsbeistand für meinen ältesten (die letzte Hilfe die ich vom JA seither noch hatte) so gegen Schluß der "Betreuung" nur noch einmal im Monat zu  uns. Dann wurde das ganze nach einem erneuten Gespräch zwischen JA, Erziehungsbeistand und uns (mir als Mutter und dem Kind) einvernehmlich eingestellt. Mein Sohn hatte einfach keine Lust mehr darauf und da er ein Mitspracherecht dabei hatte wurde sein Wunsch der Einstellung dieser Hilfe akzeptiert.

Du kannst jederzeit eine solche Hilfe wieder einstellen lassen beim JA. Es wird vom JA keiner dazu gezwungen an diesem ursprünglichen erstellten Hilfeplan bis zum Ablauf der dort genannten Frist durch zu ziehen. Wenn man nicht mehr möchte, dann stellt das JA auch gerne diese Hilfe wieder ein. Wobei dazu aber ein offenes Gespräch dann zwischen JA, dem zugeteilten Helfer und der Familie (Eltern, evtl. Kind/er) dieser Einstellung der Hilfe voraus gehen sollte.

Also, du hättest auch dann weiterhin ein Mitspracherecht wenn die Hilfe am laufen wäre. Gegen deinen bzw. euren Willen wird keine solche Hilfe vom JA weiter durchgesetzt werden.

Hoffe damit wenigstens ein wenig deine Bedenken gegen eine SPFH-Hilfe oder eines Erziehungsbeistandes für dein betroffenes Kind abgemildert zu haben.

Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

lg
Binchen
Selber:     ADHS (06.2008),
Benjamin: ADHS (05.2008), Legasthenie (12.2010 - Therapie seit 08.2012), auditive Wahrnehmungsstörung (2004), logop. Behandlung (2004 - 10.2011), Asthma (seit Geburt), Frühförderung (v. 2006 - 2008)
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von friljo » 26. Februar 2012 08:02

:zwink:
...hallo Bienchen...
du scheinst dich schnell in etwas reinlesen zu können...
...ich habe beruflich mit diesen ganzen Förderungen zu tun...
meine Aufgabe ist es zwar nicht diese ganzen gesetze zu kennen, doch ich habe direkt mit den betroffenen oder auch mit deren eltern zu tun und sehe oft die hilflosigkeit in diesem paragraphendschungel einen weg zu finden der dann auch noch Sinnvoll sein soll... .......lg
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von pietzklo » 7. März 2012 17:53

So, hier der neueste Stand. Der Antrag auf Familienhilfe wurde am Freitag genehmigt. Morgen um 16:00 Uhr haben wir einen Termin mit dem Sachbearbeiter und der Familienhilfe. Bin mal gespannt, wie das dann weiter läuft.
Ansonsten haben wir zusätzlich auch noch nächste Woche Freitag das Abschlußgespräch im SPZ.
Liebe Grüße
Michaela
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von knopf1977 » 11. März 2012 02:57

HI Michaela!
Was kam denn bei Eurem Gespräch mit dem JA raus?
LG
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von pietzklo » 11. März 2012 19:40

Ab Donnerstag kommt für 5 Std. die Woche eine Familienhelferin (Stundenaufteilung und Termine klären wir dann) und wird uns unterstützen. Wie das ganze aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber ich stehe allem erstmal offen gegenüber.
Der Sachbearbeiter (zum Glück nur der Vertreter meiner SB`in) kam noch mit dem Spruch um die Ecke, dass er von der Diagnose ADHS nicht viel hält.... Zum Glück ist er nur der Mann vom Amt und nicht der Familienhelfer. Dann hätte es nämlich schom beim kennen lernen ein Problem gegeben  :aufsmaul_2:
Liebe Grüße
Michaela
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von knopf1977 » 1. April 2012 10:22

Hi Michaela!
Und wie lief Euer erster Tag? Verspricht es deine Erwartungen zu erfüllen? Würde mich freuen, zu hören, wie so etwas abläuft.
Danke dir vorab und noch einen schönen Sonntag!
LG
pietzklo
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von pietzklo » 2. April 2012 07:54

Hallo Knopf!
Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von der Sache halten soll. Einerseits bin ich froh, dass sie da ist, denn schon das hat die Situation bisher entspannt. Meine Kinder zeigen sich ihr gegenüber von ihrer besten Seite und auch ich habe im Hinterkopf immer, dass ich manche Situationen mit ihr nochmal durchsprechen kann. Denke aber, irgendwann wollen sie bei ihr auch testen, wie weit sie gehen können.
Andererseits macht sie Vorschläge, die ich für nicht gut halte. Ich soll keine Hausaufgaben (einschl. Sachen packen) kontrollieren, nur noch fragen, ob es gemacht wurde. Auch soll ich morgens nicht mehr antreiben. Sie ist der Meinung, wenn die Kids zu spät kommen, dann wäre das für sie eine Lehre und es würde nicht mehr passieren.

Meine Kinder gehen in die 2. und 4. Klasse. In diesen 2 Wochen hatten meine Kinder einige Einträge was fehlt (Material, Hausaufgaben usw.) und ich wurde von 3 Lehrern am Elternsprechtag angesprochen, was denn mit den Kindern los sei. Ich habe von der Erziehungshilfe erzählt und welche Vorschläge sie gemacht hat. Alle 3 sagten unabhängig, "das klappt bei Ihren Kindern nicht, die müssen geführt werden". Die Klassenlehrerin konnte auch ein Bsp. bringen. Es gibt eine Zeiträuberkarte in der Klasse. Wenn Kinder zu spät in den Unterricht kommen, ihre Sachen nicht rechtzeitig ausgeräumt haben o.ä., werden sie ermahnt und der Name kommt unter das Zeiträuberbild. Die Kinder sehen es und wissen, wenn sie sich noch etwas in der Woche zu Schulden kommen lassen, bekommen sie Freitags eine zusätzliche Hausaufgabe. Meine Tochter musste schon x-mal diese Zusatzaufgabe machen. Draus gelernt hat sie nichts.

Heute um 14:00 Uhr kommt sie wieder zu uns. Erst ein Gespräch mit mir und dann ist Sohnemann drann. Jeder darf hier seine Meinung sagen. und dann versuchen wir auf einen Nenner zu kommen...

Ich werde berichten, wie es weiter geht. Ach so, wir haben 5 Std/Woche bis Ende Juni vorerst genehmigt bekommen.
Liebe Grüße
Michaela
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von Mirsarda » 2. April 2012 18:03

Ist die Familienhilfe auf ADHS geschult.Hat sie Zusatzqualifikation?
Mir scheint als ziehe sie das 08/15 Programm durch,das bei ,,normalen Kindern ,, funktioniert,wo die Eltern meist Defizite haben.
Lass Dir den Schuh nicht anziehen.Ihr habt andere Probleme!
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von pietzklo » 3. April 2012 07:55

Hallo Mirsarda,
das gleiche habe ich auch schon gedacht. 0815, so mache ich es immer.
Sie war gestern wieder hier und (endlich) hatte mein Sohn in dieser Zeit einen kleinen Wutanfall. Ich merkte, wie er langsam an die Decke ging. Wollte also ruhig mit ihm eine Lösung finden. "Nein, nicht darauf eingehen, da muss er jetzt selbst durch" Wir sind dann raus und er kam hinterher und wurde immer wütender. Plötzlich ging sie zu ihm "komm, wir machen das jetzt zusammen, ich helf dir". Hä? Erst heisst es, nicht darauf eingehen. Laut JA darf mein Mann in so einer Situation auch nicht eingreifen, denn dann würde meine Erziehung dadurch unterdrückt werden. Und sie macht genau das... Als ich sie drauf ansprach, kam nur: Man muss das von Situation zu Situation sehen, deeskalierend eingreifen usw. Wollte ich ja, sollte ich aber nicht.
Es gab noch mehr Beispiele, wo sie sich für meine Geschmack selbst widerspricht. Ich sag ja, ich guck mir das ne Weile an (bewilligt bis Ende Juni) und sollte es bis dahin in dieser Art weiter gehen, dann lass ich das Ganze.

Für die sozialen Schwierigkeiten haben wir ab 13.04. einen Kletterkurs für die Kids genehmigt bekommen. Bin mal gespannt.
Liebe Grüße
Michaela
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von Mirsarda » 3. April 2012 09:56

Du hast aber das Recht ,sie genau zu fragen,welche Qualifikation sie in Bezug auf ADHS hat.
und welche Methode sie bei euch anwendet.
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Re: enttäuscht von der Familienhilfe der AWO

Beitrag von pietzklo » 3. April 2012 12:03

Problem ist ja bisher, dass bei meinem Sohn (der z.Z. die meisten Probleme bereitet) angeblich kein ADHS festgestellt werden konnte.

Trotzdem werde ich sie das nächst mal danach fragen.
Liebe Grüße
Michaela
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