Kur: Rentenversicherungsträger lehnt Antrag ab

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Zappelphilipp
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Kur: Rentenversicherungsträger lehnt Antrag ab

Beitrag von Zappelphilipp » 16. Februar 2014 09:20

Hallo,

ich bin Erwachsener und habe einen Kurantrag an die Krankenkasse gestellt. Die Krankenkasse hat mir dann die REHA-Antragsunterlagen des zuständigen Rentenversicherungsträgers zugesendet.

Der Rentenversicherungsträger hat meinen REHA-Antrag abgelehnt:

ADHS erfordert

- Diagnostik und leitliniengerechte Therapie durch FÄ/FA für Psychiatrie, Psychotherapie, psychopharmakologische Therapie

- eine regelmäßige ambulante nervenärztliche Mitbehandlung/Richtlinienpsychotherapie

Hierbei handelt es sich nicht um Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Bitte sprechen Sie mit ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Krankenkasse.

Eine erhebliche Gefährdung der Erwerbsfähigkeit liegt nicht vor. Durch eine medizinische Rehabilitation kann die geminderte Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder deren wesentliche Verschlechterung nicht abgewendet werden.

Ich vermute, dass ein Widerspruch gegenüber dem Rentenversicherungsträger nichts bringt. Worauf muss ich achten, wenn ich mich wegen einer Kur nun an die Krankenkasse wenden sollte?
Zuletzt geändert von Zappelphilipp am 16. Februar 2014 09:49, insgesamt 1-mal geändert.
graffiti
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Re: Kur: Rentenversicherungsträger lehnt Antrag ab

Beitrag von graffiti » 16. Februar 2014 11:46

hallo zappelphilipp,

bißchen schwierig, weil ich über den stand deiner diagnose und behandlung nur spekulieren kann.

aus den wenigen fakten, die du hier angeführt hast, stellt es sich für mich so dar:
- diagnose steht (und das muß die rv auch anerkennen. sie beziehen sich ja in ihrer ablehnung darauf).
- du bist mißtrauisch ggü. medikamenten.

was ich nicht weiß: welche behandlungsansätze gibt es bereits?
der ablehnungstext läßt darauf schließen, daß du den - außer in dramatischen ausnahmesituationen / bei vorliegen von schwerwiegenden komorbiditäten offenbar unerläßlichen - vollständigen katalog nicht vorweisen kannst:

- Diagnostikund leitliniengerechte Therapie durch FÄ/FA für Psychiatrie, Psychotherapie, psychopharmakologische Therapie
- eine regelmäßige ambulante nervenärztliche Mitbehandlung/Richtlinienpsychotherapie


da ich nicht beurteilen kann, in wie weit bei dir stationäre behandlung angezeigt wäre (oder in wie weit du auch von ambulanter behandlung wirksam profitieren kannst), ist der rat der rv, dich mit einem kompetenten arzt in verbindung zu setzen, gar nicht so verkehrt.

Eine erhebliche Gefährdung der Erwerbsfähigkeit liegt nicht vor.

auch das kann keiner aus der ferne und ohne wissen um deine persönlichen umstände beurteilen.

Durch eine medizinische Rehabilitation kann die geminderte Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder deren wesentliche Verschlechterung nicht abgewendet werden.

das wäre für mich der ansatzpunkt.
denn aus dem zusammenhang gerissen ist dieser satz in seiner verallgemeinerung schlicht blödsinn.
ich kann allerdings - wieder - nicht beurteilen, ob sich die rv auf deine persönlichen umstände bezieht.

mein (spekulatives) fazit: die rv lehnt deinen antrag ab, weil sie
a) finden, dir gehts ganz gut bzgl. beruf
b) der meinung sind, du habest bisher zu wenig möglichkeiten der ambulanten behandlung ausgeschöpft.

eine krankenkasse wird die stationäre therapie auch nur dann genehmigen, wenn du (mit unterstützung eines einschlägig kompetenten arztes) belegen kannst, daß ambulante behandlung nicht ausreicht + stationäre aufnahme unumgänglich ist.

HINWEIS: diese meine einschätzung ist die meinung eines laien !!!
vermutlich kommen besser informierte beiträge nach.
wie auch immer, ich wünsche dir viel erfolg beim "neustart ins leben"  :top:
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
Zappelphilipp
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Re: Kur: Rentenversicherungsträger lehnt Antrag ab

Beitrag von Zappelphilipp » 16. Februar 2014 20:34

Hallo,

herzlichen Dank für Deine Antwort, die mir bei der Entwicklung eines Widerspruchs hilft.

Ich habe keine stationäre Kur beantragt. Es könnte gut und gerne auch eine ganztägige ambulante Kur sein.

Die Diagnostik wurde nicht von einer FÄ/einem FA an meinem Wohnort erstellt. An meinem Wohnort gibt es meines Erachtens keine leitliniengerechte Therapie durch eine(n) FÄ/FA für Psychiatrie, Psychotherapie, psychopharmakologische Therapie, weil es an meinem Wohnort keine(n) FÄ/FA gibt, der sich auf ADHS spezialisiert hat.

Medikamente sind als Behandlung nicht genug. Es ist auch wichtig, dass Bewältigungskompetenzen aufgezeigt und geübt werden.

Der Rentenversicherungsträger hat eine Vorstellung bei einem Gutachter des Rentenversicherungsträgers nicht veranlasst, sondern das von mir vorgelegte Gutachten älteren Datums für seine Beurteilung verwendet.

Ich habe also keinen aktuellen Befundbericht vorgelegt. In den Informationen zu den Antragsunterlagen steht, dass, wenn ohne neue Befunderhebung kein Befundbericht möglich ist, der Rentenversicherungsträger selbst medizinisch ermitteln wird.

Ist das also ein möglicher Ansatzpunkt für einen Widerspruch, weil der Rentenversicherungsträger keinen eigenen Gutachter beauftragt hat?

Mein Entwurf für eine Strategie für einen Widerspruch sieht also folgendermaßen aus:

  • Ein aktueller Befundbericht wurde nicht vorgelegt, weil am Wohnort keine Diagnostik und keine leitliniengerechte Therapie durch eine(n) auf ADHS spezialisierte(n) FÄ/FA möglich ist. Der veraltete Befundbericht wurde im Rahmen einer Studie erstellt und kann deshalb dort nicht aktualisiert werden.
  • Trotz der Tatsache, dass kein aktueller Befundbericht vorgelegt wurde, hat der Rentenversicherungsträger nicht selbst medizinisch ermittelt. Seine Beurteilung basiert also auf einem veralteten Befundbericht und ist somit sachlich nicht gerechtfertigt.
  • Insbesondere nicht gerechtfertigt ist deshalb meines Erachtens die Aussage, dass durch eine medizinische Rehabilitation die geminderte Erwerbsfähigkeit nicht wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder deren wesentliche Verschlechterung nicht abgewendet werden kann.

Wem fällt dazu noch etwas ein wodurch ich meinen Widerspruch verbessern könnte?
Zuletzt geändert von Zappelphilipp am 16. Februar 2014 20:38, insgesamt 1-mal geändert.
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