Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

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lenilein
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Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von lenilein » 30. August 2013 00:11

Hallo,

Entschldigt bitte: die Frage mag etwas blöd klingen. Interessiert mich grade aber mal, aus welchen Gründen kann man zur AD(H)S-Kur? "einfach" weil man Selbst (oder ein Kind) AD(H)S hat oder weil man überfordert ist und viel Stress hat? oder ist wirklich AD(H)S schon ein grund für eine Kur?

Danke für eure Antworten!
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hraftina
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von hraftina » 2. September 2013 09:33

Hallo Lenilein,
meistens macht man ja eine Mutter-Kind-Kur und sucht sich dann eine Klinik mit der Krankenkasse raus, die ADHS mit als Schwerpunkt hat.
So war es jedenfalls bei uns letztes Jahr.
Dieses Jahr möchte ich eine Reha für meinen Sohn, wo ich als Begleitperson mitfahre. Ich hoffe das diese noch intensiver als eine Mutter-Kind-Kur
ist. Besprechung ist da diese Woche mit unserem Arzt.
Aber auch Überforderung der Mutter ist Grund für eine Kur. Dies muss Dir Dein Arzt entsprechend ausschreiben.
Viel Erfolg
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Ich selbst:nur  überfordert-kein adhs
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Seelenspiegel
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von Seelenspiegel » 2. September 2013 11:09

Hallo lenilein,

"oder ist ADHS schon Grund für eine Kur?" -  :breitgrinse1: SCHON...du bist ja witzig...
Ja, natürlich ist ADHS ein Grund denn dem voran, gibt es oft damit verbunden ja noch viele weitere Gründe.

Auch eine Mutter ohne ADHS betroffene Kinder hat Anspruch auf eine Kur, z.B. wenn Du alleinerziehend bist. Eine Kur kann alle 4 Jahre gemacht werden.

Liebe Grüße
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von greentown » 2. September 2013 11:12

Wenn es um dich selbst geht, wäre wohl eine (Kur-)Klinik interessant,
wo Jugendlich lernen mit ihrer AD(H)S umzugehen.

Leider weiß ich gerade keine.
Was manche für Unachtsamkeit halten, ist in Wirklichkeit das Ergründen des Unergründlichen.
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lenilein
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von lenilein » 2. September 2013 19:20

Danke für eure Antworten  :top:
ih selber habe nicht vor eine Kur zu machen es hatte mich eben nur interessiert, wie man das so angeht...

@Seelenspiegel, dass es nur ADHS ist, ist wohl etwas unglücklich ausgedrück. Ich weiß, das AD(H)S mehr mit sich bringen (kann).
Gemeint war es nur so, ob es für eine Genehmigung reicht anzugeben, dass das Kind (der Jugendliche) AD(H)S hat.
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von Nando » 3. September 2013 22:28

Hallo.
Ich bin 39, m. und bin demnach weder Mutter, noch habe ich ein Kind. Steht mir trotzdem in meinem Fall eine Kur zu? Bei mir wurde das ADHS erst kürzlich vor ca. 2 Wochen diadnostiziert. Vor 1 Jahr bin ich aber dennoch auf entsprechende komorbiditäten in einer Psychiatrie behandelt worden, - zieht sich also schon 'nen Weilchen, - die ganze Geschichte.
Gruß Nando
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von Martin Winkler » 4. September 2013 09:36

Da ich derzeit beruflich hier in Bad Kösen sowohl mit der Planung einer ADHS-REHAbilitationsmaßnahme für Erwachsene und eine Mutter-Kind-KUR beschäftigt bin, ein paar Worte...

Mutter-Kind-Kuren dauern in aller Regel 3 Wochen. Zielsetzung ist einerseits, dass man (Mutter und / oder Vater) sich erholt, das Kind soll aber eben auch gefördert werden.

Sinnvoll ist es dabei, in der Kürze der Zeit einen gesamttherapeutischen Ansatz zu verfolgen. Also Information über ADHS in Vorträgen bzw. Gruppen, ein Mutter-Kind-Interaktionstraining, Beratung über Ernährung / Essverhalten, gezielte Hilfen bei typischen Problemfeldern wie Schlaf / Aufstehen, Hausaufgaben, Konflikte mit Geschwistern / Gleichaltrigen. Ich persönlich finde, dass eine solche Massnahme auch ärztlich geleitet sein sollte, damit Fragen zur Medikation nicht unbeantwortet bleiben.

Das wird dann ergänzt durch Bewegungsangebote und Freizeitpädagogik.

3 Wochen ist verdammt wenig Zeit. Aber eben ein Anfang.
Gerade wenn man alleinerziehend ist bzw. mit den Kräften am Ende, kann eine Mutter-Kind-Kur eine Hilfe sein.

Eine Rehabiliationsmaßnahme ist auf 5 Wochen ausgelegt. Zumindest dann, wenn man selber berufstätig ist bzw. Beiträge für die Rentenversicherung einbezahlt hatte. Dann nämlich ist die Rentenversicherung Kostenträger und die haben klare Vorstellungen über die Dauer. Hier stehen häufig die Folgeprobleme der ADHS-Konstitution wie Schlaf- und Erschöpfungssyndrome (Stichwort Burnount) oder Depressionen bis hin zu lebenslangen Traumata im Vordergrund.

Prof. Ohlmeier hat mal behauptet, dass eine strenge Indikation für stationäre Therapie bei ADHS eine komorbide Suchterkrankung oder eben die komplexen Folgeprobleme wären.
Ich finde, dass stimmt im Kern. Hilfreich ist aber eben, wenn man störungsspezifische Hilfe erhält. Bei mir in Bad Kösen versuche ich dazu auf die Besonderheiten höherer Handlungsfunktionen (Exekutivfunktionen) einzugehen, also Aspekte die von Fachleuten wie Ari Tuckman, Thomas Brown oder Barkley in den Mittelpunkt gestellt werden. Dazu werden konkrete Hilfen erarbeitet, wie man Ressourcen stärkt bzw. nutzt und mit und nicht gegen ADHS lebt. Gerade Schlaf und Reizoffenheit bei Reizfilterschwäche stehen da im Vordergrund. Aber eben auch die Schwierigkeiten im Bereich Durchhalten und Konflikte mit anderen Menschen aufgrund der anderen Art der Wahrnehmung.

Häufig fische ich hier aber derzeit eher unerkannte ADHSler raus (gerade gestern wieder einen Mann, der einfach überall als verpeilt galt, aber schlicht ADHS vom unaufmerksamen Subtyp haben wird). ADHS wird halt häufig maskiert von atypischen Depressionen oder Sonderformen von Angststörungen.
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Ab 1.8.2013 Saale Klinik 1 Psychosomatik in Bad Kösen mit ADHS-Bereich
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von lenilein » 12. Dezember 2013 21:09

Hallo,

ich will hier jetzt nochmal genauer nach harken: kann ich als ADSlerin (noch 16 Jahre alt) "einfach" eine Kur auf Grund meines ADS machen. Also konkreter gefragt: wenn ich mich an (ich weiß nicht ganau an wen wende (ich glaube in meinem Fall ist es die Rentenversicherung)) wende und eine Kur beantrage, würde es reichen als Grund ADs anzugeben? Oder muss da noch mehr hinterstecken(als: Stress/Überfoderung/Druck/andere psychische Belastungen/...)?

danke
LG Lenilein :winken:
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von Ich bins » 12. Dezember 2013 21:35

Hallo Lenilein,

leider habe ich auch keine Ahnung, bin aber sehr an Antworten interessiert.
Ich selbst war Anfang des Jahres in Reha, allerdings auf Depression und das war völlig daneben.

Meine Diagnose habe ich erst später erhalten.

Liebe Grüße
Ich bins
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von Martin Winkler » 18. Dezember 2013 07:41

Meine Antwort bezieht sich jetzt auf Erwachsene mit ADHS

Natürlich wäre ADHS schon allein ein Grund für eine medizinische Reha (eine Kur ist es dann nicht). Eine Reha wird meistens zu Lasten der Rentenversicherung genehmigt und dauert so 5-6 Wochen. Zielsetzung ist nicht primär eine "Heilung" oder nun besonders "intensive" Therapie. Es geht eher darum, eine Art Standortbestimmung auch in Hinblick auf sozialrechtliche bzw. berufliche Fragestellungen zu bieten. Man muss einfach für die begrenzte Zeit schlicht und ergreifend Schwerpunkte in der Therapie selber setzen. In einer Reha gibt es also auch immer sehr allgemeine Gruppen (z.B. zu Stress oder Depressionen), die dann eben nicht speziell auf ADHS ausgerichtet sind. Aber eben auch gezieltere Angebote (z.B. Hirnleistungstraining, Achtsamkeitstherapie,) bzw. eben ADHS-Angebote.

Derzeit mache ich es bei "uns" eher so, dass ich mit den ADHSlern Einzelgespräche mache. Weil häufig der "Kenntnisstand" sehr unterschiedlich ist bzw. die Fragestellungen und Probematiken so verschieden. Eigentlich wäre eine ADHS-Gruppe auch schön und ist bei uns geplant. Aber letztlich treffen sich die ADHSler meistens auch so untereinander zum Austausch. Da muss ich ja dann nicht immer dabei sein :-)

Natürlich macht es aslso grossen Sinn, sich in eine Klinik mit ADHS-Schwerpunkt bzw. Kompetenz zu begeben. Das muss man dann beim Antrag aber auch speziell angeben.

Eine andere Option wäre die Akuteinweisung in eine Klinik über die Krankenkasse. Hat auch Vor- und Nachteile... Ist ein anderes Verfahren bzw. auch letztlich etwas andere Aufgabenstellung bzw. Fragestellung. Das ist bei uns aber nicht  möglich.

Manchmal ist es so, dass man zunächst in eine andere Klinik geschickt wird, die eben keinen ADHS-Bereich hat. Dann kann man Widerspruch einlegen.
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von MIG79 » 29. September 2014 19:03

Wie schaut es denn bei einer Kur oder Reha aus, wenn ich berufstätig bin ?
Wie läuft das mit meinem Arbeitgeber und meinem Gehalt?Wird das übernommen?
Dankeschön :)
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von Mausemama » 29. September 2014 19:13

bei einer mutter-kind kur wird das gehalt auf jeden fall übernommen,
du musst bei bewilligung sofort deinen arbeitgeber informieren, das bewilligt und dann auch wann du fährst...
und du musst keinen urlaub dafür nehmen.

bei einer reha weis ich jetzt gar nicht, ob der rentenversicherer oder der arbeitgeber das gehalt weiter zahlt.
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Re: Aus welchen Gründen kann man eigentlich zur AD(H)S-Kur?

Beitrag von MIG79 » 29. September 2014 19:38

Danke für die schnelle Antwort !!

Muss mich mal informieren zwecks Kur/Reha, auch wie das alles von statten geht, mit Beantragen und Co.
Hab mich schon bischen hier eingelesen und Erfahrungen durchstäbert.
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