Untertrieben und Übertrieben

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Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von Signiert » 16. Februar 2018 14:38

Hallo.
Zum Beispiel bei der einen Sache engagiert sich die Person zu übertrieben, und bei einer anderen Sache ist das Engagement wiederum untertrieben. Aber es scheint keinen normalen Mittelwert zu geben, sondern es gibt nur Übertriebenes oder Untertriebenes Engagement.

Kommt das bei ADS typischer Weise vor?
laetitia
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Re: Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von laetitia » 16. Februar 2018 15:49

Hallo Signiert

Wie du dich ja eingehend mit AD(H)S auseinandersetzt, müsstest du die Antwort kennen ;) . Stichworte: Hyperfokus, Belohnungszentrum, stark auf interesse basierende Motivation...

LG, laetitia
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Maya18Max
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Re: Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von Maya18Max » 16. Februar 2018 20:07

Hallöchen,

ja für AD(H)Sler gibt es nur schwarz oder weiss, hell oder dunkel, ja oder nein... Zwischentöne gibt es nicht.

Man sagt ja auch von himmelhochjauchzend zu tode betrübt. Das ist auch bezüglich der emotionalen Verfassung nicht anders.

Und dann kommt natürlich der Hyperfokus noch dazu.

LG Maya
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
Jekaterina
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Re: Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von Jekaterina » 17. Februar 2018 21:57

Signiert hat geschrieben:Hallo.
Zum Beispiel bei der einen Sache engagiert sich die Person zu übertrieben, und bei einer anderen Sache ist das Engagement wiederum untertrieben. Aber es scheint keinen normalen Mittelwert zu geben, sondern es gibt nur Übertriebenes oder Untertriebenes Engagement.

Kommt das bei ADS typischer Weise vor?
Ich finde schon. Hyperfokus bei großem Interesse, bei Desinteresse nervt die Sache nur. Es gibt oft nur schwarz oder weiß.
OskarHH
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Re: Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von OskarHH » 2. Juli 2018 15:41

Also fremd ist mir das auch nicht. Und das sieht bei einigen anderen Menschen ja offenbar auch so aus. Dazu passt es ja auch ins AD(H)S Symptombild rein.
Aber die Frage die ich mir nun stellt ist was man dagegen tun kann. Also wie man dieses Symptom lindert denn ich will dieses Verhalten das eigentlich gar nicht meinen Charakter und meinem Wesen entspricht ganz gerne abschwächen. Eigentlich sehe ich mich als ruhigen und gelassenen und reflektierten Menschen und ich denke das bin ich abseits von A(D)S auch.
Wenn ich ins schwarz oder ins weiß abgleite dann weiß ich oft schon währenddessen das es falsch oder und berechtigt ist und trotzdem kann ich es nicht verhindern obwohl ich eigentlich ein ganz anderer Mensch bin :(
Ich denke aber das übertreiben und untertreiben auch etwas mit Hyperaktivität und Hypoaktivität zu tun hat. Also mit einem anderen Aspekt von AD(H)S
Hat jemand hier Strategien oder Erfahrungen mit Therapiebausteinen die da weiter helfen können?
ULBRE
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Re: Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von ULBRE » 2. Juli 2018 22:58

Hallo Oskar,

da gibt es sehr viele Möglichkeiten.

Medikamente sind insbesondere am Anfang hilfreich um eine gute Lernfähigkeit / Therapiefähigkeit zu erreichen.
Mit der kann man dann viel anfangen:
- Verhaltenstherapie (am Besten achtsamkeitsbasiert)
- MBSR
- Neurofeedback und SCP-Training
- Sport
- Schlafverhalten optimieren
- undundund...

Meine Sammlung findest Du hier:
https://www.adxs.org/adhs-behandlungsmoeglichkeiten/

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
OskarHH
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Re: Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von OskarHH » 3. Juli 2018 00:42

Oh das ist hilfreich zu hören. Mir gefällt vor allem was du zu Medikamenten sagst :)
Ich kenne Retalin vor allem aus meiner Kindheit als das was man bekommt wenn man Probleme hat. Keiner kümmert sich aber Tabletten gibts. Das und die Tatsache das ich schon recht trotzig bin haben dann dafür gesorgt das ich es nie genommen habe und echt abgeneigt bin.
Aber als Mittel um therapiefähig zu werden und damit andere Dinge wirken kenne ich es nicht. Vielleicht ist das wirklich mal ein Mittel um etwas zu erreichen. Aber eigentlich will ich auf die Dauer keine Medikamente nehmen.

Ne Psychotherapie mache ich allerdings eher wegen anderer Dinge, Sport mache ich ab und an auch aber das wars dann schon. :mrgreen:
Neurofeedback will ich auf jeden Fall mal machen, ich habe viel Gutes darüber gehört

MBSR kenne ich nicht und SCP ist der SC Paderborn :lol:
Wenn du magst kannst du mir dazu was erklären. Wenn nicht recherchiere ich demnächst mal selbst

Insgesamt ist das aber eine sehr beeindruckende Seite die du da verlinkt hast
SarahNe
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Re: Untertrieben und Übertrieben

Beitrag von SarahNe » 3. Juli 2018 11:24

Hey Oskar,

das mit den Aufs und Abs bei uns ist schon manchmal eine Herausforderung und jeder geht damit anders um oder entwickelt ganz eigene Strategien dagegen. Die Hochs sollten, gegenüber den Tiefs, immer der überwiegende Anteil darstellen doch es ist manchmal sooooo schwierig sich in den Tiefs nicht genauso zu verlieren wie in den Hochs.

Wie Ulbre schon erwähnte, sind Medikamente eine super Basis auf der man aufbauen kann. Mir helfen sie sehr uninteressante Aufgaben zu bewältigen und sorgen außerdem dafür, dass meine Ängste ein wenig in den Hintergrund gerückt sind. Meine Tiefs sind jetzt nicht mehr ganz so tief.
Am Anfang war ich wie du gegen Medikamente aber sie haben mir gezeigt, wie leicht es auch gehen kann.

Am Wochenede nehme ich keine Tabletten aber wenn ich anfange wie ein lustloses Etwas auf der Couch zu vergammeln dann schnappe ich mir meinen Hund und gehe gut 2 oder drei Stunden laufen. Sport hilft mir dann immer am besten über die Tiefs hinwegzukommen. Als vorbeugende Maßnahme gegen schlechte Stimmung hilft es bei mir nicht aber um aus dieser Stimmung wieder herauszukommen ist es für mich das Beste.

Liebe Grüße an Alle
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