Ist das wirklich ADS?

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yoshi
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Ist das wirklich ADS?

Beitrag von yoshi » 1. Juli 2015 23:14

Hi, ich habe vor kurzem mit dem Studieren angefangen, was heißt, dass es erstmals nicht reicht, dass man einfach während des Unterrichts bzw. der Vorlesung so halbherzig zuhört und trotzdem gute Noten schreibt. Mir ist dann bei den ersten kläglich gescheiterten Versuchen zu lernen aufgefallen, dass ich die Aufmerksamkeitsspanne eines Hamsters habe. Meine Überlegung nach ein wenig Internetrecherche, vielleicht ist es ja ADS. Ich habe ziemlich Angst davor, meine "comfort zone" zu verlassen und meinen Eltern davon zu erzählen, deswegen würde es mich interessieren, erstmal die Meinungen von selbst Betroffenen oder deren Angehörigen zu hören. :)

Also zu mir: Ich bin 18. Ich wurde normal eingeschult, allerdings war meine Grundschule eine Montessori-Schule (Förderung der Selbstständigkeit der Kinder). Ich habe in der ersten Klasse dann schon ziemlich unregelmäßig gearbeitet. So kam es dann, dass ich manchmal an einem Tag 20 Seiten im Matheheft gemacht habe und am nächsten nur den ganzen Tag Löcher in die Luft gestarrt habe. Die zweite Klasse habe ich übersprungen. In der vierten Klasse hatte ich dann eine neue Lehrerin, die wirklich sehr darauf bedacht war, die Kinder zum selbstständigen Arbeiten zu motivieren. Hat bei mir gar nicht geklappt und ich habe in dem Jahr fast gar nichts gemacht. Also, bin ich dann nach der vierten Klasse auf ein Gymnasium in die Schnelläuferklasse gewechselt. Da haben dann meine Eltern sich viel Mühe gegeben, dass ich auch wirklich immer meine Hausaufgaben mache und das hat die ersten 2-3 Jahre auch mehr oder weniger geklappt (meine Arbeitszeiten waren dann nur etwas ungewöhnlich). Danach kam mein jüngerer Bruder in die Schule und da haben sie mich dann selber machen lassen -> schlechte Idee. Ich habe dann nur noch so wenig gemacht und hatte aufgrund mehrerer schlechter Lehrer auch starke Autoritätsprobleme, dass ich die Schule gewechselt habe. Dabei sollte ich dann auch noch eine Klasse wiederholen, was nicht so schlimm war, weil ich zu dem Zeitpunkt ja auch schon zwei Klassen übersprungen hatte. Nur als ich dann auf die neue Schule kam, war ich komplett unterfordert, empfand meine Mitschüler alle als dumm und habe mit dem Kiffen angefangen, weil das die einzige Art für mich war, Kontakte zu knüpfen. Gute Freunde hatte ich seit Ende der Grundschule bis heute auch nicht mehr. Kann wohl einfach nicht mit anderen Menschen. Auf jeden Fall, habe ich dann während der 11. Klasse auch noch gekifft und siehe da, ich konnte problemlos Kant lesen und alles verstehen. Das schlechte, Kiffen hat auch meine Depressionen verstärkt, weswegen ich dann aufgehört habe. Da wurde dann alles wieder schlechter. Und damit kommen wir zum heutigen Tage. Es fällt mir total schwer, mich auf die Vorlesungen zu konzentrieren und selber zu lernen.
Was meint ihr? (sorry für den langen Text)
Falschparker
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Re: Ist das wirklich ADS?

Beitrag von Falschparker » 2. Juli 2015 01:12

Na dann fang doch wieder an zu....

Nein, auf gar keinen Fall!

Deine Comfort Zone musst du schon verlassen, deinen Eltern davon erzählen nicht unbedingt. Denn mit 18 kann man auch selbst einen Arzttermin machen.

Das macht zwar Mühe, aber schult die Selbstständigkeit. Cannabis hast du dir sicher auch ohne deine Eltern besorgt.

Aber nicht irgendeinen Arzt, erkundige dich am Besten bei einer Selbsthilfegruppe. Kann auch eine Elternselbsthilfegruppe sein, mit 18 geht man durchaus auch noch zu einem Kinderpsychiater (in manchen Bundesländern jedenfalls).
<><
HappyHypoSnack
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Re: Ist das wirklich ADS?

Beitrag von HappyHypoSnack » 18. April 2016 20:24

Boa, kiffen geht gar net, da würde ich glatt wegpennen.

Ansonsten - ja klingt nach meiner Jugend....

Guter Tipp schon von Falschparker:
Ab zum Arzt, am besten Spezialisten.

Termin selbst machen und AUF GAR KEINEN FALL DIE ELTERN MIT INS BOOT HOLEN!!!!

Außer du gehörst zu der seltenen Spezies, die mit ihren Eltern ein soooooo tolles Verhältnis haben, dass man sonntags morgens am Frühstückstisch über die Sexpraktiken der letzten Nacht schwätzt....

Umso weniger Menschen von deinem Makel wissen, dessto weniger schieben dich dann in eine Schublade oder wollen dir dann ausreden dich medikamentös behandeln zu lassen.....

Wenn du Redebedarf hast, dann rede hier. Bei uns. Wir haben ähnliche Probleme wie du und verstehen dich.

Auch sparst du dir so dumme Kommentare wie "Junge du bist gerade komisch, nehmen dein Ritalin" oder "verkaufst du mir das zeug ich will besser lernen" und wenn du mal was geschafft hast dann kommt sowas wie " mit Rita kann ich das auch"....

Gruß Happy
Voll Hypo hier.... Zzzzzz
lenilein
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Re: Ist das wirklich ADS?

Beitrag von lenilein » 18. April 2016 23:23

HappyHypoSnack hat geschrieben:Boa, kiffen geht gar net, da würde ich glatt wegpennen.

Ansonsten - ja klingt nach meiner Jugend....

Guter Tipp schon von Falschparker:
Ab zum Arzt, am besten Spezialisten.

Termin selbst machen und AUF GAR KEINEN FALL DIE ELTERN MIT INS BOOT HOLEN!!!!

Außer du gehörst zu der seltenen Spezies, die mit ihren Eltern ein soooooo tolles Verhältnis haben, dass man sonntags morgens am Frühstückstisch über die Sexpraktiken der letzten Nacht schwätzt....

Umso weniger Menschen von deinem Makel wissen, dessto weniger schieben dich dann in eine Schublade oder wollen dir dann ausreden dich medikamentös behandeln zu lassen.....

Wenn du Redebedarf hast, dann rede hier. Bei uns. Wir haben ähnliche Probleme wie du und verstehen dich.

Auch sparst du dir so dumme Kommentare wie "Junge du bist gerade komisch, nehmen dein Ritalin" oder "verkaufst du mir das zeug ich will besser lernen" und wenn du mal was geschafft hast dann kommt sowas wie " mit Rita kann ich das auch"....

Gruß Happy
Ich denke nicht, dass seine Eltern von ihm Ritalin kaufen wollen. Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob man den eigene Eltern etwas erzählt oder irgendeinem Hans an der Uni. Vor allem bedarf eine Diagnose meisten noch die Einschätzung der Eltern.
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Hanghuhn
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Re: Ist das wirklich ADS?

Beitrag von Hanghuhn » 19. April 2016 08:21

HappyHypoSnack hat geschrieben: Außer du gehörst zu der seltenen Spezies, die mit ihren Eltern ein soooooo tolles Verhältnis haben, dass man sonntags morgens am Frühstückstisch über die Sexpraktiken der letzten Nacht schwätzt....
Solche Eltern hätte ich nicht haben wollen.

Wie das Verhältnis zu Deinen Eltern ist, weißt Du selbst. Ich finde es nicht so schlimm, mit seinen Eltern über ein solches Thema zu sprechen, auch wenn man mit ihnen keine Sexualpraktiken durchhecheln möchte.
LG Hanghuhn
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