ADS und Auto fahren

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Ich fühle mich beim Autofahren unwohl (unachtsam, unkonzentriert, habe das Gefühl etwas zu übersehen)

Ja
21
49%
Nein
14
33%
Ich fahre kein Auto
8
19%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 43
texel
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von texel » 9. August 2019 06:28

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AlphaCentauri hat geschrieben:
8. August 2019 19:36
Ich habe meinen Führerschein ja auch als AD(H)S'lerin gemacht, ... nur wusste ich es damals halt noch nicht. Klappte alles auf Anhieb. Manchmal frage ich mich, ob dieses viele "Hochgerede" von AD("Hype")S nicht mitunter mehr Schwierigkeiten machen kann, als wenn man tatsächlich gar nichts davon weiß. Kommt aber natürlich auf den Schweregrad an... Aber ist doch oft so: Je mehr Wirbel um etwas gemacht wird, je mehr Staub aufgewirbelt wird, desto mehr wirbelt er logischerweise auch irr, wirr und kirr um einen herum... :panik:
Da stimme ich dir voll und ganz zu.
Ich habe davon auch erst viel zu spät erfahren, und kann rückblickend sagen, dass es mir wahrscheinlich einiges an Ärger erspart hätte, ich aber trotzdem zum Ziel gekommen bin.
Schließlich sind wir auch nur Menschen und keine Maschinen! Wir sollten nicht erwarten, dass die Tablette ein Wundermittel ist.
Zuletzt geändert von texel am 9. August 2019 06:30, insgesamt 1-mal geändert.
texel
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von texel » 9. August 2019 06:28

AlphaCentauri hat geschrieben:
8. August 2019 19:36
Ich habe meinen Führerschein ja auch als AD(H)S'lerin gemacht, ... nur wusste ich es damals halt noch nicht. Klappte alles auf Anhieb. Manchmal frage ich mich, ob dieses viele "Hochgerede" von AD("Hype")S nicht mitunter mehr Schwierigkeiten machen kann, als wenn man tatsächlich gar nichts davon weiß. Kommt aber natürlich auf den Schweregrad an... Aber ist doch oft so: Je mehr Wirbel um etwas gemacht wird, je mehr Staub aufgewirbelt wird, desto mehr wirbelt er logischerweise auch irr, wirr und kirr um einen herum... :panik:
Da stimme ich dir voll und ganz zu.
Ich habe davon auch erst viel zu spät erfahren, und kann rückblickend sagen, dass es mir wahrscheinlich einiges an Ärger erspart hätte, ich aber trotzdem zum Ziel gekommen bin.
Schließlich sind wir auch nur Menschen und keine Maschinen! Wir sollten nicht erwarten, dass die Tablette ein Wundermittel ist.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Weggetreten » 9. August 2019 19:51

Wie oft hat der Fahrlehrer 1988 zu mir gesagt: zb
Haben Sie nicht gesehen, was da steht?? Sie sollen 50 fahren
usw....woran das im Endeffekt gelegen hat bei meinen "Diagnosen", dass ich sooft angeeckt bin, darüber kann ich nur spekulieren....zu langsam, zu abgelenkt/unaufmerksam, Verständnisprobleme, nicht zuhören.....
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von BlueTardis » 9. August 2019 20:08

Weggetreten hat geschrieben:
9. August 2019 19:51
Wie oft hat der Fahrlehrer 1988 zu mir gesagt: zb
Haben Sie nicht gesehen, was da steht?? Sie sollen 50 fahren
usw....woran das im Endeffekt gelegen hat bei meinen "Diagnosen", dass ich sooft angeeckt bin, darüber kann ich nur spekulieren....zu langsam, zu abgelenkt/unaufmerksam, Verständnisprobleme, nicht zuhören.....
Bei meiner Führerschein-Prüfung habe ich damals die 30er Zone komplett übersehen.
Ich fahre gemütlich mit 50, sehe den Fahrlehrer neben mir mit den Fingern auf den Oberschenkel trommeln.
Denke mir noch so:"Hmmm, wäre cool, wenn ein Fahrehrer so seinem Schützling mitteilen würde, dass er zu schnell ist. Der Prüfer kriegt das ja garnicht mit... Aber ich habe meine 50 ziemlich genau, also kann das jetzt nicht der Fall sein... Aber cool wäre es auf jeden F... OH SHIT... Da ist eine große fette 30 auf der Fahrbahn!"

Hab's aber trotzdem noch mit etwas Wohlwollen des Prüfers geschafft, fand aber die Fahrstunden allein schon so stressig, dass ich nie wieder fahren wollte. Und dank eines Umzugs in eine Großstadt mit ausgebautem öffentlichen Verkehrssystem habe ich auch seit den mittlerweile 7 Jahren nicht mehr fahren müssen ^^
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Sealander » 9. August 2019 22:40

Schön für euch, wenn's bei euch mit dem Führerschein geklappt hat. Ich find's aber ganz schön dreist, zu behaupten, dass jeder AD(H)Sler den Führerschein schaffen kann und es nur an Komorbiditäten und Co. liegen würde, wenn einer das nicht schafft. Das entspricht nicht der Realität. Ich hab's nämlich aufgrund von ADS nicht geschafft und nicht, weil ich unter irgendeiner Komorbidität oder ähnlichem gelitten oder ich vorschnell aufgegeben hätte.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von flori1994 » 9. August 2019 22:50

Ich habe es nie versucht. Wäre auch ganz schön unlogisch Geld zu verbraten für etwas, dass ich nicht brauche.
Das einzige Mal, dass ich am Steuer eines Autos saß, war als ich auf Privatgelände meine Runden mit Standgas drehte. Das hat mir vollkommen gereicht.
Klar zu sehen, wie meine Schwester seit 5 Jahren durch die Gegend fährt, tut schon weh aber was soll's. Hinter verlorenem hinterher zu trauern bringt nix. Da konzentriere ich mich lieber auf wichtigeres. Zb mein seit 6 Jahren überfälliger Auszug.
Furcht ist der Gegner, der einzige Gegner.

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AlphaCentauri
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von AlphaCentauri » 10. August 2019 02:48

Kann man doch jederzeit nachholen, wenn man sich fit genug dafür fühlt. Ich denke allerdings auch, dass es früher schon noch leichter war. Vor Allem gab es früher viel weniger Autos und nicht so bescheuerte Straßenführungen, wie man sie heute überall vorfindet, etc..
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 07:35

flori1994 hat geschrieben:
9. August 2019 22:50
Ich habe es nie versucht. Wäre auch ganz schön unlogisch Geld zu verbraten für etwas, dass ich nicht brauche.
Das einzige Mal, dass ich am Steuer eines Autos saß, war als ich auf Privatgelände meine Runden mit Standgas drehte. Das hat mir vollkommen gereicht.
Klar zu sehen, wie meine Schwester seit 5 Jahren durch die Gegend fährt, tut schon weh aber was soll's. Hinter verlorenem hinterher zu trauern bringt nix. Da konzentriere ich mich lieber auf wichtigeres. Zb mein seit 6 Jahren überfälliger Auszug.
"Ich habe es nie versucht." 😬🙄... sorry, aber solch eine ängstliche und schwächliche Einstellung, ob das so unbedingt inspirierend ist?...

Und nochmals: ich denke nicht, dass auch nur bei einem einzigen der zugegeben nicht wenigen ADHS-Betroffenen, die nicht dazu in der Lage waren, den PKW-Führerschein zu absolvieren, ADHS der wirkliche Grund dafür war, sondern erlernte Hilflosigkeit, Angststörung, Depression und oft auch das sich ausruhen mit der Begründung "Ich kann das nicht."

Wer übrigens meint, der PKW-Führerschein, der sei nicht so wichtig im Leben... nicht nur für die Tour an die Bretagne, runter nach Spanien und Portugal etc... auch im Berufsleben ist der PKW-Führerschein oft ein Muss!... wer aufgrund von Ängsten, sozialisationsbedingtem mangelndem Selbstvertrauen, Depression etc. unnötig diese Chancen im Leben nicht nutzt, der verpasst etwas...
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 07:42

Es gibt nämlich auch nicht wenige schwergradig betroffene ADHSler ohne erlernte Hilflosigkeit, Angststörung oder Depressionen... und in den allermeisten Fällen schaffen die das mit dem PKW-Führerschein... und zwar auch ohne Medikation!
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 08:12

flori1994 hat geschrieben:
9. August 2019 22:50
Ich habe es nie versucht. Wäre auch ganz schön unlogisch Geld zu verbraten für etwas, dass ich nicht brauche.
Das einzige Mal, dass ich am Steuer eines Autos saß, war als ich auf Privatgelände meine Runden mit Standgas drehte. Das hat mir vollkommen gereicht.
Klar zu sehen, wie meine Schwester seit 5 Jahren durch die Gegend fährt, tut schon weh aber was soll's. Hinter verlorenem hinterher zu trauern bringt nix. Da konzentriere ich mich lieber auf wichtigeres. Zb mein seit 6 Jahren überfälliger Auszug.
@ Flori: bei dir steht ja immer drunter "Furcht ist der Gegner. Der einzige Gegner." von Sunzi, Die Kunst des Krieges. Lieber Flori, da Du den Leitspruch möglicherweise nicht umsonst gewählt hast und die Furcht einer deiner Hauptgegner in deinem Leben zu sein scheint... die Furcht besiegt am ehesten durch Handeln, also in dem man überhaupt erst mal in den Krieg zieht... wenn Sunzi und seine Soldaten schon bei 10 km Entfernung der feindlichen Armee trotz eigener zahlenmäßiger Überlegenheit die Flucht ergriffen hätten... Flori, lies mal über Hannibal und die Schlacht von Cannae, die Soldaten von Hannibal haben die Schlacht trotz gravierender zahlenmäßiger und militärischer Unterlegenheit gewonnen... da gehört auch Mut und Kampfgeist dazu... heute gibt es Helikopter-Eltern, die die Straßen vor den Schulen zu parken, weil die Welt heute so gefährlich ist, dass der Schulweg nach Hause für Schulkinder viel zu gefährlich ist... 250 vor Christus war die Welt 100 mal gefährlicher als heute... das entscheidende ist, wie man psychologisch mit den Gefahren in der Welt umgeht...
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Sealander » 10. August 2019 09:28

Overthesky hat geschrieben:
10. August 2019 07:35
"Ich habe es nie versucht." 😬🙄... sorry, aber solch eine ängstliche und schwächliche Einstellung, ob das so unbedingt inspirierend ist?...
Das hat doch nicht unbedingt mit Angst oder gar Schwäche zu tun, wenn er meint, er braucht den Führerschein nicht. Ihm sowas zu unterstellen und ihn dann auch noch so frech zu belehren (siehe deine folgenden Posts) finde ich ganz schön dreist und unverschämt.

Overthesky hat geschrieben:
10. August 2019 07:35
Und nochmals: ich denke nicht, dass auch nur bei einem einzigen der zugegeben nicht wenigen ADHS-Betroffenen, die nicht dazu in der Lage waren, den PKW-Führerschein zu absolvieren, ADHS der wirkliche Grund dafür war, sondern erlernte Hilflosigkeit, Angststörung, Depression und oft auch das sich ausruhen mit der Begründung "Ich kann das nicht."
Und nochmals: Nur, weil du das denkst, stimmt das noch lange nicht. Bei mir lag weder erlernte Hilflosigkeit, noch irgendeine Angststörung, noch eine Depression und schon gar nicht das Ausruhen mit der Begründung "Ich kann das nicht!" vor. Nur weil du dir damit scheinbar AD(H)S schönreden willst (einen anderen Grund kann ich nicht darin sehen, dass du die Schwächen des AD(H)S so vehement verleugnest), stimmt das noch lange nicht.

Overthesky hat geschrieben:
10. August 2019 07:35
Wer übrigens meint, der PKW-Führerschein, der sei nicht so wichtig im Leben... nicht nur für die Tour an die Bretagne, runter nach Spanien und Portugal etc... auch im Berufsleben ist der PKW-Führerschein oft ein Muss!... wer aufgrund von Ängsten, sozialisationsbedingtem mangelndem Selbstvertrauen, Depression etc. unnötig diese Chancen im Leben nicht nutzt, der verpasst etwas...
Ich bin in meinem Berufsleben bestens ohne Führerschein klargekommen (und komm auch in meinem Privatleben prima ohne klar). Bei mir liegt zwar weder Angst, noch sizialiersierungsbedingtes mangelndes Selbstvertrauen, noch Depression etc. vor, aber ich hab ohne Führerschein definitiv nichts verpasst.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von flori1994 » 10. August 2019 09:50

Jep. Sehe ich auch so. Mich haben einfach die vielen Sachen, die ich gleichzeitig machen müsste, vollkommen überfordert. Davon abgesehen mag ich hohe Geschwindigkeitslimit nur bedingt. Die Autobahn zB ist für mich selbst auf dem Beifahrerseite nur schwer zu ertragen. Viel zu viele andere Autos. Würde also wenn ich einen Führerschein jemals hätte, also immer Bundesstraße und Landstraße fahren, was auch eher sinnlos ist. Dann doch leider mit Zug und Rad.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Schmetterling » 10. August 2019 12:22

Sag mal, Overthesky, woher hast Du eigentlich Deine Erfahrungen mit ADS/ADHS?
Ich finde, Du machst die Leute im Forum ziemlich nieder und zeigst nicht besonders viel Verständnis für die beschriebenen Probleme. :x
"Jetzt werd doch endlich mal normal!"
"Ne, war ich schon - war kacke!"
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 12:54

Schmetterling hat geschrieben:
10. August 2019 12:22
Sag mal, Overthesky, woher hast Du eigentlich Deine Erfahrungen mit ADS/ADHS?
Ich finde, Du machst die Leute im Forum ziemlich nieder und zeigst nicht besonders viel Verständnis für die beschriebenen Probleme. :x
OK, sorry, vielleicht bin ich da ein bisschen zu weit gegangen... hat aber auch ein bisschen damit zu tun, dass ich in diesem Forum von einem gewissen Flori regelmäßig und pauschal angegriffen werde...

@ Flori: Fahren auf der Autobahn: meine Höchstgeschwindigkeit bisher liegt bei 225 oder 228 km/h (hab nicht ständig aufs Armaturenbrett schauen können)... Autobahn ist eigentlich einfach zu fahren im Vergleich zum Stadtverkehr z. B.... ob bei dir Asperger-Anteile vorliegen und das eine Rolle spielt bei deinem Erleben auf der Autobahn, kann ja sein... Autofahren ist Übungssache und bei ADHS braucht man mehr und länger Übung beim Autofahren und insgesamt im Leben... ich kenne genug schwergradige ADHSler, die Auto fahren.... mit genügend Übung kann man selbst mit schwerstgradigem ADHS ein guter Autofahrer sein, in manchen Situationen sogar ein besserer Autofahrer als Normalpersonen... aber aller Anfang ist eben schwer, erst recht bei ADHS...

...@ Schmetterling: ich habe ca. 23 Jahre Erfahrung mit den verschiedensten Personen und Individuen mit ADHS
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 13:08

Schmetterling hat geschrieben:
10. August 2019 12:22
Sag mal, Overthesky, woher hast Du eigentlich Deine Erfahrungen mit ADS/ADHS?
Ich finde, Du machst die Leute im Forum ziemlich nieder und zeigst nicht besonders viel Verständnis für die beschriebenen Probleme. :x
Verständnis für die beschriebenen Probleme hab ich durchaus... die Frage ist aber oft auch, was die Ursache dieser Probleme im jeweiligen Fall ist?... ich verweise nochmals auf Aussage von Martin Winkler, wonach ADHS mit Krankheitswert in den meisten Fällen mit einer dissoziativen Störung einher gehe, soll heißen die Seele sucht sich ein Ventil...
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Sealander » 10. August 2019 14:12

In den meisten Fällen bedeutet aber noch lange nicht in allen Fällen. Es ist dreist und unverschämt, dass du Leuten, die du überhaupt nicht näher kennst, einfach Ängste, Depressionen, dissoziative Störungen und all solche Sachen unterstellst, nur weil sie aufgrund von AD(H)S den Führerschein nicht gemacht haben. Dass du seit 23 Jahren mit AD(H)Slern zu tun hast, ist dabei völlig irrelevant. Im Gegenteil, grad dann solltest du eigentlich wissen, dass man nicht einfach alle über einen Kamm scheren kann und man keine vorschnellen Ferndiagnosen verteilen sollte.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von wurstbrot » 10. August 2019 14:36

Typischer Fall von "No true scotsman": Jeder ADHSler kann Auto fahren. Wenn es einer nicht kann dann ist er halt kein wahrer ADHSler (sondern hat andere Störungen).

Was man auch noch bedenken muss: Es gibt kein richtiges ADHS. Wir reden von mindestens zwei verschiedenen Krankheiten die unter einem Name zusammengefasst wurden. Dadurch kann Niemand aus seiner eigenen Erfahrung heraus für alle ADHSler sprechen weil immer ein Teil die jeweils andere Krankheit hat.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Schmetterling » 10. August 2019 14:51

... die Seele sucht sich ein Ventil...
[/quote]

Jetzt kommen wir der Sache näher.
Wenn ich Dich jetzt richtig verstanden habe, ist die Ursache für viele psychische Störungen ein nicht erkanntes AD(H)S. Begleiterkrankungen wie Depressionen und Ängste sind dann das Ventil für die Seele.
Ich finde, ein nicht unlogischer Ansatz.
Wenn man das versteckte AD(H)S behandelt, verschwinden auch die Begleiterkrankungen.
Aber wie dann AD(H) behandeln? :?:
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 14:59

Sealander hat geschrieben:
10. August 2019 14:12
In den meisten Fällen bedeutet aber noch lange nicht in allen Fällen. Es ist dreist und unverschämt, dass du Leuten, die du überhaupt nicht näher kennst, einfach Ängste, Depressionen, dissoziative Störungen und all solche Sachen unterstellst, nur weil sie aufgrund von AD(H)S den Führerschein nicht gemacht haben. Dass du seit 23 Jahren mit AD(H)Slern zu tun hast, ist dabei völlig irrelevant. Im Gegenteil, grad dann solltest du eigentlich wissen, dass man nicht einfach alle über einen Kamm scheren kann und man keine vorschnellen Ferndiagnosen verteilen sollte.
Ein reines ADHS ohne Komorbiditäten ist schon von der Theorie kein ausreichender Grund, nicht den PKW-Führerschein machen zu können... dass ADHS für Führerschein und Autofahren ein nicht zu unterschätzende Handicap darstellt, gebe ich zu... allerdings nicht in dem Ausmaß ein Handicap, dass es Führerschein und Autofahren so stark erschwert, dass dies nicht mehr möglich wäre zu erlernen... es mag z. B. so schwergradige Fälle geben oder Fälle mit Asperger als Komorbidität, wo es tatsächlich schwer wird, aber eben dennoch definitiv nicht unmöglich...


Der Krankheitswert von ADHS ist abhängig von Schweregrad, primär vorhandenen Komorbiditäten wie Bipolare Störung (Kurt Cobain hatte ADHS und als primär vorhandene Komorbidität Bipolare Störung), Tourette-Syndrom wie bei mir z. B., Autismus-Spektrum-Störungen, Schizophrenie, Epilepsie usw. aber eben ganz wichtig auch, und dieser Faktor wird von den Betroffenen bzw. Patienten mit ADHS-Diagnose am häufigsten und stärksten unterschätzt, der SOZIALISATION,... oft ist es erst das konstellativ unglückliche Zusammenspiel von ADHS und Sozialisation, das den Krankheitswert oder eben auch die Unfähigkeit zu PKW-Führerschein und Autofahren ergibt...


BTW... weshalb ich das anführe und da jetzt nicht bei Sealander oder Flori, aber vielleicht bei manch anderem den Finger in die Wunde lege: unkritisches Anything Goes ist schlecht bei ADHS, Selbstverzwergung ist aber oft noch schlechter und sendet ein fatales Signal nach innen und nach außen, ADHS allein ist keine Behinderung und auch mit ADHS ist Autofahren und Führerschein keine unerreichbare Utopie.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 15:02

wurstbrot hat geschrieben:
10. August 2019 14:36
Typischer Fall von "No true scotsman": Jeder ADHSler kann Auto fahren. Wenn es einer nicht kann dann ist er halt kein wahrer ADHSler (sondern hat andere Störungen).

Was man auch noch bedenken muss: Es gibt kein richtiges ADHS. Wir reden von mindestens zwei verschiedenen Krankheiten die unter einem Name zusammengefasst wurden. Dadurch kann Niemand aus seiner eigenen Erfahrung heraus für alle ADHSler sprechen weil immer ein Teil die jeweils andere Krankheit hat.
Wenn einer nicht Autofahren kann, dann ist er trotzdem ein "wahrer ADHSler", aber er oder sie hat ZUSÄTZLICH!!! noch andere Störungen.
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Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 10. August 2019 15:10

Schmetterling hat geschrieben:
10. August 2019 14:51
... die Seele sucht sich ein Ventil...
Jetzt kommen wir der Sache näher.
Wenn ich Dich jetzt richtig verstanden habe, ist die Ursache für viele psychische Störungen ein nicht erkanntes AD(H)S. Begleiterkrankungen wie Depressionen und Ängste sind dann das Ventil für die Seele.
Ich finde, ein nicht unlogischer Ansatz.
Wenn man das versteckte AD(H)S behandelt, verschwinden auch die Begleiterkrankungen.
Aber wie dann AD(H) behandeln? :?:
[/quote]

Depression und Ängste sind primär vorhandene Komorbiditäten oder aber auch Folgeerkrankungen von ADHS. Was ich meine mit Ventil für die Seele, das nennt sich primärer Krankheitsgewinn, die Seele sucht eine andere Erklärung z. B. auf Gründe, die der Betroffene nicht beeinflussen kann... und "ich bin krank und deshalb kann ich das nicht." entlastet das Individuum von der eigenen Verantwortung bzw. Schuld und von inneren Konflikten bzw. mitunter sind externe, vom Individuum nicht beeinflussbare Gründe wie Krankheiten ein psychisch erträglicher Grund für das eigene Scheitern.
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