ADS und Auto fahren

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!

Ich fühle mich beim Autofahren unwohl (unachtsam, unkonzentriert, habe das Gefühl etwas zu übersehen)

Ja
21
49%
Nein
14
33%
Ich fahre kein Auto
8
19%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 43
Benutzeravatar
Elwirra
Foruminventar
Beiträge: 528
Registriert: 28. April 2019 20:25

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Elwirra » 21. Juli 2019 09:51

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

Bin schon mal bei grün stehen geblieben und einmal als die Radampel auf grün sprang wollte ich auch schon mal mit dem Auto losfahren .

Bin einmal bei Rot über eine Ampel so durchgefahren . Allerdings war die alle die Jahre immer grün und dann war da halt mal ein Fußgänger der die rot gedrückt hatte.

Das ist mir in 20 Jahre AutofAhren mit Ampeln passiert .

Bei ADHS passiert sowas bestimmt ehr aber ich glaube das könnte wirklich jedem passieren????
„An alle die behaupten, sie wüssten wie der Hase läuft:.......... "Er hoppelt!“ ;)
„Verfasser unbekannt“
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 197
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Weggetreten » 21. Juli 2019 10:13

AlphaCentauri hat geschrieben:
21. Juli 2019 07:29
Gilt die Frage jetzt ohne oder mit Medis?
Guten Morgen,
ohne Medis.
Ich hab noch nie welche genommen, obwohl man mir vor Jahren schon das Ganze aufgrund einer von einem "Gutachter" nichtbestätigten Diagnose nahegelegt hatte.
Benutzeravatar
AlphaCentauri
Foruminventar
Beiträge: 1695
Registriert: 24. Februar 2019 00:29

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von AlphaCentauri » 21. Juli 2019 19:27

alles klar
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 197
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Weggetreten » 22. Juli 2019 07:03

Am 9. Juli 2018 passierte mir folgendes:
Hallo zusammen,

Vor zwei Tagen fuhr ich auf der Autobahn von der Arbeit heim und war kurzzeitig ziemlich "gedankenversunken". Auf einmal fuhr ich in eine Ausfahrt, die ich eigentlich erst nicht benutzen wollte.....So etwas ist mir auch noch nicht passiert.....aber letzendlich komme ich ebenfalls wenn ich diese Ausfahrt benutze, fast genausogut nach Hause.....
Dieses "Erlebnis" welches am 11. Juli 2018 im Aspergerforum.de von mir niedergeschrieben wurde, habe ich jetzt mal hier hereinkopiert.
Bastelfreak
Pagemaster
Beiträge: 127
Registriert: 11. April 2019 17:38

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Bastelfreak » 22. Juli 2019 08:09

Ich fahre eigentlich gerne Auto, vor allem alleine. Mit Kindern hinten und Frau vorne wird es mir schnell ein wenig anstrengend. Dazu kommt, dass ich seit einem Schlüsselerlebnis vor 10 Jahren (nein, kein Unfall) eine Angststörung habe, die ich aber mittlerweile gut im Griff habe (dank VT und Ergo). Aber Autobahn fahren mag ich immer noch nicht gerne, da kriege ich teils immer noch leichte Panik. Das muss ich zum Glück auch in aller Regel nicht und weite Strecken fährt halt meine Frau. Ab und zu mache ich es trotzdem zur Übung, z.B. fahre ich dann zu IKEA was besorgen o.ä., wo man über Land zu lange braucht. Dann dreh ich die Musik auf und versuche mitzusingen, das beruhigt mich etwas.
Bis vor ein paar Jahren hatte ich noch Angst durch Tunnel zu fahren - ich bin dann eine Zeitlang immer absichtlich durchgefahren, so dass es jetzt ohne Probleme klappt. Ich schätze, das wäre beim Autobahn fahren auch so, aber ich komme so selten dazu und mag auch nicht sinnlos Sprit verfahren.
Falschparker
Foruminventar
Beiträge: 5691
Registriert: 28. Mai 2008 13:37
Wohnort: Kleinstadt
Alter: 53

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Falschparker » 26. Juli 2019 18:10

Hallo Weggetreten,

da hast du noch einen Hinweis, dass du dich ernsthaft mal mit Medis beschäftigen solltest!

Es kann nämlich auch Schlimmeres passieren als ein Rot übersehen oder eine falsche Abfahrt benutzen. Wenn man das verminderte Unfallrisiko betrachtet (übrigens passieren mehr tödliche Unfälle im Haushalt oder bei Freizeitbeschäftigungen als im Verkehr), dann sind demgegenüber die eventuellen Nebenwirkungen der ADHS-Medikamente praktisch vernachlässigbar. Zur Unachtsamkeit kommt ja noch falsch eingeschätztes Risiko dazu.

Anders gesagt, ADHS-ler die (richtig dosiert) Medis nehmen, leben statistisch länger.
Benutzeravatar
AlphaCentauri
Foruminventar
Beiträge: 1695
Registriert: 24. Februar 2019 00:29

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von AlphaCentauri » 26. Juli 2019 19:31

Falschparker hat geschrieben:
26. Juli 2019 18:10
Anders gesagt, ADHS-ler die (richtig dosiert) Medis nehmen, leben statistisch länger.

Und fahren in aller Regel aufmerksamer Auto, kannst du und/oder könnt ihr das auch so in etwa bestätigen?
Ich selbst stelle bei mir, sofern ich es bewusst beobachte, nämliches Folgendes fest:

Ohne Medi fahre ich ganz normal, bin zwar manchmal etwas dreist, was kleine Mogeleien betrifft, die aber in keinster Weise den Straßenverkehr gefährden, aber kein Verkehrsrambo und mache keine riskanten oder grenzwertigen Überholmanöver, verzichte auf Vorfahrt, wenn erkennbar ist, dass da einer nicht aufpasst, ... falle im Grunde also nicht auf.

Kurz: Scheixx auf Vorfahrt, Sicherheit und heile bleibende Insassen und auch Wägelchen gehen IMMER vor, ... mal abgesehen davon, dass man die meisten Drängler und Überholer an der nächsten Ampel eh wiedertrifft, ... was ich dann gelegentlich mit einem süffisanten Winken quittiere.

Mit Medi fahre ich im Grunde genauso, ... der Unterschied ist jedoch, dass das Ganze dann irgendwie noch gelassener und in der Tat aufmerksamer geschieht, was bspw. mögliche reflexartige Fehlreaktionen zusätzlich minimiert, etwa, wenn plötzlich einer unvermittelt aus ner Parkbucht geschossen kommt. Mit Medi ist mein gesamtes Umgebungsbewusstsein noch etwas umfassender (totel Winkel, Augenwinkel, allgemeines weiträumiges Vorausschauen und sowas), ...

... und ich achte mit Medi noch mehr darauf, anderen Verkehrsteilnehmern das Ein- bzw. Ausscheren zu ermöglichen, halte, wenn der rückwärtige Verkehr es zulässt, auch mal außerhalb von Querungen und Zebrastreifen an, wenn bspw. ein älterer Mensch über die Straße will. Notfalls schalte ich auch den Warnblinker ein, um auszusteigen und dem älteren Menschen zu helfen, wenn dies nötig scheint.

Früher hätte ich eher nicht außer der Reihe angehalten, sondern u.U. noch rausgebrüllt, von wegen, wozu eigentlich der Zebrastreifen da hinten da ist... ;)
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
Falschparker
Foruminventar
Beiträge: 5691
Registriert: 28. Mai 2008 13:37
Wohnort: Kleinstadt
Alter: 53

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Falschparker » 26. Juli 2019 23:20

AlphaCentauri hat geschrieben:
26. Juli 2019 19:31
Und fahren in aller Regel aufmerksamer Auto
Ja, auf alle Fälle.

Wobei ich allerdings auch so lange Autofahrten vermeide. Die letzte Fahrt >200 km machte ich während des Bahnstreiks im Mai 2015. Finde ich einfach sehr stressig.
Benutzeravatar
AlphaCentauri
Foruminventar
Beiträge: 1695
Registriert: 24. Februar 2019 00:29

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von AlphaCentauri » 26. Juli 2019 23:46

Ja, so gerne und oft wie früher, fahre ich auch nicht mehr Auto. Lieber lasse ich mich "chauffieren". :)
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 197
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Weggetreten » 28. Juli 2019 00:16

Danke Falschparker,
ich bin gewarnt, ich versuche mich so gut wie es geht, zu konzentrieren (noch wichtiger und besser zb. wenn jemand neben mir sitzt) und meine Ungèduld im Zaum zu halten (wichtig auch fürs defensive Fahren und mehr Rücksichtsnahme.....)
Aufgrund mancher Beiträge hier denke ich mal über "Chemie für mich nach", danke erstmal für diesen gutgemeinten Ratschlag!!

mfg von Weggetreten
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 197
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Weggetreten » 3. August 2019 10:25

Ich kauf mir erst gar kein schnelles Auto.....denn das verleitet, auch zu riskanten Überholmanövern!!
Hab 2 sehr langsame Autos....und die reichen mir!!
Sealander
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 28. Juli 2019 21:42

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Sealander » 4. August 2019 21:49

Ich hab den Führerschein nicht gepackt, weil ich beim Fahren viel zu abgelenkt war. Damals hatte ich aber die ADS-Diagnose noch nicht. Ich würd das aber auch nicht noch mal versuchen, weil ich weiß, dass mich beim Fahren jeder Scheiß ablenkt. Da ist mir das Unfallrisiko eindeutig zu hoch.
Weggetreten
Pagemaster
Beiträge: 197
Registriert: 21. Juni 2019 16:28

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Weggetreten » 5. August 2019 07:12

Sealander hat geschrieben:
4. August 2019 21:49
Ich hab den Führerschein nicht gepackt, weil ich beim Fahren viel zu abgelenkt war. Damals hatte ich aber die ADS-Diagnose noch nicht. Ich würd das aber auch nicht noch mal versuchen, weil ich weiß, dass mich beim Fahren jeder Scheiß ablenkt. Da ist mir das Unfallrisiko eindeutig zu hoch.
Da hab ich ja mit dem Führerschein damals richtig Glück gehabt. Der Fahrlehrer hielt mich auch nicht für besonders "fähig".
Der Beobachter
Andersweltler
Beiträge: 21
Registriert: 6. August 2019 14:07
Wohnort: Schweiz - auf dem Lande
Alter: 48

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Der Beobachter » 8. August 2019 08:09

Interessante Diskussion. Ich fahre Auto und Motorrad seit nunmehr 30 Jahren. Mit 19 einen kleinen Motorrad-Unfall gehabt, mit etwa 22 einen entgegenkommenden Radfahrer beim linksabbiegen an der Kreuzung übersehen. Ist zum Glück nichts weiter passiert. Ansonsten unfallfrei in all den Jahren. Man hat vielleicht auch gelernt. Routine, dazu heute auch ein defensiver Fahrstil. Braucht man grad auch auf dem Motorrad, da muss man immer für die anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken, sonst wird man leicht übersehen. Wäre sonst wohl schon ein paar mal gestorben und schwer verletzt worden.

Ich fahre gerne Auto, gerne auch weite Strecken. Am liebsten natürlich alleine. Da kann ich Musik hören, muss nicht reden, usw. Ich höre aber immer Musik, meine eigene Playlist. Radio mag ich gar nicht hören im Auto, da wird geredet und das lenkt mich ab. Musik ist hingegen entspannend. Grad auf Langstrecken lass ich das Navi im Hintergrund laufen, brauche es dann aber hauptsächlich am Zielort, um die Adresse so finden. Oder auch in fremden Städten. Da schalte ich dann das Autoradio immer aus, dann kann ich mich besser konzentrieren. Oder auch wenn ich in ein Parkhaus rein fahre... :oops: Oder auch, wenn ich dann aus einer grösseren Stadt wieder raus muss, wird das Autoradio erst wieder eingeschaltet, wenn ich auf der Hauptachse zur Stadt raus bin oder auf die Autobahn einfahre...

Zugfahren geht bei mir gar nicht. Das ist mir zuviel Stress. Wenn ich jetzt beispielsweise eine abgelegene Strecke fahren muss und so eine 2er Bank für mich alleine habe, geht das schon. Da kann ich mal meine Sitzposition wechseln, usw. Aber eine grössere Strecke in einem vollen Zug? Zu viert eingeengt? Geht nicht, da bin ich dann so verkrampft vom gerade sitzen, dass ich nach 2 Stunden Zugfahrt anschliessend völlig erschöpft aussteige. Muss beruflich manchmal so eine Strecke machen, da wäre der Zug eigentlich sinnvoller, da meist kürzere Fahrzeit. Aber ich ziehe dann das Auto vor und stehe lieber im Stau. Und beim Auto kann ich auch jederzeit anhalten und mir die Beine vertreten, eine rauchen oder einen Café trinken. Das alles geht im Zug nicht.
LG
Max
Overthesky
Spezial User
Beiträge: 431
Registriert: 26. April 2019 13:22

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 8. August 2019 10:17

Sealander hat geschrieben:
4. August 2019 21:49
Ich hab den Führerschein nicht gepackt, weil ich beim Fahren viel zu abgelenkt war. Damals hatte ich aber die ADS-Diagnose noch nicht. Ich würd das aber auch nicht noch mal versuchen, weil ich weiß, dass mich beim Fahren jeder Scheiß ablenkt. Da ist mir das Unfallrisiko eindeutig zu hoch.
Ich halte prinzipiell jeden ADHS-Betroffenen selbst mit maximalem Schweregrad zur Absolvierung des PKW-Führerschein in der Lage... wer das mit ADHS nicht schafft... und das sind ja zugegeben schon einige... da sind dann in Wahrheit die Folgeerkrankungen oder Komorbiditäten von ADHS die Ursache, aber nicht ADHS selbst... Angststörung, Depression, mangelndes Selbstvertrauen, erlernte Hilflosigkeit weil man in der Sozialisation immer nur auf den Deckel bekommen hat statt Selbstwirksamkeit, auch ein Arschloch als Fahrlehrer kann natürlich eine Rolle spielen... ich halte wie gesagt bei keinem einzigen ADHS für die direkte Ursache für die Unfähigkeit, den PKW-Führerschein zu absolvieren...
Benutzeravatar
AlphaCentauri
Foruminventar
Beiträge: 1695
Registriert: 24. Februar 2019 00:29

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von AlphaCentauri » 8. August 2019 15:08

Weggetreten hat geschrieben:
3. August 2019 10:25
Ich kauf mir erst gar kein schnelles Auto.....denn das verleitet, auch zu riskanten Überholmanövern!!
Hab 2 sehr langsame Autos....und die reichen mir!!

Wo willste denn außerdem überhaupt noch mal a bissi auf die Tube drücken ... bei diesem Schilderirrsinn und anderen Schikanen. Ist sowieso eine totale schizoide Sache:

Es werden immer breitere Autos bebaut, aber die Parklätze werden nicht breiter. In Parkhäusern macht das immer einen ganz besonders exorbitanten spaß. Und ansonsten: Eine Verkehrsbremse (ewige Tempolimitchanges, fiese Radarfallen und autofeindlicher Stadtverkehr), nach der anderen.

Im Sinne der Umwelt bin ich ganz Ohr, aber das habe ich jetzt hier mal weggelassen, weil es mehr ums Fahren bzw. Schnellfahren ging.

Ich fahre eine mittelgroßen Mittelklassewagen mit diversen Ausstattungen, auf die wir dies oder jenes aufrüsten können und gut ist. Ein Auto for two persons bzw. for one household. Langt völlig hin, mehr brauche ich nicht. Und schnell fahren (mehr als 140) halte ich sowieso höchstens 10 Minuten durch, dann muss ich runter. Aber das kannste eigentlich auch nur sonntags on the Highway, if thera are not millions of sorry: f****** trucks. Sorry, aber nichts hasse auf ner Landstraße mehr, als diese Schrankwände, die dann auch noch mit 60 durch die Lande kriechen und du nicht überholen kannst... :roll:

Ist sowieso Schwachsinn alles: schnelle Autos sollen die Leute kaufen, aber schnell fahren sollen sie dann nicht oder werden zur Kasse gebeten. Alles eine Riesens**bande, unlogisch bis dort hinaus. Aber solange es alle mitmachen, wird sich nichts ändern.
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
Sealander
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 28. Juli 2019 21:42

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Sealander » 8. August 2019 18:50

Overthesky hat geschrieben:
8. August 2019 10:17
Ich halte prinzipiell jeden ADHS-Betroffenen selbst mit maximalem Schweregrad zur Absolvierung des PKW-Führerschein in der Lage... wer das mit ADHS nicht schafft... und das sind ja zugegeben schon einige... da sind dann in Wahrheit die Folgeerkrankungen oder Komorbiditäten von ADHS die Ursache, aber nicht ADHS selbst... Angststörung, Depression, mangelndes Selbstvertrauen, erlernte Hilflosigkeit weil man in der Sozialisation immer nur auf den Deckel bekommen hat statt Selbstwirksamkeit, auch ein Arschloch als Fahrlehrer kann natürlich eine Rolle spielen... ich halte wie gesagt bei keinem einzigen ADHS für die direkte Ursache für die Unfähigkeit, den PKW-Führerschein zu absolvieren...
Seh ich anders. Bei mir liegt's am ADS und nicht an irgendwelchen Folgeerkrankungen oder Komorbiditäten. Angststörung, mangelndes Selbstvertrauen oder erlernte Hilflosigkeit liegen bei mir definitiv nicht vor und die Depression kam erst später dazu. Bei mir lag's rein am Abgelenktsein und der fehlenden Konzentration. An 'ner Kreuzung konnte mich z. B. ein Werbeaufsteller vor 'nem Geschäft so sehr ablenken und in seinen Bann ziehen, dass ich alles andere gar nicht mehr realisiert hab und stumpf in den Gegenverkehr gerauscht wär, wenn mein Fahrlehrer (und der war auch kein Arschloch, sondern echt in Ordnung) nicht auf die Bremse gestiegen wär.
Overthesky
Spezial User
Beiträge: 431
Registriert: 26. April 2019 13:22

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 8. August 2019 19:03

Sealander hat geschrieben:
8. August 2019 18:50
Overthesky hat geschrieben:
8. August 2019 10:17
Ich halte prinzipiell jeden ADHS-Betroffenen selbst mit maximalem Schweregrad zur Absolvierung des PKW-Führerschein in der Lage... wer das mit ADHS nicht schafft... und das sind ja zugegeben schon einige... da sind dann in Wahrheit die Folgeerkrankungen oder Komorbiditäten von ADHS die Ursache, aber nicht ADHS selbst... Angststörung, Depression, mangelndes Selbstvertrauen, erlernte Hilflosigkeit weil man in der Sozialisation immer nur auf den Deckel bekommen hat statt Selbstwirksamkeit, auch ein Arschloch als Fahrlehrer kann natürlich eine Rolle spielen... ich halte wie gesagt bei keinem einzigen ADHS für die direkte Ursache für die Unfähigkeit, den PKW-Führerschein zu absolvieren...
Seh ich anders. Bei mir liegt's am ADS und nicht an irgendwelchen Folgeerkrankungen oder Komorbiditäten. Angststörung, mangelndes Selbstvertrauen oder erlernte Hilflosigkeit liegen bei mir definitiv nicht vor und die Depression kam erst später dazu. Bei mir lag's rein am Abgelenktsein und der fehlenden Konzentration. An 'ner Kreuzung konnte mich z. B. ein Werbeaufsteller vor 'nem Geschäft so sehr ablenken und in seinen Bann ziehen, dass ich alles andere gar nicht mehr realisiert hab und stumpf in den Gegenverkehr gerauscht wär, wenn mein Fahrlehrer (und der war auch kein Arschloch, sondern echt in Ordnung) nicht auf die Bremse gestiegen wär.


Selbst bei ADHS in maximalem Schweregrad ist die Absolvierung des PKW-Führerschein möglich... ob erlernte Hilflosigkeit, frühzeitiges Aufgeben, mangelndes Selbstvertrauen bei dir tatsächlich zu dem Zeitpunkt nicht vorlagen, kannst Du leider per Posting im Forum objektiv nicht nachweisen... was nicht heißt, dass objektiv das Gegenteil bewiesen wäre... wie sagt doch Winkler, wonach ADHS mit Krankheitswert meist mit einer dissoziativen Störung einher gehe... das soll in dem Fall heißen die Seele sucht sich ein Ventil und die subjektive Erklärung : "ich kann das nicht, weil ich bin krank." oder "ich kann das nicht, weil ich bin schwach, nicht normal oder sonst was...", dieses "ich kann das nicht" das entlastet die Seele und gibt ihr einen externen Grund für das Scheitern, für den das Individuum nichts kann... btw... in der Psychiatrie ist eine Diskrepanz zwischen subjektiv und objektiv nicht die Ausnahme, sondern die Regel...
Overthesky
Spezial User
Beiträge: 431
Registriert: 26. April 2019 13:22

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von Overthesky » 8. August 2019 19:10

Ich kenne übrigens Patienten mit ADHS in maximalem Schweregrad, die den PKW-Führerschein ohne Medikation erfolgreich absolviert haben... meine Mutti z. B.... zwar meist eher mit Biegen und Brechen und mit vielen Fahrstunden, aber eben dennoch fahren diese Personen heute Auto...
Benutzeravatar
AlphaCentauri
Foruminventar
Beiträge: 1695
Registriert: 24. Februar 2019 00:29

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von AlphaCentauri » 8. August 2019 19:36

Ich habe meinen Führerschein ja auch als AD(H)S'lerin gemacht, ... nur wusste ich es damals halt noch nicht. Klappte alles auf Anhieb. Manchmal frage ich mich, ob dieses viele "Hochgerede" von AD("Hype")S nicht mitunter mehr Schwierigkeiten machen kann, als wenn man tatsächlich gar nichts davon weiß. Kommt aber natürlich auf den Schweregrad an... Aber ist doch oft so: Je mehr Wirbel um etwas gemacht wird, je mehr Staub aufgewirbelt wird, desto mehr wirbelt er logischerweise auch irr, wirr und kirr um einen herum... :panik:
An alle Flacherdler:
Selbstverständlich ist die Erde eine Scheibe!
Denn wenn sie eine Kugel wäre, würden wir mit Murmeln zahlen und nicht mit Münzen. :?
texel
Pagemaster
Beiträge: 168
Registriert: 18. Juni 2019 18:53

Re: ADS und Auto fahren

Beitrag von texel » 9. August 2019 06:28

AlphaCentauri hat geschrieben:
8. August 2019 19:36
Ich habe meinen Führerschein ja auch als AD(H)S'lerin gemacht, ... nur wusste ich es damals halt noch nicht. Klappte alles auf Anhieb. Manchmal frage ich mich, ob dieses viele "Hochgerede" von AD("Hype")S nicht mitunter mehr Schwierigkeiten machen kann, als wenn man tatsächlich gar nichts davon weiß. Kommt aber natürlich auf den Schweregrad an... Aber ist doch oft so: Je mehr Wirbel um etwas gemacht wird, je mehr Staub aufgewirbelt wird, desto mehr wirbelt er logischerweise auch irr, wirr und kirr um einen herum... :panik:
Da stimme ich dir voll und ganz zu.
Ich habe davon auch erst viel zu spät erfahren, und kann rückblickend sagen, dass es mir wahrscheinlich einiges an Ärger erspart hätte, ich aber trotzdem zum Ziel gekommen bin.
Schließlich sind wir auch nur Menschen und keine Maschinen! Wir sollten nicht erwarten, dass die Tablette ein Wundermittel ist.
Zuletzt geändert von texel am 9. August 2019 06:30, insgesamt 1-mal geändert.
Antworten

Zurück zu „ADS / Hypoaktivität*“