Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

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Psychotic_Black_Rabbit
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Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon Psychotic_Black_Rabbit » 23. September 2014 00:10

Verfallt ihr auch immer in eine Art Zeitlupe wenn ihr Beispielsweise mit den Händen genau sein müsst?
Schreiben, Schneiden mit Messer oder Schere, Zigaretten drehen, mit einem Lineal arbeiten und ähnliches?
Das begleitet mich schon mein Leben lang und kotzt mich auch schon genau so lange an.

Dann hat man die Schule hinter sich und glaub man hat endlich Ruhe  :froi1:
Falsch! Berufsschule!!  :icon_eek:  :baw:
Wie oft habe ich schlechte Noten kassiert weil ich einfach nicht geschafft habe schnell genug zu schreiben, mal von meiner unregelmäßigen grottigen Handschrift ganz zu schweigen und dem ständigen korrigieren weil Buchstaben verdreht werden.
Tabellen ziehen, welch ein Alptraum! Freihand Linien ziehen unmöglich krakelig und mit Lineal brauch man Ewigkeiten um es überhaupt gerade anzusetzen  :108:
Da weiß man eigentlich fast alles was abgefragt wird und scheitert dann an sowas!!?

Beim Zigaretten drehen versuch ich schon aktiv dagegen zu wirken, damit ich nicht 5 Minuten lang dabei hänge und sich mein gegenüber fragen muss wann ich ihn wohl endlich wieder ansehen kann. Aber es passiert immer wieder automatisch wenn ich irgendwas genaues machen muss. Unkraut zupfen! Oh mein gott, die Hölle. Ich mach dann bewusst schneller weil ich wieder merk dass ich super langsam werde, aber spätestens nach 5 minuten bin ich wieder am lahmen =_="
Haare glätten und solche Scherze ist genauso schlimm.
Ich hab nun echt nicht die Haare bis zum Arsch, aber ich sitz da locker ne Stunde bei o.O kann auch länger dauern wenn ich mich "anstrenge" X,D
Wegen sonem scheiß bin ich auch noch bei allem möglichen immer zu spät drann.
Ich kann nie einschätzen wie lange ich am Morgen brauchen werde um meine Routine durchzuführen.

Habt ihr da Wege/Strategien gefunden um dem entgegen zu wirken?
Wird das durch Medikamente besser?
Man kann sich ja nun leider nicht immer alle Zeit der Welt lassen  :kk:
Mal angesehen davon dass man bereits durch seine Zerstreutheit genug davon verplempert.
Ich fühl mich schon Scheiße dabei ständig ne Stunde später aufzulaufen als ich es jemanden versprochen habe.  :upsi:
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Angie
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Re: Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon Angie » 25. September 2014 23:47

Ich glaube eher, du hast Angst etwas Falsch zu machen. Darum das Präzise und Langsame.

Ich bin da das Gegenteil. Hauptsache hält. Irgendwie schnell dahin gefriemelt. Nicht schön, aber hält.  :icon_mrgreen:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Psychotic_Black_Rabbit
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Re: Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon Psychotic_Black_Rabbit » 26. September 2014 00:03

[quote="Angie"]
Ich glaube eher, du hast Angst etwas Falsch zu machen. Darum das Präzise und Langsame.

Ich bin da das Gegenteil. Hauptsache hält. Irgendwie schnell dahin gefriemelt. Nicht schön, aber hält.  :icon_mrgreen:
[/quote]
Ne, nich wirklich.
Warum sollte ich beim Zigaretten drehen, Gemüse schneiden, Unkraut kratzen und vergleichbarem angst haben was falsch zu machen?  :108:
Also ich hab zwar sicher Ängste in anderen belangen...  :icon_rolleyes: aber hiermit hat das eigentlich nix zutun.
Ich bin schlichtweg extrem ungeschickt. Ich kann gar nicht wirklich schnell arbeiten ohne Tollpatschereien.
Ich könnte auch nicht schnell schreiben egal wie sehr ich es wollen würde. Da machen meine Hände einfach nicht mit.
Und so weit ich weiß ist langsame Arbeitsweise und Störungen in der Feinmotorik auch typische Eigenschaften des ADS mit Hypoaktivität.
Hast du ADHS oder bist du Hypo? Als Hypo ein schneller Pfuscher zu sein wäre denke ich ehr ungewöhnlich.
Und wenn, dann wahrscheinlich nur durch permanenten selbst zwang möglich.
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Lippi
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Re: Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon Lippi » 26. September 2014 09:52

Klingt ein bisschen so als hättest du ein paar Probleme mit deiner Feinmotorik. Bin zwar auch nicht der schnellste aber und beim Zigaretten drehen sollte man bei mir auch nicht auf die Form schauen.. aber ansonsten gibt es keine weiteren Probleme.
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Angie
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Re: Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon Angie » 6. Oktober 2014 23:08

Ich hab F90 und bin die Mischform  :breitgrinse1:  ich bin Beides, Hypo und Hyper ......die, die mit Stimmungsschwankungen.
Ich kann dahin schleichen wie eine Schnecke und in der nächsten Sekunde abgehen wie ne Rakete.

Was so typisch ist, ich habe keine Geduld. Also bei mir muss es halt schnell gehen, als würde ich in der verlorenen Zeit, irgendwie das Gefühl, ich verpass da was.
Und wenn es nur Schlafen ist, aber Aufgaben, die ich nicht gerne mache, werden einfach dahin gefuscht bei mir.
Nicht schön, aber praktisch.

Davon ab, ich kann schnell schreiben, nur dann kann ich es selbst nicht mehr lesen.

Kennst noch damals diese "Überweisungsformulare"?  Ja, als es noch kein Bankomat gab.
Die Sparkasse hat mir wirklich zig mal die Teile zurück geschickt, weil die meine Ziffern nicht entziffern konnten.  :schäm:

Übrigens, Motorikprobleme haben viele Personen mit ADHS oder ADS.
Ich kann bis heute keine Standardtänze tanzen, auf ner Stelle rumhüpfen geht ja noch.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Scully83
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Re: Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon Scully83 » 7. Oktober 2014 11:57

Also, ich hab mal in nem Hotel gejobbt als Mädchen für alles, hauptsächlich aber Zimmer machen und im Büro Boden wischen.
Ich so, weil ich ja weiß dass ich zuhause eher ordentlich bin, wollte alles total gut machen, total ordentlich in jeden Winkel mit dem Mop, das Bad blitzsauber, gewissenhaft staubgesaugt, im Büro schön gewischt... und dann sagt die Chefin mir, ich sei viiiiel zu langsam, bewege mich wie ein Tanzbär und hat mich dann auch noch total übertrieben-doof nachgeäfft, wie ich das angeblich mache. Und mir gezeigt, wie es "richtig" geht: Wusch-wusch, fertig. Fand ich total dämlich. Ich habs ja absichtlich ordentlich gemacht, denn hätte ich es in meinem normalen Tempo gemacht, hätte ich die Hälfte übersehen und dann wär´s auch nicht richtig gewesen!  :aufsmaul_2:

Kann es sein Psychotic_Black_Rabbit, dass dir auch schon mal jemand "unordentliches Arbeiten" vorgeworfen hat, oder sich darüber lustig gemacht hat, z.B. in deiner Vergangenheit bzw. Kindheit und du das jetzt so "drin" hast, es besonders ordentlich zu machen, aus Angst, jemand könnte dir das wieder vorwerfen?

Beim Gemüseschneiden bzw. Kartoffelschälen bin ich auch langsam, aber das liegt daran, dass ich beim besten Willen nicht mit nem normalen Messer schälen kann, ich brauche dazu dieses Sparschälerdings. Finde ich tröstlich-amüsant, dass diese motorischen Schwächen (Tanzen, Sachen fangen...) etwas mit AD(H)S zutzun haben sollen. Dann kann ich mich ja zumindest innerlich darauf berufen, wenn´s bei mir nicht klappt  :icon_mrgreen: Obwohl...so kleine Fricklearbeiten mit was zusammenbasteln und so, das krieg ich schon hin...
Generell ist es bei mir so wie bei Angie...ich nehm´s oft nicht so genau und bin mit "ist doch ok" schon total zufrieden.

PS: Keine Ahnung, ob das jetzt hier hin passt, aber ich jetzt weiß ich endlich, warum ich als Kind dieses Auspicheln / Prickeln (mit der Nadel) immer so ätzend fand, wärende alle anderen Kinder das total liebten... fand ich einfach vieeel zu langsam das ganze und ratschen durfte man ja nicht... War ich froh, als ich ne Schere benutzen durfte...obwohl "schön" ausschneiden, das geht bei mir auch extrem langsam, sonst ists halt "nur" ausgeschnitten, ohne "schön".

PPS: Irgendwie ist mein Post glaube ich doch fehl am Platz, weil du ja unter Kategorie "Hypo" schreibst bzw. ADS. Ich kenn mich ja noch gar nicht aus, sorry :(
Und mir ist die Fähigkeit, stringent zu argumentieren irgendwie abhandengekommen (jedenfalls hab ich früher geglaubt, dass ich das könnte).
Zuletzt geändert von Scully83 am 7. Oktober 2014 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
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Re: Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon letal » 7. Oktober 2014 13:17

Mir geht es nicht anders aber ich bin zum teil der Meinung das die anderen zu schnell zu nervös sind.

Ich arbeite in einem nicht ungefährlichen Bereich mit viel Staub, Hitze, Gas.
Wir hatten eine Rote stelle entdeckt ( Glüht Temperaturbereich >400 °C bis 500°C ohne Gefügeänderung )
Zur Kühlung muss schnell Luft angelegt werden. Ein Anschluss vom Luftschlauch war defekt und ich ging bei den
zu wechseln, waren ja noch drei andere da und ich hatte ja schon einen Luftschlauch angelegt.
Der Vorarbeiter schrie mich an was ich da mach, ich versuchte ihm das zu erklären das wir den Schlauch gleich brauchen werden.
Er meinte sie hätten einem. Ok kann ichh nichts machen, ich hab die Arbeit abgebrochen und es kam wie es kommen musste.
Den Schlauch den sie angeblich hatten habe ich da schon hingelegt und der war zu kurz. Hätte der Vorarbeiter mich in Ruhe
gelassen wäre mein Schlauch jetzt auch schon fertig gewesen, so musste ich hin und weiter machen weil ich die Arbeit ja abgebrochen habe.

Ich habe ein Paar Freunde bei denen ich mich wohl fühle weil ich zur Ruhe komme.
In der Regel finde ich die meisten Menschen viel zu nervös.
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Psychotic_Black_Rabbit
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Re: Bewegungs Zeitlupe bei präziesen Arbeiten?

Beitragvon Psychotic_Black_Rabbit » 19. Mai 2016 01:44

Scully83 hat geschrieben:Kann es sein Psychotic_Black_Rabbit, dass dir auch schon mal jemand "unordentliches Arbeiten" vorgeworfen hat, oder sich darüber lustig gemacht hat, z.B. in deiner Vergangenheit bzw. Kindheit und du das jetzt so "drin" hast, es besonders ordentlich zu machen, aus Angst, jemand könnte dir das wieder vorwerfen?


Das ist in der tat der fall. Um ritter aus leidenschaft zu zitieren. "Gewogen, vermessen, für nicht gut genug befunden". Das war so ziemlich die bewertung die mir von familie, schule und umfeld vermittelt wurde.

Die dadurch entwickelte zwangsneurose zur perfektion steht hierbei denke ich aber nur als komorbider faktor zusätzlich zu den ohnehin bestehenden problematiken. Im sinne dass es mir extremst schwer fällt etwas nur "grob" zu machen oder eben mich dazu verleiten zu lassen etwas einfach hinzupfuschen. Was ich eben machen müsste um mit einem neurotypo unter zeitdruck mitzuhalten, wobei der neurotypo dann ein wenigst halbwegs brauchbares ergebnis erziehlen würde und ich eben in der selben situation totalen ranz ^^"
Weil ich ganz genau aus der vergangenheit weis, dass man in folge dessen mit meiner leistung trotzdem enttäuscht wäre, ist das wohl meine art zu versuchen auf dieser art und weise wenigstens einen kleinen rest selbstachtung zu wahren in dem ich das was ich letzten endes geschafft habe wenigstens gut gemacht habe.

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