Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

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Chiemgauerin71
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Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Chiemgauerin71 » 14. Oktober 2013 21:25

Hallo!

ich hätte mal eine Frage, vielleicht hat ja der ein oder andere Erfahrung damit?
Wir haben einen Sohn- 7 Jahre. Er besucht die 2. Klasse Grundschule und war immer schon sehr verträumt.
Seit Mai diesen Jahres haben wir nun die Diagnose Adhs.
Wir haben schon so einiges ausprobiert- kennt wohl jeder hier.
Von Homöopathie über Osteopathie etc.
Medikinet steht uns wohl bevor, der Psychologe meinte, wir warten noch ein paar Monate,
wie die Verhaltenstherapie "fruchtet".
Nun sind wir über einen Artikel zum Thema "Konzentrationsstörungen durch Lernblockaden"
gestolpert. Hier hieß es, daß Blockaden durch Kinesionlogie scheinbar gelöst werden können.

Hat jemand von euch Erfahrungen damit?

LG
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melinamaus
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von melinamaus » 14. Oktober 2013 21:33

Meine Erfahrung - kann helfen, muss es aber nicht - man kann dran glauben, muss man aber nicht, aber zumindest kostet es Geld - bei uns eine Sitzung 150 Euro....

Warum will der Arzt warten, wie die Verhaltenstherapie anschlägt? Die Therapien schlagen besser an, wenn sie durch Medis unterstütz werden, da die Aufnahmezeit verlängert wird.
Auf meinem Grabstein soll stehen: "Schau nicht so doof, ich läg jetzt auch lieber am Strand."

Wenn Gott gewollt hätte, dass ich arschkrieche, wäre ich ein Zäpfchen geworden.
Chiemgauerin71
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Chiemgauerin71 » 14. Oktober 2013 21:44

upps..150 Euro ist ja schon ne Stange...vor allem, wird wohl eine Sitzung nicht reichen...hmmm...

wir sind nun erst seit Mai bei dem Psychologen und haben ab Sept einen  Platz in der Gruppe gekriegt.
Er hatte erst ein paar Termine und der Psych wollte scheinbar erst mal schauen, wie er darauf anspricht.

Da unser Sohn (noch..  :icon_rolleyes:) keine schulischen Probleme hat, sieht er es scheinbar noch recht gelassen....
Wobei er in der Schule SEHR viel nicht fertig bringt bzw oft die Hefteinträge nicht mal ANFÄNGT und wir zuhause
dann sehr viel nacharbeiten müssen.
Und zum Drama Hausaufgaben brauch ich ja hier nichts schreiben....

Ich glaube, wenn er hyperaktiv wäre und mehr stören würde, wäre die Sache anders....
Weil
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Weil » 14. Oktober 2013 23:11

Da unser Sohn (noch..  icon_rolleyes) keine schulischen Probleme hat, sieht er es scheinbar noch recht gelassen....
Wobei er in der Schule SEHR viel nicht fertig bringt bzw oft die Hefteinträge nicht mal ANFÄNGT und wir zuhause
dann sehr viel nacharbeiten müssen.
Definiere schulische Probleme.
Elchi
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Elchi » 14. Oktober 2013 23:20

Das kam mir auch in den Sinn... was sind denn dann schulische Probleme????

LG
Elchi
Falschparker
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Falschparker » 15. Oktober 2013 00:02

[quote="Chiemgauerin71"]
Seit Mai diesen Jahres haben wir nun die Diagnose Adhs.
Wir haben schon so einiges ausprobiert- kennt wohl jeder hier.
Von Homöopathie über Osteopathie etc.
Medikinet steht uns wohl bevor, der Psychologe meinte, wir warten noch ein paar Monate,
wie die Verhaltenstherapie "fruchtet".[/quote]

Hallo Chiemgauerin,

Medikinet steht uns bevor- du schreibst als wäre das was Schlimmes??

Ich meine, die ADHS (!) ist was Schlimmes. Sicher kann man warten, und manche Kinder kommen ohne Medikamente aus, aber dann spart euch bitte solche Unsinnstherapien. Die kosten Geld und vor Allem Zeit. Entweder euer Kind braucht keine Medis, weil er mit der Verhaltenstherapie auskommt. Oder ihr entscheidet euch für Medis.

Und verabschiede dich von dem Denken, die alternativen Therapien seien nebenwirkungsarm. Das Gegenteil ist der Fall, die Wirkung ist äußerst unwahrscheinlich, aber die Nebenwirkung ist immer, dass man wertvolle Lebenszeit verliert, die man für wirkungsvolle (besser gesagt evidenzbasierte) Therapien (selbstverständlich nicht nur Medikamente, aber auch) hätte aufwenden können. Lernblockaden, die durch Kineosologie entblockiert werden können, so ein Schwachsinn. :kk:

Und das Schlimme ist nicht, dass man euch das Geld aus der Tasche zieht. Ein paar Hundert Euro tun zwar weh, sind aber unerheblich demgegenüber dass man armen Eltern und ihren Kindern Angst vor Medikamenten macht und ihnen halbe und ganze Jahre Hilfen vorenthalten werden.  :aufsmaul_2:
Zuletzt geändert von Falschparker am 15. Oktober 2013 00:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Seelenspiegel
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Seelenspiegel » 15. Oktober 2013 00:25

Hallo,

ich schließe mich "Falschparker" an.
Zudem glaue ich bei dererlei Beeinträchtigung(en) einfach nicht an diesen Bumms - das muss ich mal so sagen! Aber wer das Geld hat...unterstützend, von mir aus!  :icon_rolleyes:
Die Ausschaltung der Schwachen ist der Tod der Gemeinschaft!


1. Kind (Junge) - geboren 2005, ADHS Diagnose seit Mai 2013


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Kaina
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Kaina » 15. Oktober 2013 01:17

Zur Kinesiologiebehandlung ist schon alles gesagt.
Und es wird wohl ins Off-topic driften. Aber....

[quote="Chiemgauerin71"]
..()..
Da unser Sohn (noch..  :icon_rolleyes:) keine schulischen Probleme hat, sieht er es scheinbar noch recht gelassen....
Wobei er in der Schule SEHR viel nicht fertig bringt bzw oft die Hefteinträge nicht mal ANFÄNGT und wir zuhause
dann sehr viel nacharbeiten müssen.
Und zum Drama Hausaufgaben brauch ich ja hier nichts schreiben....[/quote]

Äh,  :grübel: keine schulischen Probleme?
Existieren die erst, wenn er sich mit seinen Träumereien und
Überforderungen (mentale und psychische, nicht wegen des Lernstoffs!!)
richtige Lücken erworben, den Anschluss an die anderen verloren, von den Lehrern den vermeintlich treffenden "Faulheits-Titel" verpasst bekommen hat und beginnt, die Schule zu verweigern?

[quote="Chiemgauerin71"]Ich glaube, wenn er hyperaktiv wäre und mehr stören würde, wäre die Sache anders....[/quote]

Wie meinst du das? Dass es schlimmer wäre, wenn er hyperaktiv wäre, und die anderen mehr stören würde?
Oder dass der Psychologe euch dann ernster nehmen würde und dein Sohn schneller Hilfe erhielte???


Bei mir (nee, objektiv bin ich da weiß Gott nicht  :up_to_something:) kommt es mal wieder so an,
als würde da ADS, die Träumervariante, als das "gute, brave" ADS gesehen, weil die Kids ja nicht stören, und

ADHS als das böse ADS, weil die Kids sich noch gegen das wehren, was sie nicht vertragen.
Soll den Kindern geholfen werden, oder nur der ach so genervten Umgebung???

Mag sein, dass diese Kinder für Pauker angenehm sind, und
von Psychologen als "unproblematisch, da kann man ruhig und gelassen zuwarten" eingestuft werden.
Für mich sieht unproblematisch anders aus  :108:. Und ich habe hier beide Varianten um mich.

Gerade ADSler neigen eher zu Depressionen, dazu, sich in ein Schneckenhaus zurückzuziehen, immer stiller zu werden, aufzugeben - ggf. unterbrochen von unverständlichen Wutanfällen, die sie selbst hinterher noch mehr 'runterziehen.



Edit:
nicht dass da 'was falsch 'rüberkommt. Ich mache dir keine Vorwürfe, Chiemgauerin. Mich regt's nur auf, dass selbst Psychologen die Probleme dieser Kids offensichtlich nicht wahrnehmen wollen oder können,
und dass die Medien ADHS zwar gerne sensationell aufpushen, dummes Zeug über die Medis verbreiten, aber keine echten Infos 'rüberbringen - schon gar nicht zu den ADSlern ohne das H!
Zuletzt geändert von Kaina am 15. Oktober 2013 01:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Chiemgauerin71
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Chiemgauerin71 » 15. Oktober 2013 10:29

Hmm..leider krieg ich das mit dem Zitieren nicht hin, drum schreib ich es jetzt einfach mal nach und nach....

Ich sehe Ritalin als sicher nicht schlimm- mit "steht uns bevor" meinte ich, es wäre der nächste Schritt......

Nun- ich denke schon , daß das Adhs ernster- oder "wichtiger" (..bitte nicht schimpfen....) genommen wird, wenn auch andere damit gestört sind...
unser Sohn sitzt ja "nur träumend in der Schule", der Streß läuft dann zuhause ab, weil WIR das ja dann ausbaden....
Die anderen in der Klasse leiden ja darunter nicht.....
Und dann würde der Psychologe sicher schneller reagieren.
Oder meint ihr, ich liege da falsch?


Und ja- ich bin der medikamentösen Therapie mittlerweile nicht abgeneigt, weil es zuhause einfach oft kriselt- allein der Streß mit den Hausaufgaben.
Dazu kommt, daß wir ja noch 4- jährige Zwillinge haben- ich kann mich also nicht pausenlos dazusetzen und ihn anleiten.
Und mit Ruhe und Auschschalten der Störfaktoren- das klappt so auch nicht wirklich.....

Momentan ist es halt so, daß er sehr gut in der Schule ist- abgesehen vom Tempo- und laut Lehrerin "alles weiß"- ich hab halt etwas Angst davor, daß er irgenwann den
Anschluß verpaßt und nicht "lernt zu lernen".

Ach ja- und das mit der Kinesiologie- ganz ehrlich- so wie hier sehe ich das auch- ich denke, man kann einfach kein "Wunder" durch Handauflegung erwarten.....
Zuletzt geändert von Chiemgauerin71 am 15. Oktober 2013 10:32, insgesamt 1-mal geändert.
Elchi
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Elchi » 15. Oktober 2013 12:02

Hallo Chiemgauerin,

wenn das so ist, würde ich den bevorstehenden Schritt doch mal machen.
Auch wenn Dein Sohn jetzt noch gute Noten hat, merkt er doch sehr wohl, dass er eigentlich besser sein könnte. Mein Sohn hat auch in der Grundschule ganz gute Noten gehabt, auf dem Gymnasium ging es leidlich. Ich wusste, dass er alles kann (wir haben ja jeden Tag zusammen gelernt), aber in der Schule konnte er es nicht zeigen.

Kommentare der Lehrer waren immer in die Richtung, er sei einfach zu faul. In Mathe bekam er einmal eine 5 im Zeugnis mit dem Kommentar der Lehrerin, dass sie ja wüsste, dass er eigentlich nicht auf 5 steht. Sie wollte ihn damit anspornen, hat aber genau das Gegenteil erreicht (die war sowieso etwas speziell: Ich habe ihr mal vorgeschlagen, Sohni mal für gute Mitarbeit zu loben, weil ihn das nachweislich auch in der Grundschule immer zu Höchstleistungen angespornt hat, aber sie meinte, dann müsse sie ja alle Kinder loben und das ginge nicht. Naja, Pädagogin halt  :kk: )

Als mein Sohn in der 10.Klasse endlich Diagnose und Medis hatte, kam sein Kommentar: "Und ich dachte schon, ich wäre ein Depp". Er hat still gelitten und auch niemanden "gestört".

Ich sehe es genauso wie Du, die "H"-Variante wird deutlich ernster genommen. Deshalb ist es an uns Eltern, dafür zu sorgen, dass auch die "ohne H-ler" rechtzeitig Hilfe kriegen.

LG
Elchi
Eule
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Eule » 15. Oktober 2013 12:22

Wichtig ist doch an erster Stelle ob dein KIND leidet.

Es ist frustrierend etwas anzufangen aber nicht zuende bringen zu können weil man durch die ewigen Ablenkungen viel zu langsam ist und dann auch noch Bummelant geschimpft zu werden oder mit stundenlangem Nacharbeiten zuhause bestraft zu werden.

Es entmutigt wenn man dauernd erlebt etwas nicht zu schaffen was die anderen zu denen man eigentlich dazugehören will scheinbar mühelos schaffen.

Das dumme ist daß Kinder enttäuscht, unzufrieden und traurig sind wenn sie derartige Negativ-Rückmeldungen von anderen bekommen oder aber sehen daß andere viel mehr/besser/toller können als sie selbst. Allerdings sind sie meist nicht in der Lage diesen Frust und diese Enttäuschung jemandem der helfen könnte mitzuteilen und um Unterstützung zu bitten damit sie es besser schaffen. Dann sehen aufmerksame Eltern daß es eben nicht klappt, leiten wohlmeinend an und bieten die Unterstützung von der sie hoffen daß sie passend ist.

Und, besonders bei Kids die eigentlich nicht "dumm" sind und das intellektmäßig eigentlich hinkriegen müßten sagt dann die Wahrnehmung: Mist, da steht "Nervensägenmama" ständig wie der Teufel aus der Kiste neben einem und erklärt gebetsmühlenartig zum 30. Mal innerhalb von einer Stunde daß man nicht zum Fenster rausgucken solle, bitte jetzt die nächste Zeile schreiben solle oder wasauchimmer grad gefordert ist. Ich weiß das ja, ich will das auch, und ich komm mir vor als hielte man mich für völlig verblödet wenn ich so zugelabert werde. Selbst wenns gut gemeint ist, ist das Risiko hoch daß es als Maßregeln der Sorte "Du tust nicht was du sollst", oder gar als Negativ-Rückmeldung "Du bist nicht ok, ständig muß ich hinter dir herrennen, du Nervzwerg!" ankommt.

Was mir grad noch einfällt: Im "allgemeinen" Sprachgebrauch wird gerne Psychologe und Psychiater durcheinandergeworfen - wobei es aber einen ganz entscheidenden Unterschied gibt. Der PSychologe kann weder krankschreiben noch Medikamente verordnen, da er eben keine Ausbildung als Mediziner hat, während der Psychiater ein Mediziner ist, der sich dann als Psychiater spezialisiert. Je nachdem was der Verhaltenstherapeut deines Sohnes nun genau ist, kann es also sein, daß du zwecks Medikation zusätzlich einen Kinderarzt mit entsprechender Spezialisierung oder einen Kinder- und Jugenspsychiater aufsuchen müßtest um an Medikamente zu kommen. Möglicherweise erklärt die Tatsache daß er ohnehin keine Medis verschreiben könnte seine Zurückkahltung dabei. Sollte das der Fall sein, wäre eine zeitnahe Suche nach einer geeigneten KJP-Praxis für eine Medikation wohl empfehlenswert. Die haben ja auch oft genug Wartezeiten bis man einen Termin bekommt. Und ob ihnen dann die Diagnose des Psychologen ausreicht ist auch zu bezweifeln, eine vollständige Diagnostik besteht aus mehr als den Konzentrations- und Intelligenztests die Psychologen machen, da gehört auch die Abklärung möglicher anderer organischer Ursachen dazu, für die eben ein Mediziner her muß.
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Chiemgauerin71 » 15. Oktober 2013 20:31

der Arzt ist schon ein Kinder- und Jugendpsychiater.
Eigentlich steht er in dem "Ruf", relativ "schnell" die Diagnose ADHS zu stellen und auch schnell Medikamente zu geben.
Allerdings ist das eine "Volksmeinung", die meiner Meinung nach von Leuten kommt, die nicht mit ADHS zu tun haben.

Er hat aber wirklich  nicht sooo viel mehr abgeklärt, wie du, liebe "EULE" jetzt schreibst:
Die Intelligenztests habe ich mitgebracht ( von den Schulpsychologen), ebenso einen ausführlichen Hörtest,  dann machte er einen Konzentrationstest- hier fiel schon das Wort
"Konzentrationsstörung", auf meinen Wunsch hin wurde noch ein Lautedifferenzierungstest gemacht ( unsere Ergotherapeutin meinte immer wieder, wir
sollten mal eine auditive Wahrnehmungsstörung ausschließen lassen...), das wars.
Letzte Woche hat er ihn dann das erste mal wirklich selber angeschaut- also d. h. seine Motorik und Reflexe in ca 5 Min getestet, mehr war da nicht.

Nachdem die Warteliste für die Gruppentherapie recht lang ist, haben wir uns bereits im Mai anmelden lassen, also schon bei unserem ersten Besuch bei dem Arzt.
Zuletzt geändert von Chiemgauerin71 am 15. Oktober 2013 20:38, insgesamt 1-mal geändert.
Eule
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Eule » 15. Oktober 2013 21:28

Da fehlen noch die Schilddrüsenwerte. Und da reichen nicht die "üblichen" Verdächtigen, um wirklich alle Möglichkeiten bei denen die Schilddrüse Ursache AD(H)S-ähnlicher Verhaltensweisen sein kann auszuschließen. Leider bin ich nicht sicher wie die relevanten Werte nun genau heißen - aber sowohl Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse und wohl auch Hashimoto können für einen teil der AD(H)S - Symptome verantwortlich sein. Natürlich gibts auch noch die Möglichkeit daß die Schilddrüse nicht tut wie sie soll und obendrein AD(H)S besteht, sprich die Symptomatik bleibt auch wenn sich die Schilddrüsenwerte durch eine entsprechende Behandlung normalisiert haben erhalten.

Wenn der Arzt selber ihn erst einmal gesehen hat kann natürlich auch das der Grund für seine Zurückhaltung beim Verschreiben von Medis sein.

In diesem Fall macht es wohl Sinn ihn nochmals in aller Deutlichkeit auf die bestehenden Schwierigkeiten hinzuweisen und nachzufragen wie lange dein Kind sich noch mit frustrierenden Hausaufgaben- und sonstigen Schulmißerfolgen und gekürzter Freizeit zugunsten von Nacharbeiten herumschlagen soll, in einem Kinderleben ist ein halbes Jahr eine verdammt lange Zeit. Und da fehlt ja nun nicht mehr viel dran, allein seit der Diagnose, und so wie du es schilderst gab es davor ja schon die diversen Alternativbehandlungsversuche, also gibt es ja wohl ganz offenbar schon noch länger Schwierigkeiten.

Was Verhaltenstherapie angeht: Bis die Wirkung zeigt geht auch Zeit ins Land, ich kann mir zwar kein Urteil erlauben wie schnell eine VT bei Kindern "wirkt" - aber wenn ich überlege wie lange ich gebraucht habe um als Kind die ganz normalen Dinge die Kinder so lernen sollen wirklich "drin" zu haben, und sei es nur sowas wie in akzeptabler Zeit morgens bzw abends durchs Bad und in die Klamotten für Schule bzw Bett und dabei NICHT irgendwas zu vergessen, dann ahne ich daß dabei von beginn der VT bis zum Beginn der Wirkung sicher mehrere Monate vergehen. Frag doch mal ob es möglich wäre in den Herbstferien die ja bestimmt auch bei euch bald beginnen mit der Medikation als zusätzliche Unterstützung zu beginnen - das wäre eine gute Chance gerade den Anfang der Einstellphase auch als Eltern gut begleiten zu können und ein gefühl für Wirkung/Nichtwirkung zu bekommen. Das verträumt sein kann durchaus auch in der Freizeit hinderlich sein, beispielsweise wenn man lesen will, bei einem Heimat- oder Handwerksmuseum einer kindgerechten Führung durch das Museum nicht recht folgen kann oder wasauchimmer. Auch außerhalb von Schule gibt es Möglichkeiten Wirkung oder Nichtwirkung von Medikation einzuschätzen, auch bei verpeilten Träumern.

Obendrein ist es tatsächlich so, daß jemand der ein Konzentrationsproblem hat aus einer unmedikamentiert "genossenen" VT-Stunde sehr wahrscheinlich genauso wenig mitnehmen kann wie aus einer unmedikamentiert erlebten Unterrichtsstunde. Ich habe sehr über den Unterschied gestaunt, als ich erstmals in meiner eigenen VT MIT Medi-Wirkung saß und hinterher sehr viel mehr als von vorangehenden Stunden erinnern konnte, sehr viel besser die Kernpunkte der stunde noch im Kopf hatte. "Ohne" bin ich nicht nur einmal nach der stunde da raus und hatte das Gefühl "Da war ganz viel wichtiges, da war mehr als nur das eine oder maximal 2 Dinge die dir einfallen", aber irgendwie hatte ich nur "Brei" im Kopf und das Gefühl mal kräftig durchgerührt zu haben - nur leider ohne daß ich das mitnehmen konnte.
Chiemgauerin71
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Chiemgauerin71 » 15. Oktober 2013 21:49

Hab ich vergessen: die Schilddrüsenwerte hat der Kinderarzt schon gemacht!

Nächste Woche habe ich einen Elterntermin- die Therapie besteht bei diesem Psychologen aus einer wöchentlichen Gruppen- und je einer
Einzelstd für die Kids bzw einem Elterntraining.
Hier werde ich das Thema medikamentöse Unterstützung nochmal auf den Tisch bringen.

Ich finde die Argumente sehr einleuchtend, daß er unter einer besseren Konzentration ja auch mehr von der Therapie profitiert.

.....hmmm..nun ist der Thread ganz schön vom Ursprung abgewichen.... :zwink:
Aber es sind sehr viele gute Impulse für mich rübergekommen!
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Kaina
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Re: Kinesiologie bei Ads? Erfahrungen?

Beitrag von Kaina » 15. Oktober 2013 22:30

[quote="Chiemgauerin71"]
.....hmmm..nun ist der Thread ganz schön vom Ursprung abgewichen.... :zwink:
Aber es sind sehr viele gute Impulse für mich rübergekommen! [/quote]

Ins OT verdriftet?  :och:
Ist doch die Hauptsache, dass es dir weiterhilft  :ja1:
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