Ist es noch ADS? Und wo anfangen?

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HAHAds
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Ist es noch ADS? Und wo anfangen?

Beitragvon HAHAds » 13. Mai 2018 19:58

Hallo!

Ich würde mich freuen falls mir hier jemand vielleicht weiter helfen kann, vielleicht war ja mal jemand in einer ähnlichen Lage.

Bei mir wurde als ich 9 Jahre alt war eine einfache ADS sowie leichte depressive Phase festgestellt (jetzt bin ich 24), woraufhin ich am Anfang Ritalin uns später Conzerta bekam.
Ich war in dieser Zeit sehr verschlossen/verträumt und traurig, hatte Probleme in der Schule und mit Freunden lief es auch nicht so gut.

Auf Empfehlung meiner Therapeutin steckten mich meine Eltern dann auf eine Montessorischule wo es mir viel besser ging, dort ging es eben ein wenig Sozialer zu und der Druck Arbeiten zu erledigen war nicht sehr hoch, so dass ich dort mehr ich selbst sein konnte und die Therapie und Medikamente auch bald weglassen konnte.

Seit dem ich aber aus der Schule raus bin (ich stehe jetzt kurz vor der Abschlussprüfung meiner Ausbildung), fällt es mir wieder schwerer damit umzugehen.

Ständig schweife ich in Gedanken ab wenn ich eigentlich gerade ein Gespräch führe, manchmal stehe ich Minuten lang einfach nur an einem Fleck und träume oder ich fange eine Tätigkeit an, springe von einer Handlung zur nächsten ohne etwas abzuschließen.

Außerdem musste ich in letzter Zeit immer mehr darunter leiden dass ich schwer auf Menschen zugehen kann, in Gesprächen nie weiß was ich sagen soll wodurch ich mich oft als außenstehender Fühle.
Generell fühle ich mich oft einfach anders als alle anderen und ich habe das Gefühl dass die Menschen das auch mitbekommen.

In der Arbeit fällt es mir oft sehr schwer bei der Sache zu bleiben so dass ich am ende des Tages effektiv oft nur 2 Stunden gearbeitet hab und den Rest der Zeit im Internet oder anderen Dingen verbracht habe.
Zum Glück arbeite ich in einem kreativen Beruf bei dem oft genug Zeit vorhanden ist die Dinge auch so erledigt zu bekommen, so dass das bis jetzt nicht so zum Problem wurde,
was mich aber stört ist dass ich für alles so viel Kraft aufwenden muss um überhaupt etwas zu machen.

Die Frage die ich mir jetzt stelle ist einfach wie ich weiter daran arbeite? Ist das überhaupt ADS oder sind es Verhaltensmuster die sich im laufe der Zeit so eingeschlichen haben und die ich jetzt nicht mehr loswerde?

Oft schäme ich mich auch für den Gedanken das aufs ADS zu schieben und bin mir nicht sicher ob es nicht einfach nur eine willkommene Ausrede ist und ich mich nur besser disziplinieren müsste.

Habt ihr irgendwelche Tipps wie ich anfangen könnte an mir zu arbeiten?
Bin über jede Meinung und Beitrag dankbar!

LG Simon
Agatha
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Re: Ist es noch ADS? Und wo anfangen?

Beitragvon Agatha » 14. Mai 2018 21:18

Es ist gibt ADS, die Störung, und es gibt die Behinderung die dadurch ensteht. Die Behinderung hat mit der Störung zu tun, aber auch mit der Umgebung. Mit der richtigen Umgebung kann man von der Störung deutlich weniger behindert werden, mit der falschen Umgebung wird man im Gegenteil mehr behindert.

Es ist völlig typisch und normal solche Probleme zu haben bei einer große Änderung, die Routinen usw. über Bord werfen.

Es ist ADS, und die Umgebung, und die ganzen Änderungen in deinem Leben an die du dich anpassen musst, was für uns schwerer ist als bei anderen.

Du musst nach und nach neue Routinen bauen, und rausfinden, was dich in diser neuen Umgebung hilft, dein Job zu machen. Das ist nicht einfach. Vielleicht können dich Medis wieder helfen, zumindest am Anfang.

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