Kolleg oder Abendgymnasium?

Han
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Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon Han » 18. Mai 2009 20:53

Ich habe mich entschlossen ab der nächsten Schulsaison das Abitur in Angriff zu nehmen.
Dafür habe ich mich bereits bei einem Kolleg angemeldet. Leider bin ich nur auf die Warteliste gekommen da ich in meinem HS-Quali-Zeugniss, welches vier Jahre zurück liegt, zwei vieren habe (Deutsch und Mathe).

Damals war ich noch nicht auf MPH eingestellt und von ADS hatte ich auch keine Ahnung.

Alternativ könnte ich auch ein Abendgymnasium besuchen. Dort soll der Lernstoff nicht so umfangreich sein wie beim Kolleg (Vorteil?). Über beide Wege würde ich vier Jahre zur allgemeinen Hochschulreife benötigen.

Jetzt will ich herausfinden welche von beiden Möglichkeiten für mich die bessere ist.

Fernabitur kommt für mich nicht in Frage, da es zu teuer ist und ich mir das nicht zu traue.

Wer kann mir weiterhelfen? Wer hat schon eine oder sogar beide *g* Möglichkeiten ausprobiert?
Ich hab verstanden , dass ich kämpfen muss. Das wenn ich irgendwas erreichen will, irgendetwas ändern muss.
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon foudamour » 18. Mai 2009 21:09

abendgymnasium hat tatsächlich weniger unterricht, bei mir waren es im vorkurs deutsch, mathe, englisch, 2te fremdsprache..ab dem ersten semester kommt geschichte dazu..ab dem 3. semester geht es in die kursphase, ich habe noch philosophie genommen.
allerdings variiert das in den schulen.
ich gehe übrigens vormittags.
ab der kursphase wird eh mit dem kolleg zusammengeworfen ;)

und was relevant ist- auf dem kolleg hast du direkt bafög-anspruch, die meisten die dort sitzen, sitzen eben deswegen da..weil arbeiten doofe ohren hat und man nicht leichter an sein geld kommen kann *hüstel
sprich, die klassenstärke ist höher, das "publikum" weniger am ergebnis interessiert.

abendgymnasium haut dir den stoff rein, da man nachweisen muss dass man arbeitet oder kinder bereut. somit bleibt weniger zeit für lernen und hausaufgaben. das wird dir dann also im unterricht reingehämmert.
klassenstärke ist gering- wir sind zuletzt 17 gewesen, viele hören nach der 12 auf..

ahja- bundeslandabhängig ist es auch..NRW- siehe oben ;)
in bayern würd ich mich, glaub ich, warm anziehen, auch auf dem kolleg.
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon Han » 18. Mai 2009 21:31

Ich bin in Bayern *g*

Eben um das reinhämmern geht es  :breitgrinse1:
Wenn das mit dem reinhämmern in zwei Stunden (45 Minuten) pro Abend funktioniert, wäre das wirklich ein Vorteil.
Das private Abendgymnaium kostet hier leider 75 Euro im Monat.
Das ist schonmal ein Nachteil.

Unterrichtsfächer  sind:

Deutsch, Geschichte, Mathematik, Physik, Biologie, Ethik, Englisch und Französisch

Die Fächer Physik und Französisch (zweite Fremdsprache) werden nach der zweiten Jahrgangsstufe abgelegt.
Ich hab verstanden , dass ich kämpfen muss. Das wenn ich irgendwas erreichen will, irgendetwas ändern muss.
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon foudamour » 18. Mai 2009 21:49

huiiii...naja, bayern schneidet bei bildungszeug nicht umsonst recht gut ab *g
wobei das ganze auch nicht sooo schwer ist, ich habe lediglich in mathe probleme...und versuch macht kluch *gg
einige stoßen bestimmt an ihre grenzen, aber bevor man sich ständig fragt, was wäre wenn...man muss sich das dann halt eingestehen.
dafür haben wir hier 3 semester fremdsprachenpflicht..

sieht schon nach mehr arbeit aus als ich hier hab  :breitgrinse1:
aber wenn du angenommen wirst, mach es- grad heutzutage ist bildung mehr wert als noch vor 10 jahren :)

bei uns sind die zeizen aber auch anders
8.30 - 11.45 bzw.13.30 und abend von 17.30 bis 22 uhr, mittwochs komplett frei..aber ich geh ja früh ;)
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon michael » 18. Mai 2009 22:07

Vorziehen würde ich auf jeden Fall, das normale Kolleg.
Allein schon, weil man weniger zuhause arbeiten muss.
Kennt wohl nahezu jeder ADSler, dass man zuhause dann schnell die wichtigen Dinge vernachlässigt.
Was die Warteliste angeht, solltest du aber erstmal abwarten.
Vielleicht kannst du ja rausbekommen, an welcher Stelle du stehst.
Als ich aufs Kolleg ging, sind gleich zu Anfang einige wieder abgesprungen.
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon Han » 19. Mai 2009 12:08

Ja, das hat man mir beim Kolleg auch gesagt, dass es immer welche gibt die wieder abspringen.
Am 16. Juni ist Anmeldeschluss.  und ca. eine Woche darauf krieg ich bescheid ob ich aufgenommen wrde oder nicht.

Irgendwo im Netz habe ich gelesen, dass der Lernstoff am Kolleg unnötigerweise zu umfangreich sein soll.
Ich weiss jetzt nicht ob das stimmt. Falls das wahr sein sollte, währe das wohl ein Nachteil fürs Kolleg.
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon ronan191xy » 19. Mai 2009 16:37

Also aus meiner Erfahrung muss ich sagen, dass ich jederzeit wieder auf ein Abendgymnasium gehen würde.

Ich bin damals von der FOS Maschinenbau (30Std Woche) nach einem halben Jahr an das AG gegangen mit einem Schnitt von 1,6 und einem heftigen Burnout.
Unsere Schule war dafür bekannt, geballten Stoff zu vermitteln was besonders schwer war, weil wir im Schnitt 5 - 6 Jahre schon aus der Schule raus waren und gleich ins kalte Wasser gestoßen wurden.

Beim Abendgymnasium ging es ruhig zu fast zu ruhig! Ich fand das Tempo teilweise schon zu langsam und lernte vor. Ich weiss nicht wie das bei dir ist, aber bei mir hat die Medikamentenwirkung erheblich dazu beigetragen, dass ich organisierter und vor allem strukturierter an die Sache ranging. Soll heissen ich konnte mich auf den Arsch setzen und meine formulierten Ziele auch umsetzen.

Bist du allerdings der Typ der dauernd Druck braucht (Ich hasse Druck von aussen), bist du auf einem Kolleg besser aufgehoben. Bei uns hat das AG nichts gekostet. Ist letztendlich auch eine finanzielle Sache. Inwiefern du das berücksichtigen musst, wirst du ja wissen.

Teil uns deine Entscheidung mit  :smt023:
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon michael » 19. Mai 2009 16:57

[quote="Han"]
Ja, das hat man mir beim Kolleg auch gesagt, dass es immer welche gibt die wieder abspringen.
Am 16. Juni ist Anmeldeschluss.  und ca. eine Woche darauf krieg ich bescheid ob ich aufgenommen wrde oder nicht.

Irgendwo im Netz habe ich gelesen, dass der Lernstoff am Kolleg unnötigerweise zu umfangreich sein soll.
Ich weiss jetzt nicht ob das stimmt. Falls das wahr sein sollte, währe das wohl ein Nachteil fürs Kolleg.
[/quote]

Ist der Stoff nicht durch solche Unverständlichkeiten wie das Zentralabitur geregelt?
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon foudamour » 19. Mai 2009 17:08

es gibt mindestanforderungen...und es gibt stundenpläne ;)

mindestanforderung FOR in NRW sind die fächer deutsch, englisch, mathe + politik oder geschichte..und biologie oder was anderes naturwissenschaftliches..unterricht war gesamt 3 std. am abend bzw morgen..
dann wird in 3 fächern eine abschlussklausur geschrieben und du hast den realschulabschluss in der tasche.

auf der realschule ist wesentlich mehr unterricht...und genauso ist es bei kolleg/abendgymnasium..und die kollegleute müssen eben mehr lernen, weil sie nicht nebenbei arbeiten und/oder kinder zu versorgen haben.
wissen kann nie schaden und auf dem abendgymnasium wird eben nur die mindestanforderung unterrichtet..und in die abiklausuren gehst du ja eh nicht in jedem fach..bzw. auch hier gibt es mindestanforderung, die jede schule entsprechend einhalten muss.
zusatzwissen ist ja auch nicht verkehrt, aber ich bin ehrlich gesagt mit dem bissl ausgelastet (gewesen)
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon michael » 19. Mai 2009 17:24

Gut, aber hier geht es ja um das Abitur, bei dem weit mehr als nur die Abschlussprüfungen relevant sind.
Ab dem dritten Semester zählen alle Noten die man hat mit auf die Abiturnote mit ein.
Und genau dann ist quasi alles von Relevanz.
Außerdem sind die Abschlussprüfungen zentral geregelt, heisst man muss den kompletten Stoff, wie auf auf dem Kolleg oder auf dem normalen Gymnasium können.
Die Prüfungen sind bei alle identisch.
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon foudamour » 19. Mai 2009 17:45

ja, aber da werden eben nur die mindestanforderungen geprüft.
du hast ja schonmal viel weniger auswahl an den leistungs-und grundkursen..

schau mal, hab ich mal von meiner schule kopiert und dann vergleiche mal, was "normale" abiturienten an unterricht haben:

Nach dem 4. Semester ist bereits der Erwerb der Fachhochschulreife möglich.


Semester 5
Semester 6
Qualifikationsphase

in der Regel haben Sie ca. 22 Wochenstunden Unterricht, der in Leistungs- und Grundkursen organisiert ist:

Zwei Leistungskurse mit jeweils 5 Stunden
(Studierende, die im Sommersemester in das 3. Semester eintreten, wählen zwischen den Leistungskombinationen Deutsch/Biologie und Deutsch/Mathematik. Studierende, die im Wintersemester in das 3. Semester versetzt werden können zwischen den Leistungskurs-kombinationen Deutsch/Biologie und Deutsch/Geschichte wählen.

Vier Grundkurse mit jeweils 3 Stunden aus den Fächern: Englisch, Mathematik, Biologie, Geschichte, Erdkunde, Erziehungswissenschaften, Kunst, Musik, Religion, Philosophie.

Zu den Fächern, die in der Qualifikationsphase angeboten werden, gehören u. a. auch die aus Vorkurs und Einführungsphase bereits vertrauten Fächer.

(Erdkunde, Erziehungswissenschaften, Kunst, Musik, Religion,- stehen da nur zur zierde drin, konnten wir nicht wählen, weil keine lehrer vorhanden sind...)
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon michael » 19. Mai 2009 18:30

Also schreibt man im Abendgymnasium nicht die zentral gestellten Prüfungen?
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon foudamour » 19. Mai 2009 18:54

doch, es wird auch das zentralabitur vergeben...ähm..heißt das so, ich mein den satzbau *gg

das ist es ja- es sind mindestvoraussetzungen...2 fremdsprache ist pflicht, aber nur 3 semester..als ob man dann französisch etc beherrscht.. :breitgrinse1:
die kann-voraussetzungen hat man nur am normalen gymnasium.

wer zb. chemie studieren will kann auf dem abendgymnasium- zumindest bei uns- nichts lernen.
da bleibt nur das vorwissen der realschule, sofern vorhanden, oder eigeninitiative..

ich mache ja nur fachabitur, gehe im sommer 2010 nach dem 4 semester ab..und ich habe bis dahin deutsch und bio als leistungskurs, englisch, mathe und philosophie sowie geschichte...gültig ist das teil trotzdem, jede fachhochschule muss mich damit nehmen ( von den anderen vergabekriterien abgesehen )
gegen leute die frisch vom gymnasium kommen kann ich damit nicht anstinken..aber ich denke alleine dass man sich da hin setzt und das macht, schindet eindruck bei bewerbungen und somit lohnt sich das ganze irgendwie schon.
an die FH kann ich nach 13 jahren im beruf auch ohne fachabi..auf dem ausbildungsmarkt bringt es eine menge.

aber interessant was es an abweichungen gibt..alleine zu bayern

ah, hab grad geschaut- die kollegleute haben 28-31 wochenstunden ab dem 3 semester...und die werden in den L-kursen mit den abendgym. zusammengeschmissen...tatsächlich haben die nicht so viel mehr *gg

hach, schau mal drüber

http://www.abendgymnasium-koeln.de/navi_pages/index.htm
http://www.agkol-bonn.de/index.html
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon michael » 19. Mai 2009 18:57

Bei mir am Kolleg musste ich nur 2 Semester französisch machen  :8:
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon Han » 20. Mai 2009 00:22

Mir raucht der Kopf . :smileymitrauchendemkopf: (Warum haben wir eigentlich keinen Smiley mit rauchendem Kopf?  *g*)

Am meisten hab ich ja vor Mathe Angst, weil der Mathematik-Stoff aufm Kolleg wohl um einiges anspruchsvoller ist als auf der Hauptschule. Und ich hab keine Ahnung wie ich mich diesbezüglich vorbereiten soll.

Ich wart einfach mal die Antwort vom Kolleg ab. Wenn die mich eh nicht nehmen, gibts  sowiso nur noch eine Option. Dann brauch ich mir den Kopf darüber nicht mehr zerbrechen *g*.
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon foudamour » 20. Mai 2009 07:56

wenn die dich JETZT nicht nehmen, dann später..aufgeben würde ich den gedanken nicht :)
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Re: Kolleg oder Abendgymnasium?

Beitragvon Han » 20. Mai 2009 12:36

Aufgeben werd ich sowieso nicht. Das ich fest entschlossen bin, habe ich denen schon klar gemacht. Wenn nicht dort daneben woanders.

"Später" würde ja übernächste Saison bedeuten. Und das wäre für mich noch ein Jahr Verlust, welches ich nicht akzeptieren will.
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