Welche Schulform ist die richtige?

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Luftikus
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Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon Luftikus » 16. Januar 2016 23:12

Hallo zusammen,

ich fürchte das hier könnte lang werden, aber vielleicht ist hier ja der Ort um Erfahrungen zu kriegen...

Also mein Sohn ist in der vierten Klasse. Er hatte viele Probleme in der Schule - mit andren Schülern, Motivationsbedingt, fachlich in Deutsch. Irgendwann vermutete seine Lehrerin bei ihm Hochbegabung. Das tut sie noch. Sie machte einen Test, bei dem das aber nicht herauskam. Danach schlug sie mir vor ihn doch mal auf ADHS testen zu lassen.
Naja, das hat er jetzt wohl. Wir sind bei einer Psychologin, ich hatte Elterntraining, Kind hat Verhaltenstherapie und seit ein paar Wochen auch Medikinet und siehe da... es kommt fröhlich aus der Schule, statt wie zuvor zornig oder weinend. Wunderbar!

Dennoch müssen wir an den Hausarbeiten dran sein als Eltern. Es sind nun keine Wunderdinge geschehen. Ich muss ihm die Struktur beim Arbeiten täglich aufdiktieren, auch wenn es deutlich ruhiger zugeht, auch hier (naja, vielleicht doch ein bisschen Wunderdinge). Ich war eigentlich der Meinung das Kind solle den Weg des geringsten Widerstandes gehen und in eine Realschule wechseln und in freizeitgestalterischer Art Selbstbeglückung betreiben (Er spielt ein Instrument und macht das toll in einem Orchester - sowas bringt Bestätigung, finde ich).

Nun sprach ich wieder mit jener Lehrerin, die aber meinte er würde dort völlig das Interesse verlieren und wäre auf dem Gymnasium besser aufgehoben. Egal was die Noten sagen....
Sie empfahl mir eine Schule mit Hochbegabtenzug.

Ich bin verwirrt...

Wir werden uns die Schule ansehen und ob er dorthin kann ist eh noch fraglich, denn die verlangen ja auch einen Test und Probeunterricht. Das wird sich eh noch zeigen.
Aber nehmen wir mal an er sei hochbegabt, auch wenn der Test in der Schule das nicht sagte ....ich weiß, alles widersprüchlich... hat er ja dennoch auch ADHS. Kann das dann das Richtige sein? Oder ist es womöglich gerade das Richtige?
Habt ihr Erfahrung mit solchen HB-Klassen? Ihr, die ihr auch Erfahrung mit ADHS habt?

Ich selbst habe bei mir die heftige Vermutung auch ADHS zu haben. Dazu weiß ich, dass ich HB bin, also per Definition nach Mensa-Test. Ich war in einer Realschule und bin nur deshalb nie sitzen geblieben, weil die Angst vor einer neuen Klasse mich am Ende des Jahres genug motivierte ausreichend gute Noten zu liefern, um die Versetzungsgefährdung aus dem Halbjahr abzuwehren. Zu dumm war ich scheinbar nicht, denn das gelang ja immer (sehr zur Verwirrung mancher Lehrer  :breitgrinse1:), aber ich hab die Schule gehasst. Ich glaube ich hätte auch Gymnasium gehasst. Ich weiß es nicht. Ich kam mir nie unterfordert vor. Ich wollte das einfach alles nur nicht. Und genauso scheint mir mein Sohn zu sein....
Wir haben am Montag den ersten Infoabend an einer weiterführenden Schule. Die Entscheidung steht im März an.

Ich dachte es kann nicht schaden mal hier zu fragen:

Wo ist ein Kind mit HB und ADHS eurer Meinung nach gut aufgehoben?
(Nur mal theoretisch - ich bin noch nicht so sicher, ob das bei ihm der Fall ist, aber falls...)
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Alina Licht
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon Alina Licht » 16. Januar 2016 23:42

Ich denke, das kann man so pauschal nicht sagen.
Das kommt ja noch auf viele andere Faktoren an. Am besten schaut ihr euch einfach die weiterführenden Schulen in eurer Umgebung mal an, bei euch dann natürlich auch unterschiedliche Schulformen, aber das ist denke ich klar.
Es ist ja auch nicht jedes Gymnasium gleich, genauso wie auch alle Realschulen unterschiedlich sind usw.
Da müsst ihr gucken, was es bei euch so gibt.

Ich persönlich bin auch hb mit ADHS und schließe bald das Gymi ab. Für mich war das das richtige.
Hier gehe ich gerade so an fachlicher Unterforderung vorbei, auch wenn meine Noten nicht besonders gut sind.
Letzteres liegt aber vor allem an so Sachen wie fehlenden HAs und der Tatsache, dass ich in Klausuren nie fertig werde.
Ich wurde schon mit fünf Jahren eingeschult, nachdem ich positiv auf Hochbegabung getestet wurde.
Ich habe in der Grundschule ein Jahr übersprungen, weil ich total unterfordert war und gar nichts mehr tun wollte, weil ich alles so langweilig fand. Nach dem Klassenwechsel war es deutlich besser, aber die ADHS-Probleme mit der Organisation, Konzentration und den Hausaufgaben blieben natürlich bestehen.
In der 5. Klasse nahm ich auch an einem Hochbegabten-Projekt meiner Schule teil. Das war für mich eine sehr gute Sache und hat mir viel gebracht. Für weitere Projekte und Förderungen waren meine Leistungen nicht gut genug, auch wenn ich da sooo gerne mitgemacht hätte. Da haben mir die damals noch nicht diagnostizierte ADHS und psychische Probleme aufgrund massiven Mobbings den ein oder anderen Strich durch die Rechnung gemacht.
Schließlich wollte mein Vater mich letztes Jahr eine Klasse wiederholen lassen, aus mir unerfindlichen Gründen, denn schlechter war ich nicht geworden, mittelmäßige Noten wie schon immer. Dagegen habe ich mich mit Händen und Füßen gewehrt, da der Schulstoff mir nicht zu schwierig war und ich wusste, was passierte, wenn ich mich langweilte, weil ich den Stoff schon kannte. Seit ich letztes Jahr die ADHS-Diagnose bekommen habe, bin ich mir noch sicherer, dass das besser war. Jetzt kann ich schließlich etwas gegen die eigentlichen Probleme unternehmen, die durch eine Wiederholung des Schuljahres nicht bzw zum Schlechteren verändert worden wären...

Das sind aber nur meine Erfahrungen.
Was für deinen Sohn das Richtige ist, kann ich nicht sagen, da ich ihn ja nicht kenne.
Ansonsten viel Erfolg bei der Suche nach richtigen Schule. Ihr findet schon eine passende Lösung!
Liebe Grüße, Akiko
Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden! ;)

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lenilein
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon lenilein » 17. Januar 2016 00:01

[quote="Luftikus"]
Hallo zusammen,

ich fürchte das hier könnte lang werden, aber vielleicht ist hier ja der Ort um Erfahrungen zu kriegen...

Also mein Sohn ist in der vierten Klasse. Er hatte viele Probleme in der Schule - mit andren Schülern, Motivationsbedingt, fachlich in Deutsch. Irgendwann vermutete seine Lehrerin bei ihm Hochbegabung. Das tut sie noch. Sie machte einen Test, bei dem das aber nicht herauskam. Danach schlug sie mir vor ihn doch mal auf ADHS testen zu lassen.
Naja, das hat er jetzt wohl. Wir sind bei einer Psychologin, ich hatte Elterntraining, Kind hat Verhaltenstherapie und seit ein paar Wochen auch Medikinet und siehe da... es kommt fröhlich aus der Schule, statt wie zuvor zornig oder weinend. Wunderbar!

Dennoch müssen wir an den Hausarbeiten dran sein als Eltern. Es sind nun keine Wunderdinge geschehen. Ich muss ihm die Struktur beim Arbeiten täglich aufdiktieren, auch wenn es deutlich ruhiger zugeht, auch hier (naja, vielleicht doch ein bisschen Wunderdinge). Ich war eigentlich der Meinung das Kind solle den Weg des geringsten Widerstandes gehen und in eine Realschule wechseln und in freizeitgestalterischer Art Selbstbeglückung betreiben (Er spielt ein Instrument und macht das toll in einem Orchester - sowas bringt Bestätigung, finde ich).

Nun sprach ich wieder mit jener Lehrerin, die aber meinte er würde dort völlig das Interesse verlieren und wäre auf dem Gymnasium besser aufgehoben. Egal was die Noten sagen....
Sie empfahl mir eine Schule mit Hochbegabtenzug.

Ich bin verwirrt...

Wir werden uns die Schule ansehen und ob er dorthin kann ist eh noch fraglich, denn die verlangen ja auch einen Test und Probeunterricht. Das wird sich eh noch zeigen.
Aber nehmen wir mal an er sei hochbegabt, auch wenn der Test in der Schule das nicht sagte ....ich weiß, alles widersprüchlich... hat er ja dennoch auch ADHS. Kann das dann das Richtige sein? Oder ist es womöglich gerade das Richtige?
Habt ihr Erfahrung mit solchen HB-Klassen? Ihr, die ihr auch Erfahrung mit ADHS habt?

Ich selbst habe bei mir die heftige Vermutung auch ADHS zu haben. Dazu weiß ich, dass ich HB bin, also per Definition nach Mensa-Test. Ich war in einer Realschule und bin nur deshalb nie sitzen geblieben, weil die Angst vor einer neuen Klasse mich am Ende des Jahres genug motivierte ausreichend gute Noten zu liefern, um die Versetzungsgefährdung aus dem Halbjahr abzuwehren. Zu dumm war ich scheinbar nicht, denn das gelang ja immer (sehr zur Verwirrung mancher Lehrer  :breitgrinse1:), aber ich hab die Schule gehasst. Ich glaube ich hätte auch Gymnasium gehasst. Ich weiß es nicht. Ich kam mir nie unterfordert vor. Ich wollte das einfach alles nur nicht. Und genauso scheint mir mein Sohn zu sein....
Wir haben am Montag den ersten Infoabend an einer weiterführenden Schule. Die Entscheidung steht im März an.

Ich dachte es kann nicht schaden mal hier zu fragen:

Wo ist ein Kind mit HB und ADHS eurer Meinung nach gut aufgehoben?
(Nur mal theoretisch - ich bin noch nicht so sicher, ob das bei ihm der Fall ist, aber falls...)

[/quote]

was wurde denn von der Lehrerin für ein Test gemacht und wurde von dem Diagnosesteller kein IQ-Test gemacht? Der gehört ja eigentlich grundsätzlich mit zur Diagnostik.

und wieso muss es denn unbedingt eine Realschule oder ein Gymnasium mit HB-Zug?

Grundsätzlich würde ich sagen, dass es auch ganz wichtig ist, dass sich ein Mensch in seiner Schule wohlfühlt. Ich wusste schon, als ich in der 3. Klasse war, dass ich unbedingt auf's Gymi möchte und ich wusste auch schon auf welches (auf die Schule auf der mein Bruder war). Das habe ich auch gleich klargestellt.

Ich habe mich in dieser Schule schon vom ersten Moment an wohl gefühlt und meine Eltern hatten selber ein sehr positives Bild von dieser Schule. Das ist meines Erachtens einer der wichtigsten Aspekte. für eine erfolgreiche Schullaufbahn.

Ansonsten bin ich der Meinung, dass ein ADHSler, der nicht doof ist und/oder die entsprechenden Noten für's Gymnasium hat, sollte auch dorthin gehen. Denn organisieren und lernen muss man überall und Hausaufgaben müssen eigentlich  auch auf jeder Schule erfüllt werden.

Ich selber war auch auf dem Gymnasium, von Beginn an. Ich war NICHT versetzungsgefährdet in der 5. und 9. Klasse und in der Oberstufe. Ich habe aber kein Jahr wiederholen müssen. Ich bin heilfroh, dass ich von Beginn an auf ein Gymnasium kam, weil ich befürchte, dass es mir auf der Realschule nicht unbedingt besser ergangen wäre, weil ich NIE Probleme mit dem Inhalt hatte, sondern viel mehr mit der Organiation und mit dem Zuhören usw. Natürlich weiß ich nicht, was auf einer anderen Schulform passiert wäre, aber wenn ich mich selber reflektiere und so darüber nachdenke, befürchte ich, dass ich auf der Realschule komplett den Mut verloren hätte weiter zu machen. Oft hört man bei "schwierigen Schülern", dass sie ja auch nach der Realschule auf's Gymnasium könnten und so, aber das ist oft viel schwieriger. Ebenso auf der Gesamtschule. Da geht es ja schon früh um E bzw G-Kurse.
Auf dem Gymnasium geht es 6 Jahre einfach nur darum überhaupt durchzukommen. Das finde ich ist oft ein wichtiger Punkt. Wenn man merkt, dass das Gymnasium doch zu schwer ist, kann man die Schule immer noch wechseln, aber umgekehrt ist es doch schwieriger.

Also das mal die Sicht einer Person, die erst vor gut 8 Monaten ihr Abi gemacht hat.

Entschuldige bitte, aber ich glaube der Text ist sehr wirr. Ich merke, dass ich ziemlich müde bin.

LG lenilein  :winken:
bin ich außergewöhnlich, bin ich anders, bin ich besonders, nein ich bin einfach ich jeder, der das nicht so sieht, der ist es nicht!
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Luftikus
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon Luftikus » 17. Januar 2016 00:25

Danke für die schnellen Antworten!!

Natürlich kann ich hier keinen Pauschalrat erwarten, aber es ging mir ja auch erstmal einfach um Erfahrungen von euch...

Es muss nicht unbedingt etwas mit HB-Zug sein. Es wurde uns halt empfohlen und wir werden uns das anschauen, aber eben auch die Realschulen und Gymnasien hier in der Gegend. Das eine Gymnasium mit jener Klasse wäre auch etwas weiter. Es müsste so toll sein, dass es tägliche Zugfahrerei sinnvoll macht...

Letztlich haben Kind und Bauchgefühl auch noch ein Mitspracherecht.

Der Test, den er gemacht hat, war ein Einzeltest bei der Vertrauenslehrerin, die das auch öfter und auch als Beratungslehrerin an anderen Schulen macht. Bei der Disgnose wurde auch getestet, aber nicht genormt, so dass eine Zahl rauskäme (keine Ahnung wieso). Es gab z.B. keinen sprachlichen Teil. Nur mathematisch/logische Sachen - da war er sehr gut. Wurde ziemlich betont, aber ohne Vergleichswert. Ist jetzt fraglich was sie so mit sehr gut sagt. Da hab ich in dem Moment aber auch noch nicht viel drum gegeben.
Die werd ich beim nächsten Termin auch mal auf das Thema ansprechen. Mal sehen was sie meint.

Gut möglich, dass die Entscheidung letztlich doch per "Ich will mit xy in dieselbe Klasse." gefällt wird.
Ich denke halt darüber nach und lese da gerne auch die Sichtweise anderer...
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon tulipa » 17. Januar 2016 01:04

Bei der Übertritts-Infoveranstaltung unseres Großen sagte der Vertreter des Gymnasiums, dass es drei Punkte gibt, die beim Übertritt vorhanden sein sollten, wenn Kinder ein Gymnasium erfolgreich besuchen wollen. Punkt 1: Das Kind muss wollen und motiviert sein. Punkt 2: Das Kind muss über eine gewisse Intelligenz verfügen. Punkt 3: das Kind sollte mit der Unterstützung der Eltern rechnen können. Wobei Punkt 1 die größte Rolle spielt: Mit viel Fleiß kann ein Kind Punkt 2 und 3 in gewissen Maßen ausgleichen. Währenddessen Punkt 3 niemals ausreichend Punkt 1 ausgleichen wird.

Diese Erfahrung muss ich leider auch mit unserem Großen (11 J., ADS) machen. Er besucht zwar nur die Mittelschule aber rein IQ-technisch (guter Durchschnitt) wäre notenmäßig mehr drin.

Bei unserem jüngeren Sohn (9 J., ADHS, Lese-Rechtsschreib-Schwäche) wurde bereits im Kindergarten eine HB vermutet und auch mit einer anschließenden Testung bestätigt. Damals wurde uns auch nahe gelegt, mal zu überlegen, ob evtl. eine Hochbegabten-Internat in Frage käme, allerdings haben wir das nicht weiter nachverfolgt. Im Alter von 5 Jahren war mir das einfach zu früh. Bei der ADHS-Testung im Sommer war nun sein IQ knapp unter der 130er Grenze. Er geht jetzt in die dritte Klasse und auch sein Arbeitsverhalten lässt zu wünschen übrig. Er ist kein Kind, dass sich gerne mit seinen Schulsachen beschäftigt. Er liest nicht gerne und ist allgemein nicht das, was man sich unter "hochbegabt" vorstellt.
Ich sehe ihn bis jetzt noch nicht auf einen Gymnasium, da einfach seine Motivation nicht ausreicht und ich das nicht ausgleichen kann. Da müsste sich im kommenden Jahr schon noch gravierend was ändern.
Hier im Forum begleiten viele ihre Kinder ja engmaschig bis in die höheren Klassen. Das ist durchaus sinnvoll, wenn Kinder diese Begleitung akzeptieren. Wenn sich aber jede Hausaufgabe und jedes häusliche Lernen zum Streitthema entwickelt, sollte das gut überlegt sein. Prinzipiell stimme ich deiner Einstellung mit dem "geringsten Widerstand" zu, da es gerade für Kinder, denen Schule nicht so leicht fällt, wichtig ist, ihre Talente und Neigungen zu fördern um Ihnen auf diesen Weg Selbstbestätigung und einen Ausgleich, eine Art Zufriedenheit, zu geben. Ich bin auch der Meinung, dass man heutzutage auch viel auf dem zweiten Bildungsweg erreichen kann. ADHS bedeutet ja auch häufig, dass die Kinder entwicklungstechnisch etwas hinterherhinken. Sollte ein höherer Abschluss später selber angestrebt werden, stimmt dann zumindest auch die Motivation. Bis dahin setze ich bei meinen Kindern auf die Förderung Ihrer Selbständigkeit und das erlernen von Strukturen (zumindest versuche ich das). Allerdings bedeutete der "geringste Widerstand" nicht unbedingt gute Noten auf der Realschule.

Ich an deiner Stelle würde mir die Schule mit dem Hochbegabtenzug auf jeden Fall ansehen. Ihr werdet dort sicher nicht die ersten sein mit der Diagnose ADHS. Und ich bin sicher die Tests und der Probeunterricht könnte auch aufschlussreich für eure Entscheidung oder die Entscheidung der Schule sein.

LG und eine gut Intuition bei der Entscheidungsfindung
tulipa
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon ripley » 17. Januar 2016 13:03

[quote="Luftikus"]
Dennoch müssen wir an den Hausarbeiten dran sein als Eltern. Es sind nun keine Wunderdinge geschehen. Ich muss ihm die Struktur beim Arbeiten täglich aufdiktieren, (...)
Sie empfahl mir eine Schule mit Hochbegabtenzug. [/quote]

Da, wo das Kind sich (noch) nicht selbst strukturieren kann, muss jemand anders helfen. Ist so. Wird auch noch 'ne Weile so bleiben. Könnt Ihr das so lange wie nötig gewährleisten?

Ansonsten ...
http://www.adhs-anderswelt.de/http://lo ... 74#p605474

Ach so: Junior (HB/ADHS) ist jetzt 18, steht nach elfeinhalb Schuljahren (schneller Zug) kurz vorm Abi, das er vielleicht ( :ichboss:) sogar besteht. Wenn nicht, "darf" er eben noch ein Jahr - und eventuell sogar ein wenig LERNEN - dranhängen ...
Zuletzt geändert von ripley am 17. Januar 2016 13:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon Luftikus » 19. Januar 2016 22:21

Da, wo das Kind sich (noch) nicht selbst strukturieren kann, muss jemand anders helfen. Ist so. Wird auch noch 'ne Weile so bleiben. Könnt Ihr das so lange wie nötig gewährleisten?


Naja, ich hatte den Verdacht, dass wir das sowieso gewährleisten müssen, egal welche Schule. Bisher kreigen wir das hin. Wenn keine größeren Dramen eintreten, geht das auch noch länger, auch wenn es sicher interessant wird, falls er tatsächlich sowas gymnasiales anfängt - Das Ding mit dem HB-Zug hat Latein ab der fünften Klasse. Da hab ich dann selber was zu lernen *gg*.

Danke für den Link zu der anderen Diskussion. Die hatte ich nicht gesehen  :schäm:.
ripley
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon ripley » 20. Januar 2016 07:40

Naja, ich war "dran" am Kind (und dessen Organisation, HAs etc.) bis Eintritt in die Oberstufe (da war er 15). Möglicherweise kommen andere Eltern eher raus aus der Nummer. Bei uns und fürs hiesige Kind erschient (erscheint) mir das so richtig.

Sag nur hinterher nicht, das hätte Dir niemand vorher gesagt!  :breitgrinse1:
minime
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Re: Welche Schulform ist die richtige?

Beitragvon minime » 24. Januar 2016 14:48

Hallo!

Nun wir stehen kurz vorm Übertritt unseres 2. ADHS+HBlers.

Er wird ebenfalls ins leistungsorientierte Gym seines Bruders gehen und da in den NaWi-Cracks -Zweig. Das ist auch das was die Lehrerin rät.
Die Schule haben wir in erster Lunie danach ausgesucht, dass Kind dort leistungsmässig hin passt und in 2. Linie ist die Organisation und Struktur wichtig. Unter dem Aspekt hat hier das Gym mit HB-Föderschule-Prädikat sowie das Gym welches mit HB-Förderung wirbt, verloren. Die sind beide etwas unorganisiert und es sind sehr viele HB-Angebote nur freiwillig zu besuchen. - Freiwilligkeit und stabile Eigenmotivation sind bei meinen beiden nicht zu erwarten. Das ist extrem schwankend und letztlich scher beeinflussbar.
Darüber hinaus haben meine beiden Kinder ein extremes Selbständigkeitsstreben, was zu massiven Auseinandersetzungen führt, wenn ich denen die Organisation zuhause vorgeben will und sie verplane. Da scheinen andere Familienkonstellationen auch hier im Forum besser durchgreifen zu können. Nun gut, die Schule übernimmt einen gewissen Part an Organisationsvorgaben und zieht das mit entsprechnden Konsequenzen so durch, was die anderen Schulen in dem Masse nicht machen.

Ich würde nach wie vor die Schulform entsprechend zum Leistungsstand und zum Potential wählen und die spezielle Schule, die mit der meisten vorgegebenen Struktur und guten Organisation. Vielleicht ist Struktur und Organisation an der Schule für Euch nicht sonwi htig weil ihr selber das Kind gut im Griff habt, vielleicht sind die sozialen Aspekte beinEuch wichtiger. Damit haben meine Kinder nicht so dass grosse Problem, das haben wir eher zu Hause im Griff.

LG, minime.

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