Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

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steffi76
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Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon steffi76 » 27. April 2015 13:26

Hallo !

Bereits woanders habe ich hier schon erzählt, das wir mit unserem fast 15-jährigen Sohn momentan sehr große Probleme haben- vor allem in der Schule. Er besucht zurzeit eine 9. Realschulklasse auf einem Internat. Wir wissen momentan einfach nicht weiter, sind verzweifelt und ratlos. Es ist alles sehr kompliziert, aber ich versuche es mal zu erklären.

Unser Sohn hat sehr früh angefangen zu sprechen. Er fand bereits als kleines Kind immer alles langweilig- bis auf technische Sachen, das ist heute noch sein Ding. Bereits im Kleinkindalter war er damals auffällig, hatte keine Lust auf Krabbelgruppen, Stuhlkreise o.ä.. In der Krabbelgruppe flogen wir damals raus, weil Sohnemann mehr Interesse an Heizkörpern, Fenstern und Steckdosen hatte, anstatt auf dem Boden zu sitzen und irgendwelche Fingerreime aufzuzählen. Im Mutter-Kind-Turnen sagte er beim ersten mal : Mama, ich bin doch hier zum turnen da und nicht zum anstehen"! ( Man musste an den einzelnen Stationen immer anstehen bis man halt an der Reihe war ) . Es war einfach immer sehr anstrengend mit ihm und jeder Tag ist/war eine neue Herausforderung.

In der Schule war er von Anfang an nicht der beste. Er lernte schon immer nach dem Minimal-Prinzip. Mit 12 Jahren haben wir ihn auf einem Internat untergebracht, weil es in der Schule zwischenzeitlich gar nicht mehr funktionierte und unser Sohn auch psychisch sehr angeschlagen war. Kurzfristig wurde es dort auch mit seinen Leistungen wieder besser, aber inzwischen sieht es so aus das er dieses Jahr nicht versetzt wird. Über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren nahm er auch zwischenzeitlich Concertta ein, das aber nicht wirklich etwas gebracht hat. Meine Gedanken waren immer ob er vielleicht unterdosiert war ?

Aber nun zu meinem eigentlichen Thema: Im Alter von ca. 9 Jahren nahm unser Sohn durch Zufall an einer ADHS- Studie teil.( Er hatte zu dieser Zeit noch kein diagnostiziertes ADHS, aber die Symptome). Eines Tages wurden wir von den Verantwortlichen dieser Studie ganz aufgeregt zu einem Elterngespräch gebeten. Dort sagte man uns das sie bei unserem Sohn einen IQ- Test durchgeführt haben und dieser einen wert von über 140 ergab. Wir waren damals total geschockt und wussten nicht was wir damit anfangen sollten. Leider gab es damals nichts schriftliches für uns ( ich hab auch nicht daran gedacht ).

Am Abschluss der Studie wurde dann nochmal der selbe IQ- Test gemacht. Dieser fiel dann allerdings " normal" aus. Man sagte uns das er doch nicht hochintelligent sei. Auf meine Einwände hin, das er sich beim zweite Test vielleicht gelangweilt hat weil er diesen ja schon kannte und deswegen schlechter abschnitt, wurde mir gesagt das es eher anders sein müsste. Da er diesen Test ja schon kannte, hätte er eigentlich besser sein müssen.

Bei einer weiteren Testung bei einer schulpsychologischen Beratungsstelle ( mich hat es einfach interessiert ), mit einem ganz andere Test kam dann ein IQ von 130 heraus - sehr hoch im sprachlichen Bereich. Weiterhelfen konnte man uns da aber auch nicht. Da die schulischen Probleme einfach nicht besser wurden. sind wir zu einer weiteren Psychologin gegangen. Laut ihrer Aussage kann unser Sohn gar nicht hochintelligent sein, da er dann mindestens eine Begabung besitzen muss in der er überdurchschnittlich ist wie z.B. ein Mathe-Genie oder ein Musik-Genie. Und da  er dies nicht habe, sei er auch nicht hochintelligent / begabt.

Sie diagnostizierte dann noch eine LRS ( die hat er auch wirklich ) und ADHS. Verschrieb uns Medikamente ( Concertta) mit denen es aber nicht wirklich besser wurde. Irgendwann haben wir bei dieser Ärztin dann aufgehört. Unser Sohn hat mittlerweilen auch keine Medikamente mehr genommen. Die Lehrer merkten auch keinen unterschied. Und zum Abschluss zweifelte die Ärztin selber über ihre eigene gestellte ADHS- Diagnose.

Nun sind wir gerade dabei das Internat zu wechselt, weil es ja wie schon erwähnt in der Schule nicht gut läuft. Da dies alles übers Jugendamt geht, hatten wir nun in letzter Zeit öfters Gespräche mit unserer Sachbearbeiterin ( Sozialpädagogin). Sie meinte auch das unser Sohn auf keinen Fall ADHS hätte. Sie habe sehr oft mit solchen Kindern zu tun- aber die wären ganz anders wie unser Sohn.

Und nun ist mir der Gedanke des Unterachievers gekommen..........? Die Symptome soweit ich etwas darüber gefunden habe würden fast alle stimmen. Ich kenne mich leider gar nicht mit der Thematik aus. Nächste Woche haben wir einen Termin bei einer jungen neuen Kinderpsychiaterin. Dort möchte ich meine Gedanken mal ansprechen. Eigentlich habe ich dort einen Termin gemacht um event. nochmals mit Medikamenten zu starten, weil ich ja auch noch den Gedanken habe das er damals vielleicht unterdosiert war.

Was meint Ihr dazu ?

Vielen Dank fürs lesen- nun ist es doch einiges geworden, obwohl ich es eigentlich nur im groben geschrieben habe. ( Ich sag immer, irgendwann schreibe ich mal ein Buch über unseren Sohn )

Viele Grüße, Steffi
archi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon archi » 27. April 2015 13:57

Hallo,

Wenn es "nur" an Hochbegabung liegt, bringen die Medis natürlich rein gar nichts... Aber das ist Dir ja sicher schon klar ;-) Das mit den unterschiedlichen Ergebnissen beim IQ Test würde mich persönlich zur Richtung einer Mischung aus ADS und Hochbegabung tendieren lassen. Unser Großer ist von langweiligen Aufgaben auch nicht gerade begeistert, aber 140 hat er vermutlich auch nicht... Unter'm Strich würde ich, sofern sich ADS bestätigen lässt, erst mal Richtung Medikation schauen und dann noch mal den IQ Test ansetzen. Ein x-ter Test ohne Medi's ist wahrscheinlich nicht zielführender.

Aber hat denn Euer Kind keine Einschätzung? Also unser kann durchaus über seinen Zustand reflektieren, und er ist noch in der Grundschule. Ob es nur pure Langeweile oder ein anderer innerer Drang ist, muss er doch sagen können? Zumal er ja mit dem Zustand auch nicht 100% zufrieden sein wird, oder?

Lg, Archi
Elchi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon Elchi » 27. April 2015 14:06

Hallo Steffi,

ich schreibe mal unsortiert, was mir so einfält:

Dass der zweite IQ-Test bei der Studie schlechter ausgefalen ist, liegt bestimmt an der "uninteressanten" Arbeit. Dass man "aus Versehen" einen zu hohen Wert bei einem IQ-Test erreicht, habe ich noch nie gehört.

Ich würde also auf jeden Fall mal von einem ziemlich hohen IQ ausgehen (welcher Wert genau, ist vielleicht unerheblich).

Dazu passt nicht, dass er auf die Realschule geht. Es kann also durchaus sein, dass er dort unterfordert ist und deshalb abschaltet (wie man das von Hochbegabten allgemain so behauptet).

ABER: Warum ist er denn überhaupt in der Schule von Anfang an schlecht gewesen? Dass er gleich zu Anfang so gelangweilt war, halte ich eher für unwahrscheinlich. Zu Beginn finden doch die meisten Kinder Schule erst mal spannend. Wenn er "nur" zu gut gewesen wäre, wäre das doch sicher der Lehrerin aufgefallen und er hätte eine Klasse überspringen können oder andere Förderung bekommen können.

Irgendwas war also anders und es kam zur ADHS-Diagnose. So ganz grundlos wird das ja nicht gewesen sein. Und einer Hochbegabung steht es auch nicht entgegen, diese beiden "Probleme" treten öfter gemeinsam auf und können sich dann natürlich wunderbar ergänzen.

Die Aussage won dieser Schulpsychologin finde ich sehr komisch. Wieso ist man nur hochbegabt, wenn man irgendwo Genie ist? Bei einem Durchschnitt von 130 und nicht überdurchschnittlicher Begabung im Matheteil, muss doch irgendwo eine höhere Begabung sein, sonst käme man ja nicht auf 130. Steht ja auch da : Überdurchschnittlich im sprachlichen Teil. Muss man erst einen Literaturpreis gewinnnen, um bei dieser Psychologin als sprachlich hochbegabt anerkannt zu werden?

Ohne jetzt natürlich eine echte Diagnose stellen zu können, würde ich auf folgendes tippen: Euer Sohn ist hochbegabt (zumindest im sprachlichen Bereich und sonst auch nicht dumm). Durch ADHS kann er seine Begabung aber nicht richtig einsetzen.
Der Versuch mit Mph war sicher richtig, aber ich persönlich finde eine Einstellung mit Concerta etwas merkwürdig. Üblicherweise stellt man mit weniger lang wirkenden Medis ein und wechselt, wenn nötig, auf Concerta, wenn man die Dosis kennt.
So, wie ich das vermute, hat sie die Dosis nach Gewicht verschrieben und das war vielleicht wirklich zu wenig. Oder Euer Sohn spricht auf Mph nicht richtig an und bräuchte Amphetamin für eine gute Wirkung.

Auf die Meinung der Sozialpädagogin würde ich nicht viel geben. Sie hat keine Kompetenz, eine Diagnose zu stellen. Natürlich kennt sie sicher Fälle mit ADHS. Aber jeder ADHSler ist anders und dann gibt es ja auch noch ADS, was die Sozialpädagogen sowieso meistens nicht kennen (klar, das stört ja niemanden, außer die Betroffenen selber).

Ich würde bei der Kinderpsychiaterin um einen neuen Versuch mit Medis bitten und dann selber darauf achten, dass die Dosis auch stimmt. Wenn es nicht beim ersten Versuch klappt, muss man auch mal andere Medis versuchen. Trotz gleichem Inhalt wirken die ganzen Mph-Medis sehr unterschiedlich (es kann sehr wohl sein, was nicht sein darf  :icon_eek: ).

Zu der Schulsache kann ich keine guten Tipps geben, mit Internaten kenne ich mich nicht aus. Was ist denn der Grund für den Wechsel, nur die Leistungen,oder gibt es noch andere Probleme?

LG
Elchi
steffi76
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon steffi76 » 27. April 2015 14:25

Danke für die erste Antwort !

Unser Sohn meint es liegt schon auch an ihm weil er nämlich zu faul ist und nichts lernt- auf der einen Seite. Auf der anderen Seite meint er das doch die ganze Lernerei nichts bringt, da ja eh immer nur schlechte Noten bei raus kommen. Überfordert fühlt er sich nicht. Auf eine Hauptschule will er auf gar keinen Fall.

Ich persönlich habe den Eindruck das unser Sohn innerlich abgeschlossen hat mit dem Thema Schule. Ich kann das schwer beschreiben. Er hat auf seinem momentanen Internat das "System" durchschaut. Auch wenn er sich nicht anstrengt, nie Hausaufgaben hat usw. Es folgen einfach keine Konsequenzen. Es heißt immer sie können ihn nicht zum lernen zwingen- was sollen sie machen wenn er selber nicht will. Und er würde dann immer sein nettes Teddybären-Gesicht aufsetzen, dann kann man ihm gar nicht böse sein.

Vom Sozialverhalten her ist er ein wirklich toller Typ. Jeder ist begeistert von ihm. Er weiß auch genau was er später mal machen möchte. Doch bis jetzt ist er immer irgendwie so durchgekommen- auch ohne sich groß anzustrengen.

Nun wurde ich halt auch schon von jemand anderem unabhängig von meinem Gedanken auf das Thema Underachiever angesprochen. Wir selber sind wie schon gesagt mit den Nerven total am ende. Machmal denke ich mal einfach alles so laufen zu lassen- soll er doch selber schauen wie er sich durchs Leben schlägt. Aber er ist so eine herzensgute Seele und wir möchten ihm einfach helfen.

Bis dann, Steffi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon steffi76 » 27. April 2015 15:07

Oh so schnell nochmal eine Antwort.

Ja unser Sohn hat abgeschaltet. Mir ist vorhin das Wort nicht eingefallen.

In der Grundschule hatten wir damals nicht sehr viel Glück mit der Lehrerin. Diese war super lieb und nett und hat jedes Kind so angenommen wie es war. Unserem Sohn war es dort einfach zu langweilig. Das hatte für ihn zu wenig "action". Seine Sachen machte er immer eher schlampig und kasperte schon immer viel herum. Aber die Lehrerin meinte immer: " das wird schon noch". Wie gesagt, sie war nett und lieb aber für unseren Sohn nicht die richtige. Themen wie ADHS, LRS usw. lies man gar nicht aufkommen. Das gab es für diese Grundschule einfach nicht.

Ich glaube er hat von Anfang an abgeschalten, weil er es einfach schlimm fand und er der Meinung war das es die ganze Schulzeit so weitergehen wird.
In der Grundschule kam dann auch noch Mobbing gegen ihn dazu.

Au der weiterführenden Schule wurde er dann von Lehrern gegenüber der ganzen Klasse bloßgestellt. "Ratet mal wer wieder die meisten Fehler im Diktat hat- und vor allem wie viel Fehler" ?
Das Ganze haben wir aber nur durch Zufall herausbekommen. Unser Sohn war soweit am Boden, das er sogar nicht mehr leben wollte. Es war eine schwere Zeit damals.

Nun ist er psychisch wirklich wieder ganz oben- was er auch seinem momentanen Internat zu verdanken hat. Aber schulisch macht es ihm überhaupt kein Spass. Es ist eine sehr unruhige Klasse mit mittlerweilen auch 25 Kindern. Er hat sich zudem einer Gruppe Jungs angeschlossen über die ich nicht so glücklich bin. Auch er hat gemerkt das diese ihm nicht gut tun. Die Lehrer sind total überfordert. Wir als Eltern bekommen keinerlei Infos.......

Er selber möchte nun einen Schnitt machen. Das neue Internat hätte sehr kleine Klassen. Betreuer und Lehrer arbeiten eng zusammen. Eltern würden wöchentlich informiert werden. Annehmlichkeiten wie z.B. Laptop o.ä. muss man sich erarbeiten. Es hört sich alles sehr strukturiert und geregelt an. Ich weiß nicht ob es vielleicht der richtige Weg sein wird ? Aber jeder Strohhalm ist uns gerade willkommen.

Bis dann, Steffi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon steffi76 » 27. April 2015 15:28

Und nochmal !

Ich glaube halt das sich die Lehrer unter eine sprachlichen Hochbegabung bei ihm schlecht was vorstellen können, da er ja auch eine LRS hat. Im Kopf hat er wahnsinnig viel, doch wenn er es aufschreibt macht er Schreibfehler ohne ende. Als er noch nicht auf dem Internat war stand unter seinen arbeiten immer, das es eine 6 gibt weil sie es nicht lesen konnten wegen der schlechten Schrift. Er wurde also früher oft gar nie nach seinen Leistungen bewertet- weil es dazu ja so gut wie gar nie kam. Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine.  Er kann einen sprachlich wirklich unter den Tisch reden - die Lehrer sehen das aber als Diskutieren an.
Und uns selber geht es ja manchmal auch so.

Ich war damals selber an einem Punkt, wo ich gar nicht mehr mit den Lehrern über unseren Sohn reden konnte. Die hatten ihren Standpunkt und basta. Entweder unser Sohn macht mit oder nicht, der Rest war ihnen egal

Auf dem Internat war das dann schon besser. Wobei unser Hauptziel dort war ihn psychisch wieder auf die Beine zu bringen - was ja zum Glück auch geklappt hat. Danach wollte man sich dann um die Schule kümmern.
Laut Leiterin seines momentanen Internats müsste er ja mit dem Stoff der Realschule spielend klarkommen wenn er hochintelligent wäre.

Ihr denkt bestimmt das kann doch alles gar nicht sein. Aber es ist wirklich so und vor allem sehr kompliziert.

LG Steffi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon MoniquesWelt » 27. April 2015 18:24

Hallo Steffi, kann Dein Sohn sich konzentrieren?
Ich meine bei all diesen Intelligenztest .... offenbar kann er sich doch ganz prima konzentrieren,
sonst wären doch die Auswertungen nicht so gut gewesen (???)
Ich wundere mich über die Diagnose ADS .... wenn er sich doch gut offenbar konzentrieren kann ???

Liebe Grüße
Elchi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon Elchi » 27. April 2015 18:35

Hallo Moniqueswelt,

wie weit hast Du Dich denn schon mit ADS befasst?
Es ist bekannt, dass sich ADSler sehr gut konzentrieren können, wenn ihnen etwas Spaß macht. In diesem Fall passt das sehr gut: Der erste Test war interessant, deshalb mit guter Konzentration und das hohe Ergebnis.
Beim zweiten Mal war es schon weniger interessant und das Ergebnis entsprechend schlechter.

Passt schon sehr gut zu ADS.

LG
Elchi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon MoniquesWelt » 27. April 2015 19:06

Hallo Elchi, das ist wohl wahr. Aber vielleicht wäre das Ergebnis vielleicht dann doch
sehr viel unterschiedlicher? Zumindest sind das so meine Erfahrungen.... mit all den
vielen Testergebnissen.

Zu Deiner Frage wie weit ich mich mit ADHS befasst habe, muss ich leider beantworten
mehr als mir lieb ist. Meine 2 Kinder und ich sowie auch mein Mann sind davon betroffen.

Aus diesem Grund habe ich mich hier angemeldet :o)
Ich habe es SATT mit diesem Thema alleine zu sein .... und suche nach "Artgenossen"

Liebe Grüße
Monique
Elchi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon Elchi » 27. April 2015 19:09

Dann  :wif:
hier "wimmelt" es von Artgenossen  :winken:

LG
Elchi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon MoniquesWelt » 27. April 2015 19:14

Gott sei Dank *lach
Ich freue mich schon sehr darauf, hier Leute kennen zu lernen, die genau so im "Abseits" stehen wie wir  :froi1:
Inzwischen habe ich in den all den Jahren das Gefühl wir kommen vom Mars .... das ist so der Eindruck
den wir von der Schule, der Arbeit, der Nachbarschaft und auch von der Familie bekommen....
das macht sehr traurig und manchmal falle ich in depressive Stimmungen, was mich total fertig macht.

Ich habe hier schon viel interessantes gelesen....:o)
Elchi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon Elchi » 27. April 2015 19:18

Das Gefühl kennen hier viele.

Du wirst Dich sicher gut "einleben"  :ja1:
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon MoniquesWelt » 27. April 2015 19:24

Ich hoffe sehr, lieben Dank für den lieben Willkommensgruß
Ich muss mich hier erst einmal durchwurtschteln, ist für mich noch ein bisschen
verworren, aber das wird schon werden

Liebe Grüße
steffi76
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon steffi76 » 27. April 2015 19:40

Hallo nochmal !

Unser Sohn kann sich konzentrieren wenn ihn das Thema interessiert. In der Schule lässt er sich laut Lehrer aber leicht ablenken was eigentlich für ADS steht. Ich möchte ihn nicht in Schutz nehmen, aber diese Jungs- Gruppe muß momentan sehr schwierig sein. Viele von denen verbringen die meiste Zeit vor der Tür- das heißt für mich das es sehr unruhig ist.

Zudem haben sie noch eine schwerhörige Autistin in der Klasse. Da müssen die Lehrer und Schüler immer ein Mikrofon herumgehen lassen, damit das Mädchen auch was versteht und im Unterricht mitkommt. Mein Sohn hat überhaupt nichts gegen das Mädchen, nur der Unterricht sei dadurch sehr schwierig.

Bis bald, Steffi
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon steffi76 » 27. April 2015 19:48

Diese Merkmale habe ich über Underachiever gefunden. Alle Punkte, außer die zwei letzten würden auf unseren Sohn zutreffen:

Welche Merkmale lassen sich nun bei diesen Underachievern finden?
Tatsächlich hat sich der Begriff jedoch für jene Hochbegabten eingebürgert, die eine deutlich schlechtere Schulleistung erbringen, als man aufgrund ihrer Begabung von ihnen erwarten
würde. Bei rund 12 % der Hochbegabten zeigt sich eine solch gravierende Diskrepanz zwischen intellektueller Kompetenz und erbrachter Schulleistung.
Nicht selten treten einige dieser Eigenschaften in Kombination mit anderen auf. o verringerte Leistungsmotivation bezogen auf schulisches Lernen
o Tendenz zur Vermeidung von Anstrengung
o wenig Interesse an Lernbereichen, die mit Schule zusammenhängen
o Konzentrationsschwierigkeiten
o Lernschwierigkeiten in bestimmten Bereichen
o wenig entwickelte Lerntechniken
o geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
o Probleme in der Beziehung zu anderen (Lehrpersonen, MitschülerInnen,
manchmal auch zu Eltern)
o geringe seelische Stabilität und Belastbarkeit
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon Falschparker » 27. April 2015 20:00

Unser Sohn meint es liegt schon auch an ihm weil er nämlich zu faul ist und nichts lernt- auf der einen Seite.
(...)
Ich persönlich habe den Eindruck das unser Sohn innerlich abgeschlossen hat mit dem Thema Schule.
(...)
Doch bis jetzt ist er immer irgendwie so durchgekommen- auch ohne sich groß anzustrengen.
(...)
Er kann einen sprachlich wirklich unter den Tisch reden - die Lehrer sehen das aber als Diskutieren an.
(...)
Er hat sich zudem einer Gruppe Jungs angeschlossen über die ich nicht so glücklich bin.


Das liest sich aber alles sehr nach ADHS an, finde ich.

Und es kann sehr gut sein, dass (wenn er tatsächlich nur oder überwiegend Concerta bekommen hat) er vermutlich zu unterdosiert war, um sagen zu können, Stimulanzien helfen nicht.

Diese Merkmale habe ich über Underachiever gefunden. Alle Punkte, außer die zwei letzten würden auf unseren Sohn zutreffen:


Na klar. Aber die Bezeichnung Underachiever schließt ADHS ja nicht aus. Im Gegenteil, ich kenne das Wort bisher nur in diesem Zusammenhang. ADHS dürfte nicht die einzige, aber eine sehr häufige Ursache für Underachievment sein.

@Monique: Herzlich Willkommen in diesem Forum! Trau dich und eröffne mal einen eigenen Thread. :blumen:

Weil du sagst, du findest dich schlecht zurecht: Also wenn du z. B. den Bereich Neuvorstellungen aufrufst, findest du oben mehrere Wörter in BLOCKBUCHSTABEN. Die zweite Kategorie von rechts ist NEUES THEMA.
Zuletzt geändert von Falschparker am 27. April 2015 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon MoniquesWelt » 27. April 2015 20:51

Ganz lieben Dank für die Tipps und vielen Dank fürs Willkommen :)
Ich werde mich damit auf jeden Fall auseinander setzen müssen....mit dieser Technik *huch

Liebe Steffi:
Unterdosierung Concerta....

Unsere Tochter (14) hatte einen jahrelangen Leidensweg zu durchlaufen, bevor wir endlich DIE richtige Dosis
hatten. Leider muss ich dazu sagen, dass Concerta anscheinend irgendwelchen Schwankungen unterliegt,
denn es greift manchmal NICHT komplett, aber manchmal halt doch. In unserer Arztpraxis ist man der
Meinung, dass dieses auch an der Pubertät liegen könnte.....vielleicht aber auch in ihren Gewichtsschwankungen

Bei unserem Sohn (8) und frisch diagnostiziert ( obwohl schon länger glasklar *lach)
experimentieren wir gerade mit 10 mg Medikinet (retard) herum.... was bislang das Resultat
der "halben Brille" ist und wir ab Morgen 20 mg verabreichen sollen.

.... weil auch bei uns, die Lehrer KEINEN Unterschied bemerken können ....
und vermutet wurde, dass wir einfach unfähig sind unser Kind "RICHTIG" zu erziehen...

Manchmal sind es halt nur wenige mg, die ein unglaubliches Ergebnis zu Tage bringen
und schlussendlich JEDEN davon überzeugen, es ist AD (H) S

Es käme dann vielleicht doch auf einen erneuten Test unter Medikation an ....

Liebe Grüße
minime
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon minime » 28. April 2015 10:36

Hallo steffi76!

ich habe mich auch mit demselben Themenkomplex beschäftigen müssen bei meinem jetzt 13-jährigen und das die letzten  5 Jahre - ohne Diagnose und ohne Behandlung.

Ich persönlich kann nichts mehr davon hören wenn HBs sich "nur aus Langeweile" im Weg stehen würden und so zu Underachiever werden. DAS ist für mich kein gutes Erklärungsmodell. Entweder stimmt das mit dem Intelligenzmodell nicht, oder das mit der dauernden Langeweile nicht! Ein überdurchschnittlich begabtes Kind langweilt sich nicht mal eben 5 Jahre am Stück. Man kann dem allein schon aufgrund seiner Intelligenz zutrauen, dass es einen Weg findet sich Hilfe zu organisieren oder sich selbst zu helfen - besser oder schlechter, aber es macht sich bemerkbar!
Ein Kind, welches über ziemlich viel Intelligenz verfügt und das eben nicht tut, hat noch eine andere Bremse eingebaut, die es verhindert seinem Lebensantrieb zu folgen. DAS ist meine Erkenntnis und das ist das einzige Erklärungsmodell das für mich einen Sinn macht. Jetzt muss man nur noch der "Bremse" einen Namen geben. M.E. sind da Faulheit, Desinteresse, mangelnder Ehrgeiz nicht stark genug als Gegenargument für nicht ansatzweise umgestezter Erwartungswert bei

Das IQ-Tests unterschiedlich ausfallen ist nun mal so, aber das sie falsch positiv ausfallen ist nicht so gut möglich.
Auch mein Sohn hatte beim identischen HAWIK in der 2. Klasse einen höheren IQ als beim HAWIK in der 4. Klasse und er konnte mir noch vor Auswertung des 2. Tests erzählen, dass er beim 2. Test in Bereich xy um z Fragen weniger beantwortet hätte wie 2 Jahre davor. - Warum? Weiß nicht! (O-Ton) Na gut, dass er sich die Fragen gemerkt hat, aber die Antworten nicht gegeben hat. Mit der ADHS-Diagnose von vor 2 Monaten (also nochmal 2 Jahre später) macht die Antwort von Sohn unbedingt Sinn!

Meine Meinung aus Deinem Thread: 1. Die Ärztin war irgendwie eine Luftnummer! Kein IQ-Test in der Diagnostik, aber Ausschluß von HB aufgrund von mangelndem Mathe/Sprach-Genie,  die Einstellung auf MPH ziemlich suspekt .... 2. Die Sozialpädagogin im Jugendamt, die ADHS an der Nasenspitze des Kindes erkennen will, überschätzt sich total, insbesondere wenn es die Kombi HB + ADHS sein sollte ...

Sollte Dein Sohn es wollen würde ich an Deiner Stelle einen auf ADHS spezialisierten Psychiater ausfindig machen und nochmal starten. Sollte Dein Sohn das nicht wollen, weil er eh schon mit Schule abgeschlossen hat, dann würde ich mich an deiner Stelle mit ADHS ohne Behandlung auseinandersetzen und das mit dem Sohn besprechen. Es geht schließlich nicht (nur) um Schulnoten! Vielleicht lassen sich aus dem Sammelsurium an "Symptomen" welche herauslösen unter denen er tatsächlich selber leidet und die änderbar wären. Dann genau darauf priorisiert eine psychotherapeutische Behandlung starten. wenn dann die ersten Erfolge eintreten kann man weiter denken.

LG, minime.

( Im Übrigen ist Underachiever, wie BurnOut keine wissenschaftlicher Zustandsdefinition, sondern ein rein populärwisenschaftlicher Begriff, der für alle möglichen Symptome besteht. )
steffi76
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon steffi76 » 28. April 2015 16:23

Hallo !

Ja, unsere frühere Ärztin war eine totale "Lachnummer" !!! Aber das habe ich in einem anderen Thread schon ausführlich geschildert.
Wir müssen nun abwarten was die neue Ärztin nächste Woche weiß. Dort werde ich alle meine Sorgen und Gedanken dann ansprechen. Auf jeden Fall kann es so nicht mehr weiter gehen.

LG Steffi
lenilein
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Re: Ist unser Sohn vielleicht ein Unterachiever ?

Beitragvon lenilein » 28. April 2015 20:48

Hallo Steffi,

vielleicht können dir meine Erfahrungen auch noch etwas weiter helfen.

Zum Thema Grundschule: ich glaube, dass viele Lehrerinnen sehr überfordert sind, mit all dieser Masse an Problemen, die in der Grundschule noch sehr geballt auftreten. Wenn ein Kind, dann einfach mitschwimmt wird das akzeptiert, auch wenn sich bei ihm auch Probleme verbergen können, solange, die nicht auffällig genug sind, werden sie nicht betrachtet. Ich habe ähnliches erlebt.

Dass ein hochbegabter Mensch irgendwo ein Genie sein muss, ist natürlich quatsch, das wurde hier ja auch schon geschrieben.

Die Aussage von deinem Sohn, dass ihm das Lernen auch nichts bringt kann ich sehr gut nachvollziehen. Das habe ich auch lange Zeit erlebt.
Hast du ihn mal gefragt,was er denkt, was ihm helfen kann?

Ich würde noch mal mit ihm reden und ihn fragen, was er davon hält, wenn ihr noch mal zu einem Psychiater geht und ihn testen lasst. Dann könnt ihr euch überlegen, ob ihr es noch mal mit den Medikamenten versucht.

Was ich bisher so erfahren und selber auch erlebt habe, ist dass AD(H)S und Hochbegabung eine ganz miese Mischung sein kann, da würde ich wirklich schauen, dass ihr an jemanden erfahrenes kommt, der euch sicher und kompetent unterstützen kann.
bin ich außergewöhnlich, bin ich anders, bin ich besonders, nein ich bin einfach ich jeder, der das nicht so sieht, der ist es nicht!
________________________________________________________

Geb. 1997
ADS-Diagnose seit 05.2013

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