IQ über 130 rausgekommen

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Strandkrabbe
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IQ über 130 rausgekommen

Beitragvon Strandkrabbe » 2. Oktober 2014 22:31

Hallo ihr!

Ich habe tatsächlich einen IQ-Test bei Mensa gemacht. Die letzten zwei Wochen habe ich mich damit beschäftigt, mir zu überlegen, wie ich reagieren sollte, wenn der Test keinen IQ von 130 zeigen würde. Ich war mir ziemlich sicher. Ich war immer gut in der Schule, aber nichts Unglaubliches. Ich habe nie irgendwelche Formeln erfunden und war nie in Mathe ien Überflieger. Nach dem IQ-Test (bei Mensa) gab es eine Besprechung, und da hat eine gesagt, wenn jemand einen typischen "Männerberuf" ausübt, ist es ein deutliches Zeichen für Hochbegabung. Tja, ich habe nichts am Hut mit "typischen Männerberufen". Ich habe meine Aufregung also runtergeschraubt, um im Falle einer Absage nicht zu enttäuscht zu sein. Der Brief war sehr dünn. Ich konnte es nicht glauben: Ich hatte tatsächlich die 130er Grenze geschafft! Jetzt bin ich da, im Moment noch mit Euphoriegefühl, aber ich weiß, dass sich das irgendwann verflüchtigen wird. Ich bin ziemlich froh darüber, dass ich einen Grund für mein "Anderssein" gefunden habe, aber ich weiß nicht, wie ich von jetzt an verfahren soll. Mein Studium, das ich aber auf keinen Fall abbrechen kann, langweilt mich, die Gesellschaft mit vielen Menschen ermüdet mich auf Dauer, ich fühle mich überhaupt nicht besonders, und ich frage mich, was das überhaupt alles für mich ändert, "hochbegabt" zu sein. Was bedeutet das konkret für mich? Wie kann ich das für mich nutzen, um ein für mich befriedigendes Leben zu führen? Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich Mensa beitreten will. Was soll ich machen, wie soll ich denken? Vielleicht hat jemand von euch ähnliche Gedanken? LG, Strandkrabbe
No User
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Re: IQ über 130 rausgekommen

Beitragvon No User » 2. Oktober 2014 23:31

Ich weiß ja nicht, ob du "der", "die" oder "das" Strandkrabbe bist. Aber für mich wäre ein typischer Männerberuf eher ein Indiz, dass es sich bei seinem Inhaber mit erhöhter Wahrscheinlichkeit um einen Mann handeln könnte.

Ansonsten wäre mir noch nicht aufgefallen, dass lauter Hochbegabte in Bergbau, Tiefbau, Hochseefischerei, Hüttenwerken oder bei Militär und Polizei arbeiten. Ich verstehe also diese Aussage auch mit einem IQ ebenfalls über dieser "Grenze" nicht, vielleicht geht das erst ab 150. Ich (Mann) arbeite übrigens seit ein paar Jahren in einem typischen Frauenberuf.

Du scheinst von ein paar Vorurteilen über Hochbegabung ausgegangen zu sein. Sie macht nicht zwingend zum Überflieger. Für die Schulmathematik ist die Intelligenz kaum bedeutend. Wenn etwas früh künftige schulische Mathematikleistungen vorhersagt, dann sind es frühe Mengen-Zahlen-Kompetenzen.

Ich habe zwar durchaus positive Erfahrungen mit einzelnen anderen, interessanten Hochbegabten gemacht, aber nicht nur. Einem Verein beizutreten, in dem nur Hochbegabte unterwegs sind, kann ich mir nicht vorstellen. Wozu auch? Aber ich will dir nicht die Mensa-Mitgliedschaft ausreden. Vielleicht geht da Probieren über Studieren, austreten kannst du immer noch, wenn es dir dort nicht gefällt. Das ist ja keine Sekte oder so.

Warum erwartest du, dich "besonders" fühlen zu müssen? Sei doch froh, wenn die dich "normal" fühlen kannst! Wenn dich viele Menschen ermüden, weiß ich jetzt nicht, ob du unter der Reizüberflutung leidest oder dich einfach nicht so sehr für die Menschen interessierst.

Da du schon festgelegt hast, dein dich langweilendes Studium auf keinen Fall abzubrechen, habe ich nicht wirklich einen Rat für dich. Macht ja auch nichts, schließlich bist du schon 21, musst dich also nur noch etwa 6 Jahrzehnte Lebenserwartung weiterlangweilen.

LG
Steffchen
Zuletzt geändert von No User am 2. Oktober 2014 23:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Kaina
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Re: IQ über 130 rausgekommen

Beitragvon Kaina » 3. Oktober 2014 00:22

:grübel:
Ok, du kannst ein ADHSler sein, der feststellt, dass sein Hauptproblem die Hochbegabung ist.
Du kannst ein Hochbegabter sein, der irgendwann feststellt, dass nicht HB, sondern ADHS das Hauptproblem ist.

Im ersten Fall gehst du zu Mensa (jipp, sehe ich als eine Art Selbsthilfegruppe  :icon_mrgreen:)
im zweiten Fall zu einer ADHS-SHG (jipp, da darfste auch HB sein)

????
Was auch immer du tust - probier es aus, und bleib da, wo du dich wohlfühlst.  :ja1:
"Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische." (K.Valentin) 
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archi
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Re: IQ über 130 rausgekommen

Beitragvon archi » 6. Oktober 2014 12:01

Hallo Strandkrabbe,

freu Dich erst mal über das Testergebnis. Es gibt schlimmeres ;-) Ich habe einen hohen IQ immer als Privileg wahrgenommen, dass einen die Schule leicht fällt, das man eigentlich freie Berufswahl hast und dass man in seinem Wunschberuf aufgrund seiner Leistung eigentlich unantastbar und unersetzbar werden kann (fast). Das soziale ist aber wirklich ein Problem. Wenn Du dich momentan recht alleine fühlst, kannst du einfach schauen, wie es mit der Mensa aussieht. Vielleicht triffst Du ja endlich die Leute, mit denen du gut klar kommst. Das kann man nur versuchen. Ich kam zum Beispiel mit dem Umgang in einem Hochbegabten-Forum gar nicht klar, die waren mir zu arrogant, zu wenig liberal und sozial. Aber das muss man einfach probieren...

Viel Erfolg, Archi
letal
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Re: IQ über 130 rausgekommen

Beitragvon letal » 6. Oktober 2014 14:51

Ich glaube das gerade Personen mit ADHS in Typischen Männerberufen gearbeitet haben.
Es ging aber nie darum ob sie Hochbegabt sind oder nicht sondern darum das in diesen Berufen früher und ich
meine wirklich früher die Kommunikation in diesen Berufen einfach ganz anders war. Ich arbeite seid 1989 in einem
Stahlwerk und seid 1992 am Hochofen.

In der Kommunikation ist man damals sehr Direkt gewesen, wenn man sauer war hat
man geschrien und es wurde nie persönlich genommen, ich hab zu einem Vorstandsmitglied mal gesagt er ist nen Arschloch und ich
arbeite immer noch in der Selben Firma. Bei Auseinandersetzungen untereinander gab es keine Zeugen. Die Vorgesetzten haben weg gesehen.
Wenn man eine Auseinandersetzung hatte hat man sich nach getaner Arbeit am Werkzeugschrank getroffen und angestoßen.
Egal wie oft und auf welche art und weise man sich gestritten hat man hat sich wieder zusammengerauft, man war wirklich ein Team.
Das war auch wichtig bei der körperlichen Arbeit, da wurde niemand angeschissen und wenn konnte der sich nen anderen Job suchen
Auch Privat hat man immer viel gefeiert.

Wenn der Chef Personal bei Störungen brauchte, hat er ein Paar Mischungen und was zu Essen ausgegeben, das reichte aus um mehr als genug Personal zu haben.
Wenn man mal mist gebaut hat ist das höchstens bis zum Meister gelangt, es wurde alles intern geregelt z.B. baut einer mist gibt er das nächste grillen aus.
Früher gab es weniger Häuptlinge dafür mehr Indianer.

Selbst die Polizei hat den Hochofen nur mit gezogener Waffe betreten wenn sie jemanden abgeholt hat, zu oft haben sie den Zusammenhalt einer Hochofenmannschaft kennen gelernt.
Es waren für sie einfach ideale Arbeitsplätze. Heute hat sich das leider geändert.

Es war einfach alles anders und ich bin froh diese Zeit kennen gelernt zu haben. Man ist nicht einfach nur zur Arbeit gegangen, es war als würde man einem Hobby nachgehen.
Man war ständig zusammen mit einer Art Familie. Die Partys die wir auf der Arbeit gefeiert haben haben manche nicht zuhause gefeiert.
Manch ein Kollege hat seine Frau mitgebracht wenn er zum Geburtstag einen ausgegeben hat, die die Kollegen dann oft bedient hat.

Man hat sicher mehr und schneller gearbeitet wie heute.

Das Prinzip war einfach wenn eine Störung aufgetreten ist wurde die schnellstmöglichst behoben damit man wieder mit den Kollegen zusammen sein konnte.
Wenn ich heute schnell mit einem Job fertig bin bekomme ich zur Belohnung sofort den nächsten Job. Egal Ob draußen 30°C sind oder -20° C.
Auch wenn es schwer vorstellbar ist, am Hochofen kann es sehr Kalt sein. Die Arbeitsklamotten können am Körper einfrieren.

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