bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

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greatdifference
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bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon greatdifference » 27. Mai 2014 22:56

Nur eine ganz kurze Frage, ich schäme mich selbst, dass ich so anmaßend bin zu vermuten ich sei hochbegabt und hätte ADS Mischtyp. Kommt euch das Folgende bekannt vor? 

Mich interessieren die unterschiedlichsten Dinge und mein Interesse daran ist meist so übersprudelnd, dass es gut sein kann, dass ich in die nächste Bücherei gehe und mir einen ganzen Stapel Bücher dazu ausleihe (sagen wir mal Primzahlen, wer liebt dieses Thema nicht?  :zwink: ). Astronomie, Philosophie, Mathematik, das sind meine Themen, für kurze Zeit auch mal Mode/Architektur/Photografie (alles was mir gefällt  :breitgrinse1: ). Nur ich lese diese Bücher meistens nur bruchstückhaft, weil ich mich dann doch nur für wenige Passagen begeistern kann und sie mir einfach zu umfangreich sind...

Das Problem daran ist, das meiste ist bloßes Halbwissen, dass den Eindruck erweckt, ich hätte Ahnung. Würdet ihr mich fragen, wer hat "Die Puppenspieler" geschrieben? Wäre meine Antwort gleich: Tanja Kinkel und ihr würdet wahrscheinlich denken, ich hätte es gelesen und irgendwie Ahnung davon und vllt würde ich mich mit Mühe und Not durch das Gespräch hangeln, "Spielt es nicht in Augsburg, da haben doch die Fugger gelebt und die erste Fuggerei wurde dort erbaut. Und geht es da nicht auch um Inquisition?".

Außerdem merke ich mir häufig nur die mir am interessantesten Details und nicht das eigentliche Kernthema... meine Noten gaben nach meinem Eindruck nur wieder, wie motiviert ich war, die Arbeit zu schreiben und wie klar ich denken konnte (an dem Tag), selten den Aufwand oder mein Wissen zum Thema.

Die andere Sache, die dazu passen würde, trotz der typischen Merkmalen (man verpasst dauernd den Bus, hält keine Ordnung, schlechtes Zeitgefühl...) und Komorbitäten (leichte soziale Phobie, Süchte, etc.) kann ich diese Dinge gut kompensieren. bzw. mir selbst Strategien überlegen. Mir fallen für fast alle Probleme Strategien ein, die mir helfen; möchte ich zum Beispiel sozialer sein und mir sind meine Ideen ausgegangen (wie man wirklich nett ist sozusagen), recherchiere ich wie ich charmanter wirken könnte, was Freundschaft für andere Menschen ausmacht... und hole mir Ideen (ich suche sozusagen nach Gesetzmäßigkeiten in Freundschaft  :Frag: )

Könnt ihr mir sagen, ob meine Hypothese stimmen könnten, ich will eigentlich gar nicht so denken, aber beinahe alle Symptone (außer schnelles Denken/Reden, Ausdauer, also viele Symptome, die wiederum beim ADS meist schlecht ausgeprägt sind) treffen auf mich zu. Was soll ich tun? Denkt ihr ich habe es? :grübel:

Ich bin einfach nur verzweifelt, in meinem ganzen Leben bekam ich Dinge geschenkt, für die andere so hart arbeiten musste, nur im Gegenzug kommt es mir vor als müsste ich unmögliches Überbringen um meine Defizite zu kompeniseren, ist es normal, dass alle Leistungen so stark von der Tagesform abhängen? Mein Text ist auch nicht der beste, ich bin nur so durch den Wind... Was ist bloß los mit meinem Leben...  :108: :wu: (bin nicht verliebt, falls ihr das jetzt vermutet... zwischen diesen beiden Zuständen, scheint mein Leben irgendwie immer zu schwanken... zu solch seltsamen Gedanken komme ich dann... :kk: )
Brummilator
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon Brummilator » 28. Mai 2014 08:55

Hallo

Lass doch testen.

Den ersten Bericht schwarz auf weiß hab ich über eine Studie erhalten- ich dacht erst die wollen mich verarschen- denn so wie Du bin ich teilweise so verpeilt, da kommt man auf alles nur nicht HB.

Dann einen Test beim Arbeitsamt- da wurde mir dann nahegelegt zu studieren- nur was, wenn einen alles interessiert, aber nix genug um auch die langweiligen langwierigen dinge durchzustehen.

Im Moment bin ich an der Medikation- evtl. krieg ich da die Gedanken sortiert,  Aber ich hab mein Hobby jetzt als ehrenamtliche Tätigkeit- ist auch klasse.

Gruß B
No User
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon No User » 28. Mai 2014 09:41

greatdifference, es ist nicht arrogant, sich die Frage zu stellen, ob die eigenen Interessen, Stärken und auch Probleme auf dem Mist einer Hochbegabung gewachsen sein könnten.

Arrogant wäre, die ganzen Mitmenschen, die mit ihrem Leben besser klar kommen als man selber, für blöd zu halten. Von der Sorte gibt es auch einige.

Ob man hochbegabt ist, kann man testen lassen und der Test tut auch gar nicht weh. Eigentlich macht er sogar Spaß. Er bietet aber interessantere Ergebnisse als nur, ob der IQ nun über oder unter 130 ist bzw. ob man sich nun "hochbegabt" nennen darf oder nicht. Man kann da seine kognitiven Stärken und Schwächen besser einzuordnen lernen.

Wie so vieles ist so ein Test eine Medaille mit zwei Seiten. Auf der einen kann es sehr beruhigen, trotz all der Macken und Verpeiltheiten offensichtlich nicht ganz verblödet oder dement zu sein. Auf der anderen Seite kann ein positiver HB-Test statt zu Arroganz auch wieder zu Scham führen, weil man es nicht packt bzw. nicht gepackt hat, aus der hohen Intelligenz allzuviel produktives zu machen.

Und dann ist es auch noch so, dass mit dem Alter ein wichtiger Zweck der Intelligenztests entfällt, wenn nämlich der Zug für angemessene Hochbegabtenförderung bereits abgefahren ist. Betroffenen Kindern kann man dagegen noch viel mehr helfen.

Also soooo seltsam finde ich deine Gedanken nun nicht.

LG
Steffchen
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon nixe » 28. Mai 2014 13:39

Arrogant ? Dafür müsste man zunächst annehmen, Hochbegabung sei stets etwas Großartiges, Erhabenes.

Dabei ist es nur eine mögliche Eigenschaft von vielen, die sich zum Positiven wie auch zum Negativen auswirken kann. Es ist wie bei Beton - entscheidend ist, was man daraus macht. (Und mit "was man daraus macht" ist ausdrücklich NICHT gemeint: weltbewegende Erfindungen machen, bahnbrechende Forschung zu betreiben oder sonstwie die Welt zu beglücken und zu retten. Das muss alles überhaupt nicht einhergehen mit Hochbegabung und tut es auch in den meisten Fällen nicht.....: )

Also, wenn Du Gewissheit haben möchtest oder spezielle Fragestellungen Deines Lebens gezielt angehen möchtest, die damit in Zusammenhang stehen könnten - lass´ Dich testen.
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
greatdifference
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon greatdifference » 28. Mai 2014 23:03

Hallo

Also erst einmal vielen Dank. Also wegen der Diagnose frage ich, in wie weit könnte ADS Mischtyü dies beeinflussen, denn mein größtes Problem ist, dass ich mehr Zeit für Aufgaben brauche als andere (auch in der Schule). Im Internet habe ich auch mal einen IQ-Test gemacht, mir ist auch klar, dass er nicht repräsentativ ist (wurde soweit ich weiß mit allen Besuchern verglichen). Mein Gesamt-IQ betrug zwar "nur" 131, aber in allen Intelligenzbereichen (es gab 6 verschiedene Kategorien) lag ich im Bereich der Hochbegabung (sogar ziemlich weit rechts, wenn man es mit der Glockenkurve vergleichen würde, also in 4 Bereichen über 140, in einem sogar über 150), nur die Geschwindigkeit war sehr niedrig, beinahe sogar im Bereich der Minderbegabung (IQ von 86). Und einen Test, den ich in der vierten Klasse macht, wurde ähnliches festgestellt, eigentlich wollte ich nämlich auf das Gymnasium (und das nur weil die meisten meiner Freunde dahin gingen), meine intellektuellen Begabungen hätten ausgereicht (zum Teil sogar weit mehr als gefordert), nur andere wie Dauerkonzentration, Geschwindigkeit, etc. waren eben unterentwickelt (zum Teil sogar im Hauptschulniveau, ist nicht abwertend gemeint, der Test differenzierte nach Schularten).

@ Brummilator: Ja, ich verhalte mich schon häufig so verpeilt und bekomme gerade die "einfachen" Dinge nicht hin, weswegen ich häufig für dumm gehalten werde (und ich mich dann natürlich auch). :ja1: Und ich denke auch, dass ich studieren sollte, wie gesagt ich kann gerade die einfachen Dinge nicht, wahrscheinlich bin ich eher in abstrakteren Dingen zu Hause. Und mein Problem mit den meisten Berufsbildern ist die fehlende Abwechslung. Ich bewundere zwar Menschen, die sich wirklich auf einen Beruf fixieren könnte und für den sie einfach wie gemacht sind, aber ich denke diesen Beruf gibt es für mich nicht... Nur mein Problem ist auch wie deins, dass es mir schwer fällt mich durchzubeißen... Nur kurz aus Interesse: Medikation gegen AD(H)S?

@ steffchen: Ja, das ist nett. Es fühlt sich nur arrogant an, zu vermuten man könnte in einem IQ-Test besser als 98% aller Altersgenossen abschneiden. Ich weiß auch nicht. Aber das Hochbegabung Probleme mit sich bringt, ist mir auch bewusst... Und eine Person meinte, dass ich manchmal auf sie (und das sei angeblich nicht nur ihre Meinung), dass ich manchmal abgehoben wirke... Nur eine gute Freundin von mir, die ich das später gefragt habe, konnten uns darauf keinen Reim bilden, weil ich mich meistens nicht als etwas Besonderes darstelle (eher zurückhaltend bin). Kann es vllt sein, dass ich arrogant wirke, wenn ich mich nicht bremse und häufig mit Fremdwörtern um mir schmeiße (allerdings erkläre ich sie ja nie und halte meine Zuhörer für intelligent genug sie zu verstehen...)? Oder daran, dass ich gerne alleine bin und mich nicht immer so gerne unterhalte, eher ein bisschen Einzelgängerisch?  :grübel:  Na ja gut, meine Mitmenschen für dumm halten tue ich eigentlich nie, ich bin eher fasziniert, wie sie es schaffen, ihr Leben so auf die Reihe zu kriegen: jeden Tag anständig kochen, aufräumen, jeden Tag pünktlich von 8-17 auf der Arbeit... Für mich wäre das die Hölle, aber ich bin froh, dass nicht jeder so denkt wie ich...

Gut, mit der Diagnose hast du recht. Nur ehrlich gesagt weiß ich das ich nicht dumm bin (auch wenn eventuell nicht hochgebabt...) und Schamgefühle, dass ich nichts erreicht habe mit dem was ich "kann" habe ich schon jetzt unabhängig von meinem IQ. Ich frage mich hauptsächlich, ob ich es jemals auf die Reihe bekomme mein Talent wirklich zu nutzen, ich habe das Gefühl, wenn ich mich besser kontrollieren könnte, indem ich zum Beispiel zielgerichtet lernen könnte, dass ich dann mit der Zeit alles auf die Reihe kriegen könnte. Nur so befürchte ich eben, dass ich es niemals wirklich schaffen werde. Und wie wäre es, wenn ich es wirklich packen würden, sagen wir einfach mal das Klavierspielen, wäre es dann möglich, dass ich komplizierteste Stücke von Rachmanioff und Liszt fehlerfrei spielen könnte und bei Chopin trotzdem versage? :Frag:

Gut, dass ich nicht so seltsam bin, wie ich denke meinen glücklicherweise viele... Ich glaube manchmal fühle ich mich eher anders, als dass ich es wirklich bin (oder sehen mich andere falsch, weil sie bildlich gesprochen, eher mein Äußeres als mein Inneres kennen?). Weil die meisten würden wahrscheinlich sagen ich sei mehr oder weniger normal oder auch durchschnittlich, seltsamerweise ändert sich das häufig nach längerem Zusammensein (ist das bei euch auch so?). Das ist auch etwas, weswegen ich mich frage, ob es vielleicht eher eine Art Wunsch ist etwas Besonderes zu sein? Nur mein Bild von Hochbegabung ist eigentlich gar nicht so positiv, es bringt auch automatisch viele Schwierigkeiten mit sich aus meiner Sicht schon hauptsächlich soziale... häufig habe ich allerdings auch das Gefühl es fällt mir nur stärker auf, weil ich so hypersensibel bin und dementsprechend andauernd überreagiere (meistens natürlich nur innerlich).

Weitere Fragen wären:
1) Wie fördert man seine Hochbegabung und ist das überhaupt noch gut möglich im Alter von 19? Also ich meine, dass es etwas anderes ist, ob man darauf bei einem Kind oder einem Erwachsenen eingeht ist ja mehr oder weniger normal. :)

2) Denken Hochbegabte wirklich so schnell? Weil manchmal fühlt es sich so "blockiert" an, als könnte ich einfach nicht zu meinem Wissen/meinen Fähigkeiten durchdringen und ich kann mich einfach nicht mehr an Dinge erinnern, manchmal auch das Gegenteil (und Tausende Details fallen mir ein). Meine Frage könnte das mit ADS Mischtyp zusammenhängen, eventuell mit einem schwankenden Serotoninspiegel?

3) Wie geeignet ist eigentlich ein Studium, kann es nicht trotz höherem Niveau unterfordern?

4) Wie kann man diese ganze Diskrepanz überwinden, das das Leben so sinnlos erscheint, wenn man nichts Weltbewegendes vollbringt (denn irgendwie denke ich genau dies unabhängig von Hochbegabung)?

5) Was hilft euch am Ball zu bleiben? Könnt ihr euch "künstlich" motivieren?

Und, da ich immer noch vermute ADS Mischtyp zu haben, sollte ich vllt eher das testen lassen, man macht dann doch automatisch auch einen IQ-Test und ja dann kommt ja entweder der IQ heraus oder eben nicht.

LG
ripley
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon ripley » 29. Mai 2014 09:11

Und, da ich immer noch vermute ADS Mischtyp zu haben, sollte ich vllt eher das testen lassen, man macht dann doch automatisch auch einen IQ-Test und ja dann kommt ja entweder der IQ heraus oder eben nicht.


Eben.

Du hast viele Fragen, die eigentlich am ehesten Du selbst Dir beantworten kannst. Bei manchen davon kann Dir ein entsprechendes Testergebnis helfen.

Grundsätzlich aber möchte ich Dir raten, eine evtl. vorliegende HB bei Dir oder anderen nicht zu hoch zu hängen und sie vor allem nicht als ein Kriterium anzusehen, das Dich (oder eben andere) von der "Gesellschaft normaler Menschen ausschließt". Man hat bisl mehr Kapazität zwischen den Ohren als manch anderer, aber das isses dann auch.

Guck mal, bei uns in der Familie liegen alle drei IQmäßig über 130. Nicht weltbewegend weit, aber solide getestet. Und trotzdem führen wir ein völlig normales Leben. Keiner von uns ist Staatenlenker, keiner hat bislang einen Nobelpreis gewonnen (zumindest bei uns Erwachsenen wird das auch nix mehr :breitgrinse1:). Manches (und manche Leute) finden wir langweilig, Anderes strengt uns an, auch im Kopf. Mit Glück haben wir daran auch mal Spaß (an der Anstrengung). Sind wir damit/dadurch "anders" oder gar "besser" als andere Leute? Nö.

Vielleicht hilft Dir eine Analogie, Dich "einzunorden"?
Stell Dir mal kurz vor, Du wärest mit einer Physis auf die Welt gekommen, die Dich für Leistungssport prädestiniert. Gute Körpermaße, schneller Muskelaufbau, hervorragende Körperkoordination. Vielleicht auch ein prima Ballgefühl.
Und nu? Wärest Du damit automatisch Hochleistungssportler? Olympionike? Weltfußballer des Jahres? Held aller Medien? Oder müsstest Du, auch MIT dieser Begabung, über viele Jahre hinweg jede Menge Schweiß, Disziplin, Training investieren, um auch nur auf Regional- oder Landesebene 'nen Blumentopf zu gewinnen?

So ist das mit der HB halt auch: Man kann sie nutzen oder man kann sie "verschlurfen". Beides ist zulässig. Sie zu nutzen heißt aber, dass man sich wieder und wieder auch SELBST fordert. DAS übrigens kann jeder, auch wenn er "nur" normal begabt ist.
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon greatdifference » 29. Mai 2014 11:53

Ja, bei den meisten Dingen gebe ich dir recht.  :ja1:

Nur falls die Aussagen darauf anspielen, dass ich einen zu großen Unterschied mache zwischen Hochbegabung und Normalität, möchte ich einwenden, dass mir der geringe Unterschied zwischen beidem auch bewusst ist. Ich verhalte mich in bestimmt weit über 90% der Fälle wie jeder andere auch, nur trotzdem kommt es mir so vor, als müsste ich mich dazu mehr anstrengen, natürlich jeder muss sich anstrengen und kann viel erreichen wie du geschrieben hast... Manchmal kommt es mir so vor, als müsste ich die natürlichsten "Instinkte" erlernen, sie stehen mir nicht zur Verfügung, sondern ich muss sie mir mühsam über die Logik erschließen (zum Beispiel soziales Verhalten). Es kommt mir auch nicht wie ein "sich herab begeben" vor, eher wie das Annähern in eine andere Welt, von der ich in zu starker Distanz lebe... Häufig ist mein Gefühl auch, dass ich im Allgemeinen Unterschiede und Schwankungen nur zu stark wahrnehme und sie deswegen leicht überbewerte, dass würde es dann auch erklären. :zwink:

Die meisten meiner Fragen zielen denke ich eher darauf ab, dass mein Leben (noch) keinen wahren Sinn erfüllt (und ich meine damit keineswegs den Nobelpreis, die Fields-Medaille oder eine Präsidentschaft), sondern nur zufrieden zu sein mit seinem Leben. Und ich bin so unentschlossen, was ich machen soll in meinem Leben...

Liebe Grüße  :winken:
ripley
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon ripley » 29. Mai 2014 15:53

Hmpf. Ich versuche zurückzudenken und mich zu erinnern, wieviele meiner Altersgenossen damals, als ICH 19 war, "zufrieden" in und mit ihrem Leben waren. Ich glaube, es waren doch einige. Ich selbst war aber auch nicht darunter. :ichboss: Ganz und gar nicht. Einige andere auch nicht. 

Klar ist eine gewissen Lebenszufriedenheit gar nicht so schlecht. Ob sie aber mit dem IQ oder mit (möglichen, ist ja bei Dir alles andere als sicher) ADHS zusammenhängt? Glaube ich eher nicht. Eher damit, dass man sich umschaut, dies und das mal ausprobiert und nach und nach seinen eigenen Weg findet und dann auch geht. Vielleicht solltest Du das auch mal machen?

Ich erzähl Dir was: Als ich 20 war, hab ich hier alles stehen und liegen lassen, hab meine (Mini-)Wohnung aufgegeben und bin für einige Monate in ein asiatisches Land gereist. Einfach so, nur begleitet von meinem Rucksack. Die Zait dort war nicht immer schön, Asien kann ganz schön anstrengend (konnte es zumindest damals). Aber weißt Du, was mir eines Tages dort aufgegangen ist? Dass diese ganze Grübelei à la "Wer bin ich, was will ich und wie geht es denn weiter?" im Grunde ein ziemliches Luxusproblem ist. Vor allem, wenn man sich gerade bei um die 40° im Schatten mit einer fiesen Amöbenruhr herumschlägt und noch nicht weiß, wo man einen halbwegs sicheren Schlafplatz für die Nacht findet. :breitgrinse1:
Diese Erkenntnis von vor fast 30 Jahren hat mich nie verlassen. Auch wenn es danach noch einiges an Höhen und auch Tiefen zu durchleben gab und immer noch gibt. Und, ja, für mich zumindest hat sie viel mit (m)einer generellen Lebenszufriedenheit zu tun.
Zuletzt geändert von ripley am 29. Mai 2014 15:54, insgesamt 1-mal geändert.
greatdifference
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon greatdifference » 29. Mai 2014 20:20

Ja. das kann sein. Nur mir kommt es so vor, als hätten die meisten eine Richtung, entweder können sie gut mit Kindern umgehen, sind gut in Mathe/Physik, sprachbegabt,  kommunikativ oder sie können gut singen, etc. Und na ja, mir kommt es irgendwie so vor, als ob ich das nicht hätte, als sei ich bei fast allem im Gesamten gesehen mittelmäßig. Ich habe auch schon daran gedacht, dass ich vllt zu blind bin den passenden Beruf selbst zu erkennen, aber die meisten meinen immer nur "es ist schwierig"  :breitgrinse1: - und bei weiterem Nachhaken meist entweder "Irgendwie nichts so wirklich" oder sie zählen mir viele Berufe/Richtungen auf und meinen "Alles ein bisschen".  :icon_rolleyes: Und na ja, ich will nichts Falsches sagen, aber mir kommt es so vor, das andere in meinem Alter ihren Sinn trotzdem in der "wirklichen Welt" sehen und für mich ist es eher das Geistige; neue Informationen zu erfahren und mich in meinem Kopf nur mit dieser Theorie zu beschäftigen, auch wenn sie überhaupt nichts mit der realen Welt zu tun hat. Und die meisten möchten gerne Dinge lernen, die auch was mit ihrem Leben zu tun haben bzw. sie weiterbringen.

Ja, ich weiß ja auch nur einen Bruchteil von Hochbegabung und  auch von AD(H)S, da möchte ich nur kurz sagen, ich denke ich besitze im wirklichen Leben sehr viel mehr Symptome als in meinen Texten. Einmal habe ich mit einer Freundin über meine "Stärken und Schwächen" geredet und sie meinte: "Es ist paradox. Im wirklichen Leben fehlt dir manchmal jede Struktur, aber deine Texte und Programme (Informatik) haben immer eine sehr logische, wenn auch häufig sehr komplexe, Struktur. Und mir ist auch bewusst, dass man nicht einfach irgendwelche Selbstdiagnosen durchführen sollte...

Vielleicht ist dieses Thema wieder aufgebrochen, weil ich mich in letzter Zeit so häufig an meine Kindheit erinnere. Als Kind habe ich mich immer so anders verhalten und mich schon damals immer gefragt, warum dass den so sei bzw. wie andere denken. Dazu zählen solche Sachen, wie einfach nicht im Stuhlkreis sitzen zu wollen und immer die gleichen Lieder zu singen. Wie langweilig! :icon_rolleyes: Und ich viel lieber mein eigenes Spiel weiterspielen wollte. Dort habe ich auch meistens irgendwelche Herausforderungen gesucht; wollte den höchsten Turm bauen, alle Mosaikbilder zusammensetzen, etc. natürlich, das haben auch andere gemacht, aber meistens haben sie viel früher aufgegeben. Mit den Spielen, der anderen Kinder konnte ich nicht so viel anfangen. Natürlich auch häufig zu unrecht, ich gebe zu manchmal habe ich Vorurteile gehabt und leider auch immer noch... :breitgrinse1: Und ich wollte immer so viel Lernen, vor allem Rechnen und Lesen - ersteres war kein Problem, letzteres schon. Nur das ich mir alles merken konnte (aber das Gedächtnis von Kindern ähnelt meist ja wirklich einem Schwamm) und so konnte ich bald alle Schilder, an denen wir vorbeiliefen und fuhren und alle Karten in einem Spiel auswendig. Meine Mutter war ganz verwundert, wenn ich wortgenau die Spielkarten "vorlesen" konnte und meinte, dass man Lesen in der Schule lernen würde und daran habe ich mich auch gehalten und nur noch selten versucht Lesen zu lernen.

Und was mir auch in Erinnerung geblieben ist, ist der Einschulungstest. Erst musste ich drei Klötze herausholen und dann sagen es sind 3, 3 weitere herausholen und sagen wie viel es sind (also 6) und dann sollte ich dies noch einmal wiederholen. Dass die Antwort 9 ist, war mir sofort klar und ich überlegte mir, was passieren würde, wenn ich noch weitere 3 hinzurechnen müsste und kam auch gleich auf 12, kurz überlegte ich, ob ich weiterrechnen sollte und dachte, dass es zu viel ist (nicht die Aufgabenstellung). Meine Mutter saß nur verwundert daneben und dachte, warum sagt sie denn nicht. Und dann meinte ich, dass es 9 wären und wenn man nochmal 3 hinzurechnen würde 12. Es ist vllt auch überhaupt nichts Besonderes, nur irgendwie durchzog sich diese Art des Denkens meine ganze Schullaufbahn und hat mich häufig auch aufgehalten, weil ich einfach zu lange brauchte...

Na ja, an eine Reise habe ich auch schon öfters gedacht (allerdings eher früher). :breitgrinse1: Aber eher Richtung Kanada oder Südamerika (Chile, ...), den Himalaya würde ich aber auch mal gerne sehen. Bin mir auch nicht sicher, ob ich ohne all den Luxus so gut zurecht kommen würde... also ich denke mein ständiges Nach-dem-Sinn-Fragen würde auch schwächer werden, wenn ich mir eine Arbeit oder ein Studium suchen würde, dass gut zu mir passt (aber wie gesagt, dass ist nicht so leicht...).

Ja, das klingt echt abenteuerlich und Amöbenruhr überhaupt nicht schön (kannte ich noch gar nicht). Dass das Luxus-Gedanken sind kann ich zwar irgendwie total nachvollziehen, aber ich fühle den Gedanken einfach nicht...
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon Brummilator » 29. Mai 2014 20:35

Hallo,javascript:void(0);

also 1. ich bin noch nicht medikamentiert, und ob man was aus seinem Leben und seinen Begabungen genug gemacht hat, das ist Deffinitionssache.

Wo sind Deine Prioritäten? Wenn Du Dich umschaust dann siehst Du sooo viele tolle Leute die schon sooo viel entwickelt herausgefunden und veröffentlicht haben- wo sind die? Wo sind deren Innovationen? Wird dass was entdeckt, entwickelt wurde entsprechend gewürdigt oder verschwindet es bei irgendjemand im Schrank und wird vergessen?
EV 1 , die Solarzelle mit Chlorophyll,usw usf
Das beste Beispiel ist Video 2000 Betamax und VHS . Also wenn sich hier jemand von den Dinos noch dran erinnert- das was sich durchgesetzt hat war nicht das bessere System!!!

Oder schnappen die irgendwann über und versenden Paketbomben? http://en.wikipedia.org/wiki/Ted_Kaczynski
Oder begehen Selbstmord?  Da gibts auch unter Nobelpreisträgern genug.


Wenn Du Dir anschaust mit was Leute reich und berühmt werden- dann zählt Intelligenz nicht zu den Hauptkriterien.

Beispiel: auf die Frage was ich machen würde wenn mein Kind die Schule schmeißt und keinen gescheiten Beruf kriegt hab ich geantwortet: dann zieh ich ihm eine Badehose, Cowboystiefel und einen Cowboyhut an, schmier ihn mit Selbstbräuner ein und stell ihn mit einer Gitarre in der Hand auf den New York Times Square.
http://en.wikipedia.org/wiki/Naked_Cowboy


Abgerechnet wird zum Schluß  Das mußte auch Bernard Madoff erkennen.

Gruß B
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon greatdifference » 30. Mai 2014 22:06

Genau das ist mein Problem, mir fehlen längerfristige Prioritäten... Ja, das stimmt und das wollte ich nur mal erwähnen, damit es nicht zu Missverständnissen führt: mein Accountname bedeutet nicht, dass ich mich für etwas besseres als alle anderen fühle (für einen großartigen Unterschied), letztendlich ist damit genau der Punkt gemeint: es gibt so viele tolle und interessante Menschen, genau das ist damit gemeint, dass ich die Menschen für ihre Unterschiedlichkeit mag (und auf den Gedanken kam ich bevor ich irgendetwas mit ADS und Hochbegabung vermutete).

Du hast Recht, nur ich möchte einwenden, dass ich es eher liebe Neues zu erlernen. Und auch wenn es etwas abgedroschen ist Einstein zu zitieren, so in etwa sehe auch ich meinen Antrieb: "Ich habe nie verlernt mich über Geheimnisse zu wundern. Seit ich Kind bin, setze ich mich am liebsten in eine Ecke ohne von anderen beachtet zu werden: spiele Geige denken und spielen, dass ist es was ich will." So ähnlich könnte auch meine Lebensphilosophie sein (nur dass ich keine Geige spiele). Und auch, dass ich das Zitat benutze heißt nicht, dass ich der nächste Albert Einstein werden möchte oder werden kann, nur rein emotional entspricht seine Lebensauffassung auch meiner...

Na ja, einige der Erfindungen haben mir was gesagt und du hast Recht Genies geraten häufig in Vergessenheit. Bestes Beispiel: Nikola Tesla. Er hat so vieles erfunden und trotzdem wird ihm so wenig zugerechnet... aber na ja, ich denke es ist nicht das oberste Ziel bekannt und erfolgreich zu sein. Ich denke zum Beispiel Tesla war glücklich, er hatte genügend Zeit zu forschen, viele Sprachen zu lernen und von einer besseren Welt zu träumen. Also es gibt denke ich höhere Ziele als Erfolg und Ruhm, auch wenn man dies häufig benötigt um seine Ideen umzusetzen...  :zwink:
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon letal » 24. September 2014 08:06

Mein Arzt hat es bei mir angedeutet, er sagte das ich sonst nicht soviel erreicht hätte wie bisher.

Aber mal ehrlich, ich habe eine Konzentrationsfähigkeit von 9 % was bringt mir das wenn ich hochbegabt bin ?
Ich bin trotzdem gerade mal durchschnitt. Es hat für mich nicht den geringsten vorteil.

Ich habe einen Arbeitskollegen der Hochbegabt ist, es gibt gerade mal 2 Personen mit denen er sich auf seinem Niveau
unterhalten kann in unserem Betrieb.
Er hat den Vorteil es für sich in seinem Arbeitsleben ausnutzen zu können, aber Privat ist da alles gescheitert.
Außer seine Arbeit bleibt ihm nichts.

Ich sehe keinerlei Vorteil darin Hochbegabt zu sein, es macht irgendwie nur einsam.
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon No User » 24. September 2014 09:15

Es ist aber auch eine partielle Minderbegabung, als Hochbegabter nicht in der Lage zu sein, sich mit Personen "unter dem eigenen Niveau" zu unterhalten. Wobei ich dieses Ranking in Gänsefüßchen setze, weil es sich auf das nur sehr begrenzt aussagekräftige Niveau des IQ beschränkt. Von der anderen Seite betrachtet müssten sich diese Mitmenschen zur Kommunikation mit dem "Hochbekloppten" auch auf sein bescheidenes Niveau sozialer Integration herablassen, in manchen Fällen gescheiterter Hochbegabung auch auf ein solches geringer "Lebenstüchtigkeit".

So sind allerdings keineswegs alle Hochbegabten drauf. Unter den mir persönlich bekannten sind die wenigsten einsam oder in ihrem Privatleben erheblich eingeschränkt.

Was bringt dir deine Hochbegabung bei einer Konzentrationsfähigkeit von 9 %? Ganz einfach: Normal- oder gar minderbegabt wärst du mit dieser Konzentrations(un)fähigkeit ein Pflegefall. Wobei ich jetzt mögliche Zusammenhänge zwischen Hochbegabung und Konzentration ausgeblendet habe:

Vielleicht haben Reizoffenheit und Intelligenz miteinander zu tun und die Ablenkbarkeit ist die andere Seite der Medaille, so vieles auf- und wahrzunehmen und trainiert zu sein, davon auch einiges zu verarbeiten. So dass man quasi mit Konzentrationsproblemen für Intelligenz "bezahlt" (, die ungerechterweise andere geschenkt bekommen).

Vielleicht hat es aber auch mit "Not macht erfinderisch." zu tun. Dass man nämlich von früh auf lernt, das im Mangel besonders kostbare Gut Aufmerksamkeit intensiv, also intelligent zu nutzen.

LG
Steffchen
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon letal » 24. September 2014 14:51

Ich geb zu das ich mir davon einfach auch zuviel versprochen habe,
es hört sich erstmal verdammt gut an wenn die Vermutung gerade durch einen Mediziner geäußert wird.
Vielleicht waren meine Vorstellungen auch einfach falsch. Vielleicht habe ich selbst zu viel erwartet und
immer wieder gesehen wie ich an ganz einfachen Sachen wie Haushalt scheiter.

In der Letzten Prüfung bin ich mit pauken und Trompeten durchgefallen, nicht wegen Mangel an Wissen
sondern an banalen Kleinigkeiten. Das ich nicht mitbekomme wie die Zeit in einer Prüfung vorbei geht
und ich für eine 2 Punkte Aufgabe mal eben 1,5 Din A4 Seiten geschrieben habe.
Die noch Verbleibende Zeit die durchgesagt wurde und einfach nicht zu mir durchdringt., die Armbanuhr die ich Trage
ist für mich in einer Prüfung auch komplett ausgeblendet.

Mittlerweile habe ich für Prüfungen eine größere Uhr die ich mir auf den Tisch stelle. Auch wenn andere drüber lachen sollten  :breitgrinse1:

Ich werde auf jeden Fall dran arbeiten und es gibt ein Fachgebiet wo mir alles sehr Leicht fällt, vielleicht liegt bei mir die Hochbegabung
nur in diesem Bereich.

Noch brauch ich mich nicht testen lassen da ich mich gar nicht lange genug auf so einen Test konzentrieren kann.
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon No User » 24. September 2014 17:40

Das mit der Uhr finde ich keineswegs lächerlich. Nutze einfach, was dir hilft, egal was andere dazu sagen könnten! Und dich in einem Bereich zu spezialisieren, der zu deinen Stärken zählt, ist auch nicht die schlechteste Idee.

LG
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon Farah » 25. September 2014 08:47

Klausuren schreiben ist eine Kunst, die man erlernen kann.  :ichboss:

Besorge Dir die Klausuren der letzten Jahre, und löse die zu Hause auf Zeit. Mit der großen Uhr auf dem Tisch.

Wenn Du an irgendeiner Kleinigkeit hängst - hör damit auf, und löse lieber die nächste Aufgabe. Sonst verzettelst Du Dich nur. Wenn am Schluß noch Zeit übrig ist, kannst Du zu dieser angefangenen Aufgabe zurückkommen.

Noch ein häufig auftretendes Problem: Es wird nur die Lösung hingeschrieben, aber nicht der Lösungsweg. Oft, weil einem der Lösungsweg so banal vorkommt. Die Punkte gibt es aber in vielen Fällen unterwegs, auf dem Lösungsweg. Das ist wie beim Slalom: man muss möglichst viele Fähnchen mitnehmen.

Auf jeden Fall solltest du das Lösen auf Zeit ein paar mal geübt haben.

Du schaffst das!  :top:

Nebenbei: mir helfen auch Gummibärchen während der Klausur. Der Zucker und die Kaubewegung.
Zuletzt geändert von Farah am 25. September 2014 08:48, insgesamt 1-mal geändert.
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letal
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon letal » 30. September 2014 15:44

@steffchen da hast mir richtig ein vorm Kopf geknallt  :breitgrinse1: das musste ich erstmal sacken lassen.
aus der Sicht hab ich das nie betrachtet. War gut so formuliert, anders hätte ich es vielleicht nicht begriffen.
Danke  :top:

Auch dir danke @Farah ich versuche es umzusetzen.
SkylineEagle
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon SkylineEagle » 26. Mai 2015 22:38

@greatdifference

All das was du aufgezählt hast: Damit kann ich mich zu 100 Prozent identifizieren. Ich persönlich habe den IQ-Test schon gemacht, meiner Meinung nach aber bei weitem nicht mein Potential ausgeschöpft. Wie auch...Mit einem Arbeitsgedächtnis, dass sich so schnell leert, dass ich Aufgaben, die ich bearbeite, mir  jeden Schritt wieder neu herleiten muss, weil ich ihn vergessen habe. Dieses schlechte Arbeitsgedächtnis ist glaube ich eins der schlimmsten Dinge, die ein hypoaktiver ADSler mit sich führt. Ich kam auf ein Ergebnis, das nicht ganz für Hochbegabung gereicht hat. Und nun?
Mir gehts scheiße. Ich fühl mich hochbegabt u. weißt du wieso? Weil ich nun mal weiß, dass ich es bin. Ich weiß jedoch auch, dass ich diese Fähigkeiten nie im Leben in einem Test darlegen kann, der unter Zeitdruck durchgeführt wird. Aber das bleibt nicht nur beim IQ-test. Jede Tätigkeit, bei der ich schnell umdenken muss, jede Interaktion mit Menschen, bei der es darum geht etwas schnell auffassen zu können. All das werde ich nie gut beherrschen können.

Habe neulich mal nen guten englischen Beitrag über einen Hochbegabten gelesen, der ADS hat. Er meinte etwas im Sinne von "Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass ich mein Potential sehe, weiß, dass es vorhanden is. Mir gleichzeitig aber bewusst wird, dass egal was ich tue, dieses Potential niemals wirklich ausleben kann, also immer unter meinen Fähigkeiten leben werde" ...und das ist genau der Punkt der mich zu dieser Sinnlosigkeit des Lebens führt, die dich scheinbar auch durchdringt...Frag mich nicht was man dagegen tun kann. Medikation war bei mir nicht erfolgreich....
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon Sheldon » 27. Mai 2015 22:39

Also mir geht es auch so, dass die Interessen eher sprunghaft sind und ich kann mir auch schwer vorstellen, ein Fach 5 Jahre lang zu studieren.

Die Sache mit der Langsamkeit und der Weltfremdheit kenne ich nur zu gut. Wahrscheinlich ist es das Beste, sich eine "Nische" zu suchen, in der man in Ruhe seiner Arbeit nachgehen kann. Aber das ist leider sehr schwer in der heutigen Zeit.

Aber davon mal abgesehen, ist mir aufgefallen, dass einige der Beschreibungen (s. u.) auch auf Autismus hindeuten könnten. Hast du / habt ihr das schon mal in Erwägung gezogen?

Mir fallen für fast alle Probleme Strategien ein, die mir helfen; möchte ich zum Beispiel sozialer sein und mir sind meine Ideen ausgegangen (wie man wirklich nett ist sozusagen), recherchiere ich wie ich charmanter wirken könnte, was Freundschaft für andere Menschen ausmacht... und hole mir Ideen (ich suche sozusagen nach Gesetzmäßigkeiten in Freundschaft).

Manchmal kommt es mir so vor, als müsste ich die natürlichsten "Instinkte" erlernen, sie stehen mir nicht zur Verfügung, sondern ich muss sie mir mühsam über die Logik erschließen (zum Beispiel soziales Verhalten). Es kommt mir auch nicht wie ein "sich herab begeben" vor, eher wie das Annähern in eine andere Welt, von der ich in zu starker Distanz lebe... Häufig ist mein Gefühl auch, dass ich im Allgemeinen Unterschiede und Schwankungen nur zu stark wahrnehme und sie deswegen leicht überbewerte, dass würde es dann auch erklären.

Und na ja, ich will nichts Falsches sagen, aber mir kommt es so vor, das andere in meinem Alter ihren Sinn trotzdem in der "wirklichen Welt" sehen und für mich ist es eher das Geistige; neue Informationen zu erfahren und mich in meinem Kopf nur mit dieser Theorie zu beschäftigen, auch wenn sie überhaupt nichts mit der realen Welt zu tun hat.

Und auch wenn es etwas abgedroschen ist Einstein zu zitieren, so in etwa sehe auch ich meinen Antrieb: "Ich habe nie verlernt mich über Geheimnisse zu wundern. Seit ich Kind bin, setze ich mich am liebsten in eine Ecke ohne von anderen beachtet zu werden: spiele Geige denken und spielen, dass ist es was ich will." So ähnlich könnte auch meine Lebensphilosophie sein (nur dass ich keine Geige spiele).
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Re: bin ich arrogant, wenn ich denke hochbegabt zu sein?

Beitragvon Leuchtfarben » 13. Oktober 2015 15:24

ich halte mich ebenfalls für arrogant wenn ich daran denke oder davon spreche hochbegabt zu sein.
ich denke und spreche sehr schnell. langweile mich an gleichförmigkeiten und konformismus
und erfasse dinge schnell komplex.
bin impulsiv kreativ.

allerdings habe ich dyskalkulie

wie kann ein IQ test da aussagekräftig sein?
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