ADS -Therapie bei HB

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graffiti
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon graffiti » 22. Mai 2012 10:56

Das ist wieder weniger optimistich, wenn nur wenige aus der Klemme kommen.


da ich zur zeit viel über leistungsanspruch, versagen + alte kindheitsmuster nachdenke, hak ich mich hier nochmal ein + versuche noch einmal, zu sagen, was ich gestern bereits - etwas ungeschickt - versucht habe, rüberzubringen.

die klemme ist dieselbe - ob nun jemand einen iq von 80 oder einen von 140 hat.
die klemme ist die vielzitierte angezogene handbremse, mit der adsler fahren ... aber die handbremse ist halt nicht immer gleich stark angezogen.
was gesehen wird - und was man auch selber sieht: es gehen dann auch mal 100 km in voller fahrt.
warum stuckert man dann wieder so lästig rum?
warum landet man zum 732. mal im straßengraben?

am leistungsanspruch der umwelt + dem verinnerlichten leistungsanspruch (auf welchem sektor auch immer) rennen sich adsler die köpfe ein.
das unterscheidet denjenigen mit hb nicht von dem ohne hb.

es gibt auch andere werte außer klassischer, herkömmlicher leistung.

es ist wichtig, sich selber realistisch einschätzen zu können, damit man sich nicht selber immer wieder überfordert ... oder auch unterfordert.
(die wahl zwischen zecken + flöhen - burn out oder bore out  :6094: )

die beiden dinge erscheinen mir zentral wichtig neben dem erlernen von strategien usw.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon ZeckenundFloehe » 22. Mai 2012 11:21

Dann aber wäre man gleichweit, als ob man gar nicht wüsste ob es AD(H)S oder nicht ist, was einem eine unkontrollierbare Bremswirkung verleiht. - Dann ist es eben persönliches Pech, Schicksal, das Naturell, der Charakter, das Wesen, wie auch immer man das nennen mag, auch wenn der Leidensdruck über das eigene Wesen groß oder klein ist.
Ich hätte erwartet, dass wenn man Ursachen kennt für "warum es irgendwie holprig läuft", dass man dann bewußt damit umgehen kann, oder mit sich gnädig sein kann (ganz gefährlicher Pfad). Ich vergleiche es mal mit einem Asthamtiker, der weiß, dass bei Belastung es sein kann, dass er Atemnot bekommt.- Der bekommt Stratgien an die Hand damit umzugehen, sei es Vermeidung von Anstrengung, Notfallspray, Panikvermeidung, .... es ist dann keine Überraschung mehr wie sowas abläuft. Der hat dann eine Toolbox in die er bei Bedarf greifen kann und selber managed was er einsetzt und was er von sich erwarten kann.

Mir ist kein Bereich bekannt und kein Mensch bekannt bei dem es konstant läuft (mit egal welcher Geschwindigkeit), das ist halt so der Unterschied zur Maschine.
graffiti
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon graffiti » 22. Mai 2012 15:14

Dann aber wäre man gleichweit, als ob man gar nicht wüsste ob es AD(H)S oder nicht ist, was einem eine unkontrollierbare Bremswirkung verleiht.

:Frag:
nein.
mir geht es um realistische selbsteinschätzung.
und die funktioniert nur mit wissen um ursachen + auswirkungen.
was bin ich, was ist hirnchemie?

und mir geht es darum, klarzustellen, daß auch aus einem therapierten adsler kein "normales" hb-männchen wird.

es sollte aber aus ihm ein kind + später erwachsener werden, der sich nicht an irgendjemandem mißt, sondern an sich selber.
eine binsenweisheit, die für jeden menschen gilt, aber:
wären die killer-kombi-kinder nicht noch gefährdeter als andere, in der erwartungshaltungs-falle zu verhungern, gäbe es vermutlich den ausdruck nicht.

drum sehe ich es als zentrales erziehungs- und therapieziel, dem kind zu helfen, meßbare leistung nicht zur hauptgrundlage seines selbstwerts zu machen.
auch das gilt für alle menschen - nur werden sich diese kinder damit besonders schwer tun.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon foxie333 » 22. Mai 2012 15:16

grafitti:  :smt023: und danke :ja1:
:biene: 14
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon ZeckenundFloehe » 22. Mai 2012 15:32

Das ist alles viel zu schön geredet. - Es ist schön aber leider sehr schwer relaisierbar.

Realistische Selbsteinschätzung ist sehr schlecht möglich: PS wären da, aber Bremssystem ist nicht beeinflussbar. - Ganz schwierig zu sagen, welche Kurve man dann kriegt und aus welcher man rausfliegt. Aus eigener Erfahrung: sich selber immer zu unterschätzen, um dann auf der sicheren Seite zu sein, bringt einen nicht weiter. Hinterher könnte man sich in den Allerwertesten beissen, dass man sich nicht mehr zutraut. Andersrum überschätzt man sich andauernd hat man bald den Frust der permanentne Überforderung. Immer daneben liegen mit seiner Schätzung führt auch zu einem verminderten Selstvertrauen - irgendwie total logisch. So sitzt man einfach in der Falle.

Ich stelle die Behauptung auf, dass es nicht möglich ist, dauerhaft (oder es reicht überwiegend) sich selbst realistisch einzuschätzen.
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Sandiris
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon Sandiris » 22. Mai 2012 16:14

[quote=&quot;ZeckenundFloehe&quot;]
...

Ich stelle die Behauptung auf, dass es nicht möglich ist, dauerhaft (oder es reicht überwiegend) sich selbst realistisch einzuschätzen.
[/quote]

Das sehe ich nicht so. Zu einer vernünftigen Selbsteinschätzung gehört jedoch Lebenserfahrung und die Fähigkeit und Möglichkeit, sich immer wieder zu reflektieren. Reflektieren kann man sich jedoch nicht ohne Unterstützung anderer.

Auch mein Sohn ist HB und hat ADHS mit Betonung auf H. Was ihm hilft, ist ein immerwährendes Feedback, ein sich ständig wiederholendes Beschreiben von dem, was er gerade tut, was er getan hat, wie es wirkt, wie es sich auf ihn auswirkt usw. usw. usw. und im Vordergrund immer die Frage: Wie ist es für DICH, wie siehst DU das. Und: Lob, Lob, Lob, Lob, Lob. Ich lobe meinen Sohn jeden Tag. Weil ich weiß, wie ätzend es für ihn ist, wenn er versagt, obwohl er, wie alle Kinder, nicht versagen will. Er bekommt von mir kein Auflaufen lassen, er bekommt mütterliche Unterstützung. Wenn es ihm zuviel wird, sagt er es. Wenn er sich mehr wünscht, sagt er es auch.

Und ich behaupte von mir, HB und ADHS mit Betonung auf H, dass ich ein der Realität nahes Selbstbild habe. Ich weiß, was ich kann und ich weiß, was ich jetzt gerade nicht kann und warum es nicht geht. Das erfordert jedoch einen langen Prozess, über Jahre, und die Möglichkeit, sich selbst immer wieder im Gespräch mit Fachkräften, mit Supervisoren, zu reflektieren. Allein im stillen Kämmerlein gibt es keine Reflektion. Und ein Bub mit 10 Jahren hat sehr begrenzte Fähigkeiten zur Selbstreflektion, wie wie Erwachsenen sie kennen. Und vermutlich auch wenig Bock, sich ständig mit irgendwem an den Tisch zu setzen um über sich zu sprechen. Gerade in der (Vor-)Pubertät ist es wichtig, Sensibilität walten zu lassen. Druck ist da äußerst kontraproduktiv.

Dennoch bleibe ich dabei: Dein Sohn braucht Reflektion, in einem seinem Alter entsüprechenden Format!- und kein Auflaufen-lassen. Er muss für sich heraus finden, was ihm wirklich liegt, was ihn wirklich interessiert. Wie sorgst du dafür?

Und parallel dazu benötigt er ein Geländer, an dem er sich entlang hangeln kann. Er braucht einen Coach, der das totale Chaos im Kopf zwischen HB und möglichem Aufmerksamkeitsdefizit für ihn und insbesondere mit ihm immer wieder neu sortiert, betrachtet, ausrangiert. Aber bitte kindgerecht!! In erster Linie ist er ein KIND, erst dann HB oder von mir aus ADHS oder Diabetiker oder Harry Potter-Hasser oder oder oder. HB ersetzt nicht die Lebenserfahrung!
Lass deinen Sohn seine Erfahrungen machen- aber lass ihn nicht auflaufen. Das ist verletzend. Wenn er sich nicht auf Mama verlassen kan- auf wen dann?

Eine "realistische" Selbsteinschätzung bleibt dennoch ein Konstrukt, denn es gibt keine Wahrheit, es gibt immer nur die eigene Wahrheit! Und: Eine "realistische" Selbsteinschätzung heißt noch lange nicht, dass man auf seine Fähigkeiten zugreifen kann.  :zwink:

und mir geht es darum, klarzustellen, daß auch aus einem therapierten adsler kein "normales" hb-männchen wird.

:smt023:

1. HB ist generell KEIN Problem. 80% der HB sind weder auffällig noch getestet. (Siehe Rost-Sudie)


Zu Studien sag ich jetzt mal gar nix- du wirst zu dem Thema 923747 Studien mit vollkommen verschiedenen Ergebnissen finden.  :zwink: Und du findest Studien, dass Studien für die Tonne sind.
(Schon interessant, dass 80% der HBchen ungetestet seien- woher weiß man dann, dass sie HB sind? Vielleicht doch getestet?  :ichboss: Bitte nicht ernst nehmen ... das ist keiner Diskussion würdig.)

Ich kann nicht genau sagen, was es ist, aber ich habe sehr viel Empathie für deinen Sohn. Ich hoffe, das hast du auch.  :ja1:

Nimm´s mir nicht übel, ja?!  :wu:
Zuletzt geändert von Sandiris am 22. Mai 2012 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Ich mache Flüchtsigkeitfehler und verdehre Buchtsaben.
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon graffiti » 22. Mai 2012 16:21

ich klopp in die tonne, was ich schreiben wollte - sandiris hats besser gemacht  :smt023:
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon nixe » 22. Mai 2012 17:08

[quote=&quot;ZeckenundFloehe&quot;]
Das ist alles viel zu schön geredet. - Es ist schön aber leider sehr schwer relaisierbar.

.........

Ich stelle die Behauptung auf, dass es nicht möglich ist, dauerhaft (oder es reicht überwiegend) sich selbst realistisch einzuschätzen.
[/quote]


Gibt es eigentlich einen bestimmten Grund für Deine Hoffnungslosigkeit ? Mir gibt das richtig einen Stich, Dich so resigniert schreiben zu lesen. Im Moment gibt es doch erstmal die Aufgabe "Abwarten, welches Ergebnis die Diagnostik bringt".

Die Enttäuschung, was die potentielle Ablehnung noch gar nicht ausgewählter,  geschweige denn angesprochener Therapeuten angeht, oder überhaupt die Aussicht auf Verbesserung - die macht mich traurig. Ist doch vollkommen verfrüht, die Flinte ins Korn zu werfen, bevor letzteres überhaupt gewachsen ist.

Es GIBT Aussicht auf Besserung. Es wird keinen Schalter geben, der nur eingebaut werden muss und schon kann man auf "immerzu glücklich" schalten. Natürlich macht es einen Unterschied, Bescheid zu wissen und aktiv einen gesunden Umgang mit sich selbst und seinen ureigenen Eigenschaften zu erlernen.

Weder ADS noch HB muss man irgendwie substrahieren, um einen glücklichen Menschen zu bekommen.

Kopf hoch, so düster ist das alles nicht, wie es sich im Moment vielleicht für Dich anfühlt.
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
graffiti
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon graffiti » 22. Mai 2012 18:53

ich fürchte, die hoffnungslose note geht auf mein konto  :upsi: - das liegt daran, daß ich in jüngerer vergangenheit mal wieder übel auf der nase gelandet bin.
gestolpert über - na, eben? völlig überzogenen leistungsanspruch.
drum ist das grad mein thema.

Weder ADS noch HB muss man irgendwie subtrahieren, um einen glücklichen Menschen zu bekommen.

nein, muß man nicht.
wenn man lernt, mit beiden tierchen umzugehen.
und genau auf dem weg seid ihr ja.
viel erfolg wünsch ich euch  :wu:
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon ZeckenundFloehe » 23. Mai 2012 16:54

Hallo!

Grafitti hat mich mit der Weissagung, dass nur wenige aus der Klemme HB + ADS herauskommen, mir den Mut genommen.

Ich würde nicht den Weg einer Diagnostik gehen, wenn ich mir davon nicht verspäche, dass es zu 70% irgendeine Art von Hilfestellung gäbe. Die kann  meinetwegen besser oder schlechter sein, aber mit einer Aussicht, dass man eher gar nichts ausrichten kann ... dann kann man sich das Brimborium schenken und als persönliches Pech sehen. Da ich es aber weiß, dass es nicht so toll ist,  will ich mich bemühen ihm diese Erfahrungen zu ersparen, die man so machen kann, wenn man weiß es ginge viel besser und größere Faulenzer, und Dummköpfe ziehen scheinbar mühelos und wie durch Wunderhand an einem vorbei. Nein, ich konnte mich mit sowas nur mit viel Tränen abfinden, und eben nicht hinnehmen - es ist der persönliche Ehrgeiz und weder Druck von aussen, noch von einer Leistungsgesellschaft. Daher ist es auch so, dass die Selbsteinschätzung einem was sagt, aber das Ergebnis ein anderes ist! Es zehrt sehr am Selbstwertgefühl. Und ich weiß, dass es "von alleine" ohne Hilfe nicht zu überwinden ist, einfach mal das zu zeigen was man drauf hat.

@Graffitti:
Überzogener Leistungsanspruch - manchmal erreicht man die selbstgesteckten Ziele nicht. Überzogener Leistungsanspruch würde ich nur dann als Erklärung gelten lassen, wenn völlig klar ist in der Nachbetrachtung, dass das Ziel nie zu erreichen gewesen wäre mit egal welcher menschlicher Leistung.

LG, ZeckenundFloehe.
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon Matara » 23. Mai 2012 17:26

Hallo Zeckenundfloehe,

lass dir den Mut noch nicht ganz nehmen.  :ja1:
Mein Sohnemann hat das gleiche "Luxusproblem" Wir haben ihn Ende der 4. Klasse testen lassen, allerdings eigentlich wegen des ADHS. Die Klassenlehrerin bestand dann noch darauf, ihn auch wegen HB testen zu lassen.
Es kam genau das raus was wir vermutet hatten.
In der Schule hatte er so gut wie keine Probleme, trotzdem hat die testende Dame eine Empfehlung für Medis ausgesprochen, der ich natürlich sofort widersprochen habe. Es hat doch immer alles gut geklappt, trotz ADHS, alles war gut.
Sie hat uns prophezeit, dass wir es dann in der 5.-6. Klasse auf dem Gymnasium schon sehen würden, dass er daran verzweifelt, dass er merkt anders zu sein.
Von ihm kam auch der Spruch: Ich weiss dass ich das weiss, aber mein Hirn gibt es nicht frei.
Als er nur noch heulend über den Hausaufgaben gesessen hat und sich pausenlos selbst schlecht gemacht hat, war für uns der Punkt erreicht es doch einmal mit Medis zu versuchen. Und was soll ich sagen, seit dem ist er in den meisten Fällen in der Lage sein Potenzial zu zeigen. Er ist jetzt in der 6. Klasse und es geht uns und ihm gut.
Die Lehrer waren sehr erstaunt, weil keiner gemerkt hat, dass er ADHSler ist. So sehr hat er sich zusammen gerissen um nicht aufzufallen.
Zu den Medis macht er begleitend eine Gruppentherapie in der die 4 Jungs zusammen reflektieren, wie die Woche und ihr Verhalten war und was man besser machen könnte und wie sie auf andere wirken.
Die Therapie hatten wir schon nach der Diagnose angefangen, aber erst seit er die Medis nimmt bringt sie ihm auch was.
Ansonsten kann ich dir nur empfehlen ihn mit nichtschulischen DIngen zu fordern, damit das Gehirn was zu arbeiten hat, was nicht auf Leistung ausgelegt ist. Schau ob es eine Uni bei euch in der Gegend gibt die interessante Themen anbieten. Wenn das Gehirn genug zu tun hat werden sie auch ruhiger. Glaub mir.
Nicht verzweifeln.  :winken:
Liebe Grüße

Matara
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon KleineFeder » 23. Mai 2012 19:06

Da kann ich matata nur zustimmen. Ich bin selbst so ein Kandidat, also ADS+HB.

Ich habe meine Diagnose allerdings erst vor 4 Jahren im Erwachsenenalter bekommen.

Ich habe einen langen und steinigen Weg, vor allem vor der Diagnosestellung, aber auch schon damit hinter mir.

Mittlerweile bin ich an dem Punkt, wo ich schaue, dass ich mir mein Leben so gestalte, wie es zu mir passt.

Klar muss ich mich in einem gewissen Grade an die Gesellschaft anpassen, aber nur so viel, dass ich nicht völlig heraus falle. Sich dauernd mit Normalos zu vergleichen und versuchen den "Norm"Ansprüchen gerecht zu werden bringt nix, ausser dass man mit der Zeit immer häufiger aneckt und die Kompensationsmechanismen immer schneller zusammenbrechen. Das kostet einfach zu viel Energie und Kraft etwas erreichen zu wollen, was von der Hirnchemie nicht möglich ist.

Also Zeckenundfloehe, ich kann Dich nur ermutigen eine umfassende Diagnostik bei Deinem Sohn anzustreben. Denn nur wenn Du weisst wie Dein Sohn die Welt wahrnimmt und erlebt, wo seine Schwächen, aber auch Stärken liegen, kann er die Hilfen bekommen, die er benötigt.

Eine richtige Diagnose ist zwar kein Allheilmittel, aber erleichtert manches doch sehr.
Schlechte Zeiten wird es auch immer geben, aber so ist das Leben halt, egal ob mit oder ohne ADS, HB, ...

Wenn Du nichst unternimmst, wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nichts ändern.

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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon Matara » 23. Mai 2012 19:27

Hallo Kleine Feder,

Matata hört sich auch lustig an, sollte ich mal überlegen zu ändern.  :ichboss:

Ich habe gerade auch bei einem anderen Traid bereits geantwortet, dass es ja gut ist, das die Diagnostik in verschiedene Bereiche unterteilt ist.
Da sieht man dann wo man fördern oder aber auch fördern kann und muss.
Meiner hat in der Rechtschreibung massive Probleme, obwohl er unglaublich viel liest.
Inzwischen hat er aktzeptiert das es nicht besser geht. Grammatik 1 und in der Rechtschreibung halt ne 5. Die neue Deutschlehrerin konnte meine Gelassenheit deswegen gar nicht verstehen.
Aber was nutzt es mir und vor allem meinem Kind, wenn wir uns stressen für etwas was für ihn nicht zu ändern ist. Er hat halt andere Stärken.
LG

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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon KleineFeder » 23. Mai 2012 20:39

[quote=&quot;Matara&quot;]
Hallo Kleine Feder,

Matata hört sich auch lustig an, sollte ich mal überlegen zu ändern.  :ichboss:

[/quote]

uuppsssss..... :schäm:

Gelobe Besserung.... :zwink:
Zuletzt geändert von KleineFeder am 23. Mai 2012 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon ZeckenundFloehe » 24. Mai 2012 12:27

@Matara:

Ja genau sowas stelle ich mir vor!!!! Das sind die Erfolgsstories die ich brauche!

Danke!
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon Matara » 24. Mai 2012 12:39

Kannste gerne öfter haben.  :breitgrinse1:

Es gibt so ein nettes Buch.
Da soll man jeden Tag 3 schöne Erlebnisse reinschreiben.
Hilft ungemein in schlechten Zeiten.

LG

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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon schnine » 4. Juni 2012 11:30

Hallo zusammen, möchte hier auch mal etwas dazu beitragen  :winken:

Bei meiner Tochter wurde im Alter von 4 Jahren HB festgestellt, sie wurde mit 5 Jahren und 3 Monaten eingeschult. Es lief alles super bis Weihnachten, dann wollte sie nicht mehr hin, denn sie kannte ja alles. Also haben wir mit Klavier angefangen. Die ersten 3 Klassen war sie im oberen Drittel von den Leistungen, in der 4.Klasse ging es steil bergab.
Sie konnte den Stoff, hat alles verstanden, aber in den Proben schrieb sie überwiegend 5er und 6er. Ich bin dann in den Sommerferien ins SPZ und die Diagnose lautete ADS. Wir haben zu Beginn der 5.Klasse (Hauptschule) mit Ritalin angefangen und es hängt noch etwas am seidenen, aber da meine Tochter uinbedingt aufs Gymansium will (laut eigener Aussage will sie studieren), wird es wohl klappen, dass sie aufs Gym geht.
Sie wird auch die fünfte Klasse wiederholen, sie ist ja noch jung, sie wird am Freitag 10 und ist Ende 5.Klasse.
Das Ritalin hat ihr in der Schule sehr geholfen, die Situation zu Hause hat sich nur wenig verändert. Sie wäscht sich nicht, kommt nicht zum Essen, trödelt ewig rum, Zimmer ist eine einzige Katastrophe. Wir haben das auch trotz Ergotherapie nicht in den Griff bekommen.
Aber ich muss dazu erwähnen, dass es ihr besser geht, sie kann ihr Wissen wieder umsetzen und kommt auch besser im Alltag zurecht.
Ich hoffe, ich konnte etwas weiterhelfen...

Gruß
schnine
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon ZeckenundFloehe » 4. Juni 2012 11:51

Hallo Schnine!

Es ist schön zu hören, dass Deine Tochter sich wohl fühlt mit der derzeitigen Situation und Mut gefasst hat sich hohe Ziele zu stecken. Ich wünsche Euch, dass sie ihren Wunsch-Weg gehen kann.

Woran lag es dass Ergo nicht genutzt hat? - deine Vermutung, wissen kann man es ja nicht.

LG, N.
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Re: ADS -Therapie bei HB

Beitragvon schnine » 4. Juni 2012 13:05

Es ging bei der Ergo immer um ein gewisses Thema. Das mit den Hausaufgaben-Aufschreiben hat dann etwas besser geklappt, aber der Plan mit dem selbstständig Duschengehen oder auch mal ein wenig das Zimmer in Ordnung halten, ging nicht auf. Wenn ich sie nicht ständig erinnern würde oder meistens wasche ich sie ja dann, würde sie nie im Leben auf die Idee kommen, sich zu waschen, Zähne zu putzen oder frische Wäsche anzuziehen. :icon_rolleyes:
Aber wir üben, üben, üben....  :zwink:

LG
Schnine

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