Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

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caithlin
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Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon caithlin » 19. November 2011 15:10

Hallo,
Wer kennt sich aus mit IQtestungen bei HB-Kinder?
Worauf soll man unbedingt achten?
Gibt est IQtest die besser oder weniger geeignet sind?
Wenn die Psych wenig Erfahrung haben sollte mit HB-Kinder, soll ich es denn sein lassen? Allerdings wissen wir echt nicht ob sie HB ist, es wäre wegen ihr schulisches Verhalten aber so langsam sehr sinnvoll dies zu erfahren...und wo ich sonst hingehen könnte weiß ich auch nicht, haben ja schon so ewig lange auf der Warteliste gestanden.

Dazu kommt: Unsere Tochter blockiert schnell wenn sie meint daß sie etwas nicht (100%) kann. Und wenn etwas schnell gehen muss auch. Soll ich das erwähnen?

Unsere Tochter (8) wird demnächst auf ADHS getestet und es soll eine verkürzte (?) IQtest gemacht werden. Hatte aber gerade Elterngespräch bei der Lehrerin und sie hat mehrmals angedeutet sie arbeitet ziemlich unter ihren (vermuteten?) Niveau, bzw könnte viel besser sein, ein Einzerkandidat. Auch ihr Sprachgebrauch und Rechtschrebung seien weit überdurchschnittlich.

Ich habe unsere Tochter nie als HB angesehen.Allerdings hat unser Sohn sehr hoch abgeschnitten auf IQtests. Aber er war da (rückblickend) schon immer ein sehr viel wissensdurstiger Junge mit einige auffällige Begabungen. Da ist meine Tochter so unterschiedlich, manchmal sogar sehr dusselig.

Danke für eure Antworten!
caithlin
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon junior » 19. November 2011 16:40

Hallo !

Wenn Ihr eine ADHS Diagnosstik anstrebt, wird automatisch ein Intelligenztest durchgeführt.

Ein weiterer IQ-Test wird dann überflüssig. Der Intelligenztest bei der Diagnostik wird von der Krankenkasse übernommen, ein privater Test müsst ihr aus eigener Tasche bezahlen und der kostet dann zwischen 350 und 500 Euro. Vor allem benötigt ihr keine 2 Teste, um eine eventuelle Hochbegabung zu diagnostizieren. Der Test beim Kinderpsychologen/Kinderpsychiater reicht dann völlig aus.

Gruß
junior
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon No User » 19. November 2011 18:20

Hallo caithlin,

"dusselig", vielleicht auch langsam und verträumt könnte auch eine ADS machen und das muss nicht viel über die Intelligenz aussagen.

Eine anständige AD(H)S-Diagnostik sollte einen geeigneten Intelligenztest enthalten. Die Auswahl des nach Alter und Situation passenden kannst du dabei ruhig den Fachleuten überlassen (aussuchen kannst du ihn sowieso nicht).

Wenn die Psychologin sich mit AD(H)S auskennt, wird sie auch beim Intelligenztest nicht nur auf das Endergebnis (den IQ) achten, sondern auch den Testverlauf beobachten und Unterschiede in verschiedenen mehr oder weniger von der Konzentrationsfähigkeit abhängigen Testteilen beachten. Außerdem kann sie Bedingungen schaffen, die das Kind bei der Bearbeitung des Test beim Erhalt seiner Aufmerksamkeit unterstützen.

Bei uns gibt es klare Vorgaben, wo so ein Test gemacht werden muss, wenn er Einfluss auf die weitere schulische Laufbahn (evt. Hochbegabtenförderung) haben soll. Das sind hier zum Einen die schulpsychologischen Beratungstellen der Schulämter (die in Form von Gruppentests testen, was in Grenzfällen nicht so optimal ist). Dafür kostet das nichts, außer eine sinnvolle Begründung wie z.B. die Aussagen eurer Lehrerin.

Zum Anderen werden hier noch für das ganze Flächenland Tests von genau zwei Stellen an Unis anerkannt. Dort muss man allerdings schon froh sein, wenn die Warteliste zumindest offen ist und beachtliche Kosten entstehen da auch. Die Testergebnisse aus psychologischen Tests im Rahmen etwa einer ADHS-Diagnostik werden hier dafür nicht anerkannt.

LG
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caithlin
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon caithlin » 10. April 2012 20:57

So, wir haben jetzt die Ergebnisse, die in 100er Bereich liegen (Hawik4). Irgendwas mit rechnen weit überdurchschnittlich, Arbeitstempo sehr unterdurchschnittlich.
Auditiv sehr stark, Visuel sehr schwach. Ansonsten ADS deutlich ausgeprägt.
Irgendwie ein Ergebnis wo ich nicht wirklich was mit anfangen kann, außer daß wir neulich festgestellt haben (nach der Testung) daß sie ziemlich schlecht sieht.  :huh: Haben wir denn so daneben gelegen oder ist das IQ ziemlich nach unten 'gezogen' durch ihr ADS?

Rat von der Psychologin: erwarten sie nicht zu viel von ihrem Kind. Aber MPH braucht sie nicht, sie word ihr ADS schon mit ihre Intelligenz auffangen können.  :eusa_doh:
Bin gespannt wie ihre Lehrerin das so sieht.


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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon junior » 11. April 2012 11:57

Hallo !

Wir haben auch gerade den HAWIK IV vorliegen.
Falls du hierzu bestimmte Fragen hast, kann ich gerne versuchen, dir diese zu beantworten.
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Melli15
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon Melli15 » 12. April 2012 13:44

hallo
wir hatten vor kurzen einen leistungstest beim J. ergebniss na ja durchschnittlich sprachlich sehr begabt sogar in diesen bereich mit 132 IQ hochbegabt auch die anderen waren sehr gut aber alles was mit tempo arbeitsverarbeitung wie schreiben usw zu tun hat ist unser J. mit 70 IQ sehr schlecht

diese test sagen aus wo die kinder ihre stärken haben und ihre schwächen und wenn man dann bei unseren J: sieht was er auf den kasten hat aber seine ganze wertung durch seine langsame arbeitsweise runterzieht ist einfach nur schade

sei doch froh wenn er überall 100 hat das ist der durchschnitt und doch ganz gut
Lg Melli mit
J(2002). ADHS mit ADHD with sluggish cognitive tempo spezielle unterform des adhs ;
L.(2005)  Mikrozytäre Anämie,  und ADHS ;
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon caithlin » 12. April 2012 19:02

@ Melli,
Ich finde es auch gar nichts schlimmes daß das Ergebnis im Durchschnittsbereich liegt. Im Gegenteil, mit der HB von unsere Sohn ist es längst nicht immer einfach gewesen...

Mit bleiben nur die 3 Fragen:
- inwiefern die Testergebnisse vom ADS beeinflusst wird und/oder
- warum sie in der Schule (sogar mit ihr unkonzentriert sein) teils sehr gute Leistungen hat (und dann wieder schlecht-ich nehme jetzt an ADS-bedingt)
- ob wir so falsch gelegen haben: die Lehrerin und wir (extended Family) haben sie irgendwie höher eingeschätzt

@ Junior
So ganz spezielle Fragen bezüglich des Testes habe ich nicht, ausser die obenstehenden.
Allerdings haben wir jetzt die Papiere, da steht drin, daß der Test jetzt WISC-IV heißt.
Und bei den Bemerkungen, daß das Ergebnis etwas beeinflusst wurde weil sie im Verarbeitungsgeschwindigkeit von rechts nach links gearbeitet hat. Ob das häufiger vorkommt? (hatten sie im Gespräch nicht erwähnt also konnten wir nicht nachfragen). Unter Berücksichtigung von diese Besonderheit wäre die Arbeitsgeschwindigkeit nicht 81 sondern 94. Vielleicht sollte sie später arabisch lernen  :zwink:

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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon Melli15 » 16. April 2012 06:57

hallo
ich kann nur von uns sagen das das adhs die testergebnisse sehr beienflusst haben
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon Klärchen » 16. April 2012 09:16

Hallo caitlin,

diesen Link finde ich in dem Zusammenhang sehr hilfreich.

http://www.ads-selbsthilfe.de/index.php ... &Itemid=63


Anzeichen ADS und HB sind sehr ähnlich. Und nicht jedes Kind, dass im IQ-Test bei ADHS-Diagnostik überdurchschnittlich abschneidet ist gleich HB.

Viele Anzeichen/Kriterien schliessen schon die HB aus, die bei ADHS nunmal typisch sind. Zur HB gehören auch die Dinge, die bei ADHS eben so gar nicht gehen. Du kannst dir das mal in dem Link herauslesen aber unabhängig von dem Link, hatte ich sehr intensive Gespräche mit einer befreundeten Kinderpsychiaterin, die mir das genauestens erklärt und erläutert hat.

Das intelligentere Kinder wesentlich besser die ADS kompensieren können ist logisch und so würde ich lieber dann erst mit Medikamenten anfangen, wenn der Leidensdruck für das Kind  zu groß wird. Meist wird er das in der 3ten/4ten Klasse. Oder eben die Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen wie: Längere Zeit für Tests, ruhigerer Raum.

Ich habe leider den Kampf gegen Windmühlen satt und auch keine Kraft mehr mich mit Lehrern, Rektoren, Schulen auseinander zu setzen. Wenn meine Batterien wieder voller sind, dann vielleicht.

LG
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon Hanghuhn » 16. April 2012 15:34

Deine Tochter hat ADS. Vertrau den Beobachtungen ihrer Lehrerin! Sie scheint erfahren zu sein und wird richtig liegen.

Weil ich selbst ADS habe, kann ich Dir aus eigener Erfahrung berichten. Ich bin schon im Kiga durch überdurchschnittliche Kreativität aufgefallen, konnte schon mit 4 Jahren rechnen, ohne dass mir das jemand beigebracht hätte, habe in der Schule alles verstanden, war den Mitschülern in den meisten Fächern (dei mich interessierten) weit voraus. Meine Noten waren gut bis sehr gut, spiegelten aber trotzdem nicht mein Leistungsvermögen wider, weil ich ständig "Leichtsinnsfehler" machte. Ich stand in fast jedem Fach nahezu immer zwischen 1 und 2. Das heißt, ich wusste nie genau, ob ich noch eine 1 kriege, oder ob es schon zur 2 kippte. In den wenigen für mich nicht so interessanten Fächern fand das gleiche Drama eine Note höher (also zwischen 2 und 3) statt. Über meinen IQ-Test will ich hier nicht allzu viel sagen, ich war jedenfalls viel zu aufgeregt, mir ist ein Fehler passiert, der mein ganzes Testergebnis nach unten gezogen hat.

Die meisten (ich kenne nichts anderes) IQ-Tests testen, ob der Proband in einer vorgegebenen Zeit, die ziemlich knapp bemessen ist, vorgegebene Aufgaben verschiedener Art lösen kann. Das Problem für einen ADS-ler ist die Zeit. Man geht davon aus, dass ein HB diese Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen kann. Das trifft aber nicht unbedingt für ADSler zu, weil sie sich an einzelnen Aufgaben "aufhängen" und deshalb das Pensum nicht schaffen. Intelligenz hat etwas mit Lösungskompetenz zu tun, das ist für ADSler, weil der Zeitfaktor eine große Rolle spielt, schlecht testbar.

Du kannst damit rechnen, das der IQ Deiner Tochter höher als nachweisbar ist
LG Hanghuhn
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Re: Testen von mögliches HB-Kind: worauf achten?

Beitragvon caithlin » 17. April 2012 18:45

Danke für eure Antworten. :nicken:

Waren heute mit den SPZ Ergebnisse beim KiPsy. Wir haben uns jetzt auf eine Periode eingelassen, wo wir sehr genau dokumentieren wie es so läuft. Auch versuchen wir eine Ergo (evt mit Neurofeedback oder Konzentrationstraining) zu bekommen um sie zu unterstützen. Die Lehrerin wird demnächst informiert und wir machen ein Verstärkerplan.

Die Therapeutin und wir erwarten aber keine große Erfolgen, aber vielleicht ist es genug....sollte ihre Leidensdruck zu hoch werden, ist ein medikamentösen Versuch kein Problem. Sie meinte auch noch, daß wir durch unser Sohn (mit stark ausgepr. ADHS) schon sowieso so erprobt sind und die wichtige Sachen zu Hause machen, da ist nicht mehr viel zu holen...auch die Lehrerin ist gut, die Klasse klein und strukturiert. Sie hat uns 'vorbereitet' daß es auch möglich wäre nur zeitweise (z.B. in der Pubertät) da mit MPH unterstützen zu müssen.

Sie glaubt, daß sie unter ihre Kapazitäten arbeitet und dies anstrengend für sie sei. Auch da müssen wir ein gutes Auge auf sie halten.
Das werden wir!

Was ich schade finde, ist das der Übertritt bei uns schon nach der 4. Klasse ist. Ich hätte sie gerne noch ein Jahr in der GS (sie ist auch die allerjüngste in ihre Klasse), aber es gibt leistungstechnisch nicht wirklich ein Grund. Aber man merkt das schon, von der emotionale Reife. Manche Kinder sind 2 Jahr älter...



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