IQ-Test muss wiederholt werden

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cosima
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von cosima » 15. März 2011 13:50

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Wir sprechen aber schon über die "Kombi", gell?? Das ist nämlich ein himmelweiter Unterschied.

Worauf ich hinauswollte, bei der Kombination von Hochbegabung PLUS ADS = Letzteres ist da die "Baustelle" !!

Und eine entsprechende "Förderung" stellt hier eine quasi nicht zu bewältigende Anforderung dar. Die Automatisierung durch Wiederholung, um nur EIN Beispiel zu nennen - für ADS-Kinder ein absolutes "Muss" - weil sie nämlich entschieden länger und "Mehr" an Wiederholungen brauchen, bis etwas automatisiert wird. Hochbegabte Kinder HASSEN Wiederholungen. Sind ja soooo laaaangweilig.... Und vieles, bei dem es um Zusammenhänge geht, begreifen sie ja quasi automatisch - also warum sich da bei anderen Bereichen anstrengen - und zwar MEHR als ein normalbegabtes Kind - allerdings mit weit weniger erfolgreichen Ergebnissen...

Ein -vielleicht lächerliches?- Beispiel: Mein nachgewiesenermaßen hochbegabter (ADS-geplagter....) älterer Sohn hat JAHRE gebraucht, bis er die Zahlen den Monaten zuordnen konnte. (Und wirklich wie aus der Pistole geschossen kommt es mit jetzt 17 immer noch nicht...!!) Also: Der 7.9. ist der 7. September. EWIGKEITEN musste er da immer von Januar beginnend durchzählen.  :icon_rolleyes:  Unglaublich, oder??? Sein Bruder hatte das mit 4 schon verinnerlicht. Nun ja - da hätte striktes Auswendig-Bimsen genützt. Was natürlich als völlig überflüssig erachtet wurde.

Da könnte ich -zig Beispiele aufzählen - lassen wir es bei den guten alten Vokabeln bewenden.... Unnötig, zu sagen, dass er am Sprachenlernen fast schulisch gescheitert wäre...

Der -ich betone noch einmal: In Fachkreisen umstrittene!!!!!!!- Tester in FFM hat z.B. ein "Problem" mit der Akzeptanz der Doppel-Kombi. Und da ist er in D leider nicht der Einzige. So nach dem Motto: Wenn Hb festgestellt, ist ADS ausgeschlossen.

Und das ist, mir sind genügend Beispiele begegnet- für die betroffenen Kinder eine Katastrophe!
Ein grober Fehler, da auf die Hb abzuheben - und den "Rest"  :icon_rolleyes: zu "leugnen"...

Ist mir zu Beginn ganz ähnlich gegangen. Und auch im Bekanntenkreis hat genau DAS (bei eben diesem Tester) für jahrelanges Leiden des -umgehend gesprungenen- Kindes gesorgt...

Ich bin damals nach einem "Überforderungs-Kollaps" meines juniors GANZ schnell zurückgerudert. Sonst wäre es sicherlich schlimmer gekommen.
Und es war auch so nicht leicht...

Cosima
regentrude
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von regentrude » 16. März 2011 12:37

Hallo Cosima!

Ich stimme dir zu, dass die unheilvolle Kombi ADS+hb anders behandelt werden muss, als ein Underachiever, der "bloß" hb ist. Ich habe über Underachiever gesprochen, die sich durchaus verhaltensauffällig zeigen können, wenn sie "falsch" behandelt werden.

"Mein" Experte hat entweder dazugelernt (das soll´s geben;-) oder ist ein anderer, vom Springen rät er z.B. dringend ab, wegen der sozialen Entwicklung, weil die Kinder nicht glücklich werden, wenn man versucht, sie auf Höchstleistung zu trimmen und vergisst, dass man es mit ganz normalen Kindern zu tun hat, die eben besonders begabt sind. Er rät z. B. auch davon ab, die Kinder zu den zahlreichen Kursen für hb´s (verschiedener Anbieter) zu schleppen. Alles nicht gut, sagt er.
Für mich ist das, was er sagt, sehr schlüssig, und spricht mich wesentlich mehr an, als wenn mir die Schulsozialpäd. sagt, Sohn müsse sich erst durch den anspruchslosen Kram quälen, um zu beweisen, dass er hb sei. Für mein Kind unerträglich, er hätte das nie gemacht, stattdessen hat er sich vollständig verweigert. Mit den Argumenten des Experten gelingt es nun meist, eine angemessene Förderung zu erhalten (im wesentlichen anspruchsvolleres Material und eigene Projekte, die selbständig zu verfolgen sind) und das Kind ist tatsächlich wie ausgewechselt. Meistens zumindest;-))
Als ich mich allein auf die Fachkompetenz der Schule verließ, stand mein Kind schon mit einem Bein in der Erziehungshilfe, war nahezu nicht beschulbar.

Was ich eigentlich sagen wollte ist: Man muss schon genau hingucken, natürlich gibt es ADS+hb, aber es gibt auch hb+Verhaltensauffälligkeit wegen Unterforderung, beides muss unterschiedlich behandelt werden. Im einen Fall mehr das ADS, im anderen Fall durch angemessene Förderung:-)

lg
regentrude
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Hanghuhn
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Hanghuhn » 30. April 2011 10:24

Ojeh, ist das alles kompliziert! Ich bin der Meinung, auch hochbegabte ADSler brauchen ganz dringend Förderung, aber in Maßen. Es darf sie nicht überfordern, es muss Spaß machen, und es muss genug Platz für andere Dinge lassen.

[quote="regentrude"]
... und spricht mich wesentlich mehr an, als wenn mir die Schulsozialpäd. sagt, Sohn müsse sich erst durch den anspruchslosen Kram quälen, um zu beweisen, dass er hb sei.[/quote]
Für einen Schulsozialpädagogen schon sehr komisch! Ist Ihm in seinem Job noch kein hb Kind begegnet, oder kommt keines mehr zu ihm, weil sie mit seiner Auffassung nichts anfangen können? Hilft ja nicht wirklich weiter! Diese oder eine ähnliche Auffassung vieler Pädagogen macht, dass die Kinder ganz schnell den Spaß an der Schule verlieren. Ist doch schade, oder ...?!

[quote="cosima"]
Und eine entsprechende "Förderung" stellt hier eine quasi nicht zu bewältigende Anforderung dar. Die Automatisierung durch Wiederholung, um nur EIN Beispiel zu nennen - für ADS-Kinder ein absolutes "Muss" - weil sie nämlich entschieden länger und "Mehr" an Wiederholungen brauchen, bis etwas automatisiert wird. Hochbegabte Kinder HASSEN Wiederholungen. Sind ja soooo laaaangweilig.... Und vieles, bei dem es um Zusammenhänge geht, begreifen sie ja quasi automatisch - also warum sich da bei anderen Bereichen anstrengen - und zwar MEHR als ein normalbegabtes Kind - allerdings mit weit weniger erfolgreichen Ergebnissen...
[/quote]
Das mit den Wiederholungen kenne ich auch. Die Kunst dabei ist, den gleichen Aufgabentypus in unterschiedlichen Varianten zu wiederholen. Da ist der Aufgabensteller unheimlich gefordert, und er hat immer schlechte Karten, weil der kleine hb ADSler das Spiel viel zu schnell durchschaut, das heißt, es wirkt auch nur begrenzt. Für einen hb ADSler sind solche Aufgaben, wie sie bei den meisten Intelligenztests gestellt werden, denkbar ungeeignet. Er braucht Knobelaufgaben, richtig harte Nüsse, für die er aber alle Zeit der Welt hat, bei denen es aber auch nicht um Zeit geht. Das Ziel muss die Lösung der Aufgabe sein, nicht die Kürze der Zeit, die er für die Lösung braucht.
LG Hanghuhn
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