IQ-Test muss wiederholt werden

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Igraine
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IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Igraine » 19. Dezember 2010 20:07

Hallo,

bei meinem 5 Jährigen Sohn wurde im Oktober ein IQ-Test gemacht, da die Kinderärztin eine HB vermutete. Es wurde das K-ABC gemacht, mit dem Ergebnis, dass er in den 1. beiden Bereichen( in denen das Kurztzeitgedächnis, die Aufmrksamkeit und Wahrnehmung gefragt sind) im durchschnittlichen bzw. teilweise unterdurchschnittlichen Bereich liegt, und in den schulischen Fertigkeiten im Bereich der Hochbegabung liegt. Die Kinderärztin riet uns den Test nochmal zu wiederholen, wenn er auf Medis eingestellt wurde( wird anfang des Jahres erfolgen, da die ADS bei ihm sehr stark ausgeprägt ist und selbst die Ergotherapie so nichts mehr bringt).

Wie waren eure Erfahrungen damit?
Wie hat sich das Medi auf das Testergebnis ausgewirkt?
Unser erster Test ist so noch nicht aussageräftig.

Lg
Igraine
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kleiner Hypie
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von kleiner Hypie » 19. Dezember 2010 20:19

Hallo,

hm, wozu braucht ihr den Test? Bzw. was würde das Ergebnis des Testes ändern?

Man kann den Test wiederholen, aber wozu? Ich weiß nicht, inwiefern das dann aussagekräftig ist. Das wäre dann der Wert unter Medikation, aber wozu braucht man den?

lg, kH
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Katzelschopf
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Katzelschopf » 19. Dezember 2010 20:47

Ich halte das für sinnvoll. Hochbegabung und ADS beeinflussen sich gegenseitig. Einerseits kann man durch die Begabung eine Menge kompensieren - andererseits ist die Langeweile oft sehr viel größer, was die ADS-Symptomatik verschärft. Wenn man bescheid weiß kann man das Kind gezielt foerdern und fördern.

Viele Grüße,
Christine
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kleiner Hypie
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von kleiner Hypie » 19. Dezember 2010 22:18

Und das willst du von einem Test abhängig machen???
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dino
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von dino » 20. Dezember 2010 01:06

[quote="Katzelschopf"]
Wenn man bescheid weiß kann man das Kind gezielt foerdern und fördern.

[/quote]

Jedes Kind, egal ob Hochbegabt, Teilbegabt, Begabt oder Normal oder Unterbegabt, sollte nach den spezifischen Fähigkeiten und Interessen gefördert werden, damit aus Anlagen auch wirkliche Begabungen werden. Und nicht selteneiner ist ohne HB, aber mit Disziplin (Sitzfleisch, gelernt sich anzustrengen, kann Frustration aushalten) erfolgreicher als ein HBler (und auch vielseitiger).
[center]
"Lass uns endlich diese überflüssige Diskussion über den Sinn des Lebens beenden!",
sagte die Katze zur Maus und fraß sie auf.
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kleiner Hypie
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von kleiner Hypie » 20. Dezember 2010 01:28

Danke dino.
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melinamaus
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von melinamaus » 20. Dezember 2010 05:50

Hallo Lgrain,

klar sind die Ergebnisse unterschiedlich, wenn du den Test unter Medikation wiederholst. Aber das Ergenis ist nicht so weit auseinander.
Meine Tochter hat einen wahren Testmarathon hinter sich. Mit Medis, ohne Medis, Hawik 3 und 4, K-ABC-Test usw.

Das Ergebnis war immer gleich, HB. Mal mehr, mal weniger IQ, aber eben immer im überdurchschnittlichen Bereich. Ein wirklich aussagefähiges Testergebnis bekommst du eh erst, wenn dein Kind älter ist. Meist werden die Tests in der 3. Klasse nochmal wiederholt und der IQ verändert sich dann kaum noch.

Weitergebracht hat uns dieses Wissen aber gar nicht. Es war ein Klotz am Bein. Irgendwann kam der Tag, da habe ich gemerkt, wie unglücklich meine Tochter mit diesem Wissen ist. Sie konnte die hohen Anforderungen von ihrer Umwelt überhaupt nicht erfüllen. Die ist zwar eine gute Schülerin, aber der Überflieger und Klassenüberspringer ist sie nicht, sie hat ne ADHS und ne Rechtschreibschwäche und genau hier liegen die Probleme. Seit wir hier fördern, die Konzentration trainieren, das Sozialverhalten verbessern und die LRS anerkannt haben, geht es ihr endlich besser. Das Wort HB gibt es bei uns nicht mehr.

Ich fördere sie nicht geziehlt, aber ich gebe ihr die Möglichkeit, ihre Fragen immer zu stellen und ich suche auch mit ihr zusammen nach Antworten. Für ihr Hirn hat sie Klavierunterricht und Computerkurs. Das reicht aus. Es macht ihr Spaß. Sie ist glücklich. Und das ist immer die Hauptsache bei jedem Kind, egal welcher IQ.

Lass dich nicht auf die HB-Hysterie ein. Damit tust du deinem Kind keinen Gefallen.
Auf meinem Grabstein soll stehen: "Schau nicht so doof, ich läg jetzt auch lieber am Strand."

Wenn Gott gewollt hätte, dass ich arschkrieche, wäre ich ein Zäpfchen geworden.
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Bille
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Bille » 20. Dezember 2010 07:46

Hallo,
würde jetzt auch nicht wissen, wozu genau ihr da nochmal testen sollt. Dass HB vorliegt wisst ihr schon, dass es Konzentrationsschwierigkeiten gibt auch. Da wollte ihr ja dann sowieso unterstützen. Und ob nun der IQ unter Medikamenten ein paar Punkte höher steigt, ist ja eigentlich zweitrangig.

Irgendwann sind Kinder auch testmüde. Drum würde ich es jetzt lieber nicht tun und eventuell später noch mal testen, falls es dann tatsächlich für eine Entscheidung relevant ist (z.B. Aufnahme in eine Klasse für Hochbegabte oä.)

Herzliche Grüße
Sybille
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von die.bergmeier » 20. Dezember 2010 08:57

[quote="Bille"]
Irgendwann sind Kinder auch testmüde. Drum würde ich es jetzt lieber nicht tun und eventuell später noch mal testen, falls es dann tatsächlich für eine Entscheidung relevant ist (z.B. Aufnahme in eine Klasse für Hochbegabte oä.)[/quote]

Ich schließe mich Sybilles Meinung an. Unser Drang, einordnen zu können, sollte niemals die Kinder noch mehr belasten als sie es bereits sind.
LG Mutter mit Riesenherz für Großtochter (10/99) ads/hb und frech wie Humpatz und Kleintochter (10/04) noch frecher
Igraine
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Igraine » 20. Dezember 2010 12:01

Hallo,

ich merke gerade, dass ich nochmal was klarstellen muss. Es kommt uns nicht auf den IQ-Wert an, sondern eher auf das Profil( was ja bei der Auswertung viel wichtiger ist,als der Gesamtwert) . Er liegt z.B. bei einem Teilergebnis( visueller Bereich) sehr weit unter dem Durchschnitt. Nun vermuten wir, dass er zusätzlich noch eine visuelle Wahrnehmungsstörung hat. Daher möchte die KiÄ, dass der Test unter Medis nochmal wiederholt wird. Dann kann man am Profil nochmal genauer sehen, inwieweit die Wahrnehmung durch das ADS gestört ist oder ob wie gesagt zusätzlich Wahrnehmungsstörungen vorliegen( die dann eventuelle in der Ergo noch anders behandelt werden können).
Auch konnten wir an dem ersten Test schon sehen, dass er auf eine Regelschule kann. Es kam nämlich auch bis Oktober noch die Föerderschule in Frage, was aber aufgrund der überdurchschnittlichen Leistungen im schulischen Fertigkeitsbereich, nicht mehr in Frage kommt.

Mir persönlich geht es ehrlich nicht wirklich darum, ob er nun hochbegabt ist oder nicht. Ihm selber werden wir das auch nicht sagen( eventuell mal wenn er wesentlich älter ist).

Mich interessiert daher eher, wie sich das Testprofil bei euch oder euren Kindern verändert hat.

Vielen Dank für eure Antworten

Lg
Igraine
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kleiner Hypie
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von kleiner Hypie » 23. Dezember 2010 13:00

Gibt es da keine expliziten Tests, die nur auf das visuelle aus sind? Ein IQ- Test dauert ja eben nicht nur zehn Minuten und wenn es nicht unbedingt sein muss, würd ich den auch nicht machen wollen.
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Krätzchen » 23. Dezember 2010 20:57

Huhu,
Gibt es da keine expliziten Tests, die nur auf das visuelle aus sind?
also die meisten (eigentlich alle, die ich kenne) IQ-Tests sind aus verschiedenen Modulen aufgebaut, die die verschiedenen Intelligenzbereiche der jeweils zu Grunde liegenden Theorien abdecken (also visuell, mathematisch, verbal, zB - welche Bereiche das genau sind, kann je nach Test leicht variieren). Insofern ist es durchaus auch möglich, nur einen bereich zu testen, indem man einfach das entsprechende Modul testet. Meist liegen Tests auch in verschiedenen Parallelversionen vor, zumindest diejenigen, die auch für Gruppentestungen geeignet sind (wie es beim K-ABC ist kann ich leider nicht sagen), so dass man nicht einfach das selbe nochmal bearbeiten muss sondern eine andere Version nehmen kann.

Liebe Grüße,
Krätzchen
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Igraine » 23. Dezember 2010 22:14

[quote="kleiner Hypie"]
Ein IQ- Test dauert ja eben nicht nur zehn Minuten und wenn es nicht unbedingt sein muss, würd ich den auch nicht machen wollen.
[/quote]

Mein Sohnemann fand den Test bzw. das Spiel( haben ihm gesagt, dass er mit der Frau ... Schule spielen darf). Der Test dauerte etwas über eine Stunde und als er aus dem Raum kam, war er total glücklich und ausgeglichen. Er hatte das totale Leuchten in den Augen und fragte sofort, wann er das das nächste Mal machen darf. Auch wenn seine Aufmerksamkeit in vielen Bereichen nach kurzer Zeit immerwieder stark abfiel hat er doch mit Begeisterung den ganzen Test über mitgemacht. Daher sehe ich da kein Problem, dass er sich beim zweiten Mal eventuell verweigert( es muss ja eh mind. ein halbes Jahr dazwischen liegen)

Lg
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von cosima » 26. Dezember 2010 22:38

Er liegt z.B. bei einem Teilergebnis( visueller Bereich) sehr weit unter dem Durchschnitt. Nun vermuten wir, dass er zusätzlich noch eine visuelle Wahrnehmungsstörung hat..
Warum wird denn dann nicht ein Test durchgeführt, der genau das misst, nämlich die Wahrnehmung? Z.B. der Frostig?

Cosima
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Igraine » 27. Dezember 2010 19:48

[quote="cosima"]

Warum wird denn dann nicht ein Test durchgeführt, der genau das misst, nämlich die Wahrnehmung? Z.B. der Frostig?

Cosima
[/quote]

Danke, für den Tipp. Ich werde unsere Kinderärztin jetzt im Januar mal darauf ansprechen. Haben dann wieder einen Gesprächstermin wegen der Medikamenten-Einstellung.

Lg
Igraine
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von regentrude » 4. März 2011 20:46

Hallo Igraine,

wenn er tatsächlich hochbegabt ist, wird er im Wiederholungstest vermutlich sehr viel schlechter abschneiden als im ersten Test, da die Herausforderung/der Reiz weg ist. Das bedeutet nicht, dass er weniger begabt ist, sondern dass die Testerin keine Ahnung hat, Tests sollten frühestens nach 6 Monaten wiederholt werden. Oder ein anderer gemacht werden. Wobei ich zum Testen auch eher zu einem Psychologen gehen würde, der hat die entsprechende Ausbildung. In Frankfurt gibt es einen, der wirklich super testet und dich sehr gut beraten kann.

Noch etwas: Wenn das Kind hb ist, ist es unbedingt nötig, das zu wissen und dafür zu sorgen, dass er in der Schule in geeigneter Weise gefördert wird. Sonst wird er sich nämlich zu Tode langweilen, die Lust an Schule verlieren und unter Umständen fürchterlich verhaltensauffällig werden - was man bedauerlicherweise vermutlich auf sein ADS schieben würde und nicht darauf käme, dass Unterforderung der Grund ist.

Je nach Bundesland ist im Schulgesetz verankert, dass hb´s von der Schule gefördert werden müssen, einfach durchzusetzen ist das nicht immer.

Viel Glück für euch
regentrude
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von cosima » 12. März 2011 17:00

[quote="regentrude"]
Hallo Igraine,

wenn er tatsächlich hochbegabt ist, wird er im Wiederholungstest vermutlich sehr viel schlechter abschneiden als im ersten Test, da die Herausforderung/der Reiz weg ist.

[/quote]

.... oder besser, wg. des Lerneffekts... :icon_rolleyes:

Tests frühestens nach 1 Jahr - und auch dann wäre es ratsam, einen anderen zu wählen...

Ich ahne, wen du in FFM empfiehlst.... Nun ja - wenn ich da richtig liege:  Nicht unumstritten in Fachkreisen... :zwink:

"Dafür sorgen, dass in der Schule begabungsgerecht gefördert wird... etc. " - sonst drohen Verhaltensauffälligkeiten ist der Klassiker an Ratschlägen, die gern gegeben werden, wenn der "Verdacht"( oder die Bestätigung) eine hohen Begabung im Raum steht...(Gern wird dann auch zum "Sprung" geraten...- für ein ADS-Kind z.B. nicht unbedingt die passende Option, "nur" weil hb...!!) 
Sicher auch richtig (JEDES Kind sollte i.Ü. begabungsgerecht gefördert werden, oder???) - aber letztlich ein frommer Wunsch - klappt nämlich leider nicht wirklich, "dafür sorgen" hört sich so an, als sei das einzig eine Frage des elterlichen Anspruchs - und dann wird das schon. DAS entspricht leider nicht der Realität.

Nach etlichen Jahren beruflicher und persönlicher Erfahrung mit dem Thema "Double-trouble-Kombi ADS plus Hochbegabung": Die maßgebliche Baustelle hier ist das ADS - denn dies behindert die "performance" - also das, was ein (begabtes) Kind in der Lage ist, an Leistung zu zeigen. Und das ist nichts, was man mit "Vermeiden von Unterforderung" beheben könnte: ADS-hb-Kinder sind nämlich gleichzeitig über- und unterfordert. Genau DAS macht es schwierig.

Besser wird es m.E. erst dann, wenn (in der Oberstufe, oder, wenn kein Gym., bei der "passenden" Berufsausbildung) eine entsprechende Spezialisierung stattfinden kann, die "ungeliebten" Routinefächer, in denen mit immensem Aufwand wenig bis nix herauskommt (bei "uns" waren das die Sprachen...) abgestuft oder abgewählt werden können...

Aber bis zur Oberstufe muss man erstmal kommen.

Cosima
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von Igraine » 15. März 2011 10:52

Hallo,

also nun ist ja ein wenig Zeit vergangen und wir haben viel darüber nachgedacht. Das Mph hat bei meinem Sohn überhaupt nicht gewirkt und wurde wieder abgesetzt. Mit der Ergotherapeutin habe ich gesprochen und sie macht morgen einen Test für die visuelle Wahrnehmung. Ansonsten bekommt er zur Zeit "nur" Ergotherapie, bei der wir Eltern auch mitgeschult werden. Den Iq-Test werden wir vorerst nicht wiederholen, obwohl Michael es gerne nochmal machen würde.

lg
Igraine
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von regentrude » 15. März 2011 12:44

Liebe Cosima,

meine persönliche Erfahrung ist, dass - sofern kein ADS vorliegt - begabungsgerechte Förderung durchaus hilfreich ist. Neulich sagte mir mal die Leiterin einer Selbsthilfegruppe (traf ich bei einer Fobi fernab von Frankfurt) für die Eltern von hb-Kindern, man könne das ganz plakativ vergleichen: Davon ausgehend, dass ein normal begabtes Kind einen IQ von 100 hat, hb bei 130 anfängt und Lernbehinderung bei etwa 70, müsse man sich einmal vorstellen, dass von "normalen" verlangt würde, dauerhaft am Unterricht der LB-Schule teilzunehmen. Kein Mensch würde erwarten, dass die Kinder motiviert und froh am Unterricht teilnehmen, Eltern würden auf die Barrikaden gehen und verlangen, dass diese Zumutung abgestellt wird.
Hb-Kinder sollen sich aber mit ihrem Schicksal abfinden und unauffällig in einer sehr ähnlichen Situation verhalten.
Wir sollten nicht alles glauben, was uns Fachkräfte erzählen und nicht denken, dass Lehrer unumschränkt froh sind, wenn sie das hb-Kind in ihrer Klasse auch noch fördern sollen. Da ist es schon gut, als Eltern informiert zu sein und zu verlangen, was einem zusteht. Dass das nicht leicht ist, hattte ich ja schon geschrieben, auch da persönliche Erfahrung. Aber es nützt mehr, immer wieder hinzulaufen und zu erklären, wie dem Kind geholfen werden kann, als sich darauf zu verlassen, dass "die" schon alles richtig machen werden.
Wie sinnvoll wäre es zum Beispiel, wochenlang 10er-Übergänge im Matheunterricht zu üben, um "eine Arbeitshaltung zu entwickeln", wenn das Kind bei der Einführung schon verstanden hat, wie´s geht und den Vorgang ohne üben durchführen kann? Oder einfache Leseübungen zu machen, wochenlang und immer wieder, weil das in der Klasse noch gefestigt werden muss - wenn das Kind schon in der Lage ist, richtige Bücher zu lesen?
Mir geht es nicht um frühzeitige Spezialisierung, auch nicht um das "Hochzüchten" begabter Kinder. Aber man muss auch nicht alle Motivation zunichte machen, weil nie etwas interessantes für diese Kinder dabei ist.

Ich bin zum Beispiel auch überhaupt nicht für springen lassen, auch das musst du erstmal durchsetzen, zumindest bei uns sind die Lehrer nämlich eher dafür zu haben als für differenzierten Unterricht und die damit verbundene Arbeit.
Meiner Meinung nützt es wohl, die Kinder in allen Fächern von Anfang an in geeigneter Weise zu fordern - bei uns ist das mit viel Elterneinsatz möglich, immer wieder muss nachbesprochen werden, ob das Förderkonzept wirrklich geeignet ist, immer wieder müssen Lehrer neu motiviert werden. Mit tollen Ergebnissen für das Kind - was Verhalten, Leistung und am wichtigsten - psychische Gesundheit und Zufriedenheit betrifft.

Und was das umstritten sein des möglichen Experten betrifft:
Wenn du drei Experten befragst, hörst du mindestens drei Meinungen (eher vier;-), da muss man gucken, was am ehesten zu einem selbst passt. Für mich (und viele , die ich so kennengelernt habe) passt es, den Kindern geht´s besser und wer heilt, hat recht;-)

Liebe Grüße
regentrude
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Re: IQ-Test muss wiederholt werden

Beitrag von cosima » 15. März 2011 13:50

Wir sprechen aber schon über die "Kombi", gell?? Das ist nämlich ein himmelweiter Unterschied.

Worauf ich hinauswollte, bei der Kombination von Hochbegabung PLUS ADS = Letzteres ist da die "Baustelle" !!

Und eine entsprechende "Förderung" stellt hier eine quasi nicht zu bewältigende Anforderung dar. Die Automatisierung durch Wiederholung, um nur EIN Beispiel zu nennen - für ADS-Kinder ein absolutes "Muss" - weil sie nämlich entschieden länger und "Mehr" an Wiederholungen brauchen, bis etwas automatisiert wird. Hochbegabte Kinder HASSEN Wiederholungen. Sind ja soooo laaaangweilig.... Und vieles, bei dem es um Zusammenhänge geht, begreifen sie ja quasi automatisch - also warum sich da bei anderen Bereichen anstrengen - und zwar MEHR als ein normalbegabtes Kind - allerdings mit weit weniger erfolgreichen Ergebnissen...

Ein -vielleicht lächerliches?- Beispiel: Mein nachgewiesenermaßen hochbegabter (ADS-geplagter....) älterer Sohn hat JAHRE gebraucht, bis er die Zahlen den Monaten zuordnen konnte. (Und wirklich wie aus der Pistole geschossen kommt es mit jetzt 17 immer noch nicht...!!) Also: Der 7.9. ist der 7. September. EWIGKEITEN musste er da immer von Januar beginnend durchzählen.  :icon_rolleyes:  Unglaublich, oder??? Sein Bruder hatte das mit 4 schon verinnerlicht. Nun ja - da hätte striktes Auswendig-Bimsen genützt. Was natürlich als völlig überflüssig erachtet wurde.

Da könnte ich -zig Beispiele aufzählen - lassen wir es bei den guten alten Vokabeln bewenden.... Unnötig, zu sagen, dass er am Sprachenlernen fast schulisch gescheitert wäre...

Der -ich betone noch einmal: In Fachkreisen umstrittene!!!!!!!- Tester in FFM hat z.B. ein "Problem" mit der Akzeptanz der Doppel-Kombi. Und da ist er in D leider nicht der Einzige. So nach dem Motto: Wenn Hb festgestellt, ist ADS ausgeschlossen.

Und das ist, mir sind genügend Beispiele begegnet- für die betroffenen Kinder eine Katastrophe!
Ein grober Fehler, da auf die Hb abzuheben - und den "Rest"  :icon_rolleyes: zu "leugnen"...

Ist mir zu Beginn ganz ähnlich gegangen. Und auch im Bekanntenkreis hat genau DAS (bei eben diesem Tester) für jahrelanges Leiden des -umgehend gesprungenen- Kindes gesorgt...

Ich bin damals nach einem "Überforderungs-Kollaps" meines juniors GANZ schnell zurückgerudert. Sonst wäre es sicherlich schlimmer gekommen.
Und es war auch so nicht leicht...

Cosima
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