Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

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Bonnie
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Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Bonnie » 12. Februar 2008 00:43

Hallo,



sicher wird das Posting länger... Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen. Ich würde gern davon profitieren, in welcher Richtung auch immer...

Mein Ältester, um den es hier geht, wird im Frühjahr 14. Seine Zwillingsbrüder sind 11 1/2 - und *definitiv* ADS- und ADHS-ler. Sie waren fast von Anfang an "anders" - immer in "action", kaum zu bändigen, keine Konsequenz hat gewirkt, kletternlernen auf dem Klettergerüst - eine Katastrophe: Unkoodiniert hochgeRANNT und oben am besten losgelassen; sie haben auch eher gestanden als gesessen, ewas zu manch schmerzlichen Erfahrungen führte *autsch*. Tagsüber war ich mit ihnen ja meist alleine - da musste ich die Couchgarnitur umdrehen, sonst saßen die Zwerge mir in der Schrankwand, ungelogen, vom runterfallen von Sessel und Couch nicht zu reden...

Nunja: "Typisch AD(H)S". Woran ich aber lange nicht gedacht hatte.

Der Große war anders - und später doch so ähnlich... Jetzige Situation, seit längerem: Konsequenzen waren ihm eigentlich immer egal. Besonders schwierig in punkto Schule... Die Grundschule brachte er ganz passabel hinter sich - laut Meinung der Lehrerin hätte er das Zeug zum Gym, sie empfahl allerdings die Realschule, weil er für´s Gym noch zu verträumt und "schusselig" wäre, er vergisst zuviel, ihm ist es nicht wichtig genug - der Weg stünde auch später noch offen.

Mit dem Wechsel auf die Realschule fingen die Probleme an - er führte und führt sich als Klassenclown auf, verweigert sich, schreibt keine Tafelbilder ab, "hinterfragt" und testet die Lehrer - die meisten hatten in seinen Augen schon nach kurzer Zeit verloren...

Im Zuge der Diagnostik der Kleinen ließ ich auch ihn testen. HAWIKlll ergab einen Verbalteil von durchschnittlich 140, spitzenweise darüber, der Handlungsteil eklatant weniger, insgesamt hat er einen IQ von 127.

Die anderen Tests waren durchwachsen. Während unsere auf AD(H)S spezialisierte Kinderärztin bei den Zwillingen schnell sicher war, wägte sie beim Großen lange lange ab... Ihrer Meinung nach sei er an der Realschule heftig unterfordert. Als ich nicht mehr weiterwußte und sie verzweifelt um Rat bat, setzte sie sich sofort ans Telefon und machte einen Termin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus. Dort war K. dann über ca. 4 Monate in ambulanter Behandlung - eben um festzustellen, ob nun ein ADHS vorliegt, oder ob seine Probleme an der partiellen Hochbegabung liegen bzw. an der Diaskrepanz zwischen Verbal- und Handlungsteil, um es fürchterlich wissenschaftlich zu sagen. Tja, die Ärztin dort war recht schnell der Meinung: ADHS auf jeden Fall, hochbegabt sei er nicht...

Wobei K. es satt hatte, getestet zu werden, er "will" nicht HB sein, so kann man sicher sich bei Trests treiben lassen - allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass der erste Test falsch positiv gewesen sein sollte...

Inzwischen muss K. nun eine Klasse wiederholen, Medikamente hat er nicht bekommen trotz angeblicher Diagnose, und er hangelt sich weiterhin lustlos durch den Schulalltag. Muss nach wie vor ein Pendelheft führen, was nach jeder Stunde vorgelegt wird, damit ich Rückmeldungen habe; ohne Kontrolle geht gar nichts, er schleust gutgelaunt sämtliches schulische an mir vorbei.

Im Alltag zu Hause ist er wie ein ADHS-Kind eigentlich. Hibbelig, sprunghaft, aufbrausend (okay, er ist in der Pubertät), sehr impulsiv, immer zu Unfällen neigend *stöhn*, aber auch sehr, sehr sensibel...

Was lässt mich zögern? Der Rückblick. Der Vergleich, ich habe ja nun ein ADS- und ein ADHS-Kind mit den Zwillingen... Und mein Großer war völlig anders als Baby und Kleinkind... Immer extrem aufmerksam, er sog auf wie ein Schwamm, er konnte total still sitzen und bekam ganz wach *alles* mit, so schien es... er hatte sehr früh eine eigene Sprache, lernte klettern (siehe den Verhgleich oben), indem ich ihm ein paarmal beibrachte "Ein Arm, ein Bein, anderen Arm, anderes Bein" - und es ging. Und er war schon als Baby extrem sensibel... Ich habe ihn 5 Monate voll gestillt. Da hat er mich ein einziges Mal in die Brust gebissen - ich hab ihn streng angeschaut und nur gesagt "AU!" Er hat gar nicht mehr aufhören wollen zu weinen... Auch wenn man ihm sein eigenes Weinen auf Kassette vorgespielt hatte - er fing dann an zu weinen und war untröstlich... Im Gegenzug die Zwillinge: Die hat sowas gar nicht interessiert...

Ich als Physiotante, die immer mit behinderten Kindern gearbeitet hat, habe auch gemerkt, dass Sohni extrem feste Fäustchen hatte - die öffneten sich in den ersten Wochen so gut wie gar nicht. Im SPZ, wo ich ihn vorstellte, konnte nichts festgestellt werden, ich "turnte" trotzdem nach Bobath mit ihm. Gegenständlich gemalt hat er erst mit 5 Jahren... Vorher hat er halt mit Farben gematscht und experimentiert.

Was noch war: Er hatte lange Zeit Schlafapnoen, war mit einem Monitor überwacht. Immer am Rande des plötzlichen Kindstods... Laut Professor eine Reifungsverzögerung im Stammhirn.

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Und aus alldem muss ich mir nun täglich eine Strategie basteln. Ich will keinen "Überflieger", ich will ihn nicht in irgendwelche Schablonen pressen, ich will *nur* ein glückliches Kind... Und das ist er nicht. Er zieht Sympathien auf sich, haben mir schon viele bestätigt, aber damit kommt man auch nicht allein durchs Leben... Und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann. Jetzt noch Ergo...? Liegen seine Probleme daran, dass er das, was er denkt, nicht so schnell schriftlich umsetzen kann...? Ich bin echt geneigt, bei ihm kein ADHS mehr anzunehmen... Hochbegabt? Hochsensibel? Beides? Oder - fatalerweise - zusätzlich doch noch in Verbindung mit ADHS...? Kennt jemand sowas von seinem Kind...?
LG, Bonnie
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Bonnie
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Bonnie » 18. Juni 2008 07:17

Schade, dass niemand antwortet...

Inzwischen ist es amtlich, mein Sohn "schafft" auch diesmal das Klassenziel nicht... Normalerweise würde er jetzt in die 8. Klasse überstellt/überwiesen, wie es heißt. Hauptschulgang. Super. Allerdings haben wir noch eine andere Option gefunden: Es gibt hier ein Modellprojekt, wo Schüler, die ähnliche Probleme haben (die allerdings nicht auf HB beruhen), in praktikumsnahem Unterricht den Hauptschulabschluss machen können. Das möchte er selbst - und diese Motivation müssen wir vorerst nutzen, damit er wieder aus seiner Schulmüdigkeit herauskommt...

Sohni sagt selbst, er will auf jeden Fall den erweiterten Hauptschulabschluss machen, damit er hinterher noch den Realschulabschluss machen kann. Langer, umständlicher Weg, aber im Moment das einzig greifbare...

Zeitgleich werde ich versuchen, eine Schule mit HB-Förderung zu finden, nur in MD gibt es nur eine einzige, und die hat sich auf Hochleister eingestellt und nicht auf Underachiever. Käme wohl also nur Internat in Frage... CJD Braunschweig wäre in der Nähe - hat da schon jemand Erfahrungen oder etwas darüber gehört...? Wird das u.U. auch vom JA finanziert...?
LG, Bonnie
Jam

Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Jam » 18. Juni 2008 09:31

Hallo Bonnie,

schade, dass dir bis jetzt noch niemand geantwortet hat, der zu deinen speziellen diagnostischen Problemen etwas sagen kann. Da kommt aber bestimmt noch was.

Wenn dein Sohn, wie du schreibst, selber gerne den erweiterten Hauptschulabschluss mit dem Ziel, später mal die Realschule besuchen zu können, machen will - das ist doch eigentlich klasse.

Er hat ein Ziel!!!

Da würde ich auch auf jeden Fall seine diesbezügliche Motivation nutzen.

Wenn das vielleicht auch nicht der Weg ist, den du für deinen Sohn gewünscht hättest, und wenn dieser Weg auch schwieriger ist, als bei anderen Kindern -  so kommt er in kleinen Schritten weiter, sein Ziel ist  e r r e i c h b a r  und er kann auf kleinen Erfolgen aufbauen.

In meinem Kopf war für meine Tochter auch ein anderer Weg, daran musste ich mich auch erst gewöhnen - aber viele Wege führen nach Rom ...  (und zumindest in NRW 27 verschiedene Möglichkeiten, das Abitur zur machen)

Vielleicht bietet sich mit der neuen Schule für deinen Sohn auch die Möglichkeit, aus der Rolle des Klassenclowns herauszufinden, was ihm vermutlich auch gut täte. Dazu kannst du ihm ja nochmal erklären, dass es nicht so toll ist, wenn man der Klassenclown ist, auch wenn man die Lacher immer auf seiner Seite hat.

Gruß
Jam
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon freies Radikal » 18. Juni 2008 17:14

hallo Bonni,

schade, dass ich dein Posting übersehen habe u. gut dass Jam es aus der Versenkung geholt hat. Ich hoffe die antworten sind noch interessant für dich.

Ich weiß, wie verzweifelt man sein kann, wenn man sich jahrelang bemüht und "nicht weiter kommt". Unser Grosser war fast 16 als er endlich die ADHS diagnose bekam. Es hatte 10 Jahre und andere tlw. Fehldiagnosen dafür gebraucht, jetzt endlich kriegt er die Hilfe die er braucht u. ich hoffe dass er "noch die Kurve kriegt" (persönlich u. schulisch/ beruflich - Jahre voller Enttäuschungen und Selbstzweifel gehen nicht spurlos vorrüber)

Eigendlich will ich dir aber von unserer tochter erzählen. Die ist HB und hat ADHS. Auf der einen Seite lernt sie schneller als andere Kinder (sie hat auch eine Klasse übersprungen) , auf der anderen Seite geht sie nicht richtig in die Tiefe u. hat keine Ausdauer, desw.
sind ihre Noten zumeißt im mittleren Bereich. Ansonsten ist sie lebhaft, impulsiv, kreativ, unordentlich...

Für das ADHs bei eurem Sohn spricht, dass die Zwillinge auch betroffen sind. (Unser Psychologe sagt übrigends, wenn alle Kinder ADHS haben, ist vermutlich mind. ein Elternteil auch betroffen - bei uns ist es auch so)

Kinder können beides haben: ADHs und HB - nach meinen Erfahrungen fallen diese Kinder aus beiden Gruppen raus. sie sind weder typisch ADHS, noch typisch HB, sie sind etwas ganz eigenes. eigendlich hast du ja beide Ergebnisse auch bekommen, aber es ist ganz schwer Experten zu finden, die sich mit beiden Bereichen auskennen. (Wir haben gottseidank einen gefunden)

Nach dem, was ich mir darüber angelesen habe, sollte man dabei das Hauptaugenmerk eher auf das ADHS richten - es ist natürlich schwer da einen Tip zu geben - du kennst dein Kind natürlich am besten - aber ich könnte mir meine Tochter auf keine Fall auf einer HB Schule vorstellen, obwohl ihr IQ > 130 ist. Sie geht jetzt auf eine Orientierungsstufe u. wird entweder auf die Realschule oder das Gymnasium gehen, aber eine Regelschule.

Was es natürlich auch noch gibt sind spezielle Internate, die sich auf ADHS spezialisiert haben - auch in Kombination mit HB - diese Schulen sind sehr teuer u. eigendlich nur über § 35a (Antrag ans Jugendamt) finanzierbar. Ist schwer durchzusetzen und meiner Meinungs nach sollte dies aus verschiedenen Gründen der letzte Weg sein . Wir versuchen es an der Regelschule

Beide Kinder nehmen übrigends Medikamemte bzw. die Kleine fängt jetzt an, bevor sie in die fünfte Klasse kommt.

Würde mich freuen, von dir zu hören

Lieben Gruss
Freies Radikal
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Bonnie
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Bonnie » 15. April 2009 04:43

Hallo, Jam + Freies Radikal, ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich so ewig nicht geantwortet habe... Es ist immer wieder am Rande "heruntergefallen", dann war ich auch 2x eine längere Zeit überhaupt nicht online, hatte viele Probleme und Problemchen...  Sorry... Und auch wenn es sehr spät kommt: DANKE für Eure Zuschriften  :ja:

Tja, mein Großer hat den Start ins Produktive Lernen zwar mit viel Elan begonnen, dann kehrte aber auch da langsam der Schludrian ein. Er hat aus der Rolle des Klassenkaspers herausgefunden - die Unterrichtsform an sich liegt ihm sehr (kein Frontalunterricht, individuelle Wissensvermittlung, stets 2 Lehrerinnen im Raum, Punktebewertung, die notenwertig umgerechnet werden kann) - er hat vor kurzem zum ersten Mal seit der 5. Klasse (!!) gesagt, dass ihm das lernen dort Spaß macht. Da hab ich mich unheimnlich gefreut... Aber die Praxis an sich zieht er nicht so durch, wie es nötig wäre. Das erste Trimester hat er bestanden, das zweite nicht. Und bis zum Ende des 3. bleibt nun auch nicht mehr viel Zeit.

Und auch zu Hause haben sich die Probleme extrem verschärft, Regeln gelten für alle, nur nicht für ihn, er hat kaum noch Respekt vor mir, hat mich schon mehrfach bedroht und noch öfters beschimpft, randaliert etc. - so dass ich schon öfters das Handy in der Hand hatte, um den Jugendnotdienst oder die Polizei zu rufen, er hatte auch schon Selbstverletzungstendenzen - also das ist mehr als "normale" Pubertät... Da gab oder gibt es im "Komplettpaket" nur sehr wenige Möglichkeiten, an Hilfe zu gelangen, SPFH (Erziehungsbeistand) reicht nicht aus... Für Underachiever soweit ich herausgefunden habe gibt´s nur zwei Einrichtungen - das Kurpfalzinternat, und das müsste man komplett selber tragen - und wäre auch für die Verhaltensproblematik außerhalb der Schule weniger geeignet gewesen.

Die andere Möglichkeit, ihm und uns zu helfen, ist die Schule für hochbegabte Minderleister in Offenbach, die Nell-Breuning-Schule... Und bis jetzt sieht es ganz gut aus. Das ist eine E-Schule mit Gymnasialniveau und gleichzeitig eine Einrichtung des Jugendamtes, der Aufenthalt nennt sich also nicht "Internat" sondern "Vollstationäre Unterbringung" und bezeichnet gewissermaßen ein Heim... Dort wird auch in enger Zusammenarbeit mit der Schule und dem Elternhaus versucht, den Jugendlichen aus ihren Problemen herauszuhelfen.

Den Wohnbereich haben wir uns am letzten Tag vor den Osterferien bereits angeguckt... Die Schule war bereits geschlossen, der Psychologe und stellv. Heimleiter (der mit uns ein Klasse Erstgespräch geführt hat - hui, das ging gleich in die Tiefe) hat diesen Schritt für meinen Sohn befürwortet und sagte, die Schule schaut sich ihre zukünftigen Schüler gern selbst nocheinmal an und er solle ruhig noch mal zum Probeunterricht kommen, mit Übernachtung...

Das ging dann doch alles sehr schnell. Für meinen Großen von jetzt auf gleich - und dann vor die Möglichkeit gestellt zu werden, die nächsten Jahre evtl. von zu Hause wegzumüssen, nur noch alle 2 Wochen nach Hause zu dürfen etc - da hat er erstmal total verweigert... Ist dann aber zur Besichtigung mitgekommen; danach hat er mit seinen Möglichkeiten so ein bisschen gespielt... Das ging von totaler Ablehnung bis "Was wäre, wenn..." Und inzwischen ist er soweit, dass er es sich vorstellen kann, für ein Jahr dortzubleiben.

Das wäre auch schon wichtig für´s Gespräch mit dem JA - sie haben zwar sofort die Fahrtkosten für die Besichtigung getragen, aber es ist enorm wichtig, dass mein Sohn diese Maßnahme auch WILL - ohne dass läuft es nicht, hat unsere Familienhelferin gesagt. Na, mal sehen. Ich hoffe das beste. Montag rufe ich nochmal in Offenbach an und frage, wann Sohni voraussichtlich zur Probebeschulung kommen kann - und was für Voraussetzungen nötig sind, damit das JA hier zustimmt (also evtl. Einstufung nach Paragraphen etc. )...

Ohje, wenn das klappt, dann hat er dort die letzte Chance. Und meine Gefühle sind hin- und hergerissen... Ich weiß, dass es richtig ist. Aber die Trauer über einen Lebensabschnitt, den ich dann nur noch am Rande mitbekomme, wird groß sein... Ich hoffe, dass er aufgenommen wird und wieder lernt, seine starken Seiten auszuleben, (wieder) glücklich zu werden... Er ist ja auch ein Junge mit Tiefgang und er ist sensibel - aber oft setzt es eben aus und dann geht gar nix mehr... So mancher, der ihn nicht so erlebt hat wie ich (oder die Schule), meint, er/sie könne sich das gar nicht vorstellen, dass er so sein kann...


LG, Bonnie
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Putte » 15. April 2009 06:44

Hallo Bonnie,
puh, da hast du aber eine harte Zeit hinter dir.
In Offenbach die Schule kenne ich nicht, aber die Hebo in Bonn, sie ist eine Privatschule ohne eigenes Internat, arbeitet aber mit mehreren zusammen.

Unser Sohn (13) ist seid 2 Jahren an der Schule, mit der Kombination HB und ADHS.
Vielleicht ist das noch eine Alternative? obwohl die Hebo eine Privatschule ist, wird sie über den 35a vom Jugendamt gefördert.

Ich drück euch die Daumen, das der große den Probetermin durchzieht und es gut findet.

Liebe Grüße
Heike
Manchmal möchte ich Gott fragen, warum er Hunger, Krieg und Armut zuläßt, obwohl er etwas dagegen tun könnte....
Doch dann fürchte ich er könnte mich das selbe fragen....
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Angie » 15. April 2009 10:08

Und wie ich das kenne. Unser Tim bald 11 Jahre ADHS und Asperger. Einen IQvon 125% und lässt es in der Schule leider nicht heraus.
Dabei kommt er mit seiner gebildeten Ausdrucksweise mit Gleichaltrigen gar nicht zurecht.
Wir sind immer noch am Suchen, für die geeignete Schulform. Haben uns schon mal bei JA gemeldet, das Tim iventuell eine Privatschule kommt.
Die wollten ihn doch tatsächlich wegen den Sozialverhalten auf die LB-Sonderschule stecken, wobei sich zum Glück,  Tim´s Ärztin den Leuten von der E-Schule mal gesagt hatte, das Tim nicht Lernbehindert ist und mit diesen IQ er nicht auf eine LB-Schule gehört.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Leoni » 26. Dezember 2010 23:48

Hallo Bonnie,

ich bin neu im Forum.
Mein ältester Sohn geht seit diesem Schuljahr auch auf die Nell-Breuning-Schule in Offenbach.
Wie geht es deinem Sohn jetzt? Ist er noch auf dieser Schule?
Mein Sohn ist über 18J.,hat jetzt den Realschulabschluss gemacht und macht im Frühjahr 2012 Abitur.
Ich mache mir Gedanken darüber,ob er ADS haben könnte, Linkshänder ist er auch.Oder doch nur unterfordert gewesen? :fr:
Ich wüßte schon gern was der Grund für sein Schulversagen war.Er ist begabt,hätte laut Test das Abi locker schaffen müssen.
Diese Schule hat uns allen sehr geholfen,ich bin so dankbar.
Unser jüngster Sohn ist auch hb und auf einer Montessorischule.Ich habe weder den Mut noch die Kraft die Regelschule "auszuprobieren".

Liebe Grüße
Leoni
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon Bonnie » 27. Dezember 2010 00:21

Hallo Leonie,



sei herzlich willkommen hier! :)

Ich antworte Dir morgen früh ausführlich, okay? Ich bin grad völlig platt und muss ins Bett, wollte Dich aber nicht ohne Antwort stehen lassen.

Ganz grobe Kurzfassung ist, dass es der Vater "geschafft" hat, ihn zum Verweigern der Schule zu bringen, ich trauere der Möglichkeit auch jetzt noch ein wenig hinterher, aber nach vielen Höhen und Tiefen hat mein Großer jetzt einen Ausbildungsberuf (Dachdecker) und ist glücklich damit. Und hat kürzlich gesagt, er hätte zum ersten Mal überhaupt Spaß am lernen (Berufsschule) und könnte sich sogar vorstellen, nach der Ausbildung zu studieren... Wäre ein langer Weg, aber ich find´s toll, dass er Pläne oder Vorstellungen hat.

Ich freu mich für Dich, das nimmt viel Druck und Sorgen, wenn man sieht, dass es dem Kind besser geht, nicht wahr... :) So ein Leistungsabfall zieht sich ja nicht nur im Schulbereich, sondern auch darüber hinaus, das Selbsbewusstsein der Kinder ist oft so weit unten...

Jetzt aber erstmal gute Nacht! *wink*
LG, Bonnie
werner884
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Re: Mein Sohn - immer noch scheiden sich die Geister...

Beitragvon werner884 » 3. Mai 2011 19:58

Hallo
Ich bin neu hier. Was Ihr da schreibt, kenn ich fast alles. Mein Sohn ist jetzt fast 17. Seit nunmehr 5 Jahren zahl ich immer monatlich 400 Euro Beteiligung für Internate, Heimgruppen etc. Es ist nun alles ausgekartet. IQ von was weiß ich, Gym-Emfehlung, zweifellos musikalische Hochbegabung (hat so um die 60 Konzerte hinter sich, spielt jedes Instrument, das er "anschaut"), fliegt jetzt nach Sitzenbleiben in 7. und 8.Klasse Gymnasium nach der 9. (jede Menge 5er) aus der Realschule ohne Hauptschulabschluss. Tagesklinik dazwischen auch dabei. ADHS-Diagnose, Medikamente hatten keinen Sinn. Jede Menge Therapeuten, Erzieher und wer sonst noch haben mir die ganze Bandbreite von Erziehungsfehlern attestiert und dann auch wieder nicht. Ein paar Mobbing-Situationen gab es bei ihm, aber nicht unbedingt extrem, gemobbt hat er selbst aber dann auch und seitdem spielt er erst recht den "Blöden", lehnt seine eigene Sensibilität ab, macht inzwischen auch musikalisch nur noch "Hardcore" (macht also auch hier nur mit Leuten rum, die ihm hoffnungslos unterlegen sind. Angebote von besseren Gruppen nimmt er nicht an). In der Schule meldet er sich so gut wie nie, an den Wochenenden zuhause ist es nur noch der Horror.
Einige der "Probleme" sind: ich selbst mach seit 40 Jahren Musik und hab mit ihm auch eine Zeitlang gespielt. Das geht nun kaum noch. o.k. - das ist einzusehen in dem Alter. Dennoch: ich "darf" ihm noch nicht mal irgendeine Technik für seine Musik erklären. Ich bin so dermaßen zugeworfen von z. T. sich widersprechenden pädagogischen Erklärungen ("herablassender Vater" bis "hebt sein Kind in den Himmel"). Je mehr ich nachdenke, desto blöder komm ich mir vor.
Dazu kommt, dass ich selbst noch Horterzieher bin in einem ziemlich schwierigen Gebiet und das eigentlich recht erfolgreich. Es gibt keinerlei Differenzen (mehr) zwischen seinen Erziehern, Lehrern und uns (das war mal im Internat, heute in der Heimgruppe haben nur wirklich kompetente Leute mit ihm zu tun). Keiner weiß noch weiter. Das Geld für die Kurpfalz-Schule hab ich nicht. Mir fällt nix mehr ein.

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