Sozialtraining ... komische Situation.

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ADHDgoesto11
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Sozialtraining ... komische Situation.

Beitragvon ADHDgoesto11 » 1. April 2016 12:27

Hallo zusammen,

ich wollte mal wegen einer ziemlich komischen Situation bei dem Sozialtraining für Autisten, das Sohnemann besucht, fragen. Leider kriege ich das alles nur aus bestenfalls zweiter Hand mit.

Wir hatten Anfang des Jahres mal wieder Termin beim SPZ und wollten von allen, die mit Sohnemann therapeutisch oder schulisch zu tun haben, kurze Lageberichte einsammeln. Schule und Integrationshilfe kennen das Spiel schon ;) , nur der Leiter des Sozialtrainings wollte für so einen Bericht "zwischen 50 und 100 Euro". Ist sowas normal? Wir haben darauf verzichtet ...

Und vor kurzem haben wir erfahren, dass die Finanzierung des Sozialtrainings durch das Jugendamt abläuft und das Amt gerne eine Stellungnahme des Sozialtrainers hätte, ob und warum das Training fortgesetzt werden soll. Auch diese Stellungnahme sollte "50 bis 100 Euro" kosten.

Irgendwie kommt mir das merkwürdig vor.
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Menolly
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Re: Sozialtraining ... komische Situation.

Beitragvon Menolly » 1. April 2016 12:34

Das ist total Merkwürdig. :shock:

Besonders das auch das Jugendamt da keine Stellungnahme bekommt. Da fragt man sich, was die da Tatsächlich mit den Kindern machen.
Denn die müssen doch aufführen, welche Therapiemaßnamen sie machen.
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Re: Sozialtraining ... komische Situation.

Beitragvon Eule » 1. April 2016 13:43

Wie ist er denn zu diesem Training gekommen?

Ich kenne es von den Sachen die ärztlich verordnet werden können wie Ergotherapie so dass der verordnende Arzt beim Ausstellen des Rezepts gleichzeitig auch ankreuzen kann dass er einen Bericht will. Und wenn man mit dem Arzt spricht, bekommt man (zumindest als selbst betroffener Erwachsener) auch problemlos eine Kopie des berichts.

In dem Fall ist das unproblematisch mit den Kosten.

Was mir allerdings bei sämtlichen Versuchen von Arbeitsamt oder Rentenversicherung Leistungen zur Teilhabe zu beantragen bze zu belegen dass ich aus gesundheitlichen Gründen im alten Beruf nicht mehr arbeiten kann in den Formularen für die Anträge begegnet ist: Schritt 1 war dass ich die behandelnden Ärzte/Therapeuten nennen sollte, und die mir vorliegenden Berichte und Gutachten zur Verfügung stellen bzw sofern ich keine hätte eine entsprechende Schweigepflichtsentbindung unterschreiben. Der Ablauf ist dann wohl so dass sich die jeweilige behörde das was sie von mir bekommt ansieht, und wenn sie findet die Infos reichen nicht aus, nutzt sie die Schweigepflichtentbindung und fordert bei dem jeweiligen behandler einen Bericht an. Diese Vordrucke waren so gestaltet dass zusätzlich zu Name, Adresse, Fachrichtung, Art/Zeitraum der behandlung die ich vorab eintragen konnte ein Feld vorhanden war in dem von der Behörde eingetragen werden konnte was für Infos sie wollten. Also z.B. "wir möchten wissen, ob / in welchem Umfang die Patientin aktuell arbeitsfähig ist, bzw wann voraussichtlich das durch die Fortführung der behandlung erreichbar ist, sowie an welchen Problemen die derzeitige eingeschränkte Arbeitsfähigkeit "hängt". "

Irgendwo in diesen Vordrucken stand auch ein Satz mit der sinngemäßen Bitte, dass der behandler mitteilen solle, falls der erbetene Bericht Kosten verursache, in welcher Höhe diese wären. Ich glaube da stand auch was von der dafür anzuwendenden Gebührenordnung, da bin ich allerdings nicht sicher.

Wo ich mir allerdings sicher bin: Bei den behandlern wo ich sowas unterschrieben habe, hatte ich vorab mitgeteilt, es könnte sein dass sie eine Anfrage bekommen, und es ginge um dasunddas. Ich nehme an dass die Möglichkeiten nicht genutzt wurden, weil keiner hinterher gesagt hat "Übrigens, die haben angefragt" Es scheint also üblich zu sein, dass solche Berichte vergütet werden, wenn sie nicht durch eine Krankenkassenleistung der gesetzlichen Kassen gedeckt sind.

Ich erinnere mich auch, dass ich in Arztpraxen schon Gebührenaushänge gesehen habe in denen beispielsweise ein Preis von zwischen 10 und 30 Euro für ein Kurzattest zur Befreiung von bestimmten Tätigkeiten (bestimmte Sportarten im Schulsport, Tragen über bestimmtem Gewicht für den Arbeitgeber etc beispielsweise nach Knochenbrüchen und Bänderrissen wenn zwar kein Gips und keine Krankschreibung, aber noch Schonung nötig war) gefordert wurde.

Und wenn jemand einen ausführlichen Bericht von einem nebenher (weil keine Krankenkassenleistung) selbst bezahlten Heilpraktiker, Osteopathen, wasweißich für sich selbst oder auch als Rückmeldung für den "hauptbehandler" möchte, ist das etwas das durchaus Geld kostet, eine Bekannte, die Heilpraktikerin (Psychotherapie) ist, verlangt in solchen Fällen für Berichte/Gutachten auch so etwa in dieser Größenordnung, die der Trainer genannt hat, wohl je nach Zeitaufwand und Umfang gestaffelt.

So wie ich die Vordrucke von Arbeitsamt und Rentenversicherung in erinnerung habe nehme ich an, dass auch ein Jugendamt wahrscheinlich ähnliche Vordrucke mit für den Zweck vorformulierten Fragen die sie von einem behandler beantwortet haben wollen verwendet. wenn also das JA über die Verlängerung der Therapie entscheiden muss, und dazu einen bericht will, sollte es auch eine Formular-Möglichkeit haben das anzufordern. Und wenn der Behandler dafür Geld will, muss er das dem JA mitteilen, bzw kann dann eben das Anfrageformular ausfüllen so weit wie er das kostenlos zu tun bereit ist und dazu schreiben "Wenn Sie das ausführlicher wollen kostet das soundsoviel." Nachteil bei dieser Variante: Es ist gut möglich dass du davon keine Kopie vom JA bzw vom Behandler bekommst. Forderst du das selber ab, auf deine Kosten, hast du es auf jeden Fall auch für deine Unterlagen in der Hand.

Ich denke dass abhängig vom Aufwand für den bericht schon Geld verlangt werden darf. Aber ich denke auch, dass du das Recht hast zu fragen, was den unterschied zwischen einem 50 Euro und einem 100 Euro bericht ausmacht.

Grundsätzlich zum Thema Sozialtraining und sonstigen Therapien für Autisten: Es gibt mindestens eine Therapieform die höchst umstritten ist, und von betroffenen Autisten als eine Form von Folter betrachtet wird. Wer die Blogbeiträge von einigen Asperger-Autisten zum Thema ABA-Therapie liest kriegt das kalte Grausen. Wenn ich deinen einleitenden Satz über erzählungen aus zweiter Hand als "ich hab ein komisches Gefühl, irgendwie ist das dubios was da abgeht und wie der Trainer sich verhält, und kind erzählt obendrein ziemlich schräges Zeug" interpretiere, und mit den kritischen Ansichten über ABA zusammenschmeiße, käme ich womöglich auf die Idee dass es wichtig sein kann genauer zu erfahren was dort gemacht wird und wie gearbeitet wird. Auch wenn der behandler dafür Geld haben will, das schriftlich zu dokumentieren.

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