Fragen ADS und Asperger

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M.
Andersweltler
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Fragen ADS und Asperger

Beitrag von M. » 19. Juli 2015 09:05

Hallo an Alle,

ich bin neu im Forum und soeben "frisch registriert"  :winken:  Sehr weit bin ich mit dem Lesen der vielen Informationen noch nicht gekommen. Natürlich bin ich - wie viele hier - auch auf der Suche nach speziellen Hilfen und Erfahrungen.
Ich selbst habe eine Ausbildung beim Kinderarzt und nach ein paar Jahren dann Sozialpädagogik draufgesetzt. Als die Kinder kamen habe ich in meinem Beruf nicht mehr weitergearbeitet. Wir haben Zwillinge (14) und einen 11-jährigen, alle drei sind Jungs. Die Entwicklung war von Geburt an problematisch. Schlussendlich wurde bei den Jungs  innerhalb der letzten Jahre Asperger-Autismus diagnostiziert. Die Diagnosen wurden in Fachkliniken in Regensburg und Augsburg gestellt.
Unser jüngster Sohn hat neben den Kriterien seiner Autismusspektrum Störung vermutlich ADS. Dieses ADS eindeutig als solches zu diagnostizieren ist sehr schwierig, da die Schwierigkeiten wie:
Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten, Unruhe, Verträumtheit, Abschweifen, Langsamkeit usw. ebenso eine Facette des Asperger Autismus sein können. In diesem Fall würde eine ADS-Therapie nach ärztlicher Auskunft auch nichts bringen. Die Therapeuten in der Autismus Ambulanz raten zu Ritalin, da sie bei anderen Klienten große Erfolge beobachten können. Vor diesem Schritt habe ich jedoch großen Respekt und auch Angst. Selbst vor dem Schritt "probieren Sie es doch einfach mal bei dem Kind aus" - schrecke ich erheblich zurück. Ich bin der Meinung, dass das Kind ja kein Versuchsballon ist. Irgendetwas passiert mit diesen Medikamenten und es gibt immer irgendwelche Nebenwirkungen.
Da unser Jüngster aber sehr wohl registriert, dass er diese enormen Schwierigkeiten hat sich zu konzentrieren. Er eckt an, er wird kritisiert und hat ständig damit zu tun diesen Druck irgendwie zu bewältigen. Dieses ständige drängen "du musst nun mal machen", "konzentriere dich" führt dazu, dass er an manchen Tagen 7 und 8 nicht mehr zusammenzählen kann. Er selbst ist darüber sehr verzweifelt, weil er weiß, dass er es weiß.
Ich habe mich nach einer Methode erkundigt, die man Neurofeedback nennt. Bislang gibt es noch nicht viele Anbieter dieser Methode. In Klinikzentren werden Versuchsgruppen angeboten, aber Kinder mit einer Autismusspektrum Störung dürfen daran nicht teilnehmen. Begründung ist auch hier, dass es bei Autisten zu schwierig wäre und kaum Erfolg zeigen würde. Auch hier der Hinweis es mit Ritalin und Co. zu versuchen.
Vielleicht finde ich hier im Forum jemanden der ähnliche Schwierigkeiten mit seinem autistischen Kind(ern) hat und mir helfen oder raten kann. Ich bin dankbar für Adressen, Ärzte oder einfach eigene Erfahrungen die mir zur Verfügung gestellt werden.
Herzlichen Dank schon mal :winken:
M.
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Sheherazade
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Re: Fragen ADS und Asperger

Beitrag von Sheherazade » 19. Juli 2015 10:08

Unser Jüngster (Autismus und ADHS) hat davon profitiert, dass wir bei seinem Bruder zu lange gezögert haben mit der Medikation und den Fehler nicht noch einmal machen wollten. Seitdem er MPH bekommt, läuft bei ihm endlich alles rund und er ist "nur noch" autistisch - was für ihn (und uns) wesentlich besser zu händeln ist aufgrund einer jahrelangen Autimustherapie. Neurofeedback war nicht mehr nötig obwohl wir das wegen des guten Erfolges bei seinem Bruder auch ins Auge gefasst haben.

Ja, es war damals ein reiner Versuch, eben wegen der schlechten Differenzierungsmöglichkeit zwischen AD(H)S und Autismus. Unser KJP hat aber klar gesagt, dass es aufgrund der Komorbidität nur ein Versuch sein kann.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.
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M.
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Re: Fragen ADS und Asperger

Beitrag von M. » 19. Juli 2015 10:17

Wie lange habt ihr eurem Sohn diese Versuchsphase zugestanden? Wurden bei ihm verschiedene Dosierungen ausprobiert und/oder verschiedene Präparate mit dem Wirkstoff probiert? Hast Du Nebenwirkungen feststellen können oder wirkt er durch die Medikation "wie immer/eben autistisch" aber im Hinblick auf AD(H)S einfach wesentlich ausgeglichener?
Wo habt ihr diese Neurofeedback-Methode probiert? Bei einem niedergelassenen Arzt oder Therapeuten oder in der Klinik?
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Sheherazade
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Re: Fragen ADS und Asperger

Beitrag von Sheherazade » 19. Juli 2015 10:46

M. hat geschrieben: Wie lange habt ihr eurem Sohn diese Versuchsphase zugestanden?
Da hatten wir keine Vorgaben.
Wurden bei ihm verschiedene Dosierungen ausprobiert und/oder verschiedene Präparate mit dem Wirkstoff probiert?
Das erste Präparat hat gleich angeschlagen und nach nur 3 Wochen waren wir mit der Einstellung in 5mg-Schritten bei der endgültigen Dosierung.
Hast Du Nebenwirkungen feststellen können oder wirkt er durch die Medikation "wie immer/eben autistisch" aber im Hinblick auf AD(H)S einfach wesentlich ausgeglichener?
Eine Nebenwirkung war verminderter Hunger, was nicht schlimm war, denn er war übergewichtig. Er ist wesentlich ausgeglichener und wenig bis gar nicht mehr frustriert, denn durch die Medikation stellt ihm das ADHS kein Bein mehr mit der mangelnden Impulskontrolle.
Wo habt ihr diese Neurofeedback-Methode probiert? Bei einem niedergelassenen Arzt oder Therapeuten oder in der Klinik?
Unserem älteren Sohn (ADS) wurde Neurofeedback im Rahmen der multimodalen Therapie vom KJP als Ergo verordnet und in einer gut aufgestellten Ergo-Praxis durchgeführt. Er hatte insgesamt 40 Einheiten innerhalb eines Jahres.

Er hatte übrigens wesentlich länger mit Nebenwirkungen und Einstellungsschwierigkeiten sowie diversen Präparatwechseln zu kämpfen als sein Bruder.
Zuletzt geändert von Sheherazade am 19. Juli 2015 11:00, insgesamt 1-mal geändert.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
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