ASS trotz Empathie?

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Leo7
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ASS trotz Empathie?

Beitrag von Leo7 » 28. April 2015 11:47

Hallo!

Hätte ne Frage bzgl. ASS. Der Integrationslehrer unseres Sohnes (10, ADHS/ADS) rief mich gestern an und meinte, er und auch die neue Klassenlehrerin würden bei unserem Sohn autistische Züge sehen. Damit meinte er z.B. selbstverletzendes Verhalten, geistige Abwesenheit, immer wiederkehrende Gedankengänge um ein bestimmtes Thema usw..

Auch wir haben uns diese Gedanken schon des Öfteren gemacht. Da er aber bis dato schon von mehreren Kipsys und Psychologen begutachtet wurde und das Wort "Autismus" oder auch "autistische Züge" nie in den Mund genommen wurde, taten wir bestimmte Symptome als ADHS-typisch ab. Unser Sohn kann sich sehr gut in andere Menschen hinein versetzen und Mimik und Gestik kann er sehr gut deuten. Ein absoluter Einzelgänger ist er nicht, aber in letzter Zeit wimmelt es nicht gerade von Freunden.

Offizielle Diagnose ist: "Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (F90.0G)".

Ein Gespräch mit der behandelnden Psychologin (Verhaltenstherapeutin) habe ich nun am Donnerstag deswegen und mit dem Kipsy werde ich auch noch Rücksprache halten.

Kann es wirklich sein, dass eine Autismus-Spektrums-Störung über Jahre einfach so "übersehen" wird?

LG Leo7
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Sheherazade
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Sheherazade » 28. April 2015 12:38

[quote="Leo7"]
Kann es wirklich sein, dass eine Autismus-Spektrums-Störung über Jahre einfach so "übersehen" wird?
[/quote]

Ja, das ist durchaus möglich, wenn ADHS/ADS im Vordergrund steht. Denn viele ASS-Symptome sind deen von ADHS/ADS sehr ähnlich.

Bei unserem Jüngsten ist das komorbide ADHS zwar früh diagnostiziert worden ( mit 5 Jahren, damals habe ich mich noch gefragt, wo die das wohl herhaben), richtig in Erscheinung getreten ist es aber erst mit ca. 9 Jahren und zwar nur mit der mangelnden Impulskontrolle. Vorher hat der Autismus alle Anzeichen der ADHS "überlagert". Oder ausgeglichen, je nachdem wie man das sehen möchte.
Zuletzt geändert von Sheherazade am 28. April 2015 12:41, insgesamt 1-mal geändert.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
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Leo7
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Leo7 » 28. April 2015 13:15

Hallo!

Ich habe mittlerweile leider auch den Eindruck, dass unser Sohn im Verhältnis mehr Anzeichen von ASS zeigt wie früher. Da stand für mich das ADHS im Vordergrund mit seiner Hyperaktivität und seiner Impulskontrollstörung und wir dachten, die einseitigen Interessen usw. das wächst sich aus.

Seit er Strattera nimmt, ist er ruhiger und etwas lenkbarer geworden. Die einseitig ausgerichteten Interessen sind aber ausgeprägter denn je und das Interesse an Freunden tritt im Moment leider immer mehr in den Hintergrund.

Er hatte auch eine sehr schwierige schulische Situation und hat deshalb die Klasse wechseln dürfen. Ich dachte, es liege daran, aber die Probleme beim Lernen sind leider geblieben. Verhalten ist besser geworden. Doch nun ist das schon 2 Monate her und er verkriecht sicher immer mehr in sein "Schneckenhaus". :Frag:

LG Leo7
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Menolly » 28. April 2015 14:38

Bei der Beschreibung würde ich jetzt nicht auf Autismus kommen. Eher auf eine schleichende Depression.

Gerade das Selbstverletzen macht mich Stutzig.
Welche immer wieder kehrenden Gedanken?


Autismus kann man natürlich nicht grundsätzlich ausschließen, aber es wäre gut auch mal in Richtung Depression zu gucken.

Liebe Grüße
Menolly
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Sheherazade
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Sheherazade » 28. April 2015 15:22

Wobei eine nicht erkannte ASS bei Kindern und Jugendlichen zu Depressionen (inkl. selbstverletztendem Verhalten) führen kann.
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Leo7 » 28. April 2015 16:06

Hallo!

Also unser Sohn lässt sich immer wieder von seinen eigenen Ideen und Gedanken ablenken, z.B. bei den Hausaufgaben. Selbst wenn ich eine völlig reizarme Zone schaffe, kreisen seine Gedanken oft um ein und das selbe Thema wie z.B. Windräder, Lichterketten, Waschmaschinen, Solartechnik usw.

Er hat ein erstaunlich großes Spezialwissen in diesen Bereichen, interessiert sich aber leider weniger für die Dinge, die man "normalerweise" erwarten würde in seinem Alter. Er hasst jegliche Form von Ballspielen und Wettkämpfen und Rollenspiele spielt er eher selten mit Freunden. Er experimentiert lieber, als mit Legos zu  bauen oder PC-Spiele zu spielen. Computer nutzt er fast ausschließlich um sich Wissen über Waschmaschinen oder Windräder oder sonstiges anzueignen.

2011 bekam er vom damaligen Kipsy die Diagnose ADHS mit leicht unterdurchschnittlicher Begabung und er gab uns zu verstehen, dass er unser Kind eben für lernbehindert hält und er auf eine Sonderschule soll. Dann würden auch die Verhaltensauffälligkeiten besser. Die damalige Lehrerin war ganz anderer Meinung, hielt ihn überhaupt nicht für lernbehindert, sondern eher für recht intelligent, sein Problem wäre die Aufmerksamkeit. Auch der Integrationspädagoge hält ihn für überdurchschnittlich intelligent, aber er könne sein Wissen häufig nicht abrufen, so dass er sein Können nicht aufs Papier bringen könnte. Deshalb der Autismusverdacht bei ihm.

Die behandelnde Psychologin (Verhaltenstherapie) hat schon vor Monaten vor einer beginnenden Depression "gewarnt", wir dachten aber eigentlich, dass es sich gebessert hätte seit er die Klasse wechseln durfte und mit der neuen Lehrerin gut zu recht kommt.

LG Leo7
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Hanghuhn
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Hanghuhn » 29. April 2015 01:00

[quote="Leo7"]
... Damit meinte er z.B. selbstverletzendes Verhalten, geistige Abwesenheit, immer wiederkehrende Gedankengänge um ein bestimmtes Thema usw..
[/quote]

Selbstverletzendes Verhalten  - da stimme ich mit Menolly überein -  sehe ich als Zeichen einer beginnenden Depresion.
Bist Du eigentlich selbst der Meinung, dass Dein Sohn selbstverletzendes Verhalten an den Tag legt? Vielleicht wird sein Verhalten auch fehlinterpretiert. Was tut er, dass er sich selbst verletzt? Ist er evtl. einfach nur zu unbedacht?

Geistige Abwesenheit ist bei vorhandener ADHS-Diagnose nun wirklich kein Wunder.

Immer wiederkehrende Gedankengänge: Vielleicht versucht er auf diese Art, abgebrochene Gedankengänge zu Ende zu denken.
Frag ihn doch einfach mal, woran er am meisten denkt!

Mir ist das als Begründung zu mager.

Bei meinem Sohn wurde auch Asperger vermutet,allerings von Laien. Ich bin dem beim ersten Mal nicht nachgegangen, weil ich Besseres zu tun hatte, als irgendwelchen sinnfreien Diagnosen nachzugehen. Als mir das Thema ein weiteres Mal angetragen wurde, bin ich dem dann doch nachgeganem. Trotzdem haben wir jetzt keine ASS-Diagnose..

Technische Affinität wird bei manchen Kindern fehlinterpretiert.

Den Termin bei der Kipsy würde ich trotzdem wahrrnehmen. Dann hast Du Gewissheit und kannst einem Integrationslehrer eine fundierte Antwort geben.
LG Hanghuhn
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Leo7 » 29. April 2015 09:34

Hallo!

Ich finde manche Aussagen des Integrationslehrers auch recht dürftig, wie z.B. "er merkt sofort, wenn ich die Uhr im Klassenraum umgehangen habe". Das ist für mich nicht zwingend ein autistisches Merkmal.

Selbstverletzendes Verhalten legt unser Sohn schon an den Tag. Nämlich dann, wenn er wieder sehr unkonzentriert ist und Fehler beim Schreiben oder so macht. Er haut sich dann an den Kopf und flucht: "du dummes Gehirn, jetzt arbeite endlich richtig." Fingernägel kauen tut er auch manchmal sehr ausdauernd, aber das habe ich auch gemacht und mein Bruder (Mitte 50 mittlerweile) macht das immer noch, obwohl er keine Diagnose hat. :icon_rolleyes:

Da ich es aber ein für allemal leid bin, immer wieder darauf angesprochen zu werden - das ist mir echt schon mehrmals passiert, von wegen: "du, sag mal, hast du mal daran gedacht, dass dein Sohn Asperger Autist ist, weil er sich so für Waschmaschinen interessiert?", werde ich das jetzt auch abklären lassen.

LG Leo7
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Hanghuhn » 29. April 2015 22:50

[quote="Leo7"]
Er haut sich dann an den Kopf und flucht: "du dummes Gehirn, jetzt arbeite endlich richtig."
[/quote]
der pure Frust, der Kopf, derr als der Ursprung allen Übels btrachtet wird, muss herhalten - nicht gerade nett dem Kopf gegenüber, aber auffällig?!?

Das Ziel scheint eher Frust abauen zu sein, als sich wirklich zu verletzen
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Leo7 » 5. Mai 2015 08:35

Hallo nochmal!

Der Termin bei der behandelnden Psychologin ist vorbei. Sie hat den Verdacht auf Autismus absolut nicht bestätigt  und meinte, es wäre nicht besonders sinnvoll eine Testung diesbezüglich zu machen, da es ihrer Meinung nicht ausreicht für ASS. Die entsprechende Kernsymptomatik fehlt dafür.

Außerdem könne auch sie sich nicht vorstellen, dass 2 Kipsys, 1 erfahrener Neuropädiater und 3 Dipl.-Psychologen eine Autismus-Spektrum-Störung übersehen hätten.

Auch sie empfand das Hauen an den Kopf nicht als Selbstverletzung, sondern als Frustabbau.

LG Leo7
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M.
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von M. » 19. Juli 2015 10:38

Ich weiß natürlich nicht ob du noch immer ab und zu hier nachliest, doch meine Erfahrungen in dieser Hinsicht sind die, dass sowohl Neurologen als auch Kinderpsychologen eine ASS nicht erkennen oder diagnostizieren können. Im Rahmen einer fachärztlichen Ausbildung ist Autismus nur ein Randgebiet. Die ausgebildeten Neurologen und Psychologen können zwar auf einen mehr oder weniger guten fachärztlichen Ausbildungsgrad hinweisen, aber eine Spezialisierung findet in der Regel auf bestimmte Krankheitsbilder statt. Meist liegen die im Bereich ADS, ADHS, MS oder andere Bereiche. Eine Spezialisierung im Bereich Autismus ist selten und man findet wirklich gut ausgebildete Mediziner nur an den einschlägigen Klinikzentren/KJP der Kliniken. Häufig haben niedergelassene Ärzte und andere Behandler kaum ein autistisches Kind gesehen oder wirklich diagnostiziert. Die nötigen Testungen hierfür sind wirklich sehr umfangreich und enorm aufwändig (was ich auch gut finde). Ich würde Dir in jedem Fall empfehlen die oft längere Wartezeit an einem solchen Zentrum in Kauf zu nehmen und trotz allem diesem Verdacht nachgehen. Für Euch als Familie und auch für das Kind kann eine gute Diagnose mit den daraus resultierenden Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten viel bewegen.
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Hanghuhn
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Hanghuhn » 19. Juli 2015 11:48

@M., ja, es gibt Hinweise darauf, dass bei manchen leichteren Fällen von Asperger-Autismus das Verhalten der Aspies nicht richtig interpretiert wird und deshalb Autismus ausgeschlossen wird. Dabei geht es oft um solche Fälle, bei denen Teile des typisch autistischen Verhaltens fehlen. Am allermeisten sind es Aspies, die gelernt haben, anderen in die Augen zu gucken.

Bei Leos Sohn kam der Lehrer drauf, weil sich der Junge das Buch auf den Kopf gehauen hat (machte meiner in jüngeren Jahren übrigens auch). Dabei wurde der Frust, den der Junge aufgrund AD(H)S-typischer Schwierigkeiten hatte, mangels Impulskontrolle an den armen Kopf weitergegeben. Dieses Verhalten wurde als selbstverletzendes Verhalten von einem Laien fehlinterpretiert.

Selbstverletzendes hat aber einen ganz anderen Hintergrund, hat allerhöchstens sekundär mit Frust zu tun. Menschen mit selbstverletzendem Verhalten haben ein Problem, sich zu erspüren. Deshalb ritzen sie sich o. ä. Das geschieht nicht aus Frust, sondern aus dem Bedürfnis, überhaupt "etwas" zu spüren.

Gerade weil eine ASS-Diagnose aufwändig und teuer ist, würde ich eher abraten, eine soche Diagnostik in die Wege zu leiten. Unsere Kinder haben auch keine Lust mehr, zu allen möglichen Ärzten zu rennen, und es gibt keinerlei Anhaltspunkt für eine solche Diagnose. Versteh mich nicht falsch: Sobald ein begründeter Verdacht vorliegt, sollte eine Diagnostik erfolgen, aber nicht wg. einer Fehleinschätzung eines Laien.

Gerade weil Apserger und AD(H)S in einigen Problemfeldern so nah beieinander liegen, können erfahrene AD(H)S.Ärzte recht gut einschätzen, ob zumindest ein Verdacht auf Asperger vorliegt. Dem rate ich zu vertrauen.
Zuletzt geändert von Hanghuhn am 19. Juli 2015 11:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von M. » 19. Juli 2015 12:04

@Hanghuhn
Danke für die Info. Es ist schwierig, aufgrund der Einträge in einem solchen Forum, eine wirkliche Einschätzung der Situation(en) zu bekommen. Eine Meinung zu den jeweiligen Themen ist oft eine gefühlsmäßige Einschätzung die man selbst aus dem Gelesenen zieht. Ich denke auch, dass eine Diagnostik auf eine ASS genau abgewogen werden muss. Aufgrund einer speziellen Handlung sollte eine solche Diagnostik nicht losgetreten werden. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass unser jüngster Sohn zwar bei vielen "Einzelbehandlern" gewesen ist und trotz seiner autistischen Geschwister immer noch als unauffällig diagnostiziert wurde. Erst als eine sehr erfahrene Lehrerin (diese kam aus dem Sonderschulbereich) viele Besonderheiten von ihm zusammenfasste wurde (endlich) eine Diagnostik vorgenommen. Die ganzen einzelnen Befunde wurden dafür zusammengetragen usw. . Die Diagnose war eindeutig. Bei all diesen Fragestellungen und Entscheidungen die Eltern hier für ihre Kinder (manchmal auch mit ihren Kindern) treffen müssen, ist auch der Instinkt wichtig. Das Gefühl "es ist richtig" oder ein Gespür "wir müssen noch weitersehen - das kann nicht sein".
Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass sehr erfahrene Psychologen nicht in der Lage waren AD(H)S von ASS zu unterscheiden. Diese teile ich mit einigen anderen Eltern mit betroffenen Kindern - die erst in den Spezialzentren richtig betreut wurden. Es ist eben einfach eine Erfahrungssache. :winken:
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von laetitia » 19. Juli 2015 12:15

[quote="Hanghuhn"]

Selbstverletzendes hat aber einen ganz anderen Hintergrund, hat allerhöchstens sekundär mit Frust zu tun. Menschen mit selbstverletzendem Verhalten haben ein Problem, sich zu erspüren. Deshalb ritzen sie sich o. ä. Das geschieht nicht aus Frust, sondern aus dem Bedürfnis, überhaupt "etwas" zu spüren.

[/quote]

Wie das bei ASS ist, kann ich nicht sagen. Aber Grundsätzlich dient selbstverletzendes Verhalten vorwiegend dem inneren Druckabbau und nicht dazu, sich selbst zu spüren. Es ist ein Ventil. Gerade Jugendliche, die sich ritzen, tun das, weil sie den inneren Druck nicht mehr aushalten und es ihnen hilft, runter zu kommen. Weil das funktioniert, da der Körper in dem Moment gewisse Hormone ausschüttet, kann das zu einer "geeigneten" Stressabbaustrategie und dann zur Sucht werden und wenn es soweit ist, dann wird auch einfach so geritzt, um sich gut zu fühlen.
Zuletzt geändert von laetitia am 19. Juli 2015 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ASS trotz Empathie?

Beitrag von Alina Licht » 19. Juli 2015 22:32

[quote="Hanghuhn"]
[quote="Leo7"]
Er haut sich dann an den Kopf und flucht: "du dummes Gehirn, jetzt arbeite endlich richtig."
[/quote]
der pure Frust, der Kopf, derr als der Ursprung allen Übels btrachtet wird, muss herhalten - nicht gerade nett dem Kopf gegenüber, aber auffällig?!?
Das Ziel scheint eher Frust abauen zu sein, als sich wirklich zu verletzen
[/quote]

[quote="laetitia"]
[quote="Hanghuhn"]

Selbstverletzendes hat aber einen ganz anderen Hintergrund, hat allerhöchstens sekundär mit Frust zu tun. Menschen mit selbstverletzendem Verhalten haben ein Problem, sich zu erspüren. Deshalb ritzen sie sich o. ä. Das geschieht nicht aus Frust, sondern aus dem Bedürfnis, überhaupt "etwas" zu spüren.


[/quote]

Wie das bei ASS ist, kann ich nicht sagen. Aber Grundsätzlich dient selbstverletzendes Verhalten vorwiegend dem inneren Druckabbau und nicht dazu, sich selbst zu spüren. Es ist ein Ventil. Gerade Jugendliche, die sich ritzen, tun das, weil sie den inneren Druck nicht mehr aushalten und es ihnen hilft, runter zu kommen. Weil das funktioniert, da der Körper in dem Moment gewisse Hormone ausschüttet, kann das zu einer "geeigneten" Stressabbaustrategie und dann zur Sucht werden und wenn es soweit ist, dann wird auch einfach so geritzt, um sich gut zu fühlen.
[/quote]


Ihr habt alle nur teilweise Recht!  :811:
Es gibt soooo viele unterschiedliche Gründe, warum Menschen sich selbst verletzen. Ich kenne mich da einigermaßen aus, da ich mich durch Freunde von mir sehr mit solchen Themen auseinandergesetzt habe. Und ich habe das am eigenen Leib erfahren, denn ich hatte von der Kindheit an eine Tendenz zu SVV.  :upsi:  (Bin aber zum Glück seit Monaten weg davon!)
Ob aus Frust, nach innen gerichteten Aggressionen, Druckabbau, Beruhigung, "Gedankenstrudel" stoppen und fokussieren oder dem Versuch "etwas zu spüren"- all das sind mögliche Gründe (nur meine persönlichen, wahrscheinlich gibt es noch viel mehr) und deshalb ist auch SVV aufgrund von Frust SVV.  :ja1:

Und irgendwie komme ich vom Thema ab... Aber ich wolte das nur mal klarstellen, da das hier anscheinend irgendwie für Verwirrung sorgte. :0009:
Zuletzt geändert von Alina Licht am 19. Juli 2015 22:44, insgesamt 1-mal geändert.
Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden! ;)

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