Fragen zur Asperger-Diagnostik

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Löwenmutter
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Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Löwenmutter » 8. Januar 2013 11:02

Hallo,

ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. Vor einiger Zeit hatte ich mehrfach über meinen Sohn berichtet.Er hat ADHS und Asperger wurde seinerzeit ausgeschlossen, nachdem er mit Verdacht auf Asperger in die Tagesklinik kam. Nun kam im September wieder der Verdacht auf, dass er Asperger haben könnte und uns wurde dringend geraten, ihn im Autismuszentrum vorzustellen.

Inzwischen hatten wir Termine im Autismuszentrum, aber ich bin doch sehr verunsichert, weil ich die Diagnostik merkwürdig finde. Wir mussten vorab sehr viele Fragebögen ausfüllen und denen zusenden. Das ausfüllen der Fragebögen hat allein schon 2 Stunden in Anspruch genommen. Dann hatten wir dort ein Erstgespräch, in dem wir über den bisherigen Lebensverlauf meines Sohnes gesprochen hatten. Dann hatte mein Sohn am 6. Dezember einen Termin bei der Psychologin im ATZ. Der dauerte ca. 45 Minuten. Gestern war ich im ATZ zum Elterninterview. Die Psychologin sagte mir, dass es laut Fragebögen nicht so viele Auffälligkeiten in Richtung Autismus gebe, nur noch das Elterninterview gemacht wird und sie danach schon alles auswertet. Ich war ganz erstaunt, denn bei den ganzen vorherigen diagnostischen Verfahren war das ganz anders. Sie schien auch nicht sonderlich gut vorbereitet. Ich habe den Verdacht, dass die sich den ganzen Stapel an Gutachten gar nicht richtig durchgelesen hat. Nach dem Elterninterview schien sie dann aber doch nachdenklich. Sie sagte, ich sollte ihr vorsichtshalber eine Schweigepflichtsentbindung für die Schule ausstellen, vielleicht schaut sie ihn noch einmal in der Schule an und wenn sie sich wegen dem Ergebnis unsicher sei, sie noch eine andere Person hinzuziehen wollte. Wir würden dann telefonisch von ihr hören.

Meine Frage ist nun, was ihr davon haltet. Kann Sie in einer 45minütigen Sitzung mit meinem Sohn und der Auswertung der Fragebögen schon zu einem Ergebnis kommen? Bitte glaubt jetzt nicht, dass ich unbedingt möchte, dass mein Sohn die Diagnose bekommt, ich finde die Diagnostik nur merkwürdig und will das Thema Autismus endgültig abschließen können und nicht immer Kopf haben, dass die das vielleicht nicht richtig getestet haben.

Viele Grüße

Löwenmutter
Zuletzt geändert von Löwenmutter am 8. Januar 2013 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Sheherazade
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Sheherazade » 8. Januar 2013 11:07

[quote="Löwenmutter"]
Meine Frage ist nun, was ihr davon haltet. Kann Sie in einer 45minütigen Sitzung mit meinem Sohn und der Auswertung der Fragebögen schon zu einem Ergebnis kommen? [/quote]

Wenn sie gut ist, das Elterngespräch ausführlich und die Fragebögen gut ausgefüllt waren, kann sie.

Im Grunde war bei meinem jüngsten Sohn auch nicht viel mehr dahinter, nur dass er in den 45 Minuten von einem Kinderpsychiater und einer Kinderpsychologin gleichzeitig beguckt wurde. Und der Kindergarten hatte damals auch noch einen Fragebogen bekommen.

Die vermeintliche Knappheit der Diagnostik sagt nichts über die Qualität aus. Es ist für eine objektive Diagnostik auch nicht zielführend, wenn der Diagnostiker sich alle möglichen Gutachten durchliest.
Zuletzt geändert von Sheherazade am 8. Januar 2013 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Angie
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Angie » 8. Januar 2013 12:21

Meiner wurde 3 Wochen lang getestet, in einer LWL-Tagesklinik - kam Atypischer Autismus raus.
Dann der Amtspsychologe eine Stunde lang, der meinte ADHS und Asperger.
Danach nochmals Fragebögen vom KJP.
Dann nochmals in seiner Jugendhilfe, in der SPZ und dann nochmals in Oldenburg KJPP letztes Jahr.
Zuletzt geändert von Angie am 8. Januar 2013 12:23, insgesamt 1-mal geändert.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Karina37 » 8. Januar 2013 14:12

Bei uns war es so, dass ich vorab sämtliche Gutachten zur KJP geschickt hatte. Beim ersten Termin bekam ich auch verschiedene Fragebögen mit. Dann gab es eine direkte Verhaltensbeobachtung meines Sohnes die ca. 45 Min dauerte. Ein Elterninterview gab es auch noch. Und eine Sprachuntersuchung meines Sohnes. Die ADHS Diagnose hatte mein Sohn bereits.

Der Verdacht auf Asperger stand immer im Raum aber die Kinder-und Jugendpsychiaterin bei der wir zuerst waren, tat dies immer ab. Die Klinik in der ich meinen Sohn testen lies, war sehr kompentent und Autismuserfahren.
Als mein Sohn ein dreiviertel Jahr darauf sechs Wochen stationär in der KJP war, wurde das Aspergersyndrom bei ihm noch bestätigt.

Für mich ist das eine Riesengroße Erleichterung obwohl es anfangs ein Schock war und ich früher den Gedanken an Autismus immer weggeschoben hatte und dies nicht wahrhaben wollte.
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Löwenmutter
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Löwenmutter » 9. Januar 2013 09:52

Hallo,

danke für eure Antworten.

Ehrlich gesagt würde mich das gar nicht mehr schocken, wenn er die Diagnose Asperger bekäme. Vor 4 Jahren war das noch anders. Vielleicht wäre es eine Erklärung, warum er trotz ADHS-Diagnose anders ist wie andere ADHS-Kinder, denn trotz seiner ADHS-Diagnose sagen immer noch alle, dass er "sehr speziell" sei. Ich weiß nicht, ob da noch etwas anderes ist und eigentlich ist mir die Diagnose egal, ich möchte nur, dass ihm geholfen wird, nur ohne richtige Diagnose scheint er nicht die Hilfe zu bekommen, die er braucht und er gilt immer nur als merkwürdig, weil man nicht weiß, warum er so ist wie er ist. Versteht ihr das?

Alle sagen, dass er schwierig zu diagnostizieren sei. Daher bin ich auch so erstaunt darüber, wie die Diagnostik im Autismuszentrum abläuft. Wie können die in 45 Min. entscheiden, ob er Asperger hat oder nicht, gerade weil es bei ihm nicht offensichtlich zu sein scheint. In der Tagesklinik war er 4 Monate und dort kam er auch mit Verdacht auf Asperger rein, es wurde aber ausgeschlossen und in Bezug auf Asperger haben wir nur einen Fragebogen ausgefüllt, weil der dortige Psychologe sagte, dass die Verhaltensbeobachtungen am aussagekräftigsten wären. Dort wurde aber auch gesagt, dass er sehr speziell sei. In der Kur war mein Sohn 6 Wochen und die haben den dringenden Verdacht auf Asperger gehabt. Wie kann es dann sein, dass das Autismuszentrum wenig Hinweise darauf sieht? Wenn ich dann so sehe, welche Einrichtungen Angie schon alles durch hat, frage ich mich, ob die Testung im Autismuszentrum aussagekräftig genug ist. Allerdings haben wir auch noch nicht das endgültige Ergebnis und ich muss es natürlich erst einmal abwarten, aber das fällt mir schon schwer.

Versteht mich bitte nicht falsch. Die ganzen Testungen bin ich so etwas von leid und ich weiß auch nicht, wie mein Sohn sich dabei fühlt, wenn ich ihn von einer Diagnostik-Einrichtung zur nächsten schleppe. Da hat er doch auch das Gefühl, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Aber was soll ich denn sonst machen, wenn er so auffällig ist?

Im Autismuszentrum kam ich mit einer Mutter ins Gespräch und die sagte mir, dass die Tagesklinik, in der mein Sohn damals war, nicht auf Autismus spezialisiert sei und als sie mit ihrem Sohn im ATZ in unserer Stadt war, dort auch nicht Autismus festgestellt wurde, sie aber der Meinung war, dass er es hat und dann nach Münster gefahren ist, weil es dort wohl eine Klinik gibt, die sich richtig gut auskennen. Dort bekam ihr Sohn dann die Asperger-Diagnose und die Therapien macht er nun im ATZ in unserer Stadt. Ich bin am überlegen, ob ich auch diesen Weg gehen muss, wenn unser ATZ Asperger ausschließt.

Viele Grüße

Löwenmutter
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Sheherazade » 9. Januar 2013 10:37

[quote="Löwenmutter"]
Wie kann es dann sein, dass das Autismuszentrum wenig Hinweise darauf sieht?[/quote]

Hat man dir das gesagt oder sind das deine Rückschlüsse anhand des Diagnostikablaufs?

Warte doch erst einmal das Abschlußgespräch ab (das eigentlich noch kommen müsste) und den schriftlichen Bericht. Und versteif dich nicht so auf das Aspergersyndrom, demnächst wird ohnehin nur noch als Autismusspektrumsstörung (ASS) diagnostiziert.

Fakt ist, dass gerade in den ATZ mehr Erfahrung mit Autismus vorliegt als bei diversen Tageskliniken oder KJP. Wo die letzteren dann eben lange und mehrmals hingucken müssen (und noch nicht das richtige sehen), sehen das die Fachleute schon viel schneller und klarer.

Ich beschwere mich ja auch nicht in einer Fachwerkstatt, warum die Reparatur meines Autos nur 1 Stunde gedauert hat, nur weil die Werkstatt eines anderen Herstellers 3 Stunden gebraucht hat und den Fehler trotzdem nicht gefunden hat.  :zwink:

PS: Die Klinik in Münster hat da wirklich einen guten Ruf. Bei uns dürfen die ATZ nicht mehr diagnostizieren UND therapieren, deshalb gehen die meisten aus dem hiesigen Raum zur Diagnostik dorthin.
Zuletzt geändert von Sheherazade am 9. Januar 2013 10:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Löwenmutter » 9. Januar 2013 10:57

Hallo Sheherazade,

Hat man dir das gesagt oder sind das deine Rückschlüsse anhand des Diagnostikablaufs?


Ja, das hat man mir so gesagt, vor dem Elterninterview. Danach hat sie noch gesagt, dass mein Sohn einige Dinge könnte, wozu andere Asperger-Kinder nicht in der Lage wären. Daher bin ich auch so verunsichert. Nach dem Interview sagte sie aber dann, dass sie ihn wahrscheinlich noch einmal in der Schule anschauen wird und das wir dann von ihr hören. Das abwarten fällt mir schwer, aber mir bleibt nichts anderes übrig.

Warum dürfen die bei euch im ATZ nicht mehr diagnostizieren bzw. Therapien anbieten? Welche Klinik wäre das denn in Münster? Nur für den Fall, wenn wir ihn sicherheitshalber noch woanders vorstellen möchten?

Liebe Grüße

Löwenmutter
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Sheherazade » 9. Januar 2013 11:26

[quote="Löwenmutter"]
Warum dürfen die bei euch im ATZ nicht mehr diagnostizieren bzw. Therapien anbieten?
[/quote]

Sie dürfen nicht mehr diagnostizieren UND therapieren, hat was mit dem Interessenkonflikt zu tun. Also entweder diagnostizieren oder therapieren, nicht beides.

Welche Klinik wäre das denn in Münster?


Die Uniklinik in Münster, Abteilung KJP. Besorg dir ruhig jetzt schon einen Termin, sollte der Bericht vom ATZ stimmig sein für dich, kannst du den Termin ja absagen.
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Löwenmutter » 15. Januar 2013 09:55

Hallo,

ich bin gerade total durch den Wind. Die Psychologin vom Autismuszentrum rief gerade an, um einen Termin für das Abschlußgespräch abzustimmen. Telefonisch wollte sie sich zu dem Ergebnis nicht äußern. Den Termin haben wir jetzt am 30. Januar.

Diese Warterei macht mich richtig hibbelig, dabei frage ich mich, was schon passieren soll. Entweder hat er eine Autismusspektrumsstörung, dann wissen wir endlich Bescheid warum er so "speziell" ist und hoffentlich wird er dann richtig gefördert/therapiert, oder er hat es nicht und das wäre ja eigentlich auch wünschenswert.

Mein Mann fragte die Psychologin am Telefon, ob die bisherigen Termine denn für die Diagnostik ausreichend wären. Die Psychologin sagte, dass die Diagnose eindeutig wäre, nach dem Elterninterview letzte Woche und auch nachdem sie meinen Sohn gesehen hat, auch wenn es nur für 45 Minuten war. Jetzt rätsel ich die ganze Zeit, was wir denn im Elterninterview gravierendes gesagt haben, was zu so einem eindeutigen Ergebnis führt. Zu meinem Sohn hatte sie mir nur gesagt, dass er nicht gerade motiviert war. In die Schule will sie ihn jetzt doch nicht mehr beobachten, eben weil das Ergebnis so eindeutig sei. Ich bin wirklich gespannt, was bei dem Abschlußgespräch herauskommt. Mein Mann und ich haben uns überlegt, dass wir es bei dem Ergebnis dann auch belassen und ihn nicht noch irgendwo anders vorstellen, egal was herauskommt.

Viele Grüße

Löwenmutter
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Löwenmutter » 28. Januar 2013 10:03

Hallo,

eigentlich hätten wir am 30.01. das Abschlussgespräch im ATZ gehabt. Nun rief die zuständige Psychologin an und sagte, dass sie meinen Sohn doch noch mal in der Schule anschauen möchte und der Termin daher verschoben werden muss. Sie hätte sich noch einmal die Gutachten durchgesehen, bei meinem Sohn sei ja schon immer so ein hin und her gewesen und zur Sicherheit will sie ihn noch einmal in der Schule anschauen. Ich wundere mich, woher auf einmal die Unsicherheit kommt, weil sie sich doch vorher absolut sicher war und ein eindeutiges Ergebnis hätte.

Ich hatte mich schon so gefreut, endlich ein eindeutiges Ergebnis, egal was herauskommt, aber da habe ich mich wohl zu früh gefreut. Nun frage ich mich wieder, ob das Ergebnis dann überhaupt stimmen wird, weil sie jetzt doch unsicher zu sein scheint. Das ist echt zum ...

In einem Buch von Tony Attwood habe ich meinen Sohn in der Beschreibung zu Asperger wieder gefunden. Ehrlich gesagt erstaunt es mich mittlerweile, dass Asperger noch nicht diagnostiziert wurde, sondern immer nur in Verdacht stand, denn es scheint doch offensichtlich zu sein. Allerdings wurden mir auch noch nie so intensive Fragen gestellt, wie er im Kindergartenalter war, außer eben jetzt im ATZ. Ich denke, dass ich ihn früher auch etwas falsch eingeschätzt habe. Hat man mich gefragt, ob mein Sohn Gefühle deuten kann, habe ich mit ja geantwortet. Heute würde meine Antwort anders ausfallen. Mein Sohn fragt häufig danach, ob ich z. B. traurig oder ärgerlich bin. Wenn meine Gefühle nicht offensichtlich sind, weil ich z. B. weine, dann fragt er. Ich habe erst jetzt ein Buch über Asperger gelesen, da ich immer der Meinung war, dass es eh nichts nützt, wenn ich denke das er es hätte und die Psychologen das aber nicht so sehen. Man kann sich schließlich auch verrückt machen und eigentlich wollte ich mich auch nicht damit befassen, weil mir die Diagnose Asperger Angst macht. Aber durch diese Unsicherheit, dieses hin und her, habe ich mich jetzt doch informiert, weil ich wissen wollte, warum Asperger immer wieder in Verdacht ist. Inzwischen bin ich der Meinung, dass Asperger wie die Faust aufs Auge passt.

Natürlich muss ich jetzt erst mal das Ergebnis abwarten, aber was mache ich, wenn Asperger wieder ausgeschlossen wird?

Viele Grüße

Löwenmutter
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Moinmoin » 26. August 2014 16:33

Und was kam jetzt dabei raus? :Frag:

Muss sagen, war sehr enttäuscht, dass die Geschichte kein richtiges  Ende hatte....
Mag unvollendete Sachen gar nicht leiden, sowas macht mich total irre (eine meiner liebenswürdigen Macken)....    :smilie_wut_115:

Eine Sache brennt mir allerdings arg unter den Nägeln...bitte, bitte...
Sagt nicht mehr andauernd "er HAT/HAT nicht Asperger"... :stop:


Asperger HAT man NICHT-man IST Asperger (Aspie).....
Befinde mich selbst gerade in der Diagnostik was als Frau und Erwachsene recht kompliziert ist.
Allerdings sind sich meine behandelnden Ärzte jetzt schon relativ sicher, dass ich ein Aspie bin (BIN! Nicht, dass ich Asperger HABE!)...

So, genug gemeckert! :breitgrinse1:

Würde mich über eine Reaktion extremst freuen.

Lieben Gruß
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Sheherazade
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Sheherazade » 26. August 2014 16:37

[quote="Moinmoin"]
Asperger HAT man NICHT-man IST Asperger (Aspie).....
[/quote]

In erster Linie sind Menschen mit Autismus eben Menschen. Mein Sohn würde sich sehr dagegen wehren, wenn ich ihn auf den Autismus reduzieren würde.
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Moinmoin » 26. August 2014 16:54

Klar soll man niemanden auf die ASS reduzieren, dennoch klingt es nach einer Krankheit wenn man schreibt "er HAT AS"...
Eine ASS ist aber eine Art zu sein und keine Krankheit....

Sehen viele Aspies so, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel...


Wenn man erstmal Frieden mit dieser Diagnose geschlossen hat* dann lebt es sich recht "ungeniert" damit... 

*was ich bereits habe, denn es erklärt alles was ich bisher erlebt habe und es ist 1000x besser als das, was mir vorher so alles angedichtet wurde...



Manche haben natürlich nicht so ein Glück (mit der Akzeptanz der Diagnose)...

Finde es dennoch recht "erniedrigend" wenn so geschrieben wird. :smilie_tra_078:
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon No User » 28. August 2014 11:40

Die Diskussion, ob man nun Aspie IST oder HAT ist völlig überflüssig, da sie NICHTS darüber aussagt, wie man tatsächlich mit ggf. eigenem oder fremdem Asperger-Syndrom umgeht. Es ist eigentlich nur eine Diskussion über den Umgang mit der deutschen Sprache, die aber nun auch nicht so streng ist und einige Freiheiten lässt.

Nach deren Regeln und denen der Logik könnte man im engeren Sinne als Mensch ein Asperger-Syndrom nur HABEN, niemals SEIN, wie aus der Begriffsdefinition von "Syndrom" hervorgeht. Und man könnte heute auch nicht mehr Hans Asperger SEIN, jedenfalls nicht dieser spezielle, bereits 1980 verstorbene Kinderarzt. Aber es wird auch nicht strafrechtlich verfolgt, von diesen Regeln abzuweichen.

Mir persönlich stellt sich die Frage nach den Hintergründen, warum jemand ein "er HAT..." zwanghaft mit Krankheit assoziieren muss. Gilt das auch für rote Haare / blaue Augen / Muskeln / ... ? Was an "Sie IST ein wenig blond." ist besser als dass sie halbwegs blonde Haare HAT?

Und was ist eigentlich so schlimm an "Krankheit"? Ach ja, "krank" sind immer nur die anderen, oder so. Dabei gehört Krankheit völlig normal zum Leben dazu.

Den Betroffenen sei es trotzdem unbenommen, sich umgangssprachlich mehrheitlich darauf festzulegen, Aspie zu SEIN. Ob sie dieser Sprachregelung nun treu bleiben oder auch ausnahmsweise nicht, sagt allerdings nichts darüber aus, wie es ihnen gelingt, sich mit diesem Umstand zu arrangieren und soziale Integration zu finden. Auf jeden Fall wäre ihnen zu empfehlen, etwas entspannter damit umzugehen, wenn andere vom HABEN einer ASS oder eines Asperger(-Syndoms) sprechen.

Da es in diesem Thread um die Diagnostik ging, ist außerdem recht eindeutig: Eine Diagnose HAT man oder auch nicht, niemand IST eine Diagnose.

LG
Steffchen
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Moinmoin » 29. August 2014 08:32

Ooooh man, also manchmal bin ich echt überrascht ob der Pedanterie einiger Leute die meinen alles besser zu wissen mit der fadenscheinigen Begründung "...weil es ja auch so in einem Buch steht..."  :top: :froi1:
Ganz toll gemacht und gut aufgepasst! :ja1:

Es ging lediglich darum, dass "die meisten von uns" das so sehen und auch so sagen, da es besser klingt und weniger beleidigenden Charakter hat UND es (wenn man die Diagnose akzeptiert HAT) einem unsinnig vorkommt diese Chance auf "Anderssein" als die breite Masse der Weltbevölkerung als Krankheit (Syndrom) zu betiteln....

Unglaublich, dass man sich da nun wieder einklinken muss um seinen (mit Verlaub) tausend mal bereits durch gekauten Senf dazu zu geben....  :icon_rolleyes:


Ps. Vielleicht mal die Symptomlisten durch gehen, dann fällt Dir bestimmt auf, dass auch Zwänge und "Recht haben (wollen)" dazu gehört  :811:
Rein vom Schreibstil würde ich sogar denken du gehörst zu "uns"  :breitgrinse1:


LG
Moinmoin
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Moinmoin » 29. August 2014 09:01

Ps. Sogar zum Thema ADHS steht hier im Forum geschrieben:

(Zitat)
*ADHS zu haben bedeutet nicht automatisch krank zu sein. Dopaminmangel ( bzw. sein Verfügbarkeitsproblem ) ist keine Erkrankung, davon können auch „Normalos“ mal mehr oder weniger betroffen sein. Krank wird ein ADHS ler durch dauerhaften Leidensdruck.*

Quelle: http://www.adhs-anderswelt.de/index.php?page=96

Bei Asperger ist es ungefähr das selbe. Ich habe zwar idiopathischen Cortisolmangel aber "krank" bin ich nicht-oder um es für Dich verständlicher zu machen: ich empfinde mich nicht als krank. Ich bin einfach nur anders und das ist auch gut so denn sonst wäre ich nicht die, die ich bin  :ja1:

Weißt Du, ich bin ein sehr friedliebender Mensch (wie fast alle Aspies), ich möchte keinen Streit oder Anfeindungen.
Doch fühle ich mich schnell angegriffen (wie fast alle Aspies) und deinen Kommentar empfinde ich als Angriff bzw sinnlose Provokation.

Ich möchte einfach nur wissen, wie die Geschichte hier zuende gegangen ist, denn ich habe ein pathologisches Problem mit Abschlüssen (wie viele Aspies auch).

Mehr nicht.

LG
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Weil » 29. August 2014 10:22

Pathologisches Sichangegriffenfühlen?  :ichboss:
Ne, Scherz, bleib locker, dann lebt es sich entspannter.
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon No User » 29. August 2014 11:21

Also Moinmoin, WER ist da jetzt pedantisch?  Und wo schrieb ich, dass es wie in welchem Buch steht? WER musste sich hier beim Thema "Fragen zur Asperger-Diagnostik" mit seiner Sprachvorschrift einklinken und seinen Senf dazu geben, dass man Asperger gefälligst zu "SEIN" und nicht zu "HABEN" habe? "Die meisten von uns" - Seid ihr eine Sekte oder so? Und du bist Pressesprecher der Sekte?

Da brauchst du dich auch nicht mit Autismus rauszureden, wenn ich empfehle "etwas entspannter damit umzugehen", weil man das nun mal in der deutschen Sprache so oder so ausdrücken kann, und du dich schon davon angegriffen fühlst. Na, dann fühle dich eben permanent angegriffen von uns Mitmenschen, von der Gesellschaft, der Welt, deinem Leben - es ist DEINE Entscheidung, DEIN Leben, mach damit, was du willst, aber jammere mir deswegen nicht die Ohren voll. Dann SEI halt eine Diagnose oder ein Syndrom, aber wundere dich nicht, wenn ich dann lese, dass du eine Krankheit BIST.

Du hältst dich für einen friedliebenden Menschen? Das sind die schlimmsten. Friedliebend heißt nicht, im Gegenüber ständig nur das Böse zu vermuten, in Kommentare Angriffe und Provokationen hineinzuinterpretieren und Kommentatoren deswegen anzufeinden. Wirkliche Akzeptanz der Diagnose klingt anders, geht aber, denn ich kenne wesentlich entspanntere Autisten.

Du hast es dagegen geschafft, auf kein einziges Argument sachlich einzugehen, hast einfach alles als "tausend mal bereits durch gekauten Senf" (Wo denn bitte? Zitate, Links!) abqualifiziert. OK, krank bin nur ich, du dagegen willst etwas besseres sein. Hoffentlich hast du wegen deiner Diagnose nicht die Krankenkasse bemüht, das wäre dann echt unverschämter Betrug. Müsste sonst Anderenkasse heißen oder Besserenkasse.

Und wie du auch quengelst, für das Ende der Geschichte wirst du Geduld brauchen, schließlich ist der Thread von Anfang 2013 und Löwenmutter war auch schon ein paar Wochen nicht mehr hier.

Steffchen
Moinmoin
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Moinmoin » 29. August 2014 14:13

@Weil: Ich versuch's  :breitgrinse1:

@Steffchen: Was ist denn nun kaputt? :Frag:
Mach Dein Ding, aber halt mich da ab jetzt bitte raus, das wird mir zu bunt....

Danke.
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Angie
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Re: Fragen zur Asperger-Diagnostik

Beitragvon Angie » 29. August 2014 21:55

Mein Sohn gibt sich damit zufrieden, dass er viele Menschen wegen seinen Asperger nicht richtig versteht. Aber krank fühlt er sich deswegen nicht.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.

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