Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

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schokine
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Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von schokine » 28. Juli 2012 14:20

hallo,

wir haben am monatg den ersten arzttermin und ich weiß gar nicht, was ich dem kleinen (4,5  jahre) sagen soll. er fragt ja sicher, wieso wir da hinfahren. ich will ihm aber nicht das gefühl geben, dass mit ihm was nicht stimmt. wie habt ihr das gemacht?

lg
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Angie
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von Angie » 28. Juli 2012 15:05

Ich hätte gewünscht, dass bei meinen Sohn schon so früh eine Diagnostik wäre. Nee, wir mussten uns noch jahrelang zig Ärzte beziehen, bis endlich einer wusste, was noch nicht stimmt.
Kurz vor seinen 12. Lebensjahr dann die Asperger-Diagnose. Er selbst sagte schon immer:"Ausser das ADHS stimmt immer noch nicht noch was mit mir!"

Aber meiner war mit 4 Jahren in der SPZ. Ich habe ihn damal mitgeteilt, dass die dort Teste machen, um festzustellen, warum er im Kiga nicht zurecht kommt. Mit der Begründung kam er klar. Kam damals Wahrnehmungsstörung raus.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Sheherazade
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von Sheherazade » 28. Juli 2012 15:24

[quote="schokine"]
wie habt ihr das gemacht?
[/quote]

Mein Sohn hat damals (er war genauso alt wie dein Sohn) nicht gefragt. Er war ja noch in einem Alter, in dem Arztbesuche noch recht häufig (Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen etc.) und für ihn daher normal waren. Vorsorglich habe ich ihm aber gesagt, dass wir nur gucken wollen ob noch immer alles mit ihm in Ordnung ist. Das hat ihm gereicht.

Mein Sohn will heute übigens immer noch nicht wissen, was mit ihm los ist, er verweigert jedes Gespräch darüber. Macht aber klaglos alles mit, solange es von uns Eltern für gut geheißen wird.  :zwink:
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
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Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von fachaela » 28. Juli 2012 21:08

was fragt er denn? wer nicht fragt, braucht auch keine begründung für den arztbesuch :zwink:
schokine
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von schokine » 29. Juli 2012 10:28

er fragt, warum wir da hinfahren müssen.
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von Tüddeltasche » 14. Oktober 2012 18:27

:wu:  - na, das wird wohl lääängst gewesen sein  :schäm: 

Ich bin z.Z. am hinterher hinken mit allem, nein, diesmal ist es nicht "AD(H)S seine Schuld",
sondern die von 8 kleinen, dicken Baby-Bärchen (mein erster Wurf >Germanischer Bärenhund< -Welpen, hihihi )

Aber vielleicht kann meine AW ja noch irgendwann mal jemandem nützen  :eusa_doh:

Erzähl doch bitte wie es war  - >neugierigbin< !!!!!!


Mit ganz einfachen Worten, im normalen Erzählton + ohne "Tam-Tam", sagte ich meinen Kindern:
Das wir > stationär aufgenommen< werden, weil paar Untersuchungen nur >auf Station< möglich sind.
Dann folgt natürlich die Frage: Was ist stationär ???
+ schon wurde interessanter das wir dort schlafen  - als was dort an Untersuchungen abläuft...
Dort gibt es ein Spielzimmer mit vielen tollen Spielsachen, wo noch andere Kinder sind, die gerne mit ihm spielen möchten.

Das Aufnahmegespräch kannst du gut nutzen um ihm zu zeigen wo ihr sein werdet + er sieht vergnügte Kinder über den Flur rennen, das bunte Spiezimmer + er kanns nicht erwarten bis er dort mitmachen darf   :froi1:

Mach also am besten vorher kein großes "Aufheben" darum, weil er langen Erklärungen nicht folgen kann + sie auch dann nicht "richtig" verstünde, selbst wenn er die Reife eines "normalen"  5 J. Kindes hätte.
Versuche beim Erzählen möglichst nicht zu sehr "konzentriert" auf ihn zu wirken, weil er sonst verknüpfen könnte, das etwas mit der Untersuchungs-Situation nicht stimmt, weil du so "ernsthaft" damit umgehst.
Ich denke in dem Alter muß ein Kind nicht unnötig durch "gut gemeinte" Info`s belastet werden + für ihn ist alles gut, so lange seine (ruhige) Mami bei ihm ist
-  das Ganze ist für die Eltern viiiel bedeutsamer als für das Kind, das sich der Tragweite nicht bewußt ist...
Zuletzt geändert von Tüddeltasche am 14. Oktober 2012 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Mensch zum Menschen sich verwandelt
- alsbald man menschlich ihn behandelt...
(Wilhelm Busch)

: biene:
schokine
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von schokine » 11. November 2012 11:21

Also es war ganz ok, also eigentlich war er ganz offen. Hatte zur Folge, dass sich trotz Asperger-Verhaltensweisen, da er als sehr interesiiert und intelligent beurteilt wurde,der Verdacht nicht bestätigt hat. "Für autistish ist er zu neugierig, er ist eher mutistisch." Ich kam mir dann vor wie die böse Mutter, die ihr nicht ganz perfektes Kind zum Psychologen schleppt, obwohl er doch nur "etwas anders" ist.
Dabei ist es nicht so, dass ich mein "besonderes" Kind nicht liebe- ich wollte einfach nur verstehen, warum er manchmal so blockiert und wollte ihm ein Einzelgängerdasein ersparen. Bevor die Schule losgeht.  Jetzt steh ich wieder da wie vorher- weiß nicht, wie ich bei ihm weiterkommen soll- nur jetzt mit der Gewissheit, dass es wohl doch an mir liegt und ich mich eben einfach zu blöd anstelle. Komisch, dass meine Erziehungsmethoden beim 2. Kind funktioniren.

Versuche jetzt seit 2 Stunden, ihn zum Anziehen zu bewegen (ohne es komplett selbst zu machen). Weder schimpfen noch gut zureden helfen. Er will was trinken, ich sag, er soll erst die Socken anziehen. Er schreit und zieht sie nicht an. Er liegt auf dem Sofa und macht alles mögliche, aber nicht Socken anziehen. Heute nicht, aber es gab schon Tage, da musste ich weinen. Auch das stört ihn nicht wirklich. Was macht man denn da? Jemand einen hilfreichen Tipp?
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von Elchi » 11. November 2012 11:41

Hallo Schokine,

wenn er eher "mutistisch" ist, heißt das doch nicht, dass das ein Erziehungsfehler ist?

Neulich war bei SternTV ein Beitrag über 2 mutistische Mädchen, die jahrelang nur zu Hause gesprochen haben, aber nicht, sobald irgendjemand fremdes dabei war.
Niemand hat das der Mutter zum Vorwurf gemacht, es wurde auch als Krankheit behandelt.

Hast Du denn nach dieser Diagnose "eher mutistisch" irgendwelche Infos bekommen, was damit gemeint ist und was Du tun kannst?
Wenn nicht, wäre vielleicht mal eine 2. Meinung angebracht.

LG
Elchi
greentown
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von greentown » 11. November 2012 11:44

Hier ein Link, der anhand von 10 Punkten Mutismus erklärt:
http://www.mutismus.de/informationen-und-aufklaerung
Was manche für Unachtsamkeit halten, ist in Wirklichkeit das Ergründen des Unergründlichen.
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Hanghuhn
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von Hanghuhn » 11. November 2012 13:11

Naja, wenn ich hier einen Ratschlag gebe, muss(te) es bei uns nicht unbedingt besser laufen.

Das Zauberwort heißt "Dranbleiben". Damit habe ich als ADSler größte Probleme. Im Laufe der Zeit verselbständigen sich Dinge, die Du immer wieder einforderst. Bis dahin musst Du drauf bestehen, dass das gemacht wird, was Du sagst. Wenn Du das nicht machst, stehst Du vor genau dem Problem, das Du jetzt hast.

Du findest es komisch, dass Deine Erziehungsmethoden beim 2. Kind funktionieren. Es ist ein vollkommen anderes Kind, wenn auch die Erbanlagen ähnlich sind,wahrscheinlich ist es nicht mutistisch. Es ist das 2. Kind. Die Geschwisterkonstellation spielt ganz gewiss eine Rolle. Manche Fehler, die Du mühsam als Fehler erkennen musstest, hast Du beim 2. Kind ganz bestimmt nicht gemacht. Das 2. Kind muss nicht erst mühsam erkennen, dass es nicht allein in Mamas Kosmos herrscht. In der Geschwisterforschung wurde nachgewiesen, dass nachfolgende Geschwister von besonders schwierigen Kindern, meist sehr leicht zu händeln sind. Das war bei uns auch so. Ich finde das nicht unbedingt gut. Die Kleinen lernen zu früh, dass sie oft nur die 2. Geige spielen, weil das 1. Kind die ganze Aufmerksamkeit der Erwachsenen in Anspruch nimmt.

Lass Dir etwas einfallen, damit er nicht möchte, dass Du ihm die Socken anziehst. Das drohst Du ihm an, wenn er nicht in fünf Minuten seine Socken anhat (dabei zeigst Du ihm, wo der Zeiger der Uhr steht, wenn fünf Minuten vobei sind). Das sollte möglichst nah am Geschehen sein, weil es dann für den Knirps am leichtesten nachzuvollziehen ist. Sag meinetwegen, dass Du ihm Socken anziehst, die er gar nicht mag. Es muss etwas sein, das ihm gar nicht gefällt. Ganz wichtig: Das musst Du dann auch wirklich machen. Dann muss er eben mit seinen Hasssocken 'rumlaufen. Das nächste Mal wird er sich überlegen, ob er so ein Theater macht, okay vielleicht auch erst das übernächste oder überübernächste Mal. Es wird aber irgend wann Wirkung zeigen. Also dranbleiben!
LG Hanghuhn
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von schokine » 26. August 2013 14:18

Oh, hier sind ja noch Antworten. Hab so lange nicht mer reingeschaut: zu der Sockensache- ehrlich gesagt, kann ich ihm keine "Hasssocken" anziehen, denn ich habe körperlich nicht die Kraft dazu und freiwillig würde er sich die nicht anziehen lassen. ich weiß nicht, was ich ihm "androhen" kann, was ich dann auch wirklich umsetzen kann und ihn auch wirklich stört.

Und zu der Frage, welche Tipps ich wegen dem "mutistisch" bekommen habe: eigentlich gar keine. Sie wollte mir buchtipps geben, aber letzten Endes habe ich nur (nachdem ich nochmal dort angerufen und daran erinnert habe) einen Brief bekommen, dass er zwar durchaus autistishce Verhaltensweisen zeigt, aber definitiv nicht autistisch ist und ich in einem Jahr wiederkommen soll, wenn weiterhin Probleme bestehen. Insgesamt irgendwie so nach dem motto "Hab Dich nicht so, passt eben nicht jedes Kind in die Norm".

In Rictung ADS hat sie ja gar nicht geschaut.

Die Probleme sind jetzt mit 5 Jahren nicht weniger geworden, er redet zwar auch mit Fremden inzwischen mal , allerdings ist Spielen mit anderen kindern extrem schwierig. Null Frustrationstoleranz, nur Geschrei, wenn es nicht nach "seinem Plan" läuft.

Ich warte jetzt die Untersuchung wegen Schultauglichkeit ab und werde dann weitersehen. im Kiga arbeitet neuerdings ein Heilpädagoge, den wollte ich auch mal bitten, ein Auge darauf zu werfen und wie er es sieht.
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Angie
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Re: Asperger Diagnostk, was sagt Ihr Eurem Kind?

Beitrag von Angie » 26. August 2013 14:34

Mein Jüngster war mutistisch. Bis zu seinen 5 1/2 Lebensjahr. Wie ich das raus bekam? Ganz einfach. Ich habe zu ihm gesagt:"Wenn du was willst, sag es!" Wenn wir z.B. beim Bäcker waren und er wollte etwas, habe ich gesagt:"Sag es der Verkäuferin, sonst bekommst nichts."
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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