ADS und Asperger

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jaMoin
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von jaMoin » 1. August 2008 22:39

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

hausarzt,.. der war gut. der schreibt auf seine rechnungen :"tabakkomsum", wenn ich wegen adhs u überweisung hingehe... durfte dafür grad 50 euro blechen weil die kk das nicht übernahm. für eine ÜBERWEISUNG!!
ja also .. einen hausarzt habe ich nicht mehr.

ich habe vielmehr das gefühl, dass mir nichtmal therapeuten da weiterhelfen können. wenn ich auf welche treffe, denken die erstmal "persönlichkeitsstörung". habe zufällig letztens die begründung dafür erfahren... die war: "war unzufrieden mit den therapeutischen maßnahmen u mitpatienten"..ähh..ja. ich =24, mitpat=ca 70. therapie ="frühsport"="hampelmann in zeitlupe". ich frage mich, welcher NICHT persönlichkeitsgestörter damit absolut zufrieden u glücklich wäre.
Kritik = persönlichkeitsstörung. so die Kliniken.
blubb
verpeilt
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von verpeilt » 2. September 2008 03:18

@michael:
Explizit zu AD(H)S und AS/HFA gibt es wenig, wenn du am aktuellen Forschungsstand in dem Bereich interessiert bist, dann am besten hin und wieder mal PubMed anwerfen. Ab und an gibt es dort auch Studien im Volltext zu lesen, wie zum Beispiel diese hier. Das englische Fachartikel aber nicht unbedingt leit verdauliche Kost sind, sage ich hier mal gleich lieber mit dazu, aber andererseits will man ja als AD(H)Sler etwas Neues und Interessantes lesen/finden und nicht erst warten müssen, bis die Sachen dann nach Jahren in Büchern und Zeitschriften wiedergekäut werden. ;)

Für Tips und Tricks in Bezug auf die "AD(H)S"-Symtome des Autismus fällt mir dann gerade noch das hier ein.
Zuletzt geändert von verpeilt am 2. September 2008 03:24, insgesamt 1-mal geändert.
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muetzchen
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von muetzchen » 23. September 2008 19:17

Hey Ihr alle,

brauche dringend Hilfe und jede Menge guten Rat!!!!!
Komm ja soweit mit ADHS und ADS " ganz gut "klar, hab aber jetzt auf der Arbeit mit einem Kind mit AS zu tun.
Lässt sich aber mit all meiner Weisheit so gaaaaar nicht händeln.
Zeigt vor allem in seinem Grenzbereich extrem agressives Verhalten und ist selbst mit allen ADS-typischen Methoden nicht zu kriegen, bis er dass, was er sich vorgenommen hat zu zerstören, kaputt gemacht hat.

Hab Ihr irgendwelche Tips

Gruß muetzchen

P.S. Irgendwie gehen meine Smiley's auch nicht mehr ( heul, verzweifel )
Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht,
weil wir es nicht wagen ist es schwer! Seneca
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Susa65 » 13. Oktober 2008 12:18

Hallo Leute  :icon_mrgreen:

zum Thema Selbst-Diagnostik möchte ich mal anmerken, dass nahezu jeder Mensch Symptome von nahezu jeder psychischen Störung hat. Wenn ich mich manchmal während meines Studiums mit einer Störung genau auseinander setze, dann erkenne ich mich hier und da selbst wieder.  :smt023:
Das ist vollkommen normal und man sollte sich deshalb weder verrückt machen noch sich ängstigen: erst wenn die Symptome so ausgestaltet sind, dass ein "normales", erfülltes Leben nicht mehr möglich ist, sollte man einen Fachmann zur Diagnostik heranziehen. Solange man mit seinen Spleens einigermaßen klar kommt, ist doch alles gut.  \:D/

@Muetzchen

Lässt sich aber mit all meiner Weisheit so gaaaaar nicht händeln.
Zeigt vor allem in seinem Grenzbereich extrem agressives Verhalten und ist selbst mit allen ADS-typischen Methoden nicht zu kriegen, bis er dass, was er sich vorgenommen hat zu zerstören, kaputt gemacht hat.

Hab Ihr irgendwelche Tips


Schwer da etwas dazu zu sagen, mit so wenigen Infos (habe nicht alle Postings nachgelesen  :icon_rolleyes: ). Wie alt ist das Kind und was sind die ADS-typischen Methoden, die Du bisher angewendet hast? Wann wird das Kind aggressiv? Bei einem Aspi liegt der Grund oft darin, dass er mit Veränderungen seiner Ordnung oder  mit bestimmten Abläufen nicht klar kommt.
Mein Kind kann ich damit beruhigen, dass ich es festhalte und beruhigend auf es einspreche. Aber das ist natürlich kein Patentrezept.
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Angie
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Angie » 13. Oktober 2008 21:44

Hups laut Quark-Test habe ich 51 Punkte. Mein Sohn Tim ist ja Asperger und ADHS nach 3 monatiger Testung schon nachgewiesen.
Ich habe ihn mal gefragt, warum er so wenige Freunde hat, ob er nicht mehere will.
Seine Antwort: die müssen so sein wie ich. Gleichaltrige sind dumm, mag lieber Jüngere, die kann ich noch etwas beibringen.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von ferdinandel » 25. Oktober 2008 19:26

ich habe beides, wobei ich mit meinem Autismus gut zurechtkomme.

Diesen kann man im Laufe des Lebens gut kompensieren. Man kann lernen zu kommunizieren , wenn auch schwer, irgendwann kann man Augenkontakt halten, auch wenn man nur auf die Nase schaut. Händeschütteln.... Eben halt so kleine Tricks um in der sozialen Umwelt der Normalos zurecht zukommen.
ADS hingegen läßt sich bei mir überhaupt nicht steuern. ( w.zb. Unruhe, Unkonzentriertheit Affektlabilität, gestörte  Grobmotorik .

Beides zusammen, ist der Höllentrip (manchmal)

lg
barbara
:willi: 7
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Sandra H. » 28. Oktober 2008 14:47

Asperger und ADS kan man von der Symptomatik nicht ohne weiteres trennen. Wir haben eine Tochter mit Asperger und Freunde von uns einen Sohn mit ADHS. Beide haben zum Teil ganz ähnlich bis identsiche Symptome sprich Besonderheiten, Schwierigkeiten. Viele der Erziehungstipps ((Belohnungssysteme) funktionieren bei unserer Tochter absolut nicht, obwohl sie bei dem Jungen was erreichen. Auch "Strafen" oder besser ausgedrückt Konsequenzen (z.B. wenn du dein zimmer nicht aufräumst, kann ich es nicht saugen und du musst es dann selbermachen) bringen bei ihr gar nichts. Wenn sie nicht mag, dann mag sie nicht und da hilft es nur abzuwarten und darauf hoffen, dass sie bald wieder zugänglicher ist.

Asperger brauchen aus meiner Erfahrung mit unserer Tochter und paar anderen Kindern, viel Zeit für sich, geduldige Mitmenschen und manche Sachen muss man mit ihnen bis zu tausend mal durchmachen, bevor sie es auch alleine hinkriegen. Begleitung und Geduld sind somit das Einzige was ohne Widerstand seitens des Kindes in der Erziehung weiterhilft.

Gruß, Sandra
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von deepcore » 29. Oktober 2008 13:09

:orkss:

Vor 3 Jahren erhielt ich die ADHS-Diagnose ... und nun ....

Quarks&Co: 62 Punkte
Augenpartientest: 18 Punkte - Dein Ergebnis könnte auf Asperger Syndrom hinweisen.
AS-Test: 130 Punkte - Du hast sehr wahrscheinlich das Asperger Syndrom.
EQ-Test: 24 Punkte - Du hast einen sehr niedrigen EQ, was für ca. 80 Prozent der Menschen mit Asperger Syndrom zutrifft.
SQ-Test: 75 Punkte  - Du hast einen durchschnittlichen SQ wie die meisten Männer und sehr viele Menschen mit Asperger Syndrom.

:streich:

:glas:
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canyoufeel

Re: ADS und Asperger

Beitrag von canyoufeel » 9. November 2008 23:02

hallo

Ich würde gerne von euch mal eine Einschätzung bezüglich asperger haben.
Also meine ADS ist laut psy eine schwere bis sehr schwere, depressionen, blockaden und sozialphobie.
Die medikamente schlagen bei mir nicht so wirklich an.

Es gibt verschiedene Dinge die mir aufgefallen sind.

Bei uns vor der Schule stand ein Eismatscher und ich habe mir glaub ich mehrere Jahre lang jeden Tag 2 Kugeln Haselnuss mit Schokoraspeln gekauft. Auf der Arbeit habe ich den tick gehabt jeden Tag (gerade nicht mehr) cookies zu kaufen.
Momentan gibt es jeden Tag zum Frühstück 2 Croissants +caprisonne kirsch - jeden verdammten Morgen !
Wenn mich meine Mutter zu irgendwas ruft habe ich damit große Probleme mich von den Dingen zu lösen.

Ich habe auch kaum wirkliche Freunde. Smalltalk halten kann ich gar nicht und lebe irgendwie in meiner Welt.

Meiner Meinung nach habe ich kein asperger, aber dann denke ich doch wieder darüber nach.
Ich würde mich vielleicht so bei 10% asp einschätzen.

Muss pennen gehen, nächster Post noch ein bischen mehr

canyoufeel
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Lumi
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Lumi » 7. Dezember 2008 17:42

Hallo zusammen,

basierend auf meinem bisherigen Verständnis von AD(H)S sehe ich einige Unterschiede, die zwar in ihrer Natur sehr fein sind, aber im Zweifelsfall typische Verhaltensweisen mit untypischen vergleichen, solange jeweils AD(H)S bzw. Asperger ohne komorbide Störungen auftreten.

Konzentration auf Interessantes:

Auf alles, was nicht zu seinen Interessen gehört, kann sich ein Autist schlecht bis gar nicht konzentrieren. Ein Asperger-Autist zeigt aber häufig eine sehr intensive Beschäftigung mit einem oder mehreren Themen. Intensiv dabei entweder, weil es eine absolut zeitraubende Beschäftigung ist, sich diese über Stunden bis hin zu Jahren hinziehen kann und/oder alltägliche, lebenspraktische Bereiche mit diesem Interesse in Verbindung gebracht werden. Sobald jemand mit reinem AS sich mit seinem Interesse beschäftigt, fällt es ihm leicht dies über sehr lange Zeit zu tun.

Soweit ich AD(H)S verstehe, gibt es da einen "Hyperfokus", der sich darin äußert, dass jemand sich intensiv und über längere Zeit hinweg, bis hin zu einigen Stunden (?), auf ein Thema konzentrieren kann. Aber mehr weiß ich nicht über den Hyperfokus. Mir stellen sich so Fragen wie:
- tritt ein Hyperfokus plötzlich auf oder immer bei bestimmten Aktivitäten?
- was passiert, wenn der AD(H)Sler im Hyperfokus kurz gestört wird (angesprochen wird z.B.)?

Ein Asperger-Autist hat Schwierigkeiten mit einer plötzlichen Unterbrechung seiner Aktivität. Da kann eine Reaktion von leichter Irritation über Nichtansprechbarkeit bis hin zu unkontrolliertem Ausrasten führen.

Wie ist das bei AD(H)Sler mit der Reizüberflutung?

Eine Reizüberflutung ist meist dass, was dem Asperger-Autisten von vorne herein die Möglichkeit nimmt, sich ungestört zu konzentrieren. So ein leises Surren der Beleuchtung, ein laufender Fernseher oder eine Unterhaltung im Hintergrund sind absolut unerwünscht bei jemanden, der typisches AS hat.

Ich will nichts falsches sagen und bin über Korrektur dankbar, aber bisher habe ich nichts derartiges über AD(H)S gelesen.

Multitasking

geht bei Asperger-Autisten eigentlich gar nicht. Lineares Denken und Handeln zeichnet Autismus aus. Es kann unmöglich sein eine Beschäftigung zu unterbrechen, mitten drin zu einer anderen zu wechseln oder mehrere Tätigkeiten zugleich ausführen. Ein Ding nach dem anderen, Sequenzen und Muster sind eine Stärke der meisten Autisten, einschließlich der Asperger-Autisten.

Zeichnen sich AD(H)Sler nicht dadurch aus, dass sie gleich mehrere Tätigkeiten und Gedankenstränge gleichzeitig verfolgen?

Gedankenwanderungen, spontane unverständliche Assoziationen

gibt es bei reinem Asperger-Autismus eigentlich nicht.

Wohl aber passiert es oft, dass Details wahrgenommen werden und dann interessant oder irritierend auf den Asperger-Autisten wirken, von denen die anderen Menschen so gar nichts mitbekommen. Das kann wie eine Träumerei auf den wirken, der nicht weiß, auf was sich die Person mit AS gerade konzentriert.

Auch können Assoziationen gerade im sozialen Bereich fremd wirken, da der Autist diese sozialen Interaktionen eben sehr anders wahrnimmt.

Entscheidungen, Regeln,

werden von einem Autisten eingehalten, beibehalten und werden als Bestandteil der Alltagsstrukturierung teils rigider verfolgt (aufgrund wörtlicher Interpretation, Inflexibilität und/oder fehlendem Verständnis für spontane Regelverletzungen nach Gusto), als bei nicht-autistischen Menschen.

Es ist vollkommen untypisch, dass ein Autist von heute auf Morgen seine Meinung, seinen Stil, seinen Geschmack usw. ändert.

Soweit ich weiß ist das wiederum etwas, dass einem AD(H)Sler öfter mal passieren kann.

Rituale, Routinen

braucht ein Autist auf jeden Fall und schafft sie sich in der Regel selbst.

Plötzliche Planänderungen können einen Autisten nicht nur stressen, sondern regelrecht in die Verzweifelung treiben. Bei Kinder und manchen Erwachsenen mit Asperger-Autismus ist es ganz typisch, dass z.B. die gesamte Mahlzeit oder Bestandteile derer am liebsten immer gleich sind. Oder dass ein ganz bestimmter Weg jeden Tag gefahren wird, von dem nicht abgewichen werden darf.

Es handelt sich hierbei nicht um Zwänge, sondern um stabilisierende, positive Routinen, die erholsam und beruhigend wirken und, vor allem, den Alltag strukturieren. Vor Neuem wird eher gescheut.

Beim AD(H)Sler sieht das doch ganz anders aus?

Sereotype und repetitive Bewegungen oder Sprache

tauchen in der Regel bei Asperger, besonders im Kindesalter, auf (z.B. sind Händeflattern und Drehen ganz populäre selbststimulierende Bewegungen). Nicht zu verwechseln mit Tics! Tics sind etwas ganz anderes.

Stereotype Bewegungen sind bei AD(H)S untypisch, soweit mir bekannt.

Fehlender Ausdruck non-verbaler Signale, sowie fehlende Fähigkeit sie aufzunehmen

sind in verschiedene Stärke genau wie die Routinen ein Grundpfeiler des Autismus/Asperger-Autismus.

Zwar kann es wohl sein, dass ein AD(H)Sler non-verbale Signale einfach übersieht, nicht mitbekommt, aber die Grundfähigkeit sie zu verstehen und selbst auszudrücken sind von AD(H)S meines Wissens nach nicht beeinflusst. 

Das wären alle Unterschiede, die mir mehr oder weniger spontan einfallen. Was ein Roman...  :guggi:

LG
Lumi
Woltschy
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Woltschy » 13. Dezember 2008 14:42

[quote="Lumi"]
Multitasking

geht bei Asperger-Autisten eigentlich gar nicht.  Es kann unmöglich sein eine Beschäftigung zu unterbrechen, mitten drin zu einer anderen zu wechseln oder mehrere Tätigkeiten zugleich ausführen.
gibt es bei reinem Asperger-Autismus eigentlich nicht. [/quote] Das merke ich, wenn ich bei der Arbeit am PC. Jemand fragt mich, spricht mich an und möchte was wissen (z.B. wie was funktioniert), da sage ich dann meistens, wenn ich mittendrin bin, 'Moment'. Wenn ich mir nämlich was merken möchte und in Gedanken vor mich hinsage, darf mich keiner stören. Ansonsten könnte ich dies vergessen. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind und ich mittendrin bin.

[quote="Lumi"]
Es ist vollkommen untypisch, dass ein Autist von heute auf Morgen seine Meinung ändert. [/quote] Ich bin ja auch atypisch.  :chrisi: Ich kann meine Meinung ändern. Z.B. Wenn zu meiner Mutter sage, dass ich mitkomme. Und im letzten Augenblick, bevor es losgeht, sage ich, dass ich jetzt keine Lust habe, mitzugehen. Manchmal bleibe ich auch bei meiner Meinung, was solche Sachen angeht.
[quote="Lumi"]
Rituale, Routinen

Bei Kinder und manchen Erwachsenen mit Asperger-Autismus ist es ganz typisch, dass z.B. die gesamte Mahlzeit oder Bestandteile derer am liebsten immer gleich sind. Oder dass ein ganz bestimmter Weg jeden Tag gefahren wird, von dem nicht abgewichen werden darf.
[/quote] Meine Mahlzeit kann ich schon ändern, wenn ich möchte. Nur, ist es auch eine Planänderung, sie am frühen Morgen zu machen, wenn man es eilig hätte.

Und was den Weg anbetrifft: ich mag Autofahrten schon, nur manchmal sind es lange Wege und manchmal kurze Wege. Manchmal mag ich, dass die Autofahrt nicht aufhört und manchmal möchte ich schleunigst nach Hause.
Ich denke, wenn ich eine bestimmte Strecke lieber gerne sehe, wenn der Busfahrer sie fährt, als die andere, die nach meinem Gefühl länger erscheint. ich mag das dann zwar überhaupt nicht, aber ich finde mich damit ab. Was soll man da schon machen. Der Busfahrer ist da der Boss, nicht ich. Und dann habe ich mich wieder daran gewöhnt.
Luna1967
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Luna1967 » 13. Dezember 2008 21:56

Hi Folks,

Zum Thema "Aspergertypisch" oder "untypisch" kann ich nur folgendes sagen:
Es gibt nicht ein Merkmal, das ein Vorliegen von Asperger beweist und auch keines, das Asperger ausschliesst. Und keines, das Asperger eindeutig von anderen Dispositionen abgrenzt....
Niemand kann mit 100%iger Sicherheit sagen ob er im autistischen Spektrum liegt -es ist immer eine Wahrscheinlichkeitsdiagnose! Je mehr Diagnosekriterien bzw. Merkmale auf einen zutreffen, desto höher die Wahrscheinlichkeit!
Erschwerend kommt hinzu, dass Asperger nicht unbedingt alleine vorkommt! Also, ich zum Beispiel bin mit Asperger UND ADS gesegnet –mein Sohn ebenso! Und ich möchte mal behaupten, das es nur sehr wenige Aspies gibt, die kein zusätzliches AD(H)S haben.
Artikel, Bücher und Webseiten, die vom Asperger Syndrom handeln, wissenschaftlich oder auch nicht-wissenschaftlich, geben viele verschiedene Beschreibungen für dieses Syndrom an und zählen ebenso viele unterschiedliche Merkmale auf. Die Liste mit Merkmalen ist sehr lang. Ich habe hier weiter unten die am häufigsten genannten aufgezählt. Viele dieser Merkmale können sowohl bei (hochfunktionierendem) Autismus als auch beim Asperger Syndrom oder bei ADHS auftreten. Auch "normale" Menschen oder Menschen mit anderen psychiatrischen Diagnosen werden einige Dinge bei sich selbst wiedererkennen. Es gibt keine deutliche Grenze. Doch wenn du die meisten der genannten Merkmale bei deinem Kind wiederfindest, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, daß es sich im autistischen Spektrum befindet.

Hier mal ein paar Merkmale in lockerer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

- schlechte (Grob-) Motorik, schlechte Koordination
- stereotype Bewegungen / Tics
- Zwanghaftigkeit (manchmal nur in Gedanken)
- das Nicht- "Sehen" von Dingen und deshalb das Label bekommen "faul", "egoistisch" - sich selbst bevorzugen vor dem anderen - Schwierigkeiten mit Gegenseitigkeit, mehr nehmen als geben, Schwierigkeiten mit Gleichwertigkeit bei Kontakten
- wenn jemand anders etwas erzählt, bewirkt das nicht immer ein Gefühl, also Schwierigkeiten mit Empathie vom Gefühl aus, gelingt oft von den Gedanken aus
- weniger Kontakte als die meisten Menschen: z.B. die Freunde nur einmal im Monat sehen oder sprechen wollen oder höchstens einmal pro Woche, kein Bedürfnis nach intensivem Kontakt
- nicht dauernd im Kontakt sein können mit anderen Menschen oder der Umgebung, auch oft weg sein, buchstäblich (weggehen, sich ins eigene Zimmer zurückziehen, allein sein wollen) und bildlich (dissoziieren, mit dem Verstand weggehen, Abwesenheit/Black out)
- Abwesenheit / Wegtreten / im eigenen Kopf leben / sich in einer eigenen Welt befinden
- Schwierigkeiten mit Menschengruppen, still sein in einer Gruppe, nichts sagen, am Gespräch nicht mehr teilnehmen
- Schwierigkeiten mit oberflächlichen Gesprächen, lieber ernst sein, nicht so schnell humorvoll sein
- nicht kreativ sein bzw. nur im Kopf kreativ sein
- am liebsten selbständig arbeiten, Dinge auf die eigene Art und Weise tun wollen, Schwierigkeiten mit Teamwork
- individualistisch
- nicht wirklich zu einer Gruppe gehören (wollen), lieber Kontakte unter vier Augen haben
- Schwierigkeiten zu berühren (sich berühren zu lassen)
- große sensorische Übersensibilität, z.B. bei Geräuschen
- Details: vor allem auf Details achtgeben und die großen Linien aus dem Auge verlieren, nicht immer die Zusammenhänge sehen
- visuell denken: sich im Kopf ein Bild machen, in Bildern denken
- stark analytisch sein
- eher rational als emotional sein, zumindest sieht es für andere so aus, aber selber das Gefühl haben können, sehr gefühlvoll (übersensibel) zu sein. Manche Autisten sind über-, andere untersensibel. Nicht alle Autisten sehen sich hauptsächlich als rational.
- Schwierigkeiten mit dem Äußern von Gefühlen, nicht schnell die eigenen Gefühle sehen lassen
- deutlich eigene Meinungen haben
- Schwierigkeiten, Beziehungen aufzubauen und zu halten, vor allem was (intime) Freundschaften anbelangt
- nur eine Sache aufs Mal tun können
- schnell die Übersicht verlieren
- Trägheit
- Prosopagnosia: keine Gesichter wiedererkennen
- Bedürfnis nach Ruhe und ruhiger Umgebung, Schwierigkeiten mit Streß
- Widersprüchlichkeiten im Inneren: offen-geschlossen, still-viel reden, anpassen-Schwierigkeiten mit Anpassen, flexibel-nicht flexibel, optimistisch-depressiv, frei-gehemmt, Nähe-Distanz, faul-fleißig, rational-emotional und (über)sensibel usw.
- Unbeholfenheit
- Verwirrung bei Neckereien
- denken bei allem, was man tut
- "Professor" in den Augen von anderen
- Schwierigkeiten mit Grenzen
- Schwierigkeiten mit Entscheidungen, unsicher
- Ehrlichkeit
- Getriebensein
- Willensstärke
- Durchsetzungsvermögen
- starkes Gerechtigkeitsempfinden
- fühlt sich "anders" als andere
- von der Umgebung für egozentrisch gehalten werden
- wenig Einfühlungsvermögen
- rigide, Schwierigkeiten mit Veränderungen
- stereotype Interessen, die sehr intensiv sind
- Wortwörtlichkeit
- Bedürfnis nach Struktur
- Schwierigkeiten, selbst Initiative zu ergreifen
- Dinge auf die lange Bank schieben
- (nicht-funktionale) Routinen haben
- Bestehen auf diesen
- (emotionale) Verletzlichkeit
- schlechte non-verbale Kommunikation (z.B. keinen Augenkontakt aufnehmen)
- Naivität
- pedantische (gelehrte) Sprechweise
- Schwierigkeiten mit Intimität und/oder Sexualität
- keine Beziehungen haben (können)
- Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit, Probleme mit unerwarteten Dingen
- perfektionistisch
- usw.

Die Folge sind Probleme auf den Gebieten Arbeit, Beziehungen und Freundschaften.

Es ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, eine Beschreibung des Asperger Syndroms zu liefern, die für alle Asperger gilt. Eine Beschreibung könnte diese hier sein: "Es ist etwas ganz Grundlegendes und Detailliertes, das man nicht in einem Satz zusammenfassen kann, was sich aber in jedem Detail deines Lebens widerspiegelt."

Es gibt keinen großen gemeinsamen Nenner, außer den ganz allgemeinen "Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten". Was das anbelangt, gilt dann also am ehesten die  Defintion nach DSM IV, die breit und vage gehalten ist, aber wohl jeden umfaßt.

Bei jedem Autisten sieht die Kombination der Merkmale wieder anders aus. Für jedes oben erwähnte Merkmal gibt es jemand mit Autismus, der das nicht hat. Autismus ist etwas, das nicht vom Charakter oder Persönlichkeitsmerkmalen abhängt. Es gibt auch soziale Autisten, die vor allem an andere denken, verlegene Autisten, spontane Autisten, Autisten, die eine "nicht-autistische" Arbeitsstelle haben (wie Autisten, die unterrichten, mit autistischen Kindern arbeiten usw.), Autisten, die "nicht-autistische" Hobbies haben (wie Schauspielerei usw.). Autismus kommt bei ganz unterschiedlichen Menschen vor, mit verschiedenen Bildungsgraden, ledigen oder verheirateten, mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Arbeit, selbständig lebend oder betreut.

Manche Merkmale können auch positiv wie negativ sein, eine schwache wie auch starke Seite ausmachen. Diese Checkliste macht hoffentlich ersichtlich, daß Asperger nicht nur negativ ist, sondern daß auch gute Seiten und Talente dazu gehören.

Leider denken viele Menschen bei "Autismus" nur an das stereotype, klassisch autistische Kind, das stark behindert ist. Deshalb sind gute Aufklärung und Information notwendig.


Liebe Grüße,
Luna
Hexe-ma
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Hexe-ma » 16. Dezember 2008 00:06

Ich bin ja im Moment noch in Diagnose wegen Asperger und früher (DDR in der 70er/80er) gabs weder ADS noch Asperger.

Ich galt in der Schule als hochbegabt und wurde entsprechend gefördert von den Lehrern, ganz selbstverständlich. Ich war mit meinem Wissen, bes. in Mathematik Jahre den Anderen immer voraus. Ich habe meine Lehrer schon oft mit meinem steten Wissensdrang und meine unaufhörlichen Fragen, welche oft auch ihr momentanes Wissen sprengten sicher das Leben zur Hölle gemacht. Aber sie schlugen zu Hause nach um mir immer Antworten auf meine Fragen geben zu können - das fand ich super von ihnen. Von den anderen wurde ich als Streberin gemieden. Des Weiteren galt ich als wahnsinnig hyperaktiv, was auch heute noch viele über mich sagen. Wenn ich von den Lehrern nicht beschäftigt wurde entsprechend wurde mir langweilig und mein Bewegungsdrang kam durch. Ich kippelte, zappelte, trommelte mit Gegenständen auf die Schulbank, spielte mit allem nebenbei was ich in den Händen hielt. Heute habe ich mich da besser im Griff, aber ruhig auf einem Stuhl sitzen bleiben fällt mir auch heute noch schwer.

Ich habe aber auch gemerkt, dass meine Lehrer oft Probleme hatten mich zu verstehen - ich musste alles dann mehrmals erklären. Ich habe auch sehr oft gefragt, weil ich die Dinge immer wörtlich nehme und dann auch oft falsch erst einmal verstand - es war mir nicht logisch. Ich bin reiner Logiker. Was nicht logisch ist kann ich mir nicht merken und nicht begreifen. Menschen sind in ihrem Verhalten unlogisch und unvorhersehbar und deshalb fällt es mir auch schwer sie zu verstehen und zu begreifen.  Solange ich Fragen kann bis ich es mir logisch ist - alles ok. Meine Hyperaktivität bringt mich dann noch verstärkt dazu - fragen, fragen, fragen - und reden, reden, reden -- egal ob mein Gesprächspartner überhaupt darüber rden will oder meine Fragen beantworten kann oder will. Ich will/muss es genau wissen, jedes Detail - ich will und muss mich mitteilen. Ich blühe da richtig auf und die Lebhaftigkeit kommt aus allen Poren bei mir - kaum zu bremsen.

Leider darf ich in meinem Job den ich seit  Jahren habe nicht fragen, noch mit den Kollegen reden. Das ist sehr schlimm für mich. Gerade weil ich ein absoluter Streber nach Perfektionismus bin und eben mein unbändiger Wissensdrang. Ich habe das Gefühl geistig zu verkümmern. Mein Hirn hat nichts zu tun - braucht Futter. Eine Situation, gepaart mit vielen bösen Attacken, die mich langsam zerbrechen lässt. Ich bin die nervende Böse, die nicht will und die nicht das machen will was man von ihr verlangt, die sich nicht beugen lassen will, die nur nervt (nicht in den Augen meiner Kolleginnen, sondern in den Augen meiner Chefin und der Leitung). Ja - es geht auf das Wort mit M hin - das ist es sicher seit vielen Jahren. Wenn man dann noch einen so großen Gerechtigkeitssinn hat wie ich, na da macht man sich keine Freunde bei der Leitung, denn man lässt sich eben die Attacken nicht gefallen und kämpft und kämpft und kämpft und hofft, dass einer einen doch endlich richtig verstehen wird. Vergeblich.

Das ich wohl ein Asperger bin erklärt vieles, denn vieles lässt sich weder mit Hochbegabung, noch mit eventuellem AD(H)S erklären. Asperger ist die Antwort darauf.

Was mich als vermtl. Asperger, der sich oft gern in sich zurückziehen würde, Ruhe haben will, aber aufgrund von Hyperaktivität keine Ruhe finden kann, keine Pause machen kann, der einen wahnsinnigen Bewegungsdrang dadurch hat und geistige Auslastung allein nicht ausreicht ruhig zu werden, zur absoluten Verzweiflung dann bringt ist die fehlende Möglichkeit bei mir - diese wahnsinnige Energie körperlich abzubauen, denn ich habe einen angeborenen Herzfehler und somit fällt Sport für mich flach - ich schaffe das körperlich nicht. Ich hab Energie in mir um jeden Tag km zu rennen, aber mein Körper schafft das nicht. Das ist ein Zwiespalt aus mehreren Ursachen und Symptomen, die mir langsam die letzte Kraft nehmen, aber meine Energie mich nicht abbauen lässt.  Also bleibt mir nur Energie abzubauen durch angestrengte geistige Tätigkeit, aber wenn man mir das auch noch nimmt - wie seit 6 Jahren bei mir auf Arbeit, dann bin ich am Durchdrehen.

Wohin mit meiner Energie und meinem Wissensdrang? Es sprudelt unaufhörlich aus mir raus und meine Umwelt ist oft genervt von mir - aber es gibt wenige, die sind davon fasziniert. Man kann mich ruhig stellen - man muss mir nur ordentlich zu denken und zu tun geben - ich muss abends von der geistigen Arbeit geschafft sein, dann finde ich Ruhe. Denn auch sehr angeregte geistige Tätigkeit strengt laut meinem Kardiologen den Körper genau so an wie ein Ausdauerlauf, braucht viel Energie. Das dies bei mir so ist, das habe ich ja viele Jahre in der Schule, meinen Berufsausbildungen und Studien in den verschiedensten Fachrichtungen und Bereichen gemerkt - ich war geistig ausgelastet. Ich habe bisher immer zielstrebig und ehrgeizig erfolgreich alles zu Ende gebracht was ich angefangen habe - egal wie schwer, was ja wiederum komischerweise gegen ADS sprechen würde. Komischerweise ist die wahnsinnige unerschöpfliche Energie das Einzige was für AD(H)S bei mir sprechen würde.

Vieles spricht für Asperger - wie auch, wenn ich einmal einen Weg eingeschlagen habe, kann mich niemand zurückhalten, niemand bremsen - ich gehe ihn stur weiter und notfalls kämpfe ich auch verbissen dafür, meinen Weg ungestört weiter gehen zu können. Aber wehe jemand bringt meine Routinen oder geordnete Unordnung auch nur im geringsten Durcheinander - dann bricht eine Welt in mir zusammen und nichts ist mehr ok. Man kann mir 100 andere (viel. auch bessere) Wege zeigen um auf arbeit zu fahren - ich benutze stets meinen - Abweichung davon geht irgendwie nicht - außer gezwungenermaßen bei Umleitung, Wahnsinnsstau... denn dann fängt für mich der Stress schon an, wenn ich meinen gewohnten Weg verlassen muss.

Ich hab super eigene Lösungswege, welche zwar sehr ausgefallen oft sind - nicht immer effizient für jeden ersichtlich, aber für mich der Weg sind, die Lösung schneller zu haben als alle Anderen. Oft wähle ich zwar einen umständlicheren Lösungsweg auf den ersten Blick, aber statt spezielle Lösungswege zu lernen und anzuwenden, kann ich mit meinen allgemeingültigeren Wegen viel mehr verschiedene Probleme/Aufgaben lösen und es dann auch auf ähnliches sehr leicht übertragen. Mit speziellen Lösungswegen auf eine spezielle Lösung zugeschnitten kann ich nichts anfangen, da diese nicht flexibel auf Abweichungen passen. Es ist also nicht stur oder gar besserwisserisch wenn ich meine Wege benutzen will/muss, sondern meine Routinen, mit denen ich durchs Leben in vielen Situationen komme, ohne für jeden Einzelfall eine neue Routine erlernen zu müssen. Es sind meine Routinen die für mich bisher immer zur richtigen Lösung/Weg brachten und das rasend schnell.
Leider versteht mich da kaum jemand diesbezüglich. Zwingt man mir andere Wege auf, dann kann ich sehr agressiv und stur werden bis zur Verweigerung aus Verzweiflung, es will einfach nicht in meinen Kopf gehen - auch wenn ich mich bemühe und der andere Weg auch richtig zum Ziel führen würde.

Ich hoffe mit der Diagnose wird das Leben und das Verständnis meiner Umwelt für mich besser. Ich hoffe man erkennt meine wahren Werte - und nimmt statt meiner negativen Eigenschaften endlich mal das Positive in mir wahr und gibt mir die Chance beruflich das zu tun, was ich gelernt habe und was ich auch problemlos kann und auch will. Ich hoffe man erkennt endlich was in mir steckt und das meine Fragerei echter Wissensdurst ist und keine böswillige Nerverei und keine Besserwisserei.

.. und ich hoffe, dass man endlich aufhört mich zu zwischenmenschlichen Zusammensein und Verhaltensweisen zu zwingen, die so gar nicht mir liegen, sondern mir völlig widersprechen und mich nur jede Menge Kraft und Überwindung kosten. Nehmt mich endlich wie ich bin. Ich dafür werde mich bemühen die anderen Menschen zu verstehen und zu analysieren wo die Unterschiede jeweils in der Denkweise liegen. Wenn ich die NTs verstehe, dann kann ich auch auf sie und ihre Bedürfnisse sicher eingehen. Es ist dann kein verständnisloses Anpassen, sondern ein Verhalten durch Verstehen des Anderen. Dazu muss ich zuerst aber meine Defizite zu den NTs und die Unterschiede kennen lernen.

... upps, das ist jetzt bissel lang geworden, aber es sprudelte einfach so aus meinem Kopf heraus. Hochachtung für die unter Euch, die das alles bisher gelesen haben.
:rot: :schäm:
Leah
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Leah » 16. Dezember 2008 08:04

@ Hexe-ma: eigentlich lese ich solche langen Posts nicht, aber ich habe angefangen, deins zu lesen und konnte nicht mehr aufhören :-). Ich finde dein Post sehr treffend, was du beschreibst hat einen hohen Wiedererkennungswert :co:. Super :top:.
Leah
:willi: 10
Hexe-ma
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Hexe-ma » 17. Dezember 2008 02:00

Leah, danke fürs Kompliment.

Ich habe gemerkt in den letzten Wochen, dass ich nicht allein bin mit meinen Problemen. Wir verstehen das untereinander, aber wie soll man das einem NT erklären? Sie können es eigentlich gar nicht verstehen, weil sie sich doch gar nicht in unsere Welt hineinversetzen können. Wir können uns doch ebensowenig in ihre Welt hineinversetzen.

Aber es gibt einen Weg miteinander - Toleranz und statt dem Negativen im Menschen das Gute erkennen und fördern. Dann ist es auf einmal egal ob NT oder nicht, denn jeder kann mit seinen positiven Fähigkeiten seinen Beitrag erfolgreich zur Gesellschaft beitragen ... wenn man ihn lässt. Jeder Mensch ist für sich einzigartig und wertvoll.
Verlorene Seele
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Re: ADS und Asperger ADHS Hyperfokus und der Marathon des Geistes

Beitrag von Verlorene Seele » 13. Januar 2009 06:01

Ich bin jetzt völlig überwältigt...............

An: Hexe-ma, Leah und Luna........................................

Ich habe im letzten Jahr meine Diagnose ADHS bekommen und vor zwei Jahren meine wundervolle Freundin kennengelernt und (zum Thema Hyperfokus) nachdem ich mir hier jetzt bestimmt knapp sechs Stunden am Stück mit kleinen raucherpausen und vielen Gedankenströmungen eigentlich alle Threads, Boards oder was auch immer ihr Name ist, aufgeogen und begreife nun ein wenig mehr, wobei mir noch immer nicht ganz klar ist was wohl NT`s sein könnten.


Ich denke ich werde woanders dringender gebraucht denn der große wissenshungrige Geist den ich kenne der liegt im Bett und hofft auf Ihre Routine.

Ihr ein Lichtlein aufblitzen lassen und den ADHS Kopf zum leuchten Gebracht dessen Abbild eindeutig ein Fragezeichen darstellt.

Wahnsinn! Super Post und ich melde mich bestimmt nur nicht mehr heute.
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Frauke » 11. Februar 2009 15:06

Wir haben einen Sohn mit Asperger Syndrom, erst besteht immer der Verdacht ADS, da sich keiner so richtig mit Asperger auszukennen scheint.
Infos zu AS kann ich jede Menge geben. Schau auch unter www. autismus-nordbaden-pfalz.de
Dort finden auch regelmäßig Elterntreffen zu Autismus statt. Ist allerdings in Schwetzingen, das nächste Treffen ist am 14.2.
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von niemandweiss » 1. April 2009 18:22

Ergänzend sicher auch hier folgende Studie von Pierre Rossi, welche die Unterschiede auch für den Laien sehr anschaulicht macht ...

http://www.adhs.ch/download/docs/grundlagen/ADHS_oder_Asperger-Syndrom_07.pdf
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Angie » 1. April 2009 20:05

Ja danke niemandweiss, danach ist mein PC abgegaggt.  :icon_rolleyes:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
Han
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Han » 13. April 2009 14:23

Ich hab verstanden , dass ich kämpfen muss. Das wenn ich irgendwas erreichen will, irgendetwas ändern muss.
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Re: ADS und Asperger

Beitrag von Angie » 13. April 2009 14:39

Regeln werden von einem Autisten eingehalten, beibehalten und werden als Bestandteil der Alltagsstrukturierung teils rigider verfolgt (aufgrund wörtlicher Interpretation, Inflexibilität und/oder fehlendem Verständnis für spontane Regelverletzungen nach Gusto), als bei nicht-autistischen Menschen.


Ja, ist mir beim Tim auch schon aufgefallen, auch wenn ich Verbote ausspreche, wie bei Blödsinn gemacht eine Woche kein Nintendo, im Gegensatz zu seinen ADS-Bruder, versucht Tim nicht , den Nintendo heimlich zu nehmen, sondern wartet bis die Strafe vorbei ist. Obwohl, so zwischendurch könnte man ja auch eine Jammerattake einsetzen: Darf ich jetzt, ich mach es auch nie wieder....
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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