Der Beruf des Schriftstellers

Madmartin
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Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Madmartin » 24. Juli 2007 19:15

Hallo Andersweltler und Gäste,

ich habe festgestellt, das Kreativität bei einem AD(H)S-Menschen eine der größten Stärken ist.
Kreativität ist ein Machtfaktor. Auf ihn verzichten das wäre nicht sehr klug.

In diesem Thread geht es mit um das schreiben von schönen und spannenden Romanen, informativen Sachbüchern und anderen Texten.

Und es geht darum damit Geld zu verdienen.

Über eine rege Teilnahme würde ich mich sehr freuen.

Euer Madmartin  :strike:
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Morgenstern

Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Morgenstern » 24. Juli 2007 19:24

Lieber Madmartin

Möchte ja nicht unhöflich sein - aber wie hast Du Dir das denn vorgestellt ??

Viele Leute schreiben und Du verdienst dann Geld damit ??





Liebe Grüße Morgenstern
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Propeller » 24. Juli 2007 20:06

Hallo Madmartin,

finde ich eine gute Idee, einen Thread übers Schreiben aufzumachen, ich schreibe auch gelegentlich und bin froh über Austausch mit Gleichgesinnten, auch wegen der Motivation. (Dranbleiben ist das Stichwort... :icon_wink:)

Was schreibst du denn am liebsten?

lg,
P
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von sonrix » 25. Juli 2007 00:52

Ich bin zwar kein Schriftsteller... Kann aber durchaus schreiben. Mich würde in erster Linie Kabaret interessieren...

Meine frühere Tanzpartnerin ist allerdings richtige Schriftstellerin. Die hat fürs Theater Stücke geschrieben, beim Rundfunk gearbeitet, für Zeitungen geschrieben und daneben Kurzgeschichten und Romane verfasst.

Das mit dem Geldverdienen ist allerdings so eine Sache.

Selbst mit dem Preis als beste Nachwuchsautorin, hat es ihr Roman nicht in die Buchläden geschaft.

Hier in Berlin gibt es nur eine Handvoll Autoren, die von ihrem Geschreibsel leben können. Richtig gut leben davon nur 1-2. Die meisten halten sich mit irgendwelchen Jobs über Wasser. 

Geld zu verdienen gibt es allerdings als Werbetexter. Wer da ins Geschäft kommt, der kann davon auch gut leben.

Einer meiner Nachbarn lebt davon richtig gut mit Sportwagen und allem drum und dran. Der schreibt hauptsächlich Pressemitteilungen für große Unternehmen in vier Sprachen.

Auch als Verfasser von verständlichen Bedienungsanleitungen soll man gut leben können.
Möglicherweise müßte man als Redenschreiber für alle Gelegenheiten auch nicht verhungern.

Ich würde es deswegen eher so als mit Beletristik versuchen...
Viel Glück!

Um dem Arbeitsmarkt auszuweichen, habe ich mehrere Ideen für Computer Programme entwickelt, die ich nur noch umsetzen müßte.

Jedes einzelne könnte mich dauerhaft finanzieren...

Die Programmierfähigkeiten diese Projekte umzusetzen und die nötige Software sind vorhanden, aber ich traue mir selbst nicht richtig das auch bis zu Ende zu bringen.

Würde vermutlich 1-2 Jahre regelmäßiges Arbeiten bedeuten... Durchhalten ist aber nicht so meine ganz große Stärke...

Grüße,
sonrix
Zuletzt geändert von sonrix am 25. Juli 2007 02:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Hyper@fokus » 27. Juli 2007 15:17

Du, sag mal...

Wie sehen denn deine Ideen so aus?

Es geht mir darum, Ich kenne einen angeheden Wirtschafts Informatiker der bestimmt Interesse an deinen Ideen Hätte!!!

Wenn du möchtest könnte ich , "SELBSTLOS "WIE WIR ADS ler nun mal sind, den ersten Kontakt herstellen!

MFG HYper@fokus
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von sonrix » 27. Juli 2007 16:59

Zwei meiner Ideen sind absolut geheim. Die teile ich erst, wenn ich an der Programmierung gescheitert bin, oder doch noch nen schönen Platz für mich im Berufsleben finde. Geht im weitesten Sinne um Arbitragehandel.

Das andere geht auf meine Freundin zurück und ist noch nicht so weit durchdacht, dass ich sagen kann, dass sich das verkaufen ließe... Da muss erstmal geschaut werden, ob es das schon gibt. Überlegt werden, warum jemand das kaufen sollte und wer...


Das Einzige, was ich an Ideen anbieten kann, wäre ein ein automatisches Bewerbungsprogramm für Bewerbungen (online und schriftlich).

Da sollte man verschiedenen Bewerbungsversionen und/oder Bausteine für das Anschreiben definieren.

Das System findet alle aktuellen Online-Stellenangebote und bietet ein Formular an. Dort füllt man dann nur aus, welche Version rausgeht. Die veschickten Bewerbungen, können als Tabelle gedruckt und neben das Telefon gelegt werden, damit man schnell nachschlagen kann, falls jemand anruft.

Dazu gibt es eine Datenbank über Ausschreibungen, um Firmen für Initiativbewerbungen zu finden, die z.B. im letzten halben Jahr entsprechend Qualifizierte Personen gesucht haben. (Um den Kampf mit vielen Mitbewerbern zu vermeiden...) Da ich mir da aber nicht sicher war, wer dafür bezahlen würde und wie man rechtlich korrekt an die Infos kommt, werde ich es nicht umsetzen.

Prinzipiell ist das Programm nur so lange gut, wie es kaum jemand hat... Zudem war schwierig, dass viele die Infos als Bitmaps und nicht als Text anbieten. Daneben war kompliziert, dass sich die Webseiten relativ schnell verändert haben. Damit hätte man immer wieder anpassen müssen. Hätte sich vermutlich nicht gelohnt, wenn man Aufwand und Kosten gegeneinander rechnet.
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Madmartin » 27. Juli 2007 20:32

Hallole wieder da, \:D/

Morgenstern, vom Prinzip her ist es ganz einfach.
Es wird eine Story geschrieben, und ab zum Verleger.

Propeller, derzeit schreibe ich Geschichten über Krieg.
Zum einen, aus pragmatischen Gründen. Es hat einen hohen Unterhaltungswert.
Zum anderen, will ich auf Ursachen hinweisen und Möglichkeiten Konflikte noch anders zu bewältigen, als mit der stärksten Waffe.

Hyper@fokus, das mit den Informatiker ist sehr interessant.
Geht es da um ein Computerspiel?

Hier sind noch andere Fragen:
Wann Computer? Wann SChreibmaschine?
Wie heisen die wichtigsten Medienkonzerne auf der Welt? :up_to_something:
Wer hat schon wen aufgekauft?
Kann das Programm WORD auch Grammatikfehler korrigieren?

Okay Kollegen, das wars fürs weitere

Bis die Tage
Euer Madmartin :smt023:
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Soli » 3. August 2007 09:58

[quote=&quot;sonrix&quot;]


Die Programmierfähigkeiten diese Projekte umzusetzen und die nötige Software sind vorhanden, aber ich traue mir selbst nicht richtig das auch bis zu Ende zu bringen.

Würde vermutlich 1-2 Jahre regelmäßiges Arbeiten bedeuten... Durchhalten ist aber nicht so meine ganz große Stärke...

Grüße,
sonrix
[/quote]

Ich glaube, das ist bei den meisten von uns das Problem bei der Sache. Ich habe auch viele Idee, aber die Umsetzung schaffe ich persönlich meist nur mit Termindruck, also mit dem Wissen: Am 12. ist Abgabetermin!  Deshalb habe ich versucht, schon während der Arbeit an einem Buch einen Verlag zu finden.
Es gibt übrigens ein paar Plattformen,über die man seine Konzepte anbieten kann.
www.romansuche.de&nbsp; zum Beispiel. Oder man sucht sich über google die Adressen von Agenturen.
Ich hab ganz schön gebaggert, bis ich einen Verlag gefunden habe. Jetzt schreibe ich pro Jahr ein Buch (alleridngs Sachbücher) aber man wird davon leider nur dann reich, wenn man einen Bestseller schafft. Sonst bekommt man meist 10% des Nettoverkaufspreises, und das ist nicht so viel, wenn du nicht 100 000 Bücher verkaufst...
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von sonrix » 3. August 2007 11:42

[quote=&quot;Soli&quot;]

Ich glaube, das ist bei den meisten von uns das Problem bei der Sache. Ich habe auch viele Idee, aber die Umsetzung schaffe ich persönlich meist nur mit Termindruck, also mit dem Wissen: Am 12. ist Abgabetermin!  Deshalb habe ich versucht, schon während der Arbeit an einem Buch einen Verlag zu finden.
[/quote]

Naja, irgendwann werde ich wohl mal irgendwas durchhalten mussen. Ich schreibe gerade an meiner Diplomarbeit und habe keinerlei Probleme. Mache nur noch Korrekturen und den Feinschliff. Und ich habe erst anderthalb Monate verbraucht.

Es ist durchaus nicht so, dass garnichts klappt. Die Langzeitmotivation ist allerdings schwierig. Äußerer Druck hilft mir nur bedingt. Denn mein Muster ist typischerweise Beziehungsabbruch, wenn mir jemand viel Druck macht. Dann ziehe ich mich zurück und nehme auch negative Konsequenzen in kauf... Werfe Jobs hin, beende Freundschaften, usw...

Ich hatte allerdings vorm Studium eine echt gute Phase, in der es mir gelang, Strukturen aufzubauen und zu halten.

Bin  jeden Morgen um 6 aufgestanden, in den Park joggen, duschen, gesundes Frühstück, dann zur Buchhandlung. Dort bis mittags gelesen, dann in die Mensa, einen Salat und nen paar Kartoffeln gegessen, nachmittags für meine Zertifizierung als Programmierer büffeln und Abends mit Freunden getroffen, schwimmen, oder in die Selbsthilfegruppe.

Mit so einer Struktur nachmittags 3-4 Stunden programmieren (oder schreiben) wäre es kein so großes Problem.
Zudem ging es mir emotional nie so gut wie in dieser Zeit. 

In absehbarer Zeit bin ich zwar Akademiker, aber dann darf ich erstmal wieder bei 20% anfangen und meine Tagesstruktur neu aufbauen, regelmäßig Sport machen und mir die Zeit für Selbsthilfe oder Therapie nehmen. Vermutlich geht es mir dann auch emotional wieder besser , und die Chance für ein erfolgreiches Projekt steigt...
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Mjöllnir » 7. August 2007 21:32

Madmartin, gibst du mir nen heißen Tipp, wie ich meinen 660-Seiten-Zweiteiler Paläofiction-Roman erfolg- und finanzsegensreich an einen guten Verleger kriege???

Schreiben auf Bestellung könnt ich nicht; Zeichnen auf Bestellung auch nciht - aber als mein Thema nicht von außen abgelenkt wurde, hat's gegangen...würde gern weiter schriftstellern, aber mein Leben ist wieder mal ein Quertreiber gegen meine kreative Muße und Energiefocussierung...

welcher Verleger ist deiner? wenn man nicht gut mit Menschen kann, kein Sympathieträger ist und keinen Manager hat, wie soll man weiter machen???

muss ich ein Exposé drucken oder eine CD vom Skript schicken an den Verleger?

wie kriege ich nen Fuß in die Tür und mehr als ein Prozent Gewinnbeteiligung
- publicity ist ja bekanntlich wichtiger als manche gute Schreibe; wobei meine nicht unspannend ist -

wie lass ich mich nicht über den Löffel barbieren?

Verlass dich nicht allein auf WORD! Das würde deine Wortschaffenskraft einschränken.
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Madmartin » 9. August 2007 16:10

Hallo meine neuen Schriftstellerfreunde,

ich will mit diesem Zwischenpost zeigen, das mir mit diesem Thema ernst ist.

Es sind an mich ein paar Fragen gerichtet worden, die ich auf Anhieb nicht beantworten kann. Ich bin leider selbst noch ein Amateur.
Bitte seit nicht enttäuscht. Ich will nur nicht falsche Ratschläge geben.

Wir werden es nur aus 2 Gründen nicht schaffen.
Noch nicht angefangen.
Zu früh aufgehört

Der ADSler erfüllt für diesen Beruf das Allerwichtigste: Kreativität
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Mjöllnir » 21. August 2007 21:33

Hay, bin auch mal wieder da. - Kreativität ist ja fein; aber wer managed unser organisatorisches Unvermögen? - Oder habe nur ich das Problem, tolle Ideen und keine Hebel zur Umsetzung zu haben? - Habt ihr keine Probleme mit der fehlenden Gedankenklarheit, die m. E. für zielgerichtetes Handeln unerlässlich ist? Keine Selbstzweifel, die euer Handeln wieder unterbrechen? - Habt ihr nen Zaubertrank, der das Herumstrudeln weg macht?

Ich schreibe bald Teil drei, wenn es so weiter geht, aber das Ding kommt nicht aus dem Korrekturstatus und der rein digitalen Vorlage heraus.

Also liegt noch ein anderes Problem als nur nicht angefangen oder zu früh aufgehört vor. - Der Schritt nach draußen! Der Schritt über die Selbstzweifel hinweg und in das Wagnis der unverstehbaren, unüberschaubaren Welt der Geschäftemacher hinein. - Wie habt ihr das gelöst?

Liegt es am MPH, das ich nicht nehmen kann? - Naja, das könnt ihr mir auch nicht beantworten.

Hm, o. k. , ich muss nen Agenten suchen. - Wäre was ganz neues, mal jemandem in geschäftlichen Sachen vertrauen zu können. Das Glück hatte ich noch nie. Eher das Gegenteil davon. - Aber besser keine falschen Ratschläge geben, das sehe ich auch so. Danke für die Zwischenmeldung, Madmartin.

Hälst du es für sinnvoll, Mitglied im Schriftstellerverband zu werden? - Kostet aber auch erst nur wieder Geld und bringt wahrscheinlich nichts???

Bissel sehr ratlos und bissel resigniert mal wieder, der Mjölli
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von PrinzessinLillifee » 1. September 2007 23:46

Martin, wie weit bist Du denn jetzt?

Lillifee, die neugierig ist  :icon_wink:  :icon_mrgreen:
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von chriss » 7. September 2007 12:47

Hm, irgendwie scheint mir ein ADHS Forum nicht der perfekte Ort für Elementardiskussionen über Schriftstellertum und Softwaregeschäftsmodelle zu sein.

schriftsteller und forum gesucht bei Google ergibt 1,84Mio Treffer, ein paar tausend davon vermutlich besser geeignet als diese Site. Da dürfte es auch FAQs für die wichtigsten Fragen geben, wesentlich effizienter als hier auf Antworten zu hoffen.

Und für Softwareentwicklung bieten sich wohl auch erstmal Suchen nach potentiellen Partnern bei Xing oder ähnlichem an. Ich lebe von Softwareprojekten (für Andere) schon seit langem, bei meinem eigenen Petproject (memomo, Sprachlernwebsite) hängt es aber seit Jahren, und das Ding ist mit 14.000 angemeldeten Usern schon recht groß und es sind schon Mengen an Zeit und Geld dort reingeflossen. Viel aufwendiger als ursprünglich kalkuliert.

Hier suche ich eher nach Tipps, wie ich im tausendsten Anlauf mich vielleicht doch besser zu langfristigem, effizienten Arbeiten kriege. Ich werde mich aber hüten, nach technischen Antworten oder womöglich Geschäftspartnern in einem Forum zu suchen, in dem Leute zu finden sind, die meine Probleme teilen. Dafür sollte man besser irgendwo suchen, wo man jemanden finden kann, mit dem man sich ergänzt.
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von nixe » 7. September 2007 13:35

Mmh,

sorry, dass ich das mal so frei heraus formuliere, aber ich fürchte, in dem thread schwingt eine ganz naive Vorstellung davon mit, was es heisst, Schriftsteller zu sein und ein Buch auf den Markt zu bringen.

Den Artikel von wikipedia zu dem Thema finde ich sehr empfehlenswert:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftsteller

Ich meine das nicht persönlich, die in Frage stehenden Texte kann ich mangels Kenntnis sowieso nicht beurteilen, aber ein (finanziell) erfolgreiches Buch herauszubringen bedeutet mehr, als nur einen langen Text ´runterzukloppen und den irgendwie an den Mann zu bringen.

LG, nixe
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von sonrix » 7. September 2007 14:28

@chriss:

Ich glaube es ging hier weniger um fachlichen Austausch, als sich zum gemeinsame Problem "Arbeit" und alternativen Lösungsideen auszutauschen.

Der Hinweis ist sicher richtig: Qualifiziertere Ratschläge für die konkreten Ideen gibt es vermutlich anderswo in Hülle und Fülle.

Ich glaube aber hier steht mehr das gemeinsame Erleben und der Umgang mit Angst im Vordergrund.

Falls Du früher auch solche Ängste hattest und dann irgendwie für Dich einen gangbaren Weg gefunden hast, würde mich sehr interessieren, wie Du mit Deinen Ängsten umgegangen bist, was Du bei Rückschlägen gemacht hast.

Vielleicht kann das anderen helfen, ihre Blockaden ein Stück weit zu überwinden.

L.G. sonrix
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von bellaria » 7. September 2007 14:56

Ich persönlich habe meinen Traum, vom Schreiben leben zu können, in mehreren Schritten verwirklicht:

Erstmal hab ich Germanistik studiert - und leider abgebrochen.

Dann hab ich jahrelang für die Lade geschrieben, nichts gut genug für diese Welt gefunden und das meisten wieder vernichtet. Gezeigt hab ich nie jemandem was - lieber sterben. Das ist ja noch intimer als Sex!  :icon_wink:

Dann bin ich beruflich zufällig in einer englisch-sprachigen, israelischen Firma gelandet und begonnen, als Übersetzerin für die zu arbeiten (aus dem "Englischen" ins Deutsche). So kam ich erstmals professionell ins Schreiben.

Später war ich dann im Marketing tätig und hab viel für den Verkauf geschrieben, private heikle Korrespondenz, etc. Und mir ein Unidiplom für Werbung im zweiten Bildungsweg geholt.

Und dann hab ich mich als Texterin selbständig gemacht - und leb jetz nur davon, für andere zu schreiben.

Vor kurzem wurde ich mit dem Projekt beauftragt, für einen Komponisten Liedertexte zu schreiben, was mir auch sehr viel Spaß gemacht hat und ich weiter ausbauen will.

Ich finde es vor allem wichtig, am Schreiben dran zu bleiben und möglichst viel Routine zu entwickeln, auf Knopfdruck produzieren zu lernen, das Vertrauen zu entwickeln, das auch bringen zu können - und ganz besonders, mit Kritik professionell umgehen zu lernen.

Ich wünsch Euch viel Erfolg!
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von chriss » 7. September 2007 15:52

[quote=&quot;sonrix&quot;]
Ich glaube es ging hier weniger um fachlichen Austausch, als sich zum gemeinsame Problem "Arbeit" und alternativen Lösungsideen auszutauschen.
...
Ich glaube aber hier steht mehr das gemeinsame Erleben und der Umgang mit Angst im Vordergrund.
[/quote]

Vermutlich bin ich nach einem Jahr Selbsthilfegruppe da ein gebranntes Kind. Direkt nach meinem Einstieg dort war klar, dass niemand dort per Medikamentation oder Coaching sein Leben auch nur halbwegs auf die Reihe bekam. Als wollte ich eher konkrete Maßnahmen, Pläne schreiben, sich gegenseitig kontrolieren, bei Bedarf intervenieren. Selbsthilfe halt.

Das Ganze hatte aber wesentlich mehr den Charakter von Kaffeekränzchen, wo erstmal jeder seine Sorgen erzählt hat und dann vielleicht noch irgendein Thema diskutiert wurde. Alle waren vollkommen begeistert, als irgend wer mal mit den 50 ADHD Tipps von  Hallowell auftauchte. Diese Liste ist für mich Basiswissen, man sollte sie gesehen haben wenn man auch nur einen halben Tag lang bei Google nach ADHD gestöbert hat. Wer sie nichtkennt, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht, und die sind bei ADHS eben zuallererst "sich informieren". Und ein bisschen fühlte ich mich daran bei der Frage nach Word oder Schreibmaschine erinnert: Man kann nicht immer wieder bei Null anfangen, dann kommt man ja niemals irgendwo an.

Mit dem gemeinsamen Erleben und Angst behandeln habe ich entsprechend ein paar Probleme, und noch mehr Austausch über Probleme halte ich auch nur bedingt für sinnvoll, schließlich hatte jeder hier schon ein ganzes Leben davon. Wichtiger als Austausch ist aktive Veränderung. Und ja, das ist anstrengend.

Alternative Lösungsideen finde ich toll, aber bitte nicht einfach irgendwelche Ideen sammeln, sondern schon vorher ein bisschen überlegen, was davon machbar ist. Sonst ist man wieder bei so einer Basisdiskussion im Kaffeekränzchen.

Falls Du früher auch solche Ängste hattest und dann irgendwie für Dich einen gangbaren Weg gefunden hast, würde mich sehr interessieren, wie Du mit Deinen Ängsten umgegangen bist, was Du bei Rückschlägen gemacht hast.


Es dürfte schwer sein, das eigene Leben den Bach runterrauschen zu sehen und keine Angst zu kriegen. Ich habe in der 12. Klasse urplötzlich Probleme bekommen und nie verstanden, was da passiert ist und im weiteren passierte, bis ich 2000 mit 29 Jahren durch Zufall etwas über ADHD gelesen habe. Bis dahin hatte ich ein Jahrzehnt Zeit mich intensiv zu fragen, ob/wie bekloppt ich bin und mit verdammt vielen Änderungsversuchen zu scheitern.

Ich habe mich gestern hier im Forum registriert, nachdem ich drei Tage einfach nur gekillt habe und dringend mal wieder einen Handlungsansatz brauchte. Also sind die Probleme offenbar nicht gelöst. Die Ängste sind tatsächlich etwas verschwunden, aber das primär dadurch, dass so ziemlich jeder Mist, der passieren konnte, auch irgendwann passiert ist, und ich es doch überstanden habe. Die verbleibende Hauptangst ist entsprechend "nur" noch, dass sich das in Zukunft nicht ändert.

Aus den gescheiterten Versuchen habe ich vor allem eines gezogen: Es macht keinen Sinn etwas erneut zu probieren, was schon gescheitert ist. Eine der Sachen, die ganz klar gescheitert sind, ist "Wegdiskutieren". Konkrete Lösungsansätze sind für mich entsprechend vor allem im Themenumfeld Coaching und Organisation zu suchen.  Bisher habe ich hier nur gestöbert und eher (wie befürchtet) die "lasst uns drüber reden" Schiene statt der "Okay, ich mache bis morgen folgendes, bitte erinnert mich daran" Schiene gefunden.

Für diesen speziellen Thread könnte das bspw. bedeuten:
  • Ziel "Schriftsteller" definieren
  • ein paar Interessierte zusammensammeln
  • mehrere wichtige Fragen zusammentragen
  • potentielle Quellen nennen
  • Verteilen, wer bis wann welche Frage klärt
  • täglich untereinander nachfragen, ob auch wirklich was passiert ist
  • zu einem vorher bekannten Zeitpunkt Ergebnisse zusammentragen
  • Entscheiden, ob die Idee irgendwie realistisch ist
  • Wenn ja, weitere Fragen klären oder "Hausaufgaben" verteilen
  • usw.

Es ist nicht so wichtig, was passiert. Wichtig ist, DASS etwas passiert. Denn daran scheitern praktisch alle Pläne, selbst bei "Normalos".

Die dazu gehörende Erkenntnis aus Rückschlägen: Eine schlechte Idee mit guter Durchführung ist um Klassen mehr wert als eine gute Idee mit schlechter Durchführung. Im wesentlichen werden Ideen vollkommen überschätzt, sind selber praktisch wertlos und es gibt sie wie Sand am Meer. Nur eine umgesetze Idee hat überhaupt Wert. Entsprechend war meine Reaktion auf die geheimen Softwareprojekte nicht viel besser als auf Word vs. Schreibmaschine. (Eine ähnliche Aussage kriegt man übrigens auch, wenn man versucht irgendwo Risikokapital aufzutreiben.)
Madmartin
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Madmartin » 8. September 2007 17:45

Es ist nicht so wichtig, was passiert. Wichtig ist, DASS etwas passiert.

Korrekt chriss  :smt023:

Und hier sind noch zwei Erkenntnisse eines der erfolgreichsten AD(H)Slers aller Zeiten
Thomas A. Edison:

"Erfolg ist 1% Inspiration und 99% Transpiration."

"Willst du Erfolg haben, erhöhe die Anzahl deiner Fehlschläge!"

@all
  Ein weiterer Post von mir ist in Arbeit
Zuletzt geändert von Madmartin am 8. September 2007 18:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Beruf des Schriftstellers

Beitrag von Madmartin » 12. September 2007 00:07

Hallo, \:D/

wieder eine gute Nachricht.
Bin bei meinen Recherchen fündig geworden.
Es ist ja die berechtigte Frage aufgetaucht,
wer für uns der richtige Verleger ist.

Renomierte Verlage sind immer die erste Wahl,
und ich halte es nicht für verkehrt mit ihnen in Kontakt zu treten.
Das Ärgerliche ist, es ist für den herkömmlichen Verleger
immer ein finanzieles Risiko.

Ein neuer Verlag heist Books on Demand. \:D/
www.bod.de
Sie haben ein Verfahren entwickelt, das ein Buch erst gedruckt wird, wenn es gekauft wird. Es geht direkt über das Internet.
Das finanzielle Risiko ist daher gering und somit haben auch scheinbar drittklassige Autoren
eine Chance den Markt zu betreten.

Quellen die Books on Demand empfohlen haben waren:
-das Wissenschaftsmagazin PM Ausgabe September ´07
-und ein Buchhändler denn ich kenne und schon über 10 Jahre im Geschäft ist :smt023:

@Lillifee
  Ich arbeite gerade an einer Fantasy Story.
  Sie ist meine "Generalprobe". Ich lasse sie in verschiedenen Foren beurteilen.
  Bis jetzt sind diese überwiegend positiv.
  Was etwas bemängelt wird ist, das ich schrill und schräge rüberkomme.
  Eben ADS. 25% meiner großen Story sind schon fertig.
  Sobald ich bei 100 bin, geh ich zu Book of Demand.
 
@Mjöllnir
  Ich konnte rauslesen, dass dir noch die richtigen Leute fehlen deine Werke
  zu vermarkten. Dieser Verlag bietet es an. 400 Euro und mehr müssen schon
  drin sein.

@Bella
  Danke für die Glückwünsche, bist ein Schatz

@Chriss ein wenig Kaffekränzchen ist gar nicht so übel.
  Solange es nicht 3 Wochen am Stück dauert :00000285:
  Mit den richtigen Auszeiten hat man wieder mehr Kraft
  und Inspiration an die Sache richtig ran zugehen.

Ansonsten weiterarbeiten

Tschüss
Euer Madmartin

:peace:
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