Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

ChaosMaus
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Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon ChaosMaus » 22. Dezember 2012 07:28

Guten Morgen Andersweltler,

ich würde gerne erstmal wissen ob es hier ADSler gibt bei denen die Selbstständigkeit wirklich klappt.

Ich habe es nämlich auch vor.

Ein bisschen was zu mir. Seit diesem Jahr hab ich nun endlichen meinen Heilpraktiker Psychotherapieschein. Nächsten Herbst habe ich auch hoffentlich mein Examen als Ergotherapeutin in der Tasche.

Mein Ziel: 2014 beginnen eine eigene Praxis als Heilpraktikerin und Coach anzubieten. Auch ADS Therapie und Coaching soll dabei sein.

Bisher bin ich nebenberuflich Selbstständig und ich schaffe es mich zu strukturieren. Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist.

Auch nehme ich keine Medikamente. Ich hab halt das Glück das mein ADS nicht ganz so stark ist.

Hat jemand Tips oder nen Rat worauf man als Selbstständiger ADSLerin besonders achten sollte?

Viele Grüße
Chaosmaus
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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon Eule » 22. Dezember 2012 11:29

Als Selbständiger hast du einen doppeljob.

Zum einen die Leistung erbringen die du verkaufst, egal ob das nun eine handwerkliche Tätigkeit, eine kreative oder wie in deinem fall eine im Gesundheitssektor ist.

Der zweite Job ist der Papierkrieg dazu. Rechnungen schreiben weils sonst kein geld von den Kunden gibt, Buchhaltung und sonstige Dokumentation der Tätigkeit erstellen, Steuererklärungen machen.

Von den privaten Dingen wie weiterhin Haushalt in schwung halten oder familiäre Pflichten rede ich jetzt einfach mal gar nicht.

Mir hat der administrative Teil in meiner Selbständigkeit erhebliche Probleme bereitet, und ich habe leider den Fehler gemacht zu glauben daß ich das selber alleine hinkriegen würde. Gerade in der Startphase war nicht viel Umsatz da, und ich habe darauf verzichtet einen Steuerberater zu beauftragen der ja zusätzlich Geld gekostet hätte.

Heute weiß ich: Es war an der falschen Stelle gespart, meine Schusselei mit verspätet, nicht oder unvollständig abgegebenen Steuererklärungen hat mich mehr Geld gekostet als es mich gekostet hätte nicht nur einen Steuerberater, sondern obendrein auf 400 Euro Basis auch noch jemanden zum Rechnungen schreiben und Papierkrieg für den Steuerberater vorbereiten zu engagieren.

Auch ansonsten halte ich es für sehr empfehlenswert mal nach Seminaren für existenzgründer zu schauen, zumindest im Zuständigkeitsbereich von IHK oder HWK gibt es da immer wieder Veranstaltungen, die vor allem diese ganzen Nebenpflichten eines Selbstständigen sowie Dinge wie Geschäftsplan, Umgang mit Banken, Möglichkeit besonderer finanzieller Förderung durch Staat, EU, wasweißich; sowie sinnvolle Werbestrategien beleuchten.

Die Tatsache daß ich meine Firma wieder zumachen mußte hängt nicht nur mit der weniger als ein Jahr nach Gründung massiv zuschlagenden Wirtschaftskrise, sondern ganz eindeutig auch mit meinen Problemen mit dem Bürokram zusammen. Und das finanzamt versteht keinen Spaß wenn man sich da nicht an die Frist- und Formvorgaben hält oder Verzögerungen nicht zeitnah und klar kommuniziert weil mans vergißt und die ausführung des gerade aktuellen Auftrags ja wichtiger ist als der blöde Papierkram den man sowieso nicht mag.
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Farah
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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon Farah » 22. Dezember 2012 17:22

Bei Mietverträgen u. ä. darauf achten, dass es eine kurzfristige Ausstiegsklausel gibt, falls es doch nicht gut genug laufen sollte.

Am sichersten wäre es natürlich, zunächst einen Raum im eigenen Haus/Wohnung nutzen zu können. Achtung - es gibt da Vorgaben über die Anzahl der Parkplätze, Toilettenräume u. ä.  :108: .

Am Anfang nur das unbedingt Nötige kaufen - und möglichst wenig Fremdkapital aufnehmen. Du wirst anfangs noch keine großen Einnahmen haben, aber Darlehensgebern ist das egal - die wollen ihre Raten.

Vorher genaue Marktanalyse betreiben - wo sitzen welche Ärzte, andere Heilpraktiker. Welche Ärzte könnten für Dich nützlich sein: z. B. Psychiater, die Ergotherapie (verkappte Verhaltenstherapie  :zwink: ) verordnen könnten.

Nicht an der falschen Stelle sparen: Am Anfang musst Du unbedingt Werbung machen (und nicht nur einmalig). Website, Flyer, Anzeigen. Dabei auf ein einheitliches Erscheinungsbild achten (corporate identity) - auch Deinen Briefbogen und Rechnungsformular mit demselben Layout wie Website, Flyer, Anzeigen und Visitenkarten gestalten!

Eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen. Ist aber unproblematisch - auch wenn der Fragebogen abschreckend wirkt  :6094: . Am Besten hier schon die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nehmen.
Problem bei Dir aus steuerlicher Sicht: grundsätzlich erbringst Du umsatzsteuerfreie Leistungen (Heilbehandlung) und umsatzsteuerpflichtige Leistungen (Coaching). Das musst Du schon bei der Rechnungsstellung beachten. Sprich mit dem Steuerberater, lass von ihm das Rechnungsformular anschauen, ob alle Pflichtangaben drauf sind. Und lass Dir einen Kurzvortrag über Umsatzsteuer halten. Bis zu welcher Umsatzhöhe Du umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer sein könntest. Aufteilung der Vorsteuer. Welche Ausgaben kann man als Betriebsausgaben geltend machen.

Ansonsten: Man kann als ADS-ler erfolgreich selbständig sein. Aber es ist eine echte Herausforderung - besonders auf lange Sicht  :108: . Wenn die Anfangsbegeisterung verflogen ist und der Bürokram dennoch pünktlich gemacht sein muss. Wenn eben nur dann Geld auf dem Konto ist, wenn man seine Leistungen auch abgerechnet hat.

Daher - viel Erfolg, viel Spaß und viel Kraft!

Farah  :winken:
:biene: 2
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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon ChaosMaus » 23. Dezember 2012 08:16

danke an euch beide.

Also als Ergotherapeutin werde ich mich nicht selbstständig machen. Wenn dann als Heilpraktikerin. Und Ergo nutzen um Geld zu verdienen halbtags und den anderen halben Tag dann eben für die Selbstständigkeit. Muss man mal schauen wie ich das dann aufteile.

Klar ist es das ich ein Praxisgründungsseminar vorher besuche und auch eine Unternehmensberatung zur Hilfe nehme. Ich werde mir auch die Gelder vom Start holen und wenn das 1. Jahr überlebt dann nochmal weiterführendes Coaching was auch vom Land gefördert wird.

Rechnungen werden meistens bei HPs nicht geschrieben, außer der Klient wünscht es. Oder es gibt eine Quittung. Natürlich muss ordnung sein in den Unterlagen. Ein bisschen was von Buchführung verstehe ich zum Glück. Aber ohne Steuerberater wird das auch nichts.

Gruß  Chaosmaus
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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon Eule » 23. Dezember 2012 14:53

Das mit den Gründungsseminaren etc ist gut, geh das so früh wie möglich an, damit du dann noch viel Zeit hast deine Pläne zu konkretisieren wenn du im Seminar auf "Knackpunkte" aufmerksam geworden bist.

Auch der Plan weiterhin halbtags zu arbeiten ist genial, das schafft dir wenn du einen Vertrag mit mehr als 19 Wochenstunden (glaube ich, unbedingt nochmal die stundenzahl für "vollständig renten- und krankenversicherungspflichtig" überprüfen und zusehen daß dein Vertrag haarscharf über der Grenze liegt mit den Stunden!) hast eine gewisse Absicherung, allerdings dürfte trotzdem darüber hinaus zumindest bei der Rentenversicherung zusätzliche private Vorsorge angesagt sein. Da empfiehlt sich ein Gespräch mit deiner Bank, und auch die Nachfrage nach "Pfändungssicheren/Hartz4 sicheren" Anlagemöglichkeiten so daß man dich nicht zwingen kann in einer wirtschaftlichen Schieflage deine Altersrücklage anzugreifen.

Selbst wenn du keine Rechnungen sondern nur Quittungen schreibst kommst du um die Führung eines Kassenbuchs das den Anforderungen des Finanzamts genügt nicht drum rum. selbst als Kleinunternehmer mit allen möglichen "Freistellungen" von Buchführungspflichten wegen des geringen Umsatzes reicht es nicht aus, am Ende des Monats einen zettel vorzulegen mit dem Satz "Habe für 528,70€ mehrwertsteuerfreie Leistungen an 12 Kunden erbracht sowie 234,20€ mehrwertsteuerpflichtige Leistungen an 3 Kunden, und außerdem hatte ich Auslagen für Verbrauchsstoffe und Büromaterial in Höhe von 75,20€". Die wollen das schon etwas genauer haben ;-) Wenn du die Möglichkeit hast Freunde zu fragen die auch selbständig sind ob sie dir einen Steuerberater empfehlen können ist das sicher nützlicher als per Dartpfeil werfen auf die Gelben Seiten einen auszuwählen.
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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon ChaosMaus » 23. Dezember 2012 16:47

Das mit der Buchführung klappt bei meinem Kleingewerbe ganz gut. Das Finanzamt war bisher auch zufrieden. Muss halt alles genau belegt werden mit Datum, Quittung usw.
Das Seminar ist  Anfang 2014 erst. Dann höre ich mir das an und werd danach nen Termin mit der Unternehmensberatung ausmachen. So kann ich alles Schrittweise aufbauen.
Auch schaue ich das ich in ein Praxissharing anfangs reinkomme oder aber mit jemanden zusammen eine Praxis gründe.

Das mit der Altervorsorge so wusste ich noch nicht.
Danke für den Tip Eule.

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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon Nikke123 » 17. Dezember 2014 18:15

Hallo Leute,

Ich dachte ich gebe auch mal meinen Senf dazu!

Ich habe ADHS, bin 20 Jahre alt, studiere in Wien seit diesem Semester Psychologie, ab kommendem Semester zusätzlich Informatik und bin selbstständig - und das seit ich 17 Jahre alt bin (Erst bis 10/2014 in Deutschland in einer GbR mit meinem Vater und nun seid 10/2014 Einzelunternehmer (e.U - eingetragenes Unternehmen) hier in Wien) ! Es kann auf jeden Fall klappen. Ich glaube, dass Menschen mit ADHS von den Eigenschaften her unglaublich gute Voraussetzungen mit sich bringen, selbstständig zu werden ! Ich persönlich arbeite im Bereich Webdesign und Webanwendung, sowie IT Consulting und Netzwerkservice. Jeder kleine berufliche Erfolg pusht mich immer ungemein, was mir eine große Stärke verleiht. Durch die Hypersensibilität bin ich in der Lage mich gut zu verkaufen, den Kunden einzuschätzen.

Es gibt allerdings gewissen Sachen, die zu Lernen sind (zumindest waren Sie es bei mir).

Wenn du Geld sparen willst, mache es nicht am falschen Ende (Wie einige Posts vor mir schon sagen).

Lass das, wovon du keine große Ahnung hast, andere tun. Schaffe Synergien mit möglichst vielen Partnern !

Habe gutes Selbstbewusstsein, bzw zwinge dich dazu! Du hast feste Preise und wenn die Leute deine Preise und Bedingungen nicht akzeptieren wollen, sind sie es nicht Wert - abgesehen davon, dass diese Leute sich dann bei jeder Abrechnung mit dir zoffen:" Das war aber keine Stunde, sondern nur 50 Minuten...". Ist mit eigener Praxis zwar anders, aber in der Wirtschaft absolut blöd.

Denke daran: Auch wenn du eine Therapeuting, Coach, was auch immer bist - du solltest dich definitiv auch wirtschaftlich orientieren. Du kannst den Leuten eh nur helfen, wenn dein unternehmerisches Konzept auch aufgeht und du mit deiner Praxis genug Gewinn machst - siehe es so: Machst du wirklich guten Gewinn, kannst du hauptberuflich selbstständig sein und den Leuten umso mehr helfen !

Mache dir einen Businessplan. Es ist unglaublich wichtig einen Überblick über seine Ausgaben zu haben. Rechne mit mehr Ausgaben als du denkst. Denn an den gesamten Ausgaben machst du deinen Stundenlohn fest, je nach dem, wie viel du dann noch Gewinn machen möchtest. Plane auch ungeplante Ausgaben ein - die kommen immer !

Besorge dir einen Unternehmensberater, am besten einen solchen, der auch deine Steuererklärung macht, aber kein offizieller Steuerberater ist (Musst also die Steuererklärung am Ende selbst unterschreiben). Das ist kein Problem, solange du dir jemanden aussuchst, der entsprechende Berufserfahrung hast. Mein Vater ist ein solcher. Er macht Steuererklärung für andere, die aber dann die Steuererklärung selbst unterschreiben müssen. Solche Leute kannst du im b.b.h. (Bundesverband selbstständiger Buchhalter und Bilanzbuchhalter) finden.

Bezüglich des Vorschlages mit dem "ich lasse mich durch einen anderes Angestelltenverhältnis Krankenversichern": Sei dort vorsichtig. In der Regel sagt eine Krankenversicherung, dass du ab 335€ (ca. - ist so der "Anhaltspunkt") Gewinn monatlich eine eigene Krankenversicherung für deine selbstständige Tätigkeit zahlen musst (Die Schwachsinniger Weise 315€ ausmacht) ! Sollten sie das im Nachhinein herausfinden, können Sie dir alle, seit dem Zeitpunkt, wo du die Grenze überschritten hast, gebrachten Leistungen, in Rechnung stellen und nachfordern ! Sprich also auch mit deiner Krankenkasse - im Normalfall sind diese bei nebenberuflich selbstständigen Leuten sehr gütig, wenn man mit denen spricht.


Demnach: Es kann wirklich gut funktionieren. Ich mache es nur nebenberuflich und es bringt mir trotzdem gut etwas ein. Die verschiedenen Beziehungen zu Geschäftspartnern zu knüpfen, zu erhalten und neu aufzubauen, macht mir unglaublich Spaß. Auch die Arbeit gibt mir immer wieder ein Erfolgserlebnis - nicht zu vergessen der Lohn dafür.
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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon Stephi » 26. Mai 2015 00:00

Hallo,
ich bin neu hier im Forum. Ich bin 30 Jahre alt und seit dem 22 Lebensjahr mit ADS diagnostiziert.
Ich bin selbst Psychologin und mache die Ausbildung zur Psychotherapeutin. Dennoch schaffe ich es n icht mich zu strukturieren, bin ständig frustriert und mir passieren so unglaublich viele formale Fehler.
Organisieren klappt nicht. Ich liebe  diesen Beruf. Nur es gehört soviel an Formalitäten dazu, so dass es mir über den Kopf wächst. Ich würde mich gerne austauchen. Habe das Gefühl nicht verstanden zu werden. Die meisten Psychologen sind super organisiert, perfektionistisch usw... Ich steche da eher raus. Gerade jetzt in der Ausbildung muss ich mich selbst organisieren, habe Supervision und bin in einer Praxis selbstständig tätig. Wie organisiert ihr euch? Ich bekomme momentan nichts hin. Vorher war ich in einer Klinik. Da wurden mir die Termine vorgegeben und es lief gut. Die Selbstständigkeit ist die langfristig schönere Arbeit , die mir mehr Spaß macht. Jedoch erfordert es soviel Organisation, so dass ich einfach Angst habe alles nicht zu schaffen. 

liebe Grüße, Stephi
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Selbständigkeit plus ergänzend Harz 4

Beitragvon Elbareth » 25. August 2015 07:16

Hallo an alle,
Seit einiger Zeit ist es ja so, dass auch Selbständige ergänzend Harz 4 bekommen. Ich habe mich also selbständig gemacht und genieße nun doppelte Freiheit: Ohne Chef und Kollegen, mit denen ich oft nicht klarkam, meine von mir sehr geliebte Arbeit zu machen erstens. Und zweitens keinen finanziellen Druck zu verspüren, wenn mal Aufträge ausbleiben. Das entspannt so.
Dies ist natürlich nur eine Möglichkeit für Leute, die mit Harz4 und einem Freibetrag entsprechend dem Einkommen auch klarkommen. Also wer eine teure Wohnung gemietet oder  jährlich mehrere Flugreisen gebucht hat, für den ist es eher nichts.
Wer wie ich eher bescheiden lebt oder wer sowieso arbeitslos ist, für den kann ich es nur empfehlen.
Mein Eindruck ist auch, dass das Jobcenter lieber ergänzend was zahlt als voll. Also ich werde sehr von dort unterstützt.
Zur Zeit verdiene ich etwa 2/3 selbst und bekomme 1/3 dazu. Das war auch schon einmal anders, da habe ich nur einen sehr kleinen Betrag dazubekommen, und dadurch war ich auch durchs Jobcenter krankenversichert.

Den Bürokram habe ich anfangs selbst gemacht, was sehr schwierig war, dann habe ich über eine Tauschbörse jemanden gesucht, der mir hilft. Habe dadurch dann aber einen Profi gefunden, der selbst Existenzgründer ist und mir nun die Hauptarbeit abnimmt und auch die Steuer macht. Ich zahle ihm monatlich etwas und das Jobcenter genehmigt das auch.

Alles in allem sind meine Erfahrungen durchweg positiv. Aber wie gesagt, das gilt nur für Leute, die keinen besonders großen Lebensstandard haben oder haben möchten.

Bin übrigens mobile Friseurin und Kinderfrau, Seniorenbetreuerin und Behindertenassistentin. Multidilettantin halt :-)

Wenn ich hiermit jemandem eine wichtige Info oder Mut zum Starten gegeben habe, freut es mich.
Ihr könnt mich gerne fragen, wenn was unklar ist.
Elba
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Re: Selbstständigkeit mein Ziel..., bei wem klappt es wirklich gut?

Beitragvon Elbareth » 25. August 2015 07:20

[quote="Stephi"]
Jedoch erfordert es soviel Organisation, so dass ich einfach Angst habe alles nicht zu schaffen. 

liebe Grüße, Stephi
[/quote]

Das kenne ich auch. Besonders, neue Kunden zu gewinnen (da mir meine oft wegsterben) hängt immer so von meiner Stimmung ab. Mir kommt immer zuerst die Idee, mir helfen zu lassen. Es gibt doch genug Menschen, die gut organisieren können und dennoch Zeit haben. Vielleicht brauchen sie sogar psychologische Unterstützung und man kann einen Tausch machen? Das finde ich immer eine gute Idee. Gut, es klappt nicht immer, weil Erwartungen unterschiedlich sind. Aber einen Versuch ist es wert.
Es gibt, da wo ich wohne, auch Stammtische von Unternehmerinnen, wo sich die Existenzgründerinnen gegenseitig unterstützen. Da könnte so etwas auch gefunden werden.
Drücke Dir die Daumen!
Elba
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