Motorische Dyspraxie?

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Quirlchen
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Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Quirlchen » 2. Februar 2013 15:30

Hallo,
Ich habe mit einer Freundin über meine Probleme im Werken- und Sportunterricht gesprochen und sie sagte, dass ich vielleicht eine Dyspraxie haben könnte. ich habe mich ein wenig erkundigt und langsam glaube ich, dass sie Recht damit haben könnte. Aber erstmal ein kleiner Überblick über meine bisherigen Erfahrungen.
Ich hatte schon immer starke Probleme mit der Motorik & Feinmotorik. Ich habe immer viel zerdeppert (mach ich heute auch noch). Im Kindergarten habe ich schon früh selbst festgestellt, dass es mir schwerfiel, zu malen und zu basteln, weshalb ich mich immer weigerte, solche Aufgaben zu lösen. Auch wenn ich rannte (und das tat ich so ziemlich immer), fiel ich oft hin. Nach meiner ADHS Diagnose (soweit ich weiß wurde keine Dyspraxie Diagnose gemacht) bekam ich Ergotherapie, was mir etwas half. Allerdings zogen wir bald darauf in ein anderes Land, wo ich nicht mehr therapiert wurde. In der Schule, wo ich war, bastelten wir auch viel und oftmals "scheiterte" ich. In Sport war (und bin!) ich auch immer schlecht.
Als ich in die 2. Klasse kam, zogen wir wieder nach Deutschland und ich bekam wieder Ergotherapie, aber es half nicht mehr so gut. Ich fing zusätzlich an Klavierunterricht zu nehmen. Das half mir. Aber wir zogen nach meinem 3. Schuljahr wieder um, diesmal nach SH. Da ich durch meine Probleme mit dem Notenlesen den Spaß am Klavierunterricht verloren hatte, ging ich nach dem Umzug nicht mehr in Musikschulen und.
Ab dem 5. Schuljahr bekam ich auch keine Ergotherapie mehr. Zwar fing ich Mitte 6. SJ. wieder an, Klavier zu spielen, aber ich prachte mir alles selbst bei und meine Technik war und ist etwas "ungewöhnlich". Und seit dem 7. SJ. haben wir auch wieder Werken! Als wir mit Holz gearbeitet haben, habe ich pro Stunde mind. 1 Sägeblatt kaputt gekriegt! Momentan arbeiten wir mit Ton. Wir sollten Schalen bauen. Das, was ich fabriziert habe, kann man nicht als Schale bezeichnen!
Ich verstehe zwar immer, wie man die Materialien bearbeitet, aber ich kriege es einfach nicht hin! Das ist immer total deprimierend, wenn alle das hinkriegen, nur ich nicht!
Glaubt ihr, dass ich vielleicht eine motorische Dyspraxie haben könnte?
liebe Grüße,
Quirlchen  :winken:
(Sorry, dass der Text so chaotisch ist)
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Angie
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Angie » 2. Februar 2013 16:17

Naja, ich auch, nur was habe ich davon, wenn ich die Bestätigung hätte.  :6094:

Ganz schlimm ist es, wenn ich mehere Bewegungen gleichzeitig machen muss und dann noch überkreuz.  :irre:

Also Aerobic bekomme ich überhaupt nicht hin.
Und das typische Hampelmännchen,  Bein geschlossen, Arme auf und umgekehrt, ich komme da immer durcheinander.

Mit Malen und Basteln hatte ich kaum Probleme. Klar doch, da kann ich mich auf eine Bewegung-Aufgabe konzentrieren, aber wehe, ich muss mehere Bewegungen aufeinmal ausführen.  :icon_rolleyes:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Quirlchen
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Quirlchen » 3. Februar 2013 16:46

Ich habe so 'ne Macke: wenn ich irgendwo Probleme kriege, will ich immer die Ursache wissen. Vor einiger Zeit zum Beispiel bekam ich immer mal wieder Probleme, weil einige ADHS Symptome sich verstärkten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Diagnose fast vollständig vergessen. Als es mir wieder einfiel, erkundigte ich mich genauer über das ADHS und irgendwie habe ich mich dadurch erleichtert gefühlt. Ich bin gerade dabei, meine Symptomverstärkungsprobleme zu bewältigen. Ich glaube, wenn man die Ursache für Probleme kennt, kann man sie am besten bewältigen.
Ich wollte schon seit ich denken kann die Ursachen von allen möglichen Dingen wissen und wenn man sie nicht kannte, suchte ich eben danach. Ist heute auch noch so.
(Manchmal bin ich richtig besessen davon, den Grund/die Ursache für etwas zu finden.
In dieser Hinsicht habe ich schon irgendwie einen Dachschaden. Aber wieso denn nur???? :zwink:)

PS: Mehrere Bewegungen gleichzeitig zu machen bekomm ich nach ein paar Versuchen hin, allerdings sind es eher ein paar MEHR Versuche und "perfekt" sieht's dann auch nicht aus. Das einzige, wo es nach wenigen Versuchen klappt, ist beim Klavierspielen, aber da darf es ja auch verkorkst sein aussehen. Hauptsache es hört sich gut an.
Zuletzt geändert von Quirlchen am 3. Februar 2013 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Angie » 3. Februar 2013 18:50

[quote="Quirlchen"]

(Manchmal bin ich richtig besessen davon, den Grund/die Ursache für etwas zu finden.
In dieser Hinsicht habe ich schon irgendwie einen Dachschaden. Aber wieso denn nur???? :zwink:)

[/quote]

Ach wem sagst das.  :breitgrinse1: Ich stöber dann das Internet durch.
Letztens erwähnte mein Psychiater etwas von Persönlichkeitsstörung und ich .......... such ........ ja welche denn? Welche von den vielen würde auf mich passen.
Dann habe ich meinen Psychthera gefragt:"Der Doc sagte ich hätte eine Persönlichkeitsstörung. Kann nicht sein oder?"
Thera:"Neee."

So, dabei beliess ich es dann.

Aber erstmal am Anfang verrückt machen lassen.  :irre:
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Quirlchen » 3. Februar 2013 19:51

Mein Problem ist, dass ich mich selbst verrückt mache, auch indem ich nach dem Grund suche! Wenn ich eine Vermutung habe, bin ich (oftmals, nicht immer) besessen davon, deine mögliche Bestätigung zu bekommen! Ist das irgendwie auch eine Störung? (Wir sind vom Thema abgekommen  :mopp: ) Mein Arzt sagt auch immer, ich solle mir nicht über alles den Kopf zerbrechen!
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von ChaosMaus » 8. März 2013 07:11

ja es kann eine Dyspraxie sein. Muss jedoch nicht. Um das genau zu beurteilen müsste ich dich kennen und testen. Dann könnte ich es einschätzen-
Wenn dir das starke Probleme bereitet kannst du nochmal versuchen Ergotherapie zu bekommen
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Quirlchen » 10. März 2013 13:15

Hallo Chaosmaus :winy:
Ob es wirklich starke Probleme sind, weiß ich nicht. Es ist eben deprimierend, wenn alle es scheinbar mit links hinbekommen und ich bekomm's erst nach gefühlten 1000 Versuchen oder gar nicht hin. Und ich bekomme schon einige Probleme im Alltag. Ich zerdeppere alles mögliche, mit meiner "Schrift" will ich gar nicht erst anfangen und Sport und Werken sind der Horror für mich. Sport ist aber auch so schlimm, weil einige meiner Teamkameraden mich diskriminieren oder anpöbeln, ich solle doch mal richtig werfen (/etc.). Jedes Mal, wenn ich in ein Team eingeteilt werde, machen meine Teammitglieder leidende Gesichter oder fangen an zu flüstern oder zu kichern (zumindest die meisten. Meine Freundinnen [normalerweise] nicht). Und ich lasse mich, obwohl ich weiß, dass es viele Sachen gibt, die ich gut kann, immer von meinen Fehlern,Missgeschicken oder von Sachen, in bei denen ich Probleme habe, herunterziehen.
Wie entsteht Dyspraxie eigentlich? Und wieso wird wird eigentlich Legasthenie anerkannt, aber Dyskalkulie oder Dyspraxie nicht? (Soweit ich weiß, wird (nur) Legasthenie anerkannt)
LG
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von cajo81 » 27. März 2013 12:42

Also bei komplexen Bewegungsabläufen bin ich auch total überfordert es sei denn ich träume parallel vor mich hin.  :upsi:

Ich glaube aber eher dass diese Bewegungsstörungen auch viel mit Stess oder persönlichem Druck zu tun haben. Wenn mir z.B. im Sport mein Lehrer erklärt hat wie ich was zu tun habe dann war ich total überfordert weil ich ich a) mich nicht auf die Anweisungen konzentrieren konnte und b) Angst hatte aufgrund der Überforderung etwas falsch zu machen. Dann geht bei mir ein Riegel vor und es ist endgültig vorbei.  :baw:
Wenn man mir allerdings meine "Freiheit" ließ dann waren meine Bewegungen flüssig und/oder sogar überdreht. Ich konnte mich zwar dann immernoch nicht konzentrieren und der Fußball flog auch selten da hin wo ich wollte aber dennoch war ich immerhin dabei körperlich entspannt.  :zwink:

Auch kommt es bei mir SEHR stark darauf an ob mir eine Sportart Spaß macht. Da ich früher wegen meiner Unsportlichkeit immer ausgelacht wurde war/ist bei mir Sport vorbelastet. Ich gehe schon verkrampft mit Versagensängsten rein. Also wieder ein psychisch bedingter Faktor.
Vor ca. 5 Jahren habe ich mich dennoch überwunden in den Unisport zu gehen und dort Tennis zu spielen. Das Ganze dort war ziemlich lau ohne viele Trainereinheiten und Kommandos. Und plötzlich hatte ich das erste Mal in meinem Leben richtig Spaß an einer Sportart - paradoxerweise noch dazu an einer die ich als Kind gehasst hatte.
Danach habe ich sogar begonnen richtig professionelle Trainerstunden im Tennisverein zu nehmen und wenn erst einmal meine Konzentrationsphase nach ca. 30 katastrophalen Anfangsminuten da war spielte ich gar nicht schlecht. Von Bewegungsstörungen gab´s dann plötzlich keine Spur mehr.  :grübel: Würde Tennis nicht so ein teurer Sport sein (Trainerstunden + Platzmiete kosten ein Vermögen) wäre ich heute immernoch begeistert dabei.  :baw:

Also wie gesagt. Ich glaube die eigene Psyche in Verbindung mit negativen Erfahrungen in der Vergangenheit sollte man nicht unterschätzen.
Allgemein gelten ja viele ADHSler außerhalb ihrer Konzentrationsprobleme eher als Sporttalente. Es halt "nur" Spaß machen und einen Ausgleich zur ADHS-Symptomatik bieten.
Ich habe in meiner Schul- und Studentenzeit viele kennengelernt die sich von absoluten bewegungsgestörten Typen zu erfolgreichen Sportfreaks entwickelt haben (also wiedermal vom einen ins andere Extrem). Bewegung scheint also auch mit Übung zusammenzuhängen.
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Quirlchen » 11. April 2013 14:23

@ cajo81: Ja, es könnte sein, dass es bei mir auch psychisch bedingt ist, aber wie soll ich mir den Gedanken abgewöhnen? Wäre bestimmt hilfreich. Allerdings glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass ich irgendwann ein Sportfreak werde...
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Re: Motorische Dyspraxie?

Beitrag von Angie » 11. April 2013 15:31

Bin auch kein Sportfreak. Sport ist Mord, so bei mir.
Nee, ehrlich jetzt, erst als Kind das Belastungs-Asthma, dann noch diese diagonalen Bewegungen aufeinmal durchführen.
Also was ich gerne mache, ist Wassergymnastik. Da kann ich mich noch dazu aufraffen, aber alles andere ............ nööö muss nicht unbedingt sein.
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