Bin verwirrt. Was ist denn jetzt eine Lernbehinderung und wie zu verstehen?

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Corvina
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Bin verwirrt. Was ist denn jetzt eine Lernbehinderung und wie zu verstehen?

Beitragvon Corvina » 13. August 2012 22:18

Hallo Leute,  :winken:

Ich bin jetzt endgültig verwirrt.    :Frag:

Ich denke mal, meine Gedanken zu ADS und Lernbehinderung kennt ihr ja schon. Falls nicht, hier nochmal kurz zusammengefasst:

Kann es sein/ besteht die die Möglichkeit/ ist es so, dass eine Lernbehinderung ( IQ 70-85) diagnostiziert wird, weil auf Grund von ADS der IQ-Test gar nicht richtig gemacht werden bzw. durchgehalten kann, da ja Konzentration, Ausdauer fehlt.  

Darüber habe ich mir ziemlich viele Gedanken gemacht und geforscht.

Nun hat sich ja der Verdacht von ADS und LRS bestätigt. Aber auch noch eine Lernbehinderung. Ich hatte in der Praxis Lese-Rechtschreib-Schwäche gesagt. Die Psychologin korrigierte mich Lese-Rechtschreib-Störung. (also Legasthenie soweit ich weiss)

Und jetzt kommts, was mich verwirrt.

So wie ich immer meinte zu wissen, ist eine Legasthenie immer ein Ungleichgewicht von normaler (und höher) Intelligenz und einer Schwäche in einem Bereich wie z.B. Lesen und Schreiben  (Nicht, dass ich Wert darauf lege, aber das sagte mir auch die vom Schulamt)


Nun eine Aussage von einem Psychiater, die meinen Gedanken Recht gibt:


[i]PD Dr. Wolff: In meiner Praxis konnte ich feststellen, dass die meisten Kinder mit ADHS normal bis höher begabt sind. Im Schnitt ist von einhundert Kindern nur eines an der Grenze zur Lernbehinderung. Es kommt vor, dass manche ADHS-Kinder nur deshalb als lernbehindert klassifiziert werden, weil sie einen "normalen" Intelligenztest zeitlich nicht durchhalten. In der Praxis stehen dann entsetzte Eltern vor mir, bei deren Kindern vermeintlich eine Lernbehinderung festgestellt wurde. Das zeigt deutlich, dass die beste Begabung nichts nutzt, wenn man sie nicht umsetzen kann.[/i]<<<<<<<<<<<<<< Hat da jemand Erfahrungen und Bestätigungen?




Und hier noch eine Definition einer Lernbehinderung:


Synonyme: Lernstörung

eingeschränkte Fähigkeit, die für ein bestimmtes Alter angemessenen Lerninhalte aufzunehmen. Meist zeigt sich eine Lernbehinderung schon im frühen Schulalter. Lernbehinderungen können auf einem für die Anforderungen allgemein unzureichenden Intelligenzniveau beruhen oder nur Teilbereiche betreffen (z. B. Legasthenie). Entwicklungsbedingte Einflüsse (z. B. in der Pubertät) oder soziale Ursachen (z. B. familiäre Probleme) können die Lernbehinderung eines sonst normal intelligenten Kindes erheblich verschärfen.

Das letztere wäre ja wieder im Grunde das, was die Psychologin sagt. Aber wie passt das denn mit einer Lernbehinderung zusammen? Und da sind wir wieder bei meiner Frage: Ist die Lernbehinderung eine Folge, die aber mit Behandlung wieder "verschwindet" (hört sich leichtgläubig an, ich weiss, dass es sicht so schnell und leicht geht)

Wer hat Erfahrung mit Lernbehinderung, Legasthenie, und das alles in Zusammenhang mit ADS und kann mich da mal jemand aufklären?  Biiiiiiiiiitteeeeeeeeeeeee  :denknach:   Ich will nicht dumm sterben  :baw:    Und ich will ja wissen, wie ich meine Tochter am Besten helfen und fördern kann und wo ich ansetze


Wie hat sich bei euch/euren Kindern die Lernbehinderung gezeigt? In der Schule, allg. beim Lernen, im Leben, in der sozialen Entwicklung? Merkt man noch was oder war das sogar nur eine Fehldiagnose, wie der Psychiater oben sagte? Hat sich das mit Medikamenten (und/oder mit Therapien  für ADS wieder verflüchtigt, die Lernbehinderung bzw. die (Falsch-) Diagnose

 
Ich bin gespannt auf eure Antworten und Erfahrungen
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Tochter 12: ADS und isolierte Rechtschreibstörung, leichte Weitsichtigkeit, Frühgeburt in SSW 29

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Re: Bin verwirrt. Was ist denn jetzt eine Lernbehinderung und wie zu verstehen?

Beitragvon Corvina » 13. August 2012 22:25

Achso, hatte vergessen zu sagen, dass die Diagnose jetzt erst vor ein paar Tagen gestellt wurde.

Wegen der Ferien, diehier erst angefangen haben, sind die Beratungen erst im Oktober, wo wir erstmal sehen, wie es nach der Diagnose weiter geht. Was genau an diesen 3 Terminen passiert, weiss ich noch nicht,


Ihre LRS bezieht sich hauptsächlich aufs Schreiben. Zwar hat sie auch beim Lesen Schwierigkeiten, aber das sei noch im Rahmen und akzeptabel



Soweit zur aktuellen Situation  :ja1:


LG Corv
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Re: Bin verwirrt. Was ist denn jetzt eine Lernbehinderung und wie zu verstehen?

Beitragvon Binchen » 14. August 2012 10:40

Hi Corvina,

kann dir nicht genau auf deine Frage antworten.

Aber mein Sohn ist ADHSler und diagnostizierter Legastheniker (also Störung).

Er hat jetzt vom Jugendamt auch den § 35a KJHG anerkannt bekommen und kann somit auch über JA eine Legasthenietherapie besuchen bzw. wird nun endlich von denen übernommen (nach gut einem Jahr Kampf endlich mal durchbekommen).

Dazu wurde auch ein Gutachten erstellt (Gutachter wurde vom JA vorgegeben). Bei meinem Sohn wurde eine "normal" durchschnittliche Intelligenz festgestellt, so dass er keineswegs als Lernbehindert eingestuft wurde. Lediglich in einzelnen Teilbereichen haben sich Schwächen und Probleme durch die Testung (durch den Gutachter) heraus kristallisiert, die aber durch gezielte Förderungen bzw. Therapien auch sehr gut behoben werden können oder das Kind lernt mit diesem Problemen besser umgehen zu können.

ABER auch der Gutachter hat in seinem Gutachten eindeutig eine Lernbehinderung des Kindes verneint.



Klar, bei einer Testung kann es durchaus vorkommen das das betroffene Kind aufgrund seines ADHS/ADS nicht über längere Dauer die dafür notwendige Konzentration bzw. Aufmerksamkeit aufbringen kann/könnte. Aber auch dieses sollte und müsste eigentlich vom Gutachter berücksichtigt werden dabei.
Unser Gutachter hat auf jeden Fall davon im Vorgespräch mit mir und dem Kind dieses mitgeteilt bekommen, auch das das Kind gut medikamentös eingestellt ist auf ein ADHS-Medikament, das dieses auch regelmäßig nimmt.

Auch sollten diese Test dann unter den Voraussetzungen gemacht werden die auch tagtäglich bei dem Kind vorliegen, d.h. nimmt ein Kind normalerweise auch jeden Tag ein Medikament wegen ADHS/ADS, dann sollte man dies am Tag der Testung natürlich dem Kind auch wie gehabt verabreichen.


Auf jeden Fall solltest du dich jetzt deswegen nicht verrückt machen.

Eine Legasthenie bedeutet lediglich eine Teilleistungsschwäche und ist keineswegs direkt als Lernbehinderung anzusehen bzw. als solches einzustufen.
Für eine Lernbehinderung müssen noch ganz andere Kriterien erfüllt sein.

Hier mal eine Unterscheidungs-Definition der Begriffe "Lese-/Rechtschreibschwäche" und "Legasthenie":

Unterschied zwischen Legasthenie und LRS

Die Legasthenie ist also eine genbedingte (vererbte) Problematik im Bereich Lesen und Schreiben. Neue Forschungen zeigen, dass die Chromosomen 1, 2, 6, 15 und 18 eine Rolle spielen.

Die Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) hingegen ist eine erworbene Schwäche. Gründe hierfür könnten längere Krankheit und den damit verbundenen Schulausfall sein, falsche Lern – oder Lernmethoden, familiäre Probleme, ö. ä. sein.

Eine Differenzierung der beiden Begriffe wird im deutschsprachigen Raum selten bis nie vorgenommen. Das sollte jedoch geschehen, denn die Förderansätze sind unterschiedlich.

Bei der Legasthenie ist eine Förderung in den Bereichen Aufmerksamkeit, Sinneswahrnehmungen und Symptomen wichtig und bei der LRS hingegen liegt der Schwerpunkt auf die Symptomatik, also dem erlernen von Rechtschreibregeln und das Arbeiten „an den Fehlern“.

Dazu gibt es auf der Quellen-Seite auch ein sehr gutes Schaubild.

Quelle: http://www.lrs-portal.net/legasthenie/unterschied/


Oder hier:

Worin besteht der Unterschied zwischen einer LRS und einer speziellen LRS (Legasthenie)?
Der Unterschied besteht vor allem in den Ursachen. Die spezielle Legasthenie ist vor allem genbedingt. Sie wird oft vererbt und ist als Anlage vorhanden. Die LRS wird erworben, durch psychische Ursachen und physische, durch das familiäre Umfeld, durch die Unterrichtsmethoden, durch Lerndefizite, Minderbegabung etc.
Schenk Danzinger beschreibt die MCD, die Minimale Cerebrale Dysfunktion, die oft durch Schwierigkeiten während der Schwangerschaft, des Geburtsvorganges oder in den ersten Monaten des Säuglings entstehen können.

Gibt es eine klare Abgrenzung der Begriffe LRS und Legasthenie?
Wie es Ihnen sicherlich bekannt ist, unterscheidet man gerade in Deutschland diese zwei Begriffe überhaupt nicht. Dies bedeutet natürlich oft für Kinder, die von einer tatsächlichen Legasthenie betroffen sind, schwere Nachteile, da die Förderung meist nur ein Üben am Symptom, als vermehrtes Schreiben, Lesen oder Rechnen, mit sich bringt. Dies ist zwar ein praktikabler Ansatz für LRS Kinder, legasthene Kinder brauchen mehr, da diese durch ihre differenzierte Sinneswahrnehmung gehandikapt sind. Wie wichtig die nicht einseitige Unterstützung von legasthenen Kindern ist, zeigen die beträchtlichen Erfolge, die man mit einem umfassenden Training erzielen kann!

http://www.legasthenieverband.org/index ... gasthenie4


Und hier was über "Lernbehinderung":

Lernbehinderung

Der Begriff der Lernbehinderung ist ein Sammelbegriff zur Umschreibung verschiedener Formen längerfristig erschwerten Lern- und Leistungsverhaltens.
Der Begriff umfasst ein Konzept, das auf die pädagogische und rehabilitative Förderung von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet ist, deren gesellschaftliche und berufliche Eingliederung durch erhebliche Lern- und Leistungsrückstände gefährdet ist.

Ein Kind, das nicht in der Lage ist, die allgemeine Schule erfolgreich zu durchlaufen, bedarf der spezifischen sonderpädagogischen Förderung. Entsprechendes gilt für Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen eine berufliche Ausbildung und Eingliederung nicht in altersüblicher Weise gelingt. Sie bedürfen der besonderen Hilfen, unabhängig von den Ursachen (im Menschen selbst liegend, umweltbedingt oder situativ), die zur aktuellen Lage geführt haben.
Das Merkmal „Lernbehinderung“ drückt aus, dass der Betreffende schwerwiegend und lang andauernd in seinem allgemeinen Lernen in Schule und Ausbildung beeinträchtigt ist. Damit ist nichts darüber ausgesagt, in welchen mentalen Bereichen die Schwierigkeiten bestehen. Die betroffenen Jugendlichen können sich in ihrem Leistungsprofil zum Teil erheblich voneinander unterscheiden.

Man spricht von Teilleistungsstörungen, wenn bestimmte allgemeine geistige Fähigkeiten beeinträchtigt sind, nicht aber die Lernfähigkeit insgesamt. Dies betrifft zumeist den Umgang mit Sprache und/oder Schrift sowie mit Zahlen.

Es kann auch eine allgemeine Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie) vorliegen.

Möglicherweise stellt aber nur der Umgang mit der gesprochenen Sprache ein Problem dar, so dass die Jugendlichen in ihrer Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt sind.

Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen bestehen oft darin, dass die Jugendlichen nicht schriftlich und/oder im Kopf rechnen können. Es kommt vor, dass die Jugendlichen nur in einem kleinen Zahlenraum, zum Beispiel zwischen 0 und 100, richtig rechnen.

Lernbehinderungen kommen durch viele Einflüsse zustande. Eine besondere Rolle spielen ungünstige lern- und kommunikationsfeindliche Umgebungen im Elternhaus.

Lernbehinderungen sind kein unabwendbares Schicksal - es gibt viele Menschen, denen ihr früherer Status später im Berufsleben nicht mehr anzumerken ist. Das Merkmal „Lernbehinderung“ weist die Betroffenen als besonders schwer behindert im Blick auf ihre beruflichen Chancen aus. Deshalb bedürfen sie besonderer Hilfen und gezielter Förderung.

http://www.bagbbw.de/service/lexikon/ei ... hinderung/
http://www.lernen-foerdern.de/positione ... rungen.pdf


Warte aber auf jeden Fall diese Beratung im Oktober ab. Vermutlich wird hier zum einen eine Legasthenietherapie für das Kind dir vorgeschlagen werden. Und wenn das Kind den § 35a KJHG zuerkannt bekommen würde, dann kann man solche Therapien auch vom JA auf Antrag hin übernommen bekommen.

Momentan könntest du dein Kind dahingehend bei seinem Problem (hauptsächlich Schreiben hast du geschrieben) unterstützen, indem es sehr viel liest. Entweder gemeinsam mit dir (jeder liest einen Abschnitt laut vor) oder alleine für sich. Dadurch prägt sich auch die richtige Schreibweise von verschiedenen Wörtern mit der Zeit gut ein und werden dann kaum noch falsch geschrieben (so in etwa kann man das erklären). Zudem würde sich gleichzeitig die Lesefähigkeit deines Kindes weiter steigern.

Auch das Abschreiben von kleinen Texten kann als Übung hilfreich sein.

Unsere Legasthenietherapeutin arbeitet auch mit dem Karteikastenprinzip. Das bedeutet, das Kind bekommt auf Karteikarten verschieden Wörter aus dem Grundwortschatz den es eigentlich können müsste und muss die dann 1. lesen, 2. Karte herumdrehen und das Wort aus dem Kopf wieder aufschreiben, 3. das geschriebene Wort kontrollieren. Ist das Wort richtig, wandert es im Karteikasten ein Fach weiter, ist es falsch bleibt es im ersten Fach. Sind alle Wörter durch und ein Fach weitergewandert, dann geht das so immer weiter bis alle Karten im letzten Fach gelandet sind. (jedenfalls so in etwa ist das Karteikartenprinzip)

So, denke das reicht mal fürs erste.

Also, mache dich jetzt  nicht wegen dieser ganzen Begriffe verrückt. Warte die Besprechungstermine einfach ab und ich denke dann wird das bestmögliche für dein Kind in die Wege geleitet werden (können) - was Therapien und Fördermöglichkeiten betrifft.

lg
Binchen
Selber:     ADHS (06.2008),
Benjamin: ADHS (05.2008), Legasthenie (12.2010 - Therapie seit 08.2012), auditive Wahrnehmungsstörung (2004), logop. Behandlung (2004 - 10.2011), Asthma (seit Geburt), Frühförderung (v. 2006 - 2008)
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caithlin
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Re: Bin verwirrt. Was ist denn jetzt eine Lernbehinderung und wie zu verstehen?

Beitragvon caithlin » 14. August 2012 16:18

Hallo Corvina,
Auch wenn eine (oder in eurem Fall mehrere) Diagnosen erst mal ein Schrecken und evtl sogar Panik auslösen könnte:  Atme mal tief durch. Dein Kind ist immer noch deine liebe Tochter, daran ändert sich erstmal nichts. Und demnächst wird sie geholfen, in der Schule und evtl auch medikamentös (?). Erfahrungsgemäß durfte das letzte bei ein ausgeprägtes ADHS eine Leistungssteigerung zur Folge haben (wenn auch mit eine Förderung um Versäumtes aufzuarbeiten).

Die Diagnose Lernbehinderung muss ausserdem nicht entgültig sein. Das IQ ist auch nicht statisch. Warte ab wie sie sich weiter entwickelt wenn sie die spezifische Förderung bekommt die sie braucht. Deine Tochter wird ihr Weg gehen.  :ja1:

Meine Frage: bezieht sich die Aussage ('Lernstörung') vom Psychologen nicht nur auf die Teilleistungsschwäche Legasthenie?

Du hilfst deine Tochter jetzt auch indem du ihr signalisieren kannst, daß du Vertrauen hast und daß es absolut okay ist wie sie ist.  :smt023:

caithlin
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EmmaGSLehrerin
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Re: Bin verwirrt. Was ist denn jetzt eine Lernbehinderung und wie zu verstehen?

Beitragvon EmmaGSLehrerin » 14. August 2012 18:05

Hallo,

ich möchte mich caithlin anschließen.  :smt023:

Eine Ergänzung noch:
Bei diesem Dr. Wolf wäre ich vorsichtig. Selbstverständlich kann ein IQ - Test bei einem AD(H)S-Kind falsche Ergebnisse liefern. Selbstverständlich kann dies auch bei deiner Tochter der Fall sein.

Aber diese Aussage:

[quote=&quot;Corvina&quot;]In meiner Praxis konnte ich feststellen, dass die meisten Kinder mit ADHS normal bis höher begabt sind. Im Schnitt ist von einhundert Kindern nur eines an der Grenze zur Lernbehinderung.[/quote]

ist statistisch gesehen Mumpitz. Das sollte Herr Dr. Wolf, wenn er sich mit AD(H)S auskennen will, eigentlich wissen.

AD(H)S-Kinder sind genauso häufig hoch-, minder- oder normalbegabt wie der Rest der Bevölkerung.

LG  :winken:
Zuletzt geändert von EmmaGSLehrerin am 14. August 2012 18:06, insgesamt 1-mal geändert.
“Those who dance are considered insane by those who cannot hear the music.”
- George Carlin -
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Sheherazade
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Re: Bin verwirrt. Was ist denn jetzt eine Lernbehinderung und wie zu verstehen?

Beitragvon Sheherazade » 14. August 2012 19:19

[quote=&quot;EmmaGSLehrerin&quot;]
Selbstverständlich kann ein IQ - Test bei einem AD(H)S-Kind falsche Ergebnisse liefern.[/quote]

Richtig, genauso wie bei einem Autisten. Von daher würde ich der IQ-Geschichte erst einmal überhaupt keine Beachtung schenken.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.

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