Tipp bei LRS

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Diamon
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Tipp bei LRS

Beitragvon Diamon » 1. Juni 2012 14:52

Hallo liebe Andersweltler,

da, dies hier mein 600 ter Beitrag ist möchte ich diesen Threath eröffnen (nur so nebenbei erwähnt  :breitgrinse1:), dieses mal mit was positivem,ich möchte Euch erzählen was unserem Sohn der zum ADHS auch noch starke LRS hat so gut hilft, vielleicht kann der eine oder andere auch noch was mit diesem Tipp anfangen,oder hat auch noch weitere.

Wir haben wirklich schon viel ausprobiert aber dies ist das Efektivste:

Sicher kennt ihr das arbeiten mit dem Karteikastensystem,auch dieses habe wir schon öfter angewendet, aber nur mit mässigem Erfolg,sicher hat es auch oft an der Durchsetzung und Motivation gefehlt.Doch diese Methode haben wir jetzt seit Februar beibehalten und enorme Erfolge erziehlt.

Da mein Sohn, die größten Schwierigkeiten, beim schreiben hat,was sich in allen Fächern wieder spiegeld, er ist zu langsam,unleserlich,vergist zusammenhänge,da er schneller denkt und deshalb versucht schneller zu schreiben und die Zeit sich auch noch über das Wort,wie es nun geschrieben wird ,nachzudenken hat er schon gar nicht.

Nun kam der Tipp aus einem Vortrag: Lernen mit ADSKindern die noch zusätzlich eine Lernbehinderung wie LRS haben,nach dem Prinzip weniger ist mehr und das schlug ein bei uns.

Also das Karteikastensytem,ich schrieb alle zu lernenden Wörter auf Kärtchen,egal ob in Deutsch oder Englisch,wie es nun weiter geht wist ihr,nur mit dem Unterschied, das Sohni die Wörter nicht aufschreiben musste,damit er sich nicht mehr auf seine unleserlichen,langsamen schreibweise Konzentrieren musste, sondern mal nur auf das- wie schreibe ich das Wort,sollte er es Buchstabieren, dabei wurde genau darauf geachtet wie hören sich die einzelnen Buchstaben an,spricht man zB, das T- hart oder weich,hörtes sich schnell oder langsam an- bei doppellauten oder Dehnungen, von was kommt das Wort,welche Begleiter usw...

Das hört sich jetzt sehr langwierig an und mein Sohn hatte zu Anfang Schwierigkeiten sich die Buchstabenfolge vorzustellen,manchmal klappte es manchmal musste er sich das Wort aufschreiben,da er es sich nicht vorstellen konnte, letztendlich habe ich ihn endscheiden lassen ,wie es ihm lieber war, wenn er ein Wort aufgeschrieben hat, dann hat er es nur für sich als Konzept gemacht und es mir anschließend mündlich Buchstabiert.

Wir haben nur mit ganz wenigen Wörtern angefangen, mit der Zeit haben wir ein Spiel daraus gemacht,nachdem es schon mehrere Wörter wahren ,in verschiedenenSpalten, habe ich immer bei den Schwierigsten in der ersten Spalte angefangen,waren 10 Kärtchen richtig, wanderten sie in die nächste Spalte, die anderen blieben in der ersten, dann in der zweiten Spalte genauso zehn Kärtchen usw,sind in den daraufvolgenden Spalten welche Falsch, werden die Falschen erstmal beiseite gelegt,ist man in der letzten Spalte angekommen,(die letzten nehme ich aus dem Karteikasten,mache ein Gummi drum und frage sie ab und zu mal ab, aber nicht alle auf einmal,eigendlich immer dann wenn gerade nichtmehr so viel im Karteikasten sind).
Nun frage ich aus der ersten Spalte noch so viele ab, wie falsch waren, so lange bis diese auch richtig sind,und in der zweiten Spalte landen.

Die Anzahl der Kärtchen und die Regel, kann so verändert und variielt werden, wie sie  passend für das Kind ist, kommt ja auch auf das Alter und die Konzentradionsfähigkeit des Kindes an, wenn ich merke heute klappt es nicht gut, hören wir auf, machen einen anderen Zeitpunkt aus,an den er sich dann auch hält oder wir kürzen ab,es sind auch oft keine 10 Kärtchen in jeder Spalte,manchmal nur 1,2,oder3 oder mal auch keins, dann werden nur die gefragt, also es geht schneller als man denkt.

Wichtig ist das es möglichst jeden Tag Wiederholt wird,im Vortrag hies es sogar möglichst drei mal, aber das schafen wir auch nicht, da es ja noch mehr zu machen gibt für die Schule und zu lernen.

Wichtig ist auch das Buchstabieren, den da lernt das Kind sich die Buchstaben bildlich vorzustellen,was dann später beim schreiben automatisch abgerufen wird,deshalb auch gerne während des Schreibens die Buchstaben laut nennen lassen.

Und so war es bei uns:

Am Anfang brauchte er wie schon erwähnt dafür mehr Zeit und musste sich die Wörter Teilweise aufschreiben,deshalb reichten ein paar Übungswörter vollkommen aus,das wurde dann je besser und schneller es ging gesteigert,nun schaft er schon ganz viele Wörter in der gleichen Zeit wie am Anfang und das schreiben hat er auch aufgehört, das ganze klappt in Englisch noch besser als in Deutsch,denn da weiß er wie sich die Buchstaben anhören müssen damit man sie so schreibt, also da die Ausprache anders ist,kann er es noch besser umsetzen (das hab ich zuerst gar net glauben können).

Aber letztendlich brachte es Erfolge in allen Fächern, da sein Textverständnis dadurch enorm sich gebessert hat, er schreibt leserlicher und nicht mehr so zusammenhanglos.ich hätte wirklich nicht gedacht, das sich das in so vielen Bereichen auswirkt und er ist viel motivierter, da er Erfolgserlebnise hat,was er mir vorher nie geglaubt hat, das die Wiederholung mehr bringt, glaubt er mir nun,auch wenn er nicht immer Lußt dazu hat, so ist er immer bereitwillig dabei ohne große diskusion.

Wenn eine Englischarbeit oder Vokabeltest ansteht,lassen wir die Deutschkartchen in den letzten Tagen vor dem Test weg, damit er sich nur auf Englisch konzentrieren kann, ebenso beim Diktat,ein paar Tage aus lassen heißt nicht das alles vergessen wurde, wenn dann nur die die noch in den ersten Spalten waren und er kam dann schnell wieder rein.

Für uns hat sich auch als besser herausgestelt, zu erst Englisch ab zu fargen und dann Deutsch oder nen größeren Zeitabstand dazwischen ,da er es sonst manchmal verwechselt

Als abkommen mit den Lehrern haben wir getroffen, das er alles was an Hausaufgaben zum abschreiben anfällt ,Merksätze und so, Kopieren darf,er muss es mir dann aber laut vorlesen und ich notiere wie wir verfahren haben unter den Hausaufgaben, so hat er mehr Zeit für das was er üben muss und lernt beim lesen das Textverständnis noch zusätzlich,ich las ihn dann auch nach dem lesen erklären um zu sehen was er davon noch weiß...so machen wir es auch bei anfallenden Strafarbeiten und so (was nur noch ganz selten vorkommt).Zu Anfang waren die Lehrer skeptisch,aber nachdem auch sie die Vortschrite bemerkt haben,stehen sie hinteruns,und das tut unserem Sohneman sehr gut.

Wenn in Englisch Aufgaben zu machen sind las ich ihn immer die gesamte Aufgabe und die Antwort vorlesen und er muss sie mir dann übersetzen, damit ich sehe ob er es verstanden hat,Wörter die ihm nicht einfallen ,schaut er im Wörterbuch nach,auch hier gibt es immer weniger zum Nachschlagen.

So, das ist jetzt viel geworden,aber ich wollt es mal in Einzelheiten aufschreiben, vielleicht könnte es ja noch jemanden helfen, das wäre doch schön.Und über weitere Anregungen würd ich mich auch freuen.

Liebe Grüße
Diamon
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EmmaGSLehrerin
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Re: Tipp bei LRS

Beitragvon EmmaGSLehrerin » 1. Juni 2012 15:55

Hallo Diamon,

vielen Dank für deinen hilfreichen Bericht!  :smt023:
Die Methodik, die du aufzeigst, ist sehr sinnvoll. Leider auch so zeitintensiv, dass wir Lehrer eine solche Förderung nicht leisten können.
Wie gut, wenn Eltern sich die Zeit nehmen (können)!  :ja1:

Das A und O ist wirklich das häufige Üben bei LRSlern. Lieber nur kurz, dafür oft!

LG  :wu:
Zuletzt geändert von EmmaGSLehrerin am 1. Juni 2012 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
“Those who dance are considered insane by those who cannot hear the music.”
- George Carlin -
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Diamon
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Re: Tipp bei LRS

Beitragvon Diamon » 1. Juni 2012 17:34

Danke Emma  :wu:

Was ich noch vergaß, inzwischen da das Buchstabieren so gut und auch schnell klapt, haben wir das Spiel noch einmal ergänz,wenn wir fast am Ende sind also in der letzten Spalte die letzten 2 - 5 Wörter die er dann auf jedenfall Richtig hat, las ich ihn nur so zum Spaß die Wörter rückwerts Buchstabieren, das ist schon sehr viel schwieriger,und langsamer,aber er bekommts hin,ich sag dann jedes mal wenn er einen Buchstaben vergessen hat noch mal das Wort und die Wörter sind dann auf jadenfall richtig (Das soll auch wichtig für die Gehinverknüpfungen sein), er findet das ganz witzig und  liest auch ab und so Wörter rückwerds zum Spaß. oder spielt Rädselraten und Geheimsprache

Leider ist das Zeitintensive auch bei uns ein großes Problem,ich muss da lernen prioritäten zu setzten und das fällt mir nicht immer leicht und manchmal sind es nicht immer die richtigen Prioritäten,mit selber ADS und drei Kindern die ADS haben,weiß man manchmal einfach nicht was jetzt vorrang hat.

Und während ich jetzt mit unserem Mittleren intensiv lerne und mich auch intensiv in alles rein finde, was mir noch zusätzlich Probleme bereitet (Vergessen, eigene Lernprobleme,manchmal kein Durchblick, eigene Zersteutheit...)kommen die anderen Zwei zu kurz, das weiß ich,ich kanns oft einfach nicht endern und hab deshalb immer ein furchtbar schlechtes Gewissen, was dann auch noch von unbedachten Kommentaren anderer verstärkt wird und dann ist das Chaos in meinem Kopf perfekt.

Ich weiß, die Kleine braucht auch schon Hilfe ,sie kommt in die Grundschulförderklasse und läuft leider manchmal nebenher, weil ichs oft nicht schafe ihr gerecht zu werden, der Große ist 14 und hat kein LRS aber in der Schule geht gar nichts mehr, keiner weiß so recht worans liegt,hier fühl ich mich machtlos unnd weiß auch keinen Ansatz (vermutlich geht er in richtung Asperger).Nun bin ich so froh, das ich wenigstens einen Ansatz beim Mitleren gefunden habe und den will ich gern bei behalten,für mich ist es aber fast noch Zeitaufwendiger als für ihn, weil ich mich da selber rein finden muss,womit ich Schwierigkeiten habe und das gleiche müsste ich eigendlich bei drei Kindern, von meinen eigenen Problemen mal abgesehen, was unmöglich ist, jedenfals für mich da ich mich immer nur so richtig auf eine Sache Konzentrieren kann, versuch ich alles zu verteilen,bin ich komplet durcheinander...

So, das ist jetzt eigendlich nicht das Thema, aber ich wollt nur sagen, weil es sicher für andere Eltern auch nicht so einfach ist.Den Mut nicht zu verlieren und trotzdem tranzubleiben lohnt sich.

Es läuft  an manchen Tagen einfach nicht so ab, wie ich es  geschrieben hab, an manchen Tagen geht gar nichts ,an manchen Tagen habe ich einfach keine Gedult  das durchzuziehen,das sich manchmal auf meinen Sohn überträgt oder er keine Konzentration aufbringen kann und ich wieder ungeduldig werde...und da müssen wir beide lernen: OK ,jetzt hat es keinen Zweck,aber wichtig ist das man trotzdem dran bleibt ,es immer wieder macht,da fallen ein paar ausgelassene Tage nicht ins Gewicht und es ist besser als etwas zu verzwingen und dann irgendwann ganz zu lassen- die Erfahrung habe ich gemacht.

Liebe Grüße
Diamon :winken:

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