phasenweise dyskalkulie???

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gel.ice
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Re: phasenweise dyskalkulie???

Beitragvon gel.ice » 19. März 2012 15:49

hallo menolly!

ja, klar, ich hab sie schon öfter drauf angesprochen - jedesmal eben wenn ich so das gefühl hatte dass das evtl. auch nur eifersüchteleien sind... ich hab da immer diplomatisch hinterfragt, aber entweder stritt sie ab oder sie war beleidigt und es kommt sowieso immer der spruch "nie glaubst du mir was"

allerdings kam es mir nur selten so vor als ob sie wirklich bewusst so agieren würde. das passiert eher im unterbewusstsein - sie steigert sich rein bis sie es selbst glaubt. das macht mir schon sorgen. ich hab eine jugendfreundin, die so ähnlich tickt wie meine tochter und früher auch schon so war und die verrennt sich heute noch dauernd in irgendwelche hirngespinnste, verliebt sich unglücklich oder ist wegen dingen beleidigt die keiner so gesagt hat wie sie es hört...  :icon_rolleyes:

vor ein paar tagen hab ich meiner tochter aber tatsächlich die pistole auf die brust gesetzt und direkt zu ihr gesagt "du, mir kommt es vor als würdest du dich da in was reinsteigern und in echt gibt es eigentlich gar kein problem - wie damals mit der brille, weißt du noch?!" da war sie sehr sauer und reagierte total eingeschnappt.
hm, was soll ich daraus schließen?
ich hab ihr auch gesagt dass das kein spaß ist und sie schon auch was dazu tun muss, wenn sie hilfe will - nicht nur eben wegen jeder kleinigkeit meckern und die schuld immer sofort auf die lehrerin schieben, aber selber gar nicht erst versuchen genau das zu machen was die sagt. - töchterchen macht ja auch alles grundsätzlich anders wie man es erwartet oder ihr gesagt wurde.

ich versuch jetzt abzuwarten bis ich das gutachten vom kjp hab, dann geh ich damit zur lehrerin und red mal mit der. außerdem hab ich vor craniosacral-therapie mit ihr zu machen. das ist sowas ostheopathisches und meinem sohn hat es schonmal ganz gut geholfen bei einer schulblockade.
dann wird man ja sehen was es bewirkt bzw. ob es was bewirkt.

lg
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Goldeye
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Re: phasenweise dyskalkulie???

Beitragvon Goldeye » 21. Mai 2012 08:45

Hallo,

nach längerer Forenabstinenz bin ich mal wieder hier und bin aus gegebener Veranlassung auf diesen Thread gestoßen. Meine Meinung dazu:
Dyskalkulie ist ein grundlegendes mathematisches Verständnisproblem, das gerade von etwas älteren und ganz besonders von (hoch-) intelligenten Kindern durch Kompensationsstrategien ziemlich effektiv verschleiert werden kann. Diese Kinder entwickeln Techniken, um mathematische Aufgaben bis zu einem bestimmten Schweregrad so zu lösen, dass es gar nicht auffällt, dass sie ein grundsätzliches Verständnisproblem haben. Das können beispielsweise bestimmte Zähltechniken sein um Mengenoperationen zu umgehen. Diese Techniken und Strategien werden nicht angewendet, um Lehrer oder Eltern zu "verarschen", sondern weil diese Kids keine andere Möglichkeit haben, um die Aufgaben zu lösen. Das funktioniert in der Grundschule noch einigermaßen gut, in der weiterführenden Schule fällt eben früher oder später auf, das ein Problem vorliegt, bei entsprechend intelligenten Kindern eben später. Ein herausragendes Merkmal der Dyskalkulie ist ja gerade die Divergenz zwischen allgemeiner Intelligenz und mathematischer Leistungsfähigkeit. Mit standartisierten Tests lassen sich solche Schwächen nur schlecht feststellen, weil hier nur das Ergebnis überprüft wird und nicht, wie das Kind zu dem Ergebnis gekommen ist, und gerade das ist ja das Entscheidende. Schau Dich doch mal auf http://www.zdb-bonn.de/ um, da findest Du einiges darüber.

LG

Gerald
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Re: phasenweise dyskalkulie???

Beitragvon gel.ice » 21. Mai 2012 14:31

danke gerald für deine antwort!

ich bin mir nicht sicher bei meiner tochter ob sie letztendlich eine echte rechenschwäche hat oder ob sie nur eine blockade hat.
fakt ist, dass sie mit den unterrichtsmethoden (chaotisch, unstrukturiert, ohne "roten faden", verwirrend mit fehlerhaften aufgaben, ohne klare ansagen und ohne beispiele etc...) der mathelehrerin gar nicht klar kommt.

inzwischen gab es einige gespräche zwischen der lehrerin und uns eltern, mit klassenlehrer, mit schulleiter, mit lehrern und schülern, am elternabend usw...
wirklich ALLE kinder haben die selben probleme und alle regen sich darüber auf. die mathelehrerin hat lange gebraucht um das zu verstehen und sich auch lang dagegen gewehrt. mit etwas druck und "übersetzung" von klassenlehrer und schulleiter ging es aber dann doch, dass die frau sich bemüht ihren unterricht strukturierter und verstsändlicher zu gestalten.
die letzten mathestunden waren laut meiner tochter (und anderen kindern) wesentlich besser und sie hat verstanden was die lehrerin erklärt hat. jetzt kommt bei meiner tochter auch wieder ein bisschen hoffnung auf und sie strengt sich wieder an.

ich kann mir schon vorstellen, dass ein intelligentes kind eine solche schwäche/störung recht lange kompensieren kann, aber so gut, dass sie in der grundschule nur einsen und zweien schreibt?
ich bin da etwas zwiegespalten - ist es eine rechenschwäche/-störung wenn man im grunde super rechnen kann, aber eben auf andre art und weise als andere?
muss das denn jeder gleich machen?
es ist müsig und ich werde keine klare antwort darauf finden.
wenn sie eine rechenstörung hat, dann ist es eben so und wenn nicht, dann kann ich nicht mehr tun als ich eh schon tue - nämlich in gesprächen vesuchen eine lösung für sie zu finden und mit ihr üben.
eine rechentherapie kann ich mir leider nicht leisten.

lg
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Re: phasenweise dyskalkulie???

Beitragvon Goldeye » 26. Mai 2012 01:40

Ich drücke Dir die Daumen, dass es nur eine vorübergehende Phase ist.

LG,

Gerald
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