Rechtschreibschwäche ohne Lese....

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wattwanderer
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Rechtschreibschwäche ohne Lese....

Beitrag von wattwanderer » 22. Februar 2011 22:29

Moin!
Unser 9jähriger Sohn hat ADS, ohne "H".
Er ist jetzt vierte Klasse, es wurde bei ihm Ende 2. Klasse diagnostiziert,
seid Anfang 3. Klasse bekommt er Medikinet.
In der Schule hat sich fast alles positiv verbessert- nur seine Rechtschrebung ist katastrophal.
Diktate mit 22 Fehlern "normal". Es sind aber nicht die üblichen Legastheniefehler, würde man ihn das gleiche Diktat nochmal schreiben lassen, würde er quasie genausoviel Fehler machen, nur diesmal eben andere.
Seine Kinderpsychologin meinte, er hätte keine Rechtschreibschwäche (hat einen Test gemacht, weiß aber nicht, welchen).

Unser großer Sohn (er ist fast 15) hat im Prinzip das gleiche Problem, auch ihn haben wir damals testen lassen , allerdings erst Ende 4. Klasse, er hat auch "nichts Feststellbares".
Daraufhin ging er fast 3 Jahre zu einer Legasthenietherapeutin (haben wir privat bezahlt)- er hat immer noch große Rechtschreibschwierigkeiten (statt 40 Fehler jetz nur noch 20....ist natürlich trotzdem eine 5...), die Fehler genauso unvorhersehbar wie bei unserem Kleineren. Er selber sagt, er wüsste im Prinzip, wie's geht, aber irgendwie kommt's dann nicht so raus...
Beide lesen wahnsinnig gern.

Gibt es vielleicht noch eine andere Rechtschreibschwäche, die nicht dem gängigen "LRS"- Bild entspricht???

Vielen Dank fürs Lesen, ganz schön lang geworden
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Donovan
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Re: Rechtschreibschwäche ohne Lese....

Beitrag von Donovan » 22. Februar 2011 23:47

Wenn er Energie und Ruhe hat, kann er dann seine eigene Arbeit überprüfen und die Fehler finden?
Gruss, Donovan.

Ironie & rhetorische Fragen verstehe ich oft buchstäblich. Bitte um Verständnis, Verzeihung und falls möglich Vermeidung.

"Falls Du verpasst hast es zu Vermeiden: Mag es, Beende es oder Verändere es - Motzen ist nicht sinnvoll."
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Juniorsmama
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Re: Rechtschreibschwäche ohne Lese....

Beitrag von Juniorsmama » 23. Februar 2011 12:08

Ich habe hier einen 9jährigen Legastheniker und einen 10jährigen, der knapp über die Grenze zur Rechtsschreibschwäche ist (dieser hat auch keine Probleme beim lesen)

Der 9 jährige macht auch immer viele Fehler, dennoch steht er in D auf eine 3 und seine Lehrerin meinte, wenn sie es nicht wüßte - würde sie es nicht glauben, weil viele in der Klasse schlechter sind als er. Woran das liegt weiß ich nicht. Bei seiner Testung (IQ; Konz;Legasthenie) war er bei der Lese leistung und bei der Rechtschreibleistung im der unteren Hälfte der Legasthenie werte. Seine Fehler kannste aber auch nicht vorraussehen.

Mein 10 jähriger - selbe TEstung macht es genau wie du schilderst: er bringt es sogar fertig in einem Text ein und das selbe Wort 3 mal verschieden falsch zu schreiben. Woran das liegt keine Ahnung.

Beide sehen aber ihre eigene Fehler auch nicht.

Er wird jetzt bald auf Medis eingestellt, ich weiß nicht ob es besser wird, wenn seine Konz besser ist. Ich hoffe es für ihn.
LG Juniorsmama
Rubinrot
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Re: Rechtschreibschwäche ohne Lese....

Beitrag von Rubinrot » 25. Februar 2011 07:12

Guten Morgen :winken:,
habe auch so ein Exemplar zu Hause. Mittlerweile ist er 17 Jahre alt, macht dieses Jahr seinen Realschulabschluss. Hoffe ich zumindest. Ihr kennt das ja. :fr:
Nun ja, er hat eine Isolierte Rechtschreibstörung, hat einen Nachteilsausgleich, das heißt seine Rechschreibung wird nicht bewertet, in Englisch ist das nicht so einfach, aber da macht er komischerweise weniger Fehler, und die Arbeiten werden egal ob Schulaufgabe, Ex oder mündliche Abfrage gleich berechnet. Mündlich ist er besser, das heißt so kann er ausgleichen.
wattwanderer
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Re: Rechtschreibschwäche ohne Lese....

Beitrag von wattwanderer » 27. Februar 2011 21:55

So, erstmal DANKE! für Eure Antworten.

Wenn ich mich mit beiden vor den Text setze und bei jedem Wort nachfrage, wissen sie, wie's geht...
Aber nicht, wenn sie selbst schreiben sollen.

Mit unserem 9jährigen war ich Do. zur Psychologin (halbjährliche Routinebesuch) und sie hat auf mein Nachfragen dann noch einmal einen Deutschtest gemacht, Ergebniss bekomme ich in 10 Tagen. Weiß aber nun auch nicht, welchen Test sie gemacht hat- weiß wer, was es für Teste gibt und wie die sich unterscheiden?
Und wie bekommt man einen Nachteilsausgleich? Bis welche Klasse? Wir wohnen in Niedersachsen.
Grüße!
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Juniorsmama
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Re: Rechtschreibschwäche ohne Lese....

Beitrag von Juniorsmama » 27. Februar 2011 22:14

Wir wohnen in Bayern, weiß also nicht genau wie das bei euch abläuft. Aber vielleicht ähnlich.

Wir haben vom Psychater ein Schreiben bekommen, wo dringstand das er eine Lese- und Rechtschreibstörung hat. Das musste bei uns zur Schulpsychologin, damit diese den Nachteilsausgleich genehmigt. Das wiederum ging zur Schule und da geht das.

Bei einer Schwäche muss es im 2 Jahrestakt neu getestet werden. Bei einer Störung gilt es wohl immer.
LG Juniorsmama
Katinele
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Re: Rechtschreibschwäche ohne Lese....

Beitrag von Katinele » 3. März 2011 10:18

Hi Wattwanderer,

wir kommen auch aus Niedersachsen (Landesgrenze zu Bremen).

Ich kenne diese Problematik merh als gut und mich macht es schlichtweg raschelig.

Mein Sohn buchstabiert völlig richtig - wobei das sogar vorwärts wie rückwärts geht!

Aber Schreiben? Große Katastrophe. Und die Fehler, die er macht, sind so etwas von unglaublich...Buchstabiert "Maschine" völlig korrekt mit großem "M" und einfachen "i"  und schreibt "maschienne".
Jetzt habe ich gehört, daß es daran liegen kann, daß der betreffende Mensch "rechtshemisphärisch" denkt - also mit der rechten Gehinhälfte, die eigentlich für Kreativität und Emotionen zuständig ist.
Bin gerade dabei, mir Informatioenen zu besorgen.....

Zum Nachteilausgleich - Dein Kind bekommt den Ausgleich, wenn Du ihn in der Testung hattest. Heißt, er wurde ja auf ADS diagnostiziert, regulär müßtest Du von der Stelle auch diese Schwäch bescheinigt haben.

Es gibt zwar Anbieter, die bei LRS ihre Kurse anbieten, deren Diagnose auf LRS wird aber gerne angezweifelt aufgrund der Tatsache, daß diese eher dazu tendieren zu schnell LRS zu diagnostizieren (Wollen ja "Kunden" für ihre Dienstleistung)
Insofern kann man zu Kinderzentren gehen oder wie gesagt - dahin, wo sie schon bekannt sind.

Lieben Gruss

Kati
Zuletzt geändert von Katinele am 3. März 2011 10:24, insgesamt 1-mal geändert.
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