Dyskalkulie & LRS -> Regelschule ?

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Seanthiar
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Dyskalkulie & LRS -> Regelschule ?

Beitragvon Seanthiar » 18. März 2009 10:11

Hallo zusammen,

mein Sohn ist 11 Jahre hat Dyskalkulie und eine LRS laut der Psychotherapheutin die ihn seit 1 Jahr  behandelt. Laut ihr hat er einen Wert von 2 bei der Dyskalkulie wie sie mir gerade am Telefon sagte.D.h. 98 von 100 Kindern rechnen besser als er. In der Gesamtschule in die er geht bekommt er Förderunterricht. Nun behauptet die Frau er hätte ADS und müsste deswegen Medikamente bekommen. Wenn er sie nicht bekäme müsste er auf eine Sonderschule. Als wenn man durch Medis plötzlich ein besseres Verständnis für Mathe bekommt...
Zu meinem Sohn muss ich sagen er ist ein Scheidungskind.  Er lebt bei meiner Exfrau, da ich beruflich viel unterwegs bin. Seit der Scheidung im Kindergartenalter war ich an meiner Ex dran, daß er in Therapie - möglichst Familientherapie mit uns allen - muss, damit die Trennung keine Folgen für ihn hat. Sie war die ganzen Jahre dagegen bis klar wurde das er in der Schule nicht mitkommt. Nun ist er im 5 Schuljahr und seit 1 Jahr allein in Behandlung (4 Sitzungen).
Meine neue Partnerin ist Erzieherin und arbeitet viel mit ADS-Kindern. Laut ihr, die ihn nun wirklich öfter und intensiver als die Psychotante gesehen hat, ist ADS ausgeschlossen. Sie ist aber mit mir einer Meinung, daß der Junge depressiv ist, was auf die Trennung zurückgeführt werden kann.

Ich würde gerne eine zweite Meinung einholen - es kann doch nicht sein das auf Grund von vier Sitzungen und einem AFS-Test einem Kind bescheinigt wird, das es ADS hat was medikamentös behandelt werden muss. Bei allen Medis steht was von agressiven unruhigen Kindern so ala Zappelphillip. Er ist eher zu ruhig, träumt öfters vor sich hin hat aber keine Ticks die eine innere ADS anzeigen würden. Spielt stundenlang mit uns Gesellschaftsspiele oder macht andere Sachen. Lesen, schreiben und rechnen  macht er zwar nicht so gerne, aber bei Spielen wie SPiel des Lebens, Monopoly o.ä. macht er die Bank. Dauert zwar etwas länger aber es klappt. Die Einstufung auf 2 von 100 kann ich nicht ganz nachvollziehen. Laut der Psycho hat er einen IQ von 108, allerdings ist der Wert beim Arbeitsgedächtnis bei 83 und ein anderer Wert bei 90.

Was kann man machen ? Gibt es da wirkliche Spezialisten die nicht gleich auf Medis abfahren und stattdessen alternative Methoden nutzen wie z.B. Biofeedback o.ä. Ich würde ihn ungerne aus der Schule heraus reissen müssen, wo er sich laut seiner Aussage wirklich wohl fühlt. DRogen wie Ritalin sind für mich ein absolutes nogo - vor allem da diese Mittel nur an dem Symptom rumdoktorn und heftigste Nebenwirkungen haben.

Gruß

Seanthiar
Ianna
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Re: Dyskalkulie & LRS -> Regelschule ?

Beitragvon Ianna » 21. März 2009 14:05

Hallo,

dann versuche ich dir mal zu antworten.

Die Diagnose ADS/ADHS sollte immer in verantwortlicher Weise vorgenommen werden.
Deswegen erfolgt die Diagnostik dieses Störungsbildes meines Wissens nach nur durch Kindern- und Jugendpsychiater und / oder Psychologen oder besonders ausgebildeten Kinderärzten, teilweise auch in Kliniken.

Dazu gehört eine ausführliche neurologische Untersuchung, Erhebung einer umfassenden Anamnese, eine detaillierte Leistungsdiagnostik mit Überprüfung der intellektuellen Möglichkeiten sowie eventuell Erkennung von Teilleistungsstörungen. Zusätzlich wird die psychologisch - emotionale Situation des Kindes, die familiäre Situation im allgemeinen, Erziehungskompetenzen des Umfeldes und der schulische Werdegang mit einbezogen. Es gibt keinen einzelnen Test, mit dem allein die Diagnose möglich wäre. Entscheidend ist das Gesamtbild.

Es gibt drei Typen, die unter einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung leiden:
1. einen vorwiegend hyperaktiven und impulsiven Typ
2. einen vorwiegend unaufmerksamen Typ ohne Hyperaktivität (hypoaktiv)
beiden Typen gemeinsam ist die Problematik im Bereich der Aufmerksamkeit
3. einen Mischtyp

Die meisten hyper- und hypoaktiven Kinder haben Schulschwierigkeiten. Es finden sich vermehrt Lernschwierigkeiten in den Grundfertigkeiten und teilweise Probleme in der Handschrift, oft auch LRS und /oder Dyskalkulie.
Viele weisen Teilleistungsschwächen und diverse Wahrnehmungsstörungen auf und können weitere Entwicklungs- und Leistungsprobleme haben: z. Bsp. Sprachentwicklungsverzögerung, neurologische Soft-Signs, eine Verzögerung der motorischen Konzentration, Schwierigkeiten in der Handlungs- und/oder Zeitplanung ...

Viele AD(H)S-Kinder kommen ohne Medikamente aus.
Für die medikamentöse Behandlung werden Stimulanzien verwendet die helfen, die zugrundeliegende neurobiologische Störung u.a. im Dopamin-Stoffwechsel auszugleichen.
Medikamente sind nur eine von mehreren Optionen in der AD(H)S-Therapie.
Psychotherapeutische, logopädische, sonstige Spezialbehandlungen u.a. können hilfreich eingesetzt werden. Manchmal reicht schon ein Teamtraining mit den Bezugspersonen zu Hause und in der Schule aus, wenn alle kooperieren.

Jedes Kind ist individuell und die Entscheidung, welche Art von Therapie notwendig ist unterstützen heutzutage viele qualifizierte Fachkräfte.

Ich hoffe das hilft dir ein bischen weiter,

Sanne
Im Dunkeln kann man die Sterne sehen. :biene: 18
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1411erika
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Re: Dyskalkulie & LRS -> Regelschule ?

Beitragvon 1411erika » 21. März 2009 15:03

@ Ianna

dem bleibt wenig hinzuzufügen.

Evtl. noch mal im Thread "ADS und Homöopathie" Alternativen ausloten.

Erika :ja:

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