Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

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Verwirrt
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Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon Verwirrt » 27. Januar 2008 11:42

Ich hab da mal ne Frage:

Ab wann ist eine Rechenschwäche eine Rechenschwäche?

Ich hab bspw. immer länger gebraucht um Aufgaben zu begreifen, Rechenschritte nachvollziehen zu können und zu kapieren, warum was wie gerechnet wird. Bis heute.

Ich befinde mich jetzt in einer Ausbildung zur Bürokauffrau. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist Rechnungswesen. Das bedeutet, ich hab nicht nur einfach Zahlen vor mir sondern ganze Tabellen mit Bilanzen, Aktiva, Passiva, GuVs, Buchungssätze, Prozente etc.

Die letzte Klausur hab ich vor einer Woche mit einer dicken, runden 5 wiederbekommen (Handelskostenspanne, Zuschläge, Faktoren..... Kein Plan gehabt was die Frau da von mir wollte...). Ich kann aber auch 3er schreiben, im vorletzten Test gabs sogar ne 2!

Aber sowie eine längere Zahlenreihe vor mir auftaucht ist Sense bei mir. Buchungssätze mit Kontonummern? Kann man bei mir knicken. Eher wenn die Kontobezeichungen richtig ausgeschrieben sind, bekomme ich das hin. Doof nur dass in der Prüfung nur Kontonummern verwendet werden dürfen mit (erklärendem) hinzufügen der Kontobezeichnung.

Seit ich in der Schule bin tu ich mich unendlich schwer mit Rechnen jeglicher Art. Ich muss mir die Zahlen immer erst vorstellen können ehe ich sie im Kopf rechnen kann. Eine spontane Antwort auf 21+7 bspw. ist aus mir nicht rauszukriegen.

Daher frag ich mich, ob da schon eine Schwäche vorliegt oder nicht.

ADS konnte bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden. Die Ärztin meinte, meine Ergebnisse sind grenzwertig. Kann sein, muss aber nicht....  :fr:.

Da jetzt aber bei meinem Sohn AD(H)S festgestellt wurde und hier noch diverse Tests erfolgen sollen und Beratungen, was man tun kann habe ich nicht wirklcih die Zeit mich selbst erneut testen zu lassen... Ich werd das machen, wenn bei meinem Sohn alles abgeklärt ist...
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Das ist der, der Dich ignoriert wenn Du die Augen schliesst und Dir ganz fest was wünschst...
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Flöhchen
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon Flöhchen » 27. Januar 2008 13:09

Hi Du,

ich selber habe auch eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und kann mir gut vorstellen wie das bei Dir ist. Ab wann man von einer Rechenschwäche spricht weiß ich nicht genau. Ich glaube aber, dass ich auch eine habe. Ich kann bis heute nicht richtig rechnen und musste mir auch die Zahlen immer vorstellen. Rechnungsesen war bei mir auch immer 5. Das Rechnen selber fiel mir schon im ersten Schuljahr schwer...

Das Phänomen bei mir war dann, dass ich mal im kaufm. Rechnen einen Nachhilfelehrer hatte, der sich meine Probleme genau anschaute und darauf hin gezielt mit mir gearbeitet hat. Ich war innerhalb von einem Jahr von einer 5 auf einer 3 und am Ende sogar bei einer 2. Das hätte ich nie für möglich gehalten...

Naja, Deine Frage habe ich jetzt nicht beantwortet, ich glaube aber schon das es sowas ist.

Liebe Grüße
flöhchen
Wohl dem, der Eines nicht verlor im Kampf des Lebens: den Humor! (Wilhelm Busch)
udo241158
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon udo241158 » 27. Januar 2008 13:16

Hallo Verwirrt,

also ich könnte mir gut vorstellen das es bei dir so ist.

schaue doch mal unter http://www.alleinerziehende-elmshorn.de im Forum nach, dort haben wir zu diesem jemander der dir bestimmt weitere Infos geben kann.... name Legita.
Schreibe ihr mal eine Nachricht. Und wenn Du ganz schnell was brauchst, dann kann ich dir auch Ihre Tel. Nr. geben.
Zuletzt geändert von udo241158 am 27. Januar 2008 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
dyskalkulie
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Rechenschwäche Dyskalkulie Diagnostikzentren

Beitragvon dyskalkulie » 28. Juli 2008 18:06

Guten Tag,

ich bin der Leiter einer lerntherapeutischen Einrichtung für Diagnostik und Therapie der Rechenschwäche/Dyskalkulie in Braunschweig (…) und wir pflegen eine Liste von ähnlichen Einrichtungen in Deutschland und Österreich.

Diese Institute bieten eine ganze Menge Material an, um Anhaltspunkte für das mögliche Vorliegen einer Dyskalkulie zu sammeln.

Schüler mit auffallend „unerklärlichen“ Fehlern beim Rechnen sollten auf eine mögliche Rechenschwäche untersucht werden. Hauptziel der Diagnose- und Beratungstätigkeit dieser Institute ist es, eine Dyskalkulie möglichst frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Zudem sind wir Mitglied im […], einer gemeinnützigen GmbH. Diesen Arbeitskreis bilden sieben eigenständige Zentren aus Bonn, Braunschweig, Dortmund, Düsseldorf, Kassel, Köln und Osnabrück. Das  Ziel des Arbeitskreises ist es, der Dyskalkulieforschung aus der Praxis heraus neue Impulse zu geben.

Die beteiligten Zentren sind interdisziplinär arbeitende Einrichtungen zur Diagnostik, Behandlung und Erforschung der Rechenschwäche. In den Zentren werden derzeit ca. 1000 rechenschwache Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Michael Wehrmann


Edit: Dieses "Werbeposting" wurde von der Administration editiert, Links entfernt.
Zuletzt geändert von dyskalkulie am 10. August 2008 17:58, insgesamt 1-mal geändert.
schlumpfensmama
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon schlumpfensmama » 9. August 2008 20:15

Dieser Herr Wehrmann spamt hier alle Foren voll. In einem anderen Lehrerforum hinterlässt er genau die gleichen Einträgen mit Links zu seinem kommerziellen Institut.

Wieso wird das eigentlich nicht gelöscht?  :icon_eek: :icon_eek:

Auf deine Frage hin:

Ja, es gibt auch Erwachsene, die eine Rechenschwäche haben können.
Möglicherweise wurden die ihr Leben lang nicht erkannt.

Auffällig sollte vor allem immer sein, dass alle Aufgaben zählend gelöst werden müssen, Transferleistungen nicht möglich sind, oder auch vollkommen unsinnige Ergebnisse nicht erkannt werden.
CLAUDIA

Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon CLAUDIA » 9. August 2008 20:21

[quote="schlumpfensmama"]
Dieser Herr Wehrmann spamt hier alle Foren voll. In einem anderen Lehrerforum hinterlässt er genau die gleichen Einträgen mit Links zu seinem kommerziellen Institut.

Wieso wird das eigentlich nicht gelöscht?  :icon_eek: :icon_eek:[/quote]

Du hast Recht, dass Herr Wehrmann einen anscheinend vorbereiteten Werbetext postet, statt auf die Frage von "Verwirrt" einzugehen. Aber: Herr Wehrmann hat - das kannst Du an seiner Beitragszahl sehen - genau einmal gepostet, Du sprichst von "spamt alle Foren voll" - mit einem Beitrag, der auch noch zum Thema passt?
Warum sollen wir das löschen, wenn der Hinweis evtl. Eltern hilft, deren Kind eine Dyskalkulie hat?

Liebe Grüße,
Dia
schlumpfensmama
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon schlumpfensmama » 10. August 2008 09:43

Diesen Beitrag fand ich gerade gestern genauso so auch in einem anderen Forum (ADS und Lernstörungen), wo er ebenfalls gepostet wurde.
Für mich ist ein kommerzieller Eintrag, der in privaten Diskussionsforen nichts verloren hat.
Es geht darum, Eltern in kommerzielle Angebote zu locken. Klar, muss jeder selber wissen, aber dann postet morgen die Schülerhilfe und übermorgen der Studienkreis und nächste Woche die PTE. Ich dachte hier gehts um Rat und Hilfe.
Wer Dys. vermutet, kann doch die Suchmaschine anwerfen und findet dann ganz viele Seiten im Netz zu dem Thema.

Sorry, aber das müsst ihr Mods selbst entscheiden.
Für mich ists eben Spam (nichts anderes).  :winken:
Eva
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon Eva » 10. August 2008 11:24

@Dr. Wehrmann ..... dies haben Sie bei Ihrer Registrierung als "akzeptiert" angeklickt:

Aus unserem Urheber - und Nutzungsrecht:

Links zu Kommerziellen Seiten sind ohne Genehmigung grundsätzlich nicht erlaubt.

Ich habe mir erlaubt "entsprechendes" aus Ihrem Profil zu entfernen!

Eine kurze Rücksprache vorher mit uns wäre der bessere und in Foren übliche Weg gewesen!

Gruß 
Zuletzt geändert von Eva am 10. August 2008 11:28, insgesamt 1-mal geändert.
Alles über Deichhöhe ist überflüssig! :winy:
Dopaminchen

Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon Dopaminchen » 10. August 2008 11:28

Hallo Eva,

vielen Dank!
Besagter "Dr. Wehrmann" fällt mir schon seit längerem in verschiedenen Foren als Penetrantspamer auf.

LG Dopi
Zuletzt geändert von Dopaminchen am 10. August 2008 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
schlumpfensmama
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon schlumpfensmama » 10. August 2008 15:56

Hallo Eva,

da steht aber immer noch der Link zu diesem "Arbeitskreis", der sich gerne den "gemeinnützigen" Stempel gibt.
In Wahrheit sind das alles kommerzielle Einrichtungen, die sich zusammengeschlossen haben (ich unterstelle mal: aus steuerrechtlichen Vorteilen).
Ich kenne 3 der besagten Fachstellen im Rheinland. Von gemeinnützig ist da nichts zu merken. Die kassieren pro Therapiestunde (45Min.) 76 Euro von den Eltern.
Das bekommt noch nichtmal ein approbierter Psychotherapeut mit 5jähriger Zusatzausbildung und Kassenzulassung von der Krankenkasse bezahlt.

Schlumpfensmama
Zuletzt geändert von schlumpfensmama am 10. August 2008 16:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon schlumpfensmama » 10. August 2008 16:01

Hallo verwirrt,

um nochmal auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen:

Erkundige dich doch mal beim Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie.
Die sind bundesweit aktiv, ein Verein im Dienste der Betroffenen.

Kontaktpersonen findest du über die einzelnen Landesverbände:
http://www.legasthenie.net/
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon Salvia » 10. August 2008 23:17

[quote="schlumpfensmama"]
Auffällig sollte vor allem immer sein, dass alle Aufgaben zählend gelöst werden müssen[/quote]
Was löst man sie denn sonst? Ernstgemeinte Frage  :icon_mrgreen:
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon schlumpfensmama » 11. August 2008 07:34

Man zählt nicht, sondern rechnet.

Also, z.B. 5+4 wird gerechnet als 5 und 4 = 9

Ein rechenschwaches Kind kann das so nicht.

Es sieht die 5 und zählt von da aus 4 Schritte weiter. Ob es dann richtig ankommt, ist fraglich, je nach falscher Zählstrategie kann es auch bei 8 landen. Das ist dann der -1-Fehler  :winken:
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon Mavi77 » 5. März 2009 09:31

Rechnen.. das kann mein Sohn auch noch nicht...

Nehmen wir mal die Aufgabenstellung oben:

5+4=9

Das würde er mit den Fingern rechnen.

Kleinere Aufgaben merkt er sich. Z.B. 2+2=4 (da ist die Antwort schnell)

Und Ergänzungsaufgaben:

5+?=9

Rechenweg: 9-5=?

Den Rechenweg haben wir so oft trainiert...aber er vergisst sie jedesmal. Und braucht kurze Hilfestellung, dann gehts.
Zuletzt geändert von Mavi77 am 5. März 2009 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon Salvia » 7. März 2009 02:14

Also wenn ich 5+4 rechne, dann stelle ich mir ehrlich gesagt auch solche Hilfen wie Finger vor, im Geiste halt  :breitgrinse1: Also zähle ich eben auch wieder.

hui ist das Thema schon alt.
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Re: Ab wann kann man von Diskalkulie sprechen?

Beitragvon nataliethesaint » 11. März 2009 16:29

Hallo,

weiß es zwar nicht so ganz genau. Aber die beste Freundin meiner Tochter hat Diskalkulie. Sie hat nicht nur Probleme im Rechnen. Ihre Diskalkulie zeigt sich in allen Bereichen, die mit Zahlen zu tun haben (Uhrzeit, Datum, zeitliche Reihenfolge usw.). Die Diskalkulie greift z.B. auch in bestimmten Bereichen von Deutsch, wenn es darauf ankommt eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten. Das kann sie auch nicht.

Ihre Diskalkulie Problem liegt darin, dass für sie die Zahlenreihe 1,2, 3, 4, 5 einfach eine fortlaufende Reihe ist. Sie hat den Bezug nicht, dass es immer genau +1 ist und daher kann sie auch keinen Bezug zum 100-Zahlen-System entwickeln. Sie kann sich auch zeitlich schlecht organisieren und rechnet deutlich langsamer.

Grüße Natalie
Tochter (Absencenepilepsie, ADS, auditive Wahrnehmungsstörung)

Sohn (ADS)

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