Machen Träume süchtig?

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AssassinStyle
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Machen Träume süchtig?

Beitragvon AssassinStyle » 17. Mai 2015 02:12

Hallo Leute,
ich weiß jtzt nicht ob es hier her passen würde, aber ich schreibe es mal hier rein.

Also, vor ca 10 Monaten hab ich mich fürs luzide träumen interessiert und auch gelernt wie alles funktioniert. Ich muss nur sagen ,dass ich das Ziel ein luziden Traum zu haben noch nie erreicht habe.
Ich hab seit neustem aber das große Bedürfnis meine Welt so verändern zu können wie ich möchte.....  Da ich mich ja in der Realität nur gegenüber anderen verändern kann und die anderen sich nicht so verändern wie ich dies möchte, erreiche ich das nur im Traum.
Ich weiß einfach nicht wie ich dies beschreiben soll, aber im Traum fühle ich mich wohl und geborgen, es ist fast so als gäbe es sowas wie Streit, Depressionen, sucht, Angst, Wut und Ärger nicht.
Eigentlich kann ich behaupten das ich schon viel mitgemacht habe, aber das hier gibt mir wirklich zu schaffen, da ich glaube das ich dadurch bald ein Realitätsverlust bekomme und nur noch Träume ob es ein Tagtraum oder ein Traum ist wenn ich schlafe.
(Klinkt alles vllt etwas komisch, aber das ganze ist so schwer in Worte zu fassen)

Was sagt ihr was ich tun könnte??
laetitia
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Re: Machen Träume süchtig?

Beitragvon laetitia » 17. Mai 2015 08:30

Was ich aus deinen Zeilen lese: Dir gefällt die Realität nicht und du fliehst dich in eine Traumwelt, wo alles so ist, wie du dir die Realität wünschst. Diese Traumwelt ist eine Idealvorszellung von der du glaubst, dass du glücklich wärest, wenn es auch in der wirklichen Welt so wäre. Du spürst aber gleichzeitig, dass da etwas nicht zusammen passt.

Frage dich, was dir das Träumen gibt. Einiges hast du schon beschrieben. Nämlich: Geborgenheit, du fühlst dich wohl in deiner Scheinwelt. Warum ist das so? Warum fühlst du dich, wenn du nicht träumst nicht wohl und geborgen? Was fehlt dir dazu? Kannst du dir das selbst geben, was du brauchst, um dich wohl zu fühlen?

Als Beispiel: Du fühlst dich als Aussenseiter, weil dich keiner zu verstehen scheint. In deiner Traumwelt versteht dich jeder und du hast viele Freunde, bist beliebt. Das heisst, du sehnst dich nach Annahme und Akzeptanz und fühlst dich sehr wahrscheinlich einsam im richtigen Leben.
Die Frage hier ist dann: Was an dir ist für dich schwierig, zu akzeptieren und anzunehmen. Kannst du auch das annehmen, was dir nicht gefällt. Zum Beispiel, dass dich im Moment niemand zu mögen scheint (bezogen auf das Beispiel).

Erforsche deine Träume und das Gefühl und die Gedanken, die kommen, wenn du Lust auf's Träumen bekommst. Welche Gedanken gehen dir dann durch den Kopf? Womit fäbgt es jeweils an? Was fühlst du dabei?
Ich hatte mal eine Phase, in der ich oft zum Kühlschrank ging und hinein schaute, weil ich etwas essen wollte, doch das worauf ich Lust hatte, war nicht da und ich konnte auch nicht sagen, was das hätte sein können. Ich suchte also etwas, das nicht vorhanden war. Irgendwann hielt ich inne und überlegte, was ich denn wirklich suchte. Da merkte ich, dass ich mich in dem Moment wo der Impuls kam, zum Kühlschrank zu gehen, einsam fühlte und ich etwas suchte, das dieses Gefühl auffangen würde. Sowas kann auch hinter deinen Träumereien stecken.

Falls du zum Psychologen gehst, kann der dir vielleicht dabei helfen, indem er dir die richtigen Fragen stellt.

Womit du lernen musst, dich abzufinden ist, dass die Welt ist, wie sie ist. Sie verändert sich nicht für dich. Aber: Es ist möglich und auch sehr wahrscheinlich, dass sich Dinge ändern, wenn du die Welt so akzeptierst, wie sie ist und den inneren Kampf dagegen aufgibst.
Zuletzt geändert von laetitia am 17. Mai 2015 08:35, insgesamt 1-mal geändert.
Polished_Steel
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Re: Machen Träume süchtig?

Beitragvon Polished_Steel » 17. Mai 2015 12:19

Ich würd mal sagen, prinzipiell ist an (Tag)träumen nichts verkehrt, wenn man die Zeit hat macht einem das ja erstmal nix kaputt oder richtet sonstigen Schaden an - aber wenn du selbst schon die Befürchtung hast, dadurch nen Realitätsverlust zu bekommen, dann solltest du's zumindest nicht planlos ausufern lassen - ich sag mal, so wie sich manche Leute einfach ziellos betrinken in ner sozialen Situation, weil sie nicht wissen was sie in der Umgebung besseres machen können. Also klar ausgedrückt: Du solltest gucken, wie du das in geregelte Bahnen bringen kann und für dich nen Nutzen draus ziehen kann - so wie ja andere Leute in der  gleichen sozialen Situation ihre 1-2 Bier trinken und dann gelöster und kontaktfreudig sind - also nen Nutzen daraus ziehen.

Und ein Nutzen liegt in den Träumen sicher drin: Würd das (wieder mal) ganz ähnlich wie Laetitia sehen, da stecken auch bei dir sicher irgendwelche gar nicht so abwegige, durchaus erfüllbare Bedürfnisse dahinter, von daher kann ich mir vorstellen solche Tagträume vielleicht echt mal nüchtern auf die Beweggründe und Motive hin zu analysieren (was ist in der geträumten Situation anders, wie hat sich das auf mein Gefühl im Traum ausgewirkt, etc.) um sich klarzumachen, was denn der Teil von dir eigentlich grade braucht, der sich sonst schlecht ausdrücken kann. Solche Bedürfnisse, Gefühle oder Wünsche die man da feststellt müssen ja auch nicht immer direkt erfüllbar sein, oder vielleicht auch manchmal sogar noch größere Probleme verursachen.

Man muss dem natürlich nicht immer direkt nachgehen und das irgendwie in die Tat umzusetzen versuchen, aber ich finde es verdient auf jeden Fall beachtet zu werden. Als Beispiel, Ich hab so ähnlich neulich bemerkt, dass ich Eifersucht bei meiner besten Freundin spüre, wenn sie sich auf ner Party mit anderen Leuten lange unterhält und mich dabei links liegen lässt - da sag ich mir rational natürlich auch, das will ich in keiner Weise ausleben und das irgendwie unterbinden, ich will kein eifersüchtiger Mensch sein und hätte das vor Kurzem auch einfach als Blödsinn beiseite geschoben (mein persönlicher Ausdruck wäre wahrscheinlich "Gedankenfurz" gewesen).

Aber wenn ich das ernstnehme sagt es mir halt schon dass sie mir wichtig ist und es mir Angst macht, sie verlieren zu können, dass sie sich irgendwann nur noch mit anderen Leuten austauscht und keine Zeit mehr für mich hat. Und wenn ich das weiß kann ich darauf reagieren, entsprechende Signale besser deuten und ne sinnvolle Lösung finden; wenn ichs dagegen einfach ignoriere und mir nicht bewusst mache verhalte ich mich wahrscheinlich ihr gegenüber in so ner Situation irgendwann sehr komisch, kann mirs selbst nicht erklären, mache mir dann komische Vorwürfe oder rutsche in irgendeine negative Ersatz-Gedankenschiene rein und belaste damit die Freundschaft tatsächlich.

Grade wenn du im Moment deine Welt verändern willst, kann das als kontrolliertes Mittel sehr wertvoll sein, um überhaupt rauszubekommen in welche Richtung du vorgehen solltest, was deine Prioritäten sind, und zum Teil auch wie du das anstellen kannst - deine Intuition, d.h. deine nicht rationalisierte Lebenserfahrung, hat sicher viel in der Hinsicht beizutragen, und die äußert sich in solchen geträumten Bildern und Situationen besonders klar.

Christian

Absätze eingebaut zur besseren Lesbarkeit. Bitte beim Schreiben darauf achten, Menolly  :winken:
Zuletzt geändert von Polished_Steel am 17. Mai 2015 15:34, insgesamt 1-mal geändert.
AssassinStyle
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Re: Machen Träume süchtig?

Beitragvon AssassinStyle » 17. Mai 2015 12:47

Also wenn ich das ganze richtig verstehe dann meint ihr die Sachen die ich nicht habe aber gerne haben würde um mich einfach glücklich zu fühlen.
Das wäre bei mir dann einfach in einer Beziehung zu stehen.
P.s dieses Bedürfnis nach Träumereien sind meistens nur dann nachdem ich z.b. mit meinem besten Freund etwas gemacht habe (im Beispiel zu gestern hab ich mit ihm lange gezockt). In diesem Moment ist es bei mir einfach so das ich es schade finde das es endet, weiß aber genau das ich wieder mit ihm zocken werde. Um besser zu sagen dieses bedürnis trit meistens nur auf nachdem ich glücklich war, ich möchte wahrscheinlich dieses Gefühl glücklich zu sein weiterhin anhalten....

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