Hilfe-mein Sohn kifft

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ripley
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von ripley » 18. Juli 2012 08:54

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gel.ice, nun bich selbst diesbezüglich nicht ganz ohne - inzwischen lang verjährte - "Sünde"  :ichboss:, aber es gibt zwei Punkte, in denen ich Dein Posting denn doch relativieren möchte.

ad 1) Stichwort "Selbstmedikation": Man kann sich vieles schönreden, aber im Falle eines Jugendlichen, der kifft, von "Medikation" zu reden, halte ich für einen sehr unangebrachten Euphemismus. Die wenigsten Jugendlichen dürften kiffen, um "normaler" oder angepasster zu werden. Da sind GANz andere Motivationen im Spiel, egal wie im Nachhinein die Rechtfertigung aussieht.

ad 2) Potenzielle Gefahren: Soweit mir bekannt, ist das Zeug, das HEUTE erhältlich ist, aufgrund erheblich höherer THC-Konzentration auch erheblich gefährlicher als das, was zu unserer Zeit (meiner! über 25 Jahre her) durch Parks und Konzerthallen gewabert ist. Schädigungen treten schneller und massiver ein.

Überdramatisieren ist nicht sinnvoll, richtig.
Sich die - rechtswidrige und potenziell gesundheits- und ausbildungsgefährdende - Sache schönreden ist ebenfalls nicht sinnvoll.
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gel.ice
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von gel.ice » 18. Juli 2012 14:20

@ ripley

nun, ich kann nur von mir selbst reden - und schön reden muss ich da nix. das ist einfach das was ich so wahrnehme. wie ich das damals wahrgenommen habe kann ich nur teilweise wiedergeben. es hat mir irgendwie geholfen, sonst hätte ich es nicht gemacht. ich war immer gegen drogen und wäre bzw. bin auch nie in versuchung gekommen noch mehr oder andere drogen zu nehmen. viele meiner bekannte haben alles mögliche an drogen genommen. für mich war es selbstmediakation und das wusste ich damals schon, denn auch ohne diagnose wusste ich dass mit mir was nicht stimmt, weil ich immer schon anders war. bewusst wurde mir das, dass ich mich irgendwie selbstmedikamentiere als ich 17 war und meine schulische ausbildung zur erzieherin begann. angefangen hab ich damit nur, weil ich vor meinem großen bruder nicht kneifen wollte... niemand raucht seinen ersten jogi mit dem vorsatz "so, ich tu heut mal was gegen meine unstrukturiertheit und kehre in mich um ruhiger zu werden, weil kiffen sicher auf mich wirkt wie ein medikament"...
natürlich kann ich nicht sagen ob schnurris sohn besonders gefährdet ist, was seine beweggründe sind, ob es ihm was bringt oder ob es ihm schadet, - wie gesagt kann ich nur von mir sprechen.
ebenso kann ich nicht beurteilen inwiefern kiffen mit methyphenidat zusammen wirkt.

dass das kiffen heute sicher schlimmer/schädlicher ist, darin gebe ich dir völlig recht! das ist ein aspekt, den ich bei meiner vorigen antwort nicht bedacht hatte. es stimmt, die THC-werte im heutigen gras sind weit höher als früher. dazu hab ich sogar schonmal eine reportage im fernsehen gesehen.
früher (bei mir sind es ca. zwischen 10 und 20 jahre her) rauchte man das gras was irgendwelche kumpels oder man selbst daheim oder in einem abgelegenen wald angebaut hatte. selbst das aus holland war nicht so stark wie das zeug heute.
die letzten 2-3 jahre, die ich gekifft habe, war das gras schon viel stärker als zu meinen anfangszeiten. es war nicht mehr so, dass man halt ein bisschen bekifft war, sondern so ein joint konnte einen komplett abschiessen oder ausschalten.
einmal hatte ich einen regelrechten horrortrip...
veranlasst damit aufzuhören hat mich aber das gefühl, dass ich zwar jetzt wusste wer ich bin, aber dadurch dass ich ständig neben mir selbst herging irgendwie nicht mehr ich selbst sein konnte. ich wollte nicht mehr eine rolle in meinem eigenen film spielen.
Daher hast du schon recht. heute sieht das anders aus. sehr junge jugendliche sollten schon vorsichtig sein. das gras von heute ist nicht unbedingt entwicklungsfördernd.

trotzdem bringt panikmache überhaupt nichts. in so einem fall hilft nur locker bleiben und reden, reden, reden und das auch nur in den momenten in denen junior aufnahmebereit ist, ganz ohne vorwurf, druck und schlechtes gewissen machen.

mein sohn ist 13 und ich hoffe ich kann auch cool bleiben wenn er mal solche "testphasen" durchläuft - natürlich kann ich mir auch nur wünschen dass es auch lediglich "testphasen" bleiben...
schnurri wünsche ich das auch, dass ihr sohn nur eine "testphase" durchmacht und bald die finger wieder davon lässt. wenn er optimal mit medis eingestellt ist, sollte er eigentlich auch keine drogen brauchen.


lg
nur wer erwachsen wird und ein kind bleibt, ist ein mensch.
(erich kästner)
AntePortas
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von AntePortas » 24. April 2015 16:22

sondern so ein joint konnte einen komplett abschiessen oder ausschalten.
einmal hatte ich einen regelrechten horrortrip...
Die Dosis macht das Gift und wenn man direkt mit Schnaps=Cannabis(Amnesia Haze) anstatt
mit Bier/Orange Bud) anfängt kann das auf der Toilette enden wie bei einem Rausch
der jenseits der 2 Promille liegt.

Verbieten ändert nichts, unter Garantie sind aus seinem sozialem Kreis mehrere dabei und
Urin Screenings sind bis auf Marker Tests (100 €) alle nicht sicher. Stichworte dazu "Einführung von Fremd Urin in die Blase".

Sie sollte mit ihren Sohn zur Drogenberatung und beide sollten dann mal ein Gespräch, aber beide alleine, mit
einer Fachkraft führen. Und wenn die da gut sind, wird sich dann ohne Panik ein Weg finden lassen
über dieses Thema offen und ehrlich im Gespräch bleiben zu können Sodas man sein Kind auffangen
kann wenn es brenzlig wird. Der Sohn wird seinen Weg gehen, mit oder ohne Eltern.

Ich denke das ist eine der  für Eltern, fast Erwachsener Kinder, diese langsam an der langen Leine in die Welt zu entlassen.
Das sind bald eigenständige Persönlichkeiten die ihre guten und schlechten Erfahrungen machen wollen,
aber sich trotzdem immer noch Zuhause halt suchen und dann sollte man da sein und nicht durch Vorwürfe(Du kiffst ja), Misstrauen(Urin Scrennings) und
Vorurteilen(Kiffen ist immer scheise) die vertrauensvolle Beziehung geschreddert haben !
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